Last Updated on 12. Dezember 2019 by Helmut Achatz

„Ich mag, wenn’s kracht“ lautet der Titel der Biografie des Erfolgstrainers Jürgen Klopp. Das Buch beschreibt ein Leben für den Fußball. Können wir von Klopp lernen?

Schon vor etwa zwei Jahren brachte der deutsche Erfolgstrainer Jürgen Klopp ein Buch auf den Markt. Das Buch umreißt das Leben des Menschen Jürgen Klopp, ist aber keinesfalls autobiografisch. In „Ich mag, wenn’s kracht“ stehen seine Trainerpositionen beim FSV Mainz 05, Borussia Dortmund und dem FC Liverpool im Vordergrund. Geschrieben von Sportjournalist und Fußballkenner Raphael Honigstein erwartet den Leser ein packendes Buch, welches die Entwicklung Klopps zum Trainer und seine einzigartige motivierende Art in den Vordergrund stellt.

Klopp – vom Fußballer zum Trainer

Aufgewachsen im Schwarzwald, Klopp erbte das Erfolgsgen seines Vaters, der versuchte, mit Fußball Geld zu verdienen. Trainiert von diesem, eifert Klopp ihm früh nach. Der nicht gerade als „Techniker“ bekannte Klopp schaffte nach vielen Stationen bei unterklassigen Clubs erst mit 23 den Sprung zum Profi und kann nun von seiner Liebe leben. Beim FSV Mainz spielt Klopp elf Jahre lang und macht sich einen Namen als Raubein. Er ist zwar kein Musterprofi doch guter Kamerad und wird zur Vereinsikone. Zu dieser Zeit trifft er auf Wolfgang Frank, der den wissbegierigen Klopp mit den verschiedenen taktischen Ausrichtungen im Fußball vertraut macht.

Aufstieg in die Bundesliga

Als 2001 der FSV Mainz mal wieder in Not gerät abzusteigen und einige Trainer verbraucht sind, wechselt er vom grünen Rasen auf die Trainerbank. Der Beginn einer Erfolgsstory, die Klopp von einem eher unbekannten Zweitligatrainer zum Gipfel des europäischen Vereinsfußballs führte. Mit dem Champions League Titel 2019 mit dem FC Liverpool wurde Klopp erst der fünfte deutsche Trainer, der die Champions League gewinnen konnte. Der damalige Manager, Christian Heidel erzählt im Buch, dass „er so etwas noch nie erlebt habe. Du wolltest raus und sofort spielen.“ Nach drei Jahren gelingt den Mainzer unter Klopp der Aufstieg in die Bundesliga und die Öffentlichkeit fängt an, von dem Trainer, der aus mittelmäßigen Fußballspielern ein erfolgreiches Kollektiv formte, Notiz zu nehmen. Nach seiner Zeit in Mainz werden auch die Stationen in Dortmund und Liverpool beleuchtet. Viele Weggefährten erzählen, wie sehr sie vom Trainer begeistert ist und wie gut er seine Mannschaft einstellen kann. Hier mangelt etwas die Kritik und es fällt dem Autor schwer, das Wesen Klopps zu beleuchten.

Fußball –  Spiel mit Emotionen

Honigstein lebt in England und schreibt über den englischen und deutschen Fußball. So war es klar, dass er sich früher oder später auch mit dem sympathischen Erfolgstrainer auseinandersetzen wird. Er versucht das Buch nicht chronologisch aufzubauen, sondern springt zwischen den Stationen hin und her, um die unterschiedlichen Schwierigkeiten bei den verschiedenen Vereinen darzustellen. Hier geht leider der rote Faden etwas verloren und es fällt dem Leser schwer, dem „Wirrwarr“ zu folgen. Auch weil Klopp mit Anfang 50 sich wohl erst in der Mitte seiner Trainerkarriere befindet, hätte der Autor noch etwas warten können, bevor er eine „Biografie“ über Klopp schreibt. Besonders für deutsche Fußballkenner und Kloppfans ist das Buch dennoch empfehlenswert, weil man den emotionalen Erfolgstrainer und seinen Weg besser kennenlernt.

Bildquelle: Ullstein Buchverlag

Klopp
„Ich mag, wenn’s kracht“
Raphael Honigstein
368 Seiten
11,00 Euro
Ullstein Buchverlag
ISBN-13 9783548377841

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

One Comment

  1. Dirk Feldhinkel 13. Dezember 2019 at 20:29

    Jürgen Klopp? – Den Typ finde ich gut! Authentisch sieht man, wenn er sich ärgert oder freut. Er ist Feuer und Flamme für seine Sache und kann gut erklären. Er ist begeistert und steckt damit an. Er war zu recht richtig sauer, als damals der FC Bayern ihm Lewandowski weggekauft hatte und die Bayern haben damit ein gutes Geschäft gemacht. (Sorry Bayern-Fans!)

    Im Übrigen sind viele Fußballtrainer, besonders auch Joachim Löw, Beispiele für starke Führungsfähigkeiten, an denen sich einige aus der Wirtschaft ein Beispiel nehmen könnten. Das gilt vermutlich auch für viele Trainer von Regional- und Jugendvereinen.

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