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Statt Reformen schlägt die Bundesbank einen statistischen Trick vor – und rechnet einfach mit 47 statt 45 Arbeitsjahren. Damit allerdings fällt die Rente niedriger aus.
Was ist der Trick der Bundesbank beim Rentenniveau? Die Bundesbank nutzt statistische Verschiebungen bei der Zahl der Beitragsjahre, um das Absinken des Rentenniveaus rechnerisch zu glätten. Damit löst die Bundesbank Unruhe aus in der Rentendebatte. Ihr jüngster Vorschlag an die Bundesregierung klingt zunächst nach technischer Korrektur, hat es aber in sich: Das Standardrentenniveau soll künftig nicht mehr auf Basis von 45 Arbeitsjahren berechnet werden, sondern auf Grundlage von 47 Jahren.
Statistik-Kniff statt echte Reform
Zwei Jahre mehr machen den Unterschied
Um steigende Beiträge oder höhere Bundeszuschüsse zu vermeiden, bringt die Bundesbank eine Änderung der Berechnungsgrundlage ins Spiel: Das Rentenniveau soll künftig nicht mehr auf 45, sondern auf 47 Beitragsjahre bezogen werden. Hintergrund ist das steigende Rentenalter bis 2031. Die Überlegung der Bundesbank: Hintergrund ist die Rente mit 67. Wer theoretisch länger arbeitet, zahlt länger ein und bekommt mehr Rente. Durch die Umstellung auf 47 Jahre steigt das statistische Rentenniveau künftig künstlich an – von 48 % auf 50 %.
Was das für die Renten bedeutet: Die Haltelinie von 48 Prozent schreibt vor, dass das Rentenniveau nicht darunterfallen darf. Weil es aktuell drohte, unter die Haltelinie zu fallen, mussten Renten zuletzt stärker steigen als die Löhne. Die Renten müssten laut „Bild“ zum 1. Juli eigentlich nur um 4,05 Prozent steigen; um das Rentenniveau von 48 Prozent zu sichern, werden sie aber um 4,24 Prozent erhöht.
Die bittere Pille für Rentner: Mit der neuen Berechnungsbasis würde das Rentenniveau rechnerisch höher ausfallen – etwa 50 statt 48 Prozent. Das klingt positiv, hätte aber einen negativen Effekt für die Rentner: Die Haltelinie würde seltener greifen, Sonderanhebungen entfielen – Renten würden also langsamer steigen.
Die Bundesbank argumentiert, dass längere Erwerbszeiten automatisch höhere Rentenansprüche erzeugen und die neue Formel dies lediglich abbildet. Gleichzeitig würde der Beitragssatzanstieg gedämpft werden.
Rechenbeispiel 2026: Das fehlt dann im Portemonnaie
Was klein klingt, summiert sich. Basierend auf den aktuellen Daten für 2026 würde ein Rentner mit einer Monatsrente von 1000 Euro im ersten Jahr rund 1,90 Euro pro Monat fehlen. Bezogen auf ein Jahr wären das bereits 22,80 Euro weniger. Über die Jahre wächst diese Lücke durch den Zinseszinseffekt der Rentenanpassungen massiv an.
⚖️ Politische Entscheidung steht bevor
Die Bundesregierung will das Rentenniveau langfristig stabil halten. Doch jede Stellschraube – Rentenalter, Beitragssatz, Bundeszuschuss oder Rentenniveau – hat spürbare Folgen. Die Bundesbank liefert mit ihrem Vorschlag eine Option, die vor allem eines tut: Sie entlastet die Rentenkasse – und belastet die Rentner.
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