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Wenn es nach der SPD geht, sollen Kleinanleger künftig 30 statt wie bisher 25 Abgeltungssteuer auf Gewinne und Dividenden zahlen. Darauf kommt noch der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent plus Kirchensteuer. Das heißt, allen, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen, bleibt künftig weniger übrig.
Erhöhung der Abgeltungssteuer
Die Koalition aus Union und SPD diskutiert über eine Erhöhung der Abgeltungssteuer. Damit ruinieren die SPD die Anlagepläne aller, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen – vor allem die Jungen. Eine Erhöhung der Abgeltungsteuer untergrabe alle Aufforderungen an die Menschen, privat fürs Alter vorzusorgen, schreibt das „Handelsblatt“.
Kleinanleger höher besteuern
Der Klassenkampf-Partei SPD ist die Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag von 26,375 Prozent (25 plus 5,5 Prozent darauf) immer noch nicht hoch genug. Die SPD will Kleinanleger höher besteuern. Sie wollen 30 Prozent.
Dividenden werden doppelt besteuert
Offensichtlich wissen die SPDler nicht, dass Dividenden ja schon mal im Unternehmen besteuert werden. Wer alles zusammenzählt, sprich die Steuern auf die Gewinne plus die Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag, kommt locker auf mehr als 50 Prozent. 50 Prozent Steuern sind für die SPD offensichtlich noch immer ungerecht. Die Forderung der SPD nach einer höheren Abgeltungssteuer ist deswegen so desaströs, weil gerade Junge keine andere Wahl haben, fürs Alter vorzusorgen, als mit Aktien: Riester ist eine Ruine, Betriebsrenten werden voll verbeitragt. Grundlegende Reformen der Altersvorsorge hat sie zusammen mit ihre Koalitionspartnern jahrelang ausgesessen.
Eine solche ausbeuterische Besteuerung würde der Aktienkultur in Deutschland restlos den Garaus machen. Jan Holthusen, Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK sieht es ähnlich, wie er sich der „Welt“ gegenüber ausdrückt: „Jüngere Menschen sollten sich nicht auf die gesetzliche Rente verlassen, sondern privat für das Alter am Kapitalmarkt vorsorgen; eine Anhebung der Kapitalertragssteuer ist deshalb an Ironie kaum zu überbieten“,
Kirchensteuer obendrauf
Von allen, die noch einer der christlichen Kirchen angehören, wird zusätzlich die Kirchensteuer auf Dividenden und Kursgewinne erhoben. Das heißt, sie zahlen nicht 26,375 Prozent, sondern mehr. „Finanztip“ hat es genau ausgerechnet. Es sind:
- 27,82 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern sowie
- 27,99 Prozent in allen anderen Bundesländern.
Die zugehörige Rechnung ist laut „Finanztip“ etwas komplizierter, da die Kirchensteuer zuerst den Steuersatz der Abgeltungssteuer etwas mindert, denn die Kirchensteuer zählt zu den absetzbaren Sonderausgaben. Die Abgeltungssteuer werde um 25 Prozent der auf die Kapitalerträge entfallenen Kirchensteuer gemindert. „Du rechnest zum Beispiel bei 8 Prozent Kirchensteuer: 100 / (4 + 0,08) = 24,51 Prozent. Dann kommen die anteilige Kirchensteuer und der Soli obendrauf.“
Abgeltungssteuer mit Soli und Kirchensteuer
Kirchensteuer | 8 % (Ba-Wü, Bayern) | 9 % (andere Länder) | keine Kirchensteuer |
geminderte Abgeltungssteuer | 24,51 % | 24,45 % | 25 % |
anteilige Kirchensteuer | 1,96 % | 2,20 % | 0 % |
anteiliger Soli | 1,35 % | 1,34 % | 1,38 % |
Abgeltungssteuer | 27,82 % | 27,99 % | 26,38 % |
Quelle: Finanztip
Was 30 Prozent bedeuten würden
Die „Welt“ hat ausgerechnet, was 30 Prozent Abgeltungssteuer bedeuten würden.
Die Abgeltungssteuer soll nach SPD-Vorstellung auf 31,65 Prozent steigen Quelle: Welt
Risiko wird bestraft
Was die SPD noch übersieht bei ihrer Forderung: Auch Kleinanleger gehen ein Risiko ein, wie sich gerade nach den massiven Erhöhungen der Zölle für Importe in die USA zeigt. Damit vernichtete er über Nacht Billionen an Vermögenswerten. Das trifft auch die Kleinanleger, die in US-Aktien investiert haben. Im besten Fall sind sich plus-minus null aus dem Angriff auf den Welthandel herausgekommen. Sicher haben einige aber auch Geld verloren, weil ihre Aktien abgestürzt sind.
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Bild: picture alliance / dts-Agentur
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