Junge setzen auf Aktien für Altersvorsorge

Finanzen

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Immer mehr Deutsche setzen auf die Börse. Vor allem Unter-40-Jährige nutzen Aktien und ETFs als Antwort auf die Rentenlücke. Ein Mentalitätswandel steht bevor.

Der deutsche Aktienmarkt erlebt einen historischen Umbruch. Laut neuesten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) knackte die Zahl der Aktionäre im Jahr 2025 die Marke von 14,1 Millionen. Das ist nicht nur ein Plus von fast zwei Millionen gegenüber dem Vorjahr, sondern auch ein neuer Allzeitrekord.

Die Jugend übernimmt das Ruder

Besonders spannend für die Generation, die kurz vor dem Ruhestand steht: Der Zuwachs kommt primär von den Jüngeren.

  • Wachstumsmotor: 60 % des Anstiegs entfallen auf die 14- bis 39-Jährigen.
  • Größte Gruppe: Mit 4,9 Millionen Anlegern ist dies nun die stärkste Alterskohorte am Aktienmarkt.
  • Motivation: Die Sorge vor Altersarmut und die Erkenntnis, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird.

4,9 Millionen Aktionäre unter 40

Menschen in Deutschland mit Aktienanlagen

Seit 2016 ist die Zahl der Aktienanlegerinnen und -anleger um über 5 Millionen gestiegen  Quelle: DAI

Mentalitätswandel statt Strohfeuer?

Lange galt Deutschland als Land der Sparbuch-Liebhaber. Doch die „German Angst“ vor Kursverlusten scheint zu bröckeln. Henriette Peucker, Chefin des Aktieninstituts, sieht einen gesellschaftlichen Rückenwind, der so stark ist wie nie zuvor. Niederschwellige Trading-Apps erleichtern zudem den Zugang für breite Schichten.

Dennoch bleibt viel Geld ungenutzt: Fast 3,6 Billionen Euro horten die Deutschen weiterhin auf kaum verzinsten Tagesgeld- oder Girokonten. Das ist etwa ein Drittel des gesamten Geldvermögens.

Was das für den Ruhestand bedeutet

Die Entwicklung zeigt: Der Kapitalmarkt wird als notwendige Säule der Altersvorsorge akzeptiert. Wer heute im Vorunruhestand ist, blickt oft auf eine andere Anlagebiografie zurück – doch die Strategie der Jüngeren bestätigt, dass für langfristige Erträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt.

Die Menschen haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt.“

Henriette Peucker, DAI

Das Aktieninstitut, das sich seit 1953 für die Aktie einsetzt, plädiert schon seit langem dafür, den Deutschen das Aktiensparen zu erleichtern. Bislang hat die Politik nicht darauf reagiert.  „Die gewachsene Offenheit für Aktienanlagen ist eine Steilvorlage für die Bundesregierung, den Kapitalmarkt in allen drei Säulen der Altersvorsorge stärker zu nutzen“, so Peucker. Das geplante Altersvorsorgedepot der schwarz-roten Koalition zur Ergänzung der gesetzlichen Rente durch eine ergänzende private Vorsorge über den Kapitalmarkt sei „allenfalls zaghaft“ und kommt viel zu spät. CDU/CSU und SPD wollen zum Beispiel ein Altersvorsorgedepot einführen, das hohe Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht, aber keine Garantien gibt. Hierbei könnte nach Dafürhalten des Aktieninstituts die steuerliche Förderung „wie in anderen Ländern ambitionierter ausfallen“.

Altersvorsorgedepot erst ab 2027

Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot soll nach aktuellem Stand der Reform (Januar 2026) ab dem 1. Januar 2027 besparbar sein. Obwohl ursprünglich ein früherer Termin im Gespräch war, sieht der aktuelle Zeitplan der Bundesregierung vor, dass Finanzdienstleister wie Banken, Fondsgesellschaften und Neobroker ab 2027 die entsprechenden zertifizierten Produkte anbieten können.

Die wichtigsten Details zum Zeitplan:

  • Starttermin: Ab dem 1. Januar 2027 können Sie Verträge für das Altersvorsorgedepot abschließen und besparen.

  • Gesetzgebung: Das Bundeskabinett hat die Reform am 17. Dezember 2025 beschlossen. Im Laufe des Jahres 2026 folgen die Beratungen im Bundestag und Bundesrat sowie die technische Umsetzung bei den Anbietern.

  • Frühstart-Rente: Eine Besonderheit gibt es für Kinder (Geburtsjahrgang 2020 und jünger): Die sogenannte Frühstart-Rente (staatliche Zuschüsse für Kinderdepots) soll teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2026 starten, wobei die tatsächliche Auszahlung der Prämien oft an die Verfügbarkeit der neuen Depotstrukturen ab 2027 gekoppelt ist.

  • Erhöhung der Förderung: Ab dem Jahr 2029 soll die staatliche Grundzulage für die ersten 1.200 Euro Eigenbeitrag von 30 % auf 35 % steigen.

Was Sie bis dahin tun können:

Bis 2027 vergeht noch etwas Zeit. Was können Sparwillige jetzt schon tun? Wie wäre es mit einem ETF-Sparplan?  Sobald das geförderte Depot verfügbar ist, wird es voraussichtlich möglich sein, bestehende Riester-Verträge in das neue System zu übertragen oder neue Sparpläne mit den staatlichen Zulagen (bis zu 480 Euro pro Jahr, ab 2029 bis zu 540 Euro) zu starten.

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Helmut Achatz

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