So gelingt eine bretonische Galette

Rezepte

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Eine bretonische Galette – was ist das und wie gelingt sie? Die Zutaten sind simpel, die Zubereitung ist allerdings etwas tricky. DafĂŒr schmeckt sie umso besser. FĂŒllen lĂ€sst sie sich mit allem möglichen.

Bretagne und Galette gehören zusammen – die Galette ist etwas ganz Besonderes und hat mit einem herkömmlichen Pfannkuchen wenig gemein. Anders als eine CrĂȘpe ist eine Galette aus Buchweizenmehl und wird pikant gefĂŒllt und nicht mit sĂŒĂŸen Zutaten. Umdenken ist also gefragt. Das schreibt „Wikipedia“ zur Galette: „In der Bretagne, der Unternormandie und der VendĂ©e bezeichnet man mit galettes Buchweizenpfannkuchen, die mit KĂ€se, einem Ei, einer Wurst oder gegrillten Sardinen garniert sind. Eine Galette (bretonisch Krampouezhenn) ist die herzhafte Variante der im deutschen Sprachraum bekannten CrĂȘpe. 

Galette – Pfannkuchen aus der Bretagne

Woher kommt die Galette? Der Webseite „BlĂ© noir“ zufolge verdankt die Galette ihre Erfindung der EinfĂŒhrung einer Getreidesteuer đŸŒŸ – diese Getreidesteuer wiederum ist der Einverleibung der Bretagne durch Frankreich đŸ‡«đŸ‡· geschuldet. Herzogtum an die französische Krone. Die Tochter von Anna von Bretagne tritt das Herzogtum an 1532 an die französische Krone ab. Um die Getreidesteuer zu vermeiden, sollen die Bretonen Buchweizen (BlĂ© Noir) angepflanzt haben, weil Buchweizen ja kein richtiger Weizen ist, deswegen nicht unter die Getreidesteuer fiel. Der Buchweizen, der den KnöterichgewĂ€chsen zugeordnet wird, enthĂ€lt kein Gluten als Kleber. ZufĂ€llig habe eine alte Bauersfrau den Brei auf eine heiße Feuerstelle gekippt und es sei ein flacher Fladen đŸ«“ entstanden: die Geburtsstunde der Galette. Das „Ersatzbrot“ sei schnell zum tĂ€glichen Essen aller Bretonen geworden. Von der Bretagne hat die Galette ihren Siegeszug durch ganz Frankreich angetreten.

Galette nur aus Buchweizenmehl

Die Galette fand „Ble noir“ zufolge hundert Jahre spĂ€ter den Weg nach Paris. Die Pariser buken die Galette aber nicht mit Buchweizenmehl, sondern mit Weizenmehl – und daraus wurde dann die CrĂȘpe. „Die Regel besagt: Eine Galette besteht ausschließlich aus Buchweizen, Wasser und Meersalz und wird herzhaft gefĂŒllt; eine CrĂȘpe besteht aus Weizenmehl, Eiern, Milch, Salz und Zucker und wird ausschließlich mit ‚sĂŒĂŸen‘ Zutaten gefĂŒllt. FĂŒr die Galette und auch die CrĂȘpe gilt, dass sie nicht dicker als zwei Millimeter sein dĂŒrfen und spĂ€testens nach drei Minuten knusprig sein mĂŒssen!“, schreibt „BlĂ© noir“. Die Galette kann gefĂŒllt werden mit:

  • Klassisch: Schinken, KĂ€se 🧀 und Ei 🍳
  • Weitere Optionen: Spinat, Pilze, Speck đŸ„“, Zwiebeln 🧅, CrĂšme fraĂźche, Sardinen und Mais.

Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Neue Trends

Im herzhaften Bereich zeigt sich ein Trend zur Verfeinerung und zu mutigeren Geschmackskombinationen. Moderne Rezepte setzen auf saisonale und hochwertige Zutaten. Beliebt sind beispielsweise FĂŒllungen mit ButternusskĂŒrbis und Feta, Apfel und Brie oder auch gewagtere Varianten wie Sardinen mit eingelegten Zitronen. Der rustikale Charme der Galette, bei der der Teigrand lĂ€ssig ĂŒber die FĂŒllung geschlagen wird, bleibt dabei ein zentrales Merkmal und unterstreicht den handwerklichen Charakter des Gerichts. Ein weiterer spannender Trend ist die zunehmende Beliebtheit von sĂŒĂŸ-salzigen Galettes. Diese Kreationen spielen mit dem Kontrast zwischen fruchtigen und kĂ€sigen oder wĂŒrzigen Komponenten und bieten ein komplexes Geschmackserlebnis.

Galette und Cidre

Galettes entstanden der Seite „CrĂȘpemann“ zufolge aus den Resten einer Buchweizensuppe. Sie sei auf einem flachen heißen Stein (bretonisch „jalet“) gebacken und mit herzhaften Zutaten wie KĂ€se, Fisch und Speck belegt, sprich aus jalet wurde Galette. Den Cidre trinken die Bretonen ĂŒbrigens typischerweise aus einer speziellen Tasse.

Genug der Vorrede und Schluss mit Geschichte – hier das Rezept. Übrigens, die Bretonen genießen ihre Galette mit einem Cidre (sĂŒĂŸer Apfelmost), der typischerweise aus einer Tasse getrunken wird.

Bon AppĂ©tit! 😋

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Die Galette ist so typisch fĂŒr eine LandeskĂŒche wie das Kesselgulasch fĂŒr Ungarn.

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Rezept und Zubereitung

 

galette

Galette bretonisch

Die Galette Bretonne hat mit CrĂȘpes nur entfernt zu tun. Galettes sind aus Buchweizenmehl, CrĂȘpes aus Weizenmehl. Galettes werden pikant gefĂŒllt, CrĂȘpes sĂŒĂŸ.
5 von 1 Bewertung
Vorbereitungszeit 1 day
Zubereitungszeit 50 Minuten
Gericht Hauptgericht
KĂŒche bretonisch, Französisch
Portionen 8 Galettes
Kalorien 500 kcal

Kochutensilien

  • CrĂȘpe-GerĂ€t oder CrĂȘpe-Pfanne Ein CrĂȘpe-GerĂ€t lohnt sich, wer hĂ€ufig CrĂȘpes zubereitet
  • Konditorpalette Die Konditorpalette ist der ideale KĂŒchenhelfer fĂŒr das Glattstreichen von Teig und das Einklappen einer Galette.

Zutaten
  

Teig

  • 300 g Buchweizenmehl gibt es im Naturkostladen
  • 600 ml Wasser 
  • 1 Prise Salz

Fetten der Platte: Lardigenn

  • 1 Eigelb
  • 100 g Schweineschmalz gibt's im Supermarkt (meist bei der Butter)

FĂŒllung

  • 1 Scheibe Kochschinken
  • 2 EL geriebener GruyĂšre oder Emmentaler oder Appenzeller
  • 1 Ei
  • 1/2 FrĂŒhlingszwiebel oder normale Zwiebel (in Scheiben)
  • 1 Sardine nach Wunsch
  • 1 TL Schnittlauch geschnitten als Deko

Anleitungen
 

Teig zubereiten

  • Das Buchweizenmehl mit 600 ml Wasser und der Prise Salz in eine RĂŒhrschĂŒssel fĂŒllen und mit dem Schneebesen oder einem Mixer zehn Minuten verrĂŒhren und schlagen. Der Teig soll sĂ€mig sein. Durch das Unterheben kommt Luft in den Teig.

Teig gehen lassen

  • Die RĂŒhrschĂŒssel mit dem Teig mit einem Deckel oder Alufolie abdecken und 24 Stunden im KĂŒhlschrank fermentieren lassen. AbkĂŒrzen bringt nichts, also den Teig einen Tag vor dem Verarbeiten vorbereiten und rechtzeitig planen

Teig aus dem KĂŒhlschrank nehmen

  • Nach der 24-stĂŒndigen Ruhezeit den Teig aus dem KĂŒhlschrank holen - und mit dem Mixer oder Schneebesen nochmal aufrĂŒhren, damit Luft in den Teig kommt. Wenn er zu dick ist, etwas Wasser zufĂŒgen.

Lardigenn vorbereiten

  • Entscheidend fĂŒr Galette ist das Fetten der Pfanne oder des Galette-GerĂ€ts. Das Schweineschmalz sollte streichfĂ€hig sein und wird am besten mit einer Gabel cremig gerĂŒhrt. Das Eigelb zugeben und beides miteinander verrĂŒhren. Es sollte eine streichfĂ€hige Masse (Lardigenn) ergeben. Dank Lardigenn lĂ€sst sich die Galette besser ablösen und backt nicht an. Es muss Schweineschmalz sein, weil es die höchste Backtemperatur aushĂ€lt.

Galette zubereiten

  • Pfanne oder CrĂȘpe-GerĂ€t fĂŒnf Minuten anheizen - und auf höchste Stufe (300 Grad Celsius) stellen. Dann mit Lardigenn einfetten.
  • Den Teig mit einem Schöpflöffel auf der CrĂȘpe-Pfanne oder dem CrĂȘpe-GerĂ€t verteilen. Dazu den Teig mittig auf die Platte fließen lassen und mit einem Teigverteiler - heißt auch Teigrechen oder Ziehspatel - dĂŒnn und möglichst gleichmĂ€ĂŸig verteilen. Die Galette sollte dĂŒnn sein.

Galette fĂŒllen

  • Die FĂŒllung, sprich Schinken und KĂ€se, auflegen. Auch ein Spiegelei kann in die Mitte platziert und mit gebraten werden.
  • Wenn die Unterseite der Galette knusprig ist (mit Spatel anheben und prĂŒfen), mit Spatel oder Konditormesser an alle vier Seiten einen Knick in die Galette drĂŒcken und die vier Seiten wie ein Kuvert einschlagen (die Galette wird nur auf einer Seite gebacken). Die Galette noch ein Minute oder zwei Minuten auf der Pfanne oder dem Galette-GerĂ€te lassen. Die gefĂŒllte Galette mit Schnittlauch dekorieren und vorsichtig auf einen bereit gestellten Teller hieven und gleich servieren.

Die zweite Galette vorbereiten

  • Wenn die erste Galette fertig ist, muss die Platte vor der Zubereitung der zweiten Galette abgewischt und neu gefettet werden. Dazu am besten ein KĂŒchentuch knĂŒllen und die Platte damit abwischen. Dann die Platte wieder mit Lardigenn einfetten.

Notizen

Das Tolle an Galettes ist, dass man sie mit Fisch, Ei, GemĂŒse und anderen Zutaten belegen kann. 
 
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Keyword bretonisch, Buchweizenmehl, Galette

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Helmut Achatz

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