Wie Anleger mit kleinen Summen in Immobilien investieren können

400 000 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in München ist nichts besonderes. Die Preise schnellen in die Höhe – viele können schon längst nicht mehr mithalten. Wie können Anleger mit kleinen Summen dennoch in Immobilien investieren? Mit Zinsanlage vernichten Sparer ja ihr Geld.

Klar, da fallen vielen offene und geschlossene Immobilienfonds ein, des weiteren Immobilienaktien – nur die wenigsten denken an Alternativen wie Crowdinvesting. „Crowd was?“ werden jetzt einige fragen. „Crowd“ heißt auf deutsch „Herde“oder „Masse“ – Masse Mensch. Viele investieren in ein größerer Projekt, das ein Einzelner nicht stemmen kann – das kann ein Windrad sein, ein Startup oder eben eine Immobilie. Eine Immobilie? Ja, eine Immobilie!

Per Schwarm zur Immobilie

Mit „Betongold“ ist das so eine Sache. Wer sich ein Häuschen kauft oder eine Eigentumswohnung geht damit ein Klumpenrisiko ein. Klar, in Metropolen wie München, Frankfurt, Hamburg und Berlin ist der Wertzuwachs fast garantiert. Was aber in anderen Regionen? Dumm nur, dass alle darauf spekulieren. Die Niedrigzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi lässt die Preise ins Kraut schießen. Die Einkommensentwicklung kann damit leider nicht mithalten. Das heißt, es wird für Normalverdiener immer schwieriger, sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Glücklich die Erben – sie können sich auch überteuerte Objekten noch leisten. Aber auch sie müssen sich über Jahre oder gar Jahrzehnte binden. Für junge Paare mag das noch angehen, wer aber schon 50 oder gar älter ist, für denn wird es ein Problem. Die neuen Vorschriften zur Bewertung der Kreditwürdigkeit stellen weitere Hürden auf, denn die Bonität wird nun auch dahingehend beurteilt, ob sich die Verbindlichkeiten bis zum Renteneintritt zurückführen lassen.

Eine alternative Möglichkeit wären geschlossene Immobilienfonds, die das zur Realisierung bestimmter Bau- oder Sanierungsprojekte notwendige Eigenkapital akquirieren. Problem ist der  kostenintensiven Vertrieb, der von vornherein die Rendite schmälert. Die Idee der gemeinschaftlichen Finanzierung einzelner Projekte lässt sich aber auch deutlich günstiger umsetzen: mit Online-Plattformen – Stichwort Crowdinvestoren. Das eröffnet eine deutlich größere Flexibilität in punkto Mindestanlagesummen oder Auswahl geeigneter Objekte, vor allem aber ist diese Form der Finanzierung deutlich schlanker organisiert.

Vorteile von Crowdinvesting

Wie funktioniert das Ganze? Es gibt spezialisierten Crowdinvesting-Plattformen für Immobilien. Wer dabei mitmachen will, registriert sich als Nutzer, wählt das geeignete Projekt aus und legt sein Geld an. Die Konditionen sind vergleichsweise flexibel, so eröffnet exporo.de die Möglichkeit einer Geldanlage bereits ab einem Betrag von 500 Euro, die für zwei bis drei Jahre und mit einer Verzinsung zwischen fünf und sieben Prozent pro Jahr investiert werden können. Damit lässt sich auch eine das Risiko streuen: Mehrere kleinere Beträge werden in verschiedenen Immobilien investiert, was das Ausfallrisiko reduziert.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Transparenz, die von den Plattformen gewährleistet wird: Die Anleger werden regelmäßig zum Baufortschritt informiert, auch hier eröffnen die digitalen Medien stringente Prozesse. Videos, Fotos und Berichte können schnell und vor allem kostengünstig zugänglich gemacht werden.

Die Kehrseite der Medaille

No risk, no fun – oder umgekehrt, ohne Risiko, keine Rendite. Das gilt auch für Crowdinvesting in Immobilien. Einerseits spielt natürlich das jeweilige Projekt eine wichtige Rolle, wenn es um die Erfolgsaussichten geht. Die Lage und die Qualität der Bausubstanz beeinflussen die Vermarktungschancen. Es können aber immer unerwartete Probleme auftreten: Verzögert sich die Baumaßnahme oder kommt es aus anderen Gründen zu Mehrkosten, führt das ebenso zu Verlusten wie der Ausfall von Mieteinnahmen. Sich mit der Materie zu befassen und die Exposés im Vorfeld genau zu prüfen, empfiehlt sich also in jedem Fall.

Ein weiterer Nachteil kann sich aus der vertraglichen Gestaltung ergeben, denn die Investition wird in der Regel als Nachrangdarlehen oder Genussschein umgesetzt. Die Anleger werden somit nicht an der Wertsteigerung der Immobilie beteiligt, sie sind also keine Miteigentümer, sondern geben de facto ein Darlehen. Auf der anderen Seite würden im Ernstfall erst die Verbindlichkeiten gegenüber Banken bedient, bevor die Crowdinvestoren eine Entschädigung erwarten könnten.

Chancen und Risiken abwägen

Immobilien werden bereits seit 2012 per Crowd finanziert, es gibt also durchaus belastbare Erfahrungsberichte, die zur Orientierung genutzt werden können. Die hohe Flexibilität in Bezug auf die Anlagesummen spricht neben der zu erzielenden Rendite eindeutig für diese Anlageform – die ohnehin angebrachte Sorgfalt bei der Auswahl der Projekte und Initiatoren vorausgesetzt. Ein gewisses Ausfallrisiko lässt sich nicht ausschließen, wie das für viele andere Modelle auch zutrifft. Das macht die Diversifizierung, also ein Splitting des Anlagebetrages auf verschiedene Projekte, umso wichtiger – und vor allem leicht umsetzbar.

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern




Beim Festgeld sind gute Konditionen das A&O

Beim Festgeld kommt es auf die Konditionen an – und Festgeld scheint für viele Deutsche immer noch erste Wahl zu sein, wenn es ums Geldanlegen geht. Ganz nach dem Motto „Vergleich macht reich“ sollte jeder Anleger die Konditionen verschiedener Banken nebeneinander halten.

Dank Internet ist der Vergleich von Konditionen beim Festgeld ja mittlerweile kein Problem mehr. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Festgeldkonto zu eröffnen, der sollte zunächst einen Festgeldkonten-Vergleich anstellen. Denn attraktive Konditionen sind wichtig, um angemessene Rendite zu erzielen. So ist vor allem auf die Mindest- und Maximalanlagesumme sowie auf die Mindest- und Maximallaufzeit der verschiedenen Angebote zu achten.

Je länger desto lukrativer

Sowohl Mindest- und Maximalanlagesumme als auch Mindest- und Maximallaufzeit sind sehr flexibel gestaltet – variieren also von Bank zu Bank. So liegt etwa bei einigen Online-Anbietern die Mindestanlagesumme für Festgelder bei nur 500 Euro. Bei klassischen Banken ist diese hingegen höher und beläuft sich meist auf 2500 bis 5000 Euro. Je höher die eigene Festgeldanlage ist, desto langfristiger sollte diese ausgelegt sein, da die Zinsen bei einem etwas höheren Betrag deutlich lukrativer sind.

Wer auf der Suche nach einem Angebot ohne Mindestanlagesumme ist, der sollte ebenfalls nach einiger Zeit fündig werden. Allerdings bieten nur wenige Banken Festgeldkonten ohne Mindest- und Maximalanlagesumme an, wie die Plattform Festgeld Deutschland schreibt.

Festgeld auch bis zehn Jahre

Die kürzeste Frist für Festgelder liegt bei einem Monat. Bei dieser Mindestgrenze, insofern sie nicht überschritten wird, spricht man von einem Parkkonto. Die Maximallaufzeit ist wiederum bei den verschiedenen Banken unterschiedlich geregelt. So liegt sie üblicherweise zwischen drei und zwölf Monaten. Wer für sich ein Anlagekonzept entwickelt, das über einen längeren Zeitraum läuft, der kann je nach Anbieter auch eine Maximallaufzeit zwischen 60 und 120 Monaten wählen. Festgelder können also maximal zehn Jahre angelegt werden. Die Zinsen werden einem meist am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Anleger können sich die Zinsen allerdings auch am Ende eines Kalenderjahres gutschreiben lassen.

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Kleine Leute büßen für Draghis Negativzins

Spätestens jetzt muss auch der Letzte begreifen, dass ihn die Negativzinspolitik des EZB-Chefs Mario Draghi sehr wohl angeht und den eigenen Geldbeutel belastet. Für Tagesgeld gibt’s schon lang nichts mehr – und jetzt erhöhen auch die ersten Banken ihre Gebühren. Die Postbank schafft ihr kostenloses Girokonto für Millionen Kunden ab, vor allem für solche, die eh schon wenig verdienen.

So viel vorweg, jetzt ins Detail: Die Tochter der Deutschen Bank, verlangt ab November von ihren Kunden, auf deren Konto monatlich weniger als 3000 Euro eingehen Gebühren. Ganz klar, die Postbank hat nichts zu verschenken – und wenn sie bei Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank, für ihre Einlagen bei der EZB Zinsen zahlen muss, dann bleibt ihr nichts Anderes übrig, als diese Kosten weiter zu reichen. Dummerweise trifft es wieder mal die Kleinen Leuten mit niedriger Rente oder niedrigen Einkommen. Bislang war die Kontoführung für sie kostenlos, wenn auf ihrem Konto pro Monat mindestens 1000 Euro eingingen, künftig müssen es 3000 Euro sein. Die wenigsten verdienen aber so viel oder bekommen so viel Rente.

Strafzinsen für Geld auf dem Girokonto

Bislang wurde Girokonten querfinanziert, angesichts von Negativzinsen funktioniert das nicht mehr – und deswegen erhöhen die Banken ihre Gebühren. Eigentlich müssten sie ihre Kunden direkt mit Negativzinsen belasten, wenn diese Geld auf ihrem Konto bunkern, aber das traut sich (fast) noch niemand. Die bayerische Raiffeisenbank in Gmund am Tegernsee verlangt von September an von Privatkunden mit großen Summen auf dem Girokonto Strafzinsen. Der Strafzins oder das „Verwahr-Entgelt“ (O-Ton Raiffeisenbank Gmund) 0,4 Prozent.

Zurück zur Postbank: 5,3 Millionen Deutsche haben ein Girokonto bei der Postbank. Das kostet ab November 3,90 Euro pro Monat. Bisher war die Kontoführung kostenlos, wenn darauf jeden Monat mindestens 1000 Euro eingingen. Ab November müssen pro Monat schon 3000 Euro eingehen, damit die Kontoführung weiter kostenlos ist. Wer sein Girokonto nur online nutzt, zahlt ab November 1,90 Euro.

Negativzins schlägt voll durch

Übrigens, schon bislang zahlten Geringverdiener: Bei eine Geldeingang von weniger als 1000 Euro zahlen Postbankkunden 5,90 Euro – sie zahlen dann künftig nur 3,90 Euro. Kunden, die jünger sind als 22 Jahre zahlen nichts.

Die Postbank ist nicht das erste Finanzinstitut, das seine Gebühren erhöht: Viele Sparkassen haben ihr Preismodell bereits zum Nachteil der Kunden verändert.

Über Wechsel der Bank nachdenken

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, über die Kosten der eigenen Bank nachzudenken und vielleicht nach Alternativen zu suchen. Die DKB beispielsweise wirbt immer noch mit einem kostenlosen Girokonto. Bei Vergleichsportalen wie check24 bekommen Wechselwillige einen Überblick.

Draghi verändert die Finanzlandschaft – und leider zu Ungunsten der Deutschen. Er ist seit 1. November 2011 Chef der EZB und wird es noch bis 2019 bleiben. Bis dahin fällt ihm sicher noch einiges, was vermutlich nicht gefallen wird.

Gebühren sind das eine, Negativzins das andere – Dutzende Sparkassen haben „FOCUS Online“ zufolge damit begonnen, Geschäftskunden Negativzinsen in Rechnung zu stellen.  FOCUS Online hat nachgefragt, wer wann wo Strafzinsen fürchten muss.

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… und was sagt twitter?




Wie sicher ist die Riester-Rente wirklich?

Wie sicher ist die Riester-Rente wirklich? Die Riester-Rente wird in Frage gestellt – nicht nur vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, sondern auch von anderen.  Die Arbeitsministerin Andrea Nahles von der SPD hält jetzt dagegen und erklärt die Riester-Rente für „sicher“.

„Sicher“ heißt nur vom Grundsatz her, nicht von der Höhe, wie jeder mittlerweile wissen dürfte. Der ehemaligen Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm hat ja etwas Ähnliches proklamiert. Jetzt wiederholt Nahles, was Blüm schon einmal vorexerziert hat.  „Der Staat garantiert, dass alle Riester-Inhaber ihr Geld ausgezahlt bekommen“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Auch für die staatlichen Zulagen gebe es Vertrauensschutz, die zahle der Staat weiterhin. „Wer eine Riester-Rente abgeschlossen habe, habe „alles richtig gemacht“, so die Ministerin. Was Vertrauensschutz wert ist, weiß jeder, der in eine Pensionskasse eingezahlt hat, die im Nachhinein als sozialversicherungspflichtig erklärt wurde.

Was taugt der Vertrauensschutz?

Auf den Vertrauensschutz des Staates sollte indes niemand vertrauen. Jeder Riester-Sparer, der seine Abrechnung einmal genau unter die Lupe nimmt, wird schnell feststellen, dass die „einbehaltenen Abschluss- und Vertriebskosten“ und die „einbehaltenen Verwaltungskosten“ einige Prozent der gesamten eingezahlten Beiträge plus Grund- und eventuell Kinderzulagen ausmacht. Für Familien mit Kindern lohnt sich Riester zwar immer noch wegen der hohen Zulagen – aber auch nur für sie. Die Versicherungen schaffen es heute kaum noch Überschüsse zu erzielen, weil die Zinsen ja durch die Europäische Zentralbank abgeschafft wurden. Insofern ist Riester momentan nur eine Umverteilung der Zulagen – abgewickelt von den Versicherungen.

Riester-Rente ist nicht reformierbar

Genau wegen dieser Umstände verliert die Riester-Rente an Glaubwürdigkeit. Nahles will die Riester-Rente jetzt reformieren, denn mittlerweile hat sich auch in der Öffentlichkeit herumgesprochen, dass die Versicherer immer weniger verdienen. Die Kritik an der Riester-Rente kommt übrigens auch von Norbert Blüm, der sie für gescheitert hält und nicht reformierbar. Er sagte der „Bild am Sonntag“: „Riester ist Pfusch, den man nicht reparieren kann. Die Bundesregierung sollte Riester beenden und die staatliche Förderung dafür stattdessen in die gesetzliche Rente einzahlen.“

Steuer von der Riester-Rente

Nur zur Erinnerung: Natürlich müssen Rentner in der Auszahlphase auf die Riester-Rente Steuern zahlen. Die Riester-Rente ist auch nur eingeschränkt sozialabgabenfrei – für pflichtversicherte Rentner. Freiwillig versicherte Rentner müssen allerdings Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Übrigens, pflichtversicherte Rentner sind solche, die die sogenannte Vorversicherungszeit erfüllen, das heißt, dass sie von ihrem Berufsstart bis zum Ende ihrer Karriere in der zweiten Hälfte dieses Zeitraums mindestens für neun Zehntel Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung waren. Klingt kompliziert, ist kompliziert – wer also in seiner Jungend privatversichert war und dann irgendwann umgeschwenkt ist und in die gesetzliche Krankenversicherung schlüpfte, muss genau nachrechnen, ob für die die 9/10tel-Regelung gilt. Wenn ihm da einige Monate fehlen, zahlt er auch im Alter auf seine Riester-Rente die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das sind zurzeit annähernd 18 Prozent.

Tja, Riester enthält eine ganze Menge Fallstricke. Das Konstrukt ist einfach zu kompliziert.

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Die Alten hauen das Geld auf den Kopf

Ja, die Alten hauen das Geld auf den Kopf, das heißt, sie konsumieren. Denn, der Nullzins animiert nicht zum Sparen, deswegen hauen die Leute das Geld lieber auf den Kopf – vor allem die Alten. Jeder Dritte von den über 60-Jährigen spart nicht länger. Wozu auch, es gibt ja keine Zinsen mehr. Die Stadtsparkasse verlangt künftig sogar Strafgebühren für schlechter Verdienende, die noch immer auf Papierauszüge bestehen. Das sind die Folgen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Keine Lust aufs Sparen

Aber der Reihe nach: Die Comdirect veröffentlicht regelmäßig ihren Spar- und Anlageindex. Das Ergebnis ist dieses Mal überaus interessant: Die Deutschen haben keine Lust mehr auf Sparen: „26 Prozent der Bundesbürger geben an, im vergangenen Monat gar nichts oder weniger als 50 Euro auf die hohe Kante gelegt zu haben“, so das Ergebnis der Comdirect-Untersuchung. Erstaunlich dabei, vor allem die ältere Generation zähle momentan eher den Sparmuffeln. So hat „bei den über 60-Jährigen jeder Dritte (35 Prozent) fast nichts gespart“. Die Jüngeren sind offensichtlich mittlerweile etwas anders gestrickt, denn von den 18- bis 29-Jährigen gaben nur 17 Prozent an, nichts zu sparen.

Konsum der Deutschen

Konsum sei den Deutschen derzeit wichtiger, als zu sparen. Und wie viel legen die Deutschen im Schnitt so zur Seite? Der Umfrage zufolge sind es 109 Euro. Bei dieser Betrachtung darf allerdings nicht vergessen werden, dass viele auch nichts zurückliegen können, weil sie mit ihrem Gehalt oder der Rente so gerade über die Runden kommen – und am Monatsende nichts übrig bleibt.

Es ist zum Haare ausraufen, trotz Nullzins lassen die meisten ihr Geld noch immer auf dem Girokonto liegen oder zahlen ihres Euros aufs Sparbuch ein. Die beliebtesten Anlageformen sind – die Top Ten Geldanlage.

Die Top-Ten-Geldanlagen

So legten die Deutschen im März ihre Ersparnisse an:

  1. Girokonto (56%)
  2. Sparbuch (52%)
  3. Tagesgeld (37%)
  4. Bausparvertrag (32%)
  5. Lebensversicherung (31%)
  6. Altersvorsorge (30%)
  7. Bargeld (30%)
  8. Fonds (19%)
  9. Festgeld (19%)
  10. Aktien (15%)

Der comdirect Spar- und Anlageindex erscheint monatlich und gibt Aufschluss darüber, ob Privatpersonen in Deutschland tendenziell eher sparen oder konsumieren. Der Index basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.600 Bundesbürgern, die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt wird. Er spiegelt das Verhalten der Privatpersonen mit Blick auf ihre Anlagen und Ausgaben wider – und damit ihre Sparneigung.

Sparindex der Comdirect

Sparindex der Comdirect

Tipps zur Geldanlage von Mr. Dax, Dirk Müller

Weiterführende Links:




Gib hohen Dispozinsen keine Chance

Banken und Sparkassen langen bei Dispozinsen kräftig zu, obwohl der Leitzins mittlerweile bei null ist. Nullzins fürs Geld auf dem Sparbuch, aber mehr als zehn Prozent, wenn ein Kunde sein Konto überzieht – kein Märchen, sondern harte Realität. Das trifft gerade Rentner mit geringem Einkommen, die mit jedem Euro rechnen müssen. Bei Überziehungskrediten sind die Spannen riesig. Die Volksbank Kierspe beispielsweise verlangt sogar 16,75 Prozent – und ist damit sicher nicht allein. Eine Spanne zwischen 14 und 15 Prozent scheint durchaus üblich zu sein. Umgekehrt bekommen Kunden bei Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbank mittlerweile weniger als 0,1 Prozent Zinsen aufs Sparbuch. Sparkassen und Volksbanken gehören auch zu den Finanzinstituten, die beim Dispo gern beherzt zugreifen, wie ein Blick auf die Konditionen zeigt.

Ein Drittel überzieht regelmäßig

Wer sich diese Diskrepanz vergegenwärtigt, könnte meinen, Überziehen sei eher die Ausnahme als die Regel. Leider ist dem nicht so – Schätzungen zufolge überzieht ein Viertel bis ein Drittel der Bankkunden in Deutschland ihr Konto mehrmals pro Jahr, ein harter Kern sogar regelmäßig. Dabei geht es nicht um Peanuts, sondern im Schnitt sind die Überzieher mit mehr als 500 Euro im Monat in den Miesen, so eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos.  Wie teuer das ist, lassen Zahlen der Bundesbank erahnen. Der Behörde zufolge machen allein die Überziehungszinsen eine Milliarde Euro aus.

Dispokredite sind sündteuer

Dabei müsste das nicht sein, denn Ratenkredit bekommen Bankkunden schon zu deutlich besseren Konditionen. Das Zauberwort heißt „Umschulden“. Das heißt, der Kunde zahlt den einen Kredit mit einem anderen Kredit zurück. Der Clou dabei: der sündteure Dispokredit wird durch einen deutlich günstigeren Ratenkredit abgelöst. Die Zinsen für entsprechende Ratenkredite sind deutlich niedriger als die für Dispokredite. Mit nur etwas Selbstdisziplin lassen Schuldner auf Dauer ihre Miesen hinter sich, weil sich die Zinslast verringert.

Wie groß der Spielraum ist, verdeutlicht ein Vergleich: Hier die Dispozinsen im zweistelligen Prozentbereich, dort die Ratenkreditzinsen, für die Kunden mittlerweile weniger als drei Prozent zahlen.

Banken zur Beratung gezwungen

Soweit die Theorie. Natürlich hängen die Zinsen auch von der Bonität, sprich Kreditwürdigkeit eines Kunden ab. Ein „guter“ Kunde bekommt natürlich bessere Zinsen als einer mit schlechter Bonität. Das Erfreuliche für Rentner: Ihre Bonität sei gar nicht so schlecht, denn Rentner und Pensionäre haben ein regelmäßiges Einkommen, so das Online-Vergleichsportal Smava.

Übrigens, längst ist die Diskrepanz zwischen Guthaben- und Sollzinsen auch dem Gesetzgeber sauer aufgestoßen. Deswegen trat nun am 21. März im Rahmen der Wohnimmobilienkreditlinie – was für ein Wortungetüm – ein Gesetz in Kraft, das Banken verpflichtet, bei hohem Kontominus zumindest beratend aktiv zu werden. Überzieht ein Kunden über einen längeren Zeitraum sein Girokonto, muss die Bank oder Sparkasse den Schuldner ab sofort über kostengünstige Alternativen hinweisen. Was heißt länger? Nun, wenn der Überzieher länger als ein halbes Jahr in den Miesen ist – und seinen Disporahmen zu 75 Prozent ausnutzt. Und so erklärt es die Bundesregierung:

Oder er überzieht sein Konto bei geduldeter Überziehung über drei Monate hinweg durchschnittlich um mehr als 50 Prozent des monatlichen Geldeingangs.

Die Beratung hat in einem persönlichen Gespräch zu erfolgen – möglich auch per Telefon. Ort und Zeitpunkt des Gesprächs sind zu dokumentieren. Das Angebot ist zu wiederholen, sobald die genannten Voraussetzungen erneut vorliegen. Darüber hinaus müssen die Institute klar und eindeutig über die Höhe der Zinsen für den Dispokredit informieren. Er muss auch auf ihrer Webseite gut sichtbar sein.

 

Weiterführende Links:

  • Datev: Bundesrat billigt Gesetz zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie
  • Schulden.de: Umschuldung für Rentner
  • Welt: So verhindern Sie die Banken-Abzocke beim Dispo

 




Sparkassenkunden zahlen für Nullzinspolitik der EZB

Nullzins kostet die Sparkassenkunden  Geld, denn sie werden von ihrem Finanzinstitut künftig belastet. Weil die Sparkassen kaum noch etwas mit Zinsen verdienen, leiden sie natürlich unter der Niedrizinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Auffangen lässt sich der Druck nur durch Kostensenkung. Das allein dürfte aber nicht reichen – die Sparkassen werden zusätzlich die Gebühren erhöhen. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon hat bereits angekündigt, dass „die Zeit von kostenlosen Girokonten vorbei ist.“

Firmen zahlen Strafzinsen

Noch schlimmer wird es für Firmen, die ein Konto bei der Sparkasse unterhalten. Wer höhere Beiträge auf seinem Konto liegen lässt, muss damit rechnen, „Verwahrgebühren“ zu bezahlen, schließlich zahlt die Sparkasse Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parkt. Das geben die Finanzinstitute natürlich an die Kunden weiter. Zu glauben, dass Mario Draghis (EZB-Chef) Politik keine Auswirkungen auf die Bankpraxis hätte, ist blauäugig.

Hier noch mal zur Erinnerung Draghis historisches Zitat

Künftig weniger Filialen

Was die Kosten betrifft, so werden die Sparkassen ihr Filialnetz ausdünnen, worunter die Kunden ebenfalls leiden, da sie künftig weiter fahren müssen bis zur nächsten Filiale.

Geringere Zinsen haben auch den Effekt, dass den Deutschen die Lust aufs Sparen vergeht, denn sie bekommen ja nichts mehr dafür. Die Sparkasse wird sich künftig wohl umbenennen müssen, denn von Sparen kann ja keine Rede mehr sein, sondern nur noch von Verwahren.

Aus für die Altersvorsorge

Diese Entwicklung ist natürlich fatal für die Altersvorsorge, denn, wer keine Zinsen mehr bekommt, baut auch kein Vermögen für den Ruhestand auf – und landet im Alter automatisch in der Armut. „So sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass Altersarmut in der Gesellschaft wahrscheinlicher wird“, schließt der Sparkassenverband ganz richtig.

Dazu Fahrenschon:

„Die heutigen Beschlüsse (10. März 2016) der Europäischen Zentralbank (EZB) werden für immer mehr Menschen  in der Euro-Zone zu einer Belastung“, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon. Neben Sparern und Kreditwirtschaft seien insbesondere auch Stiftungen, Versicherer, Versorgungssysteme, Sozialversicherungen und Krankenkassen betroffen.

Weiterführende Links:




Draghi lässt Sozialkassen bluten

Der Negativzins der Europäischen Zentralbank trifft jetzt auch die Sozialkassen. Sparer und Versicherungskunden spüren ja schon seit langem die Wirkung der Niedrigzinsphase. Vermutlich trifft es auch die Rentenkasse, denn auch sie muss einen Teil ihrer Nachhaltigkeitsrücklage kurzfristig verfügbar halten – und da hat sie wenig Alternativen.

Aber, von Anfang an: Mario Draghi, Chef der EZB, hat den Zins, zu dem Banken ihr Geld bei der Zentralbank parken, ins Minus gedrückt. Das heißt, die Geschäftsbanken zahlen Strafgebühren dafür, dass sie ihr Geld bei der EZB hinterlegen. Seit Anfang Juni 2014 sind es -0,10 Prozent, seit Anfang September 2014 -0,20 Prozent – und seit Anfang Dezember 2015 sogar -0,30 Prozent. Wenn die EZB am 10. März 2016 zusammenkommt, wird sie den Negativzins vermutlich auf -0,40 Prozent senken – oder sogar noch tiefer. Vielleicht senkt sie sogar den Refinanzierungssatz, der momentan „noch“ bei 0,05 Prozent liegt auf definitiv null – oder unter null.

Gesundheitsfonds büßt 1,8 Millionen ein

Natürlich geben die Banken die Strafzinsen an die Kunden weiter. Das trifft vorerst nur die ganz großen Kunden, wie Unternehmen – und eben den Gesundheitsfonds der Krankenkassen. Diese Geldsammel- und verwahrstelle der Krankenversicherungen habe im vergangenen Jahr das erste Mal Strafzinsen an seine kontoführenden Banken zahlen müssen, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Insgesamt gehe es dabei um 1,8 Millionen Euro. Das ist angesichts des Gesamtvolumens des Gesundheitsfonds von 200 Milliarden Euro zwar nicht viel, es wird in Zukunft aber noch mehr werden.

Wann muss die Rentenkasse Strafe zahlen?

Für andere Sozialversicherungsträger wird es natürlich ebenfalls immer schwieriger ihre Reserven ohne Verluste zu anzulegen. Bei der Rentenversicherung geht es zurzeit immerhin um 34 Milliarden Euro, was 1,77 Monatsausgaben entspricht. Was macht die Rentenkasse bloß, dass es nicht weniger wird? Irgendwann muss auch sie Strafzinsen zahlen. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gegenüber sagte Frank Plate, der Präsident des Bundesversicherungsamts (BVA), derzeit sei das Geldvermögen „noch sicher angelegt“. Allerdings weiß auch Alexander Gunkel vom Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung, dass „zu den Bedingungen des Gesetzgebers … keine attraktiven Renditen zu erzielen sind“ („Frankfurter Allgemeine Zeitung“). Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Rentenversicherung Strafzinsen zahlen wird.

Wann trifft es Girokonten?

Wenn es schon die Sozialkassen trifft, könnte es in naher Zukunft auch Otto Normalverbraucher treffen – und sein Girokonto. Die Banken und Sparkassen werden über kurz oder lang dazu übergehen, die Kosten auf den Kunden abzuwälzen.

Weiterführende Links:




Arm in Rente

Mal ehrlich, den Satz „Über Geld spricht man nicht“ kennt jeder. Die Deutschen sind „g’schamig“, wie das so schön auf bayrisch heißt, wenn es um das Thema Geld geht, entsprechend niedrig ist das Finanzwissen hierzulande. Viele haben auch schlicht und einfach keine Lust, sich mit Geld zu beschäftigen. Schade, aber das ist der Ist-Zustand in Deutschland. Alles nur gefühlt – oder ist es wirklich so? Nicht nur gefühlt, wie einige Studien belegen. Aktuell hat die Postbank wieder eine entsprechende Studie aufgelegt, die der „Welt am Sonntag“ wohl vorliegt. Das Ergebnis ist vielleicht nicht ganz verwunderlich: „Die Grundeinstellung zum Geld ist von überholten Vorstellungen geprägt, das für die Altersvorsorge so wichtige Thema ist den Menschen lästig, und beim Finanzwissen tun sich fatale Lücken auf“, so die „Welt am Sonntag“.

Dabei wäre es dringend notwendig, über Geld nachzudenken, denn für Tagesgeld gibt es nur noch Mickerzinsen, Immobilien haben mittlerweile Preise erreicht, die vielen die Sprache verschlägt – und Anleihenrenditen sind am Boden: Deutsche Staatsanleihen kommen im Schnitt auf eine Rendite von weniger als ein halbes Prozent. Aktie sind fast schon alternativlos, wobei das Wort „alternativlos“ mittlerweile ziemlich verbraucht ist. Trotzdem, ohne Aktien lässt sich ein Vermögen weder erhalten noch vermehren, die Inflation eingerechnet. Das ist vielen Deutschen jedoch nicht bewusst, wie die Postbank-Studie wieder einmal belegt.

Nur wenige beschäftigen sich gern mit Geld

Offenbar ist das Thema der „Welt am Sonntag“ zufolge „vor allem für Menschen mit weniger Geld schambesetzt“. So richtig gern beschäftigen laut Studie nur 9,3 Prozent, „mehr als die Hälfte der Befragten lediglich in dem Maße, in dem es für sie notwendig ist“.

Das meiste Wissen haben übrigens gerade die 50- bis 59Jährigen, während die Altersgruppe von 30 bis 39 besonders wenig über Geldanlage weiß, so die Studie. Aber genau letztere Gruppe hätte es besonders nötig, da ihre gesetzliche Rente sicher geringer ausfallen wird und sie deswegen rechtzeitig vorsorgen müsste.

Unterschied zwischen Männer und Frauen

Noch etwas ist ganz interessant: Ein Unterschied klafft laut Studie auch zwischen Männern und Frauen. Frauen, die vielleicht nicht ganz so erfolgreich sind, reden eher über das Thema als Männer in der gleichen Lage. Offensichtlich fühlen sie sich weniger herausgefordert als Männer und sind eher bereit, über Gelddinge zu reden.