Messen 2019 für die 50plus-Generation

Messen für die 50plus-Generation schießen wie die Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es bereits zwei Dutzend dieser Messen in Deutschland und Österreich mit Zigtausend Besuchern. Das Messejahr beginnt bereits im Januar und endet erst im November. Ein Überblick.

Die Messemacher haben sich längst auf die 50plus-Generation eingestellt. Die Münchner Messe hat extra ein Casting für Models initiiert, auf dem sie Damen und Herren ab 45 Jahren suchen. Denn auf ihrer Modeshow Anfang Mai zur Messe „Die66“ will Projektleiter Stefan Ostermeier „den Besuchern tragbare Mode für die Generation 50plus zu zeigen, die authentisch präsentiert wird“.

Zwei Dutzend Messen für Best-Ager

Mode ist aber nur eines der Themen, die auf den Best-Ager-Messen das Publikum anziehen. Es geht auch um Finanzen, Wellness, Gesundheit, Reisen und Lifestyle. „Die 66“ ist zwar die größte Messe ihrer Art, aber nicht die einzige. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten deutschlandweit und in Österreich etabliert. So findet in Nürnberg die „Inviva“ statt, in Bremen die „Invita“, in Erfurt die „Besser leben“ und in Stuttgart „Die besten Jahre“.

Übersicht über 50plus-Messen

TerminMesseOrtBeschreibung
12.1.-13.1.201950plus Freude am LebenRatingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
26.1.-27.1.201950plus Freude am LebenErkrathWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
5. January 1900afaAugsburgHeimat, Freitzeit, Gesundheit
3. March 1900Bleib aktiv!St. Pölten (A)Lifestyle, Gesundheit, Reisen
27.2.-3.3.2019 invivaNürnbergErlebnismesse Mitten im Leben
9.3.-10.3.201950plus Freude am LebenEuskirchenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
6.4.-7.4.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
10.4.-13.4.2019LebenslustWien (A)Finanzen, Gesundheit, Reisen, Kultur
13.4.-14.4.201950plusRied (A)Gesundheit, Wohnen, Reise, Mode
3.5.-5.5.2019 Die 66München50plus-Messe
18.5.-19.5.201950plus Freude am LebenSolingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
28.5.-30.5.2019SeniorentagDortmundVeranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Messe
14.9.-15.9.2019Besser lebenErfurtLifestyle-Messe
17.9-18.9.2019InvitaBremenFit & Aktiv im Alter
6. October 201950 plus - Fit + Aktiv TagAmbergAktive Lebensgestaltung 50plus
8.10.-9. 10. 2019Generation Plus/Alt werden war gesternWuppertalGesundheit, Wohnen, Reisen, Hobbys 
13. October 2019SeniorenmesseBurgdorfGesundheit, Wohnen
20. February 190050plus InfotageHeilbronnLeben, Wohnen, Fitness und Gesundheit
2.11.-3.11.201950plus Freude am LebenLangenfeldWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
9.11.-10.11.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
15.11.-17.11.2019senaktivInnsbruck (A)Hobby, Heim, Gesundheit, Wellness, Reisen
21.11.-24.11.2019Die besten JahreStuttgartAlter, Vorsorge, Gesundheit

Die Messen werden eingerahmt von Vorträgen und Mitmachprogrammen. In den Vorträgen geht es um Glück und Zufriedenheit im Alter, wie gelingendes Altern aussieht und die neue Kultur des Alterns. Die Herausforderung einer alternden Gesellschaft verlangen nach neuen Antworten, weil wir immer älter werden und – wir Alten – prozentual immer mehr.

Info, Mitmachen und Spaß im Programm

Natürlich geht es auf den Messen um Ernährung und Gesundheit, Reisen, Wellness, Kultur – und nicht zuletzt Mode. Finanzen ist ebenfalls ein wichtiges Thema und Wohnen. Die Erfurter Messe hat sich das Thema Genuss auf die Fahnen geschrieben und wird einen Live-cooking-Bereich mit regionalen Produkten einrichten.

Bilder von der „Inviva“ 2015


Die 50plus-Generation hat viele Fragen, deswegen laden die Messemacher zu Diskussionsrunde, Workshops und Promi-Gesprächen ein. Der Spaß kommt ebenfalls nicht zu kurz: Auf der „Die 66“ im vergangenen Jahr verzauberte beispielsweise die Mezzosopranistin Cornelia Lanz das.

 

Foto: meine-afa.de




Die Angst vor Altersarmut wächst

Die Angst vor Altersarmut rückt stärker als andere Themen ins Bewusstsein der Deutschen. Sie machen sich „große“ Sorgen um ihr Auskommen im Alter – und das mit gutem Grund, denn die Rente reicht immer weniger.

Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt sich um die finanzielle Absicherung im Alter, das ergab eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). Nur Umweltverschmutzung und Krankheit treibt die Deutschen noch mehr um. Tatsächlich wird die gesetzliche Rente für einen auskömmlichen Ruhestand nicht reichen. Zurzeit ignorieren das noch viele, das ändert sich aber, wie die Studie belegt. Die Angst, im Alter zu verarmen, hatte in der Studie mit 18 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr) die höchste Zuwachsrate in der Angstskala. Keine andere Sorge habe für die Deutschen so sehr an Bedeutung gewonnen, stellen die Autoren der Studie fest.

Angst-vor-Altersarmut

Die Angst vor Altersarmut an Position eins der Skala

Angst vor Altersarmut wächst

Mittlerweile hat sich auch bei den Jüngeren herumgesprochen, dass es im Alter mau aussehen wird. „Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher, über die Hälfte der Bürger fürchten, im Alter finanziell deutlich kürzer treten zu müssen“, so das Resümee von Bernhard Lorentz, Leiter des Bereiches Government and Public Sector bei EY. Das ist ein doppeltes Problem, denn angesichts der aktuellen Nullzinsphase können die Jungen auch kein Vermögen aufbauen, außer, sie investieren in Aktien und Immobilien, wovon aber viele nichts wissen wollen.

Rentner sind zunehmend unzufrieden

Auch die heutigen Rentner sind mit ihrer finanzielle Situation im Vergleich zu den jüngeren Generationen deutlich unzufriedener. „Nur jeder Dritte Verbraucher über 65 ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden“, sagt die Studie. Verbesserung dürfte auch 2019 nicht in Sicht sein. „2018 spürten die Konsumenten eine unerwartet hohe Inflation; Öl und Benzin, aber auch einige Lebensmittel waren teils deutlich teurer als vor einem Jahr“, kommentiert Thomas Harms, Leiter des Bereichs Consumer Products & Retail bei EY die Zahlen. Entsprechend bleibe bei den Bürgern trotzt Lohnerhöhung und Rentensteigerung am Ende weniger Geld im Portemonnaie übrig als vor einem Jahr. Tatsächlich stieg die Inflationsrate im November auf 2,3 Prozent und war im Dezember immer noch bei 1,7 Prozent.

Angst vor Altersarmut – Wenn die Rente nicht mehr reicht – Betroffene bei Peter Hahne – ZDF

Was Wunder, dass die Leute ihr Geld künftig vorsichtiger ausgeben werden. Sparen ist angesagt – und das laut Studie besonders bei Unterhaltungselektronik wie Smartphones und Tablets. Größere Einzelanschaffungen wie Autos oder Küchen sowie Haus- und Wohnungsrenovierungen werden zurückgestellt. Nur beim Urlaub wollen die Deutschen nicht sparen.

Dazu ein Kommentar von Heike Jahberg im „Tagesspiegel“




Jahresrückblick 2018 – Themen, Trends und Temperamente

Wie war 2018? Ein Jahresrückblick. Höchste Zeit, so kurz vor Silvester das Jahr Revue passieren zu lassen mit den besten Bildern und Beiträgen. Es war ein turbulentes Jahr, in dem einige Weichen neu gestellt wurden, es war ein politisches Jahr, das ins kommende Jahr ausstrahlt, es war heißes Jahr mit neuen Temperaturrekorden.

Das war 2018

Januar

3. Januar
Riester ist Murks und die betriebliche Altersvorsorge steckt voller Ungereimtheiten – das dämmert immer mehr, die selbstverantwortlich fürs Alter vorsorgen.  Die Versorgungslücke lässt sich so nicht füllen, weil die Kosten die Rendite auffressen. Mehr dazu …

25. Januar
Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Jeder zehnte Mann ist davon betroffen. Was das heißt und wie entgegenwirken?
Mehr dazu …

26. Januar

28. Januar
Das Ringen um die Mütterrente hat begonnen. Sie ist Murks und Mogelpackung. Mütter fühlen sich ungerecht behandelt und begehren auf. Mehr dazu …

Februar

11. Februar
Der Koalitionsvertrag ist für Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „für alle Generationen gerecht und zuverlässig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU über den Tisch gezogen. Mehr dazu …

18. Februar
Wie gelingt ein original ungarisches Kesselgulasch am besten? Eigentlich ist das ganz einfach. Wobei es auf das „eigentlich“ ankommt. Beim Kesselgulasch kommt es auf den Kessel an und das Dreibein – und natürlich auf die Feuerstelle. Das Rezept ist vergleichsweise simpel. Ein bisschen Geduld sollte der Koch freilich mitbringen. Wie gesagt, Kesselgulasch ist Männersache. Mehr dazu …

20. Februar

27. Februar
Forderungen nach einem Kinderbonus bei der Rente werden laut? Die CSU will einen „Kinderbonus“ erstreiten. Es wird wieder über die Erziehungsleistung von Eltern gesprochen. Mehr dazu …

März

5. März
Das Kriegsende liegt 73 Jahre zurück, dennoch beschäftigt uns dieser kollektive Wahnsinn immer noch – uns Kriegsenkel. Der Krieg prägt uns Kriegsenkel, die wir zwischen 1950 und 1975 geboren wurden, ob wir es wollen oder nicht. Mehr dazu …

6. März

11. März
Zum 1. Januar 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. CDU/CSU und SPD haben leider die Chance vertan, die Betriebsrente zu reformieren. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist eher ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das besser privat und eigenverantwortlich tun. Er sollte sich nicht auf die Politik verlassen – aus 13 gewichtigen Gründen.  Mehr dazu …

25. März
Am 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag. Es wird Zeit, die CSU daran zu erinnern, was sie Millionen angetan hat, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Deswegen trafen sich Ende die Direktversicherungsgeschädigten zum 1. Münchner Stammtisch der Direktversicherungsgeschädigten. „Erst angelockt, dann abgezockt“ – damit muss Schluss sein. Das finden immer mehr, die per Entgeltumwandlung fürs Alter vorgesorgt haben und am Ende, wenn sie in Rente gehen knapp ein Fünftel an die Krankenversicherung abdrücken müssen. Mehr dazu …

April

11. April
Das Euro-System ist eine WG-Kasse, aus der sich einige ungeniert bedienen und die anderen blechen. Das ist die wichtigste Erkenntnis des einflussreichsten Volkswirtschaftlers Hans-Werner Sinn, der am 7. März 2018 runde 70 wurde und in dem Buch „Auf der Suche nach der Wahrheit“ seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hat. Er zeigt, wie die EZB mit dem Euro Rentner schleichend enteignet – und viele andere auch. Mehr dazu …  

17. April
Ruhestand ist nicht mehr – die Generation 50plus ist heute fitter als früher. Sie will nicht einfach nur Enkel hüten und sich die Abende mit Kartenspielen vertreiben. Die Bestager treibt es hinaus. Sie wollen etwas erleben, reisen, sich weiterbilden und sich fit halten. Diesen Bedürfnissen kommt „Die 66“ nach – „Deutschlands größte 50plus Messe“ (O-Ton Messe München). Mehr dazu …

18. April
Schönheit kennt kein Alter, doch jugendlich frisches Aussehen ist der Inbegriff von Attraktivität. Verschiedene Alterserscheinungen treten im fortgeschrittenen Alter Zeit immer deutlicher hervor. Gerade Frauen fragen sich mit dem Einsetzen der Wechseljahre, wie sie den Veränderungen entgegenwirken können. Die besten Schönheitstipps für Frauen ab 50. Mehr dazu …

25. April
170, 160, 150, 140 Euro – darf’s noch etwas weniger sein? Von Jahr zu Jahr fallen die Versprechungen der Anbieter von Riester-Renten. Und dann wundern sich die Versicherer, dass keiner mehr Riestern will. Riestern lohnt sich nur noch für Minimal-Verdiener mit vielen Kindern. Alle anderen sollten davon besser die Finger lassen – und da hilft auch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz nichts, das Anfang des Jahres in Kraft trat. Mehr dazu …

Mai

Wegen meiner Reise in den Westen der USA, von Salt Lake City nach San Francisco, ist es von Ende April bis Mitte Juni stillgeworden auf meinem Blog. Deswegen hier einige Bilder aus Utah, Idaho, Wyoming, Nevada, Arizona und Kalifornien.

Von Salt Lake City nach San Francisco


Juni

14. Juni
Zum 1. Juli 2018 bekommen die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Um wie viel die Rente steigt? Im Westen um 3,22 Prozent, im Osten um 3,37 Prozent. Die Infos über Rentenerhöhung sind bereits versandt oder werden in den kommenden Tagen versandt. Mehr dazu ...

20. Juni
Allen ist klar, die gesetzliche Rente muss reformiert werden, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll’s richten. Dumm nur, dass die jüngere Generation in dieser Rentenkommission komplett fehlt. Was ist von einer solchen Rentenkommission zu erwarten? Mehr dazu …

23. Juni
Am 18. Juni 2017 endete „meine“ Tour de France in Bordeaux. Schon damals hatte ich mir geschworen, die Tour wieder dort fortzusetzen, wo ich sie 2017 beendet hatte. Jetzt war es so weit. Am 29. Juni machte ich mich auf den Weg nach Bordeaux. Lest selbst, was ich in den Folgewochen alles erlebt habe. Mehr dazu …

30. Juni
Tag 33 meiner Tour de France – „Accès Vendée/Routes Barrées – le Samedi 7 Juillet de 9h à 16h“, heißt es auf dem Schild am Straßenrand bei Bourg-Chapon nördlich von La Rochelle. Hier kommt also die Tour de France durch wie schon mal 1955. Wie ich der Tour hautnah gekommen bin. Wow, schon 33 Tage en Route. Mehr dazu …

Juli

15. Juli
Tag 48 meiner Tour de France – „Bravo les Bleus“ titelt sogar Google. Frankreich ist Fußball-Weltmeister – verdient, oder? Die Franzosen feiern den Weltmeister gebührend mit Auto-Corso, tanzen und singen. Die Franzosen haben die Kroaten mit 4:2 geschlagen und sind damit Fußball-Weltmeister. Was hat das mit meiner Tour de France zu tun? Na, ich bin in Sainte-Ménehould – 44 Kilometer von Verdun entfernt und erlebe die Siegesfeier hautnah mit. Mehr dazu …

19. Juli
Tag 52 meiner Tour de France – und das Ende. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien. Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Mehr dazu …

22. Juli
Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019. Die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird dann mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Mehr dazu …

30. Juli

31. Juli
In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Mehr dazu …

August

2. August
Warum Altersarmut weiblich ist – weil vor allem Frauen Kinder großziehen, Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben und in schlecht bezahlten Berufen arbeiten. In München kommen dazu noch hohe Lebenshaltungskosten, was ihre Lage verschlimmert. Deswegen hat sich das „Münchner Bündnis gegen Frauenaltersarmut“ zusammengetan. „In München gibt es 60 000 arme Frauen“, weiß Wilhelm Kling, Vorsitzender des Seniorenausschusses München. Vermutlich sind es noch wesentlich mehr, denn viele arme Frauen schämen sich, zum Amt zu gehen. Sie empfinden es entwürdigend, um Hilfe zu betteln, die doch ihr gutes Recht ist. Mehr dazu …

9. August
Die Landtagswahl in Bayern wirft ihre Schatten voraus. Am Sonntag, den 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag mit 180 Abgeordneten. Was dürfen Bayerns Rentner von den Parteien erwarten? Was darf der erwarten, der fürs Alter vorsorgt? Ein Vergleich der Wahlprogramme bringt Licht ins Dunkel. Mehr dazu …

16. August
Der alte Mann, das unbekannte Wesen – ist das so? Was wissen wir über alte Männer? Wenig. Wie bewältigen Männer das Alter? Warum sterben Männer früher als Frauen? Eine Gebrauchsanweisung ist überfällig. Mehr dazu …

20. August
Die Tabellenergebnisse der Bundesliga können viele aus dem Effeff herunterbeten, wenn sie aber nach dem Rentenniveau gefragt werden, versagen viele komplett, sprich, sie haben keine Ahnung von Rente. Dabei geht es doch um ihr Auskommen im Alter.
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28. August
Dieses Jahr ist durch den heißen Sommer alles früher dran – auch die Zwetschgen. Also beginnt jetzt die Datschi-Saison. Wie gelingt ein original Augsburger Zwetschgendatschi am besten? Zwetschgen sind keine Pflaumen und ein Zwetschgendatschi kein Pflaumenkuchen, soviel vorweg. Der süß-säuerliche Geschmack eines Zwetschgendatschi ist was ganz Besonderes – und die Krönung von Spätsommer und Frühherbst. Mehr dazu …

29. August

September

5. September

8. September
Wie gut haben es Rentner? Der Vermögensverwalter Natixis bewertet jedes Jahr die Bedingungen für Ruheständler in 43 Ländern. Deutschland ist im Renten-Ranking vom 7. auf den 13. Platz zurückgefallen. Mehr dazu …

11. September
Rente soll für Beamte kein Tabu mehr sein – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. Das deutete er bei der Auftaktveranstaltung „Zukunftsdialog“ an. Das heißt, Heil kann sich eine Erwerbstätigenversicherung vorstellen, wie es sie in Österreich schon längst gibt. Auch in der Schweiz zahlen alle ein, sprich Angestellte, Selbstständige und Beamte.  Mit gesetzlicher und betrieblicher Rente kommen die Schweizer auf ein Sicherungsniveau von 60 Prozent. Davon können deutsche Rentner nur träumen. Mehr dazu …

27. September
„Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ – das war der Schlachtruf von weit mehr als 200 Direktversicherungsgeschädigten auf dem Münchner Marienplatz am 27. September 2018 auf der Demo gegen Abzocke. Die von Politik und Krankenkassen Abgezockten wollen das Unrecht der Doppelverbeitragung nicht länger hinnehmen und gehen auf die Straße. Mehr dazu …

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Oktober

1. Oktober
Mittlerweile lebt jeder 14ste Rentner im Ausland. Ihre Zahl steigt – von 2000 bis 2017 von 1,1 auf 1,5 Millionen. Die meisten Renten werden nach Italien überwiesen, gefolgt von Spanien und Österreich. Mehr dazu …

8. Oktober
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß. Mehr dazu …

9. Oktober
Riester-Rentner zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge, Betriebsrentner aber schon – und zwar doppelt. Diesen Irrsinn von Politik und Krankenkassen versteht kein vernünftiger Mensch. Den Krankenkassen dämmert, wie wütend viele Betriebsrentner sind und lenken ein. Ob das die Union auch begreift, deren Politiker im Gesundheitsausschuss sitzen? Ob sie die Verbeitragung fallen lassen?
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15. Oktober

31. Oktober
Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen. Mehr dazu …

November

3. November
Das Rentenpaket soll ganz schnell im Bundestag durchgepeitscht werden. Kapiert haben es die wenigsten Abgeordneten, aber sie werden wegen des Fraktionszwangs brav zustimmen. Die Rentenformel wird damit reine Willkür – Beitrags- und Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. Mehr dazu …

4. November
Das Rentenpaket bringt auch etwas für die Mütter. Ab 2019 bekommen Mütter – und Väter –, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dank Mütterrente II mehr Geld. Allerdings gibt’s nur einen halben Rentenpunkt. Mehr dazu …

12. November
Bislang weigert sich die Union, das Unrecht der Doppelverbeitragung abzuschaffen. Es scheint sich jedoch innerhalb der Partei ein Sinneswandel zu vollziehen, denn Bundesgesundheitsmininster Jens Spahn will die abgezockten Betriebsrenter zumindest entlasten. Kippt die Doppelverbeitragung? Mehr dazu …

13. November
Wie mehrere Medien berichten, dürfte die Rentenerhöhung 2019 ordentlich ausfallen. Die Rede ist von 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten.  Der Rentenschätzerkreis kommt „onvista“ zufolge bei seinen Berechnungen auf eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 auf 3,18 Prozent im Westen und auf 3,91 Prozent im Osten. Mehr dazu …

15. November
Zahlen Eltern zu viel in die Rente ein? Ja! Und Kinderlosen zahlen zu wenig. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das erkannt – und der Aufschrei ist groß. Die eine Möglichkeit wäre, die Rentenbeiträge der Eltern zu senken oder die der Kinderlosen zu erhöhen. Nur einmal angenommen, die heutige Generation bliebe kinderlos – wer sollten dann ihre Renten bezahlen? Es gäbe niemand, weil die gesetzliche Rente im Umlageverfahren funktioniert. Die Frage bleibt hypothetisch, weil es immer noch Paare gibt, die Kinder – damit künftige Beitragszahler großziehen – und somit das Umlageverfahren sichern. Dafür werden sie aber nicht belohnt, sondern bestraft. Sie schultern gleich zwei Lasten. Mehr dazu … 

16. November
Ab Januar 2019 bekommen Neu-Erwerbsminderungsrentner mehr Geld, denn die  sogenannten Zurechnungszeit steigt ab dem 1. Januar 2019 auf einen Schlag um drei Jahre und fünf Monate. Bestands-Erwerbsminderungsrentner bleiben außen vor. Openpetition will gleiche Erwerbsminderungsrente für alle. Die Große Koalition, kurz Groko, ist stolz darauf, dass sie die Erwerbsminderungsrente verbessert, dumm nur, dass Schwarz-Rot die bisherigen Erwerbsminderungsrentner vergessen hat. Mehr dazu …

17. November
SPD und Grüne sind sich in punkto Abschaffung von Hartz IV einig. Sie wollen ein Bürgergeld oder eine Art Bafög für alle, weil sie glauben, dass sie damit den sozialen Zusammenhalt fördern. Umgekehrt wird ein Schuh draus – bei einem hohen Gemeinsinn darf der Staat großzügiger sein. Zurzeit werden die Fliehkräfte aber eher größer als kleiner. Mehr dazu …

20. November
Durch die jüngste Rentenerhöhung liegen die Renten von annähernd fünf Millionen Rentner über dem Grundfreibetrag, entsprechend müssen sie Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 sein, die erstmals steuerpflichtig werden. Mehr dazu …

26. November

Dezember

6. Dezember

17. Dezember
Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft. Mehr dazu …

18. Dezember
Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder. Mehr dazu …

19. Dezember
Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist. Mehr dazu …

 

Tote des Jahres

Mal ganz abgesehen von Rente, staatliche Abzocke, Niedrigzins und Gebühren sind 2018 einige Ikonen, Künstler, Politiker, Denker und Schauspieler unserer Jugend gegangen.

Januar

Im Januar sterben gleich zwei Franzosen, die unsere Jugendzeit begleitet haben – am 7. Januar ist es France Gall („Poupée de cire, poupée de son“) und am 20. Januar der Cuisine-Gott Paul Bocuse. Was wäre unsere Jugend ohne Ikea gewesen und dem Regal „Billy“?  Ikea-Begründer Ingvar Kamprad stirbt am 27. Januar.

Februar

am 2. Februar stirbt der deutsche Schauspieler Rolf Zacher
am 8. Februar geht die deutsche Schauspielerin Marie Gruber („Go Trabi Go“)
am 21. Februar verlässt Ulrich Pleitgen die Bühne („Immer Ärger mit Opa Charly“)

März

am 11. März stirbt Kardinal Karl Lehmann, der frühere Bischof von Mainz
am 11. März verlässt Siegfried Rauch das „Traumschiff“ für immer
am 14. März endet das Leben des Mathematikers Stephan Hawking
am 22. März verklingt der Song der Jazz-Ikone Morgana King

April

Am 2. April verklingt die Stimme von Winnie Mandela
am 17. April stirbt die ehemalige First Lady Amerikas, Barbara Bush

Mai

am 4. Mai legt Abi Ofarim endgültig die Gitarre zur Seite
am 17. Mai stirbt Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“)

Juni

am 27. Juni stirbt Joe Jackson, Vater von Michael Jackson

Juli

am 9. Juli steigt Hans Günter Winkler das letzte Mal vom Pferd
am 13. Juli stirbt Christine Nöstlinger („Maikäfer flieg“)

August

am 16. August geht die „Queen of Soul“ Aretha Franklin
am 18. August tritt der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan für immer ab
am 23. August ist für Dieter Thomas Heck die Show zu Ende

September

Am 6. September stirbt US-Schauspieler Burt Reynolds
am 9. September stirbt Daniel Küblböck („Deutschand sucht den Superstar“)

Oktober

am 1. Oktober endet das Lied von Charles Aznavour
am 6. Oktober stirbt die Opernsängerin Montserrat Caballé

November

am 14. November verlässt Schauspieler Rolf Hoppe die Bühne
am 26. November stirbt Bernardo Bertolucci („Der letzte Tango“)
am 30. November stirbt George H. W. Bush

Dezember

am 13. Dezember stirbt Jazz-Größe Nancy Wilson




Wie die Zahl der Rentner im Ausland steigt

Mittlerweile lebt jeder 14ste Rentner im Ausland. Ihre Zahl steigt – von 2000 bis 2017 von 1,1 auf 1,5 Millionen. Die meisten Renten werden nach Italien überwiesen, gefolgt von Spanien und Österreich.

Mehr Rentner im Ausland

Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung kann richtig spannend sein. Wer den aktuellen Rentenbericht liest, kommt ins Staunen. Von den 25,66 Millionen Renten werden 1,75 Millionen ins Ausland gezahlt, das sind annähend sieben Prozent. Die mit Abstand meisten werden danach nach Italien überwiesen. Insgesamt sind es rund 374 000. Natürlich sind da viele ehemalige Gastarbeiter dabei, aber auch viele Deutsche, die mittlerweile in Italien leben und dort ihren Ruhestand genießen.

Die Tendenz, sich die Rente ins Ausland überweisen zu lassen, steigt. 2000 waren es erst 1,21 Millionen Renten, die die Deutsche Rentenversicherung nach Italien, Spanien und Kroatien beispielsweise transferierte, 2017 waren es dann schon 1,75 Millionen. Natürlich sind das nicht alles Altersrenten, sondern auch Witwen-, Waisen-, Erziehungs- und Erwerbsminderungsrenten.

Meisten Renten gehen nach Italien

Wer die Statistik genau liest, dem fallen so einige Besonderheiten aus. Klar abzulesen ist, woher in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren die Gastarbeiter kamen. Italien liegt in der Liste weit vorn, entsprechend hoch ist der Anteil der Renten, die an Italiener überwiesen werden, die im Alter wieder zurück in ihre angestammte Heimat ziehen. Dazu kommen natürlich auch einige Deutsche, die nach Bella Italia umgezogen sind. An zweiter Stelle folgt bereits Spanien mit rund 225 000 Rentenzahlungen und mehr als 150 000 Rentnern, die heute zwischen San Sebastian und Alicante leben. An dritter und vierter Stelle folgen Österreich und Griechenland.

Ex-Jugoslawien stark vertreten

Das ehemalige Jugoslawien ist mit Kroatien, Serbien, Bosnien und Slowenien in der Statistik der Rentenversicherung ebenfalls stark vertreten. Nach dem Zerfall des Tito-Reichs flüchteten viele nach Deutschland und fanden hier Arbeit. Einige gehen wieder zurück und lassen sich ihre Rente dorthin überweisen.

ZahlungenAlle RentenAltersrentenDurchschnitts-Rente in €
Zahlungen Insgesamt2566168018180251875.68
Zahlungen Inland2390589916933571915.61
Zahlungen Ausland17540961246228333.25
Italien374021266015240.93
Spanien225057162948316.18
Österreich11998487437374.17
Griechenland10036272829422.21
Kroatien9255659697411.53
USA9099872943283.46
Frankreich8987570511382.03
Türkei7211836329658.25
Niederlande6961951570312.51
Schweiz5731148747282.27
Kanada5403842001222.62
Serbien4731031172319.29
Bosnien/Herzegowina4216023443343.78
Israel3628525249341.41
Belgien3051318334318.66
Australien2956722974231.65
Portugal2415617674506.11
Großbritannien2245018255303.47
Slowenien2190415877398.19
Polen1827110132302.24
Schweden1380011482299.53
Ungarn115338521438.96
Thailand61393634968.58
Marokko3333997714.06
Philippinen25291319806.48
Indonesien464299738.92
Vatikanstadt22259.73
Staatenlos/ungeklärt1685452660.91

Was auch auffällt – die Zahl der Rentner, die ihren Ruhestand in Thailand oder auf den Philippinen verleben, ist vergleichsweise klein, dafür sind die Durchschnittsrenten mit 800 bis weit über 900 Euro vergleichsweise hoch. Das lässt darauf schließen, dass es vor allem Deutsche sind, die dorthin gezogen sind. Auch Marokko fällt diesbezüglich auf. Es dürfte der gleiche Effekt sein.

Ins Auge fallen ferner die zwei Renten, die in die Vatikanstadt überwiesen werden und die vielen staatenlosen Rentenempfänger.

Das sind ja nur die nackten Daten. Interessant wäre es zu erfahren, wer konkret wo wohnt und wie es ihm dabei geht. Wollt ihr nicht ein bisschen über euch erzählen? Wäre sicher spannend auch für alle, die darüber nachdenken, ihren Ruhestand im Ausland zu verleben. Nutzt einfach die Kommentarfunktion dafür. Daaaaanke.




Warum Deutschland Radland werden muss

In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken.

 Radweg? Fehlanzeige! In vielen deutschen Städten sind Radler Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Von sechs Milliarden Euro Investitionen in den Straßenbau kommen der „Wirtschaftswoche“ nur hundert Millionen bei der Rad-Infrastruktur an . Das sind prozentual 1,6 Prozent. Die „ZEIT“ spricht sogar von nur 0,5 Prozent. Dabei weiß jeder, dass Radler nicht nur den Radlern gut tun, sondern auch der Umwelt. Trotzdem passiert wenig. Woran liegt’s?

Vielleicht liegt es daran, dass Politiker sich chauffieren lassen, statt selbst zu strampeln, vielleicht liegt’s an der fehlenden Lobby. Wer tritt schon für Radler ein? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) – aber ansonsten? Den meisten Politikern sind die Radler ziemlich wurscht, wie das in Bayern heißt.

Warum Deutschland Radland werden muss

Die Radlern können noch so viel gegen diese Wurschtigkeit protestiern, es passiert vergleichsweise wenig. Dabei wären mehr Radler gut für die Radler selbst und die Umwelt. Wer radelt, tut etwas für seine Gesundheit und entlastet die Umwelt. Aber Radfahren wird hierzulande zu wenig gefördert. Mal ehrlich, wo gibt es in den Innenstädten schon wirklich ausgewiesene Radwege? Selbst wenn, sind sie von Autos zugeparkt. Die ZEIT-Redakteurin Lea Frehse fleht jedes Mal auf der Fahrt zur Redaktion, dass sie nicht von rücksichtslosen Autofahrern umgenietet wird.

Eingeklemmt zwischen Lkws und Autos

Wer durch Olchings Hauptstraße fährt, einer Stadt im Münchner Speckgürtel fährt, betet am besten vorher, dass er heil an der S-Bahn ankommt, denn auf der Hauptstraße sind Radler nicht vorgesehen. Lkws brettern nur wenige Zentimeter an den Radlern vorbei; Autofahrer biegen knapp hinter den Pedalisten rechts ab; Ein-Parker setzen ohne Rücksicht einfach zurück. So geht das jeden Tag. Es ist ein Wunder, dass „nur“ so wenig Radler unter die Räder kommen.

Die ZEIT-Redakteurin – und nicht nur sie – fragt sich: „Geht’s noch?“. Was ist mit Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge? Wir erleben den Klimawandel hautnah in Form steigender Temperaturen und sind dennoch nicht bereit, unser Mobilitätsverhalten zu hinterfragen. Wir Radler werden wie Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse betrachtet. Was läuft da schief in diesem Land?

Kopenhagen Welt-Rad-Hauptstadt

Warum tut sich Deutschland so schwer mit seinen Radlern? In anderen Ländern funktioniert es doch auch – erinnert sei nur an Holland und Dänemark. Für die Dänen ist es selbstverständlich, selbst Möbelstücke mit dem Rad zu transportieren. In Kopenhagen gibt es Radschnellwege und Radgaragen. Kopenhagen ist sogar die Fahrrad-Welthauptstadt – noch vor Amsterdam. Wer schon einmal in Kopenhagen oder Amsterdam war, weiß, welche Rolle dort das Rad spielt. Und bei uns?

Spießrutenlaufen in Deutschland

„Radfahrer fristen ein Dasein am Rand von Autoschneisen, manchmal in Lebensgefahr“, schreibt Lea Frehse. Liegt es an der Auto-Lobby, dass sich in Deutschland so wenig bewegt in punkto Radlfreundlichkeit? Da dürfte viel dran sein. Das Bewusstsein ist wohl nicht da, anders als in Frankreich, das sein Tour-Fahrer bejubelt. Städte, durch die das Paleton saust, brezeln ihre Straßen und Schaufenster auf mit Trikots und sonstigen Devotionalien. In Städten wie Bordeaux gibt es gut beschilderte zweispurige Radtrassen. Davon sind Städte wie München, Frankfurt oder Berlin weit entfernt.

Radler haben kaum Lobby

Aber leider ist die Lobby der Radler, der ADFC einfach zu schwach hierzulande. Er hat erst vor kurzem wieder – unterstützt durch eine Sternfahrt zum Königsplatz – ein Radgesetz für Bayern gefordert. So fordert er beispielsweise ein verbindliches Radverkehrsprogramm, ein durchgängiges Radwegenetz, Radabstellplätze, eine Verdoppelung des Budgets für die Förderung des Radverkehrs, mehr Personal für die Umsetzung des Radverkehrsprogramms und eine deutliche Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn. Also, nichts Unverhältnismäßiges. https://www.radgesetz-bayern.de/

„Sichere und entspannte Mobilität für alle“ – ja, so einfach könnte es sein, wenn Politiker umdächten. Radelnde Bürger würden etwas für ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Mitbürger tun, sie würden die Umwelt entlasten und den Mobilitätsstress reduzieren.

Musterbeispiel Wuppertal

Einzelne Kommunen wie Wuppertal preschen vor. Eine stillgelegte Bahntrasse wurde zum zentralen Radweg ausgebaut. Insgesamt kann Wuppertal auf 67 Kilometer Radwege verweisen. Aber, das ist leider nicht die Norm, sondern eher die Ausnahme. „Für eine echte Wende muss das Auto Platz machen“, fordert Lea Frehse. Ja, das ist so. Warum brauchen Autos so viel Platz? Warum muss jeder unbedingt vor dem Geschäft parken? Weniger Platz für Autos, mehr Platz fürs Rad! Das würde zur Entschleunigung und zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten beitragen.

Braucht’s eine Tour d’Allemagne?

Vielleicht brauchen wir auch eine Tour d’Allemagne – in Frankreich sind Autofahrer Radlern gegenüber deutlich zuvorkommender als in Deutschland. Die Tour de France hat offensichtlich das Bewusstsein der Autofahrer verändert. Ganz abgesehen davon fahren viele selbst Rad und sind entsprechend umsichtiger, wenn sie Velos überholen. Von Franzosen, Holländern und Dänen können sich Deutsche eine Scheibe abschneiden.




MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner

Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019.

MVV-Tarifreform lässt Rentner bluten

„Viel einfacher und klarer strukturiert, mit günstigeren Preisen für die Mehrheit der Haushalte und mehr Bewegungsraum mit vielen Tickets: Die Tarifreform ist eine systematische Neugestaltung des MVV-Tarifs und damit die umfassendste Weiterentwicklung seit dem Verbundstart 1972“, behauptet der MVV. Allerdings müssen Rentner und Senioren bei der Reform finanziell bluten, denn sie zahlen teilweise deutlich mehr als heute – und sind auch noch anders benachteiligt.

Aber der Reihe nach – noch müssen der Stadtrat München und die Kreistage der acht Verbundlandkreise dieser Tarifreform zustimmen, die ab 9. Juni 2019 gelten soll. Es dürfte freilich kaum noch Änderungen geben, dafür liest sich die Info des MVV schon viel zu konkret.

Isarcard 65 deutlich teurer

Wie lebensfremd die Tarifreform ist, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass die Isarcard für Ältere künftig Isarcard65 heißen wird. Bisher galt sie ab 60, künftig erst ab 65 Jahre. Allerdings gehen viele Münchner und Bewohner im Umland deutlich vor 65 in Rente – und haben dann entsprechend weniger Geld. Die Reformer argumentieren, dass sie ja dafür „freie Fahrt den ganzen Tag“ gewähren und die Sperrzeit von sechs bis neun Uhr streichen.

Das Seniorenticket entspreche dem geringeren Mobilitätsverhalten im Alter und sei auch deshalb so günstig. Was für eine Rosstäuscherei – die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird ab Juni 2019 mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Die Isarcard 65 als Monatskarte für den Innenraum wird „nur“ um 1,9 Prozent auf 49 Euro steigen.

Schlechte Karten für Enkel-Ausflüge

Die Reformer haben die Altersgrenze auf 65 Jahre angepasst, damit es nicht zu „Kannibalisierungseffekten“ mit den Berufspendlern kommt. Was für ein Argument!

Ach ja, wenn Oma und Opa mit den Enkeln den MVV nutzen will, dann zahlen sich auch mehr. Die Gruppen-Tageskarte Innenraum kostet mit 14,90 Euro 16,4 Prozent mehr als bislang. Die Gruppen-Tageskarte M+2 kostet mit 16,40 rund 15 Prozent mehr als die bisherige Gruppen-Tageskarte XXL.

So sieht senioren-freundliche Tarifpolitik aus. Das Schlimme dabei, die Reformer klopfen sich noch verbal auf die eigene Schulter.

 

 

 




Tag 52 meiner Tour de France

Tag 52 meiner Tour de France – Tag 52 ist gleichzeitig das Ende meiner Tour de France. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien – das Navi registriert alles.

Tag 52 meiner Tour de France

Die Strecke Sarrebourg-Strasbourg hat mich mit Frankreich ausgesöhnt. Schon kurz nach Sarrebourg beginnt ein Radweg direkt am Marne-Rhein-Kanal entlang – gut ausgebaut, ohne große Steigungen, schattig, kühl und abwechslungsreich. Da sind selbst 80 Kilometer ein Klacks.

Am Marne-Rhein-Kanal entlang

Ich winke den Bootsfahrern zu, weiche Mitradlern aus und lasse die Landschaft an mir vorbei ziehen. Wie gerufen bietet sich gegen Mittag ein Kiosk am Kanal an, wo ich einen Hühnchen mit Salat esse und dazu ein Panache, sprich ein Radler. Allerdings hat der gute Mann vom Kiosk keine Zitronenlimonade – so entschließen wir uns, das Bier mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser zu mischen. Auch ok.

Mein Ziel Straßburg erreicht

Ich komme schon um halb drei Uhr in Straßburg an – Zeit genug, in aller Ruhe zu duschen. Das Hotel hat ein Schwimmbad, das ich nur zu gerne nutze. Es bleibt noch Zeit, in die Stadt zu fahren, dieses Mal aber mit der Tram und nicht mit dem Rad. Das hängt abgesperrt in der Radl-Garage und wartet bis morgen auf den Heimtransport.

Straßburg ist das Ziel meiner Tour de France

1634 Kilometer in 24 Tagen

Tja, insgesamt bin ich in diesen 24 Tagen von Bordeaux bis Straßburg 1634 Kilometer geradelt – vermutlich waren es noch einige Kilometer mehr, da ich manchmal vergaß, von „Pause“ auf „Aufnahme“ umzustellen. Der erste Teil „meiner“ Tour de France endete ja in Bordeaux, der zweite Teil sollte in Bordeaux beginnen. Dazwischen lagen einige Schwierigkeiten mit der Bahn, mit Autobahnbrücken und Nägeln auf der Straße.

Meine Regenjacke musste ich in den annähernd dreieinhalb Wochen nur einmal auspacken. Ich hatte auch sonst Glück – kein Unfall oder schlimmere Panne. Schlauch wechseln ist normal. Die Seine-Überquerung hat meine Flexibilität heraus gefordert. Dieses Mal hatte ich keine Probleme mit Bakterienkulturen in der Trinkflasche, weil ich sie jeden Abend mit Spülmittel und heißem Wasser behandelte – also keine Diarrhoe. Dank Flohsamenschalen hat’s auch mit der Verdauung prima geklappt. Regelmäßiges Einreiben mit Protect-Salbe verhinderte Scheuerstellen im Schritt weitgehend– bis auf einmal. Aber wozu gibt es Arnika als Globulis – hatte ich mir extra mitgenommen.

 

Ich habe einiges dazugelernt – und es beim zweiten Teil besser gemacht.

„Tour de France für alte Knacker“ als Buch

Statt iPad Mini habe ich dieses Mal einen Asus Transformer Mini dabei mit Tastatur. Damit schreibt es sich einfach besser. Allerdings lässt die Antenne zu wünschen übrig. Gelegentlich fand mein Asus kein WLAN, wo mein Handy keine Probleme hatte.

Die Erfahrungen, die ich während dieser 52 Tage gemacht haben, will ich in einem Buch zusammenfassen – der Titel „Tour de France für alte Knacker – eine Reise vom Berufsleben in die Rente“. Impuls für diese Tour war: eine Zäsur zwischen Berufsleben und Rente. Zugegeben, „meine“ Tour war ein heftiger Einschnitt – vielleicht geht’s auch eine Nummer kleiner. Aber diese Tour war eine gute Erfahrung und hat ihren Zweck erfüllt – Abstand zum bisherigen Leben zu gewinnen, Zeit für Selbstreflexion, ein ganz bewusster Orts- und Sprachwechsel. Ich kann heute sagen: Ich bin in der Rente angekommen – und genau das wünsche ich alle Anderen auch, die in Rente gehen. Nichts schlimmer, als dem Alten nachzuweinen und in der Vergangenheit zu verharren. Die Rente bietet neue Möglichkeiten – nutzt sie!

Meine Tour de France soll ein Beispiel geben – nicht mehr, nicht weniger.

3494 Kilometer in 52 Tagen

Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Pro Tag habe ich sicher mehr als hundert Euro gebraucht – für Hotelzimmer, Essen und Trinken, Eintritte, Zugfahrt und Verschleißteile. Dabei habe ich nicht immer im Restaurant gegessen, sondern mich – zwangsweise – ab und an selbst versorgt, nun, weil schlichtweg in manchen Orten an manchen Tagen kein offenes Lokal zu finden war.

à bientôt

Morgen bin ich zurück in Olching, wo andere Herausforderungen auf mich warten – welche, werdet ihr in Kürze lesen.




Tag 51 meiner Tour de France

Tag 51 meiner Tour de France – Restaurants und was es damit auf sich hat. Wer glaubt, er könne mal eben zwischendurch un coup de vin trinken, sieht sich getäuscht. Gerade in der Provinz ist es manchmal schwer bis unmöglich, eine Bar, geschweige denn ein offenes Restaurant zu finden.

Tag 51 meiner Tour de France

Bauer Etienne, dem die Ferme Ste Marie in Rémilly gehört, erzählt so beiläufig beim Frühstück, dass er zehn radelnde Holländer zu Gast hatte. Leider waren sie an einem Montag da – und montags ist in punkto Essen gehen ein ganz schlechter Tag. Weil alles im Dorf geschlossen war, bettelten sie ihn an, ihnen etwas zuzubereiten. Was Etienne und seine Frau dann auch taten.

Die Provinz trocknet aus

Tja, so viel zum Thema Essen gehen. In manchen Dörfern in Lothringen gibt es nicht mal mehr eine Bar, geschweige denn ein Restaurant. Also, von wegen zwischen durch mal ein Gläschen Wein. Gut, wer als Radler zwei Flaschen Wasser dabei hat. In größeren Städten wie Bordeaux, Rouen oder Straßburg mag das ja anders sein, aber die Provinz trocknet langsam aus – im wahrsten Sinn des Worts.

In Couloisy – zwischen Compiègne und Soissons – war alles zu, ganz oder saisonal. Ich habe alles gegessen, was ich auf dem Zimmer fand: Mini-Müsli-Riegel und sogar den Zucker. Ich habe mir beide Schoko-Trinks gemacht und beide Cafés mit reichlich Zucker. Die Restaurants waren „definitivement fermé“. Irgendwie habe ich die Nacht überstanden, um am Morgen ordentlich zuzulangen.

Grand Frais statt Restaurant

Heute in Sarrebourg habe ich mich bei Ibis Budget eingemietet. Eigenartigerweise gibt es in der Nähe von Ibis immer einen „Grand Frais“, sprich einen Supermarkt gleichen Namens. Also, statt essen zu gehen, kaufe ich bei Grand Frais ein. Wie der Zufall es so will, sehe ich einen Eisblock, genau da, wo ich mein Rad absperren will. Eisblöcke taugen ideal zum Kühlen von Rosé-iWein beispielsweise. Ich kaufe also ein Baguette, Schinken, Käse, Blaubeeren und einen Ziegenmilch-Joghurt – nicht fragen – ein. Pack den Eisblock ein und radle ins Hotel. Ich muss sagen: formidable. Die Auswahl in punkto Gemüse, Käse und Wein ist in Frankreich deutlich größer als bei uns. Allein schon bei Aubeginen kennen die Franzosen deutlich mehr Sorten.

Boulangerie und Bar – ein prima Duo

Was ich bei der Gelegenheit noch loswerden wollte – es ist durchaus ok, sich beim Bäcker mit einer Quiche zu versorgen und dann in der Bar dazu ein Panache zu trinken. Häufig sind Boulangerie und Bar in unmittelbarer Nähe.

Also, ich werde es künftig schätzen, wenn ich beim Durchfahren eines Dorfs an einer Bar vorbeikomme, die geöffnet hat – und ein Panache, sprich ein Radler zu trinken.

Übrigens, heute ist mein vorletzter Tour-Tag. Morgen geht’s nach Straßburg, wo ich abgeholt werde. Damit endet dann meine Tour de France.

Von Rémilly nach Sarrebourg

 

à demain




Tag 50 meiner Tour de France

Tag 50 meiner Tour de France – „Déviation“ heißt Umleitung, und so eine Umleitung kann einem die ganze Planung über den Haufen werfen. Also, höchste Zeit über das Thema Baustellen und Umleitungen zu reden.

Tag 50 meiner Tour de France

„Route barrée“ oder „Straße gesperrt“ klingt nicht gut, bedeutet es doch einen Umweg – eine „Déviation“. Ok, uns Journalisten wird ja eine gewisse Chuzpe, sprich Dreistigkeit zugesprochen. Mal ehrlich, sonst kämen wir in dem Beruf auch nicht weit. Ich habe mich bislang darauf verlassen – und bin ganz gut damit gefahren, auch bei „Route barrée“. Bislang haben die Bauarbeiten die Augen zugedrückt und mich durch gewunken, was mir viele Kilometer ersparte. Einmal ließen sie mich mein Rad sogar unter dem Bagger durchschieben. Heute klappt es dummerweise nicht. „Pas de Chance“ – Pech gehabt. Das Stückchen Anfahrt bis zur Baustelle war umsonst, ich muss umkehren.

Ohne Karte läuft nichts

Das wurmt mich, es hilft aber nichts. Ich muss mir einen anderen Weg suchen. Die Umleitung ist für Autos gemacht, für Radler gibt’s vielleicht andere Wege. Das Navi ist in solchen Situationen leider nicht sonderlich hilfreich, weil es einen dazu auffordert, umzukehren – was natürlich wegen der Baustelle nicht geht. Deswegen ist es gut, eine verlässliche Karte dabei zu haben. Die Michelin 1:200 000 ist ganz brauchbar und zeigt auch kleinere Straße und Radwege. Dank der Karte kann ich auch Steigungen und Gefälle besser einschätzen. Vor allem hilft mir die Karte einzuschätzen, ob es sinnvoll ist, den vom Navi vorgeschlagenen Weg zu nehmen – oder besser zu lassen.

Bei Umleitungen ist eine Karte unumgänglich, denn die „Déviation“ ist natürlich für Autos gedacht – und führt in großem Bogen um die Baustelle herum. Für Radler gibt es meist andere Möglichkeiten.

Ich will heim

Die „Déviation“ heute ärgert mich besonders, da ich jetzt möglichst schnell nach Hause will. 49 Tage unterwegs, fast jede Nacht ein anderes Hotel, permanent präsent sein, um ja nicht in einem Schlagloch hängen zu bleiben, immer voraus planen, bis zur Erschöpfung zu radeln, die Schweiß-Sonnenmilch-Melange aus den Augen wischen, auf den langen Geraden vor sich hin stieren … irgendwann reicht’s. Das ist ein schleichendes Gefühl, das langsam hochkriecht und sich einnistet.

„Ich will heim“ – alles drängt danach. 49 Tage sind sieben Wochen – sieben Wochen unterwegs. Es drängt mich nach Hause. Ich habe in diesen Wochen viel erlebt, mittlerweile ist so eine Art Sättigung eingetreten.

Außerdem warten einige und wartet einiges auf mich in Olching. So ein Projekt wie meine „Tour de France“ ist wie eine Auszeit – spannend und abwechslungsreich, aber der Alltag hat doch auch etwas für sich. Einfach nicht nachdenken zu müssen, wo ich am Abend schlafe, den Tag gemütlich angehen zu lassen, die vertraute Umgebung, vertraute Menschen … das hat etwas. Aber dafür verreisen wir – oder?

Auf dem Weg von Metz nach Sarrebourg – Rémilly

Heutige Distanz übrigens: 94 Kilometer – von Verdun nach Rémilly. Ohne Umleitung wären es nur 85 Kilometer gewesen. Morgen geht es weiter Richtung Sarrebourg und dann nach Straßburg, mein Ziel.

à demain




Tag 49 meiner Tour de France

Tag 49 meiner Tour de France – „Champ de Bataille“, das klingt im Französischen eher noch harmlos, erst das deutsche „Schlachtfeld“ verdeutlicht, warum es in Verdun ging, ums Schlachten von Männern. Das Mémorial Verdun lässt das Grauen dieser Schlacht 1916 wieder aufleben – als Mahnung an die Nachgeborenen.

Tag 49 meiner Tour de France

Tag 49 meiner Tour de France fängt wenig spektakulär an: Frühstück, satteln und losradeln – von Sainte-Ménéhould nach Verdun. In und um Verdun wütete die schlimmste Schlacht im Ersten Weltkrieg. Das Mémorial Verdun wurde als Museum an diesem Schlachtfeld gegründet, um die Erinnerung wach zu halten. 2016 – hundert Jahre nach der Schlacht um Verdun wurde es komplett renoviert und öffnete seine Pforte für die Nachwelt. Wer sich für Geschichte interessiert, erfährt hier hautnah, wie es zum Ersten Weltkrieg kam, was in Verdun vor mehr als hundert Jahre passierte. Ich habe über die Eröffnung des Mémorial ja schon in meinem Blog ausführlich beschrieben.

Hunderttausende abgeschlachtet

Von Verdun geht es erst einmal kilometerlang hoch in die Hügel, nach Fleury-devant-Douaumont, durch den Wald, vorbei an halb zugewachsenen Schützengräben, bis endlich das Mémorial zu sehen ist. Hier, in diesen Hügeln, in den Schützengräben, auf dem Feld, zwischen den Bäumen starben in annähernd einem Jahr mehr als 300 000 Soldaten und wurde mindestens ebenso viele verwundet, von denen sicher noch einmal viele an ihren Verletzungen starben. Deutsche und Alliierte schlachteten sich gegenseitig ab.

Nie wieder Krieg

1967 gründeten Maurice Genevoix, Mitglied der Académie française und Weltkriegsveteran, dieses Museen des Ersten Weltkriegs. Was klein begann, wurde nach 40 Jahren deutlich erweitert und modernisiert. Fotos, Videos und vor allem viele Originalstücke vermitteln dem Besucher eine Vorstellung, was diese Schlacht war.

Wer das sieht, spürt und fühlt die Betroffenheit – und verlässt nachdenklich dieses Mahnmal. Er taucht ein in das Geschehen des Ersten Weltkriegs und dieses deutsch-französischen Schlachtfelds. Verdun war Wahnsinn – das zu begreifen, fällt schwer. Die Museumsmacher haben ihr Bestes gegeben.

Morgen geht es weiter Richtung Metz – und damit nähert sich meine Tour de France langsam ihrem Ende. Am späten Donnerstag werde ich – toi, toi, toi – in Straßburg sein.

Die 50 Kilometer bis Verdun hatten es in sich

à demain