Stille Kostenfalle: Betriebsrente als Verlustgeschäft

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Die betriebliche Altersvorsorge gerät unter Beschuss: Der DVG warnt vor der Doppelverbeitragung und lädt am 2. Februar zur Aufklärung nach Stuttgart ein.

von Michael Rahnefeld

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gilt vielen noch immer als sicherer Hafen für die Rente. Doch der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) schlägt Alarm: Was als Vorsorge gedacht ist, entpuppt sich im Alter oft als „stille Kostenfalle“. Besonders die sogenannte Doppelverbeitragung zehrt an den Ersparnissen – ein Problem, das längst nicht mehr nur die heutige Rentnergeneration betrifft, sondern auch junge Sparer massiv bedroht. Deshalb will der DVG auch jüngere Menschen über die Sicherstellung einer auskömmlichen Altersvorsorge informieren. Jüngere Menschen, die nach aktueller Gesetzeslage ebenfalls später im Alter von der Doppelverbeitragung bedroht sind und möglicherweise in die „stille Kostenfalle“ tappen, sollen aktiviert werden.

„Fakten statt Bullshit-Debatte“

Die klare DVG-Botschaft: „Betriebliche Altersvorsorge ist ein Verlustgeschäft. Mehr als 20 Prozent des eingesetzten Kapitals sind weg. Hinzu kommen Verluste aus Verwaltungskosten der Versicherungskonzerne und in vielen Fällen zusätzlich noch Abzüge bei der Rente“, so der DVG-Vorstand.  Denn die ganze Wahrheit wird bei Vertragsabschlüssen meist verschwiegen – nämlich volle Versicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung.

Der DVG räumt zudem mit Mythen auf: Die Erzählung von der „steuerfinanzierten Rente“ oder der „Unterfinanzierung der Krankenkassen“ hält Projektberater Dr. Rainer Ochmann für eine gezielte Fehlinterpretation der Fakten. Die Zeche für politische Fehlentscheidungen zahlten allein die gesetzlich Versicherten.

Einladung zum Info-Abend in Stuttgart

Um Licht ins Dunkel der Rentenpolitik zu bringen und Betroffene wie Politiker gleichermaßen zu sensibilisieren, lädt der DVG zu einer öffentlichen Aufklärungsveranstaltung ein:

  • Wann: Montag, 2. Februar, um 17:00 Uhr

  • Wo: Arcotel Camino, Heilbronner Str. 21, 70191 Stuttgart (direkt am Hauptbahnhof)

Experten werden vor Ort erläutern, warum die Doppelverbeitragung gestoppt werden muss und wie eine gerechtere Vorsorgelandschaft in Deutschland aussehen könnte. Wer sich rechtzeitig gegen die Kostenfalle absichern will, sollte sich diesen Termin rot im Kalender markieren.

Checkliste: Ist Ihre Altersvorsorge eine Kostenfalle?

Bevor Sie weitere Beiträge in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder Direktversicherung einzahlen, sollten Sie folgende Punkte prüfen:

  • Der Krankenkassen-Check: Werden bei der Auszahlung im Alter die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, rund 20 %) fällig? Dies ist bei fast allen bAV-Verträgen für gesetzlich Versicherte der Fall.

  • Der Freibetrag: Seit 2020 gibt es einen Freibetrag bei der Krankenkasse (nicht bei der Pflegeversicherung!). Aktuell liegt er bei 197,75 € im Monat. Nur wer mit seiner Betriebsrente darüberliegt, zahlt auf den übersteigenden Teil Kassenbeiträge.

  • Die Förderquote: Lohnt sich die Steuerersparnis in der Einzahlungsphase wirklich?

  • Arbeitgeberzuschuss: Zahlt Ihr Arbeitgeber mindestens 15 % (gesetzlich verpflichtend) oder sogar mehr dazu? Ohne einen massiven Arbeitgeberzuschuss ist die Entgeltumwandlung aufgrund der späteren Abzüge unrentabel.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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