Der Kampf ums Altersvorsorgedepot hat begonnen

Finanzen

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Das Altersvorsorgedepot kommt 2027. Doch Finanzvertriebe und Neobroker bringen sich bereits in Stellung und buhlen mit Kampagnen um die Gunst der Anleger.

Der Gesetzgeber hat das Gesetz im Frühjahr verabschiedet – ab dem 1. Januar 2027 startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot. Doch obwohl Verträge erst nächstes Jahr abgeschlossen werden können, hat der Wettlauf um die künftigen Kunden längst begonnen. Banken, Neobroker, Fondsanbieter und Versicherer rüsten sich mit Vorab-Kampagnen und Wartelisten.

Neobroker & Direktbanken setzen auf Null-Kosten

Die künftigen Depotanbieter buhlen vor allem mit niedrigen Gebühren um Anleger, die von den hohen Effektivkosten alter Riester-Verträge verprellt wurden:

  • Scalable Capital & Smartbroker+: Locken bereits mit Null-Euro-Paketen bei den Depotgebühren für ausgewählte ETFs im ersten Jahr.
  • Trade Republic, ZERO & Quirion: Haben den Start zum 1. Januar 2027 fest zugesagt und wollen mit schlanken Kostenstrukturen sowie ETF-Lösungen punkten.
  • ING, comdirect & Consorsbank: Sammeln Interessierte über eigene Landingpages und Wartelisten, um pünktlich zum Jahreswechsel Standard- und Individualdepots bereitzustellen.
  • Raisin (WeltSparen) & Oskar: Bieten Rechner zur künftigen Förderquote (bis zu 540 Euro Grundzulage plus Kinderzulagen) und bereiten gemanagte Portfolios vor.

Die Sparkassen ziehen nach

Auch die Großorganisationen der Finanzindustrie wollen das Feld nicht den Angreifern überlassen. Die Sparkassen-Gruppe plant über die Deka ein Standarddepot mit angekündigten Effektivkosten von rund 0,1 Prozent pro Jahr (zzgl. Produktkosten). Hier setzt man darauf, Kunden sowohl digital als auch in den Filialen vor Ort abzuholen – vorausgesetzt, die finale BaFin-Zertifizierung ergeht wie geplant.

Generali und DVAG starten Großkampagne

Besonders auffällig ist die gemeinsame Initiative der Generali Deutschland und der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Unter dem Slogan und der Plattform www.deutschland-macht-rente.de haben die beiden Schwergewichte eine breite Aufklärungskampagne ins Leben gerufen.

Hier zeigt sich die Strategie der klassischen Finanzvertriebe: Während Neobroker auf die reine Selbstentscheidung beim ETF-Kauf setzen, rücken DVAG und Generali das Thema Beratungsbedarf in den Fokus. Über Gewinnspiele und Informationstexte sollen Verbraucher frühzeitig an die persönlichen Finanzcoaches gebunden werden – um ihnen im Rahmen der Reform neben dem Altersvorsorgedepot auch Garantieprodukte und Versicherungslösungen anzubieten.

Was Anleger jetzt tun sollten

  • Auch wenn der Preiskampf den Verbrauchern bei den Gebühren zugutekommt, gilt vor dem Start 2027: Ruhe bewahren.
  • Die Produkte befinden sich derzeit noch in der Zertifizierungsphase.
  • Zudem müssen bestehende Riester-Verträge keinesfalls überstürzt gekündigt werden.
  • Ein Wechsel des Kapitals in das neue Altersvorsorgedepot wird ab 2027 geregelt und möglich sein – oft ist das Stilllegen bis zum eigentlichen Startschuss die wirtschaftlich sinnvollere Option.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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