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Für die 65plus-Generation ist das Internet längst selbstverständlich – sie nutzt es für Banking, Kontakte und KI. Manche tun sich aber immer noch schwer. Viele wünschen sich mehr Hilfe.
Die Zeiten, in denen das Internet Neuland für Senioren war, sind endgültig vorbei. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Annähernd drei Viertel der Menschen über 65 Jahre bewegen sich heute souverän im Netz – vor fünf Jahren waren es erst knapp die Hälfte. Besonders spannend: Die Lust auf Technik ist groß, doch der Ruf nach Unterstützung wird lauter.
Digitaler Aufbruch: Generation 65plus gibt Gas
KI und Online-Banking gehören zum Alltag
Ob Videotelefonie mit den Enkeln (50 %), Online-Banking (80 %) oder Shopping (76 %) – die digitale Welt bietet einen echten Mehrwert für die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter. Sogar das Trendthema Künstliche Intelligenz ist angekommen: Jeder zweite Senior hat KI-Anwendungen wie ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot oder Perplexity bereits ausprobiert.
Lust auf Fortschritt, aber Unsicherheit bei der Technik
Eine Diskrepanz fällt auf: Obwohl zwei Drittel der Befragten fordern, dass die Digitalisierung in Deutschland schneller vorangehen muss, schätzen viele ihre eigenen Fähigkeiten eher bescheiden ein. Das heißt, das digitale Selbstbewusstsein hält nicht Schritt mit der Nutzung. Im Schnitt geben sich die Senioren die Note 3,2 (befriedigend) für ihre Digitalkompetenz. Dabei gilt: Je höher das Alter, desto größer die Hürden. Während die 65- bis 69-Jährigen fast vollständig (98 %) online sind, ist es bei den Über-80-Jährigen nur noch knapp jeder Zweite. Deswegen wünschen sich viele mehr Unterstützung – von kostenlosen Kursen bis hin zu Beratungsangeboten vor Ort.
Was Senioren jetzt brauchen
Fast alle Befragten (96 %) sind sich einig: Es braucht mehr gezielte Hilfsangebote. Ganz oben auf der Wunschliste stehen:
- Ein Hilfetelefon für digitale Fragen (78 %).
- Günstige oder kostenlose Schulungen vor Ort (66 %).
- Persönliche Unterstützung durch digitale Lotsen oder Paten.
Bisher springen meist Kinder oder Enkel ein, wenn es hakt. Doch um niemanden abzuhängen, ist nun auch die Politik gefragt. Die Botschaft der „Silver Surfer“ ist klar: Wir wollen dabei sein, aber nehmt uns bitte an die Hand!
Initiativen wie der „Digital Pakt Alter“ oder der „Digitale Engel“ leisten hier Pionierarbeit, um Schulungen und Begleitung direkt zu den Menschen zu bringen – gerade auch in ländlichen Regionen. Die digitale Welt steht Seniorinnen und Senioren heute so weit offen wie nie zuvor, doch der Wunsch nach mehr Teilhabe bleibt.
Digitaler als gedacht
„Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt – und wollen dabei mitgenommen werden“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. 81 Prozent der Befragten sehen die Digitalisierung als Chance, nur 17 Prozent als Gefahr. Und was die Noch-Offliner betrifft, meint Wintergerst: „Die Mehrheit älterer Menschen möchte online sein; doch einige stoßen noch auf Hürden – es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können.“
Bundesfamilienministerin Karin Prien betont, digitale Technologien könnten Selbstständigkeit, Sicherheit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter stärken – etwa durch Gesundheitsangebote, Online-Banking oder Kontakt zur Familie. „Unser Ziel ist klar: den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können“, so Prien.
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Die wichtigsten Anlaufstellen für Hilfe:
1. DigitalPakt Alter
Dies ist eine Initiative des Seniorenministeriums und der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen). Auf der Webseite finden Sie eine Karte mit über 300 „Erfahrungsorten“ in ganz Deutschland.
- Was wird geboten? Schulungen, Technik-Sprechstunden und Hilfe von Senioren für Senioren.
- Webseite: www.digitalpakt-alter.de
2. Der Digitale Engel
Dieses Mobil fährt durch ganz Deutschland, insbesondere in den ländlichen Raum, um älteren Menschen digitale Anwendungen direkt vor Ort zu erklären.
- Was wird geboten? Infostände, persönliche Beratung und Broschüren zu Themen wie Online-Banking oder Videoanrufe.
- Webseite: www.digitaler-engel.org
3. Volkshochschulen (vhs)
Die Volkshochschulen sind der Klassiker für Weiterbildung. Fast jede vhs bietet spezielle Kurse für Senioren an (oft unter Titeln wie „Smartphone für Einsteiger“ oder „Silver Surfer“).
- Was wird geboten? Kleingruppen-Kurse in ruhigem Tempo.
- Webseite: www.vhs.de (Suche nach Ihrer Stadt/PLZ)
4. Digitale Nachbarschaft (DiNa)
Ein Projekt, das sich auf das Thema Sicherheit im Netz spezialisiert hat.
- Was wird geboten? Stammtische und Materialien, um sich sicher im Internet zu bewegen.
Webseite: www.digitale-nachbarschaft.de
5. Stiftung Digitale Chancen
Diese Stiftung bietet Projekte zur digitalen Teilhabe an und arbeitet oft mit Bibliotheken und Mehrgenerationenhäusern zusammen.
- Webseite: www.digitale-chancen.de
Tipp für die lokale Suche:
Geben Sie bei Google einfach den Namen Ihres Wohnorts und den Begriff „Senioren Computerclub“ oder „Internet-Café für Senioren“ ein. Oft gibt es auch kirchliche Träger oder Quartiersmanagements, die ehrenamtliche „Digital-Lotsen“ vermitteln.
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