Warum die Mütterrente wieder Murks ist

Murks und Mogelpackung – zu keinem anderen Urteil kommt, wer sich die Vorschläge der Union in punkto Mütterrente genauer anschaut. „Mütterrente wieder Murks“ ist dazu nur zu sagen. Da wird unterschieden zwischen Frauen mit einem Kind, zwei und drei oder mehr Kindern.

Die Logik dahinter ist klar. Es soll sozial und fürsorglich klingen, die „Mütterrente II“, so die neue Bezeichnung in den Sondierungspapieren, ist aber nur Augenwischerei. Da steht: „So sollen Mütter, die ihre Kinder vor 1992 auf die Welt gebracht haben, künftig auch das dritte Jahr Erziehungszeit in der Rente angerechnet bekommen“. Um es noch mal klar zu sagen: Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden bekommen drei statt wie bisher zwei Rentenpunkten, aber nur dann, wenn sie drei und mehr Kinder haben. Eine Mutter mit einem Kind oder zwei Kindern bekommt auch künftig nur zwei Rentenpunkten angerechnet. Für sie soll sich also nichts ändern, alles bleibt beim ungerechten Alten. So sieht es zumindest das Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD vor.

Mehrkindfamilien die Ausnahme

 

Mütterrente wieder Murks

Mehrkindfamilien in Deutschland

Die Union weiß ganz genau, dass nur wenige Frauen drei und mehr Kinder haben. Dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BFSFJ) zufolge gibt es in Deutschland aktuell elf Prozent Mehrkindfamilien mit drei und mehr Kindern. Nur sie könnten von der angekündigten Mütterrente II profitieren. Tatsächlich werden es aber noch weit weniger sein, denn einige Mütter mit Kindern, die vor 1992 auf die Welt kamen, sind bereits gestorben. Trotzdem kommt die Deutschen Rentenversicherung von RP Online zufolge auf Mehrausgaben im Jahr 2019 von 3,7 Milliarden Euro.

 

 

 

 

Die Rechnung:

Geburt des Kindes 1992/Alter heute: 26 Jahre
Alter der Mutter bei Geburt:                24 Jahre
_____________________________________

Alter der Mutter heute:                        50 Jahre

Übrigens, 1970 war eine Frau laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 24 Jahre alt, wenn ihr erstes lebendes Kind zur Welt kam; 2017 war sie schon 29,3 Jahre alt.

Mütterrente wieder Murks

Ok, falls das Kind früher geboren wurde und sie vielleicht noch älter war zur Geburt, ist diese Mutter heute schon 55 oder gar 60 Jahre alt. Das heißt, es leben einige schon nicht mehr, die davon profitieren könnten. Die Union heftet sich den Vorschlag trotzdem als soziale Großtat ans Revers. Die Frage ist auch immer noch, wer das bezahlen soll: die Rentenversicherung oder der Staat?

Wenige profitieren von Mütterrente II

„Die von der CDU/CSU in den Sondierungsgesprächen geforderte Mütterrente erweist sich zunehmend als Mogelpackung für den Bürger“, wird Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, vom „Bundesfinanzportal“ zitiert. Aiwanger sieht „hierin eine bewusste Irreführung durch die Unionsparteien“. Er fordert, dass „Erziehungsleistungen bei der Rente deutschlandweit gleichrangig berücksichtig werden müssen“. Die Weigerung der Anpassung der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder sei ein beschämender Zustand und sollte schnellsten abgeschafft werden.

Klar ist, dass von der Mütterrente II nur wenige Mütter profitieren, da die meisten eben keine drei und mehr Kinder haben. Dabei sind Mütter, die Kinder haben, die vor 1992 auf die Welt kamen, ja eh schon benachteiligt, da sie nur zwei Jahre in der Rente gutgeschrieben bekommen. Wo bleibt da der Gleichheitsgrundsatz?

Was bislang gilt

Zum 1. Juli 2014 wurde die Mütterrente nachgebessert. Seit dem bekommen Mütter (oder Väter), deren Kinder vor 1992 geboren wurden, zwei Jahre statt nur einem Jahr Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung angerechnet. Pro Kind und Monat liegt die Rente dadurch um 31,03 Euro (West) beziehungsweise 29,69 Euro (Ost) höher, das ist entspricht einem Rentenwert.

Petition gegen Diskriminierung von Müttern

Gegen diese Diskriminierung hat Monika Descharmes aus Pforzheim die Petition „Rentengerechtigkeit für alle Mütter – weg mit der geplanten ‚Mehrwert-Mütterrente'“ gestartet. Dieser Kompromiss sei ein fauler, so Descharmes, und setze der bisher praktizierten Ungerechtigkeit (Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben erhalten zwei, Mütter, deren Kinder danach geboren wurden drei Rentenpunkte) eine weitere hinzu.

Anstatt also die Rentenlücke in der „Mütterrente“ nun endlich zu schließen, schaffe man stattdessen eine neue Ungerechtigkeit, in dem man zwar die Gruppe der „Gewinner-Mütter“ vergrößere, den Rest aber nun endgültig zu „Verlierer-Müttern“ stemple, weil offensichtlich Gebären und Erziehen von ein bis zwei Kindern keinen zusätzlichen Rentenpunkt rechtfertige oder deutlicher: Mütter mit drei und mehr Kindern sind ganz offensichtlich „mehr wert“.

Mehr zur Petition von Descharmes auf der Seite von Change.org.

Mütterrente auf Grundsicherung angerechnet

Wie auch bisher, wird wohl die Mütterrente II auch auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit angerechnet. Bei Frauen und Männern, die wegen ihrer geringen Altersbezüge auf Grundsicherung angewiesen sind, verringert sich dem VdK zufolge so der Anspruch auf Sozialhilfe oder geht ganz verloren. „Unter Umständen können sogar Rückzahlungsforderungen auf sie zukommen“, so der Sozialverband. Allerdings, rät der VdK, „könnte es für diese Betroffenen jedoch einen Weg geben, dies abzumildern“. Eventuell hätten diese Rentnerinnen und Rentner durch den Wegfall der Sozialhilfe Ansprüche auf Wohngeld. In dem Fall empfehle es sich, schnell zu reagieren und umgehend einen Wohngeldantrag zu stellen, damit keine Lücke entsteht. Die Sozialhilfe werde auf ihre Kosten entlastet und Steuermittel werden eingespart.

 




Wie Männer in den Wechseljahren Symptome der Andropause erkennen

Männer in den Wechseljahren? Ja, nicht nur Frauen kommen in die Wechseljahre. Die sogenannte Andropause betrifft statistisch etwa jeden zehnten Mann mittleren Alters. Nicht von ungefähr heißt es Wechseljahre – es geht dabei um einen schleichenden Prozess, der etwa ab dem 45 beginnt. Wobei das von Mann zu Mann anders verlaufen kann.

„Männer sind so … verletzlich“, singt Herbert Grönemeyer. „Männer können alles, Männer kriegen ’n Herzinfarkt“, weil sie zu wenig auf sich achten, ließe sich sein Songtext ergänzen. Sie ignorieren auch die Symptome der Andropause, nehmen die Wechseljahre einfach nicht ernst – mit Folgen wie Grönemeyer singt.

„Oh Männer sind so verletzlich“ – Herbert Grönemeyer im Youtube-Video

Zeichen der Andropause erkennen

Es gehört zum natürlichen Alterungsprozess, dass der Testosteronspiegel von Männern ab dem 35. Lebensjahr jährlich um ein Prozent sinkt – wenn Männer auf die 60 zugehen, hat der Körper bereits 25 Prozent des Sexualhormons verloren. Ob und wann ein Mann in die Wechseljahre kommt, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn jeder Mann hat einen individuellen Testosteron-Basisspiegel. Wann er eine Veränderung spürt, ist davon abhängig, wie schnell der Spiegel absinkt. Und auch Faktoren wie die sportliche und berufliche Auslastung haben einen Einfluss auf die Hormone, wie Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e. V., an einem Beispiel verdeutlicht: „Ein Bauarbeiter merkt schneller, dass er weniger belastbar wird als jemand, der eine Bürotätigkeit ausführt. Meist werden die Beschwerden zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr bemerkt“.

Dass die Menge der Geschlechtshormone im Körper abnimmt, kann sich in unterschiedlichen körperlichen Symptomen äußern:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Erschöpfung, Antriebslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Nervosität, depressive Verstimmungen
  • Rückenschmerzen
  • Abnahme der Libido
  • Haarausfall
  • höherer Anteil an Fettgewebe, weniger Muskelmasse
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Für sich genommen, können diese Indikatoren auch auf etwas Anderes hindeuten als auf die Andropause. Wer jedoch mehrere oder alle Symptome bei sich bemerkt, dem wird angeraten, einen Urologen oder Endokrinologen aufzusuchen. Spezialisierte Fachärzte können anhand des Testosteronwertes im Blut ermitteln, ob Wechseljahre oder Stress für die körperliche und psychische Abgeschlagenheit verantwortlich sind.

Wie bei Wechseljahren behandeln?

Braucht es bei Testosteronmangel überhaupt eine Therapie? In der Regel nicht. Nehmen die Beschwerden zu, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Mann ein positives Körper- und Lebensgefühl wiedererlangen kann. Dazu zählen zum einen von Medizinern durchgeführte Hormontherapien mithilfe von Gels, Spritzen, Tabletten oder Pflastern. Zum anderen lassen sich Nebenwirkungen wie eine Blasenschwäche und der Verlust der Libido auch auf natürlichem Wege mit einfachen Übungen in den Griff bekommen. Wer sich beispielsweise die App von TENA MEN herunterlädt, erfährt von Sportmediziner Prof. Dr. Thomas Kurscheid, wie sich die PC-Muskeln und die Beckenbodenmuskulatur gezielt trainieren und stärken lassen. Ein starker PC-Muskel steigert die sexuelle Energie und Lust beim Mann. Der Beckenboden wiederum spielt im männlichen Blasen-Prostata-System eine buchstäblich tragende Rolle: Wie eine Hängematte aus Muskeln, Sehnen und Bindegewebe stützt er die Organe im Unterleib und unterstützt die gesunde Funktion der Blase. Diese beiden Körperregionen zu festigen, verstärkt die Kontrolle beim Wasserlassen und wirkt einer Vergrößerung der Prostata entgegen. So kann Mann den Ruhestand vital und gesund genießen – ob alleine oder gemeinsam mit seiner Partnerin. Junge Männer lächeln sicher noch darüber, aber wer die 60 überschritten hat, dem ist oft nicht mehr zum Lächeln zumute.

Bildrechte: Flickr couples and ponds jennie-o CC BY 2.0 Keine Rechte vorbehalten




Wie jede auch mit 60plus noch umwerfend aussehen kann

Stil ist keine Frage des Alters. Auch mit 60plus noch umwerfend aussehen – ist durchaus möglich. Schauspielerinnen wie Helen Mirren, Meryl Streep, Catherine Deneuve und Iris Berben beweisen, dass Frauen ab 60 Stilikonen und sogar modische Vorbilder für jüngere Generationen sein können.

Natürlich steht hinter dem perfekten Aussehen der Stars eine ganze Entourage an Stylisten, ließe sich einwenden. Doch auch „normale“ Frauen im reifen Alter können ganz ohne persönliche Mode-Assistenten, Schönheits-OPs und Bildbearbeitung attraktiv aussehen. Wie geht das, mit 60plus noch umwerfend aussehen?

Seinen Typ kennen und Vorzüge betonen

Für viele sind Schönheit und Jugend ein unzertrennliches Paar. Doch guter Stil und ein attraktives Äußeres kennen kein Alter. Der Psychologe Frieder Lang erklärt sogar: „Wir wissen aus zahlreichen Studien: Wer mit 20 oder 30 mit dem eigenen Aussehen unzufrieden war, kann sich mit 50 oder 60 dann auf einmal doch sehr attraktiv fühlen“. Mit 60plus noch umwerfend auszusehen, ist längst kein Problem.

Mit 60plus noch umwerfend aussehen

Dazu ist es weder nötig, in den Kleiderschrank der Tochter zu greifen, noch tagein tagaus das klassische Twinset in Beige mit blickdichten Strumpfhosen und Pumps zu tragen. Älterwerden hat schließlich den Vorteil, sich selbst zu kennen. In dem Alter wissen die meisten Frauen, was ihnen steht und welche Vorzüge es gilt zu unterstreichen. Warum nicht auch mal etwas Neues ausprobieren? Wer hindert einen daran? Die Kategorien „altersgemäß“ oder „nicht-altersgemäß“ haben ausgedient.

Wer sich inspirieren lassen will – die Zeitschrift Bild der Frau hat Vorschläge für vier verschiedene Mode-Typen zusammengestellt, speziell für die Frau ab 50. Vermutlich erkennt sich jede Frau dieses Alters selbst wieder:

  • die Klassische fällt mit schlichter Eleganz auf und folgt nicht jedem Trend;
  • die Farbenfrohe weiß, wie man Farben und Muster richtig kombiniert;
  • die Entspannte liebt Bequemlichkeit, verzichtet dabei aber nicht auf gutes Aussehen;
  • und die Vintage-Liebhaberin experimentiert gern und kombiniert gekonnt neue Trends mit Klassikern zu einem einzigartigen Look.

Styling-Tipps für reife Frauen

Viele Frauen ab 60 trauen sich nicht, Neues und Ausgefallenes auszuprobieren, um nicht krampfhaft jugendlich zu wirken. Doch heutzutage gibt es kein Verfallsdatum für Jeans, kurze Röcke und mutige Farben. Auch im Alter ist Zurückhaltung kein Muss. Also, warum nicht einfach mal in den Farbtopf greifen und damit Akzente setzen in Kombination mit klassischen Kleidungsstücken in gedeckten Farben? Das heißt nicht, sich ausschließlich mit Basics zu kleiden. Warum nicht die eigenen Lieblings-Mode-Klassiker kombinieren mit aktuellen Mode-Trends? Wer sich nicht traut, nimmt im Zweifelsfall die Enkelin als Beraterin zum Einkaufen mit.

Im Alter haben nur die wenigsten Frauen noch Kleidergröße 36/38. Zugegeben, das schränkt die Auswahl an passender modischer Kleidung ein. Aber dafür gibt’s ja das Internet. Wie wäre es mit einer der eleganten, klassischen Jacken aus dem Sortiment spezialisierter Anbieter für große Größen und sie mit einer modernen Jeans kombinieren?

Die Zeiten von obligatorischen Kurzhaarschnitten und Dauerwellen für Frauen ab 60 sind vorbei. Der Friseur darf ruhig mal eine Frisur vorschlagen, die den eigenen Gesichtszüge schmeichelt. Wer sagt überhaupt, dass lange Haare nicht altersgemäß sein können? Wichtig ist nur, sich damit wohl zu fühlen.

Wohlbefinden verleiht Attraktivität

So ein bisschen kann jede Frau etwas für sich tun, unabhängig von Modetrends und Stilfragen. Anti-Aging ist mehr als nur ein Wort. Wer sich gesund ernährt, sich viel bewegt, Stress aus seinem Leben so weit wie möglich verbannt und sich selbst nicht allzu ernst nimmt, fördert das seelische und körperliche Wohlbefinden. Das wirkt sich auf die Ausstrahlung aus. Auch Elke Krüsmann, Modeberaterin und Autorin des Buches „Endlich Lady! Älterwerden muss nicht beige sein“, ist der Meinung, dass Humor und Selbstironie wichtiger sind als ein ideales Outfit. Schließlich helfen sie gegen die „unangenehmste Begleiterscheinung des Älterwerdens“, nämlich die Verbitterung. Es ginge im Alter nicht mehr darum, modisch zu sein, sondern zu wissen, was einem steht und ob die Kleidung dem inneren Esprit entspricht.

Bildrechte: Flickr Helen Mirren „Woman In Gold“ at Opening Ceremony of the 28th Tokyo International Film Festival Dick Thomas Johnson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Jahresrückblick 2017 – die wichtigsten Themen und Köpfe

Wie war 2017? Ein Jahresrückblick. Höchste Zeit, so kurz vor Silvester mit den besten Bildern und Beiträgen das Jahr Revue passieren zu lassen. Es war spannend, manchmal frustrierend und inspirierend. 2017 war sicher, so viel vorweg, ein Jahr des Umbruchs.

Der Jahresrückblick

Januar

Rente ist komplex, das haben viele, aber längst nicht alle begriffen. Deswegen startet 2017 mit einem Quiz. Reden wir über Demografie und Nachhaltigkeit …

Wie gut kennt ihr euch mit Rente aus? Das ultimative Renten-Quiz

 

Zum 1. Januar 2017 ist die Riester-Rente 15 Jahre alt geworden. Aber so jung sie auch ist, hat sie bereits ausgedient. Die ersten Versicherer steigen aus dem Riester-Geschäft aus – und die Zahl der Riester-Verträge stagniert schon seit 2013.

Die Riester-Rente hat ausgedient – Versicherer steigen aus

Der Chef der Europäischen Zentralban (EZB), Mario Draghi, enteignet die Deutschen – und die können nur wütende die Faust ballen. Draghi zuckt nur mit den Schultern: “selber schuld”, so sein Kommentar. Zinsen sind abgeschafft, wer’s nicht begreift, spart sich arm.

Wie Draghi die Deutschen systematisch enteignet

Das Buch von Ingrid Meyer-Legrand in ihrem Buch „Die Kraft der Kriegsenkel“ lässt eine ganze Generation aufhorchen. Wir, die wir Mitte der 50er und Anfang der 60er-Jahre geboren wurden, werden uns und unserer Geschichte bewusst. Wie sind wir geworden, was wir sind?

Kriegsenkel, Babyboomer, Generation X – wer sind wir und was steckt in uns?

Februar

SolidarrenteRentenniveauMindestlohn – der designierte Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, dreht am Sozialrad und will die Agenda 2010 von Ex-Kanzler Gerhard Schröder ein großes Stück zurückdrehen. Er wird – noch – gefeiert von seinen Genossen und der Presse.

Wie Kanzlerkandidat Schulz die Agenda 2010 zurückdrehen will

Forderungen nach einem Kinderbonus bei der Rente werden laut? Die CSU will einen „Kinderbonus“ erstreiten. Es wird wieder über die Erziehungsleistung von Eltern gesprochen.

Warum ein Kinderbonus für Eltern bei der Rente nötig ist

März

Die Babyboomer kommen langsam ins Rentenalter – und können sich schon mal mit ihrer jährlichen Renteninformation einstimmen. Was steht da drin und was bedeutet das?

Wie lese ich meinen Rentenbescheid und was bedeutet das?

Der Staat plündert die Rentner aus – das wird vielen so langsam bewusst. Besonders schlimm trifft es die Besitzer einer Direktversicherung und Mitglieder von Pensionskassen, denn ihnen nehmen Staat und Sozialversicherung annähernd ein Fünftel weg.

Wie der Staat Rentner um einen Teil der eigenen Altersvorsorge bringt

April

Finanzminister Wolfgang Schäuble will eine Grenze von 5000 Euro bei Barzahlungen einzuführen. Bürger empfinden das als Gängelung und Einschränkung ihrer Freiheit.

Fiskus will Bürger beim Bargeld gängeln

Die Renten steigen, weswegen immer mehr Rentner Steuern zahlen müssen. Viele fühlen sich damit überfordert und verstehen die Welt nicht mehr.

Was Rentner bei der Steuererklärung beachten sollten

Mai

Superfood ist derzeit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde – von exotischen Goji-Beeren, Noni-Saft, Chia-Samen, Matcha, Quinoa bis zu Chia-Samen. Dabei können es heimische Früchte und Samen durchaus mit den Exoten aufnehmen. Was ist dran an Super-Food?

Was so super am Superfood Ingwer ist

Das war’s dann! Nach 37 Berufsjahren als Journalist endet mein Leben als angestellter Redakteur. 37 Jahre, die geprägt waren von Umbrüchen und Verwerfungen. Sie haben eine die Branche umgetrieben und treiben sie immer noch um. Keine Themenkonferenzen mehr, kein Scribbeln, kein Redaktionsschluss, kein Termindruck. Um dem Rentenschock zu entkommen, habe ich für mich beschlossen, die neue Phase mit einem Tapetenwechsel einzuleiten und zu verreisen. Das wird nicht irgendeine Reise – keine Weltreise, kein Segeltörn, kein Abtauchen in Südindien oder das Abmühen mit dem Jakobsweg, sondern eine ganz besondere: meine persönliche Tour de France. Am 20. Mai ging’s los.

Tapetenwechsel zum Abschied – Neubeginn zur Rente

Juni

Grenoble, Gap, Digne, Canne, Marseille, Aix-en-Provence, Avignon – über die Seealpen, an die Côte d’Azur, weiter Richtung Provence. Jeden Tag 70 bis hundert Kilometer radln. Hitze, Durst, Wadenkrämpfe, Hexenschuss – und die Suche nach einer Unterkunft. Mai und Juni sind geprägt von meiner persönlichen Tour de France, die mich auch ans Limit gebracht hat.

Tag 12 meiner Tour de France

Ich treffe mich mit meiner Ältesten und Schwiegersohn Moritz in Avignon. Wir radln gemeinsam am Mittelmeer entlang Richtung Barcarès nahe Perpignan. Es ist heiß, aber es macht ungemein Spaß. Freiheit auf zwei Rädern.

Tag 19 meiner Tour de France

Tag 22 meiner Tour de France Rund 1300 Kilometer liegen zwischen dem Col de La Faucille und Barcarès, ein verbogener Gepäckträger, zwei neue Fahrradmäntel, zwei neue Trinkflaschen, ein Hexenschuss, Lippenherpes und eine Magen-Darm-Infektion. Nicht zu vergessen ein Platten, viele Tausende verbrauchter Kalorien sowie ein wundgescheuerter Hintern.

Tag 22 meiner Tour de France

Letzter Tag meiner Tour de France – mein Rad-Navi zeigt 1752 Kilometer an, 19 574 Meter Steigung, 147 Stunden total, maximale Höhe 1351 Meter, 87 897 verbrauchte Kalorien und 87 Stunden im Sattel – und weil ich das Navi versehentlich aus- statt abgeschaltet habe, darf ich noch 98 Kilometer addieren. Das heißt, ich habe insgesamt 1848 Kilometer zurückgelegt – in vier Wochen, mit zwei Pausen. Ja, das alles war dann in Bordeaux vorbei. Schon Tage vorher ereilte mich die Nachricht, dass meine Schwiegermutter im Krankenhaus liegt und wohl dringend Hilfe braucht. Innerlich wehrte ich mich noch dagegen, meine Tour abzubrechen, unterbewusst dämmerte mir jedoch, dass von mir erwartet wird, mich darum zu kümmern. Ich überlegte hin und her, wie ich von Bordeaux nach Straßburg komme. Mit dem Zug, mit dem Bus – oder mit dem Flieger? Glücklicherweise war noch ein Platz im Radabteil des TGV frei, so dass ich den Zug um 7.23 Uhr nahm. Ein bisschen Wehmut beschlich mich doch. Soweit gekommen – und jetzt einfach aufhören. Adieu – und vielleicht gibt’s ja eine Fortsetzung der Tour

Ende meiner Tour de France

Juli

Nach der satten Rentenerhöhung 2016 können sich die Rentner auch in diesem Jahr auf eine spürbare Erhöhung ihrer Ruhestandsgelder freuen. Um wie viel die Renten 2017 steigen? Im Osten steigen die Renten zum 1. Juli 2017 um 3,59 Prozent, im Westen um 1,90 Prozent.

Um wie viel die Renten zum 1. Juli 2017 steigen

Der Wahlkampf kommt langsam in Fahrt. Die Wahlprogramme liegen auf dem Tisch. Was bringen die Wahlprogramme für Rentner? Was kosten sie Rentnern? Was darf der erwarten, der fürs Alter vorsorgt? Ein Vergleich bringt Licht ins Dunkel.

Was Wahlprogramme der Parteien für Rentner bedeuten

August

Die Diesel-Diskussion kocht hoch. Viele fühlen sich von der Autobranche verschaukelt. Offensichtlich nimmt es die Autobranche nicht sonderlich ernst mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, die in Artikel zwei des Grundgesetzes verankert ist. Wie anders ließe sich sonst erklären, dass ihre Dieselfahrzeuge ein Vielfaches an Stickoxide hinauspusten wie erlaubt?

Wie die Autobranche unsere Gesundheit ruiniert

Die Sozialabgaben steigen und steigen und steigen … rund 30 Prozent dessen, was die Deutschen jährlich erwirtschaften, wurde im vergangenen Jahr für Soziales ausgegeben. Das sind mittlerweile 918 Milliarden Euro – 30 Milliarden Euro oder 3,4 Prozent mehr Sozialabgaben als im Jahr davor. Wann ist die Billionen-Marke überschritten?

918 Milliarden Euro für Sozialausgaben

September

Immer mehr Menschen verarmen im Alter und sind auf Grundsicherung angewiesen. Mittlerweile beziehen mehr als eine halbe Million über 65-Jährige Grundsicherung – ein Anstieg von mehr als 36 Prozent.

Halbe Million Rentner auf Grundsicherung angewiesen, Armutsrisiko steigt

Wer sein ganzes Berufsleben gesetzlich krankenversichert war, hat im Alter kein Problem. Dumm nur, wer zwischenzeitlich privat krankenversichert war – der blutet in der Rente. Seit August 2017 dürfen einige Rentner allerdings auf niedrigere Krankenkassenbeiträge hoffen, denn eine Gesetzesänderung entschärft die sogenannte 9/10-Regelung.

Wie sich Rentner doch noch günstiger versichern können

Ach ja, am 24.September war ja noch Bundestagwahl. CDU/CSU und SPD könnten zwar wieder eine große Koalition bilden, sie erreichten 53,4 Prozent der Stimmen. Die SPD will aber nicht mehr. Das Tauziehen um eine neue Regierung beginnt – und ist, wie wir alle wissen, noch immer nicht beendet.

Oktober

Kennen Sie die Höhe Ihrer Rente? Wenn nein, sind Sie in guter Gesellschaft, denn laut Bankenverband kennen zwei von drei Deutschen ihre Rente nicht. Da wäre es doch toll, wenn es ein „Rentenkonto“ für jeden Bürger gäbe. Aber wie realistisch ist ein solches Rentenkonto für alle? In so einem Rentenkonto sollte detailliert drinstehen, wie viel jeder an Altersvorsorgeansprüche zu erwarten hat.

Ist ein Rentenkonto für alle die Lösung?

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles verkauft doch tatsächlich alle, die fürs Alter vorsorgen für dumm. Viele investieren Monat für Monat Geld in die betriebliche Altersvorsorge, aber am Ende rechnet sich diese Investition nicht, weil Staat und Sozialversicherung den Altersvorsorger schröpfen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll die Betriebsrenten stärken, tatsächlich ist es eine Mogelpackung. Denn, Andrea Nahles unterscheidet dabei zwischen „guten“ Riesterern und „schlechten“ Direktversicherten. Jeder, der eine Riester-Rente abschließt oder abgeschlossen hat, muss in der Auszahlungsphase künftig keine doppelten Beiträge mehr zur Krankenversicherung zahlen, alle anderen, die per Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung einzahlen, müssen aber doppelte Beiträge zahlen.

Wie Andrea Nahles Altersvorsorger für dumm verkauft

Hat der Weltspartag ausgedient? Sparen bei Nullzinsen – lohnt sich das noch? Wie geht Sparen heute?

Hat der Weltspartag ausgedient? Wie geht Geldanlegen im Zinstief

Brauchen bloggende Männer eine eigene Plattform? Ja! Bloggende Frauen netzwerken schon längst, Männer sind da eher im Hintertreffen. Das muss ja nicht so bleiben, deswegen gibt es seit kurzem mit menbloggers eine Plattform für bloggende Männer und Männerthemen. Menbloggers geht an den Start.

Warum bloggende Männer eine eigene Plattform brauchen

November

Zeitweise sah so aus, dass die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren entweder ganz oder teilweise vor dem Aus steht. Schwarz-Gelb-Grün, sprich die künftige Jamaika-Koalition plante, diese Regelung zu beschneiden. Noch folgt Dementi auf Dementi, aber Rentenanwärter sollten sich schon mal darauf einstellen, dass dieses Gesetz geändert wird.

Abschlagsfreie Rente mit 63 vor dem Aus?

Sparen und selbst enteignen – wie passt das zusammen? Ganz einfach, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann schrumpft das Realvermögen. Nominal hat der Sparer zwar morgen noch genau so viel auf dem Konto wie heute, nur kann er sich damit immer weniger kaufen. Also wird er immer ärmer.

Wie sich deutsche Sparer systematisch selbst enteignen

Bei der Altersvorsorge ist Dänemark Spitze, gefolgt von den Niederlanden, Deutschland ist nur Mittelmaß und rangiert auf dem 13. Platz. Im Vergleich der Altersvorsorgesysteme in 30 ausgesuchten Ländern kommt Deutschland nur auf einen mittelmäßigen 13. Platz.

Dänen haben beste Altersvorsorge – Deutschland nur Mittelmaß

Dezember

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt. Seine  Negativzinsen zehren an den Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung und kostet Rentner Kaufkraft. Draghis lässt auch die Krankenkassen bluten und damit die Versicherten.

Wie Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt

Recht haben und Recht bekommen, sind zwei Paar Stiefel – das müssen alle Direktversicherungsgeschädigte wieder einmal schmerzlich erfahren. Wer gegen das Unrecht der Doppelverbeitragung seiner Direktversicherung klagt, wird von den Richtern mit Mutwillgebühren geblockt.

Richter blocken mit Mutwillgebühren Klagen ab


Tote des Jahres

Mal ganz abgesehen von Rente, Niedrigzins und Gebühren sind 2017 einige Ikonen, Künstler, Politiker, Denker und Schauspieler unserer Jugend gegangen

Januar

Bereits am 10. Januar starb Roman Herzog mit 82 Jahren, der ehemalige Bundespräsident bleibt mit seinem Satz „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“ im Gedächtnis.

Februar

Am 12. Februar stirbt Jazz-Sänger Al Jarreau

März

am 18. März legt Chuck Berry seine Gitarre für immer zur Seite

April

am 12. April legt Michael Ballhaus die Kamera zur Seite

Mai

Am 3. Mai geht Schauspielerin und Sängerin Daliah Lavi
am 23. Mai stirbt „James-Bond“-Schauspieler Roger Moore

Juni

am 10. Juni stirbt der Sänger Gunter Gabriel
am 16. Juni geht Ex-Kanzler Helmut Kohl für immer
am 20. Juni verlässt Christel Sembach-Krone die Manege
am 22. Juni hört Gunter Gabriel endgültig auf

Juli

am 2. Juli verstummt der Gesang von Chris Roberts

August

am 20. August starb der Komiker Jerry Lewis mit 91 Jahren

September

Am 12. September starb Heiner Geißler
am 27. September starb Gründer des „Playboy“ Hugh Hefner

 

Oktober

am 24. Oktober starb die Rock-Legende Fats Domino

November

am 6. November verlässt Bond-Girl Karin Dor die Leinwand

Dezember

am 6. Dezember stirbt Rockstar Johnny Hallyday

 




Zehn Bücher, die Babyboomer und Bestager lieben werden

Babyboomer, Bestager – wir alten Knacker und alten Schachteln sind noch jung geblieben. Höchste Zeit, sich dessen wieder bewusst zu werden. Wenn uns das schon die Anderen nicht zugestehen, dann braucht’s Selbstmotivation. Warum nicht per Buch. Zehn Bücher, die Babyboomer und Bestager lieben werden.

Übrigens, diese Bücher sind auch prima Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke. Ideal zum Verschenken. Zu Weihnachten empfiehlt vorunruhestand zehn Bücher für die 60plus-Generation – von Opoczinski bis Prosinger.

Top-Ten Bücher für Babyboomer und Bestager

  1. Michael Opoczinski: „Aussortiert und Abkassiert, Altwerden in Deutschland“,
    19,99 Gütersloher Verlagshaus, 2016

    Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

    Was heißt es, in Deutschland alt zu werden? Dieser Frage ist Michael Opoczynski in seinem Buch „Aussortiert und Abkassiert“ nachgegangen und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen. Was passiert heute mit den Alten? Werden sie von „skrupellosen Finanzberatern ausgenommen, in unzumutbaren Pflegeheimen entsorgt, ausgegrenzt bei der Arbeitssuche, diskriminiert wegen ihres Alters“? Ist das wirklich so? Der Blick fällt auf die anderen Alten, die ihr Leben aktiv leben, reisen, studieren, ihren Enkeln helfen, sich in der Integration von Flüchtlingen engagieren und ein Ehrenamt mit Elan ausfüllen. Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

    [amazon template=banner easy]

  2. Christiane Northrup:„Göttinnen altern nicht“, Arkana, 24,99 Euro

    Älterwerden ist nicht gleichbedeutend mit dem Verlust der Gesundheit, Schönheit oder dem Abgleiten in kulturelle Bedeutungslosigkeit. Niemand könnte das eindringlicher, überzeugender und leidenschaftlicher postulieren als die weltweit renommierte Gynäkologin und Bestsellerautorin Christiane Northrup.

  3. Holger BalodisDagmar Hühne:„Die Vorsorgelüge – Altersarmut durch private Vorsorge“, Ullstein Verlag, 7,99 Euro

    [amazon asin=B00885SDH6&template=iframe image]Private Altersvorsorge muss sein, so das Mantra der Politik. Doch schützen
    die Versicherungen wirklich vor Altersarmut? Holger Balodis und Dagmar
    Hühne decken auf, dass Riester, Rürup und Co. für mehr als 80 Prozent
    der Beitragszahler ein Verlustgeschäft ist – und womöglich der erste Schritt
    in die Altersarmut. Die großen Profiteure sind Versicherungen
    und der Staat. Ein Buch, das alle künftigen Rentner dieses Landes
    interessieren muss.

  4. Rainer Hellstern:Das Handbuch zur Rente im Ausland“, Books on Demand, 12,99 Euro als E-Book, 19,99 Euro als Taschenbuch

    [amazon asin=B013SSRR9C&template=iframe image1]Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner.
    Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk,
    das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird.
    Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen.
    Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts
    vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf

  5. Wolfgang Prosinger: In Rente – der größte Einschnitt unseres Lebens, 9,99 Euro,

    Walter Prosinger - "In Rente"

    Nichts bedeutet eine größere Veränderung für unser Leben als der Renteneintritt. Denn wir werden ab der Grundschule vom Leistungsgedanken bestimmt: Schule schaffen, Job bekommen, Karriere machen etc. Plötzlich aber geht es nicht mehr um Leistung. Eine Konstante, die das Leben 60 Jahre lang bestimmt hat, bricht weg. Ist das ein Glücksfall, weil leidige Pflichten und Zwänge endlich wegfallen? Oder bedeutet es den Absturz in die Bedeutungslosigkeit und den Verlust des Lebenssinns?

  6. Jörg Zittlau:„Langweiler leben länger – über die wahren Ursachen eines langen Lebens“,
    Güterloher Verlagshaus, 17,99 Euro

    Ein Mann ist keine Altersvorsorge Helma Sick

    Langweiler haben ein schlechtes Image, aber gute Chancen alt zu werden, das hat Jörg Zittlau in seinem Buch „Langweiler leben länger – über die wahren Ursachen eines langen Lebens“. So ein  bisschen spielt das Erbgut natürlich eine Rolle, denn wer aus einer Familie mit Hundertjährigen kommt, hat gut Chance, selbst die Hundert zu erreichen. Darüber hinaus kommt es auf einen regelmäßigen Tagesablauf, einen pragmatisch-gelassenenen Pessimismus und Berechenbarkeit an. Zittlau plädiert deswegen für einen Lebensstil der unangestrengten Askese – neurotische Selbstüberschätzung und Aktionismus sind schlecht für ein langes Leben.

  7. Die Kraft der Kriegsenkel“ von Ingrid Meyer-Legrand. Erschienen 2016 im Europa Verlag, München.

    Ingrid Meyer-Legrand Die Kraft der Kriegsenkel

    Ganz ehrlich, das Wort „Kriegsenkel“ ist für viele immer noch neu – für mich auch. Wir, die wir Mitte der 50er und Anfang der 60er-Jahre geboren wurden, sind genau diese Kriegsenkel, die Ingrid Meyer-Legrand in ihrem Buch „Die Kraft der Kriegsenkel“ zu Wort kommen lässt.
    Es regt uns an, darüber nachzudenken, wie wir geworden sind was wir sind – und das ist mehr, als viele denken.

  8. Wenn das Wochenende 7 Tage hat von Herb Stumpf (Books on Demand), 19,95 Euro

    Wenn das Wochenende 7 Tage hat von Herb Stumpf

    Es geht beim Übergang vom Beruf ins Rentnerleben darum, sich am besten schon vor Rentenbeginn selbst zu erkunden, sich auf die eigene Persönlichkeit einzulassen, denn, nur sie nehmen wir mit in die Rente oder Pension „Das, was Sie aus sich selbst in dieser langen Zeit Ihres Berufslebens gemacht haben, unabhängig vom Nimbus und Status ihrer ehemaligen Position“, wie es Herb Stumpf, Autor des Buchs „Wenn das Wochenende 7 Tage hat“  so schön formuliert.

  9. Kester Schlenz: „Alter Sack, was nun?“, 8,99 Euro Taschenbuch, Goldmann, 2014

    Ein Mut-Mach-Buch für alle alten Säcke. Kein Thema wird ausgelassen: Sex im Alter, Fitness-Probleme, Tränensäcke, nörgelnde Kinder, Männer und Mode, junge Rotzlöffel im Job, die wachsende Wampe, die erste Vorsorgeuntersuchung, die „Fiftytät“ als Wiederholung der Pubertät oder der ewige Kampf mit dem inneren Schweinehund. Alles Probleme, aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis: wir sind zwar nicht mehr jung, aber wir können es immer noch krachen lassen.

  10. Christine Werner: Große Reise mit kleiner Rente – als Großmutter allein um die Welt, BoD, 16,99 Euro

    Eine Rentnerin erfüllt sich ihren Lebenstraum – einmal allein um die Welt! Mit sehr knappem Budget hat sie in fast 15 Monaten fünf Erdteile bereist. Fünfzehn Länder, Unterbringung und Transport, überraschende Begegnungen unterwegs und vieles mehr werden mit erfrischender Begeisterung vermittelt.
    Das Buch ist kein Reiseführer! Aber geeignet, Reiseleidenschaft zu wecken, um Ungeahntes zu entdecken.

    [amazon template=banner easy]




Deutsche beziehen heute doppelt so lang Rente wie 1960

Rente, renter, am rentesten – Rentner in Deutschland beziehen heute 19,6 Jahre Rente. Das ist annähernd doppelt so lang wie vor 57 Jahren, sprich 1960.1960 bezogen die Menschen durchschnittlich 9,9 Jahre Rente. In Zukunft wird die Bezugsdauer der Rente eher noch weiter steigen.

 

Die Deutsche Rentenversicherung hat ausgerechnet, dass Rentner in Deutschland allein in den vergangenen 20 Jahren etwa 3,6 Jahre länger Rente beziehen als davor. Der Grund ist klar: Wir leben länger, so der Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel. Im Schnitt leben wir in Deutschland bis 79,5 Jahre. Frauen leben der „Apotheken Umschau“ bis 83,1 Jahre, Männer bis 78,2 Jahre – eine Differenz von 4,9 Jahren.

Japaner leben länger

Deutschland gehört in punkto Lebenserwartung dabei nicht einmal zu den Weltmeistern. Dieser Titel steht den Japanern zu, die im Schnitt eine Lebenserwartung von 85 Jahren haben. Deutschland ist in punkto Lebenserwartung nur gutes Mittelfeld. In Europa sind es vor allem Isländer,  Norweger und Schweizer, die deutlich länger leben.

Länger leben, länger Rente beziehen

Eine längere Lebenserwartung bedeutet auch eine längere Bezugszeit der Rente. Spätestens, wenn der Babyboomer-Jahrgang 1964 in Rente geht, wird die Reformdebatte richtig hochkochen. Es werden dann die Forderungen lauter, das Rentenalter weiter nach oben zu setzen. Denn, eines dürfte klar sein: Die Rentenkasse kommen wegen der steigenden Lebenserwartung und der steigenden Bezugszeit der Rente enorm unter Druck.

Mehr Rente ab Juli 2018

Wie sieht es sonst mit der Rentenversicherung aus? Was gibt’s Neues in punkto Rente? Die Rentenversicherung nimmt mehr Geld ein: Der November war sogar der Monat, mit den höchsten Pflichtbeitragseinnahmen. Deswegen sinkt der Rentenbeitrag 2018 auch von 18,7 auf 18,6 Prozent. Die Rentner können sich parallel dazu auf höhere Renten freuen. Zum 1. Juli 2018 sollen die Bezüge der Ruheständler um 3,09 Prozent im Westen und um 3,23 Prozent im Osten steigen.

Rentenniveau fällt auf 45 Prozent

Noch läuft’s richtig gut, aber das wird so nicht bleiben. Gunkel zufolge wird das Rentenniveau bis 2030 auf 45 Prozent fallen. Danach geht es sogar noch weiter nach unten. Ein niedrigeres Rentenniveau bedeutet auch niedrigere Renten.

Beitragssatz und Nettorentenniveau vor Steuern bis 2045. Das Niveau der Rente sinkt und der Beitragssatz steigt

Beitragssatz und Nettorentenniveau vor Steuern bis 2045. Das Rentenniveau sinkt und der Beitragssatz steigt

Gunkel warnt davor, die langfristige Perspektive in der Rentenversicherung nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn so ab 2025 die besonders geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird sich die finanzielle Situation der Rentenversicherungen deutlich verschärfen. Es sei davon auszugehen, dass die Nachhaltigkeitsrücklage dann deutlich zusammenschrumpft. Das ist aber vernünftig, denn momentan zahlt die Rentenversicherung für die Rücklage Strafzinsen an die Europäische Zentralbank, weil ihr Chef Mario Draghi Negativzinsen eingeführt hat.




Wie oft Männer und Frauen ab 60 noch Sex haben

Sex mit 60 – oder gar 70, vielleicht sogar mit 80? Ein Thema, das lange Tabu war. Erst in den vergangenen Jahren wird das Thema Sex im Alter öffentlich diskutiert. Ja, selbst Filme inszenieren Sex im Alter. Gestern hat das Thema Sex im Alter gestern noch mitleidiges Lächeln provoziert. Heute ist es heute fast schon selbstverständlich.

22 Millionen über 60 Jahre

Womit das wohl zusammen hängt? Wir, die Gruppe der 60plus-Generation, wird immer größer. Mittlerweile sind mehr als 22 Millionen hierzulande über 60 Jahre alt – weit mehr als jemals zuvor. Wir, die Babyboomer, sind nicht nur viele, sondern auch noch vergleichsweise fit. Wir 68er- oder Post-68er sind in einer Ära relativer Freizügigkeit aufgewachsen.

Wir haben länger Lust, als gesellschaftlich goutiert wird. Jüngere glauben vielleicht, sie hätten das Thema für sich gepachtet. Das stimmt natürlich nicht, schon lange nicht mehr. „Die Vorstellung, Sex sei nur für die Jungen, ist seit einiger Zeit bei ihnen in Bewegung geraten“, sagt die Liebesexpertin Andrea Micus.

Das Portal Fernarzt hat in die Schlafzimmer gespäht. Dabei hat Fernarzt interessante Fakten herausgefunden. Es fragte nach der Zufriedenheit mit dem eigenen Sex- und Liebesleben und nach dem vernachlässigten Thema Sex im Alter. Interessant natürlich das Thema „Sex im Alter“.

Wie oft hat die 60plus-Generation noch Sex?

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf www.fernarzt.com.

Wie Fernarzt herausfand, heißt Alter nicht unbedingt Lust-Verlust. Der Befragung zufolge haben deutsche Frauen und Männer zwischen 50 und 70 noch durchschnittlich alle zwei Wochen Sex. Danach wird’s zwar seltener, endet aber noch lange nicht. Männer über 70 kommen noch auf annähernd zehn Mal Sex pro Jahr. Frauen jenseits der 70 kommen nur auf etwa zwei Mal Sex. Bei vielen führe der nachlassende Leistungsdruck dazu, dass Sex im Alter als besonders schön und befriedigend empfunden werde.

Sex noch mit 80 Jahren

Übrigens, James-Bond-Darstellerin Judi Dench will auch mit ihren 82 Jahren nicht auf den Spaß im Bett verzichten. Sie „sieht nicht ein, dass sich das Sex-Leben ändern sollte, nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat“, wie sie von wize.life zitiert wurde.

Wenn bei älteren Paaren die Lust auf die Lust eingeschlafen ist, habe das oft nichts mit den Wechseljahren zu tun, klärt der Sex-Therapeut Volker van den Boom auf. Es sei meist einfach ein Zeichen dafür, dass Sex für beide Partner nicht befriedigend ist. Aber das muss ja nicht so bleiben. Wozu haben wir unsere Kreativität.




Warum bloggende Männer eine eigene Plattform brauchen

Brauchen bloggende Männer eine eigene Plattform? Ja! Bloggende Frauen netzwerken schon längst, Männer sind da eher im Hintertreffen. Das muss ja nicht so bleiben, deswegen gibt es seit kurzem mit menbloggers eine Plattform für bloggende Männer und Männerthemen.

Wer sich in der Blogosphäre umsieht, entdeckt so viele einfühlsame, intelligente, interessante und animierende Blogs von Frauen, aber nur wenige von Männern. Da fällt mir Unruhewerk von Maria Al-Mana ein. Uschi Ronnenberg hat das Verzeichnis Blogs50plus aufgebaut, mit Unterstützung von Maria. Karin Hertzer hat den Münchner Blogger Stammtisch ins Leben gerufen. Dann natürlich die Lady Bloggers, darunter Susanne Ackstaller, Conny Doll, Anja Frankenhäuser, Stepanie Gruppe, Valérie Müller und Claudia Steinlein. Ferner sind da ja noch die Lifestyle-Bloggerinnen auf Youtube wie Nilam Farooq oder Lisa Banholzer und Tanja Trutschnig mit ihrem Blogger Bazaar. Nicht zu vergessen Ronja Pfuhl mit ihrem Blog FoodnPhoto.

Menbloggers für bloggende Männer

Da stellt sich doch die Frage, warum es offensichtlich so wenige bloggende Männer gibt. Kein Interesse fürs Bloggen? Oder haben sie schlicht keine Zeit und schreien sich stattdessen im Fußballstadion die Lunge aus dem Leib? Sind ihnen Biergarten und Pornos lieber? Vielleicht sind sie ja so mit ihrer Karriere beschäftigt, dass fürs Bloggen die Muße fehlt. Kann es sein, dass seichte Konversation nichts für harte Männer ist?

Natürlich gibt es bloggende Männer und Männerblogs, die sind nicht immer leicht zu finden. Das war der Beweggrund für mich, eine entsprechende Plattform für bloggende Männer zu bauen – menbloggers will diese Lücke schließen. men bloggers ist die Bühne für Männer-Blogger und bloggende Männer – und seit 25. Oktober 2017 so richtig online.

men bloggers wird eine Sammlung von Männer-Blogs und soll die ganze Bandbreite von Themen widerspiegeln. men bloggers will nicht werten, sondern nur sammeln und helfen, sich zu orientieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Bitte liebe bloggenden Männer tragt euch bei menbloggers sein, damit möglichst viele erfahren, was Männer so machen.




Warum „Rente“ ein Wahlkampfthema ist

Die Union möchte das Thema „Rente“ am liebsten ganz aus dem Bundestagswahlkampf heraus halten. Das wiederum will der Sozialverband VdK der Union nicht durchgehen lassen und gibt sich kämpferisch. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher legte die Finger in die Wunde und fordert die „soziale Spaltung zu stoppen“. Ihre Bestandsaufnahme fällt wenig schmeichelhaft für Bayern aus.

Rentenpolitik auf dem Prüfstand

Der VdK stellt die Pflege- und Rentenpolitik auf den Prüfstand und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als beispielsweise die Union und vor allem als CSU-Chef Horst Seehofer, der den Freistaat als „Vorstufe zum Paradies“ betrachtet. Nicht von ungefähr titelt der „Münchner Merkur“ „so (un)sozial ist Bayern wirklich“. Klar, dass die Union dieses Thema aus dem Wahlkampf am liebsten nicht ansprechen will. „Eine Reform ist unausweichlich, Experten warnen bereits vor den Folgen“, schreibt die „Zeit“. Die CDU wolle deshalb eine Kommission einsetzen, die bis 2019 Vorschläge erarbeiten soll.

Davon könne beileibe keine Rede sein, so Mascher. Die Armutsgefährdung für Ältere in Bayern sei sehr hoch. „Die Quote der Empfänger von Grundsicherung im Alter hat sich zwischen 2010 und 2015 von 2,1 auf 2,8 Prozent erhöht“. Das dürften schätzungsweise 120 000 ältere Menschen sein, die ohne Hilfe vom Staat nicht über die Runden kommen. Dabei ist das sicher nur die halbe Wahrheit, denn 60 Prozent gehen nach Schätzung von Armutsforschern nicht zum Amt, um einen Antrag auf Grundsicherung zu stellen – „aus Unwissenheit, aber vor allem aus Scham“, so Mascher.

In Bayern nicht alles weiß-blau

Das ist ein anderes Bild, als die bayerische Sozialministerin Emilia Müller so gern in ihrem Sozialbericht zeichnet. Und dieses Bild würde die CSU gern auch im Bundestagswahl wie eine Monstranz vor sich hertragen – oder das Thema „Rente“ am besten gleich ganz ignorieren. In ihrem Wahlprogramm schreibt die CSU, eine Kommission werde Antworten für die Rente nach 2030 liefern. „Die Weiterentwicklung der Rente nach 2030 soll in einem gesellschaftlichen Konsens unter Einbeziehung der Tarifpartner geregelt werden“, so die windelweiche Formulierung. Sie will eine Rentenkommission einsetzen, „die bis Ende 2019 Vorschläge erarbeiten soll“. Das heißt letztlich, das Thema „Rente“ auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschieben. „Bis 2030, also 13 Jahre lang, de facto Stillstand bei der Rentenpolitik?“, fragt Mascher. Das werde es mit dem VdK nicht geben.

Nöte von Rentnern

Dabei sind die Nöte vieler Rentner drängend – auch und gerade im reichen Bayern. Die Mieten machen gerade ältere Münchner ärmer. In München sind die Mieten von 2007 bis 2015 um 28 Prozent gestiegen. Viele müssen sogar beim Essen sparen oder Flaschen sammeln gehen, um sich ihre Wohnung überhaupt noch leisten zu können. Manche müssen gar in billigere Wohnungen umziehen.

Armutsgefährdung wächst

Insofern dürfte es nicht sonderlich wundern, dass die Armutsgefährdung in Bayern dem VdK zufolge bei über 65-Jährigen bei 21,8 Prozent – die durchschnittlichen bayerischen Werte, sprich den „Landesmedian“ zugrunde gelegt. Besonders hart trifft es ältere Frauen in Bayern, „denn 24,4 Prozent von ihnen haben ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze“, so Mascher.

Die Armutsgefährdung wird sich künftig eher noch verschärfen, denn die Neurenten erreichen in Bayern kaum noch die Armutsschwelle, die in Bayern derzeit bei 1025 Euro pro Monat liegt – viele Neurenten liegen unter dieser Schwelle, ablesbar auch an den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Die durchschnittliche Altersrente bei Männer liegt nur knapp über dieser Schwelle, bei Frauen liegt der Durchschnitt eklatant darunter.

Durchschnittliche Renten von Bestandsrentnern in Bayern 2015

RegierungsbezirkRenten gesamtRenten wegen Erwerbsminderung Renten wegen Alters Renten wegen Todes   
MännerFrauenMännerFrauenGesamtWitwenWitwerWaisen
Oberbayern779.89774.39740.741094.16653.65546.23608.68290.8170.06
Niederbayern689.63800.56732.771020.83527.02497.8550.74263.24174.15
Oberpfalz692.79778.65722.431029.64534.24512.15568.28263.57172.81
Oberfranken735.15774.48747.91052.78628.26520.99575.18301.96175.31
Mittelfranken767.91754.28728.781101.13647.22543.38606.12296.38170.2
Unterfranken738.22791.5724.351104.56552.86540.98602.18266.34174.49
Schwaben743.12767.57734.791078.26599.08529.04591.62277.19170.79
Bayern gesamt747.95776.56734.31078.12610.41532.11592.03283.39171.82

Quelle: VdK/Deutsche Rentenversicherung

Durchschnittliche Renten von Neurentnern in Bayern 2015

RegierungsbezirkRenten gesamtRenten wegen Erwerbsminderung Renten wegen Alters Renten wegen Todes   
MännerFrauenMännerFrauenGesamtWitwenWitwerWaisen
Oberbayern729.51742.39681.521029.41657.39482.51619.02275.91167.29
Niederbayern673.97758.65650.441031.63526.19447.63569.89229.58176.17
Oberpfalz691.32756.46649.691066.65553.06453.57575.26236.28174.96
Oberfranken710.22746673.921054.54630.46459.28585.57273.4173.51
Mittelfranken729.62737.03654.891066.555654.22478.44615.35281.68167.05
Unterfranken724.94776.52644.761101.55585.4480.27619.21239.3172.38
Schwaben707.15747.38667.221032.31596.67469.12604.01253.05169.63
Bayern gesamt714.87750.66663.951048.88615.59471.14603.81260.96170.32

Quelle: VdK/Deutsche Rentenversicherung

Mütterrente muss besser werden

Die VdK-Präsidentin stößt die Kritik der Wirtschaft sauer auf, die sich über „zu viele Rentengeschenke“ beklagt. Gemeint ist die Mütterrente – der VdK hat erreicht, dass die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder von einem auf zwei Jahre pro Kind aufgestockt wurden. Der VdK will aber die Gleichstellung – und fordert die Aufstockung auf drei Jahre pro Kind, wie es für Kinder, die nach 1992 geboren wurden mittlerweile selbstverständlich ist. Damit nicht genug, Frauen, die Grundsicherung beziehen, wird die dank Kindererziehungszeiten höhere Rente mit der Grundsicherung verrechnet. Der VdK fordert deswegen einen Freibetrag von 200 Euro. Mascher meint, „Kinder groß gezogen zu haben, darf nicht weniger wert sein, als über einen Versicherungskonzern eine private Altersvorsorge abgeschlossen zu haben“. Der VdK kennt viele Beispiele von Frauen, die auf diese 200 Euro dringend angewiesen wären.

Mehr Geld für Erwerbsgeminderte

Mütterrente ist nicht der einzige Stein des Anstoßes: Der VdK fordert von der Politik die Abschaffung der Rentenabschläge für Erwerbsminderungsrentner, die eben wegen diesen Abschlägen von 10,8 Prozent in hohem Maß armutsgefährdet seien.

Leider ist auch die vermeintliche Verbesserung durch das Pflegegesetz eher eine Verschlechterung. Der VdK sieht viele Verlierer. Es könne nicht sein, dass Pflegebedürftige Anspruch nur auf dem Papier hätten. Bayern habe besonders hohe Hürden aufgebaut bei der Auswahl eines Pflegedienst-Anbieters, die viele einfach nicht erfüllen können. Von Flächendeckung für die konkrete Entlastung im Alltag könne keine Rede sein – „und wenn überhaupt vorhanden, sind die Anbieter oft auf Monate ausgebucht“. Ambulante Dienste seien oft so teuer, „dass oft nicht mehr als drei, vier Stunden pro Monat dafür herausspringen“. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen fühlen sich nach Meinung Maschers oft verschaukelt, weil sie zwar Pflegestufe eins anerkannt bekommen haben, aber die Leistungen nirgends abrufen können.

Desaster bei Kurzzeitpflege

Besonders viel im Argen liege bei der Kurzzeitpflege. Kurzzeitpflege, so viel zur Erklärung, ist dafür gedacht, dass pflegende Angehörige auch einmal Urlaub machen können. Aber dafür müsste Plätze geben. „Tatsächlich finden Betroffene in Bayern aber kaum solche Angebote, die Zahl der Kurzzeitpflegesätze sinkt sogar mehr und mehr“, prangert Mascher an. So seien im März 2012 in 205 bayerischen Heimen 966 feste Kurzzeitpflegeplätze angeboten worden, im März 2017 seien es nur noch 796 Plätze gewesen. Allein das sagt schon viel über den desolaten Zustand in Bayern aus.

Soziale Spaltung stoppen

Der VdK lässt die Muskeln spielen mit seiner Aktion „soziale Spaltung stoppen“. Was durchaus verständlich ist, hat er doch nach eigenen Angaben allein im Juli 2017 immerhin 4226 neue Mitglieder gezählt – „ein Rekord“, so der VdK-Landesvorsitzende in Bayern Michael Pausder. Insgesamt habe der VdK in Bayern 665 000 Mitglieder. Und „VdK-Mitglieder werden immer kämpferischer und aktiver“. Bei den sieben bayerischen VdK-Großveranstaltungen im Juli 2017 seien die Hallen mit 600 bis 700 Besucher überall „rappelvoll“ gewesen.

Wie gut kennt ihr euch bei Rente und Altersvorsorge aus?

Renten-Quiz

Das Thema Rente geht Junge und Alte an, denn die Noch-Beitragszahler werden irgendwann selbst Rentenempfänger. Was weißt du über Rente, Demographie, Altern und Ruhestand?

Bestenliste: Renten-Quiz

maximal 10 Punkte
PlatzNameEingetragen amPunkteErgebnis
Tabelle wird geladen
Keine Daten verfügbar

 

 

 

 

 

 

 




Warum die Rente mit 63 so stark gefragt ist

2016 waren es mehr als 241 000, die die abschlagsfreie Rente mit 63 gestellt haben, 2017 dürfte es vermutlich weniger sein. Dazu kommen noch die Arbeitnehmer, die mit Abschlag früher in Rente gehen. Warum ist die Rente mit 63 Jahren so gefragt?

Mal ehrlich, wer die Möglichkeit hat, geht früher – Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Arbeitsleben ist in den vergangenen Jahren stressiger geworden, viele Stellen für Ältere stehen auf der Kippe. Dazu kommen noch gesundheitliche Einschränkungen. Es wird ab 60 einfach mühsamer. Das gilt sowohl physisch wie psychisch. Wer gehen kann, geht häufig. Das lässt sich an den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung ablesen.

Warum gehen 63-Jährige?

Obwohl die Unternehmen immer wieder beteuern, wie teuer ihnen die Alten sind – nur wenige unternehmen etwas, um ältere Beschäftigte zu motivieren, doch zu bleiben. Woher kommt’s, dass 63-Jährige nicht mehr wollen? Sie hören doch nicht auf, weil es ihnen so gut geht und sie sich im Job wohl fühlen – das Gegenteil ist der Fall. Der Druck hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – „Arbeitsverdichtung“ nennt sich das verharmlosend. Sie wollen unsinnigen Ansagen aus der Führungsetage nicht mehr einfach mitmachen. Dann jedes Mal die Angst, vom Teller zu fallen – Beispiele dafür gibt’s genug. Erinnert sei nur an Siemens oder die Medienbranche, die vor allem versucht, Ältere los zu werden. Tatsächlich gehen Männer im Schnitt mit 63,9 Jahren in Rente und Frauen mit 64,2 Jahren in Rente, so die Deutsche Rentenversicherung. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag bezogen auf 2016 bei 64,1 Jahren.

Bosch als Ausnahme?

Sicher ist das nicht überall so, angeblich soll das bei Bosch beispielsweise ganz anders sein. Dazu führte die „Stuttgarter Zeitung“ mit dem Bosch-Geschäftsführer Christoph Kübel ein Interview, in dessen Rahme Kübel sagte: „Wir analysieren und zertifizieren dort zum Beispiel jeden Arbeitsplatz im Hinblick auf gesundheitliche Aspekte. Damit stellen wir sicher, dass Mitarbeiter auch jenseits der 60 noch arbeiten können“. Bosch hat sogar eine Tochtergesellschaft gegründet, die Pensionäre für Projekte vermittelt. Bosch ist indes eher die Ausnahme als die Regel, wie sonst ließen sich die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung deuten. Die Forderung von Stephan Sandrock, Leiter des Fachbereichs Arbeits- und Leistungsfähigkeit beim Institut für angewandte Arbeitswissenschaft  „Arbeitsplätze sollten altersgerecht eingerichtet werden“, klingt zwar gut, die Realität sieht meist anders aus.

 

Gesetz macht’s möglich

Dass so viele vorzeitig gehen, verdanken sie dem Gesetz für „Altersrente für langjährig Versicherte“, das im Juli 2014 in Kraft trat. Das Gesetz für „besonders langjährig Versicherte“ wurde schon 2012 eingeführt. Danach können Arbeitnehmer in Deutschland, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, ohne Einbußen bei ihrer gesetzlichen Altersrente vorzeitig in den Ruhestand gehen. Ansonsten wird das reguläre Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2029 auf 67 Jahre angehoben.

Das Gesetz kommt meist Männern zugute. Annähernd drei Viertel derjenige, die die vorgezogene Rente in Anspruch nehmen, sind Männer, denn Frauen haben leider keine durchgehende Erwerbsbiografie.

 

Beamte als Vorreiter

Am meisten davon betroffen ist der öffentliche Dienst. Der Anteil der Betriebe liegt dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge bei mehr als 30 Prozent. In anderen Branchen seien es deutlich weniger, die früher in Rente gehen wollen.

Was machen die Betriebe, wenn die Alten gehen? Mehr als die Hälfte der Betriebe plane Neueinstellungen, nur ein Viertel wolle mit internen Umstrukturierungsmaßnahmen reagieren, etwa durch technische und organisatorische Veränderungen, um die Älteren halten.

Ost-West-Unterschiede

Zwischen West- und Ostdeutschland sind dabei deutliche Unterschiede festzustellen. Im Westen sind dem IAB zufolge elf Prozent der Betriebe betroffen, in Ostdeutschland 15 Prozent. Das liege an der Altersstruktur, das heißt, in ostdeutschen Betrieben sind die Beschäftigten älter.

 

Eine Frage zum Schluss: Wer hat bereits Erfahrungen gemacht mit der Rente ab 63? Würde mich auf Reaktionen freuen.