Kommt jetzt die Gas-Rationierung?

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Wladimir Putin dreht den Gashahn zu. Da die deutschen Gasspeicher nur zur Hälfte voll sind, kann es schon bald zu Gasrationierungen kommen. Gebot der Stunde heißt jetzt „Sparen“. Wie können wir Gas sparen und die Energieversorgung sichern?

Gaslieferung aus Russland

Über die Gaspipeline NordstreamI kommt immer weniger Gas     Quelle: Transparency Entsog

 

Die Bundesnetzagentur befürchtet zu Recht, dass aus Russland bald gar kein Gas mehr kommt. Jetzt denken bereits die ersten Politiker an Rationierung, darunter Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Er kann sich vorstellen,  warmes Wasser für Privathaushalte zu begrenzen. Auch Gas-Rationierungen in einzelnen Stadtviertel könnten möglich sein. Wenn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von Gas „als knappem Gut“ spricht, dann ist das untertrieben. Steht Deutschland ein „Totalausfall der russischen Gaslieferungen“ bevor? fragt die „Augsburger Allgemeine“. Deutschlands Hauptlieferant Russland liefert zurzeit nahezu kaum noch Gas – und Deutschland hat versäumt die Speicher aufzufüllen. Da sich der Preis nach Angebot und Nachfrage richtet, wird der Gaspreis bei einer Rationierung automatisch in die Höhe schießen und die Inflation nach oben ziehen.

Wer ein bisschen Weitsicht hat, fängt schon jetzt an, darüber nachzudenken, wie er – oder sie – Gas sparen kann oder auf andere Energieträger umsteigt.

Spartipps für Gas

Dusche statt Wannenbad

Ein Vollbad benötigt der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) zufolge etwa doppelt so viel Energie und Wasser wie ein 10minütiges Duschbad. Für ein Wannenbad braucht’s etwa 120 Liter warmes Wasser, für eine Dusche nur 30 bis 40 Liter – und das lässt sich noch reduzieren. Mit dem Duschrechner der Verbraucherzentrale kann sich jeder selbst ausrechnen, wie sich sein Duschverhalten auf den Energieverbrauch auswirkt. Wer kalt oder lauwarm duscht, spart natürlich am meisten. Kaltduschen ist übrigens gut für den Kreislauf.

Heizung auf Sommerbetrieb

Je kürzer die Heizperiode, desto weniger Energie braucht ein Haushalt. Klingt banal, viele lassen aber ihre Heizung durchlaufen, statt rechtzeitig auf Sommerbetrieb umzustellen. Also, möglichst früh auf Sommerbetrieb umstellen. Damit werden laut VZHH die Heizkreisläufe abgeschaltet und nur noch warmes Wasser bereitgestellt. Es lohnt sich, sich mit seiner eigenen Heizung zu beschäftigen. Bei vielen modernen Heizung ist das Umstellen kein Problem, wer eine ältere Anlage hat, muss sie manuell umstellen.

Temperatur senken

Eine Zimmertemperatur von 21 Grad im Wohnzimmer reicht – besser wären 20 Grad. Fürs Schlafzimmer reichen auch 17 Grad. Manche Räume wie Küche oder Gang müssen vielleicht gar nicht beheizt werden. Also lieber einen Pullover und Wollsocken anziehen, als das Thermostat hochzudrehen. Stufe 2 beim Standard-Thermostat entspricht Stufe 2 etwa 16 Grad, Stufe 3 etwa 20 Grad und Stufe 4 etwa 24 Grad. Jedes Grad weniger spart man sechs Prozent Heizkosten.

Heizkörper freihalten

Heizkörper müssen freigehalten werden, damit die Heizung ihre volle Leistung entfalten kann. „Freihalten“ heißt auch, frei von Staub und sonstigen Ablagerungen. Also keine feuchte Kleidung auf die Heizkörper legen oder den Heizkörper mit Möbel zuparken.

Heizkörper entlüften

Wenn Luft im Heizkreislauf ist, kann die Heizung nicht ihre volle Leistung erbringen. Es lohnt sich, die Heizkörper zu Entlüften. Dafür braucht es nur einen Entlüfterschlüssel, das ist ein normaler Vierkant-Schlüssel, den es in jedem Baumarkt für wenig Geld gibt. Beim Entlüften entweicht die Luft im Heizkreislauf. Wenn Wasser kommt, ist die Heizung entlüftet. Hausbesitzer sollten auf den Druck im Heizungssystem achten. Notfalls muss Wasser nachgefüllt werden. Auch in diesem Fall lohnt es sich, sich das vom Fachmann zeigen zu lassen und/oder die Bedienungsanleitung zu lesen. Auf Youtube gibt es einige Videos dazu.

Fenster und Türen abdichten

Fenster und Türen sind Einfallstore für Kälte. Es lohnt sich, Fenster und Türen abzudichten. Am besten sind doppelt oder dreifach verglaste Fenster. Um die Dichtigkeit von Fenstern zu prüfen, kann ein Blatt Papier zwischen Rahmen und das geschlossene Fenster geklemmt werden. Lässt sich das Papier nicht herausziehen, ist das Fenster dicht genug. Haus- und Wohnungstüren lassen sich nachträglich durch ein Dichtprofil abdichten.

Hydraulischer Abgleich

„Hydraulischer Abgleich“ – das klingt komplizierter als es ist. Dabei geht es um die Durchflussregelung für jeden Heizkreislauf, sprich für Wohn-, Schlaf- und Esszimmer sowie Küche, Bad und Gang. Im Verteilerkasten wird einfach die Durchflussmenge geregelt, entsprechend fließt mehr oder weniger warmes Wasser durch den Heizkreislauf. Die Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie (VdZ) schätzt, dass sich dadurch bis zu 15 Prozent Energie sparen lassen.

Heizung warten lassen

 Hauseigentümer sollten laut VdZ die Heizung regelmäßig warten und reinigen lassen – auch das spart Energie.

Heizungsrohre dämmen

Wenn der Heizungsraum warm ist, sind die Heizungsrohre und -ventile offensichtlich nicht ausreichend gedämmt. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick kann das jeder selbst erledigen – das Isoliermaterial gibt’s in jedem Baumarkt. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt in einem Video

Solarkollektoren

Gas heizt nicht nur das Wasser für die Heizung, sondern auch das Duschwasser. Das kann, gerade im Sommer und der Übergangszeit ganz oder teilweise eine Solarthermieanlage übernehmen. Solarkollektoren auf dem Dach unterstützen mit kostenloser Sonnenwärme die Heizung und sparen die Hälfte und mehr der Energie für die Warmwasserversorgung.

Holzofen

Glücklich, wer einen Schwedenofen hat oder einen ähnlichen Ofen. Gerade in der Übergangszeit im Herbst und Frühjahr lässt sich das Einschalten der Heizung hinauszögern. Die Nachfrage nach Holzöfen steigt, wie der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks meldet. Wer einen Holzofen kaufen und installieren will, sollte unbedingt vorher seinen Schornsteinfeger konsultieren und sich von ihm sagen lassen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Wo unser Gas herkommt

Das meiste Gas kommt aus Russland.   Quelle: transparency.entsog.eu

Buch zum Energiesparen

Die Verbraucherzentrale hat ihren Ratgeber „Heizung“ aktualisiert. Der Inhalt:

  • Gesetzliche Rahmenbedingungen für Neubauten und Bestandsgebäude.
  • Die verschiedenen Haustechniken mit ihren Vor- und Nachteilen – vom Brennwertkessel über die Solaranlage bis zur Wärmepumpe.
  • Einsatzmöglichkeiten im Neubau und bei der Modernisierung: Welche
    Haustechnikvarianten passen zu Ihrer Situation und wie rechnen sie sich?
  • Wirtschaftlichkeit individuell berechnen: So ermitteln Sie die wichtigsten Kennzahlen für Ihr Vorhaben.
  • Staatliche Förderung nutzen: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt die klimafreundliche Sanierung der Heizungstechnik.

Was auf Verbraucher beim #Gas zukommt – „Im Einfamilienhaus bis zu 4000 Euro mehr“: Verbraucherschützer Udo Sieverding warnt, die Gaspreise können um das Drei- bis Vierfache steigen. Auch Strom wird teurer. Vielen Mietern droht ein Tsunami. (T+) https://t.co/bL0m4aXKuE

— Tagesspiegel (@Tagesspiegel) July 2, 2022

Gas-Knappheit: #Warmwasser im Notfall "nur zu bestimmten Tageszeiten", darüber denkt Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nach. Die Bundesnetzagentur befürchtet, dass #Russland nach Wartungsarbeiten von Nord Stream 1 kein #Gas mehr liefert. https://t.co/nAUncn7XH3 #hamburg

— NDR Info (@NDRinfo) July 2, 2022

Bild von Magnascan auf Pixabay

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Helmut Achatz

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