Zusammen weniger allein – warum nicht in eine Senioren-WG ziehen?

Wie wohnen im Alter? Besser früher als zu spät darüber nachdenken. Wir werden immer älter und wir Alten werden immer mehr. Wie wäre es denn mit einer Senioren-WG?

Immer mehr Menschen sind im Alter auf die Pflege durch fremde Personen angewiesen. Während sich früher meist die Familienmitglieder um die Betreuung der Älteren kümmerten, leben viele Senioren heute alleine. Hinzu kommt, dass die Menschen ein immer höheres Alter erreichen und der Anteil an alten Menschen an der Bevölkerung steigt. Während derzeit 21 Prozent der Deutschen über 65 Jahre alt sind, werden es bis 2030 schon 30 Prozent sein. Grund genug, sich möglichst frühzeitig über die Wohnsituation im Alter Gedanken zu machen.

Pflegeplätze kaum noch bezahlbar

Wer keine Angehörigen hat, die bereit und in der Lage sind, die Pflege selbst zu übernehmen, ist auf Hilfe durch professionelle Pflegekräfte angewiesen. Altersheime sind jedoch eine kostspielige Angelegenheit. Ein Pflegeheimplatz in Deutschland kostet im Schnitt 3.300 Euro im Monat. Nach Abzügen der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung muss die eigene Rente bis auf einen Betrag von knapp 110 Euro an Taschengeld für den Eigenanteil aufgewendet werden. Dieser beträgt durchschnittlich um die 1700 Euro im Monat – viel mehr, als die meisten Senioren mit ihrer Rente abdecken können.

In diesem Fall sind die nächsten Angehörigen gesetzlich dazu verpflichtet, einzuspringen – sofern es ihnen finanziell möglich ist. Wer dazu in der Lage ist, sollte sich deshalb rechtzeitig um eine private Pflegeversicherung bemühen, die im Alter für zusätzliche finanzielle Entlastung sorgen kann.

Pflegeheimplätze sind aber nicht nur teuer, sie genießen hierzulande auch nicht den besten Ruf. Darüber hinaus finden viele Senioren die Vorstellung schrecklich, nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden leben zu können. Es ist wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie und wo wir unseren Lebensabend verbringen möchte und welche Alternativen zum Pflegeheim zur Verfügung stehen.

Möglichst frühzeitig in eine Senioren-WG

Eine Alternative zum Altersheim kann für viele Menschen eine sogenannte Senioren-Wohngemeinschaft sein. Das Zusammenleben mit mehreren älteren Personen in einem Haus oder einer Wohnung hat gleich mehrere Vorteile:

  • Wir laufen weniger Gefahr, im Alter zu vereinsamen
  • Bewohner können sich gegenseitig unterstützen
  • Mietkosten und Ausgaben können geteilt werden
  • Pflege kann gemeinsam organisiert werden

Trotz aller Vorteile ist die Gründung einer Senioren-WG jedoch nicht ganz einfach, denn die Ansprüche an eine geeignete Immobilie sind hoch. Sie muss nicht nur die richtige Raumaufteilung haben, sondern nach Möglichkeit barrierefrei sein, um dort auch noch mit einer eingeschränkten Mobilität wohnen zu können.

Supermarkt um die Ecke

Wichtig sind auch nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung sowie Arztpraxen und kulturelle Angebote, die leicht zu erreichen sind. Die richtigen Mitbewohner für eine Senioren-WG zu finden, gehört sicherlich auch nicht zu den leichtesten Aufgaben – schließlich müssen alle Mitglieder auch zueinander passen und sich sympathisch sein. Um mögliche Konflikte bereits im Voraus zu vermeiden, gehören feste Regeln zu einer Wohngemeinschaft unter Senioren ebenso wie zu einer Studenten-WG.

Wer sich für das Wohnen in einer Senioren-WG interessiert, sollte sich möglichst frühzeitig dazu entschließen und dort einziehen, solange er noch halbwegs fit und unabhängig ist.

 

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Pensionskassen geraten wegen Nullzins in die Schieflage

Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist.

Es knirscht vernehmlich im Gebälk der Pensionskassen. Erst Anfang Dezember verbot die Finanzaufsicht Bafin der Pensionskasse der Caritas das Neugeschäft, weil der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, so die Rechtsform, die Solvabilitätskapitalanforderung nicht erfüllt und sich weigert, sein Geschäft nachhaltig zu sanieren. Das lässt darauf schließen, dass die Pensionskasse auf Dauer ihren Verpflichtungen den Betriebsrentnern gegenüber nicht mehr nachkommen kann. Kein Wort davon auf der Homepage der Kölner, die nur mitteilen, dass der bisherige Chef Christof Heinrich geht und Olaf Keese seinen Posten übernimmt.

Pensionskassen in der Bredouille

Beschäftigte von Kirche und Caritas, deren Betriebsrente über die Pensionskasse läuft, müssen sich auf Einbußen gefasst machen. Wie der Verein selbst schreibt (in der Pressemitteilung über den Wechsel des Vorstandsvorsitzenden), die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der Kasse führe dazu, „dass eine Herabsetzung der Leistungen im Raum steht“. Kein Wort, was das konkret bedeutet. Die Pensionskasse der Caritas ist allerdings nicht die einzige, die Betriebsrenten kürzen wird, auch deren Schwester, die Kölner Pensionskasse, kränkelt und darf schon seit September kein Neugeschäft mehr ankurbeln.

Nullzinsphase belastet

Der Dritte im Bunde ist die Deutsche Steuerberater-Versicherung, die Pensionskasse der steuerberatenden Berufe. Ganz versteckt auf ihrer Homepage stellt die Pensionskasse fest, dass für 2017 annähernd 18 Millionen Euro fehlen und die  „Solvabilitätskapitalanforderung nicht mehr bedeckt ist“ – und für 2018 droht ebenfalls eine Unterdeckung.

Das sind momentan drei von 136 Pensionskasse mit 9,25 Millionen Versicherten, die Probleme haben, aber es werden sicher mehr werden, denn die Nullzinsphase ist ja längst nicht zu Ende. Wenn die Träger keine Mittel nachschießen, wird es eng und die Pensionskassen müssen Leistungen kürzen und Beiträge erhöhen.

Anleihen bringen nichts mehr

Ursache ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi. Da den Pensionskassen bei der Anlage die Hände gebunden sind, haben sie ihr Vermögen von rund 164 Milliarden Euro weitgehend in Anleihen gesteckt – nur bringen die immer weniger. Die gutverzinsten Alt-Anleihen laufen langsam aus und für neue gibt’s keinen Zins mehr. Ausbaden müssen es die Betriebsrentner.

Andere Träger haben es erst gar nicht so weit kommen lassen und schossen Geld nach, darunter BASF, der seine Pensionskasse mit 317 Millionen Euro versorgteFondsprofessionell zufolge braucht auch die Baden-Badener Pensionskasse eine Geldspritze – die BBP ist die Pensionskasse von ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle. Der Nachschuss wird sich wohl letztlich auf die Rundfunkgebühr auswirken, denn es ist die Rede von einem Nachschuss in dreistelliger Millionenhöhe.

Rentenfaktor nach unten korrigiert

Damit nicht genug, schon in den vergangenen Jahren hat sich die Nullzinspolitik Draghis auf den Rentenfaktor der Pensionskassen ausgewirkt. Dem „Versicherungsboten“ zufolge hat „mehr als jede sechste Pensionskasse in den letzten zehn Jahren ihre Verrentungsfaktoren zu Ungunsten der Versicherten nach unten korrigiert“. Die Größte Pensionskasse ist, sprich die BVV Versicherungsverein für das Bankgewerbe, hatte dem Tagessspiegel“ zufolge bereits zum 1. Januar 2017 ihre Rentenzusagen um gut 24 Prozent deutlich nach unten korrigiert. Ein niedrigerer Rentenfaktor bedeutet niedrigere Betriebsrenten. Was ist der „Rentenfaktor“: „Damit der Versicherer eine Garantie für die Rentenzeit geben kann, kalkuliert er die Rentenhöhe in Bezug auf ein fiktiv angespartes Kapital – in der Regel je 10.000 Euro“, erklärt das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Versicherer.

Die größten Pensionskassen in Deutschland

Versicherung Versicherte 
Anlagevolumen in Mio. EuroAnwärterRentner
BVV Versicherungverein des Bankgewerbes28540351661114367
Allianz PK AG1191685821323008
Bayer-Pensionskasse89794276556635
BASF Pensionskasse81899441751220
Hoechst-Gruppe PK73794469753833
ZVK Bau AG58691143300358308
Hamburger PK von 1905582767623153114
Sparkassen PK AG49003615378686
Degussa-Hüls PK45424200524292
Allianz Vorsorgekasse44124968725276
ERGO PK41084603817458
Pro bAV Pensionskasse AG32212549552287
R+V Pensionsvers.30324492118988
VBL*286236801826646
Neue Leben PK23491484993112
Generali Deutschland23461637512360
R+V Pensionskasse23121589163600
Hamburger Pensionsrück20907897916512
Wacker Chemie PK2072172728234
Gothaer PK20283238124242
* Die Angaben beziehen sich nur auf den von der BaFin beaufsichtigten Teil der freiwilligen Versicherung.

Quelle: Bafin

Alles in allem also schlechte Nachrichten für Betriebsrentern, die in einen Pensionskasse einzahlen.




Riester läuft langsam aus dem Ruder

Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder.

Wie übel die Riester-Rente beleumundet ist, lässt sich daran ablesen, dass trotz einiger Verbesserungen die Zahl der Riester-Verträge dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zufolge schrumpft und ein Fünftel nicht mehr bespart wird. Das ist ein Desaster, denn Riester sollte eigentlich die Versorgungslücke schließen, die sich durch das Sinken des Niveaus in der gesetzlichen Rente öffnet. Der Staat hat es doch tatsächlich geschafft, Riester kleinzukriegen.

Die Zahlen sprechen für sich: 2015 waren es 16,49 Millionen Riester-Verträge, 2016 dann 16,57 Millionen und 2017 rund 16,59 Millionen, seitdem geht es aber bergab. Im ersten Quartal 2018 waren es nur noch 16,58 Millionen, im zweiten Quartal mit 16,57 noch mal weniger und im dritten Quartal schließlich nur noch 16,568 Millionen. Rund 20 Prozent der Verträge ruhen, das heißt sie sind Karteileichen. Von Januar bis September ging der Bestand um rund 25 000 Verträge zurück.

Riestervertraege

Die Zahl der Riesterverträge stagniert und ist seit vergangenem Jahr sogar rückläufig

Riester läuft aus dem Ruder

Wie wenig Riester ankommt, lässt sich daran ablesen, dass seit 2015 ja die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gestiegen ist, die Riester-Zulage ist 2018 sogar von 154 auf 175 Euro gestiegen und Riester-Verträge wurden mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz in der Auszahlphase sozialversicherungsfrei gestellt. Das hat aber alles nichts genutzt, denn mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass sich Riestern nicht lohnt und Riestern viel zu kompliziert ist.

Riester zu teuer und zu kompliziert

Wer sich die Riester-Statistik anschaut, begreift schnell, warum die Zahl der Verträge schrumpft. Die Mehrzahl der Sparer hat sich auf die Versicherungslösung eingelassen. Leider bleibt nach Abzug von Abschlussprovisionen und Verwaltungsgebühren nichts mehr von der einmal propagierten Rendite übrig, wie das auch der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger in seinem Buch „Alt, arm und abgzockt so schön beschreibt. Mittlerweile haben das die Kunden begriffen und zahlen nicht mehr ein oder schließen eben keinen Riester-Vertrag mehr ab. Die Zahl der Versicherungsverträge ist binnen sechs Jahren von rund elf Millionen auf 10,8 Millionen geschrumpft – das sind 200 000 weniger.

Einfache Sparpläne wären die Lösung

Die einzig brauchbare Lösung scheint heute der Riester-Banksparplan. Dumm nur, dass Anbieter damit nichts verdienen und das Produkt aus dem Angebot genommen haben. Mittlerweile gibt es nur noch die Sparkasse Holstein, die einen Riester-Banksparplan anbietet. Die Mainzer Volksbank, einer der wenigen neben der Sparkasse Holstein, hat den Vertrieb des Riester-Banksparplans Anfang Dezember 2018 eingestellt.

Beim Riester-Banksparplan zahlt der Sparer monatlich in den Vertrag ein. Auf Verzinsung braucht der Riester-Sparer allerdings nicht hoffen, denn der Leitzins ist bei null – und das wird sich so schnell nicht ändern. Dank Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), sind die Zinsen abgeschafft.

Wer klärt neutral über Riester auf?

Dabei lohnt es sich durchaus zu riestern, allein schon wegen der Zulagen, die für einen Single bei 175 Euro liegen, für jedes Kind kommen noch bis zu 300 Euro dazu – plus Steuergutschrift. Wer will, kann sich die Höhe der Förderung ganz individuell online mit dem Riester-Rechner ausrechnen lassen. Davon hat aber nur dann ein Sparer etwas, wenn Banken und Versicherungen sich bei den Gebühren zurückhalten. Die Sparkasse Holstein nimmt keine Abschluss- und Vertriebsprovision, pro Jahr verlangt sie zehn Euro Verwaltungskosten. Das heißt umgekehrt, den Riester-Sparern bleibt damit mehr übrig. Das ist den meisten anderen Banken und Sparkassen zu wenig, weswegen sie den Vertrieb eingestellt haben. Nur, das sagt Riester-Sparern niemand, ausgenommen Finanztip.




Wie die EZB den Deutschen die Ruhestandsplanung ruiniert

Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft.

Wer schon mal auf dem Münchner Oktoberfest war, weiß was Geldentwertung heißt. Bekam der Wiesn-Besucher die Maß 2008 noch für 8,30 Euro, so zahlt er 2018 bereits 11,50 Euro dafür. Das ist eine Inflationsrate von 3,3 Prozent. Anders ausgedrückt, seine 8,30 Euro von damals sind heute noch 5,99 Euro wert, also nur noch eine halbe Maß – und die gibt’s auf dem Oktoberfest nicht. Bei einer Inflation von zwei Prozent, so wie es die Europäische Zentralbank (EZB) anstrebt – und mittlerweile erreicht hat – sind in zehn Jahren aus einem Euro 82 Cent geworden. Übrigens, kann das jeder mit dem Inflationsrechner selbst ausrechnen. Im November betrug die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt sogar 2,3 Prozent. Niemand sollte angesichts der Probleme in der Euro-Zone hoffen, dass sich das so schnell ändert. Italien verschuldet sich immer höher, Frankreich auch – da kann eine EZB die Zinsen nicht erhöhen.

Ruhestandsplanung im Eimer

Wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann schrumpft das Realvermögen, sprich das, was sich Verbraucher dafür leisten können. Nominal hat der Sparer zwar morgen noch genau so viel auf dem Konto wie heute, nur kann er sich damit immer weniger kaufen. Also wird er immer ärmer. Klingt logisch, oder? Nicht für die Deutschen. Entweder können oder wollen sie nicht rechnen, denn wie anders lässt sich erklären, dass im dritten Quartal 2018 laut Bundesbank mehr als 2,37 Billionen Euro – in Ziffern 2 371 000 000 000 – unter Matratzen, auf Giro- und Tagesgeldkonten und Sparbüchern vor sich verkommen.

„Nur“ 640 Milliarden Euro waren in Aktien und 576 Milliarden in Fonds investiert. Das Vermögen zerrinnt den Deutschen Monat für Monat zwischen den Fingern, weil es für Sparguthaben und für Tagesgeld keine Zinsen mehr gibt. Dabei bräuchten sie das Geld so dringend im Alter, um die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch die Absenkung des Rentenniveaus immer weiter öffnet.

Draghi lacht sich ins Fäustchen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit Urheber dieser finanziellen Katastrophe, lacht sich ins Fäustchen. Warum sind die Deutschen auch so blöd, denkt er sich im Stillen. „Selber schuld“, so sein Kommentar, den er mittlerweile schon mehrfach geäußert hat. Ihm ist egal, dass die Deutschen durch die Minus-Zins-Politik der EZB enteignet werden.  Seit 2011, so hat die comdirect ausgerechnet, verlieren die Deutschen pro Jahr dieser systematischen Enteignung geschuldet mehr als 34 Milliarden Euro, umgerechnet auf jeden Haushalt sind das 872 Euro Realzinsverlust.

Sozialkassen werden durch EZB geschröpft

Das Perfide daran, auch die gesetzliche Rente ist von Draghis Enteignungspolitik betroffen, denn die Deutsche Rentenversicherung muss ihre Reserven bei der EZB parken, wo sie Strafzinsen zahlt. Das gleiche gilt für die anderen Kassen der Sozialversicherung. Vater Staat freut sich drüber, denn er bekommt Geld geschenkt, ja noch besser, Gläubiger zahlen ihn sogar dafür, dass sie ihm Geld leihen dürfen.

Betriebsrentner leiden unter Draghi

Selbst, wer eine Betriebsrente in Form einer Kapitallebensversicherung hat, wird am Ende deutlicher weniger bekommen, als er einmal gedacht hat. Denn die Versicherungskonzerne verlieren wegen Draghi ebenfalls Geld, da sie das Geld der Versicherten ja weitgehend in Staatsanleihen anlegen müssen, die nichts mehr bringen, zumindest die neueren.

Rentenniveau bei 48 Prozent eingefroren

Düstere Aussichten für die kommenden Jahre, in denen die Babyboomer-Generation in Rente geht, denn das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent wird auf diesem Stand eingefroren – vorerst nur bis 2025, was danach passiert, kann sich jeder selbst ausrechnen. Der Staat muss angesichts der Babyboomer-Welle zwangsläufig das Rentenniveau senken, um die Renten zahlen zu können. Nachkommende Generationen schauen in die Röhre.

Leider wird sich daran auch so schnell nichts ändern, wie die Vermögensberater von Ypos meinen. Eine nachhaltige Wende der Geldpolitik in der Eurozone erscheine nur sehr schwer vorstellbar. „Die finanzielle Repression ist also heute in den Schlagzeilen kaum noch präsent, aber in den Auswirkungen auf die Vermögensentwicklung wirkungsvoller denn je“, so Ypos.

Systematischer Vermögensverzehr

Wie hoch der Vermögensverzehr ist, zeigt die Grafik von Ypos. Bei einer Inflationsrate von 2,3 Prozent verlieren Anleger mit fast allen Anlageformen Realvermögen, sprich Kaufkraft. Nur noch mit Schrottanleihen ist Geld zu verdienen, allerdings gehen Anleger damit eine extrem hohes Risiko ein.

ypos-inflationscheck

Der Inflationscheck von Ypos zeigt klar, dass sich mit den üblichen Sparformen das Vermögen nicht erhalten lässt. Wer sein Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto bunkert, verliert systematisch Kaufkraft. Quelle: Ypos




Crowdfunding – eine Alternative für den Ruhestand?

Auf dem Sparbuch gibt’s keine Zinsen mehr und für Staatsanleihe auch nicht. Wie also im Ruhestand Geld anlegen? Schon mal über die Alternative Crowdfunding nachgedacht? Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach – viele Kleine finanzieren ein größeres Projekt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi schmiert Anleger mit ihrer Nullzinspolitik aus. Crowdfunding ist eine Alternativen, um sich davon unabhängig zu machen – unkonventionell, aber durchaus lohnend.

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist in den letzten Jahren sehr beliebt geworden. Dabei investieren viele kleine Anleger in ein Projekt, um es zu realisieren. Diese Gruppenfinanzierung bietet sich für verschiedenen Bereiche an.

Immobilien als Chance

Besonders beliebt ist Crowdfunding bei Immobilien. In den vergangen zehn Jahren hat das Immobilien-Crowdfunding in Deutschland einen regelrechten Boom erfahren und liegt deutlich vor allen anderen Crowdfunding-Arten. Ein Grund dafür: Fast jeder kann sich etwas darunter vorstellen, deshalb liegen hier die Hürden des ersten Investments längst nicht so hoch. Interessant sind aber vor allen Dingen die kurzen Laufzeiten und die hohen Verzinsungen.

Wie funktioniert Immo-Crowdfunding?

Eine Crowdfunding-Plattform kümmert sich um alles, sprich um Finanzierung, Prüfung der Baugenehmigung und Abwicklung der Zahlung. Sie ist Mittler zwischen Investoren und Baufirma. Die Anleger erfahren, wie weit der Bau fortgeschritten ist und wie es um die Finanzierung steht. Die Crowdfunding-Plattform sucht die Projekte aus, schließlich muss sie den Kopf hinhalten, wenn etwas schief läuft. Für den Anleger ist es wichtig, sich die Crowding-Plattform genau anzuschauen. Wie die richtige Crowding-Plattform finden? Ein guter Anlaufpunkt für Kleinanleger ist sicherlich das Portal Exporo, das unter Tagesgeldzinsen.com etwas genauer unter die Lupe genommen wird.

Hinter den eigentlichen Projekten stehen Baufirmen, die das Projekt und die Vertragsgestaltung vorstellen. Sie haben dann meist zwei bis sechs Wochen Zeit, um die gewünschte Summe zusammen zu bekommen. Das Geld kommt in dieser Zeit auf ein Treuhandkonto.

18 bis 36 Monate Laufzeit

Immobilien-Crowdfunding-Projekte laufen in der Regel über 18 bis 36 Monate, mit denen Investoren zwischen vier bis sechs Prozent jährlich verdienen können, wobei die Konditionen vom Projektgeber vorgeschlagen werden. Durch die ganze Struktur der Plattformen und der Verträgen, die beim Crowdfunding abgeschlossen werden, ist diese Anlagemöglichkeit relativ sicher. Dies ist sicher auch einer der Gründe, warum sie immer beliebter wird.

Wichtig zu wissen, bei den meisten Immobilienprojekten ist Crowdfunding nur ein Teil der Gesamtfinanzierung. Immobilienprojekte werden häufig zum größten Teil mit Bankkrediten finanziert. Dies bietet den Anlegern noch mehr Sicherheit. Durch das höhere Eigenkapital mit dem Crowdfunding können Bauunternehmer bessere Konditionen bei den Banken heraushandeln und das ganze Projekt effizienter abwickeln. Dadurch können dann auch Kleinanlegern höhere Zinserträge ausgezahlt werden. Eine gute Lösung für beide Parteien.

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.




Wie sich die Steuern für Rentner stetig erhöhen

Wenn 80-Jährige plötzlich eine Steuererklärung machen müssen, kann irgendetwas nicht stimmen – oder? Durch die Rentenerhöhungen müssen Rentner Steuern zahlen, obwohl sie vorher nicht zahlen mussten. Wie kann das sein?

2018 gab’s im Westen 3,22 Prozent mehr Rente, im Osten sogar 3,37 Prozent mehr. 2019 wird es eine Rentenerhöhung in ähnlicher Höhe geben. Damit müssen immer mehr Rentner Steuern zahlen, weil ihre Rente über dem Grundfreibetrag liegt. 2019 dürfte es wieder 50 000 Rentner treffen, die erstmals Steuern zahlen. Rentner trifft die kalte Progression gleich doppelt.

Durch das Alterseinkünftegesetz von 2005 steigt der Steueranteil für Neurentner von Jahr zu Jahr: 2005 war nur die Hälfte der Einkünfte im Alter zu versteuern, 2018 ist der zu versteuernde Anteil bereits bei 76 Prozent – und er steigert pro Jahr weiter, bis 2040 schließlich hundert Prozent zu versteuern sind.

Wie ist das mit dem Besteuerungsanteil?

Jahr des Vorgesehener steuerfreier 
RentenbeginnsBesteuerungsanteil*Beitragsanteil
20055050
20065250.41
20075450.87
20085651.4
20095851.98
20106052.59
20116253.25
20126453.96
20136654.7
20146855.46
20157056.28
20167257.17
20177458.01
20187658.95
20197859.95
20208061
20218162.09
20228263.37
20238364.52
20248465.83
20258567.2
20268668.62
20278770.04
20288871.43
20298972.8
20309074.15
20319175.49
20329276.79
20339378.04
20349479.25
20359580.43
20369681.57
20379782.67
20389883.74
20399984.78
204010085.82

Jedes Jahr höhere Steuern

Der Staat erhöht seine Steuern schleichend von Jahr zu Jahr, weil er sich ein perfides System einfielen ließ. Der steuerfreie Anteil bleibt nämlich ein Leben lang gleich, die Preise aber steigen von Jahr zu Jahr – und so müssen prozentual immer mehr Rentner Steuern zahlen. Klingt kompliziert, ist kompliziert – also der Reihe nach. Das lässt sich am besten an einem Beispiel erklären: Wer also beispielsweise 2018 in Rente geht, muss mit einem steuerpflichtigen Anteil von 76 Prozent rechnen, umgekehrt sind 24 Prozent steuerfrei. Nehmen wir an, der Rentner bekäme 1200 Euro Rente, dann ist sein zu versteuernder Anteil bei 76 Prozent oder 912 Euro, der steuerfrei Anteil bei 288 Euro. 288 Euro bleiben also bis in alle Ewigkeit steuerfrei. Klingt ja schon mal nicht schlecht. Allerdings bleibt es bei diesen 288 Euro, auch wenn die Rente steigt. Angenommen, die Rente steigt in den kommenden zehn Jahren bis auf 2000 Euro, dann beträgt der steuerfreie Anteil trotzdem nur 288 Euro. Prozentual sind 288 Euro von 2000 Euro dann aber nicht mehr 24 Prozent, sondern nur noch 14,4 Prozent. Das heißt, durch die Rentenerhöhungen kassiert der Staat immer mehr von der Rente.

2018: 288 Euro = 24 Prozent von 1200 Euro
2028: 288 Euro = 14,4 Prozent von 2000 Euro

Je höher die Rente steigt, desto weniger bleibt prozentual steuerfrei. Selbst wer zu Beginn seiner Rente unter dem Existenzminimum lag, wird künftig wegen dieser kalten Progression Steuern zahlen. 2018 waren das immerhin rund 180 000 Rentner mehr, 2019 werden es voraussichtlich weitere 50 000 Rentner sein.

Schleichende Enteignung durch den Staat

Damit nicht genug, der Staat kassiert die Rentner auch über die Inflation ab – und das funktioniert so: Der Grundfreibetrag (Existenzminimum) steigt in der Regel um zwei Prozent. So stieg der Grundfreibetrag von 2017 auf 2018 von 8820 Euro (Single) auf 9000 Euro. Das sind zwei Prozent. Die Inflation im November lag bei 2,4 Prozent, im Oktober bei 2,5 Prozent und im September bei 2,3 Prozent. Wenn aber die Inflation über der Erhöhung des Grundfreibetrags liegt, wird ein Teil, zugegeben, ein kleiner Teil des Existenzminimums besteuert. Dazu kommt, dass häufig die für Rentner relevanten Preise besonders steigen. Im November 2018 waren das laut Statistischem Bundesamt Zwiebeln (plus 41 Prozent), Heizöl (plus 41 Prozent), Gurken (plus 39 Prozent), Kartoffeln (plus 27 Prozent).

Viele auf Grundsicherung angewiesen

Noch ein Wort zum Grundfreibetrag: 16 von den 21 Millionen Rentnern bleiben unter dem Grundfreibetrag von zurzeit 750 Euro (9000 ./. 12) monatlich liegen. Sie sind damit theoretisch auf Grundsicherung angewiesen. Eine halbe Millionen beziehen Grundsicherung, Anspruch haben bestimmt weit mehr, aber viele schämen sich, zum Amt zu gehen.

Zahl der Grundsicherungsbezieher gestiegen

   20062016
DeutschegesamtAltersgrenze und älter364535525595
davon
bis 70138063184120
70 bis 7589110123549
75 und älter137362217926
männlichAltersgrenze bis 70119821216869
davon
bis 705693988469
70 bis 753307454886
75 und älter2980873514
weiblichAltersgrenze und älter244714308726
davon
Altersgrenze bis 708112495651
70 bis 755603668663
75 und älter107554144412
AusländergesamtAltersgrenze und älter74247130323
davon
Altersgrenze bis 703155945121
70 und älter4268885202

Denn, so eine Faustregel der Rentenversicherung, wer weniger als monatlichen 838 Euro hat, sollte einmal durchrechnen, ob er Grundsicherung bekommen könnte. Die Grundsicherung wird unabhängig davon gezahlt, ob jemand bereits eine Altersrente oder eine Rente wegen voller Erwerbsminderung bekommt.

Das Sonderheft „Rente 2019“ von „Plus“ hat einmal durchgerechnet, wie ein Rentner, der 2013 in Rente ging und zu Rentenbeginn keine Steuern zahlte, schon drei Jahre später steuerpflichtig wird.

Hier die Rechnung (in verkürzter Form):

Ein Rentner geht 2013 mit 1080 Euro in Rente

Berechnung Freibetrag
Rente pro Jahr (12 x 108o)            = 12 960 Euro
– steuerpflichtiger Anteil 66 %        =   8 554 Euro
—————————————————————–
Steuerfreibetrag                                  4 406 Euro

2013
Rente pro Jahr (12 x 1080)            = 12 960 Euro
– Freibetrag                                     =  4 406 Euro
——————————————————————
zu versteuern                                      8 554 Euro
Grundfreibetrag 2013                          8 130 Euro

Der Rentner liegt über dem Grundfreibetrag, praktisch muss er keine Steuern zahlen dank sonstiger Freibeträge, Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale.

2016 (Rentenerhöhung 5,95 %, plus Erhöhungen Vorjahre)

Rente pro Jahr (12 x 1202,53)         = 14 430,36 Euro
Freibetrag                                         =  4 406,00 Euro
———————————————————————-
zu versteuern                                      10 024,36 Euro
Grundfreibetrag 2016                           8 652,00 Euro

Der Rentner liegt 1372 Euro über dem Grundfreibetrag und zahlt erstmals Steuern.

2017 (Rentenerhöhung 3,59 %)
Rente pro Jahr (12 x 1245,70)         = 14 948,40 Euro
Freibetrag                                         =   4 406,00 Euro
———————————————————————–
zu versteuern                                       10 542,40 Euro
Grundfreibetrag 2017                             8 820,00 Euro

Der Rentner liegt 1722,40 Euro über dem Grundfreibetrag und muss seine Rente sicher versteuern.

2018 (Rentenerhöhung 3,37 %)
Rente pro Jahr (12 x 1287,68)         = 15 452,16 Euro
Freibetrag                                         =  4 406,00 Euro
———————————————————————-
zu versteuern                                       11 046,16 Euro
Grundfreibetrag 2018                             9 000,00 Euro

Der Rentner liegt 2046,16 Euro über dem Grundfreibetrag und muss noch mehr Steuern zahlen als 2017.

JahrGrundfreibetragZuwachsInflation
200476641.6
2005766401.6
2006766401.5
2007766402.3
200876642.22.6
200978342.10.3
2010800401.1
2011800402.1
201280041.52
201381302.71.5
201483541.40.9
201584722.10.3
201686521.90.5
201788202.01.8
201890001.92
20199168

Höhere Pauschbeträge gefordert

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass der Staat Rentner systematisch steuerlich höher belastet. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) fordert deswegen, dass „zum einen der steuerliche Anteil der Rente langsamer steigen sollte und Rentenerhöhungen nicht zu 100 Prozent versteuert werden“. Auch die Beträge, die Senioren bei der Steuer abziehen dürfen, müssen dem BdSt zufolge überprüft werden. So liege der Werbungskosten-Pauschbetrag beispielsweise seit dem Jahr 1954 unverändert bei 102 Euro pro Jahr. Ein wichtiger Lösungsansatz liege auch bei der Einkommensteuererklärung selbst – denn anders als bei Arbeitnehmern bieten die Finanzämter für Rentner keine vereinfachte Steuererklärung an. Eine Reform ist überfällig.

Das heißt, Rentner müssen sich noch viel stärker als in der Vergangenheit mit dem Thema Steuern auseinandersetzen und jede legale Möglichkeit nutzen, Steuern zu sparen. Das heißt, Belege zu sammeln und sich schlau zu machen, was sich alles absetzen lässt. Steuern sparen ist keine Kunst, sondern eher Fleißarbeit, die sich aber lohnt.




Sterbegeldversicherung – welche und für wen?

Spätestens Mitte unserer 60er Jahre fangen wir an zu überlegen, was passiert, wenn das Leben endet. Wo die letzte Ruhestätte finden, wie soll das Begräbnis ablaufen? Wer wird sich um alles kümmern? Wer trägt die Kosten? Soll ich eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Manchmal kommen einem diese Gedanken beim Tod eines nahen Verwandten wie der Eltern oder eines der Geschwister. Beerdigung, Grabstein und das ganze Drumherum können zur Belastung werden. Wie vorsorgen? Lohnt es sich, die Hinterbliebenen gegen die Bestattungskosten abzusichern? Die Beerdigung kostet einige Tausend Euro, die im Zweifel von den Nachkommen getragen werden müssen. Wer keine Möglichkeit hat, eine solche Summe bis zu seinem Tod anzusparen, belastet ganz automatisch die Nachkommen. Damit es dazu nicht kommt, kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Was gilt es zu beachten?

 

Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr

Eine private Sterbegeldversicherung ähnelt an sich der Lebensversicherung. Vor dem Vertragsabschluss wird eine Summe festgelegt, die die Nachkommen – oder vertraglich vereinbarte Personen – im Todesfall des Versicherten erhalten. Die Unterschiede liegen in der Höhe des Versicherungsbetrags: Während die Lebensversicherung die Finanzierung des Lebensunterhalts (notfalls auch des eigenen) ermöglichen soll und dementsprechend oftmals einige Hunderttausend Euro beträgt, soll die Sterbegeldversicherung vor allem die Kosten für die Bestattung decken, welche in Deutschland derzeit – bei einer Gästezahl von rund 30 Personen, mit Kaffee und Trauerrede – etwa mit einer Summe von 3000 bis 9000 Euro veranschlagt werden kann. Die Kosten schwanken regional und natürlich auch mit der Ausführung der Feier sowie weiterer Einzelheiten. Anfang der 2000er wurde noch Sterbegeld durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, was seit 2004 allerdings nicht mehr der Fall ist – hierdurch wurden Sterbegeldversicherungen erst interessant.

Wartezeit beachten

Bei der Auswahl der Police sollten einige Dinge beachtet werden. Das mag vielleicht makaber klingen, nach dem Abschluss der Versicherung muss eine sogenannte Wartezeit – also von Vertragsabschluss bis Eintreten des Versicherungsfalls – eingehalten werden. Innerhalb dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen nicht die volle Versicherungssumme, sondern nur die bereits eingezahlten Beiträge. Das heißt: nicht allzu lang warten mit dem Abschluss. In der Regel wird allerdings bei einem plötzlichen Unfalltod eine Ausnahme gemacht; bei einem solch tragischen und unvorhersehbaren Ereignis zahlen die Versicherungsunternehmen meist den vollen Betrag. Dennoch gibt es Unterschiede: Bei vielen Tarifen beträgt die Wartezeit vier Jahre, einige Versicherungen zahlen hingegen bereits nach drei Jahren aus. Grundsätzlich zieren sich die Versicherer bei Suizid.

Versicherungssumme bei Bedarf anpassen

Weiterhin bieten einige Policen eine sogenannte Erhöhungs0ption. Üblicherweise haben die Policen eine Laufzeit von zehn bis 20 Jahren. In dieser Zeit verliert das Geld an Kaufkraft und die Kosten für eine Beerdigung steigen, weshalb es also nach einiger Zeit durchaus sinnvoll sein kann, die Versicherungssumme anzupassen. Dazu erlauben auch einige Versicherer einen Zugriff auf das angesparte Kapital, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen und die Sterbegeldversicherung in diesem Fall einem anderen Zweck zugeführt werden. Sind keine Nachkommen vorhanden oder sollen diese sich nicht um die Grabpflege kümmern müssen, können auch Assistenz-Leistungen im Tarif mit aufgenommen werden, diese funktioniert ebenfalls über externe Anbieter. Dabei kann es sich neben der bereits erwähnten Grabpflege auch um eine Schadensversicherung für die Grabstätte handeln, sodass ein vollständiger Versicherungsschutz von Bestattung über Grabpflege bis zur Bewahrung der Erinnerungsstätte geboten wird.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist im Grunde eine ganz normale Versicherungspolice. Es lohnt sich zu vergleichen. Denn trotz ähnlicher Leistungen unterscheiden sich die Tarife zum Teil erheblich. Letztlich geht es um den monatlichen Beitrag und die Flexibilität.

Die Kernpunkte vergleichen

Entsprechende Tarife können sowohl online als auch beim eigenen Versicherungsberater unverbindlich verglichen werden. Wichtig ist:

  • Auszahlungssumme im Sterbefall
  • eventuelle Zusatzleistungen (Grabpflege)
  • Einzahlungssumme
  • Wartezeit
  • Flexibilität
  • Laufzeit und Erhöhungsoption
  • Transparenz des Anbieters

Was auch noch zählt: wie vertrauenswürdig ist der Versicherer. Deswegen gilt es immer auch Hintergrundinfos zu beschaffen und nicht blind auf vermeintlich verlockende Tarifaussagen zu vertrauen – ein Grund, warum hier besonders die großen Namen für Leben- und Sterbegeldversicherungen gefragt sind.

Nicht vergessen – rechtzeitig abschließen. Das entspannt das Verhältnis zu den Nachkommen.

 

 

Bild: unsplash.com @Sigurdur Fjala Jonsson




Wann kappt die CDU den Doppelbeitrag?

Gegen die neue Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die CDU-Führung hat der Parteitag beschlossen, den doppelten Krankenkassenbeitrag von Betriebsrenten abzuschaffen. Wann fällt der Doppelbeitrag weg?

Wenn es nach Thomas de Maizière gegangen wäre, müssten die Betriebsrentner – und Direktversicherungen wurden per Gesetz 2003 dazu gemacht – noch bis zum Sanktnimmerleinstag warten, bis der doppelte Krankenkassenbeitrag abgeschafft würde. Die Mehrheit der Parteitagsdelegierten hat sich jedoch gegen die CDU-Führung durchgesetzt und sich dafür ausgesprochen, den Doppelbeitrag zu kippen. De Maizière warnte vor der finanziellen Belastung durch die Abschaffung des Doppelbeitrags. Es war ihm jedoch nicht der Rede wert, dass die CDU Millionen von Altersvorsorgern 2003 kalt enteignet hat mit diesem nachträglich eingeführten Doppelbeitrag.

Doppelbeitrag soll kippen

Nicht alle in der CDU sind so verbohrt wie Thomas de Maizière. Carsten Linnemann, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, hat die Entscheidung, die 2004 dazu geführt habe, dass Arbeitnehmer „sogar den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbetrag bezahlen“ müssten, als falsch angeprangert. Die CDU halte die Geschädigten schon viel zu lange hin.

Auch der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann forderte, den Doppelbeitrag abzuschaffen. Millionen Menschen seien betroffen, „die den Sinn und den Geist der privaten und betrieblichen Altersvorsorge verstanden haben und sich im Alter vielleicht auch etwas mehr gönnen möchten“, wird Beermann von „Fonstrategie antizyklich“ zitiert.

Betriebsrentner fehlen 5,8 Millliarden pro Jahr

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Maag hat laut „Spiegel Online“ ausgerechnet, um wie viel die Betriebsrentner – und darunter auch die mit einer Direktversicherung – jährlich zahlen müssen: Es sind 5,8 Milliarden Euro – 5,8 Milliarden Euro, die den Betriebsrentner fehlen.

Die durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) Geschädigten wehren sich schon seit langem. Einige haben sich dem Verein Direktversicherungsgeschädigten (DVG) angeschlossen. Nur so wird dieses Unrecht einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. Zumindest Linnemann, Beermann und Maag sowie die Mittelstandsvereinigung plus Junge Union haben verstanden, nicht jedoch die CDU-Führung, die Betriebsrentner noch länger abzocken möchte. Der Parteitag habe, so die „Süddeutsche“ sich gegen die CDU-Führung durchgesetzt und mit großer Mehrheit beschlossen, dass die sogenannte „Doppelverbeitragung“ von Betriebsrenten und Direktversicherungen zur Altersvorsorge abgeschafft werden soll.

Aus Freigrenze soll Freibetrag werden

Das GMG sieht noch so einige Ungereimtheiten vor, darunter die Frei- oder Bagatell-Grenze von 152,50 Euro. Bis zu dieser Grenze bleiben Betriebsrentner frei von Beiträgen. Linnemann forderte laut n-tv , dass auf jeden Fall die bisherige Freigrenze durch einen Freibetrag ersetzt werden müsse.

Übrigens, in der ursprünglichen Version des Koalitionsvertrags zwischen SPD und CDU/CSU war die Abschaffung des Doppelbeitrags enthalten. Die CDU hat diesen Passus in der endgültigen Fassung streichen lassen.

 

Bild: CDU / Laurence Chaperon




Danke sagen mit kreativen Sprüchen und Zitaten

„Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag …“ – viele werden das Lied kennen. Wir sollten jeden Moment schätzen und dankbar sein, für das, was andere Menschen für uns tun. Warum einem lieben Menschen das nicht einfach sagen – mit einer Nachricht, einer Postkarte oder einem kleinen Geschenk?

In unserem Leben gibt es gute und schlechte Momente geben, die dafür da sind, uns freundlicher, stärker und besser zu machen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude – an der Lebensweisheit ist etwas dran. Freunde und Familie helfen uns, Trauer leichter zu überwinden und Freude voll auszukosten. Dafür gebührt ihnen ein Dankeschön.

Zeit, Danke zu sagen

Gerade jetzt ist die Zeit, sich wieder daran zu erinnern. Schickt euren Verwandten und Freunden seelenvolle Dankessprüche, um sie an die kleinen Freuden im Leben zu erinnern, um ihnen aufrichtig zu danken und zu zeigen, wie wichtig sie euch sind. Diese kreativen Sprüche und Zitate sind genau das, was ihr braucht, um eure Gefühle auszudrücken.

Lest euch diese Sprüche und Zitate durch – ihr findet sicher etwas Passendes.

Danke-Sprüche für Hilfe

Wie passende Worte finden, um wunderbaren Menschen für ihre Hilfe, Unterstützung und ihren Glauben zu danken? Wie wäre es mit den folgenden!

  • „Deine Zeit sehr kostbar ist
    du trotzdem immer hilfsbereit bist
    wenn es für mich mal schwierig wird
    meine Dankbarkeit dein Haupt ziert.“
    – Ute Nathow
  • Für Deine Hilfe möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken.
    Ohne Dein Verständnis und Deine Unterstützung wäre mein Leben grau und traurig. Danke Dir für alles.
  • „Es möchten tausend Blumenherzen
    dir Dank und Liebe zeigen,
    weil du so hilfreich mir gewesen
    in Müh und schweren Zeiten.
    Ich möchte dir den Himmel
    im schönsten Glanze schenken
    und im tiefsten Innern
    immer an dich denken.“
    – Monika Minder
  • „Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken.“ – Johann Wolfgang von Goethe
  • Ich kann nicht erklären, wie dankbar ich bin.
    Vielen Dank für Deine Hilfsbereitschaft,
    für Deine Freundlichkeit und echte Herzlichkeit.
  • „Was uns allen zumeist fehlt, ist das tiefe, dauernde Bewusstsein des wirklichen Elends auf Erden, sonst würden wir über den Gefühlen einerseits des Mitleids, andrerseits des Dankes ganz der kleinlichen Misere des eigenen Lebens vergessen.“
    – Christian Morgenstern
  • Du hast mich in den schwierigsten Zeiten meines Lebens unterstützt. Du hast mir geholfen, an mich zu glauben und eine andere Person zu werden. Du hast die Freundlichkeit mit mir geteilt und mein Herz mit Wärme erfüllt. Danke.
  • „Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch.“ – Wilhelm Busch
  • Danke, dass Du mich letzte Nacht zum Ausgehen überredet hast. Deine Hilfe ist von unschätzbarem Wert. Die verlorene Brieftasche, der Kampf, die gebrochene Hand – das alles war es wert!
  • Ich habe noch nie eine aufrichtigere, freundliche und hilfsbereite Person getroffen. Ich danke Gott dafür, dass Du in dieser Welt bist. Alles, was Du für mich tust, ist unbezahlbar.

Danke-Freundin-Sprüche

Freunde sind die Menschen, die immer verstehen, unterstützen, helfen und euch nie verlassen werden. Erinnert ihr euch, wie dankbar ihr ward, eine Freundin zu haben? Außerdem zeigt eurer Freundin, dass ihr glücklich seid, sie in eurem Leben zu haben.

Verwendet diese Danke-Freundin-Sprüche, um zu zeigen, dass eure Freundin einzigartig ist.

  • Viele Menschen können meine Stimmung verbessern, aber nur Du kannst mein Herz zum Singen bringen und meine Seele zum Guten leuchten. Danke, liebe Freundin.
  • Nur Du kannst mit Balsam meine geistigen Wunden bedecken und mich von Traurigkeit heilen. Du bist mein Lichtstrahl.
  • Du hast mir geholfen, wichtige Dinge zu finden. Ich habe mein Lächeln, meinen Mut und meinen Glauben gefunden.
  • Deine Unterstützung, Deine Hilfe, Deine Fürsorge, Dein Vertrauen in mich sind von unschätzbarem Wert. Du bist die beste Freundin in der Welt. Danke, dass Du in meinem Leben bist.
  • Einmal sagte Marie von Ebner-Eschenbach: „Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten.“ Danke, dass Du meine Freundin bist.
  • Wenn ich weine, bist Du bei mir. Wenn ich lache, bist Du bei mir. Wenn ich dumme Dinge tue, unterstützt Du mich. Du bist die zweite Hälfte meiner Seele. Unsere Freundschaft ist unzerbrechlich.
  • Du bist mein Leitstern. Ich kann Dir folgen, wenn ich mich verirrt habe und Du meinen Weg beleuchtest. Ich könnte nicht dankbarer sein, weil ich Dein Freund bin.
  • Mein Leben ist so gesegnet mit einigen der erstaunlichsten Menschen. Danke, dass Du ein Teil meiner Reise bist.
  • „Niemand sieht die Dinge wie Du,
    fühlt wie Du, denkt wie Du,
    spricht wie Du …
    Du bist einzigartig.“
    – Markus P. Baumeler
  • „Ein wahrer Freund ist ein Geschenk des Himmels.“ – Friedrich der Große

Lustige Danke-Zitate

Wenn ihr euch bei jemandem bedanken möchtet, ist nichts besser, als ein Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern. Drückt eure Dankbarkeit auf wunderbare Weise aus – durch lustige Danke-Zitate. Hier sind einige großartige Ideen:

  • „Danke, dass Du dir beim Kochen immer so Mühe gibst.“ – unbekannt
  • „Ich bat Gott, mir einen guten Ehemann zu geben und Du hast Gott nicht um eine gute Frau gebeten, also hast Du mich empfangen. Vielen Dank für Deine Geduld.“ – unbekannt
  • „Ich danke Deinen Eltern, dass sie genau diese Gene zusammengeworfen haben.“ – unbekannt
  • „Du hast mein Jahr so viel verrückter gemacht. Danke.“ – unbekannt
  • „Ich bringe keine Blumen und auch keine Pralinen, Danke sag ich trotzdem, denn ich tu Dich sehr lieben.“ – unbekannt
  • „Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht / Und Undank wird!“ – Sophokles
  • „Was du mit Geld nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank.“ – Deutsches Sprichwort
  • „Ich bin dankbar für jedes Lachen, außer wenn Milch aus meiner Nase kommt.“ – Woody Allen
  • „Tadle Gott nicht, weil er den Tiger erschaffen hat. Danke ihm dafür, dass er dem Tiger keine Flügel verlieh.“ – äthiopisches Sprichwort
  • „Dankbarkeit zu empfinden und sie nicht zu zeigen, ist wie ein Geschenk einzupacken und es niemandem zu geben.“ – William Arthur Ward

Kurze Danke-Zitate

Manchmal braucht ihr nicht tausend Worte, um eure Dankbarkeit auszudrücken und das Herz einer anderen Person zu wärmen. Diese Zitate helfen euch, auf rührende Weise „Danke“ zu sagen.

  • Danke, dass Du immer an mich glaubst und mich unterstützt.
  • Danke, dass Du mein Leben aufgehellt hast und ein wenig Licht in diese fahle Welt gebracht hast.
  • Du hast mir die Inspiration gegeben, die ich brauchte. Vielen Dank.
  • Ich bin gesegnet, einen so wunderbaren Freund wie Dich zu haben.
  • Ich bin so dankbar, dass ich jeden Moment meines Lebens mit Dir teilen kann.
  • Danke Oma, dass Du mir beigebracht hast, wie man die leckerste Suppe kocht!
  • Ich schätze alles, was Du für mich tust.
  • Danke, dass Du mir geholfen hast, selbst zu bleiben und nicht den falschen Weg im Leben zu wählen.
  • Alle meine guten Erinnerungen sind mit Dir verbunden. Du bist wunderbar.
  • Um Deine Witze zu verstehen, brauche ich den ganzen Tag. Danke, dass Du mich immer zum Lachen gebracht hast.

 

Bildquelle: http://fruchtknall.de/WebRoot/Ecab/Shops/22540l/5378/A456/D8EC/8D0C/85BB/0A0C/05ED/9250/Grusskarte3_ml.jpg




CDU will Vertrauen von Betriebsrentner zurückgewinnen

Mit einem Federstrich haben Ulla Schmidt (SPD) und Horst Seehofer (CSU) 2003 Millionen von Betriebsrentner enteignet. Einige Mitglieder der CDU wollen das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewinnen. Ob ihnen das gelingt?

Wer über eine Betriebsrente – und Direktversicherungen wurden per Gesetz dazu gemacht – vorsorgt, muss sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlungsphase Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das hat 2003 Rot-Grün mit Hilfe der CDU und der CSU durchgesetzt. Auf dem Parteitag der CDU in Hamburg Anfang Dezember wollen die CDU-Mittelstandsvereinigung und der Kreisverband der CDU Minden-Lübbecke die bestehende Ungerechtigkeit beseitigen.

CDU hat Betriebsrentner abgezockt

Ob die CDU da mitspielt? Der CDU-Kreisverband Minden-Lübbecke hat an den 31. Bundesparteitag einen entsprechenden Antrag gestellt, um diese Abzocke zu beseitigen. Im Antrag selbst wird dem Kreisverband zufolge konkret die Rücknahme der ab dem 1. Januar 2004 bestehenden vollen Beitragspflicht für die vollen Sozialabgaben (gemeint sind hier der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil) aus arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherungsverträgen gefordert. Die konkrete Rückzahlungsabwicklung der bereits erhobenen Beiträge solle durch eine eigene Ausführungsverordnung geregelt werden.

Altersvorsorger sind die Dummen

„Über sechs Millionen Arbeitnehmer haben in den 80er und 90er Jahren auf Anraten der Politik für ihr Alter privat vorgesorgt, indem sie unter anderem Lebensversicherungen, sogenannte Direktversicherungen, abgeschlossen haben; mit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Januar 2004 wurde aber seitens der Krankenkassen für diese Direktversicherungen rückwirkend eine Beitragspflicht abgeleitet und zwar bei Kapitalauszahlung ein auf Basis von 120 Monatsbezügen berechneter Betrag in Höhe des jeweiligen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteils“, schildert Die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Kirstin Korte die Lage. Das hat mächtig Ärger bei den Betroffenen ausgelöst. Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) machte und macht mobil gegen diese Abzocke durch die Politik. „Die Gesetzesänderung 2004 erfolgte somit ohne Vertrauens- und Bestandsschutz für die Altverträge“, merkt Kirstin Korte richtig an.

Zehn Jahre lang zahlen

Die Geschädigten werden jeden Monat wieder an diese Ungerechtigkeit erinnert, weil sie insgesamt zehn Jahre Krankenkassenbeiträge zahlen müssen. Jeden Monat wächst die Zahl der Geschädigten, weil bedingt durch Laufzeiten bei Lebensversicherungen von bis zu 25 bis 30 Jahren und die zehnjährige Beitragszahlung dieses Problem noch einige Jahrzehnte bestehen werde. Jährlich erreichen die Beitragsbescheide Korte zufolge rund 250 000 Betroffene. „Mit dem Wissen, dass dieser Vorteil durch die Sozialversicherungsbeiträge im Alter zunichtegemacht wird, wären die Verträge damals nicht abgeschlossen worden, denn alternativ waren auch private Kapitallebensversicherungen möglich, die zwar aus dem Nettoeinkommen bezahlt werden, jedoch flexibler und bei Auszahlung komplett steuer- und sozialabgabenfrei waren,“ so Korte. „Die Gesetzesänderung von 2004 hat einen schwerwiegenden Vertrauensverlust in die Politik und in den Rechtsstaat zur Folge“, ist sie sich sicher. „Die entstandene Ungerechtigkeit wollen wir mit unserem Antrag korrigieren und das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen“, so ihr Anspruch.

Was die CDU noch alles auf ihrem Hamburger Parteitag diskutiert, haben die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ zusammengetragen. Dazu gehören beispielsweise

Dienstpflicht

„CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in ihrer Partei offenbar einen Nerv getroffen, als sie im Sommer die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht zum Thema machte. Gleich zwölf Anträge aus unterschiedlichen Lagern der Union greifen die Dienstpflicht auf.

Doppelte Staatsbürgerschaft

„Seit 2016 liegt ein von der Jungen Union initiierter Parteibeschluss vor, der den Doppelpass ablehnt. Doch unter Verweis auf die Zwänge der damaligen Koalitionsvereinbarung mit der SPD setzte sich Kanzlerin Merkel damals darüber hinweg. Damit wollen sich viele Delegierte nicht abfinden – das Thema kommt jetzt wieder zur Sprache.“

Solidaritätszuschlag

Die Mittelstandsvereinigung will die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags in der laufenden Legislaturperiode.

Foto: CDU/Tobias Koch