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Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nahen – da besinnt sich die SPD ihrer sozialen Ader und will die Rentenreform zurückdrehen. Nur zur Erinnerung: Damals wurde im Rahmen der Agenda 2010 das Sozialsystem reformiert, mit dem Effekt, dass das Rentenniveau nach und nach sinkt – und 2030 bis auf 43 Prozent fällt. 2013 waren es noch 48,7 Prozent, 2014 annähernd 48 Prozent und im Oktober 2015 waren es dann nur noch 47,5 Prozent.

Rentner am Existenzminimum

Schon heute kämpfen viele Rentner mit dem Geld und krebsen am Rande des Existenzminimums herum. Wer noch irgendwie kann, arbeitet weiter, um genug zum Leben zu haben. Das lässt sich auch der Statistik entnehmen. Der Erhebung „Generation 65 plus in Deutschland“ weist für 2014 rund 14 Prozent der 65- bis 69-Jährigen aus, die noch oder schon wieder arbeiten – 2005 seien es lediglich sechs Prozent gewesen“. Die Rentner bleiben wegen des Nachhaltigkeitsfaktors immer weiter hinter der Lohnentwicklung zurück. Wer nicht privat vorsorgt, muss damit rechnen, im Alter zu verarmen.

SPD entdeckt ihre soziale Ader

Jetzt dämmert es der SPD offensichtlich nach knapp 13 Jahren, dass sie ihre Klientel sträflich vernachlässigt hat. Ihr Chef, Sigmar Gabriel, verlangt einen Sozialpakt parallel zur Flüchtlingshilfe; der SPD-Vize Ralf Stegner sagt der „Bild“, „wenn das Rentenniveau absehbar noch unter 46 Prozent absinkt, ist das extrem ungerecht und sozial unverträglich“. Die Erkenntnis kommt ein bisschen spät. Die SPD will offensichtlich die Rentenreform von 2003 zurückdrehen, die das Rentenniveau, sprich das Verhältnis von Standardrente zu Durchschnittseinkommen, schrittweise auf 43 Prozent im Jahr 2030 senkt.

“Der Eindruck, wir würden unsere eigenen Bürger vergessen, darf sich nicht festsetzen.”

Sigmar Gabriel

Alles nur Wahlkampftaktik

Finanzminister Wolfgang Schäuble findet das „erbarmungswürdig“. Wenn Sigmar Gabriel jetzt seine soziale Ader entdeck, dann mutet das wie ein verzweifelter Hakenschlag an, um kurz vor den drei wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt für seine Partei zu retten, was kaum noch zu retten ist, schreibt die „Lausitzer Rundschau“. Die SPD selbst habe übrigens die schrittweise Absenkung des Rentenniveaus beschlossen, als sie noch mit den Grünen in der Regierung saß.

Weiterführende Links:

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

10 Comments

  1. bis heute …15.2.17…hat sich noch kein politiker klipp und klar geäussert…wie das ungerechte rentensystem verändert werden
    soll. dieser betrug kann doch nicht so weitergehen…nach 45 jahren arbeit und länger…bekommen wir eine hungerrente von
    ca. 1200.- euro durchschnitt…stirbt der mann bekommt die witwe 60% davon…welche partei ist für diesen schwachsinn zu-
    ständig ???
    die jenigen…die nichts für ihre altersversicherung eingezahlt haben machen den reibach!
    BEAMTE UND POLITIKER haben keinen pfennig eingezahlt und bekommen eine mindest-pension von 2500.- euro und na-
    türlich zulagen usw…und selbstverständlich noch viel mehr geld!
    selbst hartz-4 bezieher…die teils überhaupt noch nie in ihrem leben gearbeitet haben…bekommen miete…heizung und andere
    nebenkosten plus 409.- bar…das sind auch fast 1000.- euro…für gar keine leistung.
    frau merkel verteilt unser geld in alle richtungen…wir haben mit unsern eltern unser total kaputtes land nach dem krieg mit
    fleiss und entbehrungen wieder aufgebaut…dafür werden wir von frau merkel über den tisch gezogen!
    sie sagt…uns geht es gut…für viele stimmt das ja auch…aber wie lebt man mit unter 1000.- euro ???
    meine rentner-freunde und ich hoffen…dass martin schulz sich zu dem renten-thema was sinnvolles und gerechte einfallen
    lässt…das alle bürger einzahlen müssen und eine gerechte rente erhalten…von der sie leben können…und eine knallharte
    mietbremse eingeführt wird !!!
    WIR WOLLEN EINE RENTENREFORM NACH DEM SYSTEM IN ÖSTERREICH…für alle bürger gerechtigkeit !!!

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    1. Die Schweiz hat ebenfalls ein Rentensystem, an dem sich die Deutschen ein Beispiel nehmen könnten

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    1. Wenn es denn die SPD ehrlich meinen würde. Ein Konzept ist inzwischen vorhanden. Die SPD Vorsitzende von BW Leni Breymaier setzt sich für eine Erwerbstätigenrente für alle Beschäftigte ein. Wenn sich dieses Konzept durchsetzen würde hätte die SPD wieder einen Ruf als Partei der sozialen Gerechtigkeit. Diese Konzept ist auf jeden Fall besser als die Flickschusterei der Frau Nahles und die Sprüche von Gabriel und Beck. Frau Breymaier kommt von der Gewerkschaftsbewegung und hat sich ernsthaft Gedanken gemacht wie das bestehende Rentengesetz verbessert werden kann. Offensichtlich ist auch hier die Schweiz das Vorbild, aber das kann eigentlich nur ein Lob sein denn die Schweizer sind mit ihrer Bürgerbeteiligung einfach fortschrittlicher als die Deutschen.

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  2. […] vorunruhestand.de: SPD will die Rentenreform zurückdrehen […]

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  3. Ich habe den Eindruck dass die deutschen Politiker gar nicht gewillt sind etwas am deutschen Rentensystem zu ändern. Ich spreche Ihnen auch die Fähigkeit dazu ab. Herr Gabriel wäre ein ehrlicher Mann gewesen wenn er gesagt hätte:”Wir Politiker sollten uns endlich gesetzlich verpflichten Beiträge in die Rentenversicherung zu bezahlen und statt dessen keine Pension mehr zu beziehen.”Die Rentenversicherung ist ein Solidaritäts System dass leider nicht alle Bürger berücksichtigt. Wenn alle Bürger beteiligt wären würde mehr Herzblut in die Lösung dieses Problems einfliessen. Da jetzt aber wieder mal Wahlkampf ist bewerte ich die Äusserung von Sigmar Gabriel einfach als dummes Geschwätz. Der Mann hat kein Konzept und hatte auch noch nie ein Konzept. Ich erinnere mich noch daran dass er vor einigen Jahren lamentierte die Krankenschwester könne bei ihrer schweren Arbeit nicht bis zum 65 Lebensjahr arbeiten. Kurt Beck pflichtete Ihm bei und erwähnte den Dachdecker als Beispiel. Wir wissen alle was daraus geworden ist. Diesen Politikern fehlt jegliche Vision wie man die Rentenversicherung besser und gerechter gestalten könnte.

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  4. Ja, es ist Wahlkampf. Die kommenden Wochen werden spannend.

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  5. Hört, hört: es ist Wahlkampf in der Republik. Mal sehen, was da wann in welcher Form zurückgedreht wird.

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