Werbung
Die Renteneintrittswelle rollt: Bis 2039 gehen 13 Millionen Babyboomer in Rente. Eine neue Studie offenbart dabei ein drastisches Ost-West-Gefälle.
Ostdeutschland – demografisches Versuchslabor
Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, verändert das Deutschland grundlegend. Doch nicht überall gleich, wie die neue Studie „Nach den Babyboomern“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung (im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung) schonungslos aufdeckt.
Die überraschende Erkenntnis: Was viele westdeutsche Regionen noch mit Bangen erwarten, haben ostdeutsche Regionen in Teilen längst durchlebt. Der Osten nimmt eine demografische Vorreiterrolle ein. Der Grund dafür ist simpel, aber bitter: Viele derjenigen, die in den kommenden zwei Jahrzehnten in Rente gehen, haben Ostdeutschland in den Nachwendejahren schlichtweg verlassen. Die Folge: Während im Westen die Zahl der sogenannten „aktiven Älteren“ (67 bis 79 Jahre) bis 2045 weiter anwächst, wird sie in zahlreichen ostdeutschen Kreisen sogar schrumpfen, weil die nachrückenden Jahrgänge zu klein sind.
Die „aktiven Älteren“ – eine unterschätzte Ressource
Die Experten der Studie trennen in ihrer Analyse erfreulicherweise klar zwischen den „aktiven Älteren“ und den „Hochaltrigen“ ab 80 Jahren. Zunächst wird die erste Gruppe massiv anwachsen – bis 2030 vielerorts um ein sattes Viertel bis ein Drittel im Vergleich zu 2022.
Für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet das: Wir sind nicht nur viele, sondern auch ein enormes Potenzial. Die Studienautoren fordern völlig zu Recht, diese aktiven Älteren nicht als Belastung, sondern als wertvolle Ressource zu begreifen – sei es für freiwilliges zivilgesellschaftliches Engagement oder als dringend benötigte Fachkräfte, sofern man freiwillig über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten möchte.
Im Jahr 1964 kamen in der Bundesrepublik und der damaligen DDR zusammen 1.357.304 Kinder zur Welt, mehr als in jedem anderen Jahr der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Die Zeit zum Handeln ist jetzt
Der absolute Höhepunkt unserer Verrentungswelle: etwa um das Jahr 2030 herum. Die Politik muss jetzt aufwachen! Und zwar nicht nur, um die aktiven Jahre sinnvoll zu nutzen, sondern auch, um vorausschauend für die darauffolgende Phase der Hochaltrigkeit zu planen. Wenn diese gigantische Generation die 80 überschreitet, brauchen wir zwingend mehr Pflegekapazitäten, altersgerechten Wohnraum und eine belastbare, bedarfsgerechte Infrastruktur.
Arbeitskraftverlust nach Landkreisen – abrufbar bei HRlab als interaktive Karte (einfach auf die Karte klicken) Die Karte zeigt sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Arbeitsort und Alter auf Landkreisebene. Das Nachrücker-Verhältnis gibt an, wie viel mehr Menschen in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen als fortgeschrittene Berufseinsteiger zwischen 20 und 25 Jahren, die im gleichen Zeitraum das Wissen und die Arbeit übernehmen und so die Ausscheidenden adäquat ersetzen können. Quelle: HRlab
Weiterführende Links zur Studie:
Wer sich die Details der Expertise selbst ansehen möchte, findet die frei zugängliche Studie „Nach den Babyboomern: Wie sich der demografische Wandel über 2030 hinaus entwickelt“ online:
- Weitere Informationen auf der Startseite des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
Werbung


