Jobben im Alter damit das Geld reicht

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Jobben im Alter? Muss statt Muße, zumindest gilt das bereits jetzt für einige Rentner in Thüringen – und es werden mehr werden. Das sagt der Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Thüringen voraus. Altersarmut nimmt zu und wird künftig zum Problem. Der Verband lässt es nicht bei Andeutungen: Schon in nur fünf Jahren dürfte der Anteil armer Rentner in Thüringen bei acht Prozent liegen. 2011 waren es nur 3,3 Prozent.

Es wird vor allem Rentner in Erfurt treffen, in Weimar sowie in Gera. Betroffen sein werden auch Rentner in Eisenach, im Kyffhäuserkreis und in Sömmerda. Thüringen liege mit einer prognostizierten Armutsquote von acht Prozent dabei sogar noch unter dem Schnitt der ostdeutschen Länder mit 10,2 Prozent im Jahr 2021. Innerhalb von zehn Jahren wachse die Altersarmut in Thüringen nach diesen Zahlen um 142 Prozent im Freistaat.

Arbeitslos, Niedriglohn – arm im Alter

Schuld an der wachsenden Altersarmut seien „gebrochene Erwerbsbiografien“, das heißt, lange und häufige Arbeitslosigkeit, die sich dann natürlich in einer geringeren Rente niederschlage. Neben Arbeitslosigkeit sind auch Niedriglöhne schuld. Das lässt natürlich das Rentenniveau sinken.

Ein Beleg für die drohende Altersarmut in Thüringen sei auch die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente noch arbeiten. Den aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge ist die Zahl der über 65-Jährigen, die sich zur Rente etwas hinzuverdienen, seit 2007 um fast 29 Prozent auf inzwischen annähernd 22 000 gestiegen.

Reformen gegen Altersarmut

Die Zunahme der Altersarmut könne nach Einschätzung des Verbands nur verhindert werden, wenn es zu konsequenten Reformen kommt. Der Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes, Reinhard Müller, fordert, dass die Altersgrundsicherung grundlegend reformiert wird. Ferner fordert Müller eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze.

Die Regelsätze in der Altersgrundsicherung – inklusive altersspezifischem Mehrbedarf – sei auf 457 Euro zu erhöhen. Stromkosten sollten künftig wie Heiz- und Mietkosten in voller Höhe übernommen werden. Außerdem sollen einmalige Leistungen für größere Anschaffungen gewährt werden. Schließlich fordert der Verband auch großzügige Freibeträge auf Vorsorgeleistungen und Rentenansprüche.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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