Pflege daheim: Caren Miosga zeigt das verdrängte Leiden

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Rund 10 Millionen Angehörige pflegen zu Hause – oft bis zur Erschöpfung. Eine neue ARD-Doku von Caren Miosga beleuchtet die Notlage und fordert Hilfe.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leisten tagtäglich Unschätzbares: Sie pflegen ihre Partner, Eltern oder Verwandten in den eigenen vier Wänden. Etwa 85 Prozent aller Pflegefälle werden zu Hause betreut. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz würde das deutsche Pflegesystem von heute auf morgen kollabieren, denn Heimplätze und ambulante Dienste fehlen an allen Ecken und Enden.

Doch zu welchem Preis? Viele pflegende Angehörige leisten bis zu 49 Stunden Betreuungsarbeit pro Woche – oft ohne Pausen, Urlaub oder externe Entlastung.

Persönliche Einblicke und emotionale Grenzen

Eine neue ARD-Reportage rückt dieses oft verdrängte Problem nun in das Rampenlicht. In der Dokumentation „Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“ geht Journalistin Caren Miosga der Frage nach, wie es den Menschen geht, die im Hintergrund die Hauptlast tragen.

Caren Miosga kennt die Herausforderung aus eigener Erfahrung: Ihr Vater stieß bei der Betreuung der erkrankten Mutter an seine körperlichen und seelischen Grenzen. Neben Miosga kommen in der Reportage weitere Betroffene zu Wort, die offen über ihre Ängste sprechen – etwa über die Verzweiflung, die Aufgabe irgendwann nicht mehr stemmen zu können.

Gesellschaftliche Debatte dringend nötig

Der Film zeigt eine tiefe Hingabe innerhalb der Familien, macht aber gleichzeitig klar: Die öffentliche Aufmerksamkeit darf sich nicht nur auf die Pflegebedürftigen richten, sondern muss auch die Pflegenden schützen. Vor einer anstehenden Pflegereform stellt die Reportage eine fundamentale Frage an uns alle: Wie wollen wir als Gesellschaft in Zukunft mit pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien umgehen?

TV-Tipp & Mediathek

  • Online schauen: Die 45-minütige Dokumentation steht ab sofort in der ARD-Mediathek bereit.

  • Im TV: Am Montag, 26. Oktober, um 20:15 Uhr im Ersten.

Wichtige Anlaufstellen & Hilfe für Betroffene

Wenn Sie selbst Angehörige pflegen und Unterstützung oder einfach ein offenes Ohr benötigen:

  • Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums: Kostenlose & anonyme Beratung unter 030 2017 9131 (Mo–Do: 9–18 Uhr).

  • Telefonseelsorge (bei akuten Krisen): Rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

  • Pflegestützpunkte vor Ort: Informieren Sie sich bei den kommunalen Pflegestützpunkten Ihrer Region über Entlastungsleistungen und Pflegegrade.

  • Online-Beratung: Digitale Hilfsangebote bietet unter anderem das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).

Bild: NDR/Philipp Rathmer

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Helmut Achatz

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