Wem was schenken? Ein Plädoyer für originell-praktische Geschenke

Ein runder Geburtstag steht an, eine Abschiedsfeier, ein Grünkohl-mit-Pinkel-Essen oder ein Grillabend – was mitbringen? Mal ehrlich, wer kennt schon den Geschmack des Gastgebers oder der Gastgeberin so ganz genau? Warum nicht etwas Praktisches mitbringen? Klingt vielleicht einfallslos, muss es aber nicht sein. Originell-praktische Geschenke haben völlig zu unrecht nicht den besten Ruf. Ein Körbchen mit verschiedenen Senf-Sorten, ein Marmeladen-Bukettt ist originell und nützlich. Umso besser, wenn es dazu noch kreativ eingepackt. Also, warum nicht mal alltagstaugliche Geschenke?

Geschenke für den Haushalt

Edelstahlseiher, Kochlöffel, Küchenscheren, Teigschaber – also, wer da als Hobbykoch nicht ins Schwärmen kommt! Dekorativ verpackt und mit einem sinnigen Spruch garniert kommt bei vielen Freude auf. Wer nicht genau weiß, was er dem Anderen unbedingt schenken kann, ist mit einem Utensilien-Körbchen gut beraten. Dafür taugen im Grunde genommen sämtliche Küchen-Utensilien. Originelle Geschenkideen & Geschenkkörbe für die Küche schließen auch Zutaten wie Essig und Öl, Estragon und Muskat, Tee und Kaffee, Käse und Wein ein. Wie gesagt, nett präsentiert, macht das immer etwas her. Klar, dass bei der Auswahl der Geschmack des Beschenkten im Vordergrund stehen sollte. Passend zu den Zutaten kann ja jeder das Geschenk durch passendes Zubehör ergänzen. Das kann eine Käsereibe sein, Flaschenöffner oder Teekanne – in Kombination mit edlen Delikatessen sind diese Utensilien perfekte Geschenke für begeisterte Hobbyköche. Und nebenbei dekorative Elemente auf dem Esstisch. Wer gerne den Kochlöffel schwingt, freut sich bestimmt über eine originelle Schürze, die viel Platz für eine kreative Gestaltung bietet. Wer es besonders persönlich gestalten will, näht sie selbst oder lässt sie mit dem Namen des Beschenkten besticken. Mal ehrlich, wer jetzt noch nicht weiß, was er schenken soll, ist selber schuld.

Für passionierte Bastler – wie wär’s mit selbst gefertigten Topfuntersetzer, Tischsets und Frühstücksbrettchen, oder mit einer selbst gebauten Käseplatte im Loch-Design? Auf dieser Seite gibt es die Bauanleitung für dieses originelle Küchenutensil.

Was nur Männern schenken?

Bei Männern wird’s vielleicht etwas schwieriger. Was wünschen sie sich? Praktisches Zubehör fürs Auto macht sich als Geschenk ganz gut. Wie lässt sich ein Auto aufhübschen? Das können Radkappen sein, allerdings muss der Schenkende schon wissen, welches Auto der Beschenke fährt. Im Zweifel eignen sich:

  • Autoreiniger und Scheibenschwamm
  • Navigationssystem
  • Eiskratzer mit integriertem Handschuh
  • eine Plane zum Schutz oder bei Frost
  • Überzüge oder Kissen für die Sitze
  • Einparkhilfe mit Farb-Display

Auto-Liebhaber freuen sich sicher auch über ein aufregendes „Erlebnis-Geschenk“. Das kann eine Spritztour mit einem Cabrio sein oder ein rasanter Besuch auf einer Rennstrecke – alles bequem online zu buchen. Ach ja, an der Stelle darf der ADAC nicht vergessen werden: Warum nicht mal einen Gutschein für ein ADAC-Fahrtraining verschenken? Der ADAC bietet diverse Kurse zur Fahrsicherheit an.

Bild: © istock.com/caracterdesign




Warum auch Bestager der Spielsucht verfallen – und wie damit umgehen?

„Sechzig Jahre und kein bisschen weise …“ – das Lied von Curd Jürgens gilt leider für so manche Ältere, die oft stundenlang vorm Daddelautomaten hängen, nicht los kommen vom Computer und immer noch hoffen, beim Lotto das große Los zu ziehen. Schleichend wird aus dem Vergnügen dann Sucht. Wie lässt sich mit Spielsucht umgehen?

Egal, ob Lotto, Casinospiele oder Sportwetten – viele Menschen können mit Glücksspielen nicht umgehen und fallen irgendwann der Spielsucht anheim. Derzeit leiden einer Studie der Bundeszentral für gesundheitliche Aufklärung zufolge schätzungsweise 650 000 Menschen in Deutschland unter einem problematischen Spielverhalten – vermutlich sind es noch weit mehr. Sie überschreiten immer wieder die Grenzen, die es beim Spielen einzuhalten gibt. Der Weg in die Sucht ist nicht immer leicht zu erkennen. Besonders, da viele Betroffene das Glücksspiel zuerst als reinen Zeitvertreib und wegen des Unterhaltungsfaktors anfangen.

Die Nachfrage nach Glücksspielen ist jedenfalls da. Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter von Casinospielen. Portale, wie das Onlinecasino-austria.at entdecken jeden Tag neue Betreiber, die sie auf Herz und Nieren prüfen und bewerten. Schätzungen zufolge spielt derzeit etwa dritte Deutsche öfter mal ein Glücksspiel. Männer scheinen besonders gefährdet zu sein.

Wie kommt es zur Spielsucht?

Wie kommt es zur Spielsucht? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Nur so viel, je rasanter der Spielverlauf, desto höher das Suchtpotenzial. Zocker verlieren da schon mal den Überblick über ihre Einsätze – und vor allem über ihre Verluste. Irgendwann können diese Spieler dann nicht mehr mit dem Glücksspiel aufhören. Dieser Meinung ist jedenfalls Dr. Anja Bischof von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Lübeck. Sie befasst sich mit der Suchtforschung und Suchttherapie und weiß, dass der Kontrollverlust mit einer sozialen Isolation einhergeht, was daraufhin zu schwerwiegenden Folgen für den oder die Betroffenen führt, wie den Verlust des Arbeitsplatzes, Schulden und Trennung vom Partner. Letztlich verlieren Spielsüchtige nach und nach den Bezug zur Realität.

Wer ist davon betroffen?

Zum einen sind Menschen mit Hang zum Narzissmus und Kontrollstörungen eher spielsuchtgefährdet als stabile Menschen. Zum anderen geraten viele Männer, Arbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund in die Spielsucht, da sie das Glücksspiel nutzen, um aus ihrer miserablen Lage zu kommen. Diese Idee geht allerdings meistens nach hinten los. Besonders hoch sind die Zahlen der Spielsüchtigen bei jungen Leuten und Jugendlichen. Auch hier sind es vorwiegend die Männer, die an einem problematischen Spielverhalten leiden.

Wie mit Spielsucht umgehen?

Wer merkt, dass er plötzlich den ganzen Tag daddelt, bei dem sollten die Alarmglocken klingeln. Besonders, wer ständig die Einsätze erhöht. Das schlimme dabei, Spielsüchtige nutzen auch Geld, das sie eigentlich gar nicht haben. Wer bemerkt, dass Stress und Probleme im Alltag über Hand nehmen und diese mit weiterem Zocken kompensiert werden, sollte sich dringend Hilfe holen – oft leichter gesagt, als getan. In Deutschland gibt es zahlreiche Hilfsmaßnahmen, Therapieangebote und professionelle Unterstützung bei Spielsucht. Viele Beratungsstellen bieten darüber hinaus kostenlose und anonyme Gespräche an. Bei einer ausgeprägten Spielsucht ist zudem ein ambulanter oder stationärer Klinikaufenthalt möglich. Denn Glücksspielsucht ist als Krankheit anerkannt. Die Kosten für die Behandlung können von der Krankenkasse übernommen werden.

Sich selbst auf die Finger schauen

Wer auf das Glücksspiel nicht verzichten will und gerne regelmäßig spielt, kann einer Spielsucht mit einfachen Mitteln entgegenwirken – Pausen einplanen und nur im konzentrierten Zustand spielen. Wichtig ist ferner, sich ein Limit zu setzen, das auf keinem Fall überschritten werden darf. Was gar nicht geht, zu versuchen Verluste wieder wett zu machen. Und noch etwas, Spielen und Alkohol sind eine gefährliche Kombination.




Renten steigen bis 2030 im Schnitt um zwei Prozent

Jedes Jahr zwei Prozent mehr – um so viel sollen die Renten in Deutschland bis 2030 steigen. Die 20,8 Millionen Rentner können damit rechnen, dass die Bezüge bis dahin um durchschnittliche 2,1 Prozent pro Jahr steigen. Das geht zumindest aus den Modellrechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor. Insgesamt sollen sich die Renten im Schnitt bis 2030 um 35 Prozent erhöhen. Parallel dazu sinkt allerdings das Rentenniveau von derzeit 48 auf 47 Prozent im Jahr 2024, danach geht es weiter nach unten bis auf 44,5 Prozent im Jahr 2030. Im vergangenen Jahr sahen die Prognosen noch etwas positiver aus – da sollten die Renten bis 2029 noch um 41 Prozent steigen.

Beitragssatz steigt auf 21,8 Prozent

Im Rentenversicherungsbericht 2016 des BMAS stehen noch mehr interessante Details. So wird 2030 der Beitragssatz auf 21,8 Prozent gestiegen sein, der Standardrentner bekommt dann 1844 Euro monatlich, das entspricht einem Rentenniveau von 44,5 Prozent. Standardrentner ist eine Modellperson, die 45 Jahre Beiträge eingezahlt und wie der Durchschnitt verdient hat. Das BMAS geht davon aus, dass die Beschäftigten riestern und 2030 monatlich 278 Euro bekommen. Zusammen mit der gesetzlichen Rente macht das dann 2122 Euro aus, was einem Sicherungsniveau von 51,2 Prozent entspricht.

Im Schnitt nur 1025 Euro Rente

Weitere wichtige Daten: Zurzeit gibt es rund 20,8 Millionen Rentner in Deutschland – 200 000 mehr als 2015. Standardrente ist das eine, tatsächlich ausgezahlte Rente das andere. Laut Rentenversicherungsbericht wurden 2015 im Schnitt an Männer 1025 Euro Rente pro Monat ausgezahlt. In Ostdeutschland war der Wert mit 1076 Euro etwas höher als im Westen mit 1012 Euro. Frauen bekommen deutlicher weniger. Im Westen erhielten sie im Schnitt 586, im Osten 838 Euro. Dass Frauen im Osten mehr bekommen als Frauen im Westen liegt daran, dass Frauen in den neuen Ländern mehr gearbeitet haben – sie konnten ihre Kinder schon früh in die Krippe, den Kindergarten oder Hort geben. Glücklicherweise leben viele Frauen nicht allein, so dass noch andere Einkünfte hinzukommen. Deswegen sind die Nettoeinkommen der Rentnerhaushalte meist deutlich höher.

Am 24. November wollen Union und SPD bei ein Rentenreformpaket schnüren. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will noch bis Ende November ein Rentenkonzept vorlegen.

Rentenniveau

Entwicklung des Rentenniveaus seit 2000
 StandardverdienstStandardrenteRentenniveau
200023.34112.35652,9
200123.78512.51252.6
200224.08312.74652,9
200324.24412.92553,3
200424.34112.89153,0
200524.38912.82152,6
200624.50112.79652,2
200724.90712.78151,3
200825.42512.84050,5
200925.10113.05552,0
201025.63213.23251,6
201126.44113.25350,1
201227.24913.46549,4
201327.84713.61248,9
201428.55313.74348,1
201529.310*13.95547,6
201630.020*14.36747,9
201748,1**
*vorläufig**erwartetQuelle: Deutsche Rentenversicherung




Wie Sex und 60 zusammenpassen

Sex und Senioren – das ist eines der letzten verbliebenen Tabus. Deswegen lohnt es sich, darüber zu reden und einigen Mythen zurecht zu rücken.

Um den ersten Irrtum auszuräumen – wir wachen nicht eines Tages auf und stellen fest, dass wir keine sexuellen Wesen mehr sind. Wir leben in einer jugend-dominierten Gesellschaft, die gern den Mythus wiederkäut Sexualität beginne schon abzuflauen, wenn das erste graue Haar erscheint. Ich – und wenn von „ich“ die Rede ist, geht es um Dorrie Jacobson, ein pensioniertes Playboy Bunny, Model, Make-up-Künstlerin und Quasi-Expertin für stilvolles Altern – denke, Mutterschaft, Meno-Pause und der unerbittliche Druck gnadenloser Medien arbeiten zusammen, um Frauen den Wunsch und die Begeisterung für Sex zu vergällen. So dass unsere Sexualität und unser Selbstwertgefühl um die 50 Schaden nehmen. Allerdings ist es nie zu spät, seine Anziehungskraft und seinen Charme wieder zu beleben.

Jeder braucht Zuneigung und Intimität

Ich für meinen Teil habe nicht die Absicht auf meine „Sexy-lady“-Karte so schnell zu verzichten, weil ich denke, alle Menschen brauchen Zuneigung und Intimität, um aufzublühen – und Dorrie vertritt ihre Meinung explizit auf ihrem Blog Senior Style Bible. Einverstanden oder nicht – die sexuelle Revolution ist einfach passiert und Frauen brauchen sich seitdem nicht mehr wie Mimosen verhalten. Früher galt noch, den Sex für die Ehe aufzusparen. Wer sich anders verhielt, hing das nicht an die große Glocke. Viele von uns heirateten jung, getrieben von sexueller Neugier, folglich hatten sie keine Erfahrung. Es gab die braven Mädchen – das waren die, die Männer heiraten wollte, wie unsere Mütter behaupteten – und schlechte Mädchen (mit lockeren Sitten, schlechtem Ruf, die häufige Dates hatten). Zum Glück haben sich die Zeiten geändert und Frauen können sich jetzt eingestehen, sexuelle Bedürfnisse zu haben und müssen sich nicht mehr nach dem Urteil von Freunden, der Gesellschaft orientieren – oder der eigenen Schere im Kopf.

Wer das Glück hat, mit einem liebevollen Partner zusammen zu leben und dazu noch wunderbaren Sex zu genießen – für den sind diese Zeilen nicht gedacht. Wer nicht dazu gehört, liest am besten weiter!

Sex verlängert das Leben

Studien zeigen tatsächlich, dass Senioren, die sexuell aktiv sind, länger leben, gesünder sind – und warum soll das nicht stimmen? Warum also soll ein Single-Senior nicht auf Date-Suche gehen, wenn er seinen Seelenverwandten noch nicht gefunden hat? Warum nicht einen „Freund mit gewissen Vorzügen“ suchen? Sexuelle Befriedigung muss nicht unbedingt Teil einer Liebesbeziehung sein. Klar, müssen zwei sich „riechen“ können und sich anziehend finden – und einander vertrauen können. Um nicht missverstanden zu werden, ich muntere Frauen nicht zum One-Night-Stand auf, denn das kann gefährlich sein. Ferner vorschlagen auch nicht schlage vor, sich einen „jungen Hengst“ zu suchen, weil das meist Heiratsschwindler sind. Meiner Meinung nach ist ein „Freund mit gewissen Vorzügen“ einfach jemanden, den eine Frau kennenlernt, den sie mögen und körperlich anziehend finden, der jedoch aus irgendeinem Grund nicht für eine langfristige Beziehung in Frage kommt.

Sex ohne Bindung – geht das?

Wenn die Anziehung gegenseitig ist, kann diese Art von Mann jemand sein, mit dem du eine sexuelle Beziehung eingehst, aber ohne dich binden zu lassen. So erfüllt eine Frau ihr Bedürfnis nach sexueller Intimität, während die große Liebe sucht. Ich weiß, das ist nicht für jedefrau – viele ältere Frauen haben einfach Sex aus ihrem Leben aus vielen Gründen gestrichen. Wer sich jedoch nach Intimität sehnt, sollte sich nicht schämen, es zuzugeben und darauf zu reagieren. Liebe und Sex müssen nicht deckungsgleich sein in einer Beziehung. Ich habe sehr befriedigende körperliche Beziehungen zu Männern gehabt, die waren einfach wunderbare Liebhaber, aber auch nicht mehr. Nur weil die Chemie stimmt, bedeutet das nicht, dass ein Mann für eine langfristige Beziehung taugt. Es ist wichtig, zwischen einem potentiellen Partner und einem potentiellen Liebhaber zu unterscheiden. Jeder sollte sich seiner Bedürfnisse bewusst sein und wonach er sucht. Das verlangt, in sich zu gehen. Es ist nicht einfach, das antiquierte Denken hinter sich zu lassen und sich zu öffnen für liberaleres Denken. Allerdings gibt es einige großartige Artikel und Internetseiten, die über Sexualität im Alter diskutieren. Wer diese Seiten seiner selbst entdecken will, beginnt am besten damit, sich einmal dort einzulesen. Es hilft, von den Erfahrungen Gleichgesinnter zu lernen und sich zu unterstützen, die das gleiche fühlen.

Der Beitrag ist eine Übersetzung des Artikels SEX & THE SENIOR: FRIENDS WITH BENEFITS

Weiterführende Links: 

 




Halb soviel Rente für Frauen wie für Männer

Bei den Alterseinkünften klafft weiter eine  Lücke zwischen Frauen und Männern. Sie werde aber langsam kleiner, weil mehr Frauen erwerbstätig seien und Erziehungszeiten besser anerkannt würden, so eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Wenn Frauen ihren Rentenbescheid anschauen, muss ihnen schlecht werden, denn da stehen nur 600 Euro und ein paar Zerquetschte drauf. Männer bekommen hingegen im Schnitt mit mehr als tausend Euro deutlich mehr. Die Lücke bei den Renten der Vertreter beider Geschlechter ist gewaltig.

Frauen bekommen 618 Euro, Männer 1037

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat sich die Unterschiede bei den Ruhegeldern einmal vorgenommen und errechnete, dass Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1037 Euro gesetzliche Renten bekommen. Bei den Betriebsrenten sei die Differenz sogar noch eklatanter. So bekämen Männer 2011 im Schnitt mit 574 Euro fast dreimal so viel Geld wie Frauen.

Gesetzliche und private Rente addiert, sind es bei Frauen nur 43 Prozent der Altersbezüge wie bei Männern. Die Unterschiede haben sich der Studie zufolge seit Anfang der 90er-Jahre zwar angeglichen, aber so richtig befriedigen kann das niemand.

Wer hat schuld an dieser Diskrepanz?

Wer oder was trägt Schuld an dieser Diskrepanz: Die mangelnde Vereinbarkeit von Kindererziehung und Arbeit. Mal ehrlich, meist bleibt die Kindererziehung doch bei den Frauen hängen – und damit sind sie später im Rentenalter die Gekniffenen. Denn ihnen fehlen Beitragszeiten, obwohl sie etwas für die Rentenversicherungen getan haben, nämlich das Heranziehen künftiger Beitragszahler.

Knapp zusammengefasst heißt das:

  • Lücken in der Erwerbsbiografie: Frauen waren häufig nicht durchgängig berufstätig
  • oft nur Teilzeit: Frauen arbeiten häufig nur Teilzeit
  • Niedriglohn: Frauen tendieren zu Berufen (sozialer Bereich, Dienstleistung), in denen sie weniger verdienen
  • Öfter mal Pausen: Kinder zu betreuen, verlangt Präsenz und das lsst sich nur schwer mit dem Job vereinbaren
  • Minijobs: häufig nutzen Frauen Minijobs ohne Rentenversicherung

Übrigens, die „geschlechtsbezogene Ungleichheit in der Alterssicherung ist keine deutsche Besonderheit, wenngleich die Situation in Deutschland im europäischen Vergleich besonders ungünstig ist“, so das Institut der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Studie wurde im Vorfeld des sogenannten „Equal Pay Day“ am 19. März veröffentlicht. Der 19. März ist der Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland im statistischen Durchschnitt arbeiten müssen, um dasselbe Geld zu verdienen, das die Männer schon zum Jahresende auf dem Konto hatten.

Weiterführende Links:




Senta Berger besonders beliebt bei 50plus-Generation

Das 50plus-Magazin „Meins“ aus dem Bauer Verlag hat von TNS Emnid 478 Frauen und Männer befragen lassen, welche 50 50plus-Frauen bei ihnen denn besonders beliebt seien. Top-Favoritin ist die Schauspielerin Senta Berger (74), gefolgt von Iris Berben (65) und Hannelore Elsner (72). Die Plätze fünf und sechs belegen die Knapp-50er Veronica Ferres und Anke Engelke. Angela Merkel hat es nur auf Platz 15 gebracht, allerdings bekam sie von den „Meins“-Lesern die beste Platzierung unter den Politikerinnen 50plus.

„Dass Senta Berger bei den über 50-Jährigen in Deutschland am beliebtesten ist, freut uns ganz besonders“, schreibt die „Meins“-Redaktion. Sie sei eine absolute Power-Frau und genau so, wie sich die „Meins“-Leserinnen fühlen: schön, klug und voller Energie. Die Umfrage bestätige einmal mehr, dass „Attraktivität keine Frage des Alters ist“, so „Meins“-Chefredakteurin Sabine Ingwersen.

Berger, Hörbiger und Elsner als Zalando-Werbeikonen

Na, und um das Maß voll zu machen, lässt „Meins“ die Drei proklamieren, dass sie unbedingt einen Film gemeinsam machen müssten. Das wird im Magazin auch visuell ausgeschlachtet: Die österreichische Modefotografin Elfie Semotan drapiert die drei „Grande Dames“ (O-Ton „Meins“) Senta Berger, Christiane Hörbiger und Hannelore Elsner – übrigens müsste es grandes dames heißten – auf dem roten Teppich im „prunkvollen Treppenhaus des Wiener Burgtheaters“. Berger, Hörbiger und Elsner sind Testimonials für die Werbekampagne des Schuhversenders Zalando.

Ferres und Engelke bei Männern beliebt

Bei Männern scheint übrigens Veronica Ferres und Anke Engelke besonders beliebt zu sein, zumindest laut „Meins“-Umfrage. Aber nicht nur zwischen den Geschlechtern gebe es Unterschiede – auch regional variiere der Geschmack: „In Bayern gibt über die Hälfte der Befragten ihre Stimme an Senta Berger; in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist Iris Berben noch beliebter; die Berliner finden Hannelore Elsner am sympathischsten“.

„Meins“ kam 2012 auf den Markt, also noch früher als „Brigitte Wir“ und „Victoria50“. Daneben gibt es noch „Viva“. Die Verlage haben offensichtlich erkannt, wie lukrativ und zahlenmäßig stark die Gruppe der Babyboomerinnen ist. Zurzeit greift nur „Viva“ auch gezielt Themen für Männer ab 50plus auf.

Quellenangabe: obs/Bauer Media Group, Meins/Meins

 




Wechseljahre, Andropause – das Geschäft mit der Gesundheit

Die Babyboomer-Generation kommt in die Jahre – und damit fangen die Zipperlein ein. Bei Frauen sind es die Wechseljahre, bei Männern die Midlife-Krise. Plötzlich reden die jungen Alten über Darmspiegelung und Gesundheitscheck. Die Medien entdecken eine Marktlücke und wollen die lukrative Klientel nicht länger der „Apotheken Umschau“ überlassen.

Der „FOCUS“ hat das schon lange erkannt und eigenständige Specials herausgebracht – über Gehirn, Rücken, Psyche, Krebs, Zähne, Haut und Herz. Jetzt kommen auch andere Publikationen auf den Trichter. So hat „Bild der Frau“ eine Sonderausgabe über „Wechseljahre“ herausgebracht. Natürlich dürfen lustvoll-packende Beispiele von Betroffenen nicht fehlen wie der Umzug von Inga in die Karibik oder der Berufswechsel einer Bankerin, die jetzt einen Hundefriseursalon führt. Und die photogeshopte Christiane Northrup legt den „Göttinnen, die nicht altern“ fünf Tipps ans Herz, „um lustvoller zu leben“. „Älter werden ist schön“, behauptet Schauspielerin Michaela May. Natürlich darf auch das Thema „Sex“ nicht fehlen. „Es wird inniger, näher, mehr gekuschelt – wenn die Hormone wanken, dauert alles ein wenig länger; doch die Lust bleibt – und es lohnt sich, die körperliche Liebe nicht aufzugeben“. Alles easy. So schön können Wechseljahre sein – wer’s glaubt.. Aber bei „Bild der Frau“ wird vieles weggelächelt. Da dürfen natürlich einige 50-jährige Promis nicht fehlen, wie Julia Roberts, Katja Riemann, Pierce Brosnan und George Clooney. Damit schafft „Bild der Frau“ ein ideales Werbeumfeld für Produkte wie „Always“, „Lasea“, „Klimaktoplant“ und „Vagisan“.

„Apotheken Umschau“ als großes Vorbild

Die „Apotheken Umschau“ ist da etwas ehrlicher und verschweigt nicht, dass „dieses Hormon-Ungleichgewicht typische Wechseljahrsbeschwerden hervorrufen kann – und dazu gehören vor allem Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Nervosität“. Auch ein Rückgang des Lustempfindens sowie ein Abbau der Scheidenhaut mit entsprechender Trockenheit der Scheide seien häufig.

„Stern“, „Geo“ und „ZEIT“ mischen auch mit

Der „Stern“-Ableger „Viva“ nimmt sich ebenfalls des Themas Wechseljahre an – und zwar für Frau und Mann. Das Magazin lässt drei Frauen und zwei Männer zu Wort kommen, es beschreibt Nutzen und Risiken von Hormontherapie und wie sich das Verständnis von Wechseljahren gewandelt hat. Die Magazin-Macher belassen es nicht mit netten Geschichten, sondern sie geben auch praktische Tipps. Viva diskutiert das Thema Hormon-Therapie, das mittlerweile deutlich kritischer gesehen wird als noch vor einigen Jahren. Das gilt übrigens auch für Männer. Sie haben mit 40 Jahren ihren Zenit erreicht – danach geht’s bergab mit Energie und Manneskraft. Testosteron hilft – vielleicht. Wobei Testosteron durchaus umstritten ist. Wer Probleme hat mit Erektion, wird wohl doch den Gang zum Urologen antreten – der misst den Testosterongehalt. Eine entsprechende Therapie ist freilich durchaus umstritten.

Gesundheit für die „Forever Forties“

Das Frauen-Magazin „Myway“ hat ebenfalls erkannt, was für eine wachsende Gruppe in die Wechseljahre kommt und hat ein 148-Seiten-Special zum Thema „Wechseljahre“ herausgebracht. Das Sonderheft gibt’s für 3,90 Euro am Kiosk. Für die „Forever Forties“ dröselt Myway die Wechseljahre auf – und „diesen Frauen Antworten auf all ihre Fragen zu liefern und sie auch in dieser neuen Lebensphase bestmöglich begleiten“. Die MYWAY- und Buch-Autorin Susanne Fröhlich widmet sich den „effektivsten Hormon-Yoga-Übungen für mehr Gelassenheit“.

„Stern“, „FOCUS“ sind nicht die einzigen, die sich dem Thema Gesundheit widmen. Jetzt steigt auch die „Bunte“ in dieses Segment mit „Bunte Gesundheit“ ein. Im Dezember wird das Gesundheitsspecial von der „ZEIT“ am Kiosk ausliegen – der Name „ZEIT Doctor“. Gruner+Jahr hat „Geo“ schon seit März mit der Reihe Geo Wissen Gesundheit ergänzt. Das aktuelle Magazin beschäftigt sich mit dem Herz.

„Mit dem wachsenden Anteil der Älteren steigt bei den potenziellen Lesern das Interesse am medizinischen Fortschritt, aber auch an Produkten und Dienstleistungen für Wohlbefinden; mit Gesundheit, Fitness und Wellness lässt sich krisensicher Geld verdienen – auch in den Verlagen“, schreibt der „Journalist“.

Zum Schluss noch eine nützliche Tipps und Links aus „Viva“

https://twitter.com/KatharinaZ/status/664469631831273472

https://twitter.com/AntiAgingMagaz/status/665801910977433600

… und ein paar Buch-Tipps:




Von Kerlen im Klimakterium für Kerle im Klimakterium

„Wenn Männer in die Wechseljahre kommen und Frauen nichts zu lachen haben – ein amüsanter Erfahrungsbericht für Midlife-Crisis-geprüfte Männer und ihre Frauen!„ heißt es in der Pressemitteilung des Buchs „Kerle im Klimakterium“. Karsten Weyershausen und Holger Reichard haben ein Buch geschrieben, das sich mit der Generation von Männern auseinandersetzt, die ihre Jungen in den 70er- und 80ern verbracht hat. Insgesamt eine  witzige und selbstironische Bestandsaufnahme – gegliedert nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Da kommt alles vor: Beziehung, Gesundheit, Philosophie.

Maria Al-Mana von unruhewerk.de hat mit Holger Reichard, einem der Autoren des Buchs „Kerle im Klimakterium“.

Hier ihr Gastbeitrag zu “Kerle im Klimakterium”.


 

Kerle im Klimakterium

Kerle im Klimakterium

Manchmal ist es lustig… Ich starte diesen Blog hier ja mit Streifzügen über die Frankfurter Buchmesse 2015 – und halte Ausschau nach Menschen, die mir vielleicht was zum Thema „älter werden – und sichtbar bleiben“ erzählen können. Heute saß ich an einem der zahllosen Buchmessen-Stände und sprach einen wildfremden Menschen an, der neben mir saß. Einfach, weil ich fand, dass er nett aussah. Und außerdem wusste: Ich brauche dringend noch Stimmen von Männern zum Thema. Und: Nein, besonders alt sah er nicht aus… trotzdem.

Meine Überraschung hätte kaum größer sein können, als mir Holger Reichard fast schon verlegen antwortete, zu diesem Thema hätte er SEHR VIEL zu sagen, schließlich sei er einer von zwei Autoren des Buchs „Kerle im Klimakterium.“ Untertitel: „Männer in mittleren Jahren: Es ist nicht alles schlecht, aber fast alles“. Ich empfehle dieses Buch hier jetzt mal, leichtsinnig, ohne es gelesen zu haben…. aber, wenn einer der Autoren so nett ist wie Holger Reichard, kann da eigentlich nichts schief gehen…. bei Amazonhier. „Augenzwinkernd“ sei das Ganze, betonte er dann, anders könne man das Thema gar nicht aushalten. Da waren wir uns einig. Wir hatten viel Gesprächsstoff – und: Ja! Es ist ein Thema. Ein wichtiges, ein unumgängliches….

Was wir brauchen: Mut zur Auseinandersetzung mit Neuem

Was dann aber auch lustig war: Am Ende wurde es richtig schwierig, ihm einen Satz zu entlocken, der sich auf das Älterwerden und Sichtbarbleiben bezieht. Wir haben uns auf Folgendes geeinigt: „Das Problem beim Älterwerden und Sichtbarsein im Internet ist der fehlende Mut/die fehlende/nachlassende Motivation zur Auseinandersetzung mit Neuem.“ Der Bezug zum Internet kommt natürlich von ihm. Denn eigentlich ist er Web-Content-Manager. Und erst 49 Jahre alt….

Weiterführende Links:

https://twitter.com/RGZServiceInfos/status/661483344304164864




Wer wo wie lange lebt

Der Frage, wer wo wie lange lebt, ist das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock nachgegangen. Interessant war vor allem, ob es noch Ost-West-Unterschiede bei der Lebenserwartung gibt. Ja, aber kaum noch, so das Fazit. Vor allem die Frauen im Osten haben den Demographie-Experten zufolge den Rückstand gegenüber den Frauen im Westen nahezu aufgeholt.

Im Westen kommen Frauen auf 82,8 Jahre

Um es kurz zu machen – im Westen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 82,8 Jahren, im Osten bei 82,6 Jahren. Das ist wirklich marginal. Bei den Männern ist die Ost-West-Kluft noch etwas größer. Männer im Osten werden im Schnitt 76,6 Jahre alt, Männer im Westen 78,0 Jahre.

Wer wo wie lange lebt – abhängig von Wirtschaftskraft

Noch eins ist den Experten aufgefallen: Die Lebenserwartung hängt auch von der Wirtschaftskraft einer Region ab. Im Ruhrgebiet und im Saarland werden die Menschen nicht so alt – im Schnitt wohl gemerkt. Dafür fallen der Südwesten und der Süden Bayerns positiv auf. Statt Ost-West-Kluft bei der Lebensdauer gibt es den Forschern zufolge jetzt eine Süd-Nord-Kluft. Am ältesten werden die Frauen im Süden: Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Frauen ist Baden-Württemberg mit 83,6 Jahren, gefolgt von Sachsen, Bayern und Hessen. Der Atlas der Lebenserwartungen gleiche immer mehr einem Flickenteppich mit bundesweit einzelnen starken und schwachen Regionen, da auch im Westen Gebiete mit strukturellen ökonomischen Problemen zurückfallen.

Das Ruhrgebiet fällt zurück

Lagen die Kreise mit der kürzesten Lebensspanne der Frauen 1996 noch im Osten, häufen sie sich jetzt den Forschern des Max-Planck-Instituts in Nordrhein-Westfalen. „Diese Teile des Ruhrgebiets sehen zwar auf der Karte klein aus, haben aber ähnlich viel Bevölkerung wie ein ostdeutsches Bundesland“, sagt Demograf Rembrandt Scholz. Das Schlusslicht unter den Bundesländern bei der Lebenserwartung der Frauen, das Saarland, liegt ebenfalls im Westen.

„Heute liegen deutschlandweit vor allem hoch entwickelte Regionen vorne“, so Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut. Das hänge auch mit Wanderungsströmen zusammen. Hoch entwickelte Regionen ziehen Menschen mit hohem Bildungsgrad an, die deutlich länger leben.

Damit haben gerade Vorruheständler in Baden-Württemberg und Bayern, zuvorderst Frauen, eine deutlich längere Spanne, die sie genießen können. Die Grafik unten spricht für sich.

Weiterführende Links:

Über Kommentare, Fragen und Anregungen zu meinen Posts freue ich mich. Dafür ist die Kommentarfunktion direkt unter dem jeweiligen Post da.

Wer wo wie lange lebt

Wer wo wie lange lebt – Flickenteppich mit Süd-Nord-Gefälle. Ost-Deutschland hat aufgeholt, dafür ist das Ruhrgebiet zurückgefallen, wie aus einer Studie des Max-Planck-Institut hervorgeht




Sex ist mehr als nur Sex

Sex ist mehr als nur Sex – eine Partnerschaft, in der es an Intimität mangelt, lässt die Partner unerfüllt zurück, das zumindest meint Leiter des Instituts für Energetische Paartherapie Robert Coordes. Das betrifft gerade langjährige Beziehungen. Sie klagen darüber, sexuell unbefriedigt zu sein und/oder sich als sexuell unzulänglich zu erleben. Was es damit auf sich hat und wie sich die Situation verbessern lässt.

Gastbeitrag von Robert Coordes, Institut für Beziehungsdynamik Berlin

Fast jeden Tag bekommen wir Einladungen zu Seminaren und Gruppen, die neue Zugänge versprechen, um das Sexualleben mit oder ohne Partner zu verbessern. Fast wöchentlich neue Trends und Methoden – die Frage jedoch ist, ob die neue Life-Style-Sex-Welle tatsächlich dort Lösungen bietet, wo das menschliche Leiden am größten ist: Im Bereich zwischenmenschlicher Intimität und Sexualität, der Möglichkeit also, sich mit einem anderen Menschen zu verbinden, sich geliebt zu fühlen und zu lieben, in Beziehung zu treten und mit einem anderen Menschen erfüllende Zweisamkeit zu erfahren.

Sex ist nicht immer Sex

Die persönliche oder partnerschaftliche Sexualität ist Auffangbecken aller möglichen Regungen, Vorstellungen und Motive – die zumeist dem Bewusstsein nur schwer zugänglich sind. Insofern ist Sex mehr als nur Sex. Unserer Erfahrung nach geht es in den seltensten Fällen darum, „Liebe zu machen“ oder dem anderen in Intimität seelisch zu begegnen. Die meisten Frauen und Männer suchen nach Anerkennung, nach Bestätigung, wollen sich am Anderen abarbeiten, sich spüren oder auch nicht mehr spüren, sich manchmal sogar selbst zerstören, in den „Keller ziehen“ oder am auch anderen rächen. All dies ist weder „richtig“ oder „falsch“, noch „normal“ oder „abnormal“ – diese zumeist tabuisierten Beweggründe beeinflussen allerdings maßgeblich Glück und Unglück in Beziehungen. Sex ist mehr als nur Sex – Sex ist das Spiel zwischen den Körpern, dass ausschließlich durch unsere Beziehung zu uns selbst und zum Partner/ zur Partnerin zum tiefen, berührenden Ereignis werden kann. Die Beziehung ist entscheiden und so kann die gleiche körperliche Praktik bei anderer innerer Haltung der Partner in Demütigung und Verachtung enden. Manche Frauen und Männer haben kaum eine Beziehung zur eigenen Sexualität und suchen unsere Hilfe auf, um Schlimmeres zu verhindern, weil beispielsweise der Partner mit dem Beziehungsende droht, wenn nicht endlich wieder Leben im Ehebett einzieht. Oder auch, wenn die Erektion wegbleibt und die Partnerin zunehmend emotionaler auf eine Lösung drängt oder auch wenn der Sex partout nicht erfüllend wird, obwohl man anscheinend über alles gesprochen hat und alle gegenseitigen Bedürfnisse thematisiert worden sind. Oder auch, wenn eine plötzlich auftauchende Affäre die Grundfesten der langjährigen Partnerschaft ins Wanken bringt.

Auch im Bett kann man nicht nicht kommunizieren

Auch wenn von einigen Therapeuten oder auch Schulen proklamiert – für uns gibt es keine Trennung zwischen Paar- und Sexualtherapie. Und auch keine Trennung zwischen Sexualtherapie und Psychotherapie. Eine Psyche, die sich nicht verbinden kann, kann auch nicht gesund sein und eine Partnerschaft, in der es an Intimität mangelt, ist in der Regel für die Partner nicht erfüllend. Menschen sehnen sich nach Verbindung und Einheit und diese zu erleben erfüllt sie mit Zufriedenheit und Kraft. Viele Ratgeber empfehlen, bei mangelndem oder nicht erfüllendem Sex einfach mehr zu kommunizieren. Wir halten die Wirksamkeit dieser Methode für relativ begrenzt. Würde Reden helfen, dann ist doch die Frage, warum unsere ansonsten in der Regel sehr intelligenten und eloquenten Klient_innen sich nicht bereits zusammengesetzt haben, um Lösungen auszuhandeln. Schlechter oder mangelnder Sex ist für uns nicht durch wertschätzende Kommunikation zu verbessern. Schlechter oder mangelnder Sex ist die Kommunikation zwischen den Partnern! Wenn ein Mann beispielsweise der Vorstellung unterliegt, es seiner Frau niemals recht machen zu können, dann wird sich diese Vorstellung auch im sexuellen Spiel mit der Partnerin/ dem Partner zeigen. In der Sexualität zeigen sich die Muster der Beziehung, Sex ist das Symptom der Beziehung. Daher teilen wir die Vorstellung nicht, dass Sex eine Art Verhalten ist, welches man optimieren und durch neuste Techniken trainieren kann. Sexualität ist ein Prozess beständiger Kommunikation zwischen den Liebespartnern. Und gerade hier, d.h. im Bett, zeigt sich in den meisten Beziehungen ein wichtiger Teil der Wahrheit und keine Fehlfunktion.

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Von der sexuellen Funktionsstörung zur Funktion der sexuellen Störung

Sexuelle Probleme werden leider gerne noch als „sexuelle Funktionsstörungen“ bezeichnet. Damit wird angenommen, dass es eine eigentliche, normale Funktion gibt, die gestört ist. Was aber, wenn die sexuelle Problematik eine Botschaft an den Partner oder an den darunter Leidenden ist? Was wäre, wenn beispielsweise die Lustlosigkeit keine Störung der Funktion ist, sondern eine versteckte direkt zu verstehende Botschaft, dass der partnerschaftliche Sex eben nicht mehr als erregend erlebt wird? Wäre dann die sog. sexuelle Funktionsstörung nicht die Lösung, indem sie dem Betroffenen erlaubt nicht zu funktionieren und trotzdem dem Konflikt zu entgehen, dem Partner die eigene Unzufriedenheit zu offenbaren? Tabubereiche erobern Die Kommunikation in Beziehungen und im Sexuellen ist stärker durch das beeinflusst, was wir nicht nicht auszusprechen wagen als durch das Konsensfähige. Jeder Beziehung liegt ein Vertrag zugrunde, dessen Klauseln wir stillschweigend abgestimmt haben – jede Beziehung pflegt einen Konsensbereich, der zumeist erst dann auffällt, wenn er von einem der Partner verlassen wird. Auch folgen wir zumeist Beziehungsidealen oder idealen Frauen- oder Männerbildern, ohne dass diese uns bewusst sind. Erst bei Widersprüchen wie beispielsweise in Krisen, Beziehungskonflikten oder bei sexuellen Problemen beginnen wir, diese Ideale in Zweifel zu ziehen und zu überprüfen. Ein Beispiel aus der Praxis: Viele Paare suchen unser Institut mit folgender Problembeschreibung auf: „Wir sind ein super Team, wir lieben uns, wir verstehen uns hervorragend und haben ein kleines Problem – wir haben seit sechs Jahren keinen Sex mehr.“

Sex ist mehr als nur Sex

Nun könnte man davon ausgehen, dass man therapeutisch hier ein leichtes Spiel hat, schließlich bewegen sich beide ja auf einer soliden, liebevollen Basis – aber für uns ist hier gerade dieses „Wir“ das Hindernis, das der sexuellen Leidenschaft im Wege steht. In der Regel haben sich die Partner in Beziehungen, in denen die erotische Leidenschaften eingeschlafen ist, einem bestimmten Ideal verschrieben: Gegenseitige Liebe und Achtung um jeden Preis! Nicht selten ist das Ganze dann noch spirituell-psychologisch etikettiert, indem sich die Einzelnen oder Beide beispielsweise einem Ansatz wie dem der gewaltfreien Kommunikation oder dem Tantra verschrieben haben. Mir geht es hier keinesfalls darum, diese Ansätze zu kritisieren, doch will ich festhalten: Jedes Ideal wirft einen Schatten und so ist in Partnerschaften wie diesen meist die Aggression verschattet. Vorbehalte dem Anderen gegenüber dürfen im Hinblick auf das Ideal nicht sein, sie werden exkommuniziert, so in den Untergrund verdrängt und begegnen den Partnern dann zumeist im Bereich intimster Nähe wieder: Nämlich im Bett. Um es noch mal in Erinnerung zu rufen: Sex ist mehr als nur Sex. Dort herrscht dann Funkstille, obwohl sich beide angeblich so sehr bemühen, den Bedürfnissen des anderen in wertschätzender Weise gerecht zu werden. Manchmal zeigen sich uns in der Praxis grotesk anmutende Szenen: Paare, die vor uns großen Wert darauf legen, bedächtig und wertschätzend miteinander zu kommunizieren, während sie sich im Bett jahrelang nicht mehr begegnet sind und sich im Bereich körperlich-erotischer Bestätigung jegliche wertschätzende Kommunikation vorenthalten und sich gegenseitig unausgesprochen „verhungern“ lassen.

Wie sieht nun unsere Lösung aus?

Das Subversive, in den „Untergrund Verdrängte“ und damit die in der Partnerschaft tabuisierten Aspekte müssen wieder ins partnerschaftliche Bewusstsein geführt werden und kommuniziert werden. Und warum auch nicht? Wohl nichts ist natürlicher, als den eigenen Partner von Zeit zu Zeit als komplett nervig zu erleben oder seine längst bekannten Verhaltensweisen nicht mehr ertragen zu können. Für viele Paare ist es zu Beginn eines Therapie die größte Herausforderung, den Partner/ die Partnerin mit den eigenen Schattenseiten zu konfrontieren. Mit ein wenig Übung kann dies allerdings ein kraftvoller und humorvoller Prozess sein, der zu einer tiefen und wahrhaftigen Partnerschaft führt. Ähnliches gilt auch für Männer oder Frauen, die nicht in Partnerschaft leben und unter sexuellen Problemen leiden oder für sich selbst nach Auswegen aus langjährigem Singledasein suchen. Auch hier ist die Suche nach dem Tabuisierten zentral – auch hier muss der Tabubereich erobert werden, will man die sexuelle Lebendigkeit zurückerobern.

Trennendes ausdrücken, dabei in Kontakt bleiben

In Beziehungen müssen wir lernen, das vermeintlich Trennende auszudrücken, auch wenn es Angst macht und Befürchtungen weckt. Nicht selten kommen Männer zu uns in Therapie, die uns erschrocken ansehen, wenn wir empfehlen, die neue Partnerin/ den neuen Partner doch vor den ersten gemeinsamen sexuellen Experimenten darüber aufzuklären, dass sie unsicher sind und häufig daraufhin auch Probleme haben, eine Erektion zu bekommen. Viele Männer erleben es als ihre größte Herausforderung überhaupt, eben diese als komplett disqualifizierend erlebte Schwäche der Geliebten kundzutun. Manche Partner berichten in Therapie, dass sie das immer gleiche sexuelle Routine-Spiel nicht mehr ertragen können – dass sie aber vor einem Gespräch zurückschrecken, da sie angeblich den Partner nicht verletzen wollen. Wieder andere ekeln sich gerade in intimen Momenten vor dem Geliebten, fühlen sich übergangen oder unterdrückt und trauen sich nicht, dies anzusprechen oder auszudrücken. Manch einer erlebt auch die eigenen Fantasien als trennend und hält diese angstvoll zurück, so z.B. die Sehnsucht, vom eigenen Partner gefesselt oder geschlagen zu werden. Doch gerade hier kann die Chance bestehen, dem Partner/ der Partnerin gegenüber wieder Respekt zu entwickeln. Denn gerade, wenn wir angstvoll das zurückhalten, von dem wir befürchten, dass es den anderen verletzten könnte, dann bestätigen wir in uns, dass wir den Partner für schwach und klein halten. Erst mit der Erfahrung, dass der Partner aushalten kann, was ich für absonderlich schlimm gehalten habe, kann wieder Respekt entstehen.

Emotionale Selbstständigkeit weckt Begehren

Schließlich finden wir nur den selbstständigen Partner sexuell anziehend und nicht den nach Bestätigung und Anerkennung geifernden Partner, der uns am sprichwörtlichen Rockzipfel hängt. Und allzu leicht glauben wir, uns bei andauernder Beziehung besser zu kennen und einschätzen zu können, glauben zu wissen, wo die Grenzen der Partnerin liegen und erkennen dabei häufig zu spät, dass mit zunehmender Beziehungsroutine der Raum der Beziehung immer kleiner und enger wird. Manche Partner müssen ausbrechen, um der kompletten „Eingemeindung“ zu entfliehen und sich die eigene Selbstständigkeit zu beweisen. Der Weg in die partnerschaftliche und persönliche Lust besteht darin, die eigenen Tabubereiche zu erobern und dabei in Kontakt zu bleiben. Erst dann können wir die Erfahrung machen, dass unsere Beziehung auf einer wahrhaftigen Basis fußt und nicht auf Illusionen und Schattenaspekten. In Krisen ist Öffnung möglich Viele Menschen finden den Weg in eine Paar- oder Sexualtherapie erst in einer schweren Krise. Z.B. dann, wenn der geliebte Partner sich getrennt hat oder ein Seitensprung auffliegt, wenn Verlust droht und der Schmerz offenkundig wird. Vielen wird erst dann bewusst, dass sie über Jahre in der Beziehung Krieg geführt haben anstatt den anderen kennen- und lieben zu lernen. In Therapie versuchen wir bewusst, diesen Krisenpunkt anzusteuern oder auch zu verstärken. Denn mal ehrlich: Ist es nicht so, dass wir manchmal erst dann schätzen können, was wir haben, wenn wir befürchten müssen, es zu verlieren? Ebenso ist es in Beziehungen – häufig erwachen die Beziehungspartner erst dann aus dem sexuellen Tiefschlaf, wenn eine dritte Person in Gestalt einer erotischen Affäre erscheint. Vielfach zeigt sich ein Mann oder eine Frau erst dann bereit, sich mit einem sexuellen Problem zu beschäftigen, wenn der Partner/ die Partnerin mit dem Beziehungsende droht. Doch auch eine plötzliche Liebe kann zur Krise führen: Einige Menschen kommen zu uns, weil der schlimmste Fall eingetreten ist, zu dem es hätte kommen können: Sie haben sich verliebt und sehen sich nun gezwungen, sich der eigenen Störungen anzunehmen und auf die Suche nach Veränderung zu gehen.

 

 

Sexualtherapie fördert persönliche Entwicklung

Sexualtherapie gilt häufig immer noch als therapeutische Nischendisziplin; als notwendiges Mittel, welches man in Anspruch nehmen sollte, wenn das, was eigentlich funktionieren sollte nicht mehr funktioniert. Für viele zielt Sexualtherapie lediglich darauf ab, die „normale Funktion“ wieder herzustellen. Für uns am Berliner Institut ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität Möglichkeit zur persönlichen, spirituellen und partnerschaftlichen Entwicklung. Unter dem Dach unseres Instituts arbeiten vier befreundete Therapeut_Innen seit 2006 im Bereich Sexualtherapie, Paartherapie und Psychotherapie zusammen. Unsere Arbeit basiert auf langjähriger Selbsterfahrung – unsere Konzepte haben wir in Auseinandersetzung mit den eigenen Themen entwickelt und geschliffen.

Entstanden ist die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie, ein Ansatz, der tiefenpsychologische und systemische Konzepte mit körpertherapeutischen, hypnotherapeutischen und gestaltpsychologischen Methoden umsetzt. Ziel ist persönliche, partnerschaftliche und spirituelle Entwicklung. Im Fokus unserer Arbeit steht die Beziehungsfähigkeit – unabhängig davon, ob uns Frauen, Männer, Singles, hetero- oder homosexuelle Paare aufsuchen. Die Angst vor der Sexualität

Robert A. Coordes ist Diplom Psychologe, Heilpraktiker für Psychotherapie, Energetische Therapie und Körpertherapie, Systemischer Therapeut und Familientherapeut (DGSF), NLP- Trainer und Business-Coach, Hypnotherapie nach Milton H. Erickson, Change Management-Trainer/ Führungstrainer


 

… und hier ein paar Ideen und Anregungen aus Seniorbook.de zum Thema Sex über 50:

Gute Gründe für die körpliche Liebe auch jenseits der 50 gibt es eine ganze Reihe. Viele Studien und nicht zuletzt die Lebenserfahrung zeigen – allen voran ist es die Liebe, die zum Sex treibt, das nicht genug bekommen können vom anderen. Daneben spielen aber auch viele andere Dinge eine Rolle:

1. Nicht wenige Frauen erleben erst jenseits der 50er ihren ersten Orgasmus mit dem Partner. Eine Studie nennt dabei sogar als Zahl 17 Prozent… die Ursache ist vermutlich, dass sie erst im höheren Lebensalter die Muße, Entspannung und Erfahrung haben, Sex richtig genießen zu können.

2. Kaum etwas anderes zwischen zwei Paaren ist so positiv wie Sex und vermittelt ein so intensives Lebensgefühl.

3. Sex vermittelt emotionale Nähe – „ich fühl mich ganz nah bei dir…“

4. Deshalb stabilisiert Sex auch die Bindung zwischen Mann und Frau.

5. Sex entspannt und löst Aggressionen auf. Für viele Paare ist ein Streit erst dann richtig aus der Welt geschafft, wenn sie danach guten Sex haben.

6. Es ist einfach schön und macht Spaß, so lautet die simple Antwort von rund einem Drittel der Befragten.

7. Sex und Orgasmus halten fit. Der Puls beschleunigt sich etwas, die Atmung wird rascher, danach tiefe Entspannung. Ärzte vergleichen die gesundheitliche Wirkung von einem Liebesakt mit der eines kleinen Waldlaufs.

8. Sex macht schlank: Je nach Aufwand des Liebesspiels verbrennen Sie dabei bis zu 350 Kilokalorien. Das Beste daran: Anders als wenn Sie sich zum Sport aufraffen müssen – geht es um Sex, müssen Sie sicherlich vorher keinen inneren Schweinehund besiegen

9. Sex hält auch äußerlich jung. Die Hormone, die beim Schmusen und demOrgasmus produziert werden, wirken wie natürliche Faltenkiller

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