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Ob wir es wollen oder nicht – im Alter hören wir schlechter. Das merkt jeder, der einmal versucht, in einer größeren Gruppe gezielt einem Anderen zuzuhören. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Also, klaglos hinnehmen? Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wie sich mit richtiger Ohrenpflege einem Gehörverlust oder der Abnahme der Hörfähigkeit entgegenwirken lässt.

Es fängt meist damit an, dass irgendwann so ab 50 der Eine oder Andere bei Stimmengewirr immer häufiger mehrmals nachfragen muss: “Was hast du gesagt?”. Hierzulande sind es Millionen mit einer Hörminderung. Bei wem das Gefühl aufkommt, schlecht zu hören, der sollte am besten zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen und nicht hinwarten. Der HNO-Arzt klärt die Ursache des Hörproblems. Die Lösung kann ein Hörgerät sein.

Wenn der HNO-Arzt dann beispielsweise einen Innenohrschaden diagnostiziert – keine Angst. Fast in allen Fällen lässt sich die Hörfähigkeit mit einem Hörgerät verbessern. Wer hinwartet, schließt sich so ein bisschen von der Gesellschaft aus, die Missverständnisse häufen sich, was die sozialen Kontake verschlechtert – und letztlich Stimmung und Lebensqualität vermiest. Das muss nicht sein, jeder kann etwas dagegen tun. Hinwarten ist, wie schon gesagt, auch keine Lösung. Zugegeben, die Kosten für ein gutes Hörgerät können das monatliche Budget durchaus belasten.

Vorbeugen ist das A&O

Hörgeräte sind das Eine, Vorbeugen das Andere – jeder kann selbst etwas dagegen unternehmen. Hörverluste hingegen lassen sich nicht rückgängig machen. Sind die empfindlichen Haarsinneszellen erst einmal beschädigt, können sie sich nicht mehr regenerieren. Daher gilt es, sie so gut wie möglich zu schützen. Und wie? Lärm und andere hohe Belastungen vermeiden. Bereits ein Geräusch ab 85 Dezibel schädigt das Gehör, zumindest, wenn es häufig vorkommt. Wie laut ist laut? 85 Dezibel beispielsweise erzeugt ein Rasenmäher oder ein Saxofon, nicht zu vergessen Autos, Lkw und Busse auf einer Hauptverkehrsstraße, wie die “Welt” einmal aufgelistet hat. So abstrus es vielleicht anmutet, Konzerte kommen auf einen “Lärmpegel” von teilweise 100 Dezibel. Aber das empfanden wir damals nicht so, wenn Creedence Clearwater Revival, Pink Floyd, Led Zeppelin, AC/DC oder Queen auf der Bühne rockten.

Ok, manchmal geht es kaum, aber häufig lässt sich das Ohr doch gegen Lärm schützen – einfach von der Lärmquelle abrücken und Ohrenstöpsel tragen. Selbst ein dauer-telefonierender Kollege im Büro kann nerven. 55 Dezibel im Büro, sprich an einem Arbeitsplatz mit “vorwiegend geistiger Tätigkeit” gelten als Grenzwert. In Großraumbüros wird der Wert hingegen meist überschritten, kein Wunder, wenn viele gestresst sind. Natürlich lässt sich mit Raumwänden und schallabsorbierenden Teppichen einiges machen, aber häufig bleiben nur noch Ohrenstöpsel. Mittlerweile gibt es Modelle, die Geräusche klar, aber in geringerer Lautstärke durchlassen – ideal für Büro und Konzert. Ja, auch beim Konzert, schließlich soll Musik ja Genuss bleiben. Wir sind einfach empfindlicher geworden als in jungen Jahren. A propos Musik, Musik mit Kopfhörern zu genießen, so klar der Sound auch rüberkommt, ist nicht ganz ungefährlich, zumindest auf Dauer. Eine Stunde Musik hören mit Kopfhörern ist noch kein Problem, aber mehr sollte es nicht sein. Besser ist Musik aus der Stereoanlage. Außerdem, das empfindliche Sinnesorgan freut sich über Ruhepause. Jeder sollte dem Ohr ab und an Erholung gönnen und einfach alle Geräuschquellen ausschließen.

Die richtige Ohrenpflege

Ohren sind besonders empfindlich. Zum Glück reinigen sie sich von selbst. Die feinen Härchen transportieren Schmutz mitsamt dem überflüssigen Ohrenschmalz nach außen. Das Ohrenschmalz kann dann sorgfältig mit einem Waschlappen oder Wattestäbchen entfernt werden. Mit dem Wattestäbchen in den Gehörgang zu pfriemeln ist kontraproduktiv, weil dabei möglicherweise das Trommelfell beschädigt wird. Vor allem sollte ein Pfropfen, der sich bei übermäßiger Produktion von Ohrenschmalz bildet, nicht mit Wattestäbchen entfernt werden. Hat sich ein Pfropfen gebildet, leidet das Hören darunter. Mit handwarmem Wasser lässt sich ein Pfropfen lösen. Die Lösung lässt sich mit einer Spritze ohne Nadel einträufeln oder mit einer Pipette. Einwirken lassen – und dann das Ohr noch einmal vorsichtig spülen. Bleibt das ohne Erfolg: den Ohrenschmalz vom Arzt entfernen lassen.

Bild: © istock.com/mumininan

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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