Werbung
Am 8. März feiern wir die Stärke der Frauen – und erinnern daran, dass echte Gleichstellung kein Selbstläufer ist, sondern tägliche Aufgabe für uns alle.
Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März gefeiert wird, ist weit mehr als ein symbolischer Strauß Tulpen. Für die Frauen, die jetzt kurz vor dem Ruhestand stehen oder ihn bereits genießen, ist dieser Tag eine Bilanzierung. Es ist die Generation, die den Spagat zwischen Beruf, Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen perfektioniert hat – oft zu einem hohen Preis.
Der Frauentag bleibt ein Reizthema
Obwohl Frauen heute aktiver denn je am Erwerbsleben teilnehmen, klafft die Schere im Alter weit auseinander. Der Gender Pension Gap ist kein theoretisches Konstrukt, sondern Realität auf dem Kontoauszug.
- Care-Arbeit: Jahrzehntelange unbezahlte Arbeit wird in unserem Rentensystem noch immer nicht ausreichend gewürdigt.
- Teilzeit-Falle: Was früher als Vereinbarkeitslösung galt, entpuppt sich heute oft als Rentenkiller.
- Inflation: Steigende Preise treffen kleine Frauenrenten besonders hart.
Was Frauen jetzt brauchen
Es geht nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Der Vorunruhestand ist der perfekte Zeitpunkt, um laut zu werden. Wir brauchen:
- Eine stärkere Aufwertung von Erziehungs- und Pflegezeiten.
- Gezielte Beratung für Frauen beim Übergang in die Rente.
- Einen gesellschaftlichen Diskurs, der „Frauenthemen“ endlich als Wirtschaftsthemen begreift.
Warum der Frauentag gerade für die Generation 50+ wichtig bleibt
Der Internationale Frauentag ist weit mehr als ein Datum im Kalender. Für viele Frauen der Generation 50+, 60+ und darüber hinaus ist er ein Stück gelebte Geschichte: Sie haben erlebt, wie Rechte erkämpft wurden, die heute selbstverständlich wirken – und wie brüchig diese Selbstverständlichkeiten sein können.
Viele erinnern sich noch gut an Zeiten, in denen Frauen ohne Zustimmung des Ehemanns nicht arbeiten durften, in denen Karriere und Kinder kaum vereinbar waren und in denen Altersarmut weiblich war – und oft noch ist. Der Frauentag ist deshalb ein Moment des Innehaltens: Was wurde erreicht? Was bleibt zu tun?
Gemeinschaft als Versicherung gegen Unsichtbarkeit
Nutzen wir den heutigen Tag nicht nur zum Feiern, sondern auch zur Vernetzung. Denn eine starke Gemeinschaft im Alter ist die beste Versicherung gegen Unsichtbarkeit.
Feiertag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Am 8. März ist Frauentag – und in Berlin sowie seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertage, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer ihn erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor.
Werbung

