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Vier von fünf Arbeitnehmern nutzen Altersteilzeit im Blockmodell. Das soll sich nach dem Willen der Rentenreformer ändern – zum Schlechteren.
Altersteilzeit soll reformiert werden
Manchmal genügt eine Zahl, um eine politische Idee infrage zu stellen: 82 Prozent der Beschäftigten in Altersteilzeit entscheiden sich für das Blockmodell. Sie arbeiten zunächst weiter in Vollzeit und wechseln anschließend in eine Freistellungsphase bis zum Rentenbeginn. Offensichtlich entspricht genau dieses Modell den Bedürfnissen vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Aus für dieses Modell geplant
Dennoch will die Alterssicherungskommission diesem Modell an den Kragen. Nach ihren Vorschlägen soll das Blockmodell künftig nicht mehr oder nur noch deutlich eingeschränkt möglich sein. Gleichzeitig soll der Einstieg in die Altersteilzeit statt ab 55 erst ab 58 Jahren erfolgen. Die schwarz-rote Koalition signalisiert bereits Zustimmung zu diesen Empfehlungen.
Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Warum wird ein Instrument beschnitten, das offensichtlich funktioniert und von der großen Mehrheit genutzt wird? Allein im Jahr 2023 nutzten rund 284.000 Beschäftigte die Altersteilzeit. Besonders verbreitet ist sie in großen Unternehmen, bei Energieversorgern, Finanzdienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe.
Ältere sollen länger im Job bleiben
Die Rentenkommission argumentiert, dass das Blockmodell den vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben fördere. Ältere Beschäftigte sollen stattdessen länger im Job bleiben und ihre Arbeitszeit kontinuierlich reduzieren. Das klingt in der Theorie überzeugend. In der Praxis sieht die Realität jedoch oft anders aus. Viele Menschen in körperlich oder psychisch belastenden Berufen schaffen es gerade deshalb bis zur Rente, weil sie auf die Perspektive einer Freistellungsphase zählen können.
Rentenreformer ziehen die Schrauben an
Hinzu kommt: Die Rentenreform enthält bereits zahlreiche Maßnahmen, die auf längere Lebensarbeitszeiten hinauslaufen. Diskutiert werden unter anderem eine stärkere Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und Einschränkungen bei der Altersteilzeit. Für viele Beschäftigte entsteht der Eindruck, dass die Stellschraube immer nur in eine Richtung gedreht wird: länger arbeiten.
Per Altersteilzeit früher in Rente
Gerade für Menschen kurz vor dem Ruhestand ist die Altersteilzeit jedoch mehr als ein Personalinstrument. Sie ermöglicht einen planbaren, sozialverträglichen und oft gesundheitsschonenden Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Wer ein solches Erfolgsmodell einschränken will, sollte dafür sehr gute Gründe haben.
Die Zahl von 82 Prozent spricht allerdings eine andere Sprache: Nicht die Beschäftigten müssen von der Altersteilzeit überzeugt werden. Die Politik müsste vielmehr erklären, warum sie ein Modell abschaffen will, das von vier von fünf Betroffenen ausdrücklich bevorzugt wird.
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