Was passiert bei einer Knie-OP – und was danach?

Gesundheit

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Das Knie ist ein Meisterwerk der Beweglichkeit – leider kann es irgendwann an seine Grenzen stoßen. Manchmal hilft dann nur noch eine Knie-OP, bei der das Kniegelenk teilweise oder vollständig durch ein künstliches Gelenk ersetzt wird. 

Künstliches Kniegelenk

Bei mir ist das der Fall. Die konservative Therapie ist an ihre Grenzen gestoßen, und jeder Schritt im Alltag schmerzt; es bleibt dann kein Weg mehr an einem künstlichen Kniegelenk vorbei. Jetzt ist es bei mir so weit: Ich bekomme eine Knie-Totalendoprothese (TTE). In diesem Beitrag nehme ich euch Schritt für Schritt mit – von der OP-Vorbereitung über die ersten Tage in der Klinik bis hin zur dreiwöchigen stationären Reha. Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert!

Warum dieser Eingriff nötig ist

Das Knie ist das größte Gelenk unseres Körpers. Wenn der Knorpelüberzug durch jahrelangen Verschleiß (Arthrose) abgerieben ist, reiben Knochen direkt auf Knochen – das führt zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag.
Laut meinem Aufklärungsbogen des Orthopädiezentrums steht bei mir ein doppelseitiger Oberflächenersatz (Totalendoprothese / TTE) an:
  • Der Eingriff: Die abgenutzten Knorpel- und Knochenflächen am Oberschenkelknochen und Schienbeinkopf werden präzise abgetragen.
  • Das Implantat: Es wird eine Oberflächenprothese eingesetzt, die das Gelenk ersetzt. Zwischen den Metallkomponenten dient ein sogenanntes Inlay aus speziellem Kunststoff als neuer Puffer und Gleitlager.
  • Die Verankerung: Bei mir wird die Prothese einzementiert. Der Vorteil des schnell härtenden Knochenzements liegt darin, dass das Bein in der Regel sehr früh wieder voll belastet werden kann.

📋 Der Fahrplan für die nächsten Wochen

  1. OP-Tag & Klinikaufenthalt (ab 30.9.): Vorbereitung, Operation unter Narkose/LJA und erste Mobilisation direkt im Krankenhaus.
  2. Stationäre Reha (05.10. – 25.10.): Drei Wochen intensive Physiotherapie, Kraftaufbau und Gangschulung in der Hessing-Klinik in Augsburg.

📝 Live-Tagebuch: Updates aus Klinik und Reha

Hinweis: Dieser Abschnitt wird täglich aktualisiert. Die neuesten Beiträge finden Sie immer oben!

 

Tag 2 – 1. Oktober: Erste Schritte im Krankenhaus

+++ Da ich gestern nach der OP noch Stunden vor mich hindämmerte und zwischenzeitlich auch schlief, bin ich natürlich mitten in der Nacht aufgewacht. Ich greife zum Smartphone, um mich abzulenken, bette mein operiertes Bein regelmäßig um und schiebe die Bettdecke unter das Knie.
+++ Am Morgen kommt eine Schwester und bringt Medikamente für den Tag in einer Tablettenbox, um die Tabletteneinnahme zu strukturieren; eine halbe Stunde später kommt die nächste Schwester mit einer Infusion, die beim Abschwellen des Knies helfen soll. Als Nächstes bekomme ich eine Schmerztablette; kurz darauf kommt die nächste Infusion: Jonosteril ist eine isotonische Vollelektrolytlösung, die verlorenes Blut ersetzen und den Blutkreislauf stabilisieren soll. Das ist keine reine Kochsalzlösung, sondern enthält neben Wasser, vor allem Natriumchlorid, Natriumacetat-Trihydrat, Kaliumacetat, Calciumacetat-Monohydrat und Magnesiumacetat-Tetrahydrat.
+++ Noch vor dem Frühstück erscheint der behandelnde Arzt und versichert, dass alles gut gelaufen sei. Ich sei für das Team eine Besonderheit gewesen: Meine Knochen sind so fest, dass er drei Sägeblätter brauchte, weil die ersten zwei stumpf geworden waren.
+++ Ach, bevor ich es vergesse: Zwischenzeitlich brachte die Schwester einen Zimmergenossen – einen älteren Herrn, so in meinem Alter. Kaum hatte er sich eingerichtet, wurde er auch schon zur OP gefahren.
+++ Endlich bringt die Schwester das Frühstück.

Tag 1 – 30. September: Der Tag der Operation

+++ Alles gepackt – und ab geht’s in die Helios-Klinik München-West. Es ist noch ziemlich ruhig. Ich soll mich um 7.00 Uhr einfinden, bin aber schon früher da.
+++Empfang in der Station. Ich bekomme mein Zimmer zugewiesen;  auf dem Bett liegen ein OP-Hemdchen und eine Netzhose. Der Krankenpfleger verweist auf die „Speisekarte“. Ich frage nach, wann meine OP stattfindet. Er meint: „zwischen 11 und 12 Uhr“. Ich bin noch allein im Zweibettzimmer. Das kann sich aber ändern. Ich räume meinen Schrank ein, verabschiede mich von meiner Frau und warte auf meine OP.
+++ Da ich bis zur OP etwas Zeit habe, checke ich, ob es schon so etwas Ähnliches wie einen Live-Blog zum Thema gibt. Fehlanzeige! Aber ich finde einschlägige Infos zu einem neuen Kniegelenk bei Dr. Manuel Köhne. Auf Instagram (Account kniehueftop) bekomme ich einen Eindruck, was auf mich in den kommenden Stunden zukommt: 

 

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Ich lebe noch! Dieser Gedanke und die Frage nach der Uhrzeit keimten in meinem Hinterkopf auf. Menschen erschienen an meinem Bett. Ein leichter nachhaltiger Schwachschmerz erinnerte mich an die OP. Das Gefühl, keinen Hunger zu spüren, aber Durst wabert durch meine innere Welt. Ein tiefer Wunsch nach Ruhe erfüllt mich. Ich bin dankbar, dass ich das Zimmer für mich habe. Ich tauche langsam auf, wie aus der Tiefe – nur ist das umgebende Element nicht Wasser, sondern Luft. Dankbar für spaßige Bemerkungen der Schwestern. Die Sonne scheint schräg ins Zimmer und deutet an, dass es Abend ist. Jeder bisschen Druck stört, deshalb ziehe ich mich am „Dreieck- oder Patientenhaltegriff“ ein Stück nach oben. Ich fühle mich schwindelig, flau, benommen, blümerant,  schwimmig und schlaftrunken. Um 21 Uhr injiziert die Schwester eine Thrombosespritze. Ich dämmere durch die Nacht. 
Bild: iStock

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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