Achtung! Fiskus streicht Steuer-Erinnerung

Finanzen

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Bayerische Finanzämter verschicken keine Briefe mehr vor Steuervorauszahlungen. Wer die Termine vergisst, zahlt drauf. So entgehen Steuerzahler 2026 der teuren Säumnisfalle.

Wer als Rentner seine Steuern vierteljährlich vorauszahlen musste, wurde bislang vom Finanzamt, zumindest in Bayern, noch nicht an den nächsten Termin erinnert. Das ist seit dem 10. Februar 2026 vorbei – und kann böse Folgen haben, wie das Beispiel von Angelika Füßl zeigt. Die freiberufliche Hebamme hat den Termin verpasst und bekam prompt einen Brief ihres Finanzamts, in dem sie voraussichtlich einen Säumniszuschlag zahlen muss, berichtet die „Abendzeitung“. Rentnerinnen und Rentnern, die einkommensteuerpflichtig sind, könnte es ähnlich gehen.

Kein Brief mehr vom Finanzamt

Bisher war es ein gewohnter Service: Bevor die Einkommensteuervorauszahlung fällig wurde, flatterte vielen Rentnern und Freiberuflern in Bayern ein freundlicher Erinnerungsbrief des Finanzamts ins Haus. Damit ist nun Schluss. Wie das Finanzamt Fürstenfeldbruck und das Bayerische Landesamt für Steuern bekannt gaben, wurde der postalische Versand dieser Zahlungshinweise flächendeckend eingestellt. Der Briefversand wurde im Rahmen der bayernweiten Initiative „Modernisierung der Finanzverwaltung“ eingestellt. Die rechtliche Grundlage sowie die Details dazu finden sich auf dem Portal des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Was hat sich geändert?

Bayern war das letzte Bundesland, das diesen Service noch aufrechterhalten hatte. Im Zuge der Digitalisierung und der Kostenersparnis folgt der Freistaat nun dem Beispiel anderer Länder wie Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Krux an der Sache: Die Zahlungspflicht bleibt bestehen – auch ohne Aufforderung. Wer nicht von selbst zahlt, riskiert teure Säumniszuschläge.

Wer ist besonders betroffen?

Besonders für Seniorinnen und Senioren kann dies zur „Steuerfalle“ werden. Betroffen sind alle, deren zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt (2025: 12.096 € für Ledige / 24.192 € für Verheiratete) und die eine jährliche Steuerschuld von mehr als 400 € haben. Da Rentner oft keine monatliche Umsatzsteuer anmelden, geraten die quartalsweisen Termine leicht in Vergessenheit.

Markieren Sie diese Termine fett im Kalender:

Die Vorauszahlungen sind gesetzlich fixiert (§ 37 EStG) und fällig am:

  • 10. März
  • 10. Juni
  • 10. September
  • 10. Dezember

Die Kosten der Vergesslichkeit

Wer den Termin verpasst, muss mit Säumniszuschlägen von 1 % des abgerundeten Steuerbetrags rechnen – und zwar für jeden angefangenen Monat der Verspätung. Da das Ausbleiben der Erinnerung rechtlich kein Entschuldigungsgrund ist, zeigen sich die Ämter hier meist wenig kulant.

Die „Sorglos-Lösung“: SEPA-Lastschrift

Um den Kopf für die schönen Dinge des (Un-)Ruhestands frei zu haben, raten Steuerberater und Finanzämter dringend zum SEPA-Lastschriftmandat. Damit zieht das Finanzamt die Beträge pünktlich und in der richtigen Höhe ein. Alternativ hilft nur ein Dauerauftrag oder ein sehr zuverlässiger Kalendereintrag inklusive der drei Tage Banklaufzeit. Das hierfür erforderliche Formular können Sie bequem über den folgenden Link abrufen: SEPA-Lastschriftmandat.

Bayern war laut dem Bayerischen Landesamt für Steuern das letzte Bundesland, das diesen Service noch aufrechterhalten hatte. Mit der Umstellung zum Jahresbeginn 2026 wurde diese Praxis nun auch im Freistaat beendet.

Die Chronologie des „Erinnerungs-Stopps“

Andere Bundesländer haben diesen Service bereits in den vergangenen Jahren eingestellt, meist mit Verweis auf Kosteneinsparungen (Porto und Papier) sowie die fortschreitende Digitalisierung:

  • Rheinland-Pfalz: Einstellung im Jahr 2020.
  • Hessen: Einstellung in den Jahren 2020/2021.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Einstellung im Jahr 2021.
  • Thüringen: Einstellung im Jahr 2023.
  • Bayern: Einstellung zum 10. März 2026.

Selbst aktiv werden

Verlassen Sie sich nicht mehr auf die Post vom Amt. Werden Sie selbst aktiv, um unnötige Strafzahlungen an den Fiskus zu vermeiden!

Bild: iStock | natasaadzic

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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