Wie Sex und 60 zusammenpassen

Sex und Senioren – das ist eines der letzten verbliebenen Tabus. Deswegen lohnt es sich, darüber zu reden und einigen Mythen zurecht zu rücken.

Um den ersten Irrtum auszuräumen – wir wachen nicht eines Tages auf und stellen fest, dass wir keine sexuellen Wesen mehr sind. Wir leben in einer jugend-dominierten Gesellschaft, die gern den Mythus wiederkäut Sexualität beginne schon abzuflauen, wenn das erste graue Haar erscheint. Ich – und wenn von „ich“ die Rede ist, geht es um Dorrie Jacobson, ein pensioniertes Playboy Bunny, Model, Make-up-Künstlerin und Quasi-Expertin für stilvolles Altern – denke, Mutterschaft, Meno-Pause und der unerbittliche Druck gnadenloser Medien arbeiten zusammen, um Frauen den Wunsch und die Begeisterung für Sex zu vergällen. So dass unsere Sexualität und unser Selbstwertgefühl um die 50 Schaden nehmen. Allerdings ist es nie zu spät, seine Anziehungskraft und seinen Charme wieder zu beleben.

Jeder braucht Zuneigung und Intimität

Ich für meinen Teil habe nicht die Absicht auf meine „Sexy-lady“-Karte so schnell zu verzichten, weil ich denke, alle Menschen brauchen Zuneigung und Intimität, um aufzublühen – und Dorrie vertritt ihre Meinung explizit auf ihrem Blog Senior Style Bible. Einverstanden oder nicht – die sexuelle Revolution ist einfach passiert und Frauen brauchen sich seitdem nicht mehr wie Mimosen verhalten. Früher galt noch, den Sex für die Ehe aufzusparen. Wer sich anders verhielt, hing das nicht an die große Glocke. Viele von uns heirateten jung, getrieben von sexueller Neugier, folglich hatten sie keine Erfahrung. Es gab die braven Mädchen – das waren die, die Männer heiraten wollte, wie unsere Mütter behaupteten – und schlechte Mädchen (mit lockeren Sitten, schlechtem Ruf, die häufige Dates hatten). Zum Glück haben sich die Zeiten geändert und Frauen können sich jetzt eingestehen, sexuelle Bedürfnisse zu haben und müssen sich nicht mehr nach dem Urteil von Freunden, der Gesellschaft orientieren – oder der eigenen Schere im Kopf.

Wer das Glück hat, mit einem liebevollen Partner zusammen zu leben und dazu noch wunderbaren Sex zu genießen – für den sind diese Zeilen nicht gedacht. Wer nicht dazu gehört, liest am besten weiter!

Sex verlängert das Leben

Studien zeigen tatsächlich, dass Senioren, die sexuell aktiv sind, länger leben, gesünder sind – und warum soll das nicht stimmen? Warum also soll ein Single-Senior nicht auf Date-Suche gehen, wenn er seinen Seelenverwandten noch nicht gefunden hat? Warum nicht einen „Freund mit gewissen Vorzügen“ suchen? Sexuelle Befriedigung muss nicht unbedingt Teil einer Liebesbeziehung sein. Klar, müssen zwei sich „riechen“ können und sich anziehend finden – und einander vertrauen können. Um nicht missverstanden zu werden, ich muntere Frauen nicht zum One-Night-Stand auf, denn das kann gefährlich sein. Ferner vorschlagen auch nicht schlage vor, sich einen „jungen Hengst“ zu suchen, weil das meist Heiratsschwindler sind. Meiner Meinung nach ist ein „Freund mit gewissen Vorzügen“ einfach jemanden, den eine Frau kennenlernt, den sie mögen und körperlich anziehend finden, der jedoch aus irgendeinem Grund nicht für eine langfristige Beziehung in Frage kommt.

Sex ohne Bindung – geht das?

Wenn die Anziehung gegenseitig ist, kann diese Art von Mann jemand sein, mit dem du eine sexuelle Beziehung eingehst, aber ohne dich binden zu lassen. So erfüllt eine Frau ihr Bedürfnis nach sexueller Intimität, während die große Liebe sucht. Ich weiß, das ist nicht für jedefrau – viele ältere Frauen haben einfach Sex aus ihrem Leben aus vielen Gründen gestrichen. Wer sich jedoch nach Intimität sehnt, sollte sich nicht schämen, es zuzugeben und darauf zu reagieren. Liebe und Sex müssen nicht deckungsgleich sein in einer Beziehung. Ich habe sehr befriedigende körperliche Beziehungen zu Männern gehabt, die waren einfach wunderbare Liebhaber, aber auch nicht mehr. Nur weil die Chemie stimmt, bedeutet das nicht, dass ein Mann für eine langfristige Beziehung taugt. Es ist wichtig, zwischen einem potentiellen Partner und einem potentiellen Liebhaber zu unterscheiden. Jeder sollte sich seiner Bedürfnisse bewusst sein und wonach er sucht. Das verlangt, in sich zu gehen. Es ist nicht einfach, das antiquierte Denken hinter sich zu lassen und sich zu öffnen für liberaleres Denken. Allerdings gibt es einige großartige Artikel und Internetseiten, die über Sexualität im Alter diskutieren. Wer diese Seiten seiner selbst entdecken will, beginnt am besten damit, sich einmal dort einzulesen. Es hilft, von den Erfahrungen Gleichgesinnter zu lernen und sich zu unterstützen, die das gleiche fühlen.

Der Beitrag ist eine Übersetzung des Artikels SEX & THE SENIOR: FRIENDS WITH BENEFITS

Weiterführende Links: 

 




So lässt sich Lust und Liebe im Alter bewahren

Die Community „Seniorbook.de“ hat ein neues Themenspezial zum Thema Sex, Liebe und Partnerschaft aufgelegt. Andrea Micus schreibt ab sofort regelmäßig über „die schönste Sache der Welt“. Die Gesellschaft scheint das nicht sonderlich zu interessieren, aber die Generation der 50plus und 60plus umso mehr, was sich auch an den Reaktionen bei Seniorbook.de ablesen lässt. Immerhin löste der Beitrag mehr als 400 Kommentare aus.

Sex U60 - ein Buch von Andrea Micus

Sex U60 – ein Buch von Andrea Micus

Deswegen ein Auszug aus dem Beitrag von Andrea Micus: Sie hat gezählt und kommt auf annähernd 22 Millionen Menschen, die über 60 Jahre alt sind – dann sind es noch weit mehr, die das halbe Jahrhundert bereits hinter sich haben. Sie haben noch Sex, was für Jüngere vielleicht schwer vorstellbar ist. Wenn die Bestager auch sonst aktiv sind, was von der Gesellschaft auch goutiert wird, beim Thema „Sex“ und „60“ herrsche großes Schweigen, so Micus. Passt wohl nicht so richtig zusammen. Irgendwie kann die Gesellschaft damit nichts so rechtes anfangen.

Die Bestager wollen nicht einsehen, dass „die schönsten Sache der Welt“ für sie bereits ad acta gelegt sein soll. Noch nie sei Sex so sichtbar und leicht verfügbar gewesen wie heute. Auf jedem PC könne nicht nur die Bestager-Generation Hardcore-Pornos anschauen. Und „14-jährige Enkelkinder unterhalten sich auf dem Schulweg über Cunnilingus und Fellatio wie früher über Legosteine und Kuscheltiere“. Oswald Kolle und der „Schulmädchenreport“ habe in den 70er-Jahren den Großteil der Gesellschaft geprägt.

 

 

„Muss das noch sein?“, denken die Jüngeren, und hinter vorgehaltener Hand fragen sie, „Können die überhaupt noch?“ Dabei ist die Frage überflüssig. Denn nichts spricht dagegen, dass Sex mit 60, 70 und 80 Jahren genau so viel Spaß macht wie mit 20, 30 und 40 Jahren. Nur will das keiner so richtig wissen. Bis auf die, die über 60 sind. Die interessiert das brennend. Sie wissen aus Erfahrung, was Sex ihnen alles gibt: Liebe und Bindung, Genuss und Wohlbefinden, Lebensfreude und Gesundheit.

 

„Sexuelle Aufklärung war gut und wichtig“, so Micus. Frauen waren auf der Suche nach ihrer Sexualität – selbstbewusst und teilweise sogar kämpferisch. „Alles noch harmlos, im Verhältnis zu dem, was wir heute mit ‚Feuchtgebiete‘ und ‚Fifty Shades of Grey‘ erleben können – oder müssen?“, fragt sie. „Es gibt nichts, was wir nicht gehört, gesehen und gelesen haben oderr?“, insistiert die Sexpertin.

Alle sexuellen Vorlieben, Besonderheiten und Paraphilien sind schon erzählt und dargestellt worden. Die unfassbar brutalen, aber auch die kuriosen. Alles ist möglich, Hauptsache, es macht Lust. Komisch nur, dass man die Lustgefühle bei den über 60-Jährigen am liebsten ausknipsen möchte. Normalität und Selbstverständnis von Sex im Alter sind im allgemeinen Jugendwahn unserer Gesellschaft schlichtweg untergegangen. Lange Zeit wollte man sich nicht vorstellen, dass Senioren Sex haben. Man wollte nicht wissen, ob sie es genauso leidenschaftlich wie Teenager miteinander treiben. Ob sich Oldies überhaupt vergnügen und wenn ja, was sie in den Betten treiben, darüber wurde nicht einmal spekuliert. Es wurde ganz einfach totgeschwiegen. Kinder mögen nicht darüber nachdenken, was ihren Eltern Lust bereitet und bei der Großelterngeneration spricht man schnell von „krank“ und „absurd“. Sex und Falten, Orgasmen und Lebenserfahrung passen für die Jüngeren nicht zusammen.

Jetzt wollen die Alten mitreden – und sorgen  für Skandale oder werden belächelt. „Denn die Vorstellung, Sex sei nur für die Jungen, ist seit einiger Zeit bei ihnen in Bewegung geraten“, so die Sexpertin. „Dürfen sie oder dürfen sie nicht? Gibt es ein Alter, in dem Sex einfach keine Rolle mehr spielt? Oder macht man einfach so weiter wie bisher?“, lauten die Fragen.

Die Gesellschaft möchte all das nicht wirklich ausdiskutieren. Aber 22 Millionen lassen sich nicht stillhalten. Aber was es gibt, spricht eine deutliche Sprache. Zahlen belegen: Es herrscht keine Funkstille in deutschen Seniorenbetten. Nach einer Umfrage sind 82  Prozent der Männer Ü60, die in einer Partnerschaft leben, bis in das hohe Alter sexuell aktiv, knapp 60 Prozent, wenn sie ohne Partnerin leben. 100 Prozent der Männer bis 69 gaben an, sexuelles Verlangen zu haben. Selbst nach dem 75. Lebensjahr waren das noch 80 Prozent. Eine weitere Umfrage besagt, dass in deutschsprachigen Ländern die Menschen Ü60 im Schnitt 78-mal im Jahr Sex haben, sich aber 61 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen mehr Sex wünschen. Warum sie nicht öfter miteinander intim werden, liegt häufig daran, dass Frauen nicht so oft Lust haben. Das wiederum ist verständlich, denn nur 21 Prozent gaben an, regelmäßig einen Orgasmus zu haben, im Gegensatz zu 72 Prozent der Männer. Das Fazit muss dann lauten: Wenn das mit den Höhepunkten besser liefe, wären sie nur zu gern öfter dabei. Jetzt sind Sie baff, nicht wahr? Aber wenden wir uns mal von den Zahlen ab. Genaues wissen wir nämlich dadurch nicht, egal wie viel auch künftig gefragt wird. Vermutlich sagt nicht jeder Proband die Wahrheit. Männer mogeln sich bestimmt auch Ü60 gern in die Rolle der tollen Hengste und vermutlich gibt es doch mehr Schamgefühl, als uns die Medien weismachen wollen.

Die Mehrheit der Bestager lässt nach Micus‘ Ansicht die Schlafzimmertür geschlossen. Für viele gilt das, was dahinter passiert als schützenswerte Intimsphäre.

Ihr Fazit: „Die Männer und Frauen Ü60 haben wirklich Spaß im Bett; für sie ist es ganz natürlich, Sex zu haben – so natürlich, dass sie nicht ständig darüber reden müssen“.

Andrea Micus schreibt ab jetzt regelmäßig auf seniorbook.

Weiterführende Links:

https://twitter.com/onlybooksorg/status/668314620579479552

 

 

 

 

 

 

 




Was „Brigitte Wir“ dazu gelernt hat

Die zweite Ausgabe von „Brigitte Wir – das Magazin für die dritte Lebenshälfte“ liegt am Kiosk. Gruner + Jahr will’s also wissen und die Zielgruppe der 55plus-Generation abdecken. Ich will meine Eindrücke schildern, die mir so beim Durchblättern gekommen sind.

Nur so viel vorweg, die aktuelle Ausgabe ist deutlich schlüssiger, redaktionell und auch visuell besser gemacht und geht stärker auf die Generation der Babyboomerinnen ein, die „weltoffenen, lebensklugen älteren Frauen“ (O-Ton „Brigitte Wir“). Mit Anzeigen für diese Klientel sieht es allerdings mau aus. Die wenigen sind auch nicht alle für Babyboomerinnen maßgeschneidert, denn ob ein junges Dessous-Model von Chantelle die Zielgruppe anspricht, wagen ich zumindest zu bezweifeln.

„Es gibt im Leben viele erste Male – Altwerden gehört dazu“

Ok, das sind Petitessen, insgesamt wirkt das Heft und vor allem die Mischung weit weniger abstrus als die Premierenausgabe. Die Frauschaft von Herausgeberin Brigitte Huber findet langsam zu einer eigenen Handschrift. Gelungen das Porträt von Hannelore Elsner und sehr einfühlsam mit Text von Evelyn Holst und Bildern von Sammy Hart. Treffend der Satz: „Sie war lange ein deutscher Star, der lieber ein französischer gewesen wäre“.

Ein bisschen abseitig erscheint die Reportage über eine Frau „Mutter Zivilcourage“, die Roma-Kindern den Weg in die Integration weist. Aber vielleicht kommt es auch nur mir so vor. Die pensionierte Lehrerin bringe Roma-Kindern Benimm und Schreiben bei, so Autor Mathias Becker. Kann schon sein, dass sich Babyboomerinnen mit Hermine Jinga-Roth identifizieren können.

„Brigitte Wir“ auch für Männer

Auch für Männer ist „Brigitte Wir“ lesenswert – und zwar der Artikel über „Das neue Wir-Gefühl“, sprich über „Paare und das Geheiminis ihrer langen Liebe“. Das Magazin geht der Frage nach, warum es einige Paare schaffen, „auch nach Jahren noch glücklich miteinander zu sein“. Diese Kunst lasse sich lernen, meint Autorin Birgit Schönberger. „Paare, die nach vierzig gemeinsamen Jahren noch leidenschaftlich miteinander diskutieren, Erotik versprühen, sich zu neuen Entdeckungen und Entwicklungen verführen, ihre Liebe mit allen Aufs und Abs als Geschenk und den Partner als Wunder betrachten, haben nicht einfach nur das große Los gezogen“, formuliert Schönberger griffig. Zu einer langen Liebe gehöre, sich immer wieder gemeinsam neue Stufen von Nähe, Reife und Sinnlichkeit zu erobern, so die Brigitte-Wir-Autorin.

Ein wenig „unbeschwertes Planschen“

Natürlich darf auch ein bisschen Gesellschaftskritik nicht fehlen: Dem Thema Meerverschmutzung widmet „Brigitte Wir“ zwei Seiten mit der Headline „Unbeschwertes Planschen“. Schade, dass es nur zwei Seiten sind – so ein bisschen mehr hätte es schon sein können. Aber vielleicht ist das ja Männersicht. Wir Vorruheständler, aufgewachsen in der Öko-Bewegung, sollten wieder stärker Verantwortung übernehmen. Unser Engagement ist eingeschlafen – Zeit, es wieder zu reaktivieren, allen schon unseren Enkeln zuliebe.

Was steckt noch in dieser zweiten Ausgabe? Die Rubrizierung „Vorwärts“, „Rückwärts“, „Seitwärts“, „Ran“ hat die Redaktion beibehalten.

Inhaltsverzeichnis:

Unter „Vorwärts“ stehen Artikel wie

  • die Reportage über Rumänien,
  • eine Kolumne über das undemokratische Alter und die Ungerechtigkeit der späten Jahre,
  • ein Gespräch mit der Soziologin Ruth Westheimer über Lust im Alter und
  • das Planschen in sauberen Meeren
  • das neue Wir-Gefühl und über
  • Mode – very british und very stylisch, eine Britin mit Schloss zeigt Abendmode

„Rückwärts“ enthält Themen wie

  • Frauen, die bewegen, weil sie sich selbst bewegen: der Lebensweg von Jane Goodall
  • Reise: New York – im Taxi durch Manhattan
  • Sätze, die wir lieben

„Seitwärts“ enthält mit Themen wie

  • Dem Porträt von Hannelore Elsner
  • Geschenk für die Enkel
  • ein bisschen Kultur
  • ein Porträt über Christian Brückner, dem Mann mit der berühmtesten Stimme

„Ran“ enthält die Themen

  • Psychologie – Sehnsucht nach Berührungen
  • Fotografie – Mutter-Tochter-Porträts
  • Gesundheit – Naturheilmittel gegen Gelenkentzündungen
  • Kosmetik – was Make-up kann
  • Porträt – von Irmgard Wegener
  • Flüchtlinge – wie Hamburgerinnen helfen
  • Das Letzte – Vera Sandberg über Fitness-Armbänder

Als besonderes Goody liegt dem Magazin ein Extra-Heft „Immunsystem“ bei, das viele nützliche Tipps enthält wie beispielsweise „Selbsthilfe bei Erkältungen“ und wie sich die Abwehr stärken lässt.




Wechseljahre, Andropause – das Geschäft mit der Gesundheit

Die Babyboomer-Generation kommt in die Jahre – und damit fangen die Zipperlein ein. Bei Frauen sind es die Wechseljahre, bei Männern die Midlife-Krise. Plötzlich reden die jungen Alten über Darmspiegelung und Gesundheitscheck. Die Medien entdecken eine Marktlücke und wollen die lukrative Klientel nicht länger der „Apotheken Umschau“ überlassen.

Der „FOCUS“ hat das schon lange erkannt und eigenständige Specials herausgebracht – über Gehirn, Rücken, Psyche, Krebs, Zähne, Haut und Herz. Jetzt kommen auch andere Publikationen auf den Trichter. So hat „Bild der Frau“ eine Sonderausgabe über „Wechseljahre“ herausgebracht. Natürlich dürfen lustvoll-packende Beispiele von Betroffenen nicht fehlen wie der Umzug von Inga in die Karibik oder der Berufswechsel einer Bankerin, die jetzt einen Hundefriseursalon führt. Und die photogeshopte Christiane Northrup legt den „Göttinnen, die nicht altern“ fünf Tipps ans Herz, „um lustvoller zu leben“. „Älter werden ist schön“, behauptet Schauspielerin Michaela May. Natürlich darf auch das Thema „Sex“ nicht fehlen. „Es wird inniger, näher, mehr gekuschelt – wenn die Hormone wanken, dauert alles ein wenig länger; doch die Lust bleibt – und es lohnt sich, die körperliche Liebe nicht aufzugeben“. Alles easy. So schön können Wechseljahre sein – wer’s glaubt.. Aber bei „Bild der Frau“ wird vieles weggelächelt. Da dürfen natürlich einige 50-jährige Promis nicht fehlen, wie Julia Roberts, Katja Riemann, Pierce Brosnan und George Clooney. Damit schafft „Bild der Frau“ ein ideales Werbeumfeld für Produkte wie „Always“, „Lasea“, „Klimaktoplant“ und „Vagisan“.

„Apotheken Umschau“ als großes Vorbild

Die „Apotheken Umschau“ ist da etwas ehrlicher und verschweigt nicht, dass „dieses Hormon-Ungleichgewicht typische Wechseljahrsbeschwerden hervorrufen kann – und dazu gehören vor allem Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Nervosität“. Auch ein Rückgang des Lustempfindens sowie ein Abbau der Scheidenhaut mit entsprechender Trockenheit der Scheide seien häufig.

„Stern“, „Geo“ und „ZEIT“ mischen auch mit

Der „Stern“-Ableger „Viva“ nimmt sich ebenfalls des Themas Wechseljahre an – und zwar für Frau und Mann. Das Magazin lässt drei Frauen und zwei Männer zu Wort kommen, es beschreibt Nutzen und Risiken von Hormontherapie und wie sich das Verständnis von Wechseljahren gewandelt hat. Die Magazin-Macher belassen es nicht mit netten Geschichten, sondern sie geben auch praktische Tipps. Viva diskutiert das Thema Hormon-Therapie, das mittlerweile deutlich kritischer gesehen wird als noch vor einigen Jahren. Das gilt übrigens auch für Männer. Sie haben mit 40 Jahren ihren Zenit erreicht – danach geht’s bergab mit Energie und Manneskraft. Testosteron hilft – vielleicht. Wobei Testosteron durchaus umstritten ist. Wer Probleme hat mit Erektion, wird wohl doch den Gang zum Urologen antreten – der misst den Testosterongehalt. Eine entsprechende Therapie ist freilich durchaus umstritten.

Gesundheit für die „Forever Forties“

Das Frauen-Magazin „Myway“ hat ebenfalls erkannt, was für eine wachsende Gruppe in die Wechseljahre kommt und hat ein 148-Seiten-Special zum Thema „Wechseljahre“ herausgebracht. Das Sonderheft gibt’s für 3,90 Euro am Kiosk. Für die „Forever Forties“ dröselt Myway die Wechseljahre auf – und „diesen Frauen Antworten auf all ihre Fragen zu liefern und sie auch in dieser neuen Lebensphase bestmöglich begleiten“. Die MYWAY- und Buch-Autorin Susanne Fröhlich widmet sich den „effektivsten Hormon-Yoga-Übungen für mehr Gelassenheit“.

„Stern“, „FOCUS“ sind nicht die einzigen, die sich dem Thema Gesundheit widmen. Jetzt steigt auch die „Bunte“ in dieses Segment mit „Bunte Gesundheit“ ein. Im Dezember wird das Gesundheitsspecial von der „ZEIT“ am Kiosk ausliegen – der Name „ZEIT Doctor“. Gruner+Jahr hat „Geo“ schon seit März mit der Reihe Geo Wissen Gesundheit ergänzt. Das aktuelle Magazin beschäftigt sich mit dem Herz.

„Mit dem wachsenden Anteil der Älteren steigt bei den potenziellen Lesern das Interesse am medizinischen Fortschritt, aber auch an Produkten und Dienstleistungen für Wohlbefinden; mit Gesundheit, Fitness und Wellness lässt sich krisensicher Geld verdienen – auch in den Verlagen“, schreibt der „Journalist“.

Zum Schluss noch eine nützliche Tipps und Links aus „Viva“

https://twitter.com/KatharinaZ/status/664469631831273472

https://twitter.com/AntiAgingMagaz/status/665801910977433600

… und ein paar Buch-Tipps:




Pro-Aging, Anti-Aging – das Altern erfolgreich hinauszögern

Pro-Aging, Anti-Aging – wie lässt sich das Altern hinauszögern? Im Dezember, genau am 21. wird sie 78 – Jane Fonda ist ein Phänomen. Die amerikanische Schauspielerin avancierte in den 60er- und 70er-Jahren zum Sexidol. Später mutierte sie zur Aerobic-Queen und sieht für ihr Alter immer noch blendend aus. Wie schafft sie es, so lange, so fit zu sein? Pro-Aging oder Anti-Aging, was ist das Geheimnis der jungen Alten? Wie lässt sich das Altern verlangsamen und die Gesundheit im Altern fördern? Gibt es eine wirksame Altersbremse?

„Der Begriff Anti-Aging, auch Altershemmung, ist eine Bezeichnung für Maßnahmen, die zum Ziel haben, das biologische Altern des Menschen hinauszuzögern, die Lebensqualität im Alter möglichst lange auf hohem Niveau zu erhalten und auch das Leben insgesamt zu verlängern. Verwendet wird dieser Begriff in der Medizin, von Ernährungswissenschaftlern, der Nahrungsergänzungsmittelindustrie und von Kosmetikherstellern“, schreibt Wikipedia

Die Gene sind nicht zu unterschätzen

So viel vorweg: Das Altern und damit auch die Lebenserwartung hängen zu einem gewissen Teil von den Genen ab – wie viel, darüber streiten sich die Gelehrten. Die einen sagen 20 bis 30 Prozent, andere kommen auf einen geringeren Wert. Wer Eltern oder Großeltern hat, die steinalt wurden, hat gut Chancen, selbst alt zu werden. Test wie der von FOCUS-Online fragen deswegen ab, wie alt die Eltern wurden.

Wichtig ist auch der Lebensstil

Aber, „am Altern sind nicht nur die Gene schuld, sondern auch der Lebensstil“, sagt Sportmediziner und Buchautor Martin Halle. Der persönliche Lebensstil, körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol sowie Stress- und Umweltfaktoren spielen seiner Meinung nach ein wichtige Rolle für das biologische Alter.

Und? Wie lässt sich das beeinflussen? Wer bei Wikipedia nachschlägt, findet folgende Anti-Aging-Tipps:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Vermeidung von Übergewicht und gemäßigtes „Hungern“
  • Regelmäßige Bewegung (Verbrauch von mindestens 8.370 bis 12.560 kJ an Nahrungsenergie pro Woche, in veralteten Einheiten ca. 2.000 bis 3.000 kcal pro Woche)
  • Verzicht auf das Rauchen
  • Verzicht auf ausgiebige Sonnenbäder und Besuche in Solarien
  • Vermeidung von negativem Stress

Ein Fastentag pro Woche

Gerade gemäßigtes Hungern hilft anscheinend, das Altern zu verlangsamen. Nicht von ungefähr werden Bewohner der japanischen Insel Okinawa älter als die meisten anderen. Sie haben sich eine spezielle Regel auferlegt, das so genannte „Hara hachibu“: „Der Magen soll bestenfalls zu 80 Prozent gefüllt werden – ein sublimes Hungergefühl gehört also auf Okinawa zur Esstradition“, schreibt FOCUS-Online.

In seinem Buch „Zellen fahren gerne Fahrrad“ gibt Halle ein paar brauchbare Tipps. Darunter den, zumindest einen Fastentag pro Woche einzulegen – oder mal nur Obst zu essen, vielleicht auch eine Suppe.

Ernährung und Bewegung spielen wichtige Rolle

Neben der Ernährung spielt die Bewegung eine wichtige Rolle: Er empfiehlt, „Risikofaktoren einfach weg zu strampeln“. Warum denn immer das Auto benutzen – lieber mal mit dem Rad zum Bahnhof oder zum Einkaufen. Das Rezept: möglichst viel Bewegung in den Alltag einbauen. Das heißt, statt mit dem Aufzug zu fahren, besser Treppen steigen.

Stress kostet Lebenszeit

Nicht zu vergessen, das Thema Stress. Negativer Stress und Hetze kosten Lebenszeit. Deswegen gilt es, seine Stressresistenz zu verbessern. Helfen kann dabei eine Studie der Techniker Krankenkasse. Es lohnt sich in die Studie „Bleib locker Deutschland!“ der Techniker Krankenkasse einmal reinzuschauen. Ich denke, der eine oder andere nimmt brauchbare Erkenntnisse mit. Darüber hinaus hat  die TK einige brauchbare Tipps als Broschüre heraus gebracht zum Thema „Stressbewältigung.

Gesundheit ist ein Prozess

Wie lässt sich gegensteuern? Wer bis ins Rentenalter gesund bleiben will, muss Risiko- und Schutzfaktoren ausbalancieren. Dabei ist „Gesundheit kein Zustand, sondern ein Prozess“. Es gilt, die Stressspirale „umzudrehen“. Das heißt für den Einzelnen, seine Resilienz zu stärken, sprich seine psychische Widerstandskraft.

Wer ein paar handfeste Regeln sucht, schaut am besten beim „Anti Aging Magazin“ vorbei. Das bietet 15 Regeln für gesundes Älterwerden.

Weiterführende Links:




Sex ist mehr als nur Sex

Sex ist mehr als nur Sex – eine Partnerschaft, in der es an Intimität mangelt, lässt die Partner unerfüllt zurück, das zumindest meint Leiter des Instituts für Energetische Paartherapie Robert Coordes. Das betrifft gerade langjährige Beziehungen. Sie klagen darüber, sexuell unbefriedigt zu sein und/oder sich als sexuell unzulänglich zu erleben. Was es damit auf sich hat und wie sich die Situation verbessern lässt.

Gastbeitrag von Robert Coordes, Institut für Beziehungsdynamik Berlin

Fast jeden Tag bekommen wir Einladungen zu Seminaren und Gruppen, die neue Zugänge versprechen, um das Sexualleben mit oder ohne Partner zu verbessern. Fast wöchentlich neue Trends und Methoden – die Frage jedoch ist, ob die neue Life-Style-Sex-Welle tatsächlich dort Lösungen bietet, wo das menschliche Leiden am größten ist: Im Bereich zwischenmenschlicher Intimität und Sexualität, der Möglichkeit also, sich mit einem anderen Menschen zu verbinden, sich geliebt zu fühlen und zu lieben, in Beziehung zu treten und mit einem anderen Menschen erfüllende Zweisamkeit zu erfahren.

Sex ist nicht immer Sex

Die persönliche oder partnerschaftliche Sexualität ist Auffangbecken aller möglichen Regungen, Vorstellungen und Motive – die zumeist dem Bewusstsein nur schwer zugänglich sind. Insofern ist Sex mehr als nur Sex. Unserer Erfahrung nach geht es in den seltensten Fällen darum, „Liebe zu machen“ oder dem anderen in Intimität seelisch zu begegnen. Die meisten Frauen und Männer suchen nach Anerkennung, nach Bestätigung, wollen sich am Anderen abarbeiten, sich spüren oder auch nicht mehr spüren, sich manchmal sogar selbst zerstören, in den „Keller ziehen“ oder am auch anderen rächen. All dies ist weder „richtig“ oder „falsch“, noch „normal“ oder „abnormal“ – diese zumeist tabuisierten Beweggründe beeinflussen allerdings maßgeblich Glück und Unglück in Beziehungen. Sex ist mehr als nur Sex – Sex ist das Spiel zwischen den Körpern, dass ausschließlich durch unsere Beziehung zu uns selbst und zum Partner/ zur Partnerin zum tiefen, berührenden Ereignis werden kann. Die Beziehung ist entscheiden und so kann die gleiche körperliche Praktik bei anderer innerer Haltung der Partner in Demütigung und Verachtung enden. Manche Frauen und Männer haben kaum eine Beziehung zur eigenen Sexualität und suchen unsere Hilfe auf, um Schlimmeres zu verhindern, weil beispielsweise der Partner mit dem Beziehungsende droht, wenn nicht endlich wieder Leben im Ehebett einzieht. Oder auch, wenn die Erektion wegbleibt und die Partnerin zunehmend emotionaler auf eine Lösung drängt oder auch wenn der Sex partout nicht erfüllend wird, obwohl man anscheinend über alles gesprochen hat und alle gegenseitigen Bedürfnisse thematisiert worden sind. Oder auch, wenn eine plötzlich auftauchende Affäre die Grundfesten der langjährigen Partnerschaft ins Wanken bringt.

Auch im Bett kann man nicht nicht kommunizieren

Auch wenn von einigen Therapeuten oder auch Schulen proklamiert – für uns gibt es keine Trennung zwischen Paar- und Sexualtherapie. Und auch keine Trennung zwischen Sexualtherapie und Psychotherapie. Eine Psyche, die sich nicht verbinden kann, kann auch nicht gesund sein und eine Partnerschaft, in der es an Intimität mangelt, ist in der Regel für die Partner nicht erfüllend. Menschen sehnen sich nach Verbindung und Einheit und diese zu erleben erfüllt sie mit Zufriedenheit und Kraft. Viele Ratgeber empfehlen, bei mangelndem oder nicht erfüllendem Sex einfach mehr zu kommunizieren. Wir halten die Wirksamkeit dieser Methode für relativ begrenzt. Würde Reden helfen, dann ist doch die Frage, warum unsere ansonsten in der Regel sehr intelligenten und eloquenten Klient_innen sich nicht bereits zusammengesetzt haben, um Lösungen auszuhandeln. Schlechter oder mangelnder Sex ist für uns nicht durch wertschätzende Kommunikation zu verbessern. Schlechter oder mangelnder Sex ist die Kommunikation zwischen den Partnern! Wenn ein Mann beispielsweise der Vorstellung unterliegt, es seiner Frau niemals recht machen zu können, dann wird sich diese Vorstellung auch im sexuellen Spiel mit der Partnerin/ dem Partner zeigen. In der Sexualität zeigen sich die Muster der Beziehung, Sex ist das Symptom der Beziehung. Daher teilen wir die Vorstellung nicht, dass Sex eine Art Verhalten ist, welches man optimieren und durch neuste Techniken trainieren kann. Sexualität ist ein Prozess beständiger Kommunikation zwischen den Liebespartnern. Und gerade hier, d.h. im Bett, zeigt sich in den meisten Beziehungen ein wichtiger Teil der Wahrheit und keine Fehlfunktion.

https://twitter.com/LiebesABC/status/616902930252361728

Von der sexuellen Funktionsstörung zur Funktion der sexuellen Störung

Sexuelle Probleme werden leider gerne noch als „sexuelle Funktionsstörungen“ bezeichnet. Damit wird angenommen, dass es eine eigentliche, normale Funktion gibt, die gestört ist. Was aber, wenn die sexuelle Problematik eine Botschaft an den Partner oder an den darunter Leidenden ist? Was wäre, wenn beispielsweise die Lustlosigkeit keine Störung der Funktion ist, sondern eine versteckte direkt zu verstehende Botschaft, dass der partnerschaftliche Sex eben nicht mehr als erregend erlebt wird? Wäre dann die sog. sexuelle Funktionsstörung nicht die Lösung, indem sie dem Betroffenen erlaubt nicht zu funktionieren und trotzdem dem Konflikt zu entgehen, dem Partner die eigene Unzufriedenheit zu offenbaren? Tabubereiche erobern Die Kommunikation in Beziehungen und im Sexuellen ist stärker durch das beeinflusst, was wir nicht nicht auszusprechen wagen als durch das Konsensfähige. Jeder Beziehung liegt ein Vertrag zugrunde, dessen Klauseln wir stillschweigend abgestimmt haben – jede Beziehung pflegt einen Konsensbereich, der zumeist erst dann auffällt, wenn er von einem der Partner verlassen wird. Auch folgen wir zumeist Beziehungsidealen oder idealen Frauen- oder Männerbildern, ohne dass diese uns bewusst sind. Erst bei Widersprüchen wie beispielsweise in Krisen, Beziehungskonflikten oder bei sexuellen Problemen beginnen wir, diese Ideale in Zweifel zu ziehen und zu überprüfen. Ein Beispiel aus der Praxis: Viele Paare suchen unser Institut mit folgender Problembeschreibung auf: „Wir sind ein super Team, wir lieben uns, wir verstehen uns hervorragend und haben ein kleines Problem – wir haben seit sechs Jahren keinen Sex mehr.“

Sex ist mehr als nur Sex

Nun könnte man davon ausgehen, dass man therapeutisch hier ein leichtes Spiel hat, schließlich bewegen sich beide ja auf einer soliden, liebevollen Basis – aber für uns ist hier gerade dieses „Wir“ das Hindernis, das der sexuellen Leidenschaft im Wege steht. In der Regel haben sich die Partner in Beziehungen, in denen die erotische Leidenschaften eingeschlafen ist, einem bestimmten Ideal verschrieben: Gegenseitige Liebe und Achtung um jeden Preis! Nicht selten ist das Ganze dann noch spirituell-psychologisch etikettiert, indem sich die Einzelnen oder Beide beispielsweise einem Ansatz wie dem der gewaltfreien Kommunikation oder dem Tantra verschrieben haben. Mir geht es hier keinesfalls darum, diese Ansätze zu kritisieren, doch will ich festhalten: Jedes Ideal wirft einen Schatten und so ist in Partnerschaften wie diesen meist die Aggression verschattet. Vorbehalte dem Anderen gegenüber dürfen im Hinblick auf das Ideal nicht sein, sie werden exkommuniziert, so in den Untergrund verdrängt und begegnen den Partnern dann zumeist im Bereich intimster Nähe wieder: Nämlich im Bett. Um es noch mal in Erinnerung zu rufen: Sex ist mehr als nur Sex. Dort herrscht dann Funkstille, obwohl sich beide angeblich so sehr bemühen, den Bedürfnissen des anderen in wertschätzender Weise gerecht zu werden. Manchmal zeigen sich uns in der Praxis grotesk anmutende Szenen: Paare, die vor uns großen Wert darauf legen, bedächtig und wertschätzend miteinander zu kommunizieren, während sie sich im Bett jahrelang nicht mehr begegnet sind und sich im Bereich körperlich-erotischer Bestätigung jegliche wertschätzende Kommunikation vorenthalten und sich gegenseitig unausgesprochen „verhungern“ lassen.

Wie sieht nun unsere Lösung aus?

Das Subversive, in den „Untergrund Verdrängte“ und damit die in der Partnerschaft tabuisierten Aspekte müssen wieder ins partnerschaftliche Bewusstsein geführt werden und kommuniziert werden. Und warum auch nicht? Wohl nichts ist natürlicher, als den eigenen Partner von Zeit zu Zeit als komplett nervig zu erleben oder seine längst bekannten Verhaltensweisen nicht mehr ertragen zu können. Für viele Paare ist es zu Beginn eines Therapie die größte Herausforderung, den Partner/ die Partnerin mit den eigenen Schattenseiten zu konfrontieren. Mit ein wenig Übung kann dies allerdings ein kraftvoller und humorvoller Prozess sein, der zu einer tiefen und wahrhaftigen Partnerschaft führt. Ähnliches gilt auch für Männer oder Frauen, die nicht in Partnerschaft leben und unter sexuellen Problemen leiden oder für sich selbst nach Auswegen aus langjährigem Singledasein suchen. Auch hier ist die Suche nach dem Tabuisierten zentral – auch hier muss der Tabubereich erobert werden, will man die sexuelle Lebendigkeit zurückerobern.

Trennendes ausdrücken, dabei in Kontakt bleiben

In Beziehungen müssen wir lernen, das vermeintlich Trennende auszudrücken, auch wenn es Angst macht und Befürchtungen weckt. Nicht selten kommen Männer zu uns in Therapie, die uns erschrocken ansehen, wenn wir empfehlen, die neue Partnerin/ den neuen Partner doch vor den ersten gemeinsamen sexuellen Experimenten darüber aufzuklären, dass sie unsicher sind und häufig daraufhin auch Probleme haben, eine Erektion zu bekommen. Viele Männer erleben es als ihre größte Herausforderung überhaupt, eben diese als komplett disqualifizierend erlebte Schwäche der Geliebten kundzutun. Manche Partner berichten in Therapie, dass sie das immer gleiche sexuelle Routine-Spiel nicht mehr ertragen können – dass sie aber vor einem Gespräch zurückschrecken, da sie angeblich den Partner nicht verletzen wollen. Wieder andere ekeln sich gerade in intimen Momenten vor dem Geliebten, fühlen sich übergangen oder unterdrückt und trauen sich nicht, dies anzusprechen oder auszudrücken. Manch einer erlebt auch die eigenen Fantasien als trennend und hält diese angstvoll zurück, so z.B. die Sehnsucht, vom eigenen Partner gefesselt oder geschlagen zu werden. Doch gerade hier kann die Chance bestehen, dem Partner/ der Partnerin gegenüber wieder Respekt zu entwickeln. Denn gerade, wenn wir angstvoll das zurückhalten, von dem wir befürchten, dass es den anderen verletzten könnte, dann bestätigen wir in uns, dass wir den Partner für schwach und klein halten. Erst mit der Erfahrung, dass der Partner aushalten kann, was ich für absonderlich schlimm gehalten habe, kann wieder Respekt entstehen.

Emotionale Selbstständigkeit weckt Begehren

Schließlich finden wir nur den selbstständigen Partner sexuell anziehend und nicht den nach Bestätigung und Anerkennung geifernden Partner, der uns am sprichwörtlichen Rockzipfel hängt. Und allzu leicht glauben wir, uns bei andauernder Beziehung besser zu kennen und einschätzen zu können, glauben zu wissen, wo die Grenzen der Partnerin liegen und erkennen dabei häufig zu spät, dass mit zunehmender Beziehungsroutine der Raum der Beziehung immer kleiner und enger wird. Manche Partner müssen ausbrechen, um der kompletten „Eingemeindung“ zu entfliehen und sich die eigene Selbstständigkeit zu beweisen. Der Weg in die partnerschaftliche und persönliche Lust besteht darin, die eigenen Tabubereiche zu erobern und dabei in Kontakt zu bleiben. Erst dann können wir die Erfahrung machen, dass unsere Beziehung auf einer wahrhaftigen Basis fußt und nicht auf Illusionen und Schattenaspekten. In Krisen ist Öffnung möglich Viele Menschen finden den Weg in eine Paar- oder Sexualtherapie erst in einer schweren Krise. Z.B. dann, wenn der geliebte Partner sich getrennt hat oder ein Seitensprung auffliegt, wenn Verlust droht und der Schmerz offenkundig wird. Vielen wird erst dann bewusst, dass sie über Jahre in der Beziehung Krieg geführt haben anstatt den anderen kennen- und lieben zu lernen. In Therapie versuchen wir bewusst, diesen Krisenpunkt anzusteuern oder auch zu verstärken. Denn mal ehrlich: Ist es nicht so, dass wir manchmal erst dann schätzen können, was wir haben, wenn wir befürchten müssen, es zu verlieren? Ebenso ist es in Beziehungen – häufig erwachen die Beziehungspartner erst dann aus dem sexuellen Tiefschlaf, wenn eine dritte Person in Gestalt einer erotischen Affäre erscheint. Vielfach zeigt sich ein Mann oder eine Frau erst dann bereit, sich mit einem sexuellen Problem zu beschäftigen, wenn der Partner/ die Partnerin mit dem Beziehungsende droht. Doch auch eine plötzliche Liebe kann zur Krise führen: Einige Menschen kommen zu uns, weil der schlimmste Fall eingetreten ist, zu dem es hätte kommen können: Sie haben sich verliebt und sehen sich nun gezwungen, sich der eigenen Störungen anzunehmen und auf die Suche nach Veränderung zu gehen.

 

 

Sexualtherapie fördert persönliche Entwicklung

Sexualtherapie gilt häufig immer noch als therapeutische Nischendisziplin; als notwendiges Mittel, welches man in Anspruch nehmen sollte, wenn das, was eigentlich funktionieren sollte nicht mehr funktioniert. Für viele zielt Sexualtherapie lediglich darauf ab, die „normale Funktion“ wieder herzustellen. Für uns am Berliner Institut ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität Möglichkeit zur persönlichen, spirituellen und partnerschaftlichen Entwicklung. Unter dem Dach unseres Instituts arbeiten vier befreundete Therapeut_Innen seit 2006 im Bereich Sexualtherapie, Paartherapie und Psychotherapie zusammen. Unsere Arbeit basiert auf langjähriger Selbsterfahrung – unsere Konzepte haben wir in Auseinandersetzung mit den eigenen Themen entwickelt und geschliffen.

Entstanden ist die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie, ein Ansatz, der tiefenpsychologische und systemische Konzepte mit körpertherapeutischen, hypnotherapeutischen und gestaltpsychologischen Methoden umsetzt. Ziel ist persönliche, partnerschaftliche und spirituelle Entwicklung. Im Fokus unserer Arbeit steht die Beziehungsfähigkeit – unabhängig davon, ob uns Frauen, Männer, Singles, hetero- oder homosexuelle Paare aufsuchen. Die Angst vor der Sexualität

Robert A. Coordes ist Diplom Psychologe, Heilpraktiker für Psychotherapie, Energetische Therapie und Körpertherapie, Systemischer Therapeut und Familientherapeut (DGSF), NLP- Trainer und Business-Coach, Hypnotherapie nach Milton H. Erickson, Change Management-Trainer/ Führungstrainer


 

… und hier ein paar Ideen und Anregungen aus Seniorbook.de zum Thema Sex über 50:

Gute Gründe für die körpliche Liebe auch jenseits der 50 gibt es eine ganze Reihe. Viele Studien und nicht zuletzt die Lebenserfahrung zeigen – allen voran ist es die Liebe, die zum Sex treibt, das nicht genug bekommen können vom anderen. Daneben spielen aber auch viele andere Dinge eine Rolle:

1. Nicht wenige Frauen erleben erst jenseits der 50er ihren ersten Orgasmus mit dem Partner. Eine Studie nennt dabei sogar als Zahl 17 Prozent… die Ursache ist vermutlich, dass sie erst im höheren Lebensalter die Muße, Entspannung und Erfahrung haben, Sex richtig genießen zu können.

2. Kaum etwas anderes zwischen zwei Paaren ist so positiv wie Sex und vermittelt ein so intensives Lebensgefühl.

3. Sex vermittelt emotionale Nähe – „ich fühl mich ganz nah bei dir…“

4. Deshalb stabilisiert Sex auch die Bindung zwischen Mann und Frau.

5. Sex entspannt und löst Aggressionen auf. Für viele Paare ist ein Streit erst dann richtig aus der Welt geschafft, wenn sie danach guten Sex haben.

6. Es ist einfach schön und macht Spaß, so lautet die simple Antwort von rund einem Drittel der Befragten.

7. Sex und Orgasmus halten fit. Der Puls beschleunigt sich etwas, die Atmung wird rascher, danach tiefe Entspannung. Ärzte vergleichen die gesundheitliche Wirkung von einem Liebesakt mit der eines kleinen Waldlaufs.

8. Sex macht schlank: Je nach Aufwand des Liebesspiels verbrennen Sie dabei bis zu 350 Kilokalorien. Das Beste daran: Anders als wenn Sie sich zum Sport aufraffen müssen – geht es um Sex, müssen Sie sicherlich vorher keinen inneren Schweinehund besiegen

9. Sex hält auch äußerlich jung. Die Hormone, die beim Schmusen und demOrgasmus produziert werden, wirken wie natürliche Faltenkiller

Interessante Links

 




Männer in den Wechseljahren

Verdirbt weniger Testosteron Männern die Lust auf Sex – oder umgekehrt. Auch weniger Sex könnte den Testosteronspiegel senken. Dann muss sich Adam mit „Adam“ auseinandersetzen, wobei Adam für Androgen Decline in the Aging Male steht.

Ok, ganz von Anfang. Auch wenn es Männer nicht wahr haben wollen – sie kommen in die Wechseljahre. Die heißt nicht Meno-, sondern Andropause. Wann die anfängt? Na so zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr – bei manchen auch später oder früher. Was ändert sich? Wir Männer sind dann nicht mehr so leistungsfähig, auch wenn wir’s gern leugnen. Da schläft so ein Pendler schon mal in der S-Bahn ein; wenn er heimkommt, ist er reizbarer; der eine oder andere wird nachts von Wadenkrämpfen geplagt; die Spannkraft schwindet.

Weniger Sex, weniger Testosteron

Bei nicht wenigen Männern dieser Alterskohorte – ich liebe dieses Wort – lässt die Libido nach, sprich die Lust auf Sex, denn das Hormon Testosteron nimmt ab. Jetzt ist die Frage, ob das schwindenden Testosteron die Lust auf Sex verdirbt oder der abnehmende Sex den Hormonhaushalt beeinflusst.  Der australische Forscher Benjumin Hsu von der University of Sydney glaubt das letztere. Bei älteren Männern könnte abnehmende sexuelle Aktivität und der Wunsch eher die Ursache für ein schwindendes Testosteron-Level sein, nicht die Wirkung.

Männer müssen sich beweisen

Wie dem auch sei, Männer kommen in die Wechseljahre. Nebeneffekt: Sie müssen sich noch beweisen. Wollen es den Jungen gleichtun. „Frauen merken das spätestens daran, wenn sich ihr Partner merkwürdige neue Hobbies zulegt wie Motorradfahren“, schreibt Christine Kammerer in Seniorbook“. „Er quetscht sein inzwischen durchaus respektables Bäuchlein in die viel zu eng gewordenen Lederhosen und jagt wie Easy Rider über den Highway; ein wenig ungelenk und reaktionsschwach geworden stürzt er dabei auch schon mal und schildert von Stund‘ an bei jeder sich bietenden Gelegenheit minutiös den Hergang seines Beinahe-Todes, denn schließlich ist auch seine Chance, einen wirklich tragischen Tod zu sterben, nunmehr befristet“, beschreibt sie den Gemütszustand vieler Männer in der Andropause.

Zum Schluss noch ein Tipp: „Der Hormonstatus lässt sich prüfen“, rät die VdK-Zeitung. Bei entsprechenden Beschwerden übernehme die Krankenkasse sogar die Kosten. Mit einer individuell abgestimmten, verantwortungsvollen Testosterongabe lasse sich bei Hormonmangel einiges ausgleichen.

Weiterführende Links:

 

 




Unwiederbringliche Erinnerungen

Das erste Date, der erste Kuss, das erste Mal Sex, die erste Ektase, die ersten Trennungstränen – und häufig schwang Musik mit. Das Alter will die Erinnerungen zurückholen mit dieser Musik aus vergangenen Tagen. Dumm nur, dass es nicht so ganz funktionieren will. Ja, auch ich habe einen Selbstversuch gemacht, wie Burkhard Spinnen von der „Welt“. Sein Artikel inspirierte mich, über dieses Phänomen nachzudenken.

Wie schreibt der „Welt“-Feuilletonist so schön – „man sollte sich im Alter nicht die Jugend ruinieren und ein Konzert besuchen, das einem die Gefühle von damals verderben könnte“. Mit „man“ meint er natürlich sich selbst. Er besuchte vor kurzem ein Fleetwood-Mac-Konzert, ich das Irish Folk Festival, allerdings schon im Oktober 2014. Seine Erfahrung deckt sich indes mit meiner. Er strebte erwartungsvoll zur Lanxess-Arena, ich zum Zirkus-Krone-Bau. Natürlich waren wir viel zu früh dran, um die Stimmung aufzusaugen, natürlich wollten wir uns vorher noch mit einem Bierchen in Stimmung bringen – ich mit Guinness natürlich. Wobei der Zirkus-Krone-Bau die Reminiszenz an die 70er-Jahre besser konservierte (Die Lanxess-Arena existierte damals ja noch gar nicht).

Musik von damals als Erinnerungsstütze

Mit der Musik von damals wollen wir auch die Erinnerungen von damals revitalisieren. Ehrlich, funktioniert nicht so ganz. Wobei es Emotionstheoritker Spinnen etwas anders erging als mir. Die Fleetwood-Mac-Stars, alles stramme 60er und 70er, spielen wenigsten noch die Klassiker, wohl nur die Klassiker aus seinen „Emotionsarchiven“, mit derselben Stimme wie damals, mit der gleichen Verve und Attitüde wie damals. Da hatte ich weniger Glück: Die alten Irish-Folk-Barden aus den 70er-Jahren können nicht mehr, sind teils weggestorben – auf den Plakaten allerdings, die dafür werben, sind sie noch allgegenwärtig, was suggeriert, es gäbe sie noch. Alles Lüge!
An ihre Stelle sind Jüngere getreten, die ihr Handwerk zwar im Klangkreis der Fiedeln und Dudelsäcke ihrer Nennväter erlernten, aber eigene Stücke schreiben und interpretieren. Dumm nur, dass im Konzertsaal die Alten sitzen – und sie erhoffen sich Jigs wie „The Sligo Maid“ und Balladen wie „Eirigh Is Cuir Ort Do Chuid Eadaigh“. Dabei spielt es keine Rolle, nichts zu verstehen.

Newcomer von der Grünen Insel

Ein Lindsey Buckingham und Stevie Nicks verwalten und bewahren ihr Erbe aus der Blues- und Rock-Ära. Das wünscht sich ein gealterter Irish-Folk-Fan auch – und wird enttäuscht. Irish-Folk-Barden werden wohl nicht so alt. Im Zirkus-Krone-Bau war der Applaus verhalten, weil die „Newcomer von der Grünen Insel“, wie sie angekündigt worden waren, so ganz und gar am Publikumsgeschmack vorbei spielten. Wir wollen die alten Jigs und Balladen! Merkt euch das ihr Newcomer! Erst als sie nach gefühlten Stunden erkannten, dass die neuen Songs nicht ankommen, versuchten sie die Kurve zu bekommen und kramten alten Stücke aus – leider zu spät, denn der Abend war bereits gelaufen.

Unwiederholbares wiederholen

In der Kölner Lanxess-Arena versuchte Fleetwood Mac wenigstens, das Unwiederholbare zu wiederholen, was sich die 50plus-Generation im Stillen ersehnt. Davon war im Zirkus-Krone-Bau keine Rede, denn Alt traf auf Jung – und die Jungen wollen etwas Neues ausprobieren, was ja durchaus verständlich ist.

An das Altern seiner großen Erinnerungen erinnert zu werden, ist nur schwer zu ertragen, da wir doch innerlich irgendwo zwischen 25 und 35 stehen geblieben sind, auch wenn sich äußerlich die Falten mehren – und da hätten wir gern die Musik von damals. Na gut, es gibt ja noch die Konserve in Form alter Platten, sorry, mittlerweile längst als MP3.




Wie Wechseljahre den Sex verändern

Was passiert bei und nach den Wechseljahren mit dem Sex? Das Thema scheint immer trendiger zu werden, ablesbar auch im Ranking von  Google Trends. Vor 2009 interessierte sich kaum jemand dafür, seit dem umso mehr. Die Suchanfragen zum Thema „Wechseljahre und Sex“ haben sich deutlich erhöht – und das gilt für „Sex nach den Wechseljahren“ wie für „Scheidentrockenheit“. Dieser Trend dürfte nicht sonderlich verwundern, werden wir doch alle älter. Die Babyboomer, sprich die Mitglieder der Generation, die von 1946 bis 1964 geboren wurden, interessieren sich zunehmend für das Thema „Wechseljahre und Sex“. Der Boom kommt noch, denn der Jahrgang 1964 war der stärkste überhaupt. Annähernd 1,4 Millionen Babys kamen in diesem Jahr zur Welt.

Sonne macht Lust

Sonne macht Lust

Nach Adam Riese sind die Babyboomer jetzt deutlich über 50 oder sogar schon über 60 Jahre alt – und damit haben vermutlich alle weiblichen Mitglieder dieses Jahrgangs die Wechseljahre bereits hinter sich und kämpfen genau mit dem Problem der Scheidentrockenheit. Insofern ist es jetzt auch kein Wunder mehr, dass die Suchabfragen bei Google seit fünf bis sechs Jahren deutlich nach oben steigen. Was tun? Viele Seiten beschäftigen sich mit dem Thema – und es dürfte noch mehr werden. Häufig engt sich das Thema „Wechseljahre und Sex“ auf Hormonsalbe und Gleitgel ein.

Hormonsalbe oder Gleitgel?

Was sagen die einschlägigen Webseiten? RGZ und die Apotheker-Rundschau empfehlen Hormonpräparate. Wie schreibt doch RGZ so schön:

Oftmals wird dann zu rezeptfreien Gleitgels oder Feuchtigkeitscremes gegriffen, die zwar kurzfristig gegen die Trockenheit helfen, das ursächliche Problem aber nicht beheben. Um örtlich begrenzte Beschwerden beim Sex nach den Wechseljahren zu behandeln, müssen Frauen nicht gleich Hormone einnehmen.

Die Apotheker-Rundschau schreibt:

Östrogenzäpfchen oder Östrogencremes, die alle paar Tage angewendet werden, können die Scheidenfeuchtigkeit verbessern. Eine weitere Möglichkeit ist eine systemische Hormontherapie als Vaginalring, Pflaster, Gel oder Tablette. Alle Präparate gibt es auf Rezept, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Die Nebenwirkungen werden etwas heruntergespielt:

Die Präparate zur Anwendung in der Scheide enthalten wenig Hormone und werden fast nicht in den Körper aufgenommen, sodass sie nur örtlich in der Scheide wirken und kaum ins Blut gelangen. Gelegentlich kommt es zu Brustspannen oder Juckreiz in der Scheide.

Die Deutsche Apotheker Zeitung hingegen empfiehlt:

KadeFungin – ab 2. Mai 2015 wird das Produktsortiment um das rezeptfreie KadeFungin Befeuchtungsgel mit Hyaluronan erweitert. Das hormonfreie Gel im hygienischen Dosierspender sorgt bei Scheidentrockenheit für rasche Reizlinderung im Intimbereich, eine angenehme Gleitfilmbildung und lang anhaltende Feuchtigkeit. Ursache für Scheidentrockenheit sind meist hormonelle Schwankungen, wie etwa bei reiferen Frauen in den Wechseljahren oder auch bei jungen Frauen unter Einnahme der „Pille“. Auch Stress und psychische Belastungen können verantwortlich sein. Die Beschwerden sind unangenehm: Trockenheitsgefühl, Brennen und Jucken im Intimbereich, Schmerzen beim Sex oder Wundgefühl bei mechanischer Reibung, wie zum Beispiel beim Radfahren.

… und jetzt kommt’s:

Das KadeFungin Befeuchtungsgel ist frei von Hormonen. Auch für Frauen, die Hormone ablehnen oder aufgrund von Vorerkrankungen nicht anwenden dürfen, ist KadeFungin Befeuchtungsgel daher gut geeignet. Die Hautverträglichkeit des duft- und farbstofffreien Gels wurde dermatologisch getestet.

Offensichtlich sind hormonhalte Präparate doch nicht ganz so harmlos wie in den ersten beiden Fällen suggeriert wird.

https://www.youtube.com/watch?v=YUwSrwuNSYY

Wechseljahre: Bin ich schon drin? – ein Erklär-Video

… noch ein paar Links: