ePA-Frust: Hohe Hürden – aber Licht am Horizont

Gesundheit

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Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte der große Wurf für unser Gesundheitssystem sein. Doch die Realität sieht oft anders aus: Hohe Sicherheitsbarrieren führen zu massiver Nutzerfrust und behindern die Verbreitung.

Aber es gibt Neuigkeiten: Neue Funktionen sollen die ePA bald deutlich intuitiver und nützlicher machen: Eigentlich ist die Idee brillant: Die elektronische Patientenakte soll die Gesundheitsversorgung verbessern, Doppeluntersuchungen vermeiden und im Notfall Leben retten. Seit Oktober 2025 sind Ärzte sogar gesetzlich verpflichtet, die ePA mit relevanten Dokumenten zu befüllen. Doch die Theorie scheitert oft an der Praxis. Die aktive Nutzung stagniert bei unter fünf Prozent, obwohl Millionen Akten bereits automatisch angelegt wurden.

Hürdenlauf bei der Registrierung

Das Hauptproblem liegt für viele im sogenannten Onboarding-Prozess. Die hohen Sicherheitsanforderungen für sensible Gesundheitsdaten führen zu einer Komplexität, die selbst erfahrene Digital-Nutzer an den Rand der Verzweiflung treibt. Ob Ident-Verfahren bei der Post, PIN-Briefe, die nicht ankommen, oder technische Probleme mit der Gesundheitskarte (eGK) – wer die ePA nutzen will, braucht Geduld und starke Nerven. Dazu haben jedoch die allermeisten keine Lust und keinen Nerv – oder auch nicht das technische Know-how.

Die Folge: Viele Versicherte geben entnervt auf, bevor sie ihren ersten Befund digital einsehen konnten. Die ePA wird zwar für fast alle Kassenpatienten aktiviert, bleibt aber eine „leere Hülle“, die kaum verstanden wird.

🙁 Kaum jemand nutzt die elektronische Patientenakte (ePA) aktiv, obwohl sie automatisch angelegt wird. Das Problem liegt oft nicht an mangelnder 🤖 Digital-Kompetenz, sondern an einem 🥴 komplizierten Registrierungsprozess. Die persönlichen Berichte einer 93-jährigen Digital-Expertin (Quelle: Kölner Stadt Anzeiger) und eines EU-Bürgers (Quelle: rbb24) sowie ein Selbstversuch zeigen, wie die geforderten Sicherheitsmechanismen (PIN, Online-Ausweis, Geschäftsstellen-Besuch, Post-Ident-Verfahren) selbst 👨‍💻 technikaffine Versicherte scheitern lassen.

ePA soll einfacher werden

Doch es gibt Hoffnung, dass die Akte aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Um die Nutzung für alle Beteiligten zu vereinfachen, stehen wichtige Änderungen an:

  • Push-Benachrichtigungen direkt aufs Smartphone: Ab Herbst sollen die Krankenkassen-Apps eine Funktion integrieren, die dich sofort informiert, wenn neue Befunde, Laborwerte oder Diagnosen eingestellt wurden. Du musst nicht mehr aktiv nachschauen, ob sich etwas getan hat – die ePA meldet sich bei dir.

  • Erinnerungs-Service: Diese Technik könnte künftig auch als digitaler Gesundheitsassistent fungieren und an ausstehende Vorsorgeuntersuchungen oder Aktualisierungen erinnern.

Das Ziel ist klar: Nutzer sollen die Kontrolle und den Überblick behalten, statt in einer Datenmenge zu ertrinken, von der sie gar nichts mitbekommen.

Endlich Ordnung: Die Volltextsuche kommt

Ein weiterer Kritikpunkt war bisher die mangelnde Übersichtlichkeit. Dokumente ließen sich oft nur mühsam über grobe Kategorien finden. Bis Ende des Jahres soll sich das grundlegend ändern: Eine Volltextsuche wird eingeführt.

Damit können sowohl Patienten als auch Ärzte gezielt nach Stichworten in allen hinterlegten Dokumenten suchen. Das lästige Scrollen durch endlose PDFs hat dann ein Ende. Diagnosen oder Medikationsdetails sind mit wenigen Klicks griffbereit. Das spart Zeit in der Praxis und macht den Patienten zum informierten Partner des Arztes.

Reicht das aus?

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass technische Spielereien wie Push-Nachrichten und Suchfunktionen nur die halbe Miete sind. Solange die Hürden beim ersten Zugang (der Registrierung) so hoch bleiben, wird die ePA für viele ein „Nice-to-have“ bleiben.

Damit die ePA wirklich im Alltag der Millionen Kassenpatienten ankommt, muss nicht nur der Inhalt stimmen, sondern auch der Zugang so einfach sein wie beim Online-Banking. Ob die neuen Features den Durchbruch bringen, bleibt abzuwarten – der Schritt hin zu mehr Intuitivität ist jedoch dringend notwendig.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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