Deutsche beziehen heute doppelt so lang Rente wie 1960

Rente, renter, am rentesten – Rentner in Deutschland beziehen heute 19,6 Jahre Rente. Das ist annähernd doppelt so lang wie vor 57 Jahren, sprich 1960.1960 bezogen die Menschen durchschnittlich 9,9 Jahre Rente. In Zukunft wird die Bezugsdauer der Rente eher noch weiter steigen.

 

Die Deutsche Rentenversicherung hat ausgerechnet, dass Rentner in Deutschland allein in den vergangenen 20 Jahren etwa 3,6 Jahre länger Rente beziehen als davor. Der Grund ist klar: Wir leben länger, so der Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel. Im Schnitt leben wir in Deutschland bis 79,5 Jahre. Frauen leben der „Apotheken Umschau“ bis 83,1 Jahre, Männer bis 78,2 Jahre – eine Differenz von 4,9 Jahren.

Japaner leben länger

Deutschland gehört in punkto Lebenserwartung dabei nicht einmal zu den Weltmeistern. Dieser Titel steht den Japanern zu, die im Schnitt eine Lebenserwartung von 85 Jahren haben. Deutschland ist in punkto Lebenserwartung nur gutes Mittelfeld. In Europa sind es vor allem Isländer,  Norweger und Schweizer, die deutlich länger leben.

Länger leben, länger Rente beziehen

Eine längere Lebenserwartung bedeutet auch eine längere Bezugszeit der Rente. Spätestens, wenn der Babyboomer-Jahrgang 1964 in Rente geht, wird die Reformdebatte richtig hochkochen. Es werden dann die Forderungen lauter, das Rentenalter weiter nach oben zu setzen. Denn, eines dürfte klar sein: Die Rentenkasse kommen wegen der steigenden Lebenserwartung und der steigenden Bezugszeit der Rente enorm unter Druck.

Mehr Rente ab Juli 2018

Wie sieht es sonst mit der Rentenversicherung aus? Was gibt’s Neues in punkto Rente? Die Rentenversicherung nimmt mehr Geld ein: Der November war sogar der Monat, mit den höchsten Pflichtbeitragseinnahmen. Deswegen sinkt der Rentenbeitrag 2018 auch von 18,7 auf 18,6 Prozent. Die Rentner können sich parallel dazu auf höhere Renten freuen. Zum 1. Juli 2018 sollen die Bezüge der Ruheständler um 3,09 Prozent im Westen und um 3,23 Prozent im Osten steigen.

Rentenniveau fällt auf 45 Prozent

Noch läuft’s richtig gut, aber das wird so nicht bleiben. Gunkel zufolge wird das Rentenniveau bis 2030 auf 45 Prozent fallen. Danach geht es sogar noch weiter nach unten. Ein niedrigeres Rentenniveau bedeutet auch niedrigere Renten.

Beitragssatz und Nettorentenniveau vor Steuern bis 2045. Das Niveau der Rente sinkt und der Beitragssatz steigt

Beitragssatz und Nettorentenniveau vor Steuern bis 2045. Das Rentenniveau sinkt und der Beitragssatz steigt

Gunkel warnt davor, die langfristige Perspektive in der Rentenversicherung nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn so ab 2025 die besonders geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird sich die finanzielle Situation der Rentenversicherungen deutlich verschärfen. Es sei davon auszugehen, dass die Nachhaltigkeitsrücklage dann deutlich zusammenschrumpft. Das ist aber vernünftig, denn momentan zahlt die Rentenversicherung für die Rücklage Strafzinsen an die Europäische Zentralbank, weil ihr Chef Mario Draghi Negativzinsen eingeführt hat.




Wie Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt. Seine  Negativzinsen zehren an den Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung und kostet Rentner Kaufkraft. Draghis lässt auch die Krankenkassen bluten und damit die Versicherten.

Sparer zahlen Strafzinsen

Jeder, der größere Beträge bei Banken oder direkt bei der EZB bunkert, muss Strafzinsen zahlen. Da die Deutsche Rentenversicherung eine „Nachhaltigkeitsrücklage“ von 32 Milliarden Euro vorhält, gehört sie natürlich auch zu den Verlierern der Negativzinspolitik von Draghi. Dem Rentenversicherungsbericht 2017 zufolge hat sie „nur“ zehn Millionen Euro verloren. Auf jeden einzelnen der 21 Millionen Rentner umgerechnet, bedeutet das: Jeder verliert dadurch pro Jahr annähernd 50 Cent. Das klingt wenig, wird aber mehr werden. Denn, die Deutsche Rentenversicherung rechnet laut „Welt“ für 2018 bereits mit 50 Millionen Euro Verlust durch die Strafzinspolitik von Draghi. So steht es auch im Rentenversicherungsbericht 2017 in der Übersicht B 1 auf Seite 29
in der Zeile „Vermögenserträge“.

Millionen Rentner abgezockt

Der Zins für die sogenannte „Einlagefazilität“ liegt seit Juni 2014 unter null. Im Dezember 2015 wurde der Strafzins sogar auf minus 0,3 Prozent erhöht. Im März 2016 verschlechterte sich die Lage für Sparer weiter. Der Strafzins stieg dann auf minus 0,4 Prozent. Für 2017 weist die Rentenversicherung eine „eiserne Reserve“ von 32,9 Milliarden Euro aus. Bei einem Strafzins von minus 0,4 Prozent ergibt sich damit ein Verlust von 131,6 Millionen Euro. Wie kann es sein, dass die Rentenversicherung nur zehn Millionen Euro Verlust ausweist? Sie muss das Geld so anlegen, dass „ein Verlust ausgeschlossen erscheint“, so steht es zumindest im Sozialgesetzbuch. Also in Aktien darf sie damit nicht investieren. In Staatsanleihen darf sie auch nicht investieren. Sie darf nicht in Immobilien investieren. Bleibt nur Tagesgeld – und dafür gibt’s im Schnitt noch 0,03 bis 0,08 Prozent, wie die Finanzberatung FMH auf ihrer Seite ausweist. Und wie argumentiert die Rentenversicherung selbst?

„Es gibt zwei Einflüsse, die zu deutlich geringeren Entgelten führen: 

1. Die Anlagen werden weit überwiegend bei Geschäftsbanken und mit Laufzeiten bis zu einem Jahr getätigt. Daher liegt der Geldmarktzins insgesamt über dem Satz der Einlagefazilität bei der EZB.

2. Die im Jahr 2017 fälligen Anlagen wurden weit überwiegend im Jahr 2016 zu damals noch besseren Geldmarktkonditionen getätigt.“

Rentenversicherung muss bluten

Wie hat die Deutsche Rentenversicherung das Geld ihrer Beitragszahler angelegt, um den Verlust klein zu halten? Der Rentenversicherungsbericht schweigt sich leider aus. Auf Anfrage bei der Deutschen Rentenversicherung kam folgende Antwort: „Da die Mittel der Nachhaltigkeitsrücklage liquiditätsnah anzulegen sind,
werden die Anlagen weit überwiegend in Form von Termingeldern bei Geschäftsbanken getätigt. Bei der Anlage ist, neben der Liquidität der Anlage, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit zu beachten.“

Draghis Politik enteignet systematisch Millionen deutscher Rentner. Das ist ein Skandal, über den sich hierzulande offensichtlich niemand groß aufregt.

Systematische Enteignung

Das Schlimme daran, Ruheständler und alle, die fürs Alter vorsorge werden nicht nur auf diesem Weg enteignet. Für ihre betriebliche und private Altersvorsorge bekommen sie auch immer weniger. Das ist aber immer noch nicht alles. Auch der Gesundheitsfonds, in die gesetzlich Krankenversicherten einzahlen, wird von Draghi enteignet. Denn, auch der Gesundheitsfonds zahlt für seine Rücklagen Strafzinsen. Die Strafzinsen summierten sich laut „Neues Deutschland“ von Januar bis September 2016 auf vier Millionen Euro. Hochgerechnet aufs ganze Jahr dürfte es sicher fünf Millionen Euro sein. 2017 zahlte der Gesundheitsfonds vermutlich noch weit mehr als diese fünf Millionen Euro an Strafzinsen.

Kampf gegen Krake Krankenkasse

Gleichzeitig kassieren die Krankenkassen bei den Direktversicherten ab. Wenn die ihr über Jahrzehnte per Entgeldumwandlung angespartes Geld ausbezahlt bekommen, halten die Krankenkassen die Hand auf. Das Geld landet über Umwege im Gesundheitsfonds, der von Draghi geschröpft wird. So lässt sich Geld am besten vernichten – Geld, das normalerweise den Versicherten zu Gute kommen sollte.

Geld verliert seine Funktion

Draghi hat mit seiner Negativzinspolitik erreicht, dass Geld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel weitgehend verloren. Die Deutsche Bundesbank sollte ihre Erklärung umschreiben, welche Aufgaben Geld hat. Ihre Erklärung verhöhnt jeden Sparer.

Wer spart, „konserviert“ den Wert über die Zeit und bildet sich so eine Reserve, über die er später bei Bedarf verfügen kann. Das „Spar-Geld“ kann man so in der Zwischenzeit anderen überlassen (z. B.einer Bank). Dafür bekommt man Zinsen, die gewissermaßen eine Entschädigung dafür sind, dass man für eine bestimmte Zeit auf die Verfügbarkeit seines Geldes verzichtet.

Von wegen!

 




Wie sich deutsche Sparer systematisch selbst enteignen

Sparen und selbst enteignen – wie passt das zusammen? Ganz einfach, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann schrumpft das Realvermögen. Nominal hat der Sparer zwar morgen noch genau so viel auf dem Konto wie heute, nur kann er sich damit immer weniger kaufen. Also wird er immer ärmer.

Das sollte doch auf den ersten und auch den zweiten Blick logisch erscheinen. Dennoch ziehen die Deutschen daraus keine Konsequenzen – nein sorry, nur ganz wenige. Wie anders ließe sich erklären, dass im dritten Quartal 2017 mehr als 2,24 Billionen Euro – in Ziffern 2 247 600 000 000 – unter Matratzen, auf Giro- und Tagesgeldkonten und Sparbüchern schlummerten.

Struktur des Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland 2015

36,5 Prozent des Geldvermögens der deutschen Privathaushalte waren bei den Banken und Sparkassen in Form von Spar-, Sicht- oder Termineinlagen angelegt. Quelle: Statista

„Nur“ 610 Milliarden Euro waren in Aktien und 547 Milliarden in Fonds investiert. Weil es für Sparguthaben aber keine Zinsen mehr gibt und für Tagesgeld fast nichts mehr, aufs Girokonto schon gleich gar nichts, die Inflationsrate mittlerweile jedoch bei 1,6 Prozent angekommen ist, zerbröselt das Vermögen deutscher Sparer Monat für Monat – das sie im Alter so dringend bräuchten, um die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch die Absenkung des Rentenniveaus immer weiter öffnet.

Inflation im Vergleich zu den Zinsen

Der Inflationscheck – durch die Inflation werden deutsche Sparer enteignet

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit Urheber dieser finanziellen Katastrophe, lacht sich ins Fäustchen. Warum sind die Deutschen auch so blöd, denkt er sich im Stillen. „Selber schuld“, so sein Kommentar, den er mittlerweile schon mehrfach geäußert hat. Ihm ist egal, dass die Deutschen durch die Minus-Zins-Politik der EZB enteignet werden.  Dabei fehlen den Deutschen jetzt schon mehrere Tausend Euro für ihre Altersvorsorge, denn so viel hat die Niedrigzinsphase bislang gekostet – und sie ist ja noch längst nicht zu Ende. Seit 2011, so hat die comdirect ausgerechnet, verlieren die Deutschen pro Jahr dieser systematischen Enteignung geschuldet mehr als 34 Milliarden Euro, umgerechnet auf jeden Haushalt sind das 872 Euro Realzinsverlust.

Aktien sind alternativlos

Wer sein Vermögen vor Draghi retten will, muss in Aktien oder Immobilien investieren, weil nur sie zurzeit höhere Renditen abwerfen als die Inflationsrate beträgt. Der Dax ist in diesem Jahr um rund 17 Prozent gestiegen, der MDax sogar um mehr als 20 Prozent – damit lässt der Inflation problemlos Paroli bieten.

Realzins

Zins minus Inflation ist Realzins – und der ist schon lange negativ

Dass sich Mario Draghi mit seiner Enteignungspolitik in Deutschland keine Freunde macht, versteht sich von selbst. Das ficht den Italiener aber nicht an, schließlich denkt er vor allem an seine Landsleute südlich der Alpen, die wegen der hohen Verschuldung höhere Zinsen nicht brauchen können.

Draghi macht Deutsche arm

Alles Mahnen deutscher Ökonomen hilft nichts, Draghi lässt sich nicht beirren. Wer bei diesem Spiel nicht mitspielt, verliert sein Vermögen und damit seine Altersvorsorge. Leider trifft es ja nicht nur die Sparer, sondern auch die Versicherten. Das heißt, wer eine Kapitallebensversicherung hat, wird am Ende deutlicher weniger bekommen, als er einmal gedacht hat. Denn die Versicherungskonzerne verlieren wegen Draghi ebenfalls Geld, da sie das Geld der Versicherten ja weitgehend in Staatsanleihen anlegen müssen, die nichts mehr bringen, zumindest die neueren. Alte, besser verzinste Anleihen laufen aus und müssen durch neue ersetzt werden, deren Zins gegen null tendiert. Also verlieren die Deutschen auch auf diesem Weg ihr Vermögen – schlecht für die Altersvorsorge.

Kopf in den Sand

Statt aktiv auf dieses Dilemma zu reagieren, stecken immer mehr den Kopf in den Sand. „Die niedrigen Zinsen verunsichern viele Anleger“, hat die Postbank-Anlageexpertin Rosmarie Liebl festgestellt. Das spiegele sich in einer wachsenden Verdrossenheit gegenüber Finanzthemen wider. „Vor allem Frauen scheinen zu resignieren“, so ihre Beobachtung. Die Zahl der (von der Postbank) weiblichen Befragten, die sich überhaupt nicht mit Finanzthemen beschäftigen, habe sich verdoppelt – von 15 Prozent in 2015 auf 29 Prozent in 2017.

Düstere Aussichten für die kommenden Jahre, in denen die Babyboomer-Generation in Rente geht, denn parallel dazu wird auch das Rentenniveau von derzeit 48,1 Prozent weiter fallen. Zunehmende Altersarmut ist damit programmiert.




Hat der Weltspartag ausgedient? Wie geht Geldanlegen im Zinstief

Sparen bei Nullzinsen – lohnt sich das noch? Hat der Weltspartag damit ausgedient? Wie geht Sparen heute? Und wann ist Weltspartag überhaupt? Am einfachsten zu beantworten ist noch die Fragen, wann Weltspartag ist. Weltspartag ist am letzten Werktag im Oktober – und zwar am 30. Oktober 2017.

Ärmer dank Sparen

Der Slogan „dein Sparschwein – ein wertvoller Schatz. Mach mehr daraus“ der Sparkasse Kraichgau klingt wie Hohn. Für Guthaben auf dem Jugendsparkassenbuch zahlt die Sparkasse Kraichgau (Stand 23. Oktober 2017) 0,25 Prozent, ab 2500 Euro Guthaben allerdings nur noch 0,025 Prozent. Die Stadtsparkasse München beispielsweise zahlt sogar nur 0,01 Prozent Zinsen pro Jahr – immerhin nicht „0“, das traut sie sich nicht, noch nicht. Damit lässt sich nicht „mehr aus seinem Geld machen“, wie die Sparkassen propagieren.

Was sind Realzinsen?

Der Sparkassenverband hat anlässlich des Weltspartags 2017 einiges zum Thema Sparen zusammengetragen. Allerdings steht da nichts über Realzinsen. Realzinsen? Realzinsen sind die nominalen Zinsen minus Inflationsrate – und die sind zurzeit negativ. Wie das? Na, wenn die Stadtsparkasse München 0,01 Prozent Zinsen bietet und die Inflation (Stand September 2017) bei 1,8 Prozent liegt, dann schrumpft mein reales Vermögen um -1,79 Prozent. Das heißt, ich vernichte mit Sparen mein reales Vermögen. Das klingt unlogisch, ist aber so. Kinder zum Sparen anzuhalten, ist eine … ja, was? Kinder zum Sparen anzuhalten ist eine dreiste Frechheit. Wie wäre es denn, wenn der Sparkassenmensch den Kindern einmal vor Augen führt, was reale Zinsen sind. Da helfen auch die Kugelschreiber und Schlüsselanhänger nichts, die Sparkassen und Banken am Weltspartag Kindern schenken.

Weltspartag besser begraben

Eigentlich sollten die Sparkassen und Volksbanken – auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt’s meist nur 0,01 Prozent – diesen Tag still und heimlich begraben. Denn seinen Zweck, Kinder fürs Sparen zu begeistern, erfüllt er angesichts dieser Zinssätze sicher nicht. Wenn an dem Tag beim Leeren gefüllter Spardosen kleine Geschenke verteilt werden, dann tun Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ihren kleinen Kunden damit einen Bärendienst.

Früher gab’s höhere Zinsen

Das war schon mal anders, wie wir Alten uns sicher erinnern können. Da war das Spar-Büchse-Leeren ein freudiges Ritual. Wer kann sich noch an die alten Sparbüchsen erinnern? Da kam der Mann von der Sparkasse mit seinem Schlüssel, leerte die Büchse, zählte das Geld und trug die Zahl ins Sparbuch ein. Lang ist’s her.

Dank Gespartem plus Zins konnten sich die Kinder dann ein Rad leisten oder etwas Anderes. Finanzprofi Robert Halver sagte vor einiger Zeit, der

„Weltspartag ist kein Freudentag mehr, er ist ein Volkstrauertag“.

Schuld daran ist die Europäische Zentralbank (EZB). Ihr Chef Mario Draghi hat die Zinsen auf 0 gedrückt – in Worten: null: Er verlangt von Banken und Sparkassen Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Das heißt, die Finanzinstitute wollen gar kein Geld mehr, weil sie für Überschüssiges ja Strafgebühren zahlen müssen.

Sparen ist kontraproduktiv

Sparen ist sogar kontraproduktiv bei einem Zins von 0,01 Prozent, denn gleichzeitig verliert das Geld an Wert wegen der Inflation, die mittlerweile bei 1,8 Prozent liegt. Das heißt, wer sein Geld zur Sparkasse bringt, verliert pro Jahr 1,79 Prozent. Vor einem Jahr lag der Verlust „nur“ bei 0,69 (0,7 Inflation minus 0,01) Prozent. Je länger die Nullzins-Phase dauert, desto höher wird der Schaden für den Sparer. Der Inflationscheck von Ypos veranschaulicht das sehr bildlich.

Wer wirklich noch Zinsen für sein Geld bekommen will, muss schon anderswo suchen – beispielsweise bei Zinsplattformen wie Zinspilot, Weltsparen und Savedo, die Einlagen bei Banken im europäischen Ausland ermöglichen und mittlerweile Milliarden eingesammelt haben. Aber selbst dort, bekommen Sparer zwar ein paar Zehntel Prozent mehr, das reicht aber immer noch nicht, um die Inflation auszugleichen.

Draghi zwingt Anleger ins Risiko

Oder er muss etwas mehr Risiko eingehen und beispielsweise auf Indexfonds (ETF) setzen. Das Frankfurter Fintech-Unternehmen Ginmon hat dafür einen interessanten Ansatz gewählt – mit digital verwalteten ETFs. Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon erinnert sich zwar noch gern daran, wie er mit seinem Großvater vor 20 Jahren am Weltspartag die Sparkasse besucht hat:

„Feierlich wurden 100 Mark auf mein Konto eingezahlt; die Verzinsung betrug zwei Prozent“. Sein Opa habe sich sogar noch an Zeiten von deutlich über vier Prozent erinnern können. Am 91. Weltspartag stelle sich Reiner mittlerweile die Sinnfrage, ob sich der Weltspartag durch die niedrigen Zinsen nicht selbst abgeschafft hat. „Dass die Geldinstitute am Weltspartag auch heute noch gut besucht sind, liegt an den Werbegeschenken“, vermutet Reiner.

Weiterführende Links:

Fidelity: Über Geld spricht man nicht 
Finanzwelt: Wie viel Rendite ist realistisch 
Versicherungsbote: Geldanlegen als Schulfach – Sparwissen der Familie unzeitgemäß

 

 

 




Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?

Wo lebt sich’s am besten für Rentner im Ausland? In der Frage hilft der Global Age Watch Index weiter. Danach geht es Rentner und Senioren in der Schweiz, in Norwegen, Schweden – und in Deutschland am besten, gefolgt von Kanada, den Niederlanden, Island und Japan. Die USA sind nur auf Platz neun, Großbritannien auf Platz zehn. Am schlechtesten geht es Rentnern in Pakistan, Mozambique und Malawi. Absolutes Schlusslicht ist Afghanistan.

Ok, das ist das eine. Gerade die Schweiz und Norwegen sind geprägt von hohen Lebenshaltungskosten – da kann schon mal der eine oder andere Rentner auf die Idee kommen, mit seiner Rente in günstigere Länder auszuweichen. Das gilt natürlich auch für Deutschland. Klingt ja auch verlockend – gerade im Süden ist es wärmer als in heimischen Gefilden und meist auch billiger. Aber stimmt das wirklich?

Was beim Auswandern ins Ausland zu bedenken ist

Rentner, die allerdings ihre Rente im Ausland genießen will, sollte einiges bedenken, wie gerade der Fall Thailand zeigt. Das Land verlangt von Rentnern, die dort leben wollen einen Nachweis, dass 65 000 Bath monatlich eingehen. Das entspricht aktuell (Stand 23. Juni 2017) 1710 Euro. Problem ist der schwächelnde Euro. Falls diese Entwicklung weitergeht, erhöht sich das schnell auf 1800 Euro. Machen wir uns nichts vor, die Geldvermehr-Arie von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass der Euro gegenüber anderen Währungen an Wert verliert.

Ferner verlangt Thailand für ein Retirement Visa ein Bankguthaben von 800 000 Baht – nach heutigem Stand mehr als 21 000 Euro. „Damit möchte Thailand sicherstellen, dass Rentner den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können und nicht dem thailändischen Staat zur Last fallen“, schreibt Rainer Hellstern in seinem Buch „Rente im Ausland“. Wer mehr über die Voraussetzung wissen will, informiert sich am besten auf den Seiten der thailändischen Botschaft.

Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf. Das gilt auch für Thailand, wie er auch auf seinem Blog schreibt.

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Er warnt auswanderungswilligen Rentnern, sich zu vergegenwärtigen, dass „die Realität nicht immer hält, was die Träume versprachen“. Er rät, sich keinen fremden Menschen anzuvertrauen, weil viele es nur auf das Geld der Rentner abgesehen haben. Vorsicht sei vor allem beim Kauf von Immobilien angebracht.

Was sein Buch besonders lesenswert macht, ist der Länderteil. Hellstern geht auf die USA ein, auf die Schweiz, auf Österreich, Spanien, Frankreich, Thailand, die Türkei, Kambodscha, die Philippinen – und zwar was Lebenshaltungskosten, Klima, Entfernung, Sprache, medizinische Versorgung, Umzug und Visum betrifft

Am Ende des Buch erwähnt er auch die „Pflege im Ausland“: was kostet sie, wer übernimmt die Kosten, wie findet man ein gutes Pflegeheim? Die Schweizer Zeitung „Blick“ über den „Lebensabend unter Palmen“ von Schweizern in Thailand. Die Zahl der Schweizer Rentner in Thailand habe sich in den letzten Jahren vervielfacht. „2505 AHV-Bezüger gaben im Jahr 2015 Thailand als Wohnsitz an – fast fünfmal mehr als ein Jahrzehnt davor“, so „Blick“. Auffällig beliebt sei Thailand bei den Herren: von den aktuell 2505 Schweizer Thailand-Rentnern seien nur 444 Frauen.

Wie das Beispiel Thailand zeigt, ändern sich die Bestimmungen und Verhältnisse. Deswegen sollten auswanderungswillige Rentner auch in dieses Kapital schauen. Es listet auf sieben Seiten weitere Informationsquellen auf.

Nach der Lektüre des Buchs relativiert sich wahrscheinlich einiges – das ist Hellstern zugute zu halten. Er geht fundiert auf Sonnen- und Schattenseite ein und warnt vor den Tücken. Also unbedingt reinschauen – und dann erst planen. Vielleicht ist sinnvoll, das Auswandern einfach einmal zu proben und im Süden zu überwintern. Auch dafür hat Hellstein auf seinem Blog einige wertvolle Hinweise und Tipps.

Übrigens, wer sich einen Überblick verschaffen will, wo es sich als Rentner am günstigsten lebt, geht am besten auf die Seite von Numbeo, einer Datenbank, die beispielsweise Auskunft gibt über Lebenshaltungskosten und Niveau des Gesundheitswesens eines Landes.

Lebenshaltung im Europa-Vergleich

Leipzig ist günstiger als Berlin, Berlin günstiger als München - und Prag ist noch günstiger

Leipzig ist günstiger als Berlin, Berlin günstiger als München – und Prag ist noch günstiger

Als Rentner in die Türkei? Na ja, im Moment ist das wohl eher nicht so empfehlenswert. Die Bundesregierung hat die die Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft. So warnte Außenminister Sigmar Gabriel deutsche Unternehmen wegen mangelnder Rechtssicherheit vor Investitionen in der Türkei. Wer etwas Unliebsames sagt oder schreibt, muss fürchten, ins Gefängnis zu wandern. Nicht nur die deutsch-türkische Journalistin Meşale Tolu ist wegen des Verdachts auf „Propaganda für eine terroristischen Organisation“ und „Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung“ in der Türkei verhaftet worden. Auch der „Welt“-Journalist Deniz Yücel sitzt im Gefängnis. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass die Türkei kein Land für Rentner ist, in das sie auswandern könnten.

Wer dennoch als Deutscher in die Türkei fährt, sollte sich unbedingt in die sogenannte Krisenvorsorgelisten eintragen (Internet-Adresse: elefand.diplo.de). Dort können Daten wie Reisepass-Nummer oder die Kontaktdaten von Angehörigen hinterlegt werden. Wenn etwas passiert, haben die Behörden so schnell die Daten zur Verfügung.

Und noch eins – am besten auf Diskussionen über Politik verzichten und sich so weit wie möglich heraushalten.

Mittlerweile sind mehr als 50 Deutsche oder Türken mit deutschem Pass in der Türkei inhaftiert. Mittlerweile sind Gegner der Türkei selbst in Spanien nicht mehr sicher – Erdogans Arm reicht weit. Die Türkei hat den deutschen Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien festnehmen lassen. Dogan Akhanli war schon vor mehr als 25 Jahren aus der Türkei geflogen und ist längst deutscher Staatsbürger. Trotzdem hat die spanische Polizei den kritischen Schriftsteller im Urlaub festgenommen – auf Ersuchen der türkischen Behörden. Ende August 2017 durfte er dann wieder unbehelligt nach Deutschland zurückkehren.

Interessant scheint aus Rentensicht auch Neuseeland zu sein, wie Christine Brunner auf ihrem Blog „Kiwifinch“ berichtet. Die Rente ist allerdings vergleichsweise niedrig, dafür aber steuerfreie – und jeder bekommt die „Superannuation“, sprich Grundsicherung, für die niemand Beiträge zahlen muss, weil sie aus den Steuern finanziert werden. Das heißt, es bleibt den Kiwis genug Geld übrig, um fürs Alter vorzusorgen. Allerdings bekommen nur echte Kiwis eine neuseeländische Rente, das heißt, der Rentenbezug ist an gewisse Bedingungen geknüpft wie die neuseeländische Staatsbürgerschaft und ein ausreichend langes Leben vor der Rente in Neuseeland.

Wie wäre es mit Malta?

Interessant erscheint auch Malta. Die Republik Malta („Repubblika ta‘ Malta“) ist 316 Quadratkilometer groß, was in etwa der Fläche des Stadtstaats Bremen entspricht. Auf Malta leben rund 430 000 Menschen. Damit sind die Inseln – Gozo gehört auch dazu – ziemlich dicht bewohnt. Auf Malta wird maltesisch und englisch gesprochen. Malta ist seit 1964 unabhängig, seit 2004 gehört es der Europäischen Union an und seit 2008 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Was Malta besonders attraktiv für Ruheständler macht: das Klima. Denn auf den Inseln scheint die Sonne an 320 Tagen im Jahr. Dazu kommt noch die Kultur: Malta hat neun Weltkulturerbe-Stätten. Als Ex-Kron-Kolonie der Briten wird in Malta links gefahren. Es gibt auf Malta gute Busverbindungen und günstige Fährverbindungen zu den Inseln Gozo und Comino. Wer mehr über Einreisebestimmung, Gesundheitssystem und Wirtschaft wissen will, ist am besten auf der Seite von Internationalliving aufgehoben.

Wie wäre es mit der Ukraine?

„Die Ukraine wird für Wirtschaftsflüchtlinge aus Österreich immer attraktiver, also für Pensionisten, die sich eine billigere Heimat suchen müssen“, schreibt die „Wiener Zeitung“. Claudia Aigner hat eine witzige Glosse („Mei private Altersvorsorge is a Flugticket nach Odessa“) zu dem Thema geschrieben, die endet mit: „Die österreichische Bevölkerung wird also doch nicht überaltern. Dafür vermutlich die ukrainische. Und die Rumänen und Bulgaren sollten sich auch schön langsam auf die Flüchtlingswelle vorbereiten. Und anfangen, Altersheime zu bauen. He, hoffentlich werden die Pensionen für Auslandsösterreicher nicht irgendwann an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Gastland angepasst. Wär blöd.“

Wie wäre es mit Bulgarien?

Immer mehr Deutsche können „37°“ zufolge im Rentenalter ihren Lebensstandard nicht mehr halten. 37°“ porträtiert Senioren, die sich an Bulgariens Schwarzmeerküste niedergelassen haben. Bei Maria, Hildegard und Waldemar, die jetzt schon in Bulgarien sind, wird es nicht bleiben. Schon in wenigen Jahren rutscht jeder zweite Rentner unterhalb die Armutsgrenze. Das gilt vor allem für alleinstehende Frauen.

Sie werden sich häufiger als bisher nach einer billigen Bleibe im Ausland umsehen, gezwungener Maßen. Und da kommt Bulgarien ins Spiel. In dem osteuropäischen Land kostet der Lebensunterhalt deutlich weniger. 37° hat vier Rentner begleitet, die ihren Ruhestand in Bulgarien verbringen und versuchen, ihren Alltag in der Fremde zu meistern. Wie kommen sie mit der Sprache zurecht? Was ist in Bulgarien für sie anders als in Deutschland? War es richtig, hierher zu kommen?

ZDF Reportage 37 Grad

 

 

Simple Pleasures And A Home For $32,000 In Southern Italy„, schreibt International Living. Valerie Fortney Schneider beschreibt ihre Erfahrung mit dem Kauf einer Villa in Süditalien. „Making the decision to transplant ourselves to Italy was easy. Making the move itself was painless. Making ourselves at home was smooth and immediate. We have a feeling of belonging that we’ve not known anywhere else, extraordinarily generous neighbors, and a whole village to greet us with a friendly buongiorno (good morning) when we go for our morning caffe.“ Sie lebt in einem kleinen Weiler in der Provinz Potenza, in der Basilicata. Die Italiener am Ort machen ihre Salsa selbst und ihren Wein, produzieren Feigen und Birnen, Bohnen und Tomaten. Sie zahlte 32 000 Dollar für ihr Haus, eine kleine 300 Jahre alte Casa. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, so Valerie Fortney Schneider. Umgerechnet einen Dollar für einen Espresso, 60 US-Cent für eine Packung Nudeln und einen Korb voll Gemüse für weniger als fünf Dollar.

Wie wäre es mit Frankreich?

Laut Hellstern ist Frankreich das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. „Savoir vivre“, französische Lebensart ist das Zauberwort. Aber Vorsicht, die Lebenshaltungskosten sind teilweise deutlich höher als hierzulande. Eine Kugel Eis kostet locker mal 2,50 bis drei Euro, wogegen hierzulande die Kugel schon für 1,20 Euro zu haben ist. Wer Bier liebt, ist in Frankreich Fehl am Platz. Ein Weißbier kostet in Toulouse beispielsweise sieben Euro, selbst im vergleichsweise teuren München zahlt ein Biertrinker dafür 3,50 bis vier Euro – als rund die Hälfte. Wer seinen Ruhestand im Nachbarland verbringen will, sollte etwas Geld mitbringen. Was die Kosten für Immobilien betrifft, so kommt es sehr darauf an, wo ein Rentner residieren will – an der Côte d‘Azur kostet eine Wohnung ähnlich viel wie in München. Im Hinterland oder im Süden Richtung Perpignan wird’s dann deutlich billiger. Eine Immobilie in Paris erscheint unerschwinglich, zumindest für Normalverdiener. Paris gilt laut Hellstern als die zweit teuerste Stadt der Welt. Das gilt übrigens auch für die Lebenshaltungskosten. Ein Espresso kann locker mal 4,50 Euro kosten. Auch andere Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Dafür ist allerdings die Auswahl größer. Wer nach Frankreich reist und zurück, muss zudem, so er denn Autobahnen benutzt, Maut zahlen – und die schlägt kräftig zu Buche. Ein Wort zur Sprache: Wer nicht französisch spricht, hat in Frankreich schlechte Karten. „Viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten“, bemerkt Hellstern treffend. Diese Erfahrung habe ich während meiner Tour de France ebenfalls gemacht. Wer also beabsichtigt, seinen Ruhestand in Frankreich zu verbringen, sollte unbedingt französisch lernen oder seine Schulkenntnisse auffrischen. Die Volkshochschulen bieten ortnah entsprechende Kurse an, beispielsweise die vhs Olching.

Was die medizinische Versorgung betrifft, so verlangt Frankreich einen hohen Eigenanteil. Die Krankenversicherung zahle nur 70 Prozent der Kosten für Arzt- und Zahnartzbehandlung, so Hellstern.

Was die Formalitäten betrifft, so ist laut Hellstern spätestens drei Monate nach dem Umzug eine Anmeldung oder ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich nötig. Wer den Termin versäume, müsse ein Bußgeld zahlen. Die Behörden wollen den Reisepass sehen, einen Miet- oder Kaufvertrag und vielleicht die letzte Stromrechnung. Aufenthaltserlaubnis brauchen Deutsche in Frankreich nicht.

Übrigens gibt es in Facebook eine Gruppe „Auswandern nach Frankreich“. Auf der Seite wohin-auswandern erfährt der auswanderungswillige Ruheständler ebenfalls etwas über Frankreich und das Leben dort.

Übrigens International Living hat auch einen Facebook-Account

Finanzen100 hat Rentendomizile untersucht und liefert acht Vorschläge: Dafür hat Finanzen100 Daten zur Lebensqualität und den Lebenshaltungskosten der Vergleichsseite Numbeo ausgewertet. Zu den acht Orten, wo schon tausend Euro pro Monat reichen, gehören:

  • Bursa in der Türkei
  • Mangalore in Indien
  • Prag in Tschechien
  • Kapstadt in Südafrika
  • Riad in Saudi-Arabien
  • Warschau in Polen
  • Monterrey in Mexiko
  • Sofia in Bulgarien

Und die „Welt am Sonntag“ hat analysiert, „wo deutsche Rentner am meisten für ihr Geld bekommen – und gleichzeitig am besten leben.“ Dabei flossen die Lebenshaltungskosten zu 50 Prozent in die Analyse mit ein, die restlichen 50 Prozent werden von der medizinischen Versorgung, der Kriminalitätsrate und der Korruption beeinflusst. So berechnete die „Welt am Sonntag“ einen Index der besten Länder für Rentner. Das Ergebnis weicht deutlich von dem bisherigen Auswanderverhalten der Rentner ab. Was kam dabei heraus?

Die besten Länder für Rentner

  1. Polen
  2. Tschechien 
  3. Ungarn
  4. Österreich
  5. Spanien

Das sind aber nicht die Länder, in die deutsche Rentner normalerweise gerne auswandern. Die Top fünf waren 2016:

Beliebtesten Länder bei Rentner 2016

1. Schweiz

2. USA

3. Österreich

4. Spanien

5. Frankreich

Nützliche Links:




Wie Draghi die Deutschen systematisch enteignet

Der Chef der Europäischen Zentralban (EZB), Mario Draghi, lacht sich ins Fäustchen, wenn die Deutschen wegen der Enteignung ihres Vermögens durch die Notenbank klagen. “Selber schuld”, so sein Kommentar. Aber am Fakt, dass die Deutschen durch die EZB enteignet werden, ist nicht zu rütteln.

Und, es wird von Monat zu Monat schlimmer. Im Dezember stieg die Inflationsrate auf 1,7 Prozent, im Januar werden es laut Statistischem Bundesamt bereits 1,9 Prozent sein. Gleichzeitig bekommen die Deutschen immer weniger für Tagesgeld. Laut Ypos Finanzplanung liegt die durschnittliche Rendite für Tagesgeld irgendwo bei 0,07 Prozent. Beim Marktführer ING Diba gibt’s noch 0,35 Prozent. Aber bei den Großen wie der Postbank müssen sich Kunden mit 0,01 Prozent begnügen. Das heißt, wer sein Geld konservativ anlegt, verliert 1,89 Prozent: 0,01 minus 1,9 – im besten Fall immer noch minus 1,55 Prozent.

Der Realzins ist längst schon negativ - schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Der Realzins ist längst schon negativ – schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Wie soll da noch jemand fürs Alter vorsorgen? Nach dem der Ölpreis lange Zeit vergleichsweise tief war, zog er in den vergangenen Monaten wieder an. Auch Lebensmittel werden teurer, nicht zu vergessen die Mieten. Daran wird sich so schnell nichts ändern – im Gegenteil. Die ersten aus der Babyboomer-Generation müssen bereits aus den teuren Schwarmstädten wie München, Frankfurt und Hamburg wegziehen, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können.

Draghi ist das egal, weil er nur die Südländer im Blick hat. Für die Deutschen allerdings bedeutet seine Politik eine schleichende Enteignung. Die Sparer stecken in der Zwickmühle. Sie könnten ihr nur entkommen, wenn sie mehr in Aktien investieren.

„Die Nullzinspolitik bei steigender Inflation ist verheerend für den deutschen Sparer„, empörte sich Bayerns Finanzminister Markus Söder im „Handelsblatt“. Draghi dürfte sich davon kaum beeindrucken lassen. Niemand sollte damit rechnen, dass die EZB die Zinsen bald wieder anhebt. Draghi betonte erst vor kurzem wieder, dass die Zinsen noch lange niedrig bleiben werden.

Am stärksten gestiegen ist Energie mit einem Plus von 5,8 Prozent, gefolgt von Lebensmitteln (plus 3,2 Prozent). Die Nettokaltmieten sind angeblich „nur“ um 1,6 Prozent gestiegen – Münchner können darüber nur lachen.




Sozialministerin Nahles macht die Betriebsrente kaputt

Der Garantiezins fällt in den Keller, die Auszahlungen werden von der Krankenkasse verbeitragt – und jetzt soll auch noch die Haftung der Unternehmen wegfallen. Mit der Betriebsrente geht’s bergab – und das alles in der Ära der Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles. Bravo!

Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ haben herausgefunden, dass der Bundesfinanzminister und die Bundearbeitsministerin wohl einen Deal ausgehandelt haben: Unternehmen sollen künftig nicht mehr für die Betriebsrenten einstehen müssen.

Nach der jetzigen Rechtslage hafte der Betrieb über Jahrzehnte hinweg dafür, dass die Betriebsrente später gezahlt werde, beschreibt die „Stuttgarter Zeitung“ den Ist-Zustand. In der Regel seien die Unternehmen zwar abgesichert; das Risiko liege zunächst bei den Pensionskassen oder Versicherungen, für die es wiederum eigene Sicherungseinrichtungen gibt. Letztlich steht das Unternehmen für die Betriebsrente gerade, falls alle Stricke reißen. Das will Nahles kippen.

Der Vorstoß wird laut „Stuttgarter Zeitung“ damit begründet, dass vor allem kleine und mittlere Betriebe die Haftung scheuen und gleich gar keine Betriebsrente anbieten. Sie sehen das geltende Recht als Hindernis. Sie bieten in vielen Fällen keine Betriebsrenten an, weil sie das Haftungsrisiko scheuen.

Betriebe haben Probleme wegen Niedrigzins

Hauptgrund der geplanten Abschaffung der Haftung durch die Betriebe: Viele Unternehmen haben angesichts der Negativzinsphase – begründet in der Politik von EZB-Chef Mario Draghi – Probleme, die Renten in der bisherigen Höhe zu zahlen. „Viele Unternehmen, die beispielsweise ihren Mitarbeiter zugesagt haben, eine Betriebsrente in bestimmter Höhe oder in Abhängigkeit vom letzten Gehalt auszuzahlen, haben große Probleme mit den Pensionsrückstellungen“, so das Blatt. „Wegen der gesunkenen Kapitalmarktzinsen müssen sie in der Bilanz mehr Vorsorge treffen“, stellt die „Stuttgarter Zeitung“ weiter fest. Das belaste die Ertragslage der Unternehmen.

Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente

Roland Pichler von der „Stuttgarter Zeitung“ findet, dass dieser Vorstoß von Andrea Nahles nicht reicht. Es komme auch darauf an, die Arbeitnehmer von Betriebsrenten zu überzeugen. „Die Beschäftigten halten sich auch deshalb zurück, weil sie bei Betriebsrenten im Alter den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen müssen“, so sein Kommentar. Die Krankenkasse langt voll zu und verlangt so wohl den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil von den Betriebsrentner, da bleibt am Ende nicht mehr viel übrig von der über Jahre angesammelten Rendite und führt die Betriebsrente ad absurdum. Die „Verbeitragung“ geht übrigens auf eine Gesetzesänderung der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück. Der Frust unter den Betriebsrentner ist groß und hat schon zu Klagen geführt, die indes alle abgeschmettert wurde. Das zeigt, dass sich der Staat bei den Betriebsrentner bedient, wenn er Geld braucht. Auch für Pichler ist klar, dass „die Politik die Belastungen zumindest abmildern sollte – nur so findet die Betriebsrente mehr Anhänger“.


Übrigens: Einer Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge haben rund 265 000 zusätzliche Arbeitnehmer  seit vergangenem Jahr eine Altersversorgung über ihren Betrieb abgeschlossen. Insgesamt haben somit mehr als 15 Millionen Beschäftigte eine betriebliche Altersversorgung. Das heißt, nicht mal jeder Zweite hat eine betriebliche Altersvorsorge. Die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung summierten sich nach Berechnung des GDV im vorigen Jahr auf 19,1 Milliarden Euro.

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Kleine Leute büßen für Draghis Negativzins

Spätestens jetzt muss auch der Letzte begreifen, dass ihn die Negativzinspolitik des EZB-Chefs Mario Draghi sehr wohl angeht und den eigenen Geldbeutel belastet. Für Tagesgeld gibt’s schon lang nichts mehr – und jetzt erhöhen auch die ersten Banken ihre Gebühren. Die Postbank schafft ihr kostenloses Girokonto für Millionen Kunden ab, vor allem für solche, die eh schon wenig verdienen.

So viel vorweg, jetzt ins Detail: Die Tochter der Deutschen Bank, verlangt ab November von ihren Kunden, auf deren Konto monatlich weniger als 3000 Euro eingehen Gebühren. Ganz klar, die Postbank hat nichts zu verschenken – und wenn sie bei Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank, für ihre Einlagen bei der EZB Zinsen zahlen muss, dann bleibt ihr nichts Anderes übrig, als diese Kosten weiter zu reichen. Dummerweise trifft es wieder mal die Kleinen Leuten mit niedriger Rente oder niedrigen Einkommen. Bislang war die Kontoführung für sie kostenlos, wenn auf ihrem Konto pro Monat mindestens 1000 Euro eingingen, künftig müssen es 3000 Euro sein. Die wenigsten verdienen aber so viel oder bekommen so viel Rente.

Strafzinsen für Geld auf dem Girokonto

Bislang wurde Girokonten querfinanziert, angesichts von Negativzinsen funktioniert das nicht mehr – und deswegen erhöhen die Banken ihre Gebühren. Eigentlich müssten sie ihre Kunden direkt mit Negativzinsen belasten, wenn diese Geld auf ihrem Konto bunkern, aber das traut sich (fast) noch niemand. Die bayerische Raiffeisenbank in Gmund am Tegernsee verlangt von September an von Privatkunden mit großen Summen auf dem Girokonto Strafzinsen. Der Strafzins oder das „Verwahr-Entgelt“ (O-Ton Raiffeisenbank Gmund) 0,4 Prozent.

Zurück zur Postbank: 5,3 Millionen Deutsche haben ein Girokonto bei der Postbank. Das kostet ab November 3,90 Euro pro Monat. Bisher war die Kontoführung kostenlos, wenn darauf jeden Monat mindestens 1000 Euro eingingen. Ab November müssen pro Monat schon 3000 Euro eingehen, damit die Kontoführung weiter kostenlos ist. Wer sein Girokonto nur online nutzt, zahlt ab November 1,90 Euro.

Negativzins schlägt voll durch

Übrigens, schon bislang zahlten Geringverdiener: Bei eine Geldeingang von weniger als 1000 Euro zahlen Postbankkunden 5,90 Euro – sie zahlen dann künftig nur 3,90 Euro. Kunden, die jünger sind als 22 Jahre zahlen nichts.

Die Postbank ist nicht das erste Finanzinstitut, das seine Gebühren erhöht: Viele Sparkassen haben ihr Preismodell bereits zum Nachteil der Kunden verändert.

Über Wechsel der Bank nachdenken

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, über die Kosten der eigenen Bank nachzudenken und vielleicht nach Alternativen zu suchen. Die DKB beispielsweise wirbt immer noch mit einem kostenlosen Girokonto. Bei Vergleichsportalen wie check24 bekommen Wechselwillige einen Überblick.

Draghi verändert die Finanzlandschaft – und leider zu Ungunsten der Deutschen. Er ist seit 1. November 2011 Chef der EZB und wird es noch bis 2019 bleiben. Bis dahin fällt ihm sicher noch einiges, was vermutlich nicht gefallen wird.

Gebühren sind das eine, Negativzins das andere – Dutzende Sparkassen haben „FOCUS Online“ zufolge damit begonnen, Geschäftskunden Negativzinsen in Rechnung zu stellen.  FOCUS Online hat nachgefragt, wer wann wo Strafzinsen fürchten muss.

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Richtig Geld für den Ruhestand anlegen damit es bis ins hohe Alter reicht

Wie richtig Geld anlegen, damit es bis ins hohe Alter reicht? Diese Fragen stellen sich viele. Und die Frage wird immer drängender, denn die Bundesbürger leben so lange wie noch nie – das Durchschnittsalter deutscher Frauen betrug 2014 immerhin 81,4 Jahre, während Männer 74,7 Jahre alt wurden. Wer sein Geld falsch angelegt hat, gefährdet im Alter seine Existenz. Nicht selten müssen dann die eigenen Kinder für die alten Eltern einspringen, weil die Reserven nicht mehr reichen.

Durchschnittlicher Ruhestand –  20 Jahre

Seit den 1960er-Jahren verdoppelte sich die Lebenszeit nach Ende des Arbeitslebens: Früher betrug die Lebenszeit im Ruhestand nur zehn Jahre, heute durchschnittlich 20 Jahre – Tendenz steigend. Gleichzeitig ist aber auch das Zinsniveau gefallen. Mittlerweile liegt der Leitzins bei null und der Zins für die Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sogar bei minus 0,4 Prozent. Das dramatische Folgen für Geldanlagen von Senioren – und natürlich auch für die der aktiven Beschäftigten. Denn eines ist klar, allein auf die gesetzliche Rente kann sich heute keiner mehr verlassen – sie deckt nur noch etwa 50 Prozent des letzten Einkommens ab.

Doch mit einigen Änderungen lässt sich Geld sicher anlegen und bringt dennoch Ertrag. Noch immer setzen vor allem ältere Menschen auf das Tagesgeldkonto. Doch das ist nicht zeitgemäß, da es keine Zinsen auf das Ersparte gibt – und ohne entsprechende Rendite hat der Ruheständler auch keine Chance, im Alter seinen Wohlstand zu erhalten. Auch die zweite liebste Anlageform, die Lebensversicherung, bringt nicht mehr genügend Rendite.

Mehr Rendite durch smartes Anlegen

Geld anlegen auf intelligente Art, aber wie? Quelle:istockInzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Geld auch weit vor dem Ruhestand anzulegen. Vom klassischen Konto bis hin zu Anlagemöglichkeiten bei Banken, die das Geld nach ethisch ökologischen Kriterien verwalten, ist für jeden eine passende Variante dabei. Der Bundesverband deutscher Banken empfiehlt älteren Anlegern, die Zinsen zu vergleichen. Denn so ist die Geldanlage trotzdem sicher und die Rendite liegt über den derzeit üblichen mageren Zinsen. Wer sein Geld risikoreicher in Aktien investieren möchte, sollte die Faustformel „100 minus Lebensalter“ berücksichtigen. Das bedeutet bei einem 70-jährigen, dass dieser höchstens 30 Prozent seines Vermögens in Aktien anlegen sollte. Wer nicht selbst einzelne Aktien mühselig heraussuchen möchte, kann beispielsweise auch in einen Mischfonds oder in Indexfonds investieren. Indexfonds bilden einen Index wie den Dax nach. Die Kosten sind vergleichsweise niedrig, ferner kann ein Indexfonds jederzeit über die Börse ge- und verkauft werden.

Geld anlegen auf intelligente Art, aber wie? Quelle:istock

Der Zinseszins macht den Unterschied

Bei einem Rentner machen selbst kleine Differenzen im Zins einen großen Unterschied aus. So ist beispielsweise bei einem Vermögen von 50 000 Euro und einer Entnahme von 750 Euro monatlich das Guthaben bereits nach noch nicht einmal sechs Jahren aufgebraucht. Selbst wenn nur 500 Euro entnommen werden, reicht das Geld nur noch acht Jahre.

Tipp: 

Die Rendite kann anstatt mit Aktien auch mit langlaufendem Festgeld aufgepeppt werden. Je länger das Geld liegen gelassen wird, desto höher die Rendite. Solch gut verzinsten Festgeldkonten gibt es allerdings in der Regel ausschließlich bei Online-Banken.

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Fotos: ©istock




Milliardendefizit in Pensionskasse der Kirche

Was wie eine Satire klingt, ist bitterer Ernst – der katholischen Kirche geht offensichtlich das Geld für die Altersvorsorge ihrer Pensionäre aus. Die Pensionskasse weist ein Milliardendefizit aus. Der Grund: Zum einen treten immer mehr aus der Kirche aus, weswegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer schrumpfen, zum anderen verdient die Kirche immer weniger mit ihrem Kapitalstock wegen der Negativzinsen.

Der „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) zufolge drohen der katholischen Kirche „große finanzielle Verwerfungen“. Der Pensionskasse der Diözesen fehlen danach 5,5 Milliarden Euro. „Im schlimmsten Fall käme es zur Zahlungsunfähigkeit einzelner Bistümer“, so das Blatt. Ja, die Zinspolitik von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) bleibt eben nicht ohne Folgen für die Altersvorsorge aller – für Pensionskassen, Lebensversicherungen, Krankenkassen, sprich alle Institutionen, die auf Zins angewiesen sind. Den Zins abzuschaffen, hat gravierende Folgen – und die bekommt jetzt auch die katholische Kirche zu spüren.

Es trifft vor allem Kindergärtnerinnen

Wobei es gar nicht so sehr Pfarrer, Kaplane, Domkapitulare und Generalvikare trifft, denn sie sind ja Beamte, sondern Kindergärtnerinnen bei der Caritas und Sozialarbeiter in den Gemeinden, die bei der Kirche angestellt sind. Insgesamt beschäftigt die katholische Kirche rund 650 000 Menschen. Die beiden Kirchen, katholische und evangelische, sind hierzulande immerhin der zweitgrößte Arbeitgeber.

Insofern geht es nicht um Kleinigkeiten. Die „Kirchliche Zusatzversorgungskasse“ (KZVK) des katholischen Verbands der Diözesen Deutschlands sei mit 1,1 Millionen Versicherten und 150 000 Rentenempfängern einer der größten nichtstaatlichen Altersversorgungseinrichtungen in Deutschland, schreibt die „FAZ“ – und sie sei ein Sanierungsfall. Denn im vergangenen Herbst ergab die Bilanz, dass „die 2014 vorgenommene Neubewertung der bestehenden Verpflichtungen der Kasse zu einer Deckungslücke von 5,5 Milliarden Euro führte“, wie die KZVK auf ihrer eigenen Internet-Seite schreibt. Es sei aber mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass die Kasse über Jahrzehnte hinweg kein Problem habe, ihren Rentenzahlungsverpflichtungen nachzukommen. „Die jährlichen Beitragseinnahmen übersteigen die Aufwendungen für Versicherungsfälle deutlich“, so die KZVK weiter. Die Auszahlung von Renten sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Beiträge steigen deutlich

Auch wen die KZVK abwiegelt, die Arbeitgeber der kirchlichen Angestellten werden wohl künftig mehr zahlen müssen für ihre Beschäftigten – und genau das ist das Problem. Ein erheblicher Anstieg der Beiträge der Arbeitgeber sei bereits beschlossen, so die „FAZ“. „ Sollte es in den kommenden Jahren nicht gelingen, die Deckungslücken zu schließen, drohen der katholischen Kirche finanzielle Verwerfungen bis hin zur Zahlungsunfähigkeit ganzer Bistümer“, schreibt das Blatt weiter. Und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ weiß es noch etwas genauer: Die 15 800 Betriebe „führten in der Vergangenheit vier Prozent des Bruttolohns ihrer Mitarbeiter an die KZVK ab; schon 2011 wurde der Beitrag auf 4,8 Prozent angehoben und soll nun bis 2024 stufenweise bis auf 7,1 Prozent steigen“. Das sind annähernd 48 Prozentpunkte – ein Mehraufwand in personalintensiven Betrieben, an dem sie schwer zu kauen haben.

Kirchenaustritte um 21 Prozent gestiegen

Ganz abgesehen davon, dass es ja in den kommenden Jahren nicht besser wird, denn die Kirchenaustritte steigen. Der Deutschen Bischofskonferenz zufolge ist die Zahl der Kirchenaustritte von 2013 bis 2014 von 178 805 auf 217 716 gestiegen – ein Plus von 21,8 Prozent. Anders ausgedrückt, 38 911 deutsche Katholiken zahlen seit dem keine Kirchensteuer mehr.

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