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Hausmannsgerichte haben leider wenige Fans. Schade. Deswegen ist es an der Zeit, Rezepte aus der Jugendzeit herauszukramen. Eines dieser verborgenen Schätze sind schwäbische Krautkrapfen. Sie schmecken gut und lassen sich auch am nächsten Tag aufgewärmt genießen.
Schwaben sind für Spätzle bekannt, weniger für Krautkrapfen – schade, denn gerade im Winter sind Krautkrapfen das passende Gericht. Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, braucht der Mensch etwas Deftiges. Aber Herbst und Frühjahr sind ja auch nicht so verkehrt.
Ursprung der Krautkrapfen
Krautkrapfen gehören zu den klassischen Gerichten der schwäbischen Küche. Entstanden sind sie vermutlich im 18. und 19. Jahrhundert, als Hausfrauen aus wenigen Zutaten möglichst nahrhafte Mahlzeiten zaubern mussten. Mehl, Eier, Sauerkraut und etwas Speck waren in vielen Haushalten verfügbar. Daraus entwickelte sich ein Gericht, das satt macht, günstig ist und sich problemlos für größere Familien zubereiten lässt.
Wie so viele schwäbische Spezialitäten folgt auch der Krautkrapfen dem Grundsatz der regionalen Küche: Nichts verschwenden und aus einfachen Zutaten das Beste machen. Deshalb werden Krautkrapfen oft in einem Atemzug mit Maultaschen, Schupfnudeln oder Linsen mit Spätzle genannt.
Warum Sauerkraut im Winter so beliebt war
Sauerkraut galt über Jahrhunderte als eines der wichtigsten Wintergemüse. Frisches Gemüse war in der kalten Jahreszeit rar, eingelegtes Weißkraut dagegen monatelang haltbar. Zudem liefert Sauerkraut Vitamin C und Mineralstoffe und half früher dabei, Mangelerscheinungen während der Wintermonate vorzubeugen. Kein Wunder also, dass sich gerade in Süddeutschland zahlreiche traditionelle Wintergerichte rund um Sauerkraut entwickelt haben. Krautkrapfen gehören zu den schmackhaftesten Varianten.
Von Region zu Region verschieden
Wie bei vielen traditionellen Gerichten gibt es auch bei Krautkrapfen nicht das eine Originalrezept. Manche verwenden geräucherten Bauchspeck, andere Schinken oder sogar Rauchfleisch. Einige Familien geben Kümmel, Wacholder oder Lorbeer hinzu, während andere auf eine besonders milde Krautfüllung setzen. In manchen Regionen werden Krautkrapfen nicht im Ofen gegart, sondern in der Pfanne geschmort.
Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der schwäbischen Hausmannskost aus: Jede Familie hat ihre eigene Variante, die oft über Generationen weitergegeben wird.
Ein Gericht, das am nächsten Tag noch besser schmeckt
Viele schwäbische Hausfrauen sind überzeugt, dass Krautkrapfen aufgewärmt fast noch besser schmecken als frisch aus dem Ofen. Das liegt daran, dass die Aromen von Kraut, Speck, Brühe und Gewürzen über Nacht noch intensiver miteinander verschmelzen. Damit eignen sich Krautkrapfen auch ideal zum Vorbereiten und für den nächsten Tag.
Krautkrapfen – nur ein Winteressen?
Kraut und Schwaben – wie passt das zusammen? Offensichtlich ganz gut. Denn wie vieles anderes sind Krautkrapfen aus Strudelteig, dazu kommen Speck, Zwiebeln und Kraut. Wer den Nudelteig selbst zubereitet, sollte etwas Zeit mitbringen, denn der soll noch eine halbe Stunde ruhen. Dazu den Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann lässt er sich später besser verarbeiten.
Nudelteig aus dem Kühlschrank nehmen, ausrollen und in zwei breite Streifen schneiden. Die Krautmasse darauf verteilen und anschließend einrollen. Die Rolle in vier Zentimeter dicke Scheiben schneiden und in die Auflaufform (mit Deckel) setzen. Alles andere steht im Rezept …
Schwäbische Krautkrapfen – das Rezept

Schwäbische Krautkrapfen
Zutaten
Teig
- 600 g Mehl
- 6 Eier
- 6 Messerspitzen Salz
- 10 Esslöffel Wasser
Füllung
- Butter
- 2 Zwiebeln
- 500 g Schinken
- 2 Dosen Sauerkraut
- 250 ml Gemüsebrühe
- 1 Teelöffel Kümmel gemahlen
- etwas Sauerrahm
- 1 Schuss trockener Weißwein
Anleitungen
- Vorbereitungszeit: 20 bis 30 Minuten
- Backzeit: 35 Minuten
Teig
- - Aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser einen Nudelteig anfertigen
- - in Frischhaltefolie verpacken und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen
Füllung
- - Zwiebeln in der Butter andünsten
- - Speck zugeben
- - Sauerkraut zugeben
- - mit Kümmel abschmecken
Krapfen (Rollen) machen
- - Teig aus dem Kühlschrank nehmen
- - Teig auf einem Nudelbrett dünn ausrollen und in zwei breite Streifen teilen
- - Krautfüllung auf dem Teig verteilen
- - in 4 Zentimeter breite Streifen schneiden und mit dem Kraut einrollen
- - Ein Auflaufform (mit Deckel) mit Butter bestreichen (statt Deckel alternativ mit Alufolie bedecken)
- - Krautrollen mit Schnittfläche in die Auflaufform setzen
- - mit Brühe aufgießen - dazu einen Schuss Weißwein
- - ein oder zwei Lorbeerblätter beilegen
- - zugedeckt im Backofen bei 180 bis 200 Grad (Heißluft) rund 30 Minuten garen
- - Deckel abnehmen und mit Sauerrahm bestreichen
- - im Backofen (Umluftgrillen) weiter 5 bis 10 Minuten anrösten lassen
- - warm servieren
- Dazu passt ein trockener Weißwein oder ein helles Bier
Notizen
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