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Vier von fünf Deutschen vertrauen ihrem Bankberater blind – und zahlen richtig drauf. Provisionen fressen Altersvorsorge. Warum nicht einfach selbst anlegen!
„There’s No Such Thing as a Free Lunch“, sagen die Amerikaner. Das heißt, nichts ist wirklich kostenlos. Die vermeintlich kostenlose Berater durch einen Banker oder Versicherungsmakler kosten richtig viel Geld – in Form von Provisionen. Also, fallt nicht auf den „kostenlosen“ Schein herein.
Rund 80 Prozent der Deutschen holen sich bei Geldanlagen Rat – meist bei Banken, Versicherern oder Maklern. Was nach einem kostenlosen Service klingt, kostet in Wahrheit ein Vermögen. Forscher wie Steffen Sebastian von der Universität Regensburg schätzen, dass provisionsbasierte Verträge Kleinanlegern jedes Jahr rund 98 Milliarden Euro entziehen.
Was viele Ruheständler und Sparer als „kostenlose Beratung“ bei ihrer Hausbank oder Versicherung wahrnehmen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als eines der kostspieligsten Missverständnisse der Altersvorsorge.
Warum wir Beratern glauben
Eigentlich müsste es alle wissen: Ein Berater will nur das Beste – unser Geld. Und trotzdem vertrauen viele einem Berater genau das an. Sie glauben, er kenne die persönliche Lebenssituation am besten. Werbung verstärkt diesen Effekt: Nähe, Erreichbarkeit, persönliche Betreuung. Das Gefühl zählt – nicht die Kosten. Das rächt sich leider im Alter.
Beratung ist meist ein Verkaufsgespräch
In der Realität vertreten Berater meist ihren Arbeitgeber und damit nur bestimmte Produkte. Provisionen, Verkaufsziele und interne Kostenstrukturen sorgen dafür, dass Beratung selten neutral ist. Und diese Kosten trägt am Ende der Kunden – oft unbemerkt.
Der Preis der Prozentpunkte
Wie teuer das wird, zeigt ein einfaches Beispiel:
- 200 Euro monatlich über 40 Jahre investiert
- Variante A: ETF ohne laufende Kosten → 398.000 Euro
- Variante B: Fonds mit 1,5 % Kosten → 300.000 Euro
Allein durch Gebühren fehlen fast 100.000 Euro. Bei 2 % Kosten schrumpft das Endvermögen sogar auf 270.000 Euro. John Bogle, Gründer von Vanguard, brachte es auf den Punkt: Verdoppeln sich die Kosten, kann das Endvermögen um bis zu 65 Prozent einbrechen.
Rentenversicherung: ein teurer Klassiker
Auch bei Rentenversicherungen frisst die Kostenstruktur oft die Rendite auf, wie der ARD-Marktcheck aufdeckt. Viele Anleger bekommen am Ende nur 85 bis 90 Prozent ihrer Einzahlungen zurück – der Rest verschwindet in Gebühren und Provisionen. Experten raten: Kosten sollten maximal ein Prozent der Investitionssumme betragen.
Andere Länder sind weiter
In den Niederlanden und Großbritannien sind provisionsbasierte Modelle längst verboten. Dort gibt es nur noch Honorarberatung – unabhängig, transparent, ohne Verkaufsdruck. Haushalte erzielen dadurch im Schnitt 1,7 Prozent mehr Vermögenswachstum pro Jahr. Ein EU-weites Provisionsverbot scheiterte 2023 jedoch – der deutsche Markt bleibt ein Verkaufsmarkt.
Drei Tipps für die eigene Vorsorge:
- Die 1-Prozent-Regel: Achten Sie darauf, dass die Gesamtkosten Ihres Investments (TER/Effektivkosten) niemals über 1 %
- Honorarberatung prüfen: Zahlen Sie lieber einmalig für eine unabhängige Beratung, statt lebenslang versteckte Provisionen abzuführen.
- Selbst aktiv werden: Dank Online-Brokern und ETFs ist der Vermögensaufbau heute so einfach und günstig wie nie zuvor.
Fazit: Lassen Sie Ihr Geld nicht für die Marmorpaläste der Banken arbeiten, sondern für Ihren eigenen Ruhestand. Jedes Prozent Gebühr, das Sie sparen, landet direkt in Ihrer Tasche.
Bild: Pexels | Kampus Production
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