Rente mit 63: Warum Sie jetzt handeln sollten

FinanzenSoziales

Werbung

Jetzt droht das Aus für den vorzeitigen Ruhestand? Vertrauen Sie nicht auf Bestandsschutz. Wer jetzt plant, sollte schnell handeln.

Die politische Debatte um die „Rente mit 63“ nimmt Fahrt auf. Politiker wie der CDU-Abgeordnete Pascal Reddig fordern eine schnelle Abschaffung der abschlagsfreien Frührente, um die Rentenkassen zu entlasten.

Es eilt – die Rentenreform soll bis Ende 2026 vollständig umgesetzt sein. Das ist für Bundeskanzler Friedrich Merz ausgemachte Sache und auch für CDU-Politiker Pascal Reddig. Reddig fordert eine schnelle Abschaffung der sogenannten Rente mit 63. „Wenn wir eine Trendwende schaffen wollen, müssen wir uns beeilen und nicht erst noch alle geburtenstarken Jahrgänge abschlagsfrei vorzeitig in Rente gehen lassen“, so Reddig. „Deswegen sollte die Abschaffung so früh wie möglich greifen“, sagt er. Er hält nichts von einer langen Übergangsfrist.

Das Risiko: Historie als Warnsignal

Viele fürchten, dass eine Rentenreform ähnlich verlaufen könnte wie das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) 2004. Damals wurden die Regeln für Direktversicherungen kurzfristig geändert – inklusive der „Doppelverbeitragung“. Das GMG wurde im Jahr 2003 verabschiedet und trat zum 1. Januar 2004 in Kraft, eine umfassende Reform der damaligen rot-grünen Bundesregierung, die darauf abzielte, die akute finanzielle Schieflage der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu beheben und deren Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkungen und Strukturreformen zu stärken.

Die bittere Lektion von damals

Auch wer bereits in Verträge einbezahlt hatte, wurde von der Neuregelung erfasst. Von Vertrauensschutz war keine Rede. Die Folge waren spürbare finanzielle Einbußen bei der betrieblichen Altersvorsorge (bis zu 20 %), die erst 2020 durch einen Freibetrag (aktuell 197,75 Euro pro Monat) leicht abgemildert wurden.

Was jetzt auf dem Spiel steht

Die Rentenkommission hat bereits Vorschläge zur Reform vorgelegt. Ein Kernpunkt: Die Altersgrenze für langjährig Versicherte könnte zeitnah angehoben werden – von 63 auf 64 Jahre, die abschlagfreie Rente für besonders langjährig Versicherte steht vor dem Aus.

Regelung Aktueller Status Mögliche Änderung
Besonders langjährig Versicherte 45 Beitragsjahre Wegfall
Langjährig Versicherte 35 Beitragsjahre Wegfall der Frühoption
Rente mit Abschlägen Mit 63 möglich Erhöhung der Mindestaltersgrenze auf 64

Handlungsempfehlung: Eile ist geboten

Politiker wie Reddig machen deutlich: Übergangsfristen sollen so kurz wie möglich gehalten werden. Die geburtenstarken Jahrgänge sollen nicht mehr in vollem Umfang von den alten Privilegien profitieren.

Was Sie jetzt tun sollten:

  1. Versicherungsverlauf prüfen: Fordern Sie Ihre aktuelle Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung an.
  2. Fristen checken: Wann erreichen Sie die 35 bzw. 45 Beitragsjahre?
  3. Antrag vorziehen: Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, kalkulieren Sie den Rentenbeginn durch. Im Zweifel ist ein zeitnaher Antrag die sicherere Wahl, bevor gesetzliche Änderungen den Spielraum einschränken.

 

Du kannst den Artikel teilen:

Werbung

Das könnte dich auch interessieren

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich bin Jahrgang 1964 und würde, wenn ich mindestens bis Juni 2028 arbeiten würde, auch auf die 45 Jahre als Voraussetzung für die abschlagsfreie Rente (bei mir mit 65) kommen. Das habe ich mir aber bereits abgeschminkt. Aber ich bin trotz allem gebotenen Mißtrauen gegen Politiker weiterhin sicher, das ich die Rente mit Abschlägen ab 63 ab 1. Juni 2027 in Anspruch nehmen kann. Im 80-Seiten-Bericht mit den Empfehlungen der Rentenkommission wird sowohl bei der „Rente mit 63“ (Empfehlung 6) als auch bei der Rente mit Abschlägen ab 63 (Empfehlung Nr. 8) empfohlen, das entweder der Vertrauenschutz zu beachten ist oder den rentennahen Jahrgängen ausreichend Planungssicherheit gegeben werden soll. Etwas Anderes wie „wir führen das mit sofortiger Wirkung für alle Jahrgänge ein“ würde glaube ich, keine Mehrheit im Bundestag finden, zumal das über die Empfehlungen hinaus gehen würde und diese allesamt überhaupt erst mal diskutiert werden müssen. Außer AfD, Linken, Grünen würden bestimmt sogar recht viele Abgeordnete von SPD und auch einige der CDU dagegen stimmen, die jahrzehntelangen Gepflogenheiten einfach über Bord zu werfen. Und dieser CDU-Typ ist wieder mal das klassische Beispiel eines Wichtigtuers. 1995 geboren, CDU-Funktionärs- und Bürokarriere gemacht und nie im Leben außerhalb der Politik irgendetwas Sinnvolles gearbeitet. Und dann eine Forderung hinausposaunen, die sowieso in der Empfehlung Nr. 6 drin steht.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

null

Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

Newsletter

Erhalte regelmäßig News, Tipps und Infos rund um’s Thema Rente und Co. Du erhältst 14-tägig einen Newsletter.

Weitere Inhalte

Rentenplaner für Dummies

Tour de France für alte Knacker: Buch Cover

Werbung

Menü