Wohin mit dem Wohnmobil im Winter? Drei Optionen im Check

Der Urlaub mit dem Wohnmobil ist ganz groß im Trend: In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Zulassungen laut ADAC um ganze 46 Prozent an. Doch im Herbst geht die Wohnmobil-Saison zu Ende. Wohin also mit dem Wohnmobil? Auf der Straße stehen lassen? Keine gute Idee. Aber wohin mit dem Wohnmobil?

1. Campen geht auch im Winter!

Warum das Wohnmobil nicht weiter nutzen?  Die Branche hat sich einiges einfallen lassen, so dass moderne Fahrzeuge häufig auch für nasskalte und frostige Temperaturen gewappnet sind. Marc Dreckmeier vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) erklärt gegenüber der Nordwest-Zeitung: „Viele Fahrzeuge sind für einen Ganzjahresbetrieb ausgerüstet, verfügen also über eine gute Heiztechnik und sind auch entsprechend isoliert.“ Allerdings trifft das nicht auf jedes Modell zu – Schwachpunkte sind oftmals die Fenster, die bei vielen Fahrzeugen nur unzureichend isoliert seien. Dementsprechend muss der Wohnmobilist einen höheren Gasverbrauch für das Beheizen einplanen. Der CIVD empfiehlt ein Zweiflaschensystem mit Umschaltautomatik und schätzt den täglichen Verbrauch auf etwa drei Kilo Gas pro Tag. Zudem ist die Art des Gases wichtig: Unter fünf Grad sollte man Propan- statt Butangas verwenden. Zusätzliche Heiz- und Isolierlösungen wie Thermo- und Heizmatten sind ebenfalls hilfreich. Neben der Temperatur muss man den Wagen auch im Allgemeinen wintertauglich machen: Winterreifen, gegebenenfalls Schneekette, Frostschutz und das Überprüfen der Batterie sollte auf der To-Do-List eines jeden Wintercampers stehen.

2. Vermieten – und Stillstand vermeiden

Wie gesagt, das Wohnmobil einfach abzustellen, ist keine Option. Warum nicht das Wohnmobil einfach vermieten? Vielleicht möchte jemand im Bekanntenkreis den Winter über im warmen Italien oder an der Côte d’Azur verbringen und sucht ein passendes Reisemobil? Falls nicht, kann der Wohnmobilist das Fahrzeug auch im Netz zum Mieten anbieten. Dass sich das lohnen kann, zeigt schon ein beispielhafter Blick in das Angebot von Campanda: Die aufgeführten Wohnmobile sind von den Vermietern kostenlos auf der Plattform gelistet worden und liegen preislich zwischen 20 und über 100 Euro pro Nacht – je nach Ausstattung und Zustand. Ein Vermieter zahlt erst eine anteilige Gebühr, wenn er Einnahmen durch die Vermietung generiert.

3. Was beachten beim Einwintern?

Wer sein Wohnmobil nicht vermieten kann und auch nichts von Wintercamping hält, der sollte es am besten einwintern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Zu beachten ist neben einer gründlichen Reinigung auch das regelmäßige Lüften, das fachgerechte Einwintern der Bordbatterie, das Leeren der Wasseranlage wie auch das Schließen von allen Gashähnen und -flaschen und dem Kamin. Das Magazin „Caravaning“ empfiehlt darüber hinaus, die Handbremse zu lösen, den Lack mit Wachs zu konservieren und die Reifen durch einen um 0,5 Bar erhöhten Luftdruck sowie durch das Anheben mittels Kurbelstützen zu entlasten.

Das beste Winterquartier sind Carports oder Garagen. Wer aber kein geeignetes Winterquartier hat, fragt beim Händler nach: Viele Anbieter geben Tipps für gute Stellmöglichkeiten oder bieten sogar selbst entsprechende Plätze an. Eines ist absolut tabu: Sein abgemeldetes Wohnmobil auf der Straße zu parken! Auch ein angemeldetes Fahrzeug darf nur maximal zwei Wochen an einem Ort stehen. Alternativ kann der Wohnmobilist auch den Garten nutzen. Aus versicherungstechnischen Gründen ist ein umfriedetes Gelände mit einem Zaun die beste Wahl. Notfalls reicht laut „Caravaning“-Magazin aber auch eine Kette mit Schloss.

 

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Was für Überwintern auf den Kanaren spricht

Schöne Strände, angenehme Temperaturen – die kanarischen Inseln locken Touristen und Langzeiturlauber, zu denen viele Rentner gehören. Gerade Rentner entscheiden sich dazu, dem trüben nass-grauen deutschen Winterwetter zu entfliehen und überwintern in wärmeren Gefilden. Die Kanaren stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala – aus guten Gründen.

 

Ideales Ziel für Langzeiturlauber

Aufgrund dieser besonderen Bedingungen sind die Kanaren nicht nur im Winter, sondern zu jeder Jahreszeit ein willkommenes Urlaubsparadies. Besonders attraktiv sind die Inseln natürlich, wenn es in Deutschland im Winter kalt und unbehaglich ist. Wer dann ausreichend Zeit übrig hat und weder beruflich, noch privat irgendwelche Verpflichtungen hat, der sollte einmal in Erwägung ziehen, auf den Kanaren zu überwintern.

Neben dem Klima verfügen die Inseln der Kanaren über viele Sehenswürdigkeiten und durch die Aufgeschlossenheit der Einheimischen ist es leicht möglich, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und auf diese Art und Weise an deren Leben teilzuhaben. Ein weiterer Vorteil: die kurze Flugzeit. Von München nach Las Palmas auf Gran Canaria sind es knapp fünf Stunden, von Frankfurt in etwa auch. Ein Langzeiturlaub auf den Kanaren hilft nicht nur dabei, Stress abzubauen, sondern tut auch der Psyche gut. Außerdem werden einige weitere körperliche Beschwerden gelindert, wie zum Beispiel Rheuma. Es gibt viele individuelle Unterkünfte auf den Kanaren, sodass dem Urlaub nichts mehr im Weg steht.

Lanzarote und Gran Canaria beliebt

Lanzarote ist die kanarische Insel, die am nördlichsten gelegen ist und sie fasziniert durch ihre gegensätzlichen Landschaften. Hier gibt es sie noch, die unberührte Natur. Neben den typischen Felsgesteinen gibt es genauso wunderschöne Strände. Die Insel lässt sich hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Außerdem gibt es viele deutschsprachige Ärzte und Apotheken.

Gran Canaria ist die drittgrößte Insel und vom Klima gesehen gibt es zwei unterschiedliche Gegenden: den feuchten Norden und den trockenen Süden. Die Insel ist bekannt für ihre kulturelle Abwechslung, denn neben den traditionellen Volksfesten und Kunstausstellungen gibt es beispielsweise auch klassische Konzerte.

 




Was ist das Besondere an einer Kreuzfahrt?

Kreuzfahrten liegen im Trend. Obwohl weniger als drei Prozent aller Deutschen schon einmal auf Kreuzfahrt waren, zählt eine Seereise für viele in die Kategorie „Traumurlaub“. Zu Recht, wie Gastautor Franz Neumeier meint. Er beschäftigt sich als freier Reisejournalist und Blogger (www.cruisetricks.de) seit rund acht Jahren hauptberuflich mit Kreuzfahrten.

Franz Neumeier sagt: „Man übersieht viel zu leicht die vielen, mehr oder weniger versteckten Vorteile einer Kreuzfahrt gegenüber Pauschalreisen an Land.“ Die wichtigsten Vorteile hat er hier zusammengestellt.

Vorteile einer Kreuzfahrt

  • Hotel immer dabei
    Der auffälligste Vorteil –  das Hotel ist immer dabei. Der Kreuzfahrer verschwendet bei einer Rundreise keine Zeit mit langen Busfahrten; das Kreuzfahrtschiff fährt über Nacht zu nächsten Hafen, während man Abendessen und Entertainment an Bord genießt beziehungsweise in einem bequemen Bett schläft. Dadurch entfällt natürlich auch das täglichen Ein- und Auspacken und das Schleppen der Koffer wie sonst auf einer Rundreise.
  • Qualität des Essens
    Die Qualität des Essens ist auch an Bord von eher günstigen Kreuzfahrtschiffen auf einem recht hohen Niveau. Wirklich böse Überraschungen gibt es da nicht. Meist ist das Essen sogar exzellent. Essen in den meisten Bordrestaurants ist im Reisepreis schon inklusive, das abendliche Entertainment ebenso. Bei einem Urlaub an Land kostet das oft zumindest teilweise extra.
  • Einheitlicher Preis
    Doch schon vor der Reise gibt es einen gravierenden Vorteil –  ein und dieselbe Kreuzfahrt kostet überall das gleiche, egal wo sie der Kreuzfahrtfan bucht. Die Reedereien haben aktuelle Tagespreise – ganz ähnlich wie Fluggesellschaften. Und diesen Preis zahlt zu diesem Zeitpunkt jeder, egal wo er bucht. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Preise nicht erheblich über die Zeit schwanken, dann aber eben überall gleich. Ausnahme sind besondere Kontingente und Paket-Angebote von Reiseveranstaltern, die in der Kombination mit zusätzlichen Leistungen eventuell auch andere Preise haben. Aber grundsätzlich gilt: Man kann sich in aller Ruhe in einem versierten Reisebüro beraten lassen und dort buchen, weil es auch da inklusive des Beratungsservices nicht teurer ist.
  • Vorab detaillierte Infos
    Vor allem im Vergleich zu Pauschalurlaub an Land haben Kreuzfahrten ein paar weitere, besondere Vorteile. Diverse Ärgernisse, die bei Landurlauben recht häufig vorkommen, sind in der Kreuzfahrt nahezu unbekannt. Blumige Katalogsprache gibt es zwar auch in der Kreuzfahrt, aber nur in sehr begrenztem Maße. Das liegt auch daran, dass sich jeder Kreuzfahrtschiffe online vorab in allen Details ansehen kann. Es gibt detaillierte Fotos aller Bereiche des Schiff und aller Kabinen-Typen, oft auch Videos oder 360-Grad-Panorama-Bilder. Anders als in Hotels kann man hier schon bei der Buchung die exakte Kabinennummer auswählen und am Deckplan die genaue Lage feststellen. Man weiß also exakt, welche Kabine man bekommt.
  • „Hotel“ steht fest
    Auch das „Hotel“ steht fest. In der Kreuzfahrt kommt es nahezu nie vor, dass statt des gebuchten Schiffs ein ganz anderes eingesetzt wird. An Land kann es dagegen schon vorkommen, dass man mit einem angeblich „gleichwertigen“ Ersatzhotel vorlieb nehmen muss. Tolles Hotel aber gleich nebenan eine Großbaustelle? Oder eine lebhafte Gegend mit Open-Air-Disko bis morgens um vier Uhr? Das Schlimmste, was einem in dieser Richtung am Kreuzfahrtschiff passieren kann ist ein wenig Lärm im Hafen, wenn das Schiff in der Nähe eines Container-Terminals anlegt. Nachts ist dennoch Ruhe, denn da sind Kreuzfahrtschiffe typischerweise auf See, weit weg von Lärmquellen jeglicher Art.
  • Gut für Nichtraucher
    Kreuzfahrtschiffe sind nahezu rauchfrei. Schon aus Brandschutzgründen darf an Bord nur an wenigen Orten geraucht werden. Besonders auf amerikanischen Schiffen ist Rauchen nur an sehr wenigen Plätzen auf den Außendecks erlaubt. Deutsche Reedereien sind etwas weniger restriktiv. Generell nicht geraucht werden darf in den Kabinen – die Gefahr, als Nichtraucher in eine verrauchte Kabinen zu kommen, wie das in Hotels an Land manchmal passiert, besteht hier also nicht.
  • Frei von Ungeziefer
    Kakerlaken unter der Minibar, Geckos an der Zimmerdecke, eine Ameisenstraße durchs Schlafzimmer oder eine Mückenplage an Balkon sind auf Kreuzfahrtschiffen undenkbar. Dafür hat Hygiene und Sauberkeit auf Kreuzfahrtschiffen generell einen zu hohen Stellenwert. Und tierischer Besuch hat ohnehin kaum eine Chance auf See.
  • Gut für heiße Länder
    Die Qualität der Klimaanlagen ist – vor allem auf neueren Schiffen – exzellent, die Geräuschentwicklung sehr niedrig. Am liebsten würden viele natürlich ganz auf Klimaanlagen verzichten, aber auf Kreuzfahrt bleibt einem wenigstens die böse Überraschung einer rasselnden, lärmenden, schlafraubenden Anlage erspart.

Drei wichtige Besonderheiten

Bei allen Vorteilen gibt es auf einer Kreuzfahrt aber doch drei Dinge zu beachten, die etwas anders gehandhabt werden als an Land:

  • Auslandskrankenversicherung
    Eine Auslandskrankenversicherung ist ein absolutes Muss, denn auch bei Kreuzfahrten innerhalb Europas zahlt die gesetzliche Krankenversicherung für Behandlungen an Bord nicht. Die Schiffe fahren unter Flaggen wie denen von Malta, Italien, Bahamas, Bermudas oder Panama – entsprechend gilt das Recht dieser Länder. Und die Ärzte an Bord rechnen prinzipiell privat ab.
  • Telefonieren an Bord
    Telefonieren an Bord kann richtig teuer werden – auch in europäischen Gewässern. Denn das Mobilfunknetz an Bord läuft über Satellitenverbindungen. Auf See sollten Kreuzfahrer das Handy also am besten auf Flugmodus stellen.
  • Trinkgelder oft automatisiert
    Und Trinkgelder – ein ewiges Dauerstreitthema – werden bei den meisten Reedereien recht deutlich und in nicht unerheblicher Höhe eingefordert. Kann der Gast bei einem Landurlaub schon mal das Trinkgeld fürs Zimmermädchen „vergessen“, buchen insbesondere die internationalen Reedereien einen empfohlenen Betrag von rund zehn Euro pro Person und Tag einfach gleich automatisch vom Bordkonto ab. Wer nicht zahlen will, muss aktiv widersprechen. Tipp: Trinkgeld von Anfang an im Reisebudget einplanen und sich nicht weiter darüber aufregen. Wer dem entgehen will, bucht beispielsweise bei AIDA oder TUI Cruises, wo das bereits im (entsprechend höheren) Reisepreis enthalten ist.

Na dann, bleibt nur „bon voyage“ zu wünschen – also viel Spaß und gute Reise.

Fotos: Franz Neumeier/cruisetricks.de

Franz Neumeier hat sich im Dezember 2009 als freier Reisejournalist selbständig gemacht und auf Kreuzfahrten-Themen spezialisiert. Er schreibt nicht nur für cruisetricks.de, sondern vor allem auch regelmäßig für deutsche Zeitschriften und Tageszeitungen mit Veröffentlichungen unter anderem in der ZEIT (Kreuzfahrtbeilage), BUNTE, touristik aktuell und im Kreuzfahrt Guide mit insgesamt bereits über 300 Veröffentlichungen seit Ende 2009.




Warum Wandern das ideale Hobby ist

55 ist einfach das beste Alter, oder? Die meisten sind mit 55 Jahren – und darüber – noch gesund und fit, beruflich läuft es rund, die Kinder sind aus dem Haus. Es bleibt mehr freie Zeit für sich und seine Interessen. Viele müssen auch nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen.

Was damit anstellen? Briefmarken sammeln war gestern, heute rückt das Thema Gesundheit in den Vordergrund.

Wandern als ideales Hobby

Der Generation 55plus geht es nicht mehr um den Nervenkitzel oder darum zu testen, wer der Beste und der Stärkste ist, sondern Entspannung, gesundheitsbewusste Erholung und auch Genuss stehen im Vordergrund. Dafür ist kaum etwas anderes besser geeignet als Wandern.

Wandern als Volkssport?

Die richtige Wanderausrüstung

Ganz ohne Equipment, wie Ausrüstung auf neudeutsch so schön heißt, geht es auch beim Wandern nicht. Trotzdem hält sich die Zahl der Gegenstände in Grenzen – außer jemand will über die Alpen zu Fuß wandern.

Wer zu Fuß unterwegs ist, merkt schnell, das viel Gepäck hinderlich ist – es verbietet sich von selbst, viel Gepäck mitzunehmen. Unbedingt notwendig sind eigentlich nur:

  • bequemes, festes Schuhwerk
  • geeignete Kleidung
  • Regenschutz
  • Rucksack
  • Trinkflasche
  • Handy für Notfälle
  • eventuell Wanderstock

Deutschlands schönsten Wanderstrecken

Deutschland ist für das Wandern wie geschaffen. Es gibt kaum ein anderes Land mit so einer Vielfalt von Landschaften, Sitten, Kulturen und Traditionen auf so engem Raum. Von Friesland im Norden zu den Alpen im Süden, dem Rheintal im Westen bis zum Spreewald im Osten, Deutschland hat Wanderern viele Landschaften zu bieten.

  1. Der Goldsteig

Der Wanderweg ist mit mehr als 650 Kilometern Länge der längste zertifizierte Qualitätswanderweg Deutschlands. Er führt von Marktredwitz bis Passau und verbindet den Oberpfälzer mit dem Bayerischen Wald. Der Weg führt streckenweise auf mehr als 1.000 Metern Höhe entlang. Teilstrecken des Goldsteigs sind auch für Anfänger geeignet.

  1. Der Heidschnuckenweg

Der Wanderweg nimmt seinen Anfang in Hamburg-Fischbeck und schlängelt sich in vielen Windungen mitten durch die Lüneburger Heide. Die Endstation ist die Residenzstadt Celle. Der Heidschnuckenweg ist über 200 Kilometer lang und eignet sich auch für Anfänger. Der höchste Punkt liegt gerade einmal 169 Meter über dem Meeresspiegel.

  1. Harzer Hexenstieg

Der Harzer Hexenstieg ist zwar „nur“ hundert Kilometer lang, führt aber durch die herrliche Landschaft des Harzes, Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge. Der höchste Punkt führt über den 1141 Meter hohen Brocken, den höchsten Berg Mitteldeutschlands. Beim Wandern durchquert der Naturliebhaber auch den Nationalpark Harz.

  1. Rennsteig

Der Rennsteig ist Deutschlands ältester und bekanntester Fernwanderweg. Er gehört auch zu den meist frequentierten und wird jährlich von etwa 100 000 Wanderern begangen. Der Rennsteig erstreckt sich über 170 Kilometer und nimmt seinen Anfang in Eisenach, wo sich auf der Wartburg der Reformator Martin Luther einige Zeit aufhielt. Er führt über den Kamm des Thüringer Walds, des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwalds und endet in Blankenstein an der Saale. Der Rennsteig ist ein historischer Grenzweg, der bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde.

In der Ruhe liegt die Kraft

Wandern ist kein Leistungssport, sondern eine schöne und gesunde Freizeitbeschäftigung. Zum Wandern eignen sich nicht nur die bekannten Fernwanderwege. In und um fast jeden Ort finden sich gut markierte Wege, die zur Erkundung der Umgebung einladen. Sogar im Ruhrgebiet oder in Berlin gibt es schöne Fleckchen Natur oder geschichtlich interessante Wanderwege. Wichtig ist, dass Wandern Spaß macht. Am besten wandert es sich übrigens in Gesellschaft, mit der Familie, dem Ehepartner oder Freunden und Kollegen.


Max und Tanja berichten mit einem Augenzwinkern auf Ihrem Blog SurvivalMesserGuide.de über die Freuden des Outdoorlebensstils und ihre Leidenschaft für Outdoormesser. Von ihnen stammt auch dieser Gastbeitrag.




Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?

Wo lebt sich’s am besten für Rentner im Ausland? In der Frage hilft der Global Age Watch Index weiter. Danach geht es Rentner und Senioren in der Schweiz, in Norwegen, Schweden – und in Deutschland am besten, gefolgt von Kanada, den Niederlanden, Island und Japan. Die USA sind nur auf Platz neun, Großbritannien auf Platz zehn. Am schlechtesten geht es Rentnern in Pakistan, Mozambique und Malawi. Absolutes Schlusslicht ist Afghanistan.

Ok, das ist das eine. Gerade die Schweiz und Norwegen sind geprägt von hohen Lebenshaltungskosten – da kann schon mal der eine oder andere Rentner auf die Idee kommen, mit seiner Rente in günstigere Länder auszuweichen. Das gilt natürlich auch für Deutschland. Klingt ja auch verlockend – gerade im Süden ist es wärmer als in heimischen Gefilden und meist auch billiger. Aber stimmt das wirklich?

Was beim Auswandern ins Ausland zu bedenken ist

Rentner, die allerdings ihre Rente im Ausland genießen will, sollte einiges bedenken, wie gerade der Fall Thailand zeigt. Das Land verlangt von Rentnern, die dort leben wollen einen Nachweis, dass 65 000 Bath monatlich eingehen. Das entspricht aktuell (Stand 23. Juni 2017) 1710 Euro. Problem ist der schwächelnde Euro. Falls diese Entwicklung weitergeht, erhöht sich das schnell auf 1800 Euro. Machen wir uns nichts vor, die Geldvermehr-Arie von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass der Euro gegenüber anderen Währungen an Wert verliert.

Ferner verlangt Thailand für ein Retirement Visa ein Bankguthaben von 800 000 Baht – nach heutigem Stand mehr als 21 000 Euro. „Damit möchte Thailand sicherstellen, dass Rentner den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können und nicht dem thailändischen Staat zur Last fallen“, schreibt Rainer Hellstern in seinem Buch „Rente im Ausland“. Wer mehr über die Voraussetzung wissen will, informiert sich am besten auf den Seiten der thailändischen Botschaft.

Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf. Das gilt auch für Thailand, wie er auch auf seinem Blog schreibt.

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Er warnt auswanderungswilligen Rentnern, sich zu vergegenwärtigen, dass „die Realität nicht immer hält, was die Träume versprachen“. Er rät, sich keinen fremden Menschen anzuvertrauen, weil viele es nur auf das Geld der Rentner abgesehen haben. Vorsicht sei vor allem beim Kauf von Immobilien angebracht.

Was sein Buch besonders lesenswert macht, ist der Länderteil. Hellstern geht auf die USA ein, auf die Schweiz, auf Österreich, Spanien, Frankreich, Thailand, die Türkei, Kambodscha, die Philippinen – und zwar was Lebenshaltungskosten, Klima, Entfernung, Sprache, medizinische Versorgung, Umzug und Visum betrifft

Am Ende des Buch erwähnt er auch die „Pflege im Ausland“: was kostet sie, wer übernimmt die Kosten, wie findet man ein gutes Pflegeheim? Die Schweizer Zeitung „Blick“ über den „Lebensabend unter Palmen“ von Schweizern in Thailand. Die Zahl der Schweizer Rentner in Thailand habe sich in den letzten Jahren vervielfacht. „2505 AHV-Bezüger gaben im Jahr 2015 Thailand als Wohnsitz an – fast fünfmal mehr als ein Jahrzehnt davor“, so „Blick“. Auffällig beliebt sei Thailand bei den Herren: von den aktuell 2505 Schweizer Thailand-Rentnern seien nur 444 Frauen.

Wie das Beispiel Thailand zeigt, ändern sich die Bestimmungen und Verhältnisse. Deswegen sollten auswanderungswillige Rentner auch in dieses Kapital schauen. Es listet auf sieben Seiten weitere Informationsquellen auf.

Nach der Lektüre des Buchs relativiert sich wahrscheinlich einiges – das ist Hellstern zugute zu halten. Er geht fundiert auf Sonnen- und Schattenseite ein und warnt vor den Tücken. Also unbedingt reinschauen – und dann erst planen.

Vielleicht ist sinnvoll, das Auswandern einfach einmal zu proben und im Süden zu überwintern. Auch dafür hat Hellstein auf seinem Blog einige wertvolle Hinweise und Tipps.

Als Rentner in die Türkei? Na ja, im Moment ist das wohl eher nicht so empfehlenswert. Dazu ein Video von Phoenix – aus Zeiten vor dem Umsturzversuch. Heute sieht die Lage allerdings anders aus.

https://www.youtube.com/watch?v=sfz6Nw3Bvag

Die Bundesregierung hat die die Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft. So warnte Außenminister Sigmar Gabriel deutsche Unternehmen wegen mangelnder Rechtssicherheit vor Investitionen in der Türkei. Wer etwas Unliebsames sagt oder schreibt, muss fürchten, ins Gefängnis zu wandern. Nicht nur die deutsch-türkische Journalistin Meşale Tolu ist wegen des Verdachts auf „Propaganda für eine terroristischen Organisation“ und „Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung“ in der Türkei verhaftet worden. Auch der „Welt“-Journalist Deniz Yücel sitzt im Gefängnis. Vor kurzem wurde der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner verhaftet. Dabei wird es nicht bleiben – der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht offensichtlich Deutsche als Geiseln, für die Auslieferung von Türken, die in Deutschland leben. Je mehr er in der Hand hat, desto größer sein Hebel. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass die Türkei kein Land für Rentner ist, in das sie auswandern könnten.

Wer dennoch als Deutscher in die Türkei fährt, sollte sich unbedingt in die sogenannte Krisenvorsorgelisten eintragen (Internet-Adresse: elefand.diplo.de). Dort können Daten wie Reisepass-Nummer oder die Kontaktdaten von Angehörigen hinterlegt werden. Wenn etwas passiert, haben die Behörden so schnell die Daten zur Verfügung.

Und noch eins – am besten auf Diskussionen über Politik verzichten und sich so weit wie möglich heraushalten.

Mittlerweile sind mehr als 50 Deutsche oder Türken mit deutschem Pass in der Türkei inhaftiert. Mittlerweile sind Gegner der Türkei selbst in Spanien nicht mehr sicher – Erdogans Arm reicht weit. Die Türkei hat den deutschen Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien festnehmen lassen. Dogan Akhanli war schon vor mehr als 25 Jahren aus der Türkei geflogen und ist längst deutscher Staatsbürger. Trotzdem hat die spanische Polizei den kritischen Schriftsteller im Urlaub festgenommen – auf Ersuchen der türkischen Behörden. Ende August 2017 durfte er dann wieder unbehelligt nach Deutschland zurückkehren.

Interessant scheint aus Rentensicht auch Neuseeland zu sein, wie Christine Brunner auf ihrem Blog „Kiwifinch“ berichtet. Die Rente ist allerdings vergleichsweise niedrig, dafür aber steuerfreie – und jeder bekommt die „Superannuation“, sprich Grundsicherung, für die niemand Beiträge zahlen muss, weil sie aus den Steuern finanziert werden. Das heißt, es bleibt den Kiwis genug Geld übrig, um fürs Alter vorzusorgen. Allerdings bekommen nur echte Kiwis eine neuseeländische Rente, das heißt, der Rentenbezug ist an gewisse Bedingungen geknüpft wie die neuseeländische Staatsbürgerschaft und ein ausreichend langes Leben vor der Rente in Neuseeland.

Wie wäre es mit Malta?

Interessant erscheint auch Malta. Die Republik Malta („Repubblika ta‘ Malta“) ist 316 Quadratkilometer groß, was in etwa der Fläche des Stadtstaats Bremen entspricht. Auf Malta leben rund 430 000 Menschen. Damit sind die Inseln – Gozo gehört auch dazu – ziemlich dicht bewohnt. Auf Malta wird maltesisch und englisch gesprochen. Malta ist seit 1964 unabhängig, seit 2004 gehört es der Europäischen Union an und seit 2008 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Was Malta besonders attraktiv für Ruheständler macht: das Klima. Denn auf den Inseln scheint die Sonne an 320 Tagen im Jahr. Dazu kommt noch die Kultur: Malta hat neun Weltkulturerbe-Stätten. Als Ex-Kron-Kolonie der Briten wird in Malta links gefahren. Es gibt auf Malta gute Busverbindungen und günstige Fährverbindungen zu den Inseln Gozo und Comino. Wer mehr über Einreisebestimmung, Gesundheitssystem und Wirtschaft wissen will, ist am besten auf der Seite von Internationalliving aufgehoben.

Wie wäre es mit der Ukraine?

„Die Ukraine wird für Wirtschaftsflüchtlinge aus Österreich immer attraktiver, also für Pensionisten, die sich eine billigere Heimat suchen müssen“, schreibt die „Wiener Zeitung“. Claudia Aigner hat eine witzige Glosse („Mei private Altersvorsorge is a Flugticket nach Odessa“) zu dem Thema geschrieben, die endet mit: „Die österreichische Bevölkerung wird also doch nicht überaltern. Dafür vermutlich die ukrainische. Und die Rumänen und Bulgaren sollten sich auch schön langsam auf die Flüchtlingswelle vorbereiten. Und anfangen, Altersheime zu bauen. He, hoffentlich werden die Pensionen für Auslandsösterreicher nicht irgendwann an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Gastland angepasst. Wär blöd.“

Wie wäre es mit Bulgarien?

Immer mehr Deutsche können „37°“ zufolge im Rentenalter ihren Lebensstandard nicht mehr halten. 37°“ porträtiert Senioren, die sich an Bulgariens Schwarzmeerküste niedergelassen haben. Bei Maria, Hildegard und Waldemar, die jetzt schon in Bulgarien sind, wird es nicht bleiben. Schon in wenigen Jahren rutscht jeder zweite Rentner unterhalb die Armutsgrenze. Das gilt vor allem für alleinstehende Frauen.

Sie werden sich häufiger als bisher nach einer billigen Bleibe im Ausland umsehen, gezwungener Maßen. Und da kommt Bulgarien ins Spiel. In dem osteuropäischen Land kostet der Lebensunterhalt deutlich weniger. 37° hat vier Rentner begleitet, die ihren Ruhestand in Bulgarien verbringen und versuchen, ihren Alltag in der Fremde zu meistern. Wie kommen sie mit der Sprache zurecht? Was ist in Bulgarien für sie anders als in Deutschland? War es richtig, hierher zu kommen?

ZDF Reportage 37 Grad

 

 

Simple Pleasures And A Home For $32,000 In Southern Italy„, schreibt International Living. Valerie Fortney Schneider beschreibt ihre Erfahrung mit dem Kauf einer Villa in Süditalien. „Making the decision to transplant ourselves to Italy was easy. Making the move itself was painless. Making ourselves at home was smooth and immediate. We have a feeling of belonging that we’ve not known anywhere else, extraordinarily generous neighbors, and a whole village to greet us with a friendly buongiorno (good morning) when we go for our morning caffe.“ Sie lebt in einem kleinen Weiler in der Provinz Potenza, in der Basilicata. Die Italiener am Ort machen ihre Salsa selbst und ihren Wein, produzieren Feigen und Birnen, Bohnen und Tomaten. Sie zahlte 32 000 Dollar für ihr Haus, eine kleine 300 Jahre alte Casa. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, so Valerie Fortney Schneider. Umgerechnet einen Dollar für einen Espresso, 60 US-Cent für eine Packung Nudeln und einen Korb voll Gemüse für weniger als fünf Dollar.

Wie wäre es mit Frankreich?

Laut Hellstern ist Frankreich das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. „Savoir vivre“, französische Lebensart ist das Zauberwort. Aber Vorsicht, die Lebenshaltungskosten sind teilweise deutlich höher als hierzulande. Eine Kugel Eis kostet locker mal 2,50 bis drei Euro, wogegen hierzulande die Kugel schon für 1,20 Euro zu haben ist. Wer Bier liebt, ist in Frankreich Fehl am Platz. Ein Weißbier kostet in Toulouse beispielsweise sieben Euro, selbst im vergleichsweise teuren München zahlt ein Biertrinker dafür 3,50 bis vier Euro – als rund die Hälfte. Wer seinen Ruhestand im Nachbarland verbringen will, sollte etwas Geld mitbringen. Was die Kosten für Immobilien betrifft, so kommt es sehr darauf an, wo ein Rentner residieren will – an der Côte d‘Azur kostet eine Wohnung ähnlich viel wie in München. Im Hinterland oder im Süden Richtung Perpignan wird’s dann deutlich billiger. Eine Immobilie in Paris erscheint unerschwinglich, zumindest für Normalverdiener. Paris gilt laut Hellstern als die zweit teuerste Stadt der Welt. Das gilt übrigens auch für die Lebenshaltungskosten. Ein Espresso kann locker mal 4,50 Euro kosten. Auch andere Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Dafür ist allerdings die Auswahl größer. Wer nach Frankreich reist und zurück, muss zudem, so er denn Autobahnen benutzt, Maut zahlen – und die schlägt kräftig zu Buche. Ein Wort zur Sprache: Wer nicht französisch spricht, hat in Frankreich schlechte Karten. „Viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten“, bemerkt Hellstern treffend. Diese Erfahrung habe ich während meiner Tour de France ebenfalls gemacht. Wer also beabsichtigt, seinen Ruhestand in Frankreich zu verbringen, sollte unbedingt französisch lernen oder seine Schulkenntnisse auffrischen. Die Volkshochschulen bieten ortnah entsprechende Kurse an, beispielsweise die vhs Olching.

Was die medizinische Versorgung betrifft, so verlangt Frankreich einen hohen Eigenanteil. Die Krankenversicherung zahle nur 70 Prozent der Kosten für Arzt- und Zahnartzbehandlung, so Hellstern.

Was die Formalitäten betrifft, so ist laut Hellstern spätestens drei Monate nach dem Umzug eine Anmeldung oder ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich nötig. Wer den Termin versäume, müsse ein Bußgeld zahlen. Die Behörden wollen den Reisepass sehen, einen Miet- oder Kaufvertrag und vielleicht die letzte Stromrechnung. Aufenthaltserlaubnis brauchen Deutsche in Frankreich nicht.

Übrigens gibt es in Facebook eine Gruppe „Auswandern nach Frankreich“. Auf der Seite wohin-auswandern erfährt der auswanderungswillige Ruheständler ebenfalls etwas über Frankreich und das Leben dort.

Übrigens International Living hat auch einen Facebook-Account

Finanzen100 hat Rentendomizile untersucht und liefert acht Vorschläge: Dafür hat Finanzen100 Daten zur Lebensqualität und den Lebenshaltungskosten der Vergleichsseite Numbeo ausgewertet. Zu den acht Orten, wo schon tausend Euro pro Monat reichen, gehören:

  • Bursa in der Türkei
  • Mangalore in Indien
  • Prag in Tschechien
  • Kapstadt in Südafrika
  • Riad in Saudi-Arabien
  • Warschau in Polen
  • Monterrey in Mexiko
  • Sofia in Bulgarien

Und die „Welt am Sonntag“ hat analysiert, „wo deutsche Rentner am meisten für ihr Geld bekommen – und gleichzeitig am besten leben.“ Dabei flossen die Lebenshaltungskosten zu 50 Prozent in die Analyse mit ein, die restlichen 50 Prozent werden von der medizinischen Versorgung, der Kriminalitätsrate und der Korruption beeinflusst. So berechnete die „Welt am Sonntag“ einen Index der besten Länder für Rentner. Das Ergebnis weicht deutlich von dem bisherigen Auswanderverhalten der Rentner ab. Was kam dabei heraus?

Die besten Länder für Rentner

  1. Polen
  2. Tschechien 
  3. Ungarn
  4. Österreich
  5. Spanien

Das sind aber nicht die Länder, in die deutsche Rentner normalerweise gerne auswandern. Die Top fünf waren 2016:

Beliebtesten Länder bei Rentner 2016

1. Schweiz

2. USA

3. Österreich

4. Spanien

5. Frankreich

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Ende meiner Tour de France

Letzter Tag meiner Tour de France – mein Rad-Navi zeigt 1752 Kilometer an, 19 574 Meter Steigung, 147 Stunden total, maximale Höhe 1351 Meter, 87 897 verbrauchte Kalorien und 87 Stunden im Sattel – und weil ich das Navi versehentlich aus- statt abgeschaltet habe, darf ich noch 98 Kilometer addieren. Das heißt, ich habe insgesamt 1848 Kilometer zurückgelegt – in vier Wochen, mit zwei Pausen.

3640 Kilometer in drei Monaten

Ehrlich gesagt, ich war selbst über mich erstaunt, soweit gekommen zu sein. Ich hatte in der Planungsphase mal grob errechnet, dass die Gesamtstrecke der Tour de France von 1955 rund 3640 Kilometer maß. Die Cyclisten von damals brauchten dafür rund drei Wochen – ich hatte drei Monate eingeplant. Ok, ich bin 63 Jahre alt, die Fahrer damals meist jünger als 23. Ich hatte keinen Wasserträger, Masseur und Entourage. Dazu noch Gepäck – und musste mich sogar um die Übernachtung und das Essen kümmern. Die ersten Etappen durch die Alpen waren richtig hart. Die Waden zuckten, der Atem rasselte, der Rücken schmerzte und der Hintern brannte. Zwischendurch zählte ich die Straßenstriche, um mich zu motivieren. Das Navi zeigte die verbliebenen Höhenmeter an. Aber ich wollte ja unbedingt möglichst nah am Verlauf der Tour de France von 1955 bleiben.

Schwindeln gehört dazu

Das erst mal griff ich dann in Cannes zu unerlaubten Mitteln – und nahm den Zug. Die Anfahrt hatte mich derart demotiviert, dass ich mir die Strapazen ersparen wollte. Denn ist strapaziös, auf der Nationalstraße von dicken Lastern an die Wand gedrückt zu werden, Auspuffschwaden zu inhalieren und dazu noch gegen die Schwerkraft zu kämpfen. Also, ab zum Bahnhof, ein Ticket gelöst – und schon erhöhte sich meine Maximalgeschwindigkeit rasant. Mein Rad-Navi zeigt jetzt 159 Kilometer pro Stunde an. Was für ein Tempo! Das schafft kein weder Eddy Merckx noch Jan Ullrich.

Im Schnitt 14 km/h

Dafür kam streckenweise gerade mal auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 Kilometer pro Stunde. Manche Berge kroch ich mit acht oder neun km/h hoch – und war oben trotzdem fix und alle. Einmal musste ich sogar absteigen, weil meine Waden flatterten – und ich schob. Welche Schande! So ganz allein unter der sengenden Sonne, eine Kehre nach der anderen ohne Aussicht auf ein Ende – da steigen ganz eigenartige Gedanke auf, konzentrieren sich auf Einzelheiten wie die Abmauerung am Straßenrand, lassen den Geist auf Wanderschaft gehen. „Bist du hier überhaupt richtig?“ Louison Bobet, der die Tour de France 1955 gewonnen hat, soll sich vor einem Ölfleck auf seinem Reifen gefürchtet haben. Dir fällt jedes komische Geräusch auf. „Da schleift doch etwas?“ „Was knirscht da?“ Ok, das läuft teilweise unterbewusst ab, begleitet dich aber von Meter zu Meter, von Kilometer zu Kilometer.

Hunger und Durst

Dann Durst und Hunger – das nächste Dorf liegt noch 14 Kilometer entfernt, dazwischen nur ein paar Weiler. Und es ist schon bald halb zwei Uhr. Um 14 Uhr verrammeln französische Restaurants ihre Türen, denn dann ist der Mittag gelaufen. Wehe, wer nach 14 Uhr noch essen will. A propos Essen, obwohl ich am Tag bestimmt 5000 Kalorien oder mehr verbrannte, hätte ich um alles in der Welt keinen Schweinsbraten verdrücken können. Es gab deswegen oft nur Salade niçoise mit Menthe à l’eau. Ok, ich geb’s zu, später bin ich dann auf Panaché umgestiegen. Auf Dauer schmeckt Menthe à l’eau doch etwas fad. Dafür gab’s dann abends immer ein komplettes Menü – und ich ließ mir meist auch noch einen zweiten Brotkorb bringen, um mit dem Brot den Teller auszuwischen und auch nur ja jede Kalorie aufzusaugen.

In Bordeaux dann das Aus

Ja, das alles war dann in Bordeaux vorbei. Schon Tage vorher ereilte mich die Nachricht, dass meine Schwiegermutter im Krankenhaus liegt und wohl dringend Hilfe braucht. Innerlich wehrte ich mich noch dagegen, meine Tour abzubrechen, unterbewusst dämmerte mir jedoch, dass von mir erwartet wird, mich darum zu kümmern. Ich überlegte hin und her, wie ich von Bordeaux nach Straßburg komme. Mit dem Zug, mit dem Bus – oder mit dem Flieger? Glücklicherweise war noch ein Platz im Radabteil des TGV frei, so dass ich den Zug um 7.23 Uhr nahm.

Ich hab’s ja schon geschrieben – ein bisschen Wehmut beschlich mich doch. Soweit gekommen – und jetzt einfach aufhören.

Adieu – und vielleicht gibt’s ja eine Fortsetzung der Tour

 

 




Tag 28 meiner Tour de France

Tag 28 meiner Tour de France – heute ist er letzte Tag meiner Tour de France. Ja, richtig gelesen. Morgen fahre ich mit dem Zug von Bordeaux zurück nach Straßburg. Warum? Ich will nur so viel verraten – wegen eines Krankheitsfalls in der Familie. Ich spüre, dass da ein Mensch dem Tod näher ist als dem Leben und fühle mich in der Pflicht. Mehr will ich dazu nicht schreiben. Morgen 7.23 Uhr fährt mein Zug und bringt mich nach Straßburg, wo ich abgeholt werde.

Nur die halbe Tour de France

Es ist also nur eine halbe Tour de France geworden. In vier Wochen habe ich 1860 Kilometer zurück gelegt, mich 19 574 Höhenmeter hochgearbeitet und 87 342 Kalorien verbrannt – wenn stimmt, was mein Rad-Navi gespeichert hat. Ich war 87 Stunden im Sattel und bin zuletzt auf einen Schnitt von 20 Stundenkilometer gekommen. Ich habe zwei Fahrradmäntel verschließen, die Gepäckträgerhalter aufgearbeitet und mir ein Achter im Hinterrad dafür eingehandelt. Pro Tag habe ich sicher mehr als hundert Euro gebraucht – für Hotelzimmer, Essen und Trinken, Eintritte, Zugfahrt und Verschleißteile. Meine Regenjacke blieb unbenutzt. Dafür bin ich einmal in Avignon während eines Regenschauers bis auf die Haut naßgeworden.

Vier Wochen unfallfrei

„Toi, toi, toi“ blieb mir ein größerer Unfall erspart. Auch sonst hätte ich Glück mit meinen Hotelzimmern und Bed & Breakfast. In den vier Wochen bin ich der französischen Mentalität ein Stück näher gekommen. Die Franzosen halten sich ziemlich strikt an die Mittagspause – von zwölf bis 14 Uhr. Wer später kommt, hat meistens Pech. Franzosen und Französinnen lieben Ringelhemden – weiß-blau quer- und längsgestreift. Das fängt bei den Kinder an und zieht sich bis zum Opa. Das waren nur zwei Beispiele.

Essen von 12 bis 14 Uhr

Ach ja, das Essen – Franzosen geben spürbar deutlich mehr Geld aus für Restaurantbesuche. Dazwischen darf’s schon mal ein Apperitiv sein oder ein Bierchen – das hier doppelt so teuer ist wie in Bayern. Auch fürs Eis müssen sie tiefer und die Tasche greifen: 2,50 bis drei Euro für eine Kugel sind durchaus normal.

Das scheint sie nicht davon abzuhalten, Eis zu schlecken. Überhaupt, wer am Abend durch die Straßen bummelt oder radelt, findet überall kleine und große Restaurants, die voll besetzt sind. Ok, heute ist Samstag, da gehen sicher mehr aus als unter der Woche. Aber in Deutschland könnten sich so viele Restaurants nicht halten.

Wehmut beim Abschied

Ein bisschen Wehmut beschleicht mich schon beim Gedanken an Abschied von meiner Tour de France. Dass sie mich doch nicht übermannt, liegt an zwei Norwegern mit denen ich über die französischen Babybierkrüge gelästert habe und über die Art auf französisch zu zählen. Die Beiden kommen aus Bergen und sind wegen des Cognacs hier. In Bordeaux ist zurzeit Weinmesse und da müssen Kjetil und Nils natürlich dabei sein. Sie haben sich auf Cognac spezialisiert, weil die Norweger angeblich pro Kopf so ziemlich den meisten Cognac trinken.

Meine Abschlussrunde führte mich dann noch über den Pont de Pierre, die steinerne Brücke Bordeauxs. Beim Überqueren gehen die Lichter an – ein stimmungsvoller Abschied.

 

Adieu – und bis bald in Deutschland

 




Tag 26 meiner Tour de France

Tag 26 meiner Tour de France – eigentlich wollte ich etwas über den Canal du Midi schreiben und über den Canal de la Garonne. Aber dann drängte sich doch etwas Anderes in den Vordergrund. Alors, ganz langsam. Es geht um Schnecken – Escargots à la Bourguignonne, Schnecken nach Burgunder-Art. Et bien, werden viele sagen, ist ja nichts besonderes in Frankreich. Das Besondere daran, sie fallen mir auf als ich bei Aldi einkaufen. Sie liegen in der Tiefkühltheke und winken mir zu. Ich hätte ja vieles bei Aldi in Frankreich – übrigens Aldi Nord – erwartet, aber nicht Schnecken.

Schnecken à la Bourguignonne

Warum ich überhaupt bei Aldi einkaufen? Nun, das Hotel Balladins hat kein Restaurant. Ich werde verwiesen auf die Pizza-Bude gegenüber oder den Bäcker nebenan, der auch Quiche bäckt und Sandwichs anbietet. Da Aldi aber genau auf der anderen Straßenseite liegt, gehe ich einkaufen – und somit stoße ich auf die Escargots à la Bourguignonne. Die Auswahl an Wein ist riesig – größer als bei Aldi in Deutschland. Neben den Schnecken warten auch Jakobsmuscheln darauf, gekauft zu werden. Selbst „Radler“ gibt es. Aber weil ich bereits schlechte Erfahrungen gemacht habe mt zusammen gepanschtem Radler, verzichte ich auf eine Wiederholung. Statt dessen nehme ich einen Cidre doux aus der Normandie mit, dazu Sandwiches, ein paar Radieschen, eine Tafel Schokolade und natürlich Mineralwasser – das alles für 12,60 Euro. Die Radieschen sind ein Reinfall, der Cidre super, die Schokolade geht so. Bei Sandwiches lässt sich nicht viel falsch machen. Also statt Restaurant heute mal Selbstverpflegung.

Écluse – Vokabel des Tages

Noch ein Wort zu meiner französischen Vokabel des Tages: Dieses Mal ist es „écluse“ – die Schleuse. Alle paar Kilometer wartet schon die nächste auf Bootfahrer, die sich anheben oder absenken lassen. Hundert Meter vor der Schleuse hängt über dem Kanal in Seil oder Plastikschlauch herunter, zwischen zwei Pfählen gespannt. Zieht der Kapitän oder die Begleiterin daran, wird die Schleuse freigegeben, so denn nicht gerade ein anderes Schiff in der Schleuse abgefertigt wird. Das kann dauern – aber Bootfahren auf dem Canal du Midi ist ja auch zur Entschleunigung gedacht.

Irgendwann wird’s langweilig

D’ailleurs – nach was zum Thema Kanal. Es geht flott voran, nur irgendwann wird’s langweilig. Die Landschaft wiederholt sich, die Velo-Piste führt meist schnurgerade am Kanal entlang zwischen Platanen-Alleen. Abwechslung bringen nur die Dörfer, die manchmal den Kanal säumen. Vorteil, ich spule einen Kilometer nach dem anderen herunter – und sammle im Laufe des Tages hundert Kilometer. Übernachte kurz vor Agen. Morgen geht es dann weiter Richtung Bordeaux.

 

Bonne nuit et à demain!




Tag 25 meiner Tour de France

Tag 25 meiner Tour de France – der Tag steht heute unter dem Motto „Canal du Midi“. Petra und Paul vom Coup de Coeur in Bram meinten ja, dass der Radweg ab Bram bis Villefranche wohl nicht so toll sei. Deswegen habe ich bis Castelnaudary die D33 genommen, die wenig befahren ist, da parallel dazu Autobahn und D6133 verlaufen. In Avignonet-Lauragais lenke ich dann zum Canal-du-Midi-Radweg, der ab hier seinen Namen verdient. 

Schwerer Abschied von Bram

Noch ein Wort zu meinen Gastgebern Petra und Paul. Sie haben sich rührend um mich gekümmert. Gern wäre ich noch einen Tag geblieben, aber ich habe ja versprochen, bis zum 30. Juni in Nantes zu sein – und das sind noch einige Kilometer. 

Immer am Kanal entlang

Wenn radeln Spaß macht, dann hier – entlang des Canal du Midi. Der Radweg verläuft parallel zum Kanal, meist von einer Platanen-Allee gesäumt. Selbst bei 35 Grad lässt es sich hier aushalten. An den Schleusen wartet gelegentlich ein Restaurant. An der Schleuse Gardouch konnte ich nicht einfach vorbei fahren. Das Restaurant liegt so malerisch direkt an der Anlage – und ich gönne mir ein Panaché, nein zwei. Es ist 11.45 Uhr – und noch zu früh für zum Essen. Das war ein Fehler, denn die nächsten Schleusen sind nicht bewirtschaftet. Also radle ich weiter bis Montgiscard, wo auf der gegenüberliegenden Seite eine Pizzeria winkt. 

Mittags nur Salat

Mittags nach ein paar Stunden radeln, kann ich nur was Leichtes essen – einen Salat de l’ecluse, sprich einen Schleusensalat. Das ist nichts weiter als ein gemischter Salat mit Schinken und Käse. Dazu ein Menthe à l’eau – das lässt sich so schön mit Wasser strecken. Ideal gegen den Durst. 

Tripadvisor sei Dank

Es ist Mittag und ich habe noch kein Hotel. Also suche ich bei Tripadvisor und finde ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs, das Hotel aux Ambassadeurs. 

Noch 20 Kilometer bis Toulouse. Auch wenn der Radweg gut ausgebaut ist, ziehen sich die 20 Kilometer in die Länge. Ich habe ja schon 60 hinter mir. Der Radweg führt durch die Stadt, immer am Kanal entlang. Das erleichtert die Orientierung in der Stadt – und Toulouse ist doch etwas größer. Das Fahrrad-Navi weist mir dann die richtige Straße. Ich bin da – erschöpft und durchgeschwitzt. Erst eine Dusche, dann was trinken. 

 Ich habe noch genug Zeit, die Stadt zu erkunden – La viele rose, wie Toulouse auch heißt. Die Straßennamen sind hier zweisprachig – in französisch und spanisch. Während und nach dem spanischen Bürgerkrieg sind viele Spanier nach Toulouse geflüchtet. So bekam die Stadt ihren spanischen Flair – und ihre spanischen Straßennamen. 

Weißbier gegen Heimweh

Dank Uni und vieler Studenten ist Toulouse vergleichsweise jung – das spürt jeder, der durch die Straßen flaniert. Am Place de La Daurade, direkt am Ufer der Garonne, kommt so etwas wie Biergartenstimmung auf – viele trinken sogar Bier, aber es ist doch anders als in Bayern. Ganz abgesehen davon, dass das Bier das Doppelte kostet. In der Wiese haben sich viele Junge im Gras ausgebreitet – es riecht nach Hasch. Die anderen Gäste lassen sich aber nicht stören und verspeisen ihr „Assiette de La Dourade“ – so wie ich. 

Auf dem Rückweg sticht mir noch ein „Paulaner“-Schild ins Auge. Ich bekomme so ein bisschen Heimweh und ich lenke meine Schritte Richtung Bistro. Tatsächlich schenken sie Weißbier aus – ich kann nicht anders und bestelle mir ein Glas, Preis sieben Euro. 

Leicht sediert, strebe ich Richtung Hotel. 

 

Bonne nuit et à demain!




Tag 24 meiner Tour de France

Tag 24 meiner Tour de France – der Tag fängt ja schon mal gut, was ironisch gemeint ist. Gleich beim Holen des Rads bemerke ich den Platten. Also wieder Schlauch wechseln. Es ist bereits heiß, mir läuft der Schweiß von der Stirn, ich stehe da mit verschmierten Händen und die Satteltaschen liegen verstreut um mich herum. Der Hotelier fragt mich, ob alles in Ordnung ist. Na ja. Nein, nichts ist in Ordnung. Aber ich antworte trotzdem „Ca va“. 

Mehrmals Schlauchwechsel

Hilft ja nichts, ich ziehe also den Mantel ab und tauschen den Schlauch aus. Das sollte an diesem Tag nicht das letzte Mal sein. Ich hatte Quillan kaum verlassen, als ich bereits wieder merke, das die Luft langsam aus dem Hinterreifen entweicht. Ich denke mir noch nichts dabei und pumpe Luft nach. Das Spielchen wiederholt sich, bis ich schließlich genervt doch am Straßenrand anhalte und den Schlauch wechsle – ein zweites Mal den diesem Tag. 

Dabei lief’s bis jetzt ganz gut – es geht leicht bergab, ich folge dem Fluss Aude und komme gut vorwärts: An Espèraza vorbei und durch Limoux. Gelegentlich versuchen sich die französischen Straßenbauer an Fahrradwegen, meist aber nur halbherzig. Viele enden schon kurz nach der Ortschaft im Nirwana. Sie ging’s mir in Limoux. Der Fahrradweg endete im Industriegebiet und ich musste dann doch wieder auf die Departemental. Ach ja, streckenweise wie bei Cépie verwandelt sich die Departemental in eine Autostraße und zwingt Radler, auf eine Nebenstraße auszuweichen. 

Miserable Straßen

A Propos Straße, der Zustand ist gerade in den Städten und Dörfen so schlecht, dass ich alle meine fünf Sinne brauche, um nicht in einem Schlagloch zu enden oder über einen Kanaldeckel zu stürzen. Offensichtlich haben einige Kommunen wenig Geld und lassen die Straßen verkommen. Die Baureferate, so es sie denn in Frankreich gibt, bessern die Straßen meist nur notdürftig aus. Ja, dann der Belag – nicht selten verwenden die Straßenbauer groben Kies, was meine Reifen ziemlich beansprucht. 

Um 14 Uhr ist Schluss

Im Niemandsland vor Carcassonne wechsle ich die Reifen. Ich wollte weg von der vielbefahrenen Straße und lande in der Pampa. Die Flaschen sind mittlerweile auch schon leer, die Restaurants in den Dörfern verrammelt. Also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als möglichst schnell weiter zu fahren. Ich lasse mich dieses Mal von Google Maps leiten, navigiere unter der Autobahn durch, von Grèzes nach Caux-et-Sauzens. Es ist bereits nach 14 Uhr – ganz schlecht in Frankreich, denn viele Restaurants schließen dann. Genau das passiert mir in Caux-et-Sauzens. Das Lokal zur Platanes ist geschlossen. Zum Glück steht am Marktplatz ein Brunnen, aus dem trinkbares Wasser fließt. Ich fülle zumindest meine Wasserflaschen und kühle mich ab. 

Durch die Weinberge

Es ist heiß, ich bin erschöpft und will nur noch ankommen. Der nächste größere Ort ist Bram – also ab nach Bram. Vorher erwartet mich allerdings noch ein Stück Landwirtschaftsweg durch die Weinberge, wobei Weinberge das falsche Wort ist, denn Wein wird hier auf der Fläche angebaut. Die asphaltierte Straße endet in Caux-et-Sauzenes, ich nehme also den Landwirtschaftsweg. Nach einigen Kilometern bin ich dann zurück auf der Asphaltstraße und irgendwann auch wieder auf einer Departemental. 

Am Canal du Midi

Kurz bevor ich zur D33 einbiegen, überquere ich den Canal du Midi. Eine Brücke spannt sich über den Canal und die Dorfjungs machen sich einen Spaß daraus, von der Brücke zu springen. Dann tuckert ein Boot heran. Der Kapitän steuert auf die Mitte der Durchfahrt zu und kommt dabei dem Ufer ziemlich nah. Die Jungs wissen das und einer von ihnen springt an Bord, hechtet aber gleich ins Wasser. 

Schluss mit Beschaulichkeit – weiter nach Bram. Die letzten Kilometer läuft’s dann wieder richtig gut. Ich komme auf mehr als 30 Kilometer pro Stunde. Bram ist zum Greifen nah. Ich setze mich im Ort in den Schatten und suche per Tripadvisor ein Hotel. Dabei finde ich Coup de Coeur, Bed & Breakfast – etwas Neues für mich auf dieser Reise. Das Haus liegt ganz versteckt am Place Carnot Mitten in dem Ort – von außen aber nur gekennzeichnet durch ein Schild. Dahinter ein wunderschönes altes Haus. Petra, die Besitzer, reserviert für mich einen Platz bei L’ile aux oiseaux am Canal du Midi.   

 

 

Bonne journée et à demain!