Auto selbst reparieren und Geld sparen

Für Rentner gehört das eigene Fahrzeug einfach zum Alltag – als Garantie für Mobilität. Wer als Rentner sparen muss, setzt am besten beim Auto an. Warum nicht bei der Reparatur sparen und selbst reparieren. Was geht und was nicht?

In der Stadt ist ein Auto vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber auf dem Land. Wer mobil sein will kommt ohne kaum aus. Wer nur eine kleine Rente hat, für den wird ein Auto allerdings wegen hoher Spritpreise, Versicherungs- und Reparaturkosten fast schon zum Luxus – eine Zwickmühle. Wie lässt sich dieser Zwiespalt auflösen? Wie wäre es denn mit Selbermachen? Damit lässt sich Geld sparen.

Reparieren leicht gemacht

Der Luftfilter setzt sich zu, der Auspuff rostet, der Ölwechsel steht an und die Reifen sind abgefahren. Wer nur ein bisschen handwerkliches Geschick hat, kann das mit ein wenig Erfahrung und mit dem passenden Werkzeug leicht selbst reparieren und die defekten Teile gegen neue auswechseln. Das spart Geld.

Ölwechsel für kleines Geld

Eine der wichtigsten Wartungsarbeiten, die sich für kleines Geld auch problemlos selbst machen lassen, ist der Ölwechsel – fällig in der Regel alle 15 000 Kilometer oder einmal im Jahr. Dafür braucht es eigentlich nur eine Hebebühne oder eine Auffahrhilfe, so dass der Do-it-your-selfer den Ölfilter und die Ölablassschraube leichter entfernen und den Auffangbehälter für das Altöl platzieren kann. Vorher sollte noch der Deckel am Öleinfüllstutzen, durch den das neue Öl später eingefüllt wird, abgeschraubt werden. So fließt das alte Öl – am besten betriebswarm (Vorsicht vor Verbrennungen!) – besser ab. Nach dem Aufbocken des Fahrzeuges Ölablassschraube lösen und das Altöl in einem geeigneten Behälterauffangen. Nach dem Ablassen, die Schraube wieder fest verschließen, den neue Ölfilter einsetzen und schon kann das neue Öl eingefüllt werden. Das Altöl kann bei dem Händler, bei dem das neue Motoröl gekauft wurde, auch wieder zurückgegeben werden.

Luftfilterwechsel schnell erledigt

Ein weiteres Verschleißteil am Auto, das immer wieder in regelmäßigen Abständen gewechselt werden muss, ist der Luftfilter. Der sitzt im Luftfilterkasten und ist somit bei den meisten Autos gut zu erreichen. Für einen Luftfilterwechsel reicht meist handelsübliches Werkzeug. Das meist mit vielen Falten versehene, spezielle Filterpapier muss von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Dabei sollte auch gleich der Luftfilterkasten mit gereinigt werden, denn darin setzt sich öfter mal Schmutz ab. Meist ist der je nach Modell zwischen 20 und 100 Euro teure Luftfilter in weniger als 20 Minuten auch von Laien zu wechseln. Der Autobesitzer spart sich das Geld für den Werkstattbesuch.

Auspuffwechsel kein Problem

Einfacher wird es beim Auspuffwechsel. Auch beim Wechsel vom Endschalldämpfer lässt sich bares Geld sparen. Das Fahrzeug muss nur rückwärts auf zwei Auffahrrampen gefahren werden, die Schelle zwischen dem Mittelschalldämpfer und dem Endschalldämpfer (Vorsicht – heiß!) wird gelöst und schon kann der alte Auspuff samt Aufhängungsgummis abgezogen werden. Dann neue Gummis am neuen Auspuff montieren, alles wieder einfädeln und die Halterungsschelle wieder fest anziehen.

Reifenwechsel als Standard-Spar-Modell

Wer richtig Geld sparen will oder muss, lagert seine Reifen am besten in der eigenen Garage – hängend oder auf einem sogenannten Reifenbaum, denn die Werkstatt verlangt natürlich Geld fürs Einlagern von Reifen. Mit ein bisschen Hilfe ist auch der Wechsel kein Problem. Dafür braucht es einen Wagenheber: Fahrzeug aufbocken, Radbolzen oder -muttern lösen, alte Reifen samt Felgen abbauen und Saisonreifen aufziehen. Wichtig ist, dass die Reifen ab und an zum Auswuchten gebracht werden.

Batteriewechsel – Job für Sparfüchse

Auch moderne Autobatterien halten nicht ewig – nach fünf bis sieben Jahren muss eine neue Starterbatterie her. Für einen Wechsel muss das Fahrzeug zunächst abgestellt werden und alle Verbraucher am Auto sollten abgeschaltet sein. Dann zuerst das schwarze Kabel am Minuspol entfernen, in einem zweiten Schritt das rote Kabel am Pluspol. Sind beide Kabel abmontiert, so kann die Halterung der Batterie an der Karosserie abgeschraubt werden und der alte Akku wird aus dem Auto herausgehoben. Nach dem Einsetzen und Festschrauben der neuen Autobatterie wird das rote Kabel am Pluspol zuerst befestigt, ehe dann das schwarze Kabel am Minuspol folgt.  Wer Korrosion an den Batterie-Polen verhindern will, reibt diese vorher noch mit säurefreiem Fett ein.

Auch Arbeiten wie der Glühbirnenwechsel oder der Wechsel der Wischerblätter müssen nicht in einer teuren Werkstatt erfolgen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, dem passenden Werkzeug und etwas Erfahrung schaffen das viele auch selbst.




Lebensversicherungen sind nichts für die Altersvorsorge

Unbewusst haben wir’s ja alle gewusst, dass Lebensversicherungen nicht für die Altersvorsorge taugen. Der Bund der Versicherten (BdV) hat es auf den Punkt gebracht: Viele, wenn nicht sogar die meisten kündigen ihre Versicherung – mit Recht, denn die Nachteile überwiegen.

„Kündigungen von Lebensversicherungen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme“, hat der BdV hochgerechnet und bezieht sich dabei auf die Statistik der Versicherer.  Die vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) veröffentlichten Stornoquote liegt bei 2,6 Prozent. Hochgerechnet auf eine Laufzeit von 28 Jahren und länger kommt da einiges zusammen. Deshalb seien Leben-Policen ungeeignet zur Altersvorsorge, meint BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

20 Prozent Abzug bei Lebensversicherungen

Der BdV schätzt, dass „wenn heute hundert Männer im Alter von 20 Jahren einen Vertrag bei einem Lebensversicherer zur Altersvorsorge abschließen, nur noch durchschnittlich 27 diesen Vertrag bei Rentenbeginn haben; drei werden verstorben sein und 70 werden den Vertrag zwischenzeitlich gekündigt haben“.

Wenn sich jetzt noch herumspricht, dass bei Auszahlung der Lebensversicherung annähernd 20 Prozent flöten gehen, dann lohnt sie sich überhaupt nicht mehr – und noch mehr kündigen oder lassen ihre Versicherung ruhen. Denn, für Kapitallebensversicherungen, die im beruflichen Umfeld abgeschlossen werden, müssen gesetzlich Krankenkassenversicherte doppelte Beiträge zahlen, was sich einschließlich Zusatz- und Pflegebeitrag auf mehr als 18 Prozent addiert. Eine Kapitallebensversicherung kann sich angesichts dieser hohen Abgabenquote nicht rentieren.

Negativzins ruiniert jede Rendite

Wegen des anhaltenden Negativzins verdienen die Versicherer immer weniger und haben die Überschussbeteiligung von Kapitallebensversicherungen meistens schon auf null abgeschmolzen. Einige Versicherungskonzerne wollen ihre Kunden mit einer Kapitallebensversicherung am liebsten ganz loswerden. Einige haben den Kundenstamm ja bereits in Run-off-Gesellschaften ausgelagert.

Diese Aktionen fördern nicht gerade das Vertrauen in eine Kapitallebensversicherung. Der BdV sieht darin gar die „Verwahrlosung der Lebensversicherungsbranche“, wie das „Versicherungsjournal“ schreibt. Versicherte würden nicht mehr als Vertragspartner gesehen, sondern zur Ware degradiert. Fakt ist, dass Lebensversicherungen kompliziert und intransparent seien, wie die „Nordwest Zeitung“ schreibt. Viele Kunden seien enttäuscht, wenn sie ihre Schlussabrechnung in Händen halten, weil es weniger ist als erwartet.

Versicherer verschaukeln Verbraucher

Die Branche wehrt sich natürlich gegen Attacke aus dem Verbraucherschutzlager. Der Branchenverband GDV wies laut „Versicherungsjournal“ die BdV-Behauptungen als „falsch“ zurück. Dabei werde unterstellt, dass die Stornoquote für jedes Jahr – unabhängig von der Laufzeit – identisch sei. Dabei zeige die Statistik, dass es mehr frühes als spätes Storno gebe. Hauptgründe für Storno seien Scheidung, Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Die niedrige Stornoquote unterstreiche das Vertrauen der Kunden in die Lebensversicherung.

Doppelverbeitragung – wie bitte?

Wenn denn die Kundenfreundlichkeit der Versicherer so groß wäre, könnten sie ihre Kunden ja schon bei Vertragsabschluss über die Doppelverbeitragung zu Beginn der Rente aufklären. Mal ehrlich, wer wurde darüber aufgeklärt? Ich kennen keinen Fall, in dem der Versicherer seine Kunden über den annähernd 20-prozentige Verlust zu Beginn der Bezugsphase aufklärt. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Obwohl der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) seit Jahren aufklärt und gegen diese Enteignung protestiert, gibt es immer noch viele mit Kapitallebensversicherung, die nicht wissen, was am Ende an Belastungen auf sie zukommt – sie sind dann bass erstaunt, dass ihnen fast ein Fünftel der Auszahlung von den Krankenkassen wieder abgeknöpft wird. Sie sollten erst einmal widersprechen.




Zum 1. März wird die Mütterrente ausbezahlt

Die SPD hat das Rentenpaket mit heißer Nadel gestrickt, dabei vergaß sie, dass die Rentenkasse etwas Zeit braucht, sich drauf einzustellen. Die Mütterrente II wird für Bestandsrentnerinnen erst jetzt zum 1. März rückwirkend ausgezahlt, aber auch nicht für alle auf einmal, sondern sukzessiv, das heißt, das kann sich bis Sommer hinziehen.

Die Mütterrente ist mehrmals geändert worden: Seit 2014 gab es für die vor 1992 geborenen Kinder erst einmal ein zweites Erziehungsjahr, seit Januar 2019 bekommen die annähernd zehn Millionen Mütter und Väter einen weiteren Zuschlag in Höhe eines halben Entgeltpunktes. Ursprünglich wollte die CSU jedem Kind drei Rentenpunkten zugestehen, es sind dann aber doch nur zweieinhalb geworden für die vor 1992 geborenen Kinder. Zur Erinnerung: Dagegen war vor allem die vermeintlich ach so gerechtigkeitsliebende SPD.

Wie viel bekommen Mütter mehr?

Dank der Rentenreform bekommen Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, einen halben Rentenpunkt mehr erhalten. Das heißt, sie bekommen seit 1. Januar 2019 insgesamt zweieinhalb (2,5) Rentenpunkte pro Kind. Weil sich die Regierung so spät und nach viel Hickhack erst darauf geeinigt hatte, konnte das Geld nicht schon ab Januar für Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kinder ausbezahlt werden. Neu-Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern allerdings bekommen die erhöhte Mütterrente bereits seit Anfang 2019.

Pro Kind und Monat gibt es im Osten 15,35 Euro, im Westen 16,02 Euro mehr. Das bedeutet, dass West-Rentnerinnen zum 1. März rückwirkend für Januar und Februar 32,04 Euro ausbezahlt bekommen, Ost-Rentnerinnen 30,70 Euro. Insgesamt erhalten betroffene Rentnerinnen im Westen 192,24 Euro mehr, im Osten 184,20 Euro.

Verzögerung bei Mütterrente II

Die Verzögerung gab’s nur für Bestandsrentnerinnen, für alle Mütter (und Väter), die ab Januar 2019 in Rente gehen, ist alles paletti. Sie profitieren sofort von der Mütterrente II. Die Bestandsrentnerinnen müsse jedoch gedulden. Wie die „Deutsche Handwerks Zeitung“ schreibt, wird „die Reform im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt werden – hier gibt es Nachzahlungen rückwirkend ab Januar 2019.“ Genau diese zeitversetzte und rückwirkende Auszahlung beginne nun im März 2019. So werde die Mütterrente II ab März sukzessive auch an die Bezugsberechtigten ausgezahlt, die bereits im Ruhestand sind. Bis alle umgestellt sind, könne es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung allerdings bis zum Sommer dauern.

Abgaben auf die Mütterrente

Rentnerinnen sollten sich aber nicht zu früh freuen, denn auf die Mütterrente fallen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern an. Ferner wird die höhere Mütterrente auf die Grundsicherung angerechnet. Der Sozialverband VdK fordert einen Freibetrag für Leistungen der gesetzlichen Rente auf die Grundsicherung.

Antrag, um Mütterrente zu bekommen?

Rentnerinnen müssen die höhere Mütterrente nicht beantragen. Das gilt sowohl für Bestandsrentnerinnen wie Neurentnerinnen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Betriebsrenten sind ein Minus-Geschäft

Das „größte Versorgungswerk“ (O-Ton IG Metall) Deutschlands lässt seine Betriebsrentner im Regen stehen und sagt nur im Kleingedruckten, was sie zu Beginn der Rente erwartet: staatliche Abzocke. Staat und Krankenkassen schöpfen die gesamte Rendite ab, so dass aus Betriebsrenten ein Minus-Geschäft wird. Die Metallrente dürfte keine Ausnahme darstellen.

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, das Anfang 2018 in Kraft trat, hätte eigentlich alles besser werden können. Die große Koalition hat aber einen entscheidenden Webfehler bei Betriebsrenten nicht behoben: den doppelten Krankenkassenbeitrag, der bei Rentenbeginn von den Betriebsrenten abgezweigt wird. Immerhin geht es da um weit mehr als 18 Prozent, die von den Betriebsrentner zehn Jahre lang an die Krankenkassen gezahlt werden müssen.

Betriebsrenten sind beitragspflichtig

Wer als Metaller beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert ist und eine Metallrente abgeschlossen hat, muss von 100 000 Euro Betriebsrente  (als einmalige Auszahlung) 18,35 Prozent (7,3 % Arbeitnehmer-, 7,3% Arbeitgeberanteil, 0,7% Zusatzbeitrag, 3,05% Pflegebeitrag) an die TK zahlen – und das über zehn Jahre lang, also 120 Monate. Von den 100 000 Euro bleiben einem Metaller somit nur noch 81 650 Euro übrig. Dafür zahlt der Metaller in der Rente jeden Monat 152,92 Euro an die TK. Die Rechnung ist ganz einfach:

100 000 Euro ./. 120 (Monate) = 833,33 Euro (fiktive Betriebsrente),
-18 350 Euro  (18,35 % = 152,92 Euro)
—————————————————
81 650 Euro nach Abzug von Krankenversicherung
152,92 Euro monatlich

Der Metaller zahlt also den Betrag für ein Mittelklasseauto im Laufe seiner Rente an die TK. Dass von Rendite bei einem derartigen Modell nichts mehr übrigbleibt, verschweigt die IG Metall bei ihrer Metallrente geflissentlich. Würde sie das in die Werbung erwähnen, könnte sie ihre Metallrente gleich vergessen. Allein schon deswegen müsste sie sich der Initiative des Direktversicherungsgeschädigten e.V. anschließen und alles daran setzen, diese Abzocke zu beseitigen. Bislang ist aber von der IG Metall wenig zu hören, verständlich will sie doch ihre Metallrente verkaufen, trotz Webfehler.

Die Metallrente wurde übrigens 2001 gemeinsam von Gesamtmetall und IG Metall in die Welt aus der Taufe gehoben. Seitdem werden Betriebsräte regelmäßig angehalten, Werbung für die betriebliche Altersversorgung zu machen und dabei auf die Metallrente zu verweisen.

Erst das Kleingedruckte lesen

Lediglich im Kleingedruckten, sprich bei den FAQs (ganz nach unten scrollen), geht die IG Metall auf den Doppelbeitrag in die Krankenversicherung ein – und schreibt „Wenn Sie Ihre Beiträge für die Betriebsrente steuer- und sozialversicherungsfrei aus Ihrem Bruttoeinkommen bezahlt haben, müssen Sie als gesetzlich Krankenversicherter Beiträge in voller Höhe leisten; dies gilt aber nur, wenn Ihre Betriebsrentenansprüche monatlich die Geringfügigkeitsgrenze übersteigen (2019: 152,52 Euro monatlich); das gilt auch, wenn Sie sich für eine Kapitalauszahlung entschieden haben“. Das heißt, nur wer weniger als 18 302,40 Euro Rente im Laufe seines Lebens angespart hat, entgeht dem Zugriff der Krankenversicherung. Was dabei aber nicht vergessen werden darf, zu den Versicherungsbezügen werden auch andere Einkünfte wie aus freiberuflicher Tätigkeit hinzugezählt. Wer sich also in der Rente noch nebenbei etwas hinzuverdient, kommt locker über die 152,52 Euro und zahlt auch dann. Der Gesetzgeber hat sich große Mühe gegeben, möglichst viele zu schröpfen.

Weniger gesetzliche Rente

Damit nicht genug, die Metallrente mindert natürlich auch die gesetzliche Rente, weil ja „Teile des Gehalts für den Aufbau einer Betriebsrente verwenden werden, ohne dass dafür Sozialabgaben gezahlt werden“, so steht’s in den FAQs drin. Das gilt natürlich auch für Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld sowie den Anspruch auf Krankengeld.

Ach ja, noch was – eine Betriebsrente wird natürlich teilweise auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet. Das heißt, wer im Alter zu wenig gesetzliche Rente hat und auf Grundsicherung angewiesen sein sollte, muss sich seine Metallrente anrechnen lassen. Der Grundfreibetrag liegt bei 100 Euro monatlich, darüber hinaus bleiben 30 Prozent der monatlichen Betriebsrentenzahlung anrechnungsfrei bis zu einem maximalen Gesamtfreibetrag von rund 200 Euro pro Monat (2019: 212 Euro). Wer also 100 000 Euro ausbezahlt bekommt, ist ebenfalls der Dumme. Neben dem doppelten Krankenkassenbeitrag muss der Metallrentner ja auch noch Steuern zahlen. Die IG Metall wiegelt ab, der individuelle Steuersatz als Rentner sei wahrscheinlich geringer als im aktiven Erwerbsleben. Also, von der Metallrente gehen Steuern und doppelte Krankenkassenbeiträge weg, ferner reduziert sich die gesetzliche Rente.

Merkel zementiert Abzocke

merkel-spahn

Merkel will Gesundheitsminister Jens Spahn eins auswischen

 

Was bringt der Metallrente-Fonds?

So weit, so schlecht – aber wie sieht es mit der Renditen der Metallrente vor Abzug der ganzen Beiträge und Steuern aus. Wie gut wirtschaftet die Allianz, die im Auftrag der IG Metall die Gelder der Metaller anlegt? Es lohnt sich, die Fact Sheets genau zu lesen. Im Dezember 2018 hat die Metallrente „Dynamik“  ein Minus von 5,2 Prozent gemacht, bezogen auf des ganze vergangenen Jahr waren es minus 6,1 Prozent, bezogen auf drei Jahre plus 3,3 Prozent per anno, seit Auflage des Fonds am 28. Februar 2003 weist der Fonds eine jährliche Rendite von 5,2 Prozent aus. Da sind die Kosten von 0,94 Prozent bereits abgezogen. Bei den anderen Formen sieht es leider nicht ganz so gut aus mit der Rendite. Die „Balance“-Variante bringt es auf eine Rendite seit Auflage von 3,8 Prozent und die „Sicherheit“-Variante auf 3,1 Prozent. Damit schlägt Allianz zumindest die Inflation, die im Schnitt bei zwei Prozent liegt.

Klingt per se nicht schlecht, wer allerdings den Metallrente-Fonds mit dem Flossbach von Storch Multiple Opportunities vergleicht, muss zwangsläufig ins Grübeln kommen. Der Flossbach von Storch ist binnen zehn Jahren um 175 Prozent gestiegen, der Metallrente-Fonds „nur“ um 125 Prozent, dabei weist der Flossbach von Storch wesentlich kleinere Kursschwankungen aus als der Metallrente-Fonds.

Metallrente-Fonds versus Flossbach von Storch

Metallrente

Der Metallrente-Fonds schneidet deutlich schlechter ab als der Flossbach von Storch

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Ist die Riester-Rente so sicher wie die gesetzliche Rente?

„Die Rente ist sicher“, propagierte einst Norbert Blüm. Aber eben nicht in der Höhe, vergaß er zu sagen. Das ist das Problem. Was für die gesetzliche Rente gilt, gilt auch für die Riester-Rente. Sie kann die Versorgungslücke nicht schließen, wofür sie ursprünglich gedacht war.

„Das Kopfkissen – die bessere Riester-Rente?“, behauptet der Bund der Versicherten und provoziert damit die Versicherungsbranche. Wer hat Recht? Der Bund der Versicherten (BdV) hat in einer Studie ermittelt, „dass die Versicherungsunternehmen strukturell nicht in der Lage sind, erfolgreich mit den ihnen anvertrauten Werten zu arbeiten“. Das lasse sich sowohl auf hohe Kosten in der Ansparphase zurückführen, wie auch auf überzogene Annahmen zur Lebenserwartung, die die Rentenhöhe – und damit auch die Rendite – mindere, so die Studie des BdV.

Nur noch 0,9 Prozent Zins

Die Studie des BdV bezieht sich auf Riester-Rentenversicherungen, die mindestens den sogenannten Höchstrechnungszins abwerfen sollen. Der Höchstrechnungszins ist seit 1997 von vier Prozent auf mittlerweile 0,9 Prozent  gesunken, entsprechend niedrig fallen die Riester-Renten aus. Wer beispielsweise 20 Jahre lang monatlich 85 Euro eingezahlt hat und die 175 Euro Grundzulage mitgenommen hat, bekommt laut Stiftung Warentest bei der Allianz 77 Euro Riester-Rente ausgezahlt, bei DEVK nur 74 Euro, bei der R+V AG 77 Euro – nicht gerade üppig. Die Versicherungen versprechen zwar Überschussbeteiligungen, nur wer bereits Erfahrungen mit Versicherungen gemacht hat, weiß, dass die Überschussbeteiligungen im Lauf der Jahre teilweise bis auf null Euro abgeschmolzen wurden. Wie sollen die Konzerne auch Überschüsse angesichts der jahrelangen Nullzinsphase erwirtschaften – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) unmissverständlich der ganze Welt mitteilte.

Wie die Überschüsse zusammenschmelzen

Der BdV hat also Recht, wenn er nur mit dem rechnet, was die Versicherer auf alle Fälle zahlen müssen. Aber selbst, wenn ein paar Euro Überschuss herausspringen, macht es das kaum besser. Der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV) lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und hält dagegen. Von Negativrenditen könne keine Rede sein, nach Steuern seien mit Riester-Renten Renditen zwischen drei und vier Prozent zu erzielen. „Das ist reine Polemik“, so der GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Der BdV kalkuliere mit viel zu niedrigen Lebenserwartungen und gehe von einem „unrealistischen Worst-Case-Szenario“ aus. Den schlimmsten Fall gibt es offensichtlich bei Versicherern nicht. Die Realität sieht leider anders aus, wie viele Kunden von Versicherungsunternehmen sicher bestätigen können.

Werden Männer 93 Jahre alt?

Was die Lebenserwartung betrifft, so nimmt der BdV die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, während die Versicherungsbranche ihre eigenen Zahlen hat. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) geht von einer Lebenserwartung bei Männern von 92,7 Jahren aus, das Statistisches Bundesamt von 78,7 Jahren – macht einen Unterschied von 14 Jahren. Aber wie viele Männer werden schon annähernd 93 Jahre alt? Die Rechnung gilt übrigens für heute 40jährige, heute 60Jährige hätte laut DAV noch 34 Jahre vor sich, dem Statistischen Bundesamt nur noch 21 Jahre. Der GDV meint, dass ein Viertel der 2009 geborenen Jungen und 38 Prozent der Mädchen voraussichtlich mindestens 95 Jahre alt werden. Umgekehrt sterben aber drei Viertel schon früher.

Klar, wenn die Auszahlung auf so viele Jahre gestreckt wird, sind viele bereits gestorben und beziehen damit auch keine Riester-Rente mehr. Deswegen gibt’s monatlich auch weniger, als wenn die Zahlen des Statistischen Bundesamts genommen würden. Der BdV prangert genau diese zu vorsichtig kalkulierten Lebenserwartungen an.

Riester-Rente nur für Methusaleme

Aber zurück zur BdV-Studie: Der BdV hat durchgerechnet, was wäre wenn jemand jeden Monat 85 Euro einzahlt – plus Grundzulage von jährlich 175 Euro und es unters Kopfkissen legt. Es würde sich ein Betrag von 20 400 Euro plus 3500 Euro Zulage, sprich insgesamt 23 900 Euro ansammeln. Der Sparer könnte sich davon 20 Jahre lang jeden Monat 99 Euro auszahlen und es wären immer noch einige Hunderte übrig. Wenn er sich „nur“ 77 Euro auszahlt, wie bei der Allianz beispielsweise, würde das Geld unterm Kopfkissen 25 Jahre reichen. Da Männer im Schnitt laut Statistischem Bundesamt nur eine Lebenserwartung von 78,4 Jahren haben, würde der Unterm-Kopfkissen-Sparer also deutlich besser abschneiden, denn er hat ab 65 nur noch 13,4 Jahre zu leben. Das heißt, er könnte sich sogar 150 Euro auszahlen. Klingt makaber, aber ist nur ein Rechenexempel. Nur so viel, mit den 77 Euro monatlicher Riester-Renter muss ein Sparer schon sehr alt werden, dass sich Riester für ihn gelohnt hat.

Riester-Rente ist ein Draufzahl-Geschäft

Der BdV hat nicht viel anders gerechnet – und kommt bei den üblichen Riester-Angeboten auf erzielbare Renditen (plus Staatszuschuss) von minus 2,9 Prozent bis minus 0,3 Prozent – also ein Draufzahlgeschäft. Die Versicherer kalkulieren einfach mit viel zu hohen Lebenserwartungen.

Übrigens, wenn die betriebliche Riester-Rente nicht von der Doppelverbeitragung durch die Krankenversicherung befreit worden wäre, sähe es sogar mit den Verlusten noch viel schlimmer aus. Denn bis 2018 wurde Riester noch doppelt verbeitragt, wie andere Betriebsrenten heute leider immer noch. Außerdem wurde sie bis dahin auf die Grundsicherung angerechnet. Beides hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz zumindest für Riester verbessert, nicht aber für andere Betriebsrenten.

 




Grundrente soll 2021 statt 2019 kommen – was ist das?

Mit der für 2019 angekündigten Grundrente wird es vorerst nicht. Aber, aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Geplante Einführung ist auf 2021 verschoben. Was hat es mit der Grundrente auf sich? Wer soll davon profitieren?

„Wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss im Alter mehr haben als jemand, der nie gearbeitet hat“, sagte Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales Ende Dezember 2018. Das soll die Grundrente garantieren – eine Rente, die die Lebensleistung würdige und die zehn Prozent über der Grundsicherung im Alter liege. Das soll für alle gelten, die 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, so sein Plan.

Geplant war die Einführung noch 2019, davon hat sich Heil wohl verabschiedet und laut „Welt“ angekündigt, die Grundrente solle spätestens zum 1. Januar 2021 in Kraft treten „und drei bis vier Millionen Menschen erreichen“. Anders als bei der Reform der Erwerbsminderungsrente soll die Grundrente rückwirkend eingeführt werden und auch für alle bisherigen Rentner gelten. Er schätzt „Welt“ zufolge, dass zu 75 Prozent Frauen von der neuen Grundrente profitieren werden.

Was ist Grundrente?

Wie soll das funktionieren? Laut Heil prüft die Rentenversicherung dann bei jedem Versicherten automatisch, ob er Anspruch auf Grundrente hat. Dafür wird „Bild am Sonntag“ zufolge die Summe der gesammelten Rentenpunkte durch die Versicherungsjahre geteilt. Kommt ein Versicherter im Jahresdurchschnitt auf weniger als 0,8 Punkte, wird er automatisch hochgewertet. Eine Bedürftigkeitsprüfung werde es nicht geben, so Heil.

Grundrente soll kommen

Das Ganz soll jährlich „Bild am Sonntag“ zufolge einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten und aus Steuermitteln finanziert werden.

Was macht die Rentenkommission?

Apropos neue Rente, wäre das nicht eigentlich Aufgabe der Rentenkommission, die Hubertus Heil im Mai 2018 vorgestellt hat? Was macht die? Seit 5. September 2018 Däumchen drehen, das war das Datum, an dem die Rentenkommission die letzte Meldung eingestellt hat. Also nichts außer Spiegelfechterei.

Mit seinem Vorstoß führt Heil das Äquivalenzprinzip ad absurdum. Die von Heil geplante Grundrente „würde die steuerfinanzierte Sozialhilfe und die beitragsfinanzierte Rente vermischen und die Unterschiede nivellieren“, schreibt Professor Franz Ruland ins einem Vortrag über die Bedeutung des Äquivalenzprinzips schon 2013. Damit gefährdet Heil die Glaubwürdigkeit der gesetzlichen Rente – wäre ja nicht das erste Mal.

Verschiebebahnhof für Milliarden

Weil Hubertus Heil wegen der geplanten Grundrente natürlich mehr Geld braucht, lehnt er laut „Focus“ die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab, die doppelten Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten über Steuermittel abzubauen. Die Betriebsrentner füttern also weiter die Krankenkassen, damit die im Überfluss schwimmen. Mit diesem Vorstoß ruiniert Heil das letzte Vertrauen von Millionen Betriebsrentner, die zehn Jahre lang annähernd ein Fünftel ihrer Betriebsrenten an die Krankenkassen zahlen müssen. Das heißt, Betriebsrenten bleiben ein Minus-Geschäft. Die Rentenpolitik der Groko wird immer noch verworrener und gleicht einem Flickenteppich mit überbordender Bürokratie.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Ost-Berliner bekommen die höchsten Renten

Erstaunlich, aber der Deutschen Rentenversicherung zufolge bekommen Ost-Berliner mit 1268 Euro in Deutschland die höchste Rente. Auf Platz zwei liegen die Saarländer. Der Abstand zwischen Männern und Frauen ist enorm.

Damit liegen die Ost-Berliner deutlich über dem bundesweitem Durchschnitt von 916 Euro netto vor Steuern, so viel bekommen sie von der Rentenversicherung nach Abzug von 11,5 Prozent Sozialversicherung überwiesen.

Das ist, wohlgemerkt, ein Durchschnitt. Der Unterschied zwischen Männer und Frauen ist immer noch gewaltig. Männer bekommen im Schnitt annähernd 1200 Euro netto vor Steuern, Frauen lediglich 700 Euro. Wobei der größte Unterschied gerade im Saarland existiert – mit 713 Euro, denn Frauen bekommen im kleinsten Bundesland nur 532 Euro. Das alles ist im Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung nachzulesen.

Altersrente bundesweit nach Ländern

BundeslandDurchschnittMännerFrauen
Schleswig-Holstein8691155651
Hamburg9261164754
Niedersachsen8561163620
Bremen8691143666
Nordrhein-Westfalen8861242611
Hessen8941194658
Rheinland-Pfalz8471165592
Baden-Württemberg9161220681
Bayern8641141654
Saarland8561245532
Berlin-West9021058789
Berlin-Ost112812681026
Brandenburg10501200935
Mecklenburg-Vorpommern10221160918
Sachsen10441207924
Sachsen-Anhalt10251190904
Thüringen10301182915
Durchschnitt Bundesgebiet9161191705

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Schuld ist fehlende Kinderbetreuung

Warum ist das so? In Westdeutschland sind viele Mütter nach der Geburt der Kinder zuhause geblieben – teils freiwillig, teils zwangsweise. In Westdeutschland fehlte es jahrzehntelang an Kindergärten und Horte. Wer aber kürzer einzahlt, bekommt auch weniger Rente. Nach dem die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, haben diese Mütter häufig in Teilzeit gearbeitet. Somit fehlen ihnen wichtige Jahre.

In der ehemaligen DDR haben Mütter ihre Kinder im Betriebskindergarten untergebracht – und konnte vergleichsweise früh nach der Geburt Vollzeit weiterarbeiten, entsprechend höher sind ihre gesetzlichen Renten. Das alles ist dem Rentenatlas der deutschen Rentenversicherung zu entnehmen.

Ost-Berliner bekommen mehr Rente

Wie bei den Männer belegen auch die Frauen in Ost-Berlin den ersten Platz mit einem durchschnittlichen Ruhegehalt von 1026 – fast doppelt so viel wie eine Saarländerin. Überhaupt bekommen die Frauen in Ostdeutschland durch die Bank deutlich höhere Rente als ihre Geschlechtsgenossinnen in Westdeutschland. Übrigens ist auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen in punkto Rente in Ostdeutschland deutlich niedriger als im Westen, was mit dem unterschiedlichen Rollenbild in West und Ost zu tun hat.

Neben diesen Daten bietet der Rentenatlas noch weit mehr interessanter Fakten. Es lohnt sich also, einmal durchzublättern.

Rentenniveau sinkt seit Jahrzehnten

JahrSicherungsniveau vor Steuern
198057.6
199055
200052.9
200152.6
200252.9
200353.3
200453
200552.6
200652.2
200751.3
200850.5
200952
201051.6
201150.1
201249.4
201348.9
201448.1
201547.7
201648.1
201748.2
201848.1
201948,1*
202048,0**
202148
202248
202348
202448
202548
*geschätzt
**Haltelinie
Quelle: Deutsche Rentenversicherung




Top-Ten der meistgeklickten Beiträge 2018

Was interessiert Leser des Blogs vorunruhestand.de am meisten? Auf alle Fälle ist es der Übergang vom Job in die Rente. Viele wollen mit 63 Jahren gehen. Aber wie geht das? Deswegen gehört „Kündigen zur Rente mit 63? Oder Aufhebungsvertrag“ zu den Top-Ten der meistgeklickten Beiträge 2018.

Das Thema Sexualität im Alter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Insgesamt dominieren in der Top-Ten-Liste der meistgeklickten Beiträge aber Themen mit Rentenbezug. So beschäftigt viele die Erwerbsminderungs– und Mütterrente. Groß ist die Empörung über den Zugriff des Staats bei Betriebsrenten, weswegen entsprechende Posts in der Top-Ten-Liste auf den vorderen Plätzen stehen.

Top-Ten der Beträge

Erstaunlich ist die exponierte Stellung des Beitrags Wie ein orginal ungarisches Kesselgulasch am besten gelingt“. Die Beliebtheit kann ich mir selbst nicht ganz erklären. Vielleicht liegt’s am Bild oder daran, dass die Leser auf den Geschmack des Urtümlichen gekommen sind. Wer weiß? Feedback erwünscht.

Rentner und Ausland ist ebenfalls von besonderen Interesse. Wer die Statistiken liest, ist erstaunt, dass die beliebtesten Länder für Rentner andere sind als die günstigsten. Obwohl die Schweiz so teuer ist, leben dort am meisten der deutschen Rentner, umgekehrt ist Polen eines der günstigsten Länder für Rentner, aber dorthin sind nur ganz wenige umgesiedelt. Sprich, das Ergebnis weicht deutlich vom bisherigen Auswanderverhalten der Rentner ab.

Top-Ten-Liste der meisgeklickten Beiträge 2018

 

TitelAufrufe
Kündigen zur Rente mit 63? Oder Aufhebungsvertrag?121.790
Wie oft Männer und Frauen ab 60 noch Sex haben27.487
Um wie viel die Erwerbsminderungsrente ab 2018 steigt19.789
Warum die Mütterrente wieder Murks ist11.728
Warum die Betriebsrente ein Flop ist und bleibt8.860
Krankenkassen schröpfen Betriebsrentner – wie Geschädigte Widerspruch einlegen7.729
Wie ein original ungarisches Kesselgulasch am besten gelingt6.314
Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?6.030
Wie lese ich meinen Rentenbescheid und was bedeutet das?5.543
Wie die Union Millionen um ihre Altersvorsorge bringt3.307



Müssen wir wegen ARD-Rentnern höhere Gebühren zahlen?

Weil die ARD überdurchschnittliche Betriebsrenten zahlt und die Pensionskasse wegen der Nullzinspolitik der Notenbank immer weniger erwirtschaftet, wollen die Öffentlich-Rechtlichen alle Bürger über höhere Rundfunkbeiträge zur Kasse bitten. ARD-Rentnern geht’s gut.

Bislang zahlen alle 17,50 Euro Monatsgebühr für Radio und Fernsehen. Dieser Beitrag soll um 85 Cent auf 18,35 Euro steigen, wenn es nach den Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen geht. Die ARD-Pensionskasse, sprich die Baden-Badener Pensionskasse, ist wegen der Nullzinspolitik des EZB-Chefs (Europäische Zentralbank) Mario Draghi in Schieflage geraten. Ihr fehlen mittelfristig zwei Milliarden Euro. Das sollen die Beitragszahler ausgleichen. Jetzt ist die Draghis Saat aufgegangen.

ARD und ZDF als Raupe Nimmersatt

Die „Thüringer Allgemeine“ spricht von der „Nimmersatten Gebührenraupe“. Tatsächlich geht es um gewaltige Beträge, denn 85 Cent pro Haushalt summieren sich laut Statista bei 45 Millionen Haushalten, die Rundfunkgebühren zahlen auf 38 Millionen Euro mehr. Insgesamt kämen nach der Erhöhung Gebühreneinnahmen von 8,25 Milliarden Euro pro Jahr zusammen. Das Geld reicht den Anstalten dennoch nicht, dass sie ihren Beschäftigten in der Vergangenheit großzügige Renten versprochen haben, die sie jetzt wegen der Nullzinspolitik nicht mehr bedienen können. Der Pensionskasse fehlen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zufolge insgesamt mehr als zwei Milliarden für die betriebliche Altersvorsorge.  „Die Kommission erkennt für die betriebliche Altersversorgung 2017 bis 2020 insgesamt einen Nettoaufwand von 2.070,0 Millionen Euro an“, schreibt die KEF in ihrem Bericht vom Februar 2018. 2019 die Lücke sicher noch größer sein und dann lässt die KEF die Katze aus dem Sack, denn sie muss sich zur Beitragshöhe äußern.

ARD will mehr Geld von uns

Während andere Pensionskassen die Betriebsrenten schon eingedampft haben, will die Pensionskasse der ARD mehr Geld von ihrem Träger, sprich den Rundfunkanstalten – und damit von allen Gebührenzahlern, denn woher sonst soll das Geld kommen.

Wie gut die Beschäftigten der Öffentlich-Rechtlichen versorgt sind, belegt das Beispiel der MDR-Intendantin Karola Wille, die in einem Interview mit der Bild am Sonntag ihre Pensionsansprüchen bezifferte. Da kommt so einiges zusammen, denn sie bekommt maximal 75 Prozent ihres letzten Grundgehalts – und das sind 275 000 Euro im Jahr, was einem Anspruch von 206 250 Euro jährlich und 17187 Euro monatlich entspricht. Einem internen Bericht der ARD-Anstalten zufolge liegt sie damit der Lausitzer Allgemeinen Zeitung zufolge deutlich hinter ihren Kollegen  Tom Buhrow (399 000 Euro)vom WDR, Ulrich Wilhelm (367 000 Euro) vom BR und Lutz Marmor (348 000 Euro) vom NDR und Peter Boudgoust (338 000 Euro) vom SWR.

Höher Beiträge wegen ARD-Rentnern

Doch es seien nicht diese Spitzenverdienste, die am meisten Geld kosten, es sei die breite Masse, schreibt der „Versicherungsbote“ im September 2016.  Speziell in der Zeit vor 1993 seien den Journalisten und Angestellten teils hohe Renten versprochen worden. „So fließen große Summen des Rundfunkbeitrags nicht etwa in die Programmgestaltung, sondern in die Pensionen der früheren Mitarbeiter“, resümiert der „Versicherungsbote“, der schätzt, dass allein die ARD-Anstalten in den kommenden vier Jahren laut ihrer Finanzplanung knapp 1,4 Milliarden Euro an Pensionen auszahlen müssen und beruft sich dabei auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die notwendigen Rückstellungen für künftige Rentner beziffere sich im selben Zeitraum auf weitere drei Milliarden Euro. Die FAZ hat es einmal hochgerechnet und kommt pro Bürger auf 13,50 Euro, die er allein für die Altersvorsorge der öffentlich-rechtlichen Beschäftigten zahlen muss.

Wie schlimm es um die betriebliche Altersvorsorge bei den Öffentlich-Rechtlichen steht, schildert „Tichys Einblick“: „Der Hessische Rundfunk etwa gibt jetzt schon mehr als halb so viel für die Altersversorgung seiner Mitarbeiter aus wie für Löhne und Gehälter.“ ARD und ZDF seien längst durch die Lasten der Vergangenheit blockiert, auch wenn sie vorsichtig Gewerkschaftlern und Pensionären Zusagen abrängen und, wie praktisch, aus der Rundfunkgebühr nicht mehr Programm, sondern Alterslasten finanziert würden.




Wie Sparer auf Nullzinsen reagieren können

Der Chef der europäischen Notenbank Mario Draghi hat keinen Hehl daraus gemacht, dass es auf absehbare Zeit bei Nullzinsen bleibt. Sparer müssen sich nach der Decke strecken. Wo es noch etwas zu holen gibt.

Bei einer Inflationsrate von zuletzt 1,7 Prozent (November 2,3) ist es geradezu sträflich, sein Geld auf dem Konto liegen zu lassen. Nur wie anlegen? Bei Sparkassen gibt es für Tagesgeld 0,0 Prozent Zinsen, für Festgeld 0,001 Prozent Zinsen, für Sparbriefe mit Bindung von sechs Jahren mit etwas Glück 0,25 Prozent. Es lohnt sich für Sparer also, sich umzusehen und auf Vergleichsportalen wie „weltsparen“ die Konditionen zu checken. Es ist schon erstaunlich, dass Bei Tages- und Festgeldvergleichen wie „Weltsparen“ Sparkassen und deutsche Banken schon gar nicht mehr vorkommen, weil sie absolut nichts bieten.

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Durchschnittlicher Zins für Neu-Anlagen    Quelle: weltsparen.de

Sein Geld bei der Sparkasse zu deponieren, ist aber keine Geldanlage. Sparer, die den Wert ihres Vermögens zumindest erhalten wollen, sollten über den Tellerrand blicken, sprich über die Landesgrenzen, wo höhere Zinsen gezahlt werden – und das mittlerweile, ohne ein Konto in dem jeweiligen Land eröffnen zu müssen. In anderen Ländern der Euro-Zone werden deutlich höhere Zinsen gezahlt für Tages- und Festgeld als hierzulande. Die Zinsen in Deutschland sind schon seit längerem nahe der Nullzone, woran sich auch so schnell nichts ändern wird, das hat Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) erst vor kurzem wieder verdeutlicht.

Schluss mit Nullzinsen

Angesichts dessen müsste eigentlicher jeder Konsequenzen ziehen und sein Geld nicht mehr festverzinslich anlegen, sondern in Aktien investieren. Viele fühlen sich aber von den erratischen Kursausschlägen an der Börse überfordert und gehen lieber auf Nummer sicher. Nicht von ungefähr sind von annähernd sechs Billionen Euro Geldvermögen der Deutschen laut Deutscher Bundesbank 2,3 Billionen oder 40 Prozent in Tages- und Festgeld sowie Sparbüchern und -briefen investiert – oder liegen als Bargeld zuhause und im Banktresor. Leider vertrauen immer noch viele auf ihre Sparkasse, statt sich nach lukrativeren Alternativen umzusehen – und die gibt es.

Vergleichen lohnt sich für Sparer

Ein Tagesgeldkonto hat den Vorteil, dass der Kunde flexibel reagieren kann. Festgeld ist in der Regel während der Laufzeit – meist ein Jahr oder länger – gebunden, wer vorzeitig kündigt, kann bei einigen Anbietern trotzdem an sein Kapital, muss sich dann jedoch mit einem deutlich niedrigerem Basiszins begnügen oder bekommt keine Zinsen, je nach Angebot. Deswegen lohnt, auf die Unterscheidung „Flexgeld“ und „Festgeld“ zu achten. Aber, ein Anlagezeitraum von einem Jahr ist durchaus überschaubar. Übrigens, sein Geld länger zu binden, bringt kaum höhere Zinsen. Wer sein Geld kürzer als ein Jahr festlegt, bekommt allerdings nur niedrigere Zinsen.

Wie sicher sind ausländische Banken?

Wie sieht es mit der Einlagensicherung aus? Mittlerweile hat sich selbst bei ausländischen Banken eine Einlagensicherung in Höhe von 100 000 Euro etabliert. Diese Absicherung gilt auch für deutsche Kunden, denn in ganz Europa ist die gesetzlich garantierte Einlagensicherung durch eine EG-Richtlinie geregelt. Wer sich einen Überblick verschaffen will über die Einlagensicherung einzelner Banken, kann sich bei „Weltsparen“ informieren. Der Sparer kann auf dem Portal die Festgeld-Angebote nach Zinssatz und Konditionen vergleichen, das gilt auch in punkto  Einlagensicherung. Übrigens, sollte tatsächlich eine EU-Bank zahlungsunfähig werden, zahlt der nationale Einlagensicherungsfonds. Und wer mehr als 100 000 Euro anlegen will? Der verteilt die Summe besser auf mehrere Banken.

Was die Wiederanlage betrifft, so sollte sich der Sparer die Konditionen der Bank durchlesen, manchmal verlängert sich die Geldanlage automatisch, manchmal muss der Kunde aktiv werden.

 

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.

Foto: weltsparen.de