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10 Euro im Monat für die Altersvorsorge von Kindern: Die Frühstartrente verspricht viel. Doch Verzögerungen und offene Fragen bremsen den Start.
Die Frühstartrente sollte ein Signal für mehr Aktienkultur, Vermögensaufbau und finanzielle Bildung sein. Doch statt eines gelungenen Starts sorgt das Projekt bislang vor allem für Fragezeichen.
🧒💰 Ein guter Plan, der stockt
- Geplant ist, dass Kinder ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro vom Staat in ein zertifiziertes Altersvorsorgedepot erhalten.
- Der Geburtsjahrgang 2020 macht den Anfang.
- Ursprünglich sollte die Förderung bereits 2026 starten, nun wird mit einer Einführung frühestens zum 1. Januar 2027 gerechnet.
- Immerhin: Die Förderung soll für die betroffenen Kinder rückwirkend ab Januar 2026 gewährt werden.
Den Kapitalmarkt nutzen
Die Idee dahinter überzeugt. Durch den frühen Einstieg können die Effekte des langfristigen Kapitalmarkts genutzt werden. Nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums könnten selbst kleine Beiträge durch den Zinseszinseffekt im Rentenalter beachtliche Summen erreichen. Zugleich sollen junge Menschen früh ein Verständnis für Geldanlage und Vermögensaufbau entwickeln.
🪝 Der Haken
Doch es gibt einen Haken: Zunächst profitieren nur Kinder des Jahrgangs 2020. Ältere Kinder gehen leer aus. Erst in den Folgejahren sollen weitere Geburtsjahrgänge hinzukommen. Die schrittweise Einführung ist vor allem den angespannten öffentlichen Haushalten geschuldet.
Von den Riester-Rente-Fehlern lernen
Positiv ist, dass die geplanten Standarddepots kostengünstig sein sollen. Ein gesetzlicher Kostendeckel von 1 Prozent pro Jahr sowie der Verzicht auf Abschluss- und Vertriebskosten bis zur Volljährigkeit zeigen, dass die Politik offenbar aus den Fehlern der Riester-Rente lernen will.
💶 Depots müssen transparent & günstig sein
Genau dort liegen die wichtigsten Lehren: Altersvorsorgeprodukte müssen einfach, transparent und günstig sein. Zu hohe Kosten, komplizierte Regeln und mangelnde Flexibilität haben das Vertrauen in Riester erheblich beschädigt. Die Frühstartrente darf diesen Fehler nicht wiederholen.
🗄️ Wer verwaltet die Depots?
Offen bleiben dennoch zentrale Fragen. Wer verwaltet die Depots? Wie wird der Schulbesuch nachgewiesen? Welche Kosten entstehen tatsächlich? Und wie unbürokratisch wird das Verfahren für Familien?
Richtig umgesetzt könnte die Frühstartrente ein Meilenstein werden: ein einfacher Einstieg in die private Altersvorsorge, kombiniert mit finanzieller Bildung und einem nahtlosen Übergang in eine geförderte Vorsorge ab Volljährigkeit.
🏁 Wo bleibt die Umsetzung?
Der politische Wille scheint vorhanden. Jetzt muss die Politik beweisen, dass aus einer guten Idee auch ein praxistaugliches Modell wird. Denn bei der Altersvorsorge gilt mehr denn je: Früh anfangen ist gut. Zu spät liefern ist schlecht.
🧐 Finanzkompetenz
Neben dem reinen Vermögensaufbau fungiert die Frühstartrente auch als „Weiterbildung in Sachen Finanzen“. Die Wertentwicklung soll für die jungen Menschen in ihren persönlichen Depots unmittelbar erlebbar sein. Zudem ist nach Erreichen der Volljährigkeit ein nahtloser Übergang in das neue, ebenfalls reformierte staatlich geförderte private Altersvorsorgedepot vorgesehen.
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