Werbung
Immer mehr Pflegebedürftige können Heimkosten nicht tragen, weil die Kosten ins Kraut schießen. Der Städtetag fordert deshalb eine Vollversicherung und einen Kostendeckel.
Pflegekosten explodieren
Die Pflege in Deutschland steuert auf einen politischen Wendepunkt zu. Während die Zahl der Pflegebedürftigen auf über sechs Millionen gestiegen ist, geraten immer mehr Senioren durch hohe Eigenanteile finanziell an ihre Grenzen. Die Folge: Häufig müssen Kommunen einspringen und die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ finanzieren.
Genau davor warnt der Deutsche Städtetag. Präsident Burkhard Jung bringt die Entwicklung auf den Punkt: „Es kann doch nicht sein, dass das Sozialamt zur Regelfinanzierung der Pflege wird.“
Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten
Der Hintergrund ist bekannt: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt bislang nur einen Teil der tatsächlichen Kosten. Den Rest zahlen Pflegebedürftige selbst. Gerade bei Heimunterbringung summieren sich die Eigenanteile schnell auf mehrere tausend Euro im Monat. Für viele Betroffene reicht die Rente dafür längst nicht mehr aus.
Im Alter auf Sozialhilfe angewiesen
Deshalb fordert der Städtetag einen grundlegenden Umbau zur Vollversicherung. Ziel wäre, alle pflegebedingten Kosten abzusichern und Menschen davor zu bewahren, nach einem langen Arbeitsleben auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Gleichzeitig würden die kommunalen Haushalte entlastet, die heute einen wachsenden Teil der Pflegekosten übernehmen müssen. Allein in Leipzig haben sich die Ausgaben für die „Hilfe zur Pflege“ innerhalb von fünf Jahren verdreifacht.
Deckelung des Eigenanteils
Zusätzlich plädiert der Städtetag für einen Deckel bei den Eigenanteilen im Heim. Diskutiert wird ein Modell, bei dem Pflegekassen Kosten oberhalb von 1.500 Euro monatlich übernehmen. Die Finanzierung müssten Bund, Länder und Kommunen gemeinsam tragen.
Pflegereform angekündigt
Noch ist offen, welchen Weg die Bundesregierung einschlagen wird. Für den Herbst hat Kanzler Friedrich Merz eine Reform der Pflegeversicherung angekündigt. Fest steht schon heute: Ohne grundlegende Änderungen drohen Pflegebedürftige, Angehörige und Kommunen gleichermaßen unter den weiter steigenden Kosten zu leiden.
Für Menschen im Ruhestand ist das ein wichtiges Signal. Wer seine finanzielle Zukunft plant, sollte die Entwicklung der Pflegeversicherung aufmerksam verfolgen. Denn die Frage, wer die Pflege von morgen bezahlt, betrifft längst nicht mehr nur Pflegebedürftige, sondern die gesamte Gesellschaft.
Mit unserem Newsletter auf dem Laufenden bleiben
Einfach jetzt kostenlos abonnieren
Werbung


