Werbung
Der Welt-ETF ist zu US-lastig. Warum das riskant ist und wie sich das ändern lässt. Mit dem Richtigen lässt sich das Risiko senken und Rendite verbessern.
Wer einen ETF, sprich, einen börsennotierten Fonds, auf den MSCI World kauft, kauft zu rund 70 Prozent US-amerikanische Aktien, denn so hoch ist der Anteil bei dem Anlageklassiker. Aber selbst wer einen „All-World“-ETF (ETF steht für Exchange Traded Fund) kauft, hat immer noch einen US-Anteil von 63 Prozent – also von wegen „Welt-ETF“.
Hoher US-Anteil
Übrigens, MSCI steht für Morgan Stanley Capital International, ein Anbieter von Aktienindizes, darunter eben auch der MSCI World. Der Name ist mittlerweile allgegenwärtig, weil Banken und ETF-Anbieter die Indizes von MSCI als „Bauplan“ für ihre Produkte nutzen. Morgan Stanley bietet selbst keine ETFs an, aber definiert die Regeln, welche Aktie mit welchem Gewicht in einen Index (wie den MSCI World) aufgenommen wird – und verlangt dafür Lizenzgebühren. Das heißt, wer einen MSCI-World-ETF kauft, zahlt indirekt eine Gebühr an MSCI.
Was sind MSCI World und FTSE All-World?
- MSCI World: Ein MSCI-World-ETF investiert ausschließlich in 23 Industrieländer, da die USA die mit Abstand größte Marktkapitalisierung unter den Industrienationen haben, dominieren sie hier annähernd drei Viertel des Index.
- FTSE All-World: Der FTSE All-World enthält zusätzlich Schwellenländer (Emerging Markets) wie China, Indien oder Brasilien. Durch diese zusätzliche Diversifikation sinkt das relative Gewicht der USA auf etwas mehr als 60 %.
Ach ja, die Abkürzung FTSE steht für Financial Times Stock Exchange – und gehört vollständig zur London Stock Exchange Group. Weil die Abkürzung so schwierig auszusprechen ist, wird sie im Finanzalltag meistens wie das englische Wort für „Fuß“ ausgesprochen, also „Footsie“ ([‚fʊtsi]).
Jeder der beiden Lizenzgeber stuft Länder und die Zusammensetzung anders ein.
Die Top-Positionen beim MSCI World
In beiden Indizes sind es vor allem die US-Tech-Giganten, die das Bild prägen. Im MSCI World machen allein die zehn größten Unternehmen (fast allesamt aus den USA, wie NVIDIA, Apple und Microsoft) inzwischen etwa 25 bis 27 Prozent des gesamten Indexgewichts aus.
Den Mix verbessern
Wer sich mit dem US-Schwerpunkt unwohl fühlt, kann sein Welt-Depot entweder mit gezielten Satelliten-Investments ausbalancieren und beispielsweise Schwellenländer-ETFs kaufen oder einen Welt-ETF mit geringerem US-Anteil, beispielsweise den Invesco FTSE Rafi All-World 3000 (WKN: A0M2EN ISIN: IE00B23LNQ02). Dieser Welt-ETF hat „nur“ einen US-Anteil von gegenwärtig 46 Prozent – und das ist deutlich weniger als bei den meisten MSCI-World-ETFs.
Vorsicht vor Klumpenrisiken
Trotz der Verlockung durch die in der Vergangenheit guten Renditen von MSCI-World-ETFs sollten Anleger Vorsicht walten lassen. Denn diese ETFs sind oft von wenigen Großkonzernen abhängig.
Fazit: Ein globaler ETF bleibt das ideale Basisinvestment für die Altersvorsorge. Speziellere Länder- oder Regional-ETFs sollten lediglich als Gewürz im Depot dienen und nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen.
ETFs im Vergleich: Basis-Investments vs. Ergänzungen
| ETF-Name | ISIN | Fokus | 5-Jahres-Performance |
| Vanguard FTSE All-World | IE00BK5BQT80 | Weltweit | +71 % |
| iShares STOXX Europe 600 | LU0908500753 | Europa | +67 % |
| Invesco FTSE Rafi All-World 3000 | IE00B23LNQ02 | Weltweit | +60% |
| Vanguard FTSE Emerging Markets | IE00BK5BR733 | Schwellenländer | +22 % |
Stand: 9. März 2026
Hinweis für Leser: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Mit unserem Newsletter auf dem Laufenden bleiben
Einfach jetzt kostenlos abonnieren
Disclaimer:
Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.
Werbung

