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Schwarz-Rot streitet über eine Reform des Ehegattensplittings. Eine Abschaffung hätte weitreichende Folgen – auch für Rentnerpaare?
SPD-Parteichef und Finanzminister Lars Klingbeil geht das Geld aus, deshalb sucht er nach Möglichkeiten, neue Steuereinnahmen zu generieren – die Abschaffung des Ehegattensplittings wäre eine davon. Seine SPD und Teile der CDU um Bundesfrauenministerin Karin Prien drängen auf eine „Modernisierung“, die CSU warnt vor Mehrbelastungen für Familien.
Was bedeutet diese Diskussion konkret für die Generation 50plus und für Rentner-Ehepaare?
Was ist mit Frauen über 50?
Ein zentrales Argument der Reformbefürworter ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen über 50 Jahren. Laut aktuellen DIW-Daten wird das Splitting oft als „Bremsklotz“ empfunden: Viele Frauen in dieser Altersgruppe weiten ihre Arbeitszeit nicht aus, weil der Steuervorteil bei höherem eigenen Verdienst schmilzt. Eine Reform könnte hier Anreize setzen, die eigene Rente durch mehr Arbeit in den letzten Berufsjahren aufzubessern und so die Gefahr von Altersarmut zu verringern.
Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende meint: „Es wäre auch viel gewonnen, wenn man die Steuerklassen drei und fünf abschaffen würde“. Das habe die Ampel nicht geschafft, das sollten wir jetzt umsetzen. Das mache es für Frauen attraktiver, mehr zu arbeiten.
Was heißt das aber konkret?
Letztlich heißt die Abschaffung des Ehegattensplittings „nichts anderes, als Familien höher zu besteuern – und das in einer Zeit, in der die Menschen ohnehin schauen müssen, wie sie über die Runden kommen“, so der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, dem „Tagesspiegel“ gegenüber.
🧭 Worum es inhaltlich geht
Beim Ehegattensplitting wird das gemeinsame Einkommen halbiert, versteuert und anschließend wieder verdoppelt. Das lohnt sich besonders, wenn die Einkommen stark auseinanderliegen – klassisch beim Modell „Er arbeitet Vollzeit, sie Teilzeit“. Genau dieses Modell kritisieren SPD und Grüne als „überholt“ und als Bremse für die Erwerbstätigkeit von Frauen. Studien des DIW zeigen: Viele Frauen arbeiten weniger, weil sich Mehrarbeit netto kaum lohnt. Denn, arbeitet die Frau mehr, schrumpft der Splittingvorteil.
Prien schlägt vor, zumindest die Steuerklassen III und V abzuschaffen – ein Schritt, der die Erwerbsanreize für Frauen verbessern soll.
👵👴 Was heißt das für Rentner‑Ehepaare?
Für viele ist entscheidend: Trifft eine Reform auch Paare im Ruhestand?
Das hängt vom Modell ab:
✔️ 1. Reform nur für künftige Ehen (Grünen‑Modell)
Bereits verheiratete Paare – also auch Rentner – blieben unangetastet. Das Splitting würde weiter gelten.
✔️ 2. Reform mit Bestandsschutz (SPD‑Position)
Die SPD betont, niemandem solle „etwas weggenommen“ werden. Auch hier wären Rentner‑Ehepaare voraussichtlich geschützt.
⚠️ 3. Reform ohne Bestandsschutz (derzeit unwahrscheinlich)
Würde das Splitting komplett abgeschafft, träfe das besonders Rentner‑Paare mit ungleichen Renten.
- Der Splittingvorteil könnte wegfallen.
- Die gemeinsame Steuerlast würde steigen.
📅 Wann könnte die Reform kommen?
Die SPD will eine Reform bis zum Sommer 2026.
Bild: Photodune
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