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Die Geburtenzahlen in Deutschland sinken dramatisch auf ein neues Rekordtief. Was bedeutet das für Rente, Wirtschaft und Wohlstand?
Deutschland erlebt einen historischen Einbruch bei den Geburten. Die Geburtenrate ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1997 gefallen. Mit durchschnittlich 1,32 Kindern pro Frau ist sie damit seit 2022 kontinuierlich gesunken. Damit steuert Deutschland auf das größte demografische Defizit der Nachkriegszeit zu. Bundesweit kamen 2025 nur noch 654.000 Kinder zur Welt – rund elf Prozent weniger als 2015. Der Osten ist besonders betroffen: In den ostdeutschen Flächenländern ist die Zahl der Geburten in dem Zeitraum um ein Drittel eingebrochen, bei Müttern mit deutschem Pass sogar um mehr als 40 Prozent. Im Westen fiel der Rückgang der Geburten mit sechs bis acht Prozent deutlich schwächer aus.
Geburtenrate sinkt – schneller als in anderen Ländern
Die zusammengefasste Geburtenziffer fiel 2025 auf 1,32 Kinder pro Frau – ein erneuter Rückgang gegenüber 2023 (Statistisches Bundesamt). Zwischen 2021 und 2024 sank die Geburtenrate von 1,58 auf 1,32 Kinder pro Frau, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) bestätigt.
Damit liegt Deutschland zwar nicht am weltweiten Tiefpunkt (Südkorea ist noch niedriger), aber im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld – und weit hinter Frankreich, das bei 1,51 Kindern pro Frau liegt.
Zahl der Geburten

Warum bekommen die Deutschen so wenige Kinder?
Was steckt hinter dieser Entwicklung? Im Osten ist ein Teil der Erklärung, dass es immer weniger Frauen im Alter von 25 bis 39 Jahren gibt: In den Flächenländern waren es zuletzt 16 Prozent weniger als 2015. Bundesweit ist die Zahl der Frauen dagegen leicht gestiegen um rund ein Prozent, im Westen je nach Region um drei bis fünf Prozent.
Laut BiB ist der Rückgang kein Zeichen sinkender Familienorientierung, sondern ein massives Aufschieben von Geburten. Junge Erwachsene wünschen sich weiterhin rund 1,75 Kinder, bekommen aber deutlich weniger, so das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.
Gründe sind vor allem:
- Unsicherheit durch internationale Krisen
- Hohe Wohnkosten
- Mangel an verlässlicher Kinderbetreuung
- Wirtschaftliche Sorgen
Der dritte große Geburtenrückgang seit 1990
Deutschland befindet sich laut Statistischem Bundesamt bereits im dritten Geburtenrückgang seit der Wiedervereinigung. 2024 markiert dabei einen neuen Tiefpunkt der jüngeren Vergangenheit laut Statistischem Bundesamt.
Was bedeutet das für Rente und Wirtschaft?
Die Folgen sind dramatisch:
- Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (20–65 Jahre) schrumpft weiter.
- Schon heute sterben jährlich rund 350.000 Menschen mehr, als geboren werden, so die Zeit.
- Das umlagefinanziertes Rentensystem gerät massiv unter Druck.
- Der Fachkräftemangel verschärft sich – trotz Zuwanderung.
Selbst hohe Immigration kann die Lücke nicht schließen, denn auch Zugewanderte müssen integriert werden und bekommen nicht automatisch mehr Kinder.
Bleibt es bei der geringen Geburtenrate, dürfte sich das auch auf Betreuungsangebote auswirken. „Die Folgen werden wir als Gesellschaft schon in den kommenden Jahren spüren – etwa durch eine sinkende Nachfrage nach Kita- und später nach Schulplätzen“, sagt Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).
Immer tiefer in die Demografiekrise
Deutschland rutscht tiefer in die demografische Krise – und zwar schneller, als viele erwartet haben. Die Politik steht vor einer Jahrhundertaufgabe: Kinderwünsche ermöglichen, Familien entlasten und das Rentensystem stabilisieren, bevor die Lücke zwischen Jung und Alt endgültig unüberbrückbar wird.
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