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Riester-Sparer schaffen es mehrheitlich nicht einmal, die Inflation auszugleichen, und fahren damit Verluste ein. Kein Wunder, dass viele ihre Verträge kündigen oder ruhen lassen – ablesbar an der Statistik.
„Viel zu viele Menschen werden mit ihren Riester- und Rürup-Verträgen reale Verluste einfahren“, kritisiert Britta Langenberg, Leiterin des Bereichs Verbraucherschutz des Vereins Finanzwende. Zwei Drittel erwirtschaften mit ihren Riester-Verträgen weniger als 2 % Rendite und liegen damit unter der durchschnittlichen Inflationsrate. Das zu ändern ist bislang nicht passiert.
Nicht wundern, dass hier ein „Bild“-Titel vom 20. April 2024 abgebildet ist, aber seitdem hat sich nur wenig geändert.
Riester hat versagt
Die Riester-Rente sollte unsere Altersvorsorge revolutionieren. „Im Zuge dieser Rentenreform wurde zum 1. Januar 2002 – sozusagen als Kompensation für die Senkung des Nettorentenniveaus – die staatlich geförderte kapitalgedeckte Altersvorsorge eingeführt“, schrieb das Statistische Bundesamt 2007. Das ist gründlich misslungen.
Doch was als staatlich geförderter Rettungsanker begann, entwickelte sich zum Desaster. Mit hohen Kosten, intransparenten Strukturen und einer oft enttäuschenden Rendite hat die Riester-Rente bei vielen Sparern ihren Ruf verspielt. Die Angebote lohnen sich laut Finanzwende nur, wenn Riester-Sparer ein sehr hohes Alter erreicht haben. Konkret müssten Riester-Kunden Finanzwende zufolge bei den Angeboten 99 Jahre alt werden, damit sie wenigstens das gesamte Geld inflationsbereinigt zurückerhalten. Schuld an dieser Misere sind die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten.
Ein neuer Rekord an Kündigungen im Jahr 2025 zeigt: Die Geduld ist am Ende. Leider hat das Leiden einfach zu lange gedauert: von 2002 bis 2026, sprich 24 verlorene Jahre. Alle Proteste, alle Kritik an Riester haben wenig geändert.
📉 220.000 Kündigungen seit Januar 2025
Laut einer aktuellen Auswertung des Verbraucherportals Finanztip wurden allein bis August 2025 geschätzt rund 220.000 Riester-Verträge gekündigt. Damit steuert das Modell auf einen neuen Negativrekord zu: Schon 2024 lag die Zahl der Kündigungen bei 266.000. Insgesamt wurden seit Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 über fünf Millionen Verträge vorzeitig beendet – das entspricht jedem vierten Abschluss der ursprünglich 20 Millionen Verträge.
2025 ein trauriges Rekordjahr für Riester
Die Gründe sind vielfältig:
- Hohe Kosten und geringe Rendite machen Riester-Verträge für viele unattraktiv.
- Die Beitragsgarantie verhindert oft lukrativere Investitionen.
- Intransparente Vertragsbedingungen und komplizierte Steuerregeln schrecken ab.
Zahl der Riester-Verträge – der Negativtrend ist unverkennbar
🧠 Was bedeutet das für dich als Sparer?
Viele Verbraucher stehen vor der Frage: Kündigen oder behalten? Doch Achtung: Eine Kündigung kann teuer werden. Wer seinen Vertrag auflöst, muss staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Eine Beitragsfreistellung ist oft die bessere Alternative, wenn du unzufrieden bist, aber keine Verluste riskieren willst.
🗣️ Verbraucherschützer fordern: Jetzt reformieren!
Saidi Sulilatu, Chefredakteur von Finanztip, bringt es auf den Punkt:
„Die Riester-Rente ist gescheitert. Jedes weitere verlorene Jahr kostet die Menschen im Alter Einkommen.“
Gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Finanztip:
- Ein einfaches, transparentes und kostengünstiges Nachfolgemodell
- Standardisierte ETF-Produkte mit maximal 0,5 % Kosten pro Jahr
- Wegfall der Beitragsgarantie zugunsten höherer Renditechancen
- Automatische Teilnahme mit Opt-out statt komplizierter Antragstellung
- Bestandsschutz für bestehende Verträge und kostenlose Wechseloption
🧒 Altersvorsorgedepot
Die Bundesregierung macht Ernst mit der Reform der privaten Altersvorsorge. Das Zauberwort heißt „Altersvorsorgedepot“. Vor allem für diejenigen, die noch ein paar Jahre bis zur Rente haben oder ihre Kinder beim Vermögensaufbau unterstützen wollen, bietet das neue System attraktive Anreize. Statt bürokratischer Monster gibt es künftig ein einfaches Prinzip: Wer einzahlt, wird belohnt – und zwar prozentual.
Jetzt hat auch der Bundesrat der neuen privaten Altersvorsorge zugestimmt, die die immer unbeliebter werdende Riester-Rente ablöst. Die Bundesregierung will mit den staatlich geförderten Möglichkeiten erreichen, dass mehr Menschen privat Geld für die Rente zurücklegen. Jetzt steht dem Altersvorsorgedepot nichts mehr im Wege.
Die Titelzeile der „Bild“ stammt vom 20. April 2024. Immerhin lässt das Altersvorsorgedepot hoffen, dass sich damit private Altersvorsorge wieder lohnt – und Riester damit endlich Vergangenheit ist.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform „zügig“ anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
✅ Fazit: Was du jetzt tun kannst
🔹 Prüfe deinen Riester-Vertrag kritisch – aber kündige nicht vorschnell.
🔹 Informiere dich über Alternativen wie ETF-Sparpläne und/oder das Altersvorsorgedepot.
🔹 Bleib dran: Die Reform ist da – und du solltest vorbereitet sein, wenn sie kommt.
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