Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‚“Spiegel“ hat mit „Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?“. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind“.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen („Mein erster Schwarm“) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für „Erfahrung und Entdeckergeist“ herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll „Classic“ heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach „Spiegel Classic“ fragen. „Was soll das sein?“. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. „Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit“, wirft das Medienmagazin „Meedia“ ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter „Victoria“ und „meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit „Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch „Brigitte Wir“ hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, „Viva“ ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.

 




Was geht uns eigentlich die Demografie an?

Deutschland schrumpft nicht. Ist das eine gute Nachricht? Deutschland schrumpft zwar nicht, aber Deutschland wird älter. Deutschland verändert sich strukturell, insofern geht uns die Demografie sehr wohl etwas an – und was geht uns die Demografie an?

Wer sich das Video bei Youtube von Rosemarie Konirsch bis zum Ende anschaut, begreift in 4:42 Minuten, was uns Demografie angeht. Zwar bleibt die Bevölkerungszahl in Deutschland vergleichsweise stabil, trotz Zuwanderung vergreist Deutschland langsam. In zehn Jahren, sprich so gegen 2027 geht die Babyboomer-Generation endgültig in Rente. Dann sei der Peak erreicht.

Ist der demografische Wandel wirklich so schlimm? Ein Video von Rosemarie Konirsch

https://www.youtube.com/watch?v=NKaFEaAkojU

Und es ist ja nicht so, dass entsprechend viele Junge nachrücken. Die Basis ist deutlich schmäler – aus dem Tannenbaum wird, na, sagen wir mal, so etwas wie eine Artischocke, mit einer schmalen Basis und einem dickeren Oberteil. Den Erwerbstätigen stehen mehr ältere Menschen gegenüber. Dieser Prozess sei eine riesige Herausforderung für Personaler, so die Demografie-Exertin Konirsch. Dabei sei auch der Know-how-Verlust nicht zu vernachlässigen.

Mehr tun für altersgerechte Arbeit

Es gilt also für Unternehmen, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt auf eine altersgerechte Ausgestaltung der Arbeitswelt. Dazu gehört sicher auch, die Arbeit flexibler zu gestalten, dazu gehört ferner Weiterbildung für Ältere, was bislang in vielen Unternehmen vernachlässigt wird. Beim „Demografiegipfel 2017“ am 16. März 2017 – und auch schon davor – wurde zwar viel diskutiert, meist blieb es aber bei Sonntagsreden. In der Praxis sieht es doch so aus, dass die Arbeit generell nicht so gestaltet wird, „dass sie zunehmend älter werdenden Beschäftigten gerecht wird“, von Ausnahmen einmal abgesehen.

Spanien, Italien und Deutschland sind die „ältesten“ Bevölkerungen

2020 ist Deutschland im Schnitt 47 Jahre alt Quelle: oecd

2020 ist Deutschland im Schnitt 47 Jahre alt
Quelle: oecd

Investition in Weiterbildung

Die Kanzlerin mahnte Investitionen in Bildung und Forschung an, den Kommunen fehlt dafür aber meist das Geld. Innenminister Thomas de Maizière sagte, die Vitalität der sogenannten „jungen Alten“ sei eine Riesenchance für Deutschland. Klingt gut, kostet ja nichts. Doris Wagner von den Grünen kritisierte den „Demografiegipfel“ als Schaufensterveranstaltung, womit sich sicher nicht ganz unrecht hatte.

Dieses Jahr finden noch zwei weitere Demografie-Veranstaltungen statt:

Auf dem 7. Demografiekongress in Frankfurt treffen „Jungunternehmer der Generation Y treffen auf etablierte Führungskräfte aus Generationen, für die gar keine Buchstaben erfunden wurde“, so die Veranstalter. Auf dem Demografiekongress stellt sich auch das Demografienetzwerk vor. Das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain besteht zurzeit aus 13 Partnern, darunter die IHK Frankfurt am Main, die Stadt Eschborn, die Stadt Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain, das Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain und die ING-DiBa, das Demographie Netzwerk (ddn), die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, das IHK-Forum Rhein-Main, die Kreisstadt Dietzenbach, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Verein zur Förderung der Standortentwicklung e.V. und die Frankfurt University of Applied Sciences.

Der Demografie Kongress im August versteht sich als der Leitkongress zur Gestaltung des demografischen Wandels hierzulande.




Wie wichtig es ist, im Alter mit der Mode zu gehen?

Mode hat nichts mit Größe oder Alter zu tun – oder doch? Letztlich kommt es drauf an, sich wohl zu fühlen. Mode ist also auch Maß für die eigenen Ansprüche – und die sollten im Alter nicht verflachen, denn Andere beurteilen einen, bewusst oder unbewusst, an der Kleidung. Das gilt für Frauen wohl noch mehr als für Männer. Allein deswegen ist es wichtig, auch im Alter mit der Mode zu gehen. Wobei Mode für die Generation 50plus sicher anders aussehen wird als für Jüngere.

Kann Mode Spaß machen?

„Wer älter wird, braucht a besser’s Gwand“, lautet ein gängiger Spruch älterer Herren in Bayern. Gepflegt auszusehen, hebt das Selbstvertrauen. Mode ist Haltung und keine Frage des Alters. Ein gut sitzendes Sakko samt Einstecktuch plus kombinationsstarker Bundfaltenhose – dazu vielleicht mal ein Stehkragenhemd im Comfort-Fit ist schnell zusammengestellt und schindet Eindruck. Es macht sogar Spaß, mal einiges auszuprobieren und es lohnt sich, auch die Trends zu verfolgen – ohne ihnen hinterher zu jagen. Wer ein gewisses Alter erreicht hat, der darf eine gesunde Lässigkeit entwickeln – Zeit, den eigenen Stil zu finden und gelegentlich zu experimentieren, dabei dennoch authentisch zu bleiben. Für Männer gibt’s leider noch wenige Blogs, die sie inspirieren könnten. „House of Majd“ vom Fotograf Ken Browar und dem Autor Hooman Majd gehört dazu, sicher auch „What Ali Wore“, Einen Überblick über Mode-Männer-Blogs gibt’s auf der Seite stylebook.

Stilvolles Altern als Kunst

Der eigene Stil kollidiert vielleicht manchmal mit der aktuellen Mode. Ältere, die versuchen, den Jungen nachzueifern, wirken gelinde gesagt „daneben“. Wer als reife Dame partout hipp sein will, muss sich nicht wundern, belächelt zu werden. Nun, keine Regel ohne Ausnahme, wie Dorrie Jacobson, ein pensioniertes Playboy Bunny und heute Quasi-Expertin für stilvolles Altern beweist – die sich aber auch gern selbst auf den Arm nimmt auf ihrer Seite „Senior Style Bible“. Es gibt nun einmal Trends, die für die Ältere überhaupt nicht tragbar sind, aber durchaus auch solche, die sich für den Alltag von Onkel Heinz und Tante Lisbeth eignen. Was bei dem Ex-Model gerade noch so durchgeht, wirkt bei anderen zumindest komisch. Dorrie beweist gleichzeitig, dass es Spaß macht, modische Trends zu beobachten, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

Für Dorrie steht fest, dass es nie zu spät ist, seine Anziehungskraft und seinen Charme wieder zu beleben. „Viele Frauen haben Angst, alt zu werden, deswegen will ich ihnen Bilder von Frauen zeichnen, die auch im Alter schön aussehen und sich auch so fühlen“, schreibt sie auf ihrer Seite „Senior Style Bible“. Schönheit sei alterslos, wenn sie mit dem nötigen Selbstvertrauen getragen werde.

Welche Rolle Farben spielen

Das Leben ist bunt – und nicht beige. „Über 50 ist nicht beige“, betitelt die Modebloggerin Sanne Fiege deswegen ihren Blog. Übrigens, auf dem Portal „Blogs50plus“ gibt es einen hilfreichen Überblick über Mode-Blogs für 40plus und 50plus. Bunte, fröhliche Farben heben die Stimmung. Besonders intensiv ist dieser Effekt bei leuchtendem Gelb oder Orange. Schwarz, Grau und Braun hingegen sollten immer mit mindestens einem bunten Stück kombiniert werden – als Stimmungsaufheller sozusagen.

Die Frühjahrs- und Sommertrends 2017

Was liegt dieses Jahr im Trend? Auf den Catwalks, sprich den Laufstegen, war viel Pink zu sehen – oder Fuchsia, wie diese auffällige Farbe auch heißt. Das ist allerdings schon etwas für Mutige. Angeblich dürfen das sogar Herren tragen. Aber wie gesagt: nichts muss, alles kann. Ein schickes Fuchsia-Hemd zur schwarzen Hose – warum nicht. Weitere Trends sind Tüll, T-Shirts mit großen Schriftzügen, Sportkleidung und typische 80er-Jahre-Mode (zu der etwa schwarze oder hautfarbene Schulterpolster wie man sie bei Sieh an! findet und Neon-Farben gehören). Ja, richtig gehört, die 80er-Jahre kommen wieder. Das war die Zeit von Glanz und Glitter, von Leggings und Rüschen. Wer damals damit aufgewachsen ist, dürfte sich zumindest wundern.

Klassiker für jede Gelegenheit

Von der aktuellen Mode und vergänglichen Trends einmal abgesehen, gibt es auch Stücke, die sich jeder irgendwann einmal geleistet haben sollte. Dabei handelt es sich um zeitlose Klassiker – was wäre das Leben ohne ein bisschen Luxus? Für Damen gehört das Designer-Kostüm dazu, das sich zu allen festlichen Anlässen tragen lässt. Kostüme sind zeitlos und trendy – mit Charme-Garantie. Diese Eigenschaft hat zum Beispiel ein Kostüm von Chanel, Valentino oder Karl Lagerfeld. Für Herren ist es der hochwertige Anzug für besondere Lebenslagen – einer von Hugo Boss oder Armani.




Wie lässt sich Arbeit altersgerecht gestalten?

Politiker und Ökonomen fordern, dass Ältere länger arbeiten sollen. Können sie das auch? Wie stellen sich Unternehmen darauf ein? Längst ist nicht alles ideal – höchste Zeit nachzubessern oder überhaupt erst mal loszulegen.

Zwar steigt der Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften peu à peu, aber von den 63-Jährigen sind der Bundesagentur für Arbeit nur noch 15 Prozent Vollzeit beschäftigt, von den 64-Jährigen sind es lediglich 10,3 Prozent, selbst von den 60-Jährigen sind nur 35,2 Prozent Vollzeit beschäftigt. So sah im vergangenen Jahr die Realität aus. Dabei altern Deutschland und Italien in Europa am schnellsten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren 2016 hierzulande 21 Prozent älter als 65 Jahre – getoppt nur von Italien mit 22 Prozent. Die jüngste Bevölkerung hat übrigens Irland mit 13 Prozent 65plus-Einwohnern.

Immer weniger Aktive und mehr Alte

Unternehmen stehen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen für eine längere Lebensarbeitszeit zu gestalten. Die BAuA hat deswegen die Broschüre die „Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung“ herausgebracht. Die baua: Praxis vermittle systematisch und praxisnah den aktuellen Forschungsstand – plus Hinweise auf die Möglichkeiten einer alterns- und altersgerechten Arbeitsgestaltung.

2030 werden laut BAuA voraussichtlich nur noch 39 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland leben. 2010 seien es noch rund 45 Millionen. Schon aus Eigeninteresse müsste den Unternehmen daran gelegen sein, qualifiziertes Personal möglichst lange und leistungsfähig im Unternehmen halten – am besten bis zur Regelaltersrente. Eigentlich dürfte es sich von selbst verstehen, dass ein gutes Betriebsklima und ergonomische Arbeitsumfeld motivieren. Motivierte Beschäftigte, sind gesunde Beschäftigte, die seltener krank werden – gut für die Effizienz. Leider ist das bei vielen Führungskräfte noch nicht angekommen.

So sieht altersgerechte Arbeit aus

Die Broschüre der BAuA verdeutlicht, worauf es bei der alterns- und altersgerechte Gestaltung der Arbeit ankommt. Sie gibt konkrete Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten im Betrieb – und ist gedacht für Verantwortliche in Betrieben, Arbeitsschutzakteure, Beratende, sowie Vertreter der Sozialpartner.

„Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung – Grundlagen und Handlungswissen für die Praxis“; Inga Mühlenbrock; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; ISBN: 978-3-88261-216-5; 100 Seiten, DOI: 10.21934/baua:praxis20161116. Die baua: Praxis gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.




Wie sieht die richtige Pflege für reife Haut aus?

Im Laufe unseres Lebens verändert sich viel – unter anderem auch die Haut. Wer auch im hohen Alter mit frischer Haut und einem strahlenden Teint überzeugen möchte, der muss seine Haut richtig pflegen. Schließlich ist nicht jedes Produkt auch tatsächlich für ältere Menschen geeignet. Denn mit zunehmendem Alter steigen die Ansprüche der Haut. Worauf ist zu achten? Wie sieht die richtige Pflege für reife Haut aus?

Problem – langsamere Regeneration

Reife Haut regeneriert sich nicht mehr so schnell und wird empfindlicher. So kann sie beispielsweise auch weniger Feuchtigkeit speichern. Dadurch lässt die Elastizität nach und es entstehen Falten. Betroffen ist nicht nur das Gesicht, sondern die Haut am gesamten Körper.

Rissige Ellenbogen und Knie, das Gesicht wirkt fahl und die Beine fühlen sich schwer an und sind geschwollen. Schon kleinste Hautirritationen können zu starkem Juckreiz, Entzündungen und sogar Ekzemen führen. Schuld sind unter anderem die Schweißdrüsen, die bei Senioren weniger aktiv sind. Dadurch lässt der Säureschutzmantel viel schneller Bakterien durch die ansonsten vorhandene natürliche Barriere. Das führt letztlich zu Hautproblemen.

Tipps für die Hautpflege von Senioren?

Senioren neigen schnell zu trockener Haut. Diese besitzt nicht mehr die Widerstandskraft, wie sie früher einmal vorhanden war. Deswegen muss die Haut mit einer auf reife Haut spezialisierten feuchtigkeitsspendenden Creme verwöhnt werden. Das fängt bereits bei der Dusche an, denn die Haut muss mit allen notwendigen Stoffen versorgt werden – und da sind rückfettende Duschgels besonders gut geeignet.

Eine spezielle Körperlotion sorgt für die nötige Feuchtigkeit danach. Übrigens eignen sich als Pflegeprodukte ebenfalls Produkte für die Babypflege, da die Haut kleiner Kinder ebenfalls viel Feuchtigkeit benötigt. Zusätzlich zur Hautpflege ist aber auch ein gesunder Wasserhaushalt des Körpers wichtig, da dieser ebenfalls die Haut beeinflusst. „Trinken, trinken, trinken“ heißt das Motto. Senioren sollten ausreichend trinken, am besten über den Tag verteilt – Trinken und pflegen sind die ideale Kombination.

Tipp: Noch mehr Antiaging Tipps für die Haut ab 50 gibt es hier.

Bild: © istock.com/PeopleImages




Wie bleiben wir auch im Alter geistig fit?

Fit im Alter – das bezieht sich auf Körper und Geist. Wie bleiben wir auch im Alter geistig fit? Training, soziale Kontakte, neue Eindrücke – das ist die Erfolgsformel für ein gutes Gedächtnis bis ins hohe Alter. Unser Gehirn ist im Alter zwar nicht mehr ganz so plastisch, wenn wir unseren Denkapparat ständig fordern, bilden sich jedoch auch in der dritten Lebensphase neue Synapsen, sprich Verbindungen zwischen den Nervenzellen.

(Vor)Ruhestands- und Übergangscoach Wolfgang Schiele beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Hier die Gedanke des Experten für die 50plus-Generation in punkto geistige Fitness im Alter:

Es ist kein Geheimnis – wir werden alle älter. Pro Jahr, so Wissenschaftler, gewinnen wir sechs Wochen Lebenszeit hinzu! 2040 werden die Menschen bereits eine Lebenserwartung um die hundert Jahre haben. Was wir für unsere körperliche Mobilität und Gesunderhaltung tun können, lesen wir tagtäglich in den Medien und werden überhäuft mit Ratschlägen der Ernährungs- und Fitnessgurus.

Tipps für die geistige Fitness

Wie aber lautet der Rat für die geistige Fitness? Unbestritten ist, dass mit fortschreitendem Alter Nervenzellen absterben und unser Arbeitsgedächtnis in seiner Schnelligkeit und Merkfähigkeit nachlässt. Doch unser Gehirn hat einige Reserven auf Lager.

Das schwindende Denkvermögen lässt sich durchaus ausgleichen. Zum einen tut das Gehirn seinen Teil: Es schaltet beispielsweise bisher nicht genutzte hintere Hirnregionen zur Unterstützung des Stirnhirns bei Konzentrationsaufgaben ein, erhöht zum Ausgleich für die sich reduzierende Gehirnmasse die Aktivität der verbliebenen Neuronen oder nutzt vermehrt die Kapazitäten beider Gehirnhälften. Zum anderen können wir selbst aktiv am Erhalt unserer geistigen Fitness arbeiten. Denn es gibt einen Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und der geistiger Flexibilität und Kreativität. Das wissen die wenigsten von uns. Biochemiker und Neurobiologen haben herausgefunden, dass aktivierte Muskeln Stoffe freisetzen, die ins Blut gelangen und im Gehirn zur Ausschüttung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) führen – eines Stoffs, der als Nervenwachstumsfaktor wirkt und nicht nur das Überleben von Nervenzellen sichert, sondern auch neue Möglichkeiten ihrer Verknüpfung fördert. Und vielleicht auch demenzhemmend wirkt.

Mit 75 noch chinesisch lernen

Wenn es uns dann noch gelingt, unser Gehirn in der geeigneten Weise „ständig zu fordern, so dass es weh tut“, wie es Professor Gerhard Roth, einer der führenden deutschen Neurowissenschaftler formuliert, dann könnten wir auch noch mit 75 Jahren beispielsweise die chinesische Sprache erlernen.

Noch einmal staunen wie ein Kind

Alles, was wir dazu brauchen, sind ein paar Zutaten: Neugier, Wissensdurst und herausfordernde (Alters)Aufgaben. Sich dem Unbekannten stellen und noch einmal staunen wie ein Kind. Sich mit Hingabe einem Hobby widmen und auch Anstrengungen nicht scheuen. Sich um die Entspannung im Kopf genauso sorgen wie für die Lust am Denken.

Mehr Mut zur Veränderung

Roth formuliert es in „GEOkompakt“ folgendermaßen: „Alle Ärzte, alle Experten raten – fange früh genug an, dich mit der Frage zu beschäftigen, was du machen kannst und willst, wenn du mit 65 in Rente gehst. Doch hierzulande trauen sich zu viele Menschen schon während ihrer Berufsjahre nichts Neues mehr zu.“

Übrigens, Schiele nimmt Sie gern mit auf den Weg zu lebenslanger, geistiger Fitness, damit Sie nicht zu den Menschen gehören, die den Herausforderungen ausweichen. Er findet mit Ihnen heraus, worin Ihre späte Ziele bestehen und wie Sie sie umsetzen können.

Wolfgang Schiele ist Coach für Menschen im Veränderungsprozess vom Beruf in den Ruhestand und über seine Seite Coachingfiftyplus.de zu erreichen.

 




Fürchtet euch vor Altersarmut – Rente wird nicht reichen

Keine Angst vor Altersarmut? Viele sollten sich aber vor Altersarmut fürchten, denn sie droht allen, die nicht auch noch privat vorsorgen. Im neuen Alterssicherungsbericht 2016 warnt jetzt auch die Bundesregierung vor Altersarmut. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, ist verlassen. Die gesetzliche Rente wird künftig nicht für ein auskömmliches Einkommen im Ruhestand reichen. Das Rentenniveau sinkt weiter von derzeit 47,8 Prozent auf 43 Prozent im Jahr 2030. Ab 2025, also in neun Jahren, geht es dann rapide nach unten: von 46,4 auf 45 und schließlich auf 43 Prozent, letztlich bis zum Jahr 2045 sogar auf 41,6 Prozent, wenn der Gesetzgeber nicht gegenhält.

Wie lässt sich die Versorgungslücke schließen?
Bestandsaufnahme vor der Rente in punkto Ausgaben und Einnahmen
Halb soviel Rente für Frauen wie für Männer
Wehe, wenn die heile Rentenwelt zerbricht
Rentenerhöhung, 4 Prozent im Westen, 5 Prozent im Osten

Große Versorgungslücke im Alter

Für viele öffnet sich da eine gewaltige Versorgungslücke im Vergleich zum letzten Gehalt. Wer nicht rechtzeitig extra vorgesorgt hat, schaut im Alter in die Röhre. „Ein erhebliches Risiko“ bestehe vor allem für Geringverdiener, mahnt die Bundesregierung. Das ist freilich noch ziemlich untertrieben. Geringverdiener werden im Alter zu Hartz-IV-Empfängern, sorry, das heißt ja Grundsicherung.

Das ist alles nichts neues, offensichtlich ist es noch immer vielen Bürgern nicht bewusst, was da auf sie zukommt. Von Angst oder Beklemmung kann keine Rede sein – „ist ja alles noch so weit weg“. Erst wenn der Rentenbeginn naht, wachen einige auf. Dann ist es allerdings zu spät. Altersvorsorge ist ein Langfristprojekt.

Alterssicherungsbericht 2016

Seit dem letzten Alterssicherungsbericht sind vier Jahre vergangen. Die Lage hat sich leider nicht verbessert, sondern verschlechtert. Der Alterssicherungsbericht umfasst 258 Seiten. Nur so viel vorweg, von den schätzungsweise 82 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, sind mehr als 17 Millionen 65 Jahre oder älter – und drei Viertel der Altersleistungen kommen aus von der Deutschen Rentenversicherung.

Die Analyse dokumentiere aber auch große Einkommensunterschiede, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. So hätten Männer mit einem Alterseinkommen von netto durchschnittlich gut 1700 Euro fast 600 Euro mehr als Frauen. Auch Beamte hätten ein “überdurchschnittliches Alterseinkommen“: Ihre Pensionen seien mit durchschnittlich 2300 Euro netto im Monat höher als die Leistungen anderer Versorgungssysteme. Fast die Hälfte der ehemals Selbständigen verfüge hingegen nur über ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro. Eben deswegen erwäge Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), eine Vorsorgepflicht für Selbständige einzuführen. Wie aus dem „Alterssicherungsbericht 2016″ hervorgeht, haben 47 Prozent der Niedrigverdiener keine zusätzliche Altersvorsorge.

Andrea Nahles will im November 2016 ein Rentenpaket schnüren

https://www.youtube.com/watch?v=wqy-K3ZXrYo

2017 geringere Rentenerhöhung

In diesem Jahr ist die Rentenerhöhung ja üppig ausgefallen, 2017 wird es wohl üppig sein. Die heutigen Rentner müssen im kommenden Jahr mit einer deutlich geringeren Erhöhung ihrer Bezüge auskommen als in diesem Jahr: Die Schätzungen gehen von 2,3 Prozent (West) und 2,58 Prozent (Ost) aus. Im Juli 2016 waren die Renten um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten gestiegen.

Definition des Rentenniveaus

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittseinkommen aller Erwerbstätigen. Derzeit liegt es bei 47,8 Prozent, bis 2030 darf es sich gesetzlichen Vorgaben zufolge auf bis zu 43 Prozent verringern. Für die Zeit danach gibt es noch keine Festlegung. Nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitsministeriums würde sich das Absinken fortsetzen.

Kommentare der Medien:

  • „Mittelbayerische Zeitung“: „Der Befund des jetzigen Alterssicherungsberichts, Geringverdiener sollten bitte schön zusätzlich vorsorgen, ist nicht nur eine Kapitulation vor dem Problem der wachsenden Armut im Alter, sondern auch zynisch. Hier werden Ursache und Wirkung verdreht. Eine sehr große Koalition aus SPD, Union und Grünen ebnete vor Jahren den Weg in den Niedriglohnsektor, machte Arbeit flexibler und billiger. Mit den Nebenwirkungen dieser Politik will man nun am liebsten nichts zu tun haben. Wenn sich Ende der Woche die Spitzen der Union über die künftige Rentenpolitik beugen, dann sollten sie sich zuerst ehrlich machen. Und zweitens wirksame Haltelinien gegen Altersarmut auf den Weg bringen.“
  • Die „Volksstimme“ aus Magdeburg:  „In Zeiten, in denen Sparer wegen der Null-Zins-Politik Jahr für Jahr Milliarden bei ihrer Altersvorsorge verlieren, ist die kapitalgedeckte Altersabsicherung gescheitert. Die Politik scheut sich offenbar, diesen Fakt anzuerkennen. In der Rentenpolitik müsste eigentlich ein Umsteuern auf der Tagesordnung stehen. Aus mehreren Gründen: Weil die private Altersvorsorge keine Zinsen mehr abwirft. Weil die staatlich-geförderte Riesterrente, die vor allem für Geringverdienter gedacht war, sich zu einem Flop entwickelt hat. Weil die Rentenformel so gekürzt wurde, dass Normalverdiener trotz lebenslanger Einzahlung in der Altersarmut landen. Das gesamte System ist aus den Fugen geraten. Und es wird dem Staat noch gewaltig auf die Füße fallen.“
  • Die „Nürnberger Nachrichten“:  „Unsere Volksvertreter ermahnen dazu, private Rentenversicherungen abzuschließen – obwohl hohe Gebühren die Renditen in den ersten Jahren oft komplett auffressen. Obwohl für die meisten Kunden am Ende eine mickerige bis gar keine Rendite herausspringen wird – bis hin zum Verlustgeschäft. Und obwohl diejenigen, die eine Absicherung am nötigsten brauchen, oft kein Geld dafür übrig haben. Es ist Zeit, dass die Politik eine Kehrtwende einleitet. Weg von der Förderung privater Vorsorge, zurück zu paritätisch finanzierten Beiträgen.“

Weiterführende Links:




Immer mehr ältere Menschen in Deutschland arbeiten

Warum arbeiten immer mehr Alte in Deutschland? Die Zahl der 65- bis 69-Jährigen, die noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen ist von 2005 bis 2015 deutlich gestiegen – von 6,5 auf immerhin 14,5 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Das ist jeder Siebte. Warum ist das so?

Gründe fürs Arbeiten im Alter

Viele dürften schlicht und einfach gezwungen sein zu arbeiten, wenn auch nur wenige Stunden pro Woche, weil die Rente nicht zum Leben reicht. Andere wollen sich noch einbringen und ihr Wissen an Jüngere weitergeben. Eine dritte Gruppe kann gar nicht anders, weil sie in der Arbeit die Erfüllung sieht. Das dürfte vor allem für viele Selbstständige und ihre mithelfenden Familienangehörige zutreffen. Das geht auch aus den Zahlen der Statistiker hervor. Übrigens ist die Erwerbstätigenquote bei Akademikern in dem Alter auch höher als bei Nicht-Akademikern.

Baden-Württemberger arbeiten am längsten

Interessant ist auch, wie sich das Arbeiten-im-Alter regional verteilt. Den Statistikern zufolge hat Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent den höchsten Anteil arbeitender 65- bis 70-Jähriger. Am Ende des Ranking steht Sachsen-Anhalt mit 11,7 Prozent.

Im Westen arbeiten mehr Alte noch

Generell ist es so, dass im Osten mit 13,1 Prozent weniger Menschen im Rentenalter arbeiten als im Westen mit 17,5 Prozent. Klar, weil im Osten meist die Arbeitsplätze für Ältere fehlen. In Boom-Regionen wie München sieht die Lage meist anders aus – eben auch für die Altersgruppe der 65- bis 70-Jährigen.


In welchen Branchen Rentner arbeiten

BerufeZahl arbeitender Rentner
Büro125279
Reinigung105586
Hausmeister74367
Zustelldienst54146
Verkäufer42632
Lager41797
Busfahrer39332
Lkwfahrer29830
Wachdienst23419
Taxifahrer22947
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Spitzenreiter Estland

Übrigens, Deutschland liegt bei der Erwerbsquote älterer Menschen über dem europäischen Durchschnitt, der liegt bei 11,7 Prozent. Nur in Ländern wie Dänemark, Estland, Irland, Lettland und Litauen arbeiten noch mehr im Rentenalter als in Deutschland. Spitzenreiter ist Estland mit 29,3 Prozent, gefolgt von Schweden und Großbritannien.

Lebenserwartung in Deutschland

In dem Zusammenhang ist es auch interessant, wie viel Zeit den heute 65-Jährige noch bleibt: Die Lebenserwartung für heute 65-jährige Männer liegt zurzeit bei 17,69 Jahren und für 65-jährige Frauen bei 20,90 Jahren, so das Statistische Bundesamt.

… und hier die Zahlen von Eurostat

Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen  
20052015
EU-28*8.811.7
Deutschland6.514.5
Belgien3.54.9
Bulgarien4.89.3
Dänemark13.415.3
Estland22.229.3
Finnland6.814.2
Frankreich2.85.9
Griechenland9.67.9
Irland15.119.2
Italien6.98.6
Kroatien10.86.7
Lettland17.917.6
Litauen8.816.1
Luxemburg5.3
Malta4.38.6
Niederlande9.213.1
Österreich5.89.3
Polen9.99.5
Portugal27.718.2
Rumänien24.717
Schweden13.721.6
Slowakei2.95.2
Slowenien11.96.7
Spanien4.64.9
Tschechische Republik8.110.7
Ungarn3.74.6
Vereinigtes Königreich14.421.2
Zypern18.912.1
*in Prozent; Quelle Eurostat

Länger leben: 100 Blicke aufs Alter – vor allem das Arbeiten im Alter

https://www.youtube.com/watch?v=ItlgOEzaTWQ

100 Interviews und 4000 Antworten auf 40 Fragen. Die Interviewpartner sind 60 bis über 90 Jahre alt und stammen aus ganz Europa. Originalton mit Untertiteln.

Weiterführende Links: 




Spät noch mal durchstarten und neu bauen!

Anders als früher sind alte Menschen heute gerne beweglich und wollen sich noch einmal verändern – zum Beispiel mit einem selbstgebauten Haus. Sei es, weil die bisherige Wohnsituation nicht mehr passt, eine Kapitalanlage gesucht wird oder einfach aus Lust am Neuen, auf dem Bau- und Immobilienmarkt spielt die Altersgruppe 50+ eine tragende Rolle.

Mit 50+ noch einmal bauen – aber wie?

Wer ein solch ambitioniertes Vorhaben wie den Neubau eines Hauses anpacken will, sollte seine eigenen Kapazitäten einschätzen können. Ein Hausbau verlangt dem Bauherrn so einiges ab, da empfiehlt es sich, kompetente Partner ins Boot zu holen – jemand, der sich um alles kümmert, um die kompletten Bauabläufe von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe und das zum kalkulierbaren Festpreis. Denn, wer will im Alter schon böse Überraschungen erleben. Auf Bauunternehmen wie Viebrockhaus beispielsweise passt dieses Etikett. Die Umsetzung übernimmt dabei der Franchisepartner Kähler aus Büsum, der die Massivhäuser schlüsselfertig hinstellt.

 

Tipps für das perfekte Haus im Alter

Alle reden vom barrierefreien Wohnen – klingt theoretisch gut, die praktische Umsetzung verlangt dann doch einige Überlegungen. Damit das Wohnen auch im hohen Alter möglich ist, sollten beim Bau einige Punkte beachtet werden.

  • Als Bauplatz empfiehlt sich ein stadtnahes Grundstück. Denn gerade im Alter ist eine gute Infrastruktur wichtig, um Geschäfte, Ärzte und andere Einrichtungen problemlos erreichen zu können
  • Ebenerdiges Bauen macht Treppen überflüssig, alle Räume bleiben auch bei einer späteren körperlichen Einschränkung gut erreichbar
  • Damit das auch für den Rollstuhl gilt, sollten von vorneherein die Empfehlungen für die erforderlichen Bewegungsflächen und ein barrierefreies Bad beachtet werden
  • Denken Sie nicht zu klein! Auch wenn im Neubau nur zwei Menschen leben werden, sollten Rückzugsräume da sein, denn die werden im Alter zunehmend wichtiger. Als Anhaltspunkt dient eine Wohnfläche von etwa 100 m² für zwei Personen
  • Finanzierbar muss es bleiben! Gerade beim späten Hausbau sollten Bauinteressenten genau rechnen, ob auch nach dem Eintritt der Rente die Kreditraten bezahlbar bleiben
  • Ideal ist es außerdem, eine Einliegerwohnung mit einzuplanen, zum Beispiel für die Pflegekraft, die irgendwann erforderlich werden könnte oder auch als zusätzliche Einnahmequelle bei Vermietung

Ein Einfamilienhaus ist nicht das Richtige? Dann gibt es noch viele Möglichkeiten, im Alter zu wohnen, je nach Form mit mehr oder weniger Selbstbestimmung. Wichtig ist, sich rechtzeitig nach der passenden Wohnform umzusehen.

Weiterführende Links:

 

Bild: ©istock.com/Double_Vision




Wie die richtige Sterbegeldversicherung finden?

Eigenartig oder auch nicht – aber es bleibt nicht aus, das sich viele ab einem bestimmten Alter überlegen, was passiert, wenn das Leben endet. Wo die letzte Ruhestätte finden, wie soll das Begräbnis ablaufen? Wer wird sich um alles kümmern? Manchmal kommen diese Gedanken beim Tod eines nahe Verwandten – der Eltern oder eines der Geschwister. Wer trägt die Kosten? Beerdigung, Grabstein und das ganze Drumherum können zur Belastung werden. Wie vorsorgen? Lohnt es sich, die Hinterbliebenen dagegen abzusichern?

Die Beerdigung kostet einige Tausend Euro, die im Zweifel von den Nachkommen getragen werden müssen. Wer keine Möglichkeit hat, eine solche Summe bis zu seinem Tod anzusparen, belastet ganz automatisch die Nachkommen. Damit es dazu nicht kommt, kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Für wen ist die Police sinnvoll?

Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr

Eine private Sterbegeldversicherung ähnelt der Lebensversicherung,  das heißt, vor dem Vertragsabschluss wird eine Summe festgelegt, die die Nachkommen bei einem Tod des Versicherten erhalten. Die Unterschiede liegen in der Höhe des Versicherungsbetrags: Während die Lebensversicherung die Finanzierung des Lebensunterhalts ermöglichen soll und dementsprechend oftmals einige Hunderttausend Euro beträgt, deckt die Sterbegeldversicherung nur die Kosten für die Bestattung, welche in Deutschland derzeit etwa mit einer Summe von 7000 bis 8000 Euro veranschlagt werden kann. Die Kosten schwanken regional. Vor einigen Jahren wurde noch Sterbegeld durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, was seit 2004 allerdings nicht mehr der Fall ist.

Wartezeit beachten

Bei der Auswahl der Police sollten allerdings einige Dinge beachtet werden, damit der richtige Tarif gewählt werden kann. Zunächst ist es üblich, dass nach dem Abschluss der Versicherung eine sogenannte Wartezeit eingehalten werden muss. Innerhalb dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen nicht die volle Versicherungssumme, sondern nur die bereits eingezahlten Beiträge. In der Regel wird allerdings bei einem plötzlichen Unfalltod eine Ausnahme gemacht; bei einem solch tragischen und unvorhersehbaren Ereignis zahlen die Versicherungsunternehmen meist den vollen Betrag. Dennoch gibt es Unterschiede: Bei vielen Tarifen beträgt die Wartezeit vier Jahre, einige Versicherungen zahlen aber bereits nach drei Jahren aus. Grundsätzlich verweigert wird die Auszahlung des Versicherungsbetrags, wenn der Tod durch einen Suizid eingetreten ist.

Versicherungssumme anpassen

Weiterhin bieten einige Policen eine sogenannte Erhöhungs-Option, die durchaus sinnvoll ist. Denn üblicherweise haben die Policen eine Laufzeit von 10 bis 20 Jahren. In dieser Zeit verliert das Geld an Kaufkraft und die Kosten für eine Beerdigung steigen, weshalb es also nach einiger Zeit durchaus sinnvoll sein kann, die Versicherungssumme anzupassen. Darüber hinaus erlauben auch einige Versicherer einen Zugriff auf das angesparte Kapital, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen. Sind keine Nachkommen vorhanden oder sollen nicht mit der Grabpflege betraut werden, können auch Assistance-Leistungen bei einigen Tarifen mit beauftragt werden. Dabei kann es sich neben der bereits erwähnten Grabpflege auch um eine Schadensversicherung für die Grabstätte handeln, sodass ein vollständiger Versicherungsschutz geboten wird.

Vergleichen, vergleichen, vergleichen

Natürlich handelt es sich aber auch bei der Sterbegeldversicherung am Ende um eine ganz normale Versicherungspolice, bei der auch ein umfangreicher Vergleich der Tarife stattfinden sollte. Denn trotz ähnlicher Leistungen unterscheiden sich die Tarife zum Teil erheblich. Die Beitragshöhe ist bei dieser Police auch deshalb so entscheidend, weil die Versicherung insbesondere bei einer kleinen Rente und dünnen Kapitaldecke erforderlich wird. Derart abgesichert, können die Hinterbliebenen im Todesfall trauern – ganz ohne finanzielle Sorgen.

© Bild: vorunruhestand.de – Das Bild ist in Varhaug (Norwegen) aufgenommen worden. Es zeigt die Kapelle auf dem gamle kirkegård, dem alten Friedhof direkt am Meer

Weiterführende Links:

  • Zeit: Der Förster als Totengräber
  • Anwaltsauskunft: Feuer-, Urnen- und Seebestattung
  • Fünf Generationen und ihre Namen