Wie ein Fischfilet à la Papa gebraten wird

Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, die am besten schmecken. Das gilt auch für Fisch. Kein Chichi, kein Senf, kein Kokos, kein Pecorino – einfach nur Zitrone und Wein, sonst nichts. Geht schnell und schmeckt gut. So gelingt ein Fischfilet à la Papa.

Langer Rede, kurzer Sinn – beim Fischfilet à la Papa kommt es allerdings auf die Zubereitung an. Das Mehl muss gesiebt werden, damit es keine Klumpen bildet. Der Fisch sollte auch nicht mit dicker Mehlpampe überzogen werden, sondern nur mit einer hauchdünnen Schicht.

Fischfilet à la Papa

Für zwei Personen sind 0,5 Kilo ausreichend. Das können Filets vom Rotbarsch, Seelachs oder Kabeljau sein. Mit einem Schuss trockener Weißwein – es kann auch Sekt sein – bekommt der Fisch eine spezielle Note.




Die Groko sabotiert die Altersvorsorge in großem Stil

Die Große Koalition, kurz Groko, tut alles, um die Altersvorsorge zu sabotieren. Sie enteignet viele, die selbstverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Riester ist gescheitert; Direktversicherte werden von der Krankenkasse geschröpft. Nicht von ungefähr schwimmen die Krankenkassen im Geld.

Säulen der Altersvorsorge wackeln

Sobald der Staat im Spiel ist, muss der Bürger um sein Geld fürchten. Das gilt ganz besonders bei der Altersvorsorge. Die erste Säule der Altersvorsorge, sprich die gesetzliche Rente, wankt bereits, jetzt geht die Groko auch noch an die zweite und dritte Säule. „Die Große Koalition möchte den privaten Altersvorsorgegedanken offensichtlich nicht nur nicht unterstützen, sondern allmählich beerdigen“, klagt Bianca Boss, Pressesprecherin des Bundes der Versicherten (BdV). „Die selbstverordnete Reformpause ist verheerend für die Alterssicherung in Deutschland“, so Boss weiter.

Sabotage der Altersvorsorge

Wie eklatant die Sabotage ist, lässt sich am Koalitionsvertrag ablesen. In der Fassung vom 5. Februar stand noch, die die Doppelverbeitrag von Direktversicherungen zumindest abgemildert werden soll, in der Endfassung fehlt dieser Passus. Die CDU/CSU hat sich durchgesetzt und den Passus ersatzlos gestrichen. Die Folge dieser Verbraucherverarsche: Direktversicherten zahlen auch weiterhin den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, wenn ihre Direktversicherung ausgezahlt wird. Das sind 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung – insgesamt mehr als 18 Prozent zehn Jahre lange, Monat für Monat. Einige Versicherte zahlen somit in ihrer Rente mehr an die Krankenkasse als in ihrem Berufsleben. Andreas Havlik beispielsweise schreibt, dass er seit einem halben Jahr Rentner sei und sein halbes Leben lang privat und betrieblich vorgesorgt habe. „Das Ende vom Lied ist, dass ich jetzt mehr Krankenkassenbeiträge bezahle als in meinem Arbeitsleben, obwohl mein Einkommen im Beruf drei Mal so hoch war“, so sein Resümee. Wie ihm geht es vielen. Damit verliert Altersvorsorge ihren Zweck. Bisherige Klagen gegen dieses Unrecht – das entsprechende Gesetz wurde sogar rückwirkend eingeführt – laufen ins Leere.

Die Parole der CDU „Wir stärken die Rente“ klingt da wie Hohn. Betriebsrentner und Direktversicherte zahlen annähernd ein Fünftel an die Krankenkassen, von steigenden Renten kann keine Rede sein.

Für die CDU ist klar: Die Rente muss verlässlich sein. Schon mit dem Rentenpaket 2014 haben wir die Rente gestärkt und die Leistungen verbessert. Unsere Politik zahlt sich aus – durch deutlich steigende Renten und stabile Beiträge.

Groko will Fehler nicht korrigieren

Die Groko denkt gar nicht daran, die „politischen Fehlentscheidungen der vergangenen vier Jahre zu korrigieren“, wie die BdV-Pressesprecherin anprangert. „In dem Koalitionsvertrag von CDU, SPD und CSU wird der Bereich der Lebensversicherung nahezu vollständig ausgespart“, merkt Boss an. Der Altersvorsorgesparer finde dort weder belastbare Aussagen zu Auswegen aus der Niedrigzinsfalle noch Konzepte zum Schutz der Lebensversicherungskunden, kritisiert BdV-Pressesprecherin Bianca Boss.

Das Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) von 2015 habe eine Fülle von Verschlechterungen für Lebensversicherungskunden mit sich gebracht. „Die Rechtsvorschriften mit dem euphemistischen Titel ‚Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte‘ sind in weiten Teilen Gefälligkeitsgesetze für die Versicherungswirtschaft – zu Lasten der Kunden“, hält sie der Groko vor. „Sie haben der privaten Altersvorsorge massiv geschadet“, so Boss.

Leistungskürzungen, geschmälerte Renditen und Run-Offs haben das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die private Altersvorsorge nachhaltig gestört – im Koalitionsvertrag finden sich jedoch keinerlei Lösungsvorschläge“, bringt sie es auf den Punkt. Übrigens, jetzt lagert Ergo, einer der ganz großen Versicherer, seine Kapitallebensversicherungsverträge doch in eine Run-off-Gesellschaft aus. „Die Bestandsverwaltung soll künftig über eine neue, zusammen mit IBM ins Leben gerufene IT-Plattform laufen“, schreibt der Branchendienst Pfefferminzia.

Kartell aus Politik und Versicherern

Obwohl sich Riester längst als Bluff entpuppte, macht die Groko einfach weiter. „Die Große Koalition möchte laut Koalitionsvertrag in einem ‚Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft‘ ein ‚Standard-Riester-Produkt‘ entwickeln“, stöhnt Boss. Das heiße nichts anderes, als dass diejenigen, die schon in der Vergangenheit gescheitert sind, für die Zukunft in einem Kartell aus Politik und Versicherungswirtschaft attraktive Lösungen erarbeiten sollen.

Rentenkürzung für Zeitungsboten

Der absolute Clou ist ja die Rentenkürzungen für Zeitungsboten. Da haben sich die Lobbyisten der Verlage durchgesetzt und die Schwächsten der Schwachen um einen Teil ihrer Altersvorsorge gebracht. In der Ausgabe 9/18 vom 22. Februar des des stern attackiert Kolumnist Hans-Ulrich Jörges unter der Überschrift „Angriff auf die Schwächsten“ den im Koalitionsvertrag verankerten Plan der GroKo, die „Beiträge der Verlage für die Rentenversicherung der rund 300 000 Zeitungsausträger in Deutschland für die Dauer von fünf Jahren von bislang 15 auf fünf Prozent zu kappen“. Das bedeutet für die Zeitungsausträger eine deutliche Kürzung ihrer Rente. Jetzt soll der Staat die Beitragsverluste ausgleichen, das zumindest deuteten die geschäftsführende Arbeitsministerin Katarina Barley (SPD) und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU) an. Das heißt, die Allgemeinheit soll Kosten der Verleger übernehmen, damit die mehr Gewinn erzielen – mehr Zynismus geht kaum.




Warum Kapitallebensversicherungen für die Altersvorsorge ausgedient haben

Von Standmitteilung zu Standmitteilung schrumpft das Kapital. Die Überschussbeteiligung der Kapitallebensversicherungen sind auf null zusammengeschmolzen. Dann kommt noch die Krankenkasse und will annähernd ein Fünftel. Genau darum haben Kapitallebensversicherungen für die Altersvorsorge ausgedient.

Wer sollte sich da nicht hintergangen fühlen, wenn von den einstigen Versprechungen des Versicherungsvertreters am Wohnzimmertisch nichts, aber auch gar nichts mehr übriggeblieben ist. Millionen Versicherungskunden fühlen sich hintergangen, weil sie zusehen müssen, wie ihre Altersvorsorge – und deswegen haben sie eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen – ihnen zwischen den Fingern zerrinnt. Damit nicht genug, bei der Auszahlung von Kapitallebensversicherungen kommt noch die Krankenversicherung auf sie zu und will mehr als 18 Prozent über zwölf Jahre in Monatsraten von den Gelackmeierten.

„Alt, arm und abgezockt“

In seinem Buch „Alt, arm und abgezockt“ prognostiziert der Ex-Versicherungsmanager den „Crash der privaten Altersvorsorge“. Er mahnt Versicherungskunden, sich darauf vorzubereiten. Enger rät: „Raus aus den Policen“, raus aus den Kapitallebensversicherungen. Die Kunden sollten Tabula rasa machen und ihre Kapitallebensversicherungen besser kündigen. Für Junge lohnen sich Kapitallebensversicherungen gleich gar nicht mehr angesichts des Garantiezinses (Höchstrechnungszins) von 0,9 Prozent. Dazu kommt, dass die Versicherer die Reserven aus festverzinslichen Anlagen seit Inkrafttreten der Reform der Kapitallebensversicherungen nicht mehr berücksichtigt werden müssen – gut für die Versicherer, schlecht für die Kunden.

Kapitallebensversicherungen haben ausgedient

Dabei war der Garantiezins bei Kapitallebensversicherungen laut Enger schon immer eine Mogelpackung, weil er „nicht etwa, wie die meisten Versicherungsnehmer annehmen, auf ihre Einzahlungen berechnet wird, sondern darauf, was von ihren Prämien abzüglich der Kosten (Abschlussprovision, Vertriebsaufwand, Verwaltung, Todesfallschutz) übrigbleibt“. Wer weiß denn schon wirklich, auf welchen Betrag sich die Garantieverzinsung von Kapitallebensversicherungen bezieht? Er schätzt den Anteil, auf den bei Kapitallebensversicherungen wirklich Garantiezinsen gezahlt werden, auf 70 Prozent. Und was heißt schon Garantiezins, wenn es hart auf hart kommt, kann die Finanzaufsicht den Zins reduzieren oder ganz aussetzen.

Altersvorsorge schmilzt dahin

Die Kapitallebensversicherungen sind ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert. Dumm nur, dass die Deutschen noch Millionen von Kapitallebensversicherungen laufen haben und auch so schnell nicht wieder herauskommen. Sie müssen zuschauen, wie ihre Altersvorsorge den Bach runter schwimmt und am Ende wartet dann noch die Krankenversicherung und nimmt ihnen die komplette Rendite weg, wenn sie ihre Kapitallebensversicherungen per Entgeltumwandlung über ihren Arbeitgeber abgeschlossen haben.

Krankenkasse schröpfen Versicherte

Sven Enger Alt, arm und abgezockt

Sven Enger „Alt, arm und abgezockt“

Das sind keine Schauermärchen, sondern grausame Realität. Wer’s nicht glaubt, braucht sich nur die Seite des Vereins für Direktversicherungsgeschädigte anschauen. Das kann sich kein Horror-Autor besser ausmalen. Davon betroffen sind mehr als sechs Millionen mit Direktversicherung. Nicht von ungefähr schwimmen die Krankenkassen in Geld. Die Krankenkassen schröpfen Betriebsrentner – wie Geschädigte Widerspruch einlegen.

Sven Enger ermutigt alle, die fürs Alter vorsorgen, die Risiken des Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen. Sein Appell: „Raus aus den Policen“. Dieser Appell richtet sich an alle, deren Lebensversicherung noch länger als zwei Jahre läuft. Es gebe alternative Anlageprodukte, die lukrativer und nicht unbedingt riskanter seien.

Was bleibt Versicherungskunden?

  1. Lebensversicherung kündigen
    Wer jetzt kündigt, bekommt weniger Geld, als er ursprünglich erhofft hatte. Aber er bekommt etwas – und „das ist immer noch mehr, als am Ende mit leeren Händen dazustehen“.
  2. Beitragsfreistellung
    Wer seine Zahlungen aussetzt, dessen eingezahltes Kapital bleibt stehen „und verzinst sich wie ein ganz normaler Sparvertrag“.
  3. Verkauf der Lebensversicherung
    Meist bekommt ein Versicherungsnehmer mehr von einer Firma, die sich auf den Kauf von Policen spezialisiert hat als vom Versicherer selbst.

Was tun in welcher Lebenssituation?

Was tun in welcher Lebenssituation? Das kommt darauf an. Wer kurz vor der Rente steht, für den ist es nach Engers Meinung am besten, den Vertrag zu behalten. So schnell wird schon kein Crash kommen. Wer seine Familie absichern will, für den mag es seiner Meinung nach sinnvoll sein, die Kapitallebensversicherung zu kündigen und das Todesfallrisiko über eine Risikolebensversicherung abzudecken. Fürs Sparen bieten sich bessere Alternativen an. Wer mitten im Berufsleben steht, für den habe die Kapitallebensversicherung als Altersvorsorge ausgedient.

Sven Enger lässt in seinem Buch keinen Zweifel daran, dass es „eine Rendite auf den Sparanteil der Beiträge praktisch seit Jahren nicht mehr gibt und es auch in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird“. Niemand soll sich seiner Meinung nach von den theoretischen Gewinnchancen irreleiten lassen. „Retten Sie von Ihren eingezahlten Beiträgen so viel Sie können“, so sein Weckruf. Wer seine Angehörigen absichern will, soll besser eine Risikolebensversicherung wählen.

Abgesang auf Kapitallebensversicherungen

Sein Buch ist der Abgesang auf die Kapitallebensversicherung. „Ein Kombinationsprodukt wie die Kapitallebensversicherung wird es zukünftig nicht mehr geben“, so seine Prognose. Hier seien zwei Dinge zusammengeworfen worden, die nicht zusammenpassen – „mit fatalen Folgen für die, die in gutem Glauben für sich und ihre Angehörigen vorsorgen wollten“.

Das Schlimme daran ist, dass diese Entwicklung schon seit Jahren bekannt ist. Weder Politik noch Aufsichtsbehörden – ja selbst die Medien – beschwichtigen die Kunden immer noch, obwohl nichts in Ordnung ist. Schade, dass viel zu wenige begreifen, dass Millionen von Altersvorsorgern eine massenhafte Kapitalernichtung droht.

Hart aber fair deckt auf

Mit seinem Buch und seinen Auftritten im Fernsehen – am 22. Januar 2018 in „Hart aber fair“ beispielsweise – hat er eine Debatte angestoßen. Er – und viele andere auch – hofft, dass es noch nicht zu spät ist für das große Aufwachen, damit sein Weckruf nicht ungehört verhallt.

Um welche Ausmaße geht es überhaupt? Enger spricht im „Stern“-Interview von 93 Millionen Verträge mit einer Ablaufleistung von insgesamt drei Billionen Euro. Da hat er sich dem Verband der Versicherungsbranche (GDV) zufolge wohl etwas vergriffen, denn „die drei Billionen Euro bezeichnen die Versicherungssumme aller Lebensversicherungsverträge einschließlich Todesfall- und Berufsunfähigkeitsleistungen“, kontert der GDV.

Aber selbst, wenn es „nur“ um 89 Millionen Policen geht mit einem Anlagebestand von 923 Milliarden Euro, ist das viel Geld. Rein statistisch gesehen hat damit jeder Deutsche mehr als eine Kapitallebensversicherung. Viele bauen darauf im Alter – und stellen fest, dass sie auf Sand gebaut haben. Das wird ihnen spätestens dann bewusst, wenn sie die Standmitteilungen der Vorjahre mit der Standmitteilung von 2017 vergleichen. Wut und Enttäuschung sind programmiert. Also, einfach mal selbst nachschauen und vergleichen!

Draghi verschärft Altersvorsorgeproblem

Die Versicherungskunden baden auch aus, was Draghi ihnen mit dem Negativzins eingebrockt hat. Denn der Negativzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der Mario Draghi vorsteht, hat das Renditeproblem der Versicherer noch verschärft. Der Staat war eher noch Brandbeschleuniger als Regulativ. Er hat „die Katastrophe nicht nur nicht verhindert, sondern verschlimmert“, so Enger. „Anstatt sie (die Versicherungskunden) über die Risiken aufzuklären, hat er ihnen eine kapitalgedeckte Vorsorge erst so richtig schmackhaft gemacht, die am Ende doch so ‚sicher‘ ist wie eine griechische Staatsanleihe oder eine Commerzbank-Aktie“, resümiert der Ex-Versicherungsmanager. Klar, dass der GDV Engers Anklage und das „Stern“-Interview für „unverantwortliche und unfundierte Panikmache“.

Wie viel davon Panik ist, können Millionen Versicherte sicher besser einschätzen, deren Verträge bei einer Run-off-Gesellschaft gelandet sind, weil sich ihre Versicherung aus dem Geschäft mit Kapitallebensversicherung verabschiedet hat. Das heißt, selbst für die Versicherer ist die klassische Kapitallebensversicherung ein Auslaufmodell. Millionen Versicherten können ja selbst an ihren Standmitteilungen ablesen, wie sie permanent enteignet werden. Millionen Direktversicherte zahlen Monat für Monat und Jahr für Jahr Milliarden an die Krankenversicherung. Übrigens, dem GDV ist in seinem Zahlenwerk für 2017 das Thema „Doppelverbeitragung“ kein Wort wert. Das Problem der Doppelverbeitragung kommt auf den 36 Seiten mit keiner Silbe vor. Wo bitte schön, soll da eine Kapitallebensversicherung noch Rendite abwerfen.

Lesetipp: Sven Enger: Alt, arm und abgezockt, Der Crash der privaten Altersvorsorge und wie Sie sich darauf vorbereiten können, ISBN 978-3-430-20214-5, 2018 Econ Verlag, 18 Euro

Was die Finanzaufsicht Bafin zu Run-off schreibt

Bislang befinden sich in Deutschland sechs Lebensversicherer im externen Run-Off. Sie gehören zu drei unterschiedlichen Unternehmensgruppen. Die erste Transaktion fand 2013 statt, die letzte im Sommer 2017. In fünf Fällen war die Transaktion als Inhaberwechsel ausgestaltet. Nur in einem Fall kam es zu einer Transaktion in Form einer Bestandsübertragung. Daneben gibt es drei weitere Lebensversicherer, die sich offiziell im internen Run-Off befinden. Alle neun Unternehmen sind eher klein; der Marktanteil beträgt zusammen, gemessen an den Beitragseinnahmen, weniger als 3 Prozent. Würden die Fälle realisiert, über die im vergangenen Jahr öffentlichkeitswirksam diskutiert würde, würde sich der Anteil natürlich erhöhen.




Wie ein original ungarisches Kesselgulasch am besten gelingt

Wie gelingt ein original ungarisches Kesselgulasch am besten? Eigentlich ist das ganz einfach. Wobei es auf das „eigentlich“ ankommt. Beim Kesselgulasch kommt es auf den Kessel an und das Dreibein – und natürlich auf die Feuerstelle. Das Rezept ist vergleichsweise simpel. Ein bisschen Geduld sollte der Koch freilich mitbringen.

Kesselgulasch ist Männersache

Ein normales Gulasch kann ja jede kochen, aber ein Kesselgulasch ist Männersache. Das hat damit zu tun, dass ein Kesselgulasch im Kessel über offenem Feuer zubereitet wird. Das kann eine Kuhle im Boden sein oder ein Feuertopf. Neben Kessel und Feuertopf braucht der Koch noch ein Dreibein – gibt’s online zu bestellen. Gekocht wird im Freien. Die ideale Jahreszeit gibt’s nicht für Kesselgulasch. Es schmeckt im Sommer ebenso gut wie im Winter.

Kesselgulasch so was wie Grillen

Was sagt Wikipedia dazu: Auf ungarisch heißt Kesselgulasch Bográcsgulyás. Kesselgulasch hat in Ungarn „eine ähnliche Tradition wie in anderen europäischen Ländern das Grillen“. Das stimmt, Kesselgulasch hat viel mit Geselligkeit zu tun, weil jeder mal ein Holzscheit nachlegen kann und sich selbst bedient, wenn der Teller leer ist.

Ok, genug der Vorrede – hier das Rezept für zehn Personen. Wer will, kann auch gern mehr als zwei Kilo Rindfleisch nehmen. Es macht auch nichts, wenn etwas übrig bleibt. Reste schmecken auch aufgewärmt. Guten Appetit!

Das beste Rezept für Kesselgulasch

Zum Kesselgulasch passen sowohl Bier wie Wein.




Was bringt der Koalitionsvertrag Rentnern und Krankenversicherten wirklich?

Der Koalitionsvertrag ist für Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „für alle Generationen gerecht und zuverlässig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU über den Tisch gezogen.

Steigende Lasten und Bürgschaften

„Deutschland schreitet vorwärts in die Vergangenheit“, beschreibt die Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) so treffend das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen. „Das Resultat ist Stillstand in der Innenpolitik wie in Europa“, so ihr Urteil. Der Koalitionsvertag ist ein Wunschkonzert von Union und SPD, zahlen müssen es die Bürger.

Von wegen soziale Sicherheit

Was steht im Koalitionsvertrag zu den Themen Rente und Krankenversicherung. Union und SPD versprechen „soziale Sicherheit gerecht und verlässlich gestalten“, so steht es im Koalitionsvertrag. „Die Rente muss für alle Generationen gerecht und zuverlässig sein“, heißt es weiter. „Dazu gehören die Anerkennung der Lebensleistung und wirksamer Schutz vor Altersarmut“, so der Wortlaut des Koalitionsvertrags. Die gesetzliche Rente soll auf heutigem Niveau von 48 Prozent bis zum Jahr 2025 abgesichert werden.

Koalitionsvertrag verkauft Rentner für dumm

Andrea Nahles verkauft das gern als große Errungenschaft. Warum die „doppelte Haltelinie“ aber nur Augenwischerei ist.

  1. Die von ihr gefeierte 48 Prozent wären bis 2025 ohnehin erreicht worden. Dazu Reiner Heyse von seniorenaufstand.de: „Die Deutsche Rentenversicherung meldet im Dezember 2017 ‚Beitragssatz und Rentenniveau bleiben bis 2024 voraussichtlich unverändert‘.“ Das heißt, Andrea Nahles verkauft eine Selbstverständlichkeit als Errungenschaft. Die SPD feiere eine „Nebelkerze“.
    1. Stabilisierung bei 48 Prozent – das hört sich nach Großtat an, ist es jedoch nicht. Denn auch diese 48 Prozent stimmen so nicht. Das Rentenniveau sinkt schon deshalb, weil der Besteuerungsanteil der Renten steigt, das heißt, immer mehr von der Brutto-Rente muss versteuert werden. Wer 2018 in Rente geht, muss seine Rente zu 76 Prozent besteuern; wer 2025 in Rente geht, muss schon zu 85 Prozent von seiner Rente Steuern zahlen. Nur noch 15 Prozent bleiben steuerfrei. Unterm Strich bleiben einem Neu-Rentner 2025 netto also weniger als einem Neu-Rentner 2018. Davon steht aber im Koalitionsvertrag kein Wort. Das tatsächlich verfügbare Nettoeinkommen eines Neu-Rentners sinkt bis 2025. Heyse rechnet am Beispiel eines Eckrentners vor:
      2017:
      Brutto-Rente vor Steuern:       1232 Euro
      Netto nach Steuern (10,50 €): 1221 Euro
      2025:

      Brutto-Rente vor Steuern:       1232 Euro
      Netto nach Steuern (36,50 €) : 1195 Euro
      2040
      Brutto-Rente vor Steuern:      1232 Euro
      Netto nach Steuern (85,30€): 1146 Euro

Besteuerungsanteil steigt bis 2040 auf 100 Prozent

Jahr des Vorgesehener steuerfreier 
RentenbeginnsBesteuerungsanteil*Beitragsanteil
20055050
20065250.41
20075450.87
20085651.4
20095851.98
20106052.59
20116253.25
20126453.96
20136654.7
20146855.46
20157056.28
20167257.17
20177458.01
20187658.95
20197859.95
20208061
20218162.09
20228263.37
20238364.52
20248465.83
20258567.2
20268668.62
20278770.04
20288871.43
20298972.8
20309074.15
20319175.49
20329276.79
20339378.04
20349479.25
20359580.43
20369681.57
20379782.67
20389883.74
20399984.78
204010085.82

 

Änderung der Rentenformel

Schuld an der Absenkung des Rentenniveaus ist der „Dämpfungsfaktor“. Der Dämpfungsfaktor in der bisherigen Rentenformel legt fest, dass die Renten nicht mehr automatisch den Löhnen folgen. Matthias W. Birkwald, der Rentenexperte der „Linken“ hat es ausgerechnet. „Zwischen 2003 und 2029 werden die Renten um fast zwölf Prozentpunkte von der Lohnentwicklung abgekoppelt“, so Birkwald. Dabei habe die Talfahrt noch nicht einmal richtig begonnen. „Allein zwischen 2016 und 2029 wird die Rentenanpassung fast acht Prozentpunkte hinter den Löhnen zurückbleiben“, so Birkwald.

Union und SPD wollen 2018 die Rentenformel anpassen, um das Rentenniveau von 48 Prozent zu halten, so zumindest steht es im Koalitionsvertrag. Was genau dabei herauskommt, weiß keiner. Ob sich damit das Brutto-Rentenniveau auf 48 Prozent halten lässt, ist fraglich. Das müsste schnell passieren – und rückwirkend. Nach dem die Koalitionsverhandlungen schon so lang gedauert haben, ist das nicht sonderlich wahrscheinlich.

Verarschung der jüngeren Generation

Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass durch eine Rentenkommission ein „verlässlicher Generationenvertrag“ eingerichtet wird. Das ist ein Witz. Die Union unter Angela Merkel regiert nun bereits seit mehr als zwölf Jahren und hat es in diesem Zeitraum nicht geschafft, einen „verlässlichen Generationenvertrag“ zu formulieren. Warum soll das dieses Mal gelingen? Die Versäumnisse rächen sich jetzt schon und werden noch weit schmerzhafter, je länger sie auf die lange Bank geschoben werden. Die Rentenkommission soll bis März 2020 einen Bericht vorlegen – das sind noch zwei Jahre. Dabei sind die Fakten längst bekannt, denn nichts ist so zuverlässig wie die demographische Entwicklung. Jeder weiß, dass die Babyboomer ab 2025 nach und nach in Rente gehen werden. Der Höhepunkt ist genau nach 2025 zu erwarten. Die mögliche große Koalition hat also die Zukunftsaufgaben geschickt nach hinten geschoben.

Auch der nächste Satz im Koalitionsvertrag ist eine Leerformel. Da heißt es, „die Rentenkommission soll die Stellschrauben der Rentenversicherung in ein langfristiges Gleichgewicht bringen sowie einen Vorschlag unterbreiten, welche Mindestrücklage erforderlich ist, um die ganzjährige Liquidität der gesetzlichen Rentenversicherung zu sichern“. Dabei hätte die Union nur die Seiten der Rentenversicherung genau durchlesen müssen. Denn da steht, dass „die Nachhaltigkeitsrücklage nach der letzten Finanzschätzung in den kommenden Jahren kontinuierlich abschmelzen wird“. Ende 2016 waren es mit 32,4 Milliarden Euro noch 1,62 Monatsausgaben, 2022 wird die Rücklage voraussichtlich unter die Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben rutschen.

Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden bekommen drei statt wie bisher zwei Rentenpunkten, aber nur dann, wenn sie drei und mehr Kinder haben. Eine Mutter mit einem Kind oder zwei Kindern bekommt auch künftig nur zwei Rentenpunkten angerechnet. Für sie soll sich also nichts ändern. Soweit die Fakten. Im Koalitionsvertrag steht: „Wir wollen die Gerechtigkeitslücke schließen.“ Und weiter heißt es, das sei ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung von Altersarmut. Mehr Verarschung geht schon nicht. Das ist eine neue Ungerechtigkeit.

  1. Warum sind die anderen Kinder weniger wert?
  2. Warum soll damit die Altersarmut bekämpft werden?
  3. Warum sollen dafür die Beitragszahler der Rentenversicherung aufkommen?

War die Mütterrente I schon ungerecht, so ist es die Mütterrente II erst recht. Statt diese Ungerechtigkeit zu beheben, haben Union und SPD neue Ungerechtigkeit geschaffen. Die Altersarmut von Frauen lässt sich damit nicht bekämpfen, weil die Mütterrente II – wie schon die Mütterrente I – auch auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit angerechnet wird.

Bei Frauen und Männern, die wegen ihrer geringen Altersbezüge auf Grundsicherung angewiesen sind, verringert sich dem VdK zufolge so der Anspruch auf Sozialhilfe oder geht ganz verloren. Die Politik beschließt etwas und lässt die Rentenversicherung zahlen. Normalerweise gilt: Wer anschafft, zahlt auch. „Klar ist, dass die Anhebung der Mütterrenten aus Beitragsmitteln finanziert werden soll“, schreibt RP Online (Rheinische Post). Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, ist verständlicherweise erbost, schließlich ist das wieder ein Griff in die Rentenkasse. „Bei der beschlossenen Verbesserung von Kindererziehungszeiten handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, urteilt sie. Sie sei deshalb in vollem Umfang aus Steuermitteln zu finanzieren.

Verarschung der Grundrentner

„Wir honorieren Lebensleistung und bekämpfen Altersarmut“ – durch „Einführung einer Grundrente“, liest sich das im Koalitionsvertrag. Die Grundrente soll zehn  Prozent über der Grundsicherung sein und zwar für alle, „die ein Leben lang gearbeitet haben, unter Einbeziehung von Kindererziehungs-  und Pflegezeiten“, heißt es da weiter.

Was heißt das konkret? Nehmen wir mal das Beispiel München. Laut offiziellem Stadtportal München bekommt ein Rentner im Alter als Alleinstehender 416 Euro und 21 Euro Aufstockung, sind zusammen 437 Euro monatlich. Zehn Prozent über dem Grundsicherungsbedarf macht 480,70 Euro aus. Das hilft der Münchner Arzthelferin, die in Rente geht wenig, denn sie wird im Alter trotzdem auf Grundsicherung angewiesen sein, weil Miete und sonstige Lebenshaltungskosten höher sind als ihre Altersrente. Der entwürdigende Gang zum Sozialamt bleibt ihr zwar erspart, dafür muss sie sich aber finanziell immer noch nackt ausziehen. Wie steht es so schön in dem Papier „Voraussetzung für den Bezug der ‚Grundrente‘ ist eine Bedürftigkeitsprüfung entsprechend der Grundsicherung“.  Die „Grundrente“ läuft über die Rentenversicherung, wobei die wiederum mit dem Sozialamt zusammenarbeitet. Bislang allerdings müssen ärmere Rentner immer noch zum Sozialamt – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Also, wo ist da die Verbesserung?

Verarschung der Zeitungszusteller

Einen besonderen Gag haben sich Union und SPD für Zeitungszusteller ausgedacht.  „Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte – in Stadt und Land gleichermaßen – wird bei Minijobs von Zeitungszustellerinnen und Zeitungszustellern der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf 5 Prozent abgesenkt“, steht da tatsächlich drin. Kein Wunder, ist die SPD doch Eigentümerin der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) und denkt natürlich an ihre Kosten – allerdings auf Kosten der Zusteller, die eh schon wenig verdienen und jetzt um einen Teil ihrer Altersvorsorge geprellt werden.

Verarschung der Ost-Rentner

„Für Härtefälle in der Grundsicherung im Rentenüberleitungsprozess wollen wir einen Ausgleich durch eine Fondslösung schaffen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Die Bundesregierung unter Angela Merkel hat das Thema auf die lange Bank geschoben in der Hoffnung, dass möglichst viele der benachteiligten Ost-Rentner wegsterben. Das Problem besteht teilweise schon seit 1997, wie „Neues Deutschland“ schreibt. Bislang ist es nur ein vages Versprechen. Wie viel letztlich bei den Betroffenen ankommt, ist fraglich.

Verarschung der Erwerbsminderungsrentner

„Wir werden diejenigen besser absichern, die aufgrund von Krankheit ihrer Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen können“, heißt es im Koalitionspapier. „Wir wollen die Anhebung der Zurechnungszeiten beschleunigen, indem wir das jetzt vorgesehene Alter von 62 Jahren und drei Monaten in einem Schritt auf 65 Jahre und acht Monate anheben“, liest sich da. Danach werde die Zurechnungszeit in weiteren Monatsschritten entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze auf das Alter 67 angehoben. Liest sich ja erst einmal ganz gut – und ist eine Verbesserung gegenüber dem „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Leistungen bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ (EM-Leistungsverbesserungsgesetz). Dieser Gesetzesentwurf wäre damit Makulatur und für den Papierkorb.

Wie gesagt, liest sich gut, in der Praxis allerdings springt für Erwerbsminderungsrentner wenig heraus. Dem Linken-Rentenexperten Matthias Birkwald zufolge liegt das „Plus 2018 bei gerade einmal 4,50 Euro im Monat, 2025 sind es 50 Euro“. Mit der Neuregelung im Koalitionsvertrag träte die Verbesserung von 50 Euro schon heute ein – und nicht erst 2025.

Allerdings gilt die Neuregelung nur für Neu-Rentner. Erwerbsminderungsrentner, die bisher schon eine Erwerbsminderungsrente beziehen, sind die Dummen in diesem Koalitionsvertrag.

Verarschung der Altersvorsorger

„Wir werden eine säulenübergreifende Renteninformation einführen, mit der Bürgerinnen und Bürger über ihre individuelle Absicherung im Alter Informationen aus allen drei Säulen erhalten und möglichen Handlungsbedarf erkennen können“, heißt es lapidar im Koalitionsvertrag. Wer dafür zuständig sein soll, ist klar: der Staat. „Die säulenübergreifende Renteninformation soll unter Aufsicht des Bundes stehen“, liest der Bürger. Klingt aufs Erste plausibel und löblich. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitiert Kanzleramtschef Peter Altmaier mit den Worten, dass „durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals künftig sichergestellt werden soll, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind“, so sein hehrer Ansatz. Gleichzeitig müsse ein solches Portal den Bürgern den Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst. Damit solle, so Altmaiers Argument, nachvollziehbar sein, „welche Anwartschaften der Bürger in den verschiedenen Säulen der Altersversicherung angespart hat“.

Wie gesagt, klingt fürsorglich. Nur, wem nützt eine solche Information? Dem Bürger oder dem Staat? Cui bono – wem nützt ein solches Rentenkonto? Wirklich dem Bürger – oder nicht doch eher dem Staat. Dank eines solchen Rentenkontos kann der Staat dann viel besser abschätzen, wo er den Bürger noch schröpfen kann, denn dann liegen ja die ganzen Vermögensverhältnisse des Bürgers offen – und für den Staat vergleichsweise bequem erreichbar.

„Um den sozialen Schutz von Selbstständigen zu verbessern, wollen wir eine gründerfreundlich ausgestaltete Altersvorsorgepflicht für alle Selbstständigen einführen, die nicht bereits anderweitig obligatorisch (z. B. in berufsständischen Versorgungswerken) abgesichert sind“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Grundsätzlich sollen Selbstständige zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und – als Opt-out-Lösung – anderen geeigneten insolvenzsicheren Vorsorgearten wählen können“, steht da weiter. Die sollen „insolvenz- und pfändungssicher sein und in der Regel zu einer Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus führen müssen“, was gut klingt.

Sollen sich die Selbstständige jetzt freuen? Eher nicht. Sie bangen eher um ihre Altersvorsorge. Sie sind im Vertrauen auf bestehendes Recht langfristige Verbindlichkeiten eingegangen, sparen vielleicht für ein Haus oder eine Wohnung als Altersvorsorge oder haben einen Fondssparplan. Die Frage ist nur, ob das von der Koalition anerkannt wird. Wenn nicht, müssen sie in die Rentenversicherung einzahlen und zusätzlich ihren Verpflichtungen nachkommen.

Ach ja, im Koalitionsvertrag steht auch, dass die Mindestkrankenversicherungsbeiträge für kleine Selbstständige reduziert werden sollen. Bisher ist es ja so, dass viele Selbstständige, die wenig verdienen, von den Krankenkassen geschröpft werden. Die Krankenkassen gehen 2018 von einem Mindestverdienst von 2283,75 Euro aus, auch wenn ein Selbstständiger weniger verdient. Auf Antrag können Selbstständige mit absolut geringen Einkünften in Härtefällen weniger zahlen. Aber selbst diese Härtefallregelung sieht einen Mindestverdienst von 1522,50 Euro vor.

Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) ist mit der Regelung im Koalitionsvertrag unzufrieden. „Mit der Absenkung auf 850 oder 1522,50 Euro bleibt die GroKo jedoch auf halbem Weg stehen“, meint der Verband. Es sei zwingend nötig, den Mindestverdienst auf 450 Euro zu senken, wie das bei Teilzeit-Angestellten der Fall sei. Übrigens, im Koalitionsvertrag steht, dass die „Bemessungsgrundlage für die Mindestkrankenversicherbeiträge von heute 2283,75 Euro auf 1150 Euro nahezu halbiert“ werden. Was die Härtefälle betrifft, ist offen.

„Wir werden die Parität bei den Beiträgen zur Gesetzlichen Krankenversicherung wieder herstellen. Ab 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur Krankenversicherung wieder in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten geleistet. Der bisherige Zusatzbeitrag wird paritätisch finanziert“, so steht es im Koalitionsvertrag. Klingt toll, ist aber auch nur Augenwischerei. Denn, der Zusatzbeitrag wird nicht abgeschafft, sondern auch weiterhin von den Versicherten gezahlt, wenn auch nur zur Hälfte. Bei einem Rentner macht das nur ein paar Euro aus.

Ein Beispiel:

Heute

Ein Rentner mit einer (guten) Brutto-Monatsrente von 2069,74 Euro zahlt

Brutto-Rente                                               2069,74 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung               151,09 Euro

Zusatzbeitrag                                               20,70 Euro

2019

Brutto-Rente                                               2069,74 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung               151,09 Euro

½ Zusatzbeitrag                                            10,35 Euro

Ersparnis pro Jahr                                        124,20 Euro

Ein Eck-Rentner mit einer Brutto-Monatsrente von 1418 Euro zahlt

Brutto-Rente                                               1418,00 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung              103,51 Euro

Zusatzbeitrag                                                 14,80 Euro

2019

Brutto-Rente                                               1418,00 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung              103,51 Euro

½ Zusatzbeitrag                                                7,40 Euro

Ersparnis pro Jahr                                         88,80 Euro

 

Das soll der große Wurf sein? Nur wer deutlich mehr verdient, wird stärker entlastet. Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttojahresgehalt von 36 000 Euro spart laut „Welt“ 180 Euro an Krankenkassenbeiträgen, die dann der Arbeitgeber übernehmen muss. Bei Rentnern ist es dann die Deutsche Rentenversicherung.

Verarschung der Direktversicherten

„Zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge senken wir die Beiträge für Betriebsrenten um die Hälfte auf den Arbeitnehmeranteil“, der von der SPD eingebrachte Vorschlag stand allerdings in der Endfassung des Koalitionsvertrags nicht mehr drin. Die Union hat den Satz gestrichen und damit Millionen von Betriebsrentner und Direktversicherungsgeschädigten vor den Kopf gestoßen. Sie zahlen auch in Zukunft doppelte Beiträge – in der Anspar- und der Auszahlphase. Sie zahlen auch in Zukunft den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil plus Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung an die Krankenkassen, insgesamt mehr als 18 Prozent. Wer es nicht glauben will, vergleiche die beiden Versionen vom 5. und 7. Februar. So geht Politik. Die Krankenkassen-Lobbyisten der Union, die im Gesundheitsausschuss sitzen, haben sich erneut durchgesetzt.

Hier die beiden Entwürfe vom 5. und 7. Februar 2018

Doppelverbeitragung von Direktversicherungen und Betriebsrenten

In dem Entwurf vom 5.2.2018 hatte die SPD vorgeschlagen, die Beiträge für Betriebsrenten – das hätte auch Direktversicherungen betroffen – um die Hälfte auf den Arbeitnehmeranteil zu halbieren. In der endgültigen Fassung des Koalitionsvertrags ist dieser Passus nicht mehr enthalten. Er wurde auf Wunsch der CDU/CSU herausgenommen. Die Union will Betriebsrentner nicht entlasten und will die betriebliche Altersvorsorge nicht stärken, sondern schwächen.




Wie die Ernährung ans Alter anpassen?

Jung, älter, alt – wir verändern uns und unsere Ernährung muss es auch. Wenn wir jung sind, verzeiht uns unsere Körper so einiges, im Alter ist das anders. Wie die Ernährung ans Alter anpassen?

Ausgewogen und abwechslungsreich – so sieht unsere Ernährung im Alter im besten Fall aus. Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte sollten die Auswahl prägen. Neben der optimalen Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen ist aber auch wichtig, reichlich zu trinken. Fett und Zucker – oft Bestandteil vieler Lebensmittel – sollten wir Ältere besser meiden. Ab und an dürfen wir uns ruhig mal ein „ungesundes“ Essen gönnen – Hauptsache alles in Maßen. Die wichtigsten Ernährungsregeln unterscheiden sich im Wesentlichen also nicht von denen in jüngeren Jahren.

Was ändert sich im Alter?

Bei uns Älteren ändert sich der Stoffwechsel, ob wir es wollen oder nicht. Da die anteilige Muskelmasse im Körper abnimmt, erhöht sich der Fettgehalt und der tägliche Energiebedarf sinkt. Im Schnitt brauchen wir Ältere täglich etwa 200 bis 300 weniger Kalorien als Junge. Da der Nährstoffbedarf jedoch gleich bleibt, müssen die zugeführten Lebensmittel eine hohe Nährstoffdichte aufweisen. Nur so kann der tägliche Bedarf eines älteren Menschen optimal abgedeckt werden.

Ernährungsprobleme im Alter

Sich ausgewogen zu ernähren, ist heute kein Problem. Wir können im Supermarkt das ganze Jahr über Ananas, Bananen, Kiwis, Äpfel, Tomaten, Sellerie und Fenchel kaufen.  Aber mal ehrlich, unser Geschmack verändert sich, wir trinken weniger, als wir sollten – manchmal kommt dann noch eine Krankheit dazu. Es schleicht sich bei dem einen oder anderen Vitamin- und Nährstoffmangel ein. Wir fühlen uns unwohl und wissen manchmal nicht warum.

Ernährung

Pastinaken, Spargel, Lachs – Vitamine, Ballasstoffe und Eiweiß sind ideal im Alter

Aber keine Angst vor Mangelernährung. Über Nahrungsergänzungsmittel lässt sich ein „Zu  Wenig“ an Vitaminen oder Spurenelemente problemlos ausgleichen. Die Nahrungsergänzungsmittel sollten allerdings am besten Produkte in pharmazeutischer Qualität sein. Je nach festgestelltem Nährstoffmangel können Eiweiß, Kohlenhydrate, essentielle Fettsäuren, Eisen, Mineralstoffe und Vitamine zugeführt werden. Und was die Nahrungsergänzung betrifft, so können wir auf Tabletten, Pulver oder als Trinknahrung zurückgreifen. Damit lassen wir dem Körper alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zukommen. Wer sich etwas Gutes tun will, greift zu heimischem „Superfood“, das teilweise den Exoten wie Açaí- und Goji-Beeren, Noni-Saft, Chia-Samen, Moringa, Match sowie Quinoa überlegen ist.

Wie Ernährung im Alter anpassen?

Wer sich vielfältig ernährt, macht kaum etwas falsch. Frisches Gemüse und Obst sollten neben Vollkornprodukten an erster Stelle stehen. Sie liefern dem Körper wichtige Energie, Vitamine und Mineralstoffe. Milch, Joghurt, Quark und Käse sollten ebenfalls nicht fehlen, um den Körper mit hochwertigen Eiweißen zu versorgen. Fettarme Fleisch- und Wurstsorten sowie Eier können zwei- bis dreimal in der Woche verzehrt werden. Fisch liefert wichtige Mineralstoffe – also warum nicht auch zwei oder drei Mal pro Woche Fisch servieren? Bei Fett und zuckerreiche Lebensmittel gilt: weniger ist mehr. Gerade Zucker führt zu Übergewicht. Wer’s genau wissen will, die Lebensmittelpyramide zeigt das sehr anschaulich.

Auf ernährungsbedingte Erkrankungen, Einschränkungen bei der Lebensmittelauswahl oder -aufnahme, sprich Unverträglichkeiten oder Schluckstörungen, sollte natürlich Rücksicht genommen werden.

Zwei Liter Flüssigkeit täglich

Was hat Ernährung mit Trinken zu tun? Viel! Wir brauchen täglich mindestens eineinhalb  bis zwei Liter Flüssigkeit. Das können Wasser sein oder ungesüßte Tees oder milde Fruchtsäfte. Bei Kaffee oder Alkohol gilt ebenfalls: weniger ist mehr. Übrigens, wer will, kann sich auch von seinem Rechner oder seinem Smartphone ans Trinken erinnern lassen. Die AOK beispielsweise hat einen kostenlosen Trinkerinnerer zum Herunterladen – oder auch Hirschquelle, um nur zwei Beispiele zu nennen.

 




Warum uns Spielen jung hält

Der Spieldrang ist uns angeboren. Wer meint, im Alter gilt das nicht, sollte seine Meinung revidieren. Warum uns spielen jung hält – und wie wir die Alterung damit hinauszögern.

Ist Spielen nur was für Junge? Verdaddeln die ihre Freizeit? Auf den ersten Blick mag Spielen ineffizient und sinnlos sein. Wer indes intensiv darüber nachdenkt, erkennt einen tieferen Sinn im Spielen. „Spielen dient auch dazu, Gehirn und Körper weiter zu entwickeln“, schreibt „Das Erste“ über den Spieltrieb.  Der Spieledrang sei ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Natur, den wir immer wieder auf verschiedene Arten ausleben. Manche lieben den Sport, bei dem sie auf dem Platz in Wettkämpfen gegeneinander spielen können, andere basteln gerne oder haben eine Modelleisenbahnsammlung.

Spielen hält uns geistig fit

Erwachsene spielen viel seltener – schade, denn Spielen hält uns geistig beweglich, schafft einen Ausgleich zum Alltag und entspannt. Das gilt für Körper und Geist. Die Senioren von heute haben darüber hinaus dank Internet ganz andere Möglichkeiten als früher. Online finden sich leichter Mitspieler – und Spiele. Die Palette reicht von traditionellen Karten- und Brettspielen bis zum Eisenbahn-Simulator. Wer Poker oder Blackjack spielen will, geht ins Online Casino.

​Geselligkeit auf Knopfdruck? Warum nicht. Sicherlich sind persönliche Treffen immer noch besser, allerdings haben Freunde und Familie nicht immer Zeit oder Möglichkeit, sich zum geselligen Spielen einzufinden. Online ist das kein Problem. Mittlerweile ist es so, dass die Behörden Senioren sogar diesen Spaß verderben, wie vor kurzem in einem Kölner Seniorenheim passiert. Online kann das nicht passieren. Übrigens, aus Online-Spielfreundschaften können ja Offline-Freundschaften werden.

Halma, Bingo und Domino

Online ist viele möglich – Halma, Bingo oder auch Domino. Übrigens, störte sich der Rechnungsprüfer der Sozialbetriebe Köln gerade am gemeinsamen Bingo-Spiel, weil das ja ein „illegales Glücksspiel“ sei. Dabei ging es gerade mal um eine Tafel Schokolade.

Online mit dem Trecker durchs Feld

Online bietet aber noch weit mehr – beispielsweise sind Simulationen möglich, bei denen Senioren echten Hobbys virtuell nachgehen können. Mit dem Eisenbahn-Simulator lassen sich eigene Strecken bauen oder vorhandene Strecken originalgetreu erkunden kann; mit Landwirtschafts-Simulator wird der Senior zum Bauer. „Gebäude sprengen, mit dem Lkw durch die Straßen dieser Welt ziehen oder einen eigenen Bauernhof gründen und mit dem liebsten Trecker die Felder bestellen“ – damit macht „Computerbild“ dem Homo Ludens Lust aufs Spielen.

Also, viel Spaß beim Spielen!

 

Foto: pixabay




Warum die Mütterrente wieder Murks ist

Murks und Mogelpackung – zu keinem anderen Urteil kommt, wer sich die Vorschläge der Union in punkto Mütterrente genauer anschaut. „Mütterrente wieder Murks“ ist dazu nur zu sagen. Da wird unterschieden zwischen Frauen mit einem Kind, zwei und drei oder mehr Kindern.

Die Logik dahinter ist klar. Es soll sozial und fürsorglich klingen, die „Mütterrente II“, so die neue Bezeichnung in den Sondierungspapieren, ist aber nur Augenwischerei. Da steht: „So sollen Mütter, die ihre Kinder vor 1992 auf die Welt gebracht haben, künftig auch das dritte Jahr Erziehungszeit in der Rente angerechnet bekommen“. Um es noch mal klar zu sagen: Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden bekommen drei statt wie bisher zwei Rentenpunkten, aber nur dann, wenn sie drei und mehr Kinder haben. Eine Mutter mit einem Kind oder zwei Kindern bekommt auch künftig nur zwei Rentenpunkten angerechnet. Für sie soll sich also nichts ändern, alles bleibt beim ungerechten Alten. So sieht es zumindest das Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD vor.

Mehrkindfamilien die Ausnahme

 

Mütterrente wieder Murks

Mehrkindfamilien in Deutschland

Die Union weiß ganz genau, dass nur wenige Frauen drei und mehr Kinder haben. Dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BFSFJ) zufolge gibt es in Deutschland aktuell elf Prozent Mehrkindfamilien mit drei und mehr Kindern. Nur sie könnten von der angekündigten Mütterrente II profitieren. Tatsächlich werden es aber noch weit weniger sein, denn einige Mütter mit Kindern, die vor 1992 auf die Welt kamen, sind bereits gestorben. Trotzdem kommt die Deutschen Rentenversicherung von RP Online zufolge auf Mehrausgaben im Jahr 2019 von 3,7 Milliarden Euro.

 

 

 

 

Die Rechnung:

Geburt des Kindes 1992/Alter heute: 26 Jahre
Alter der Mutter bei Geburt:                24 Jahre
_____________________________________

Alter der Mutter heute:                        50 Jahre

Übrigens, 1970 war eine Frau laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 24 Jahre alt, wenn ihr erstes lebendes Kind zur Welt kam; 2017 war sie schon 29,3 Jahre alt.

Mütterrente wieder Murks

Ok, falls das Kind früher geboren wurde und sie vielleicht noch älter war zur Geburt, ist diese Mutter heute schon 55 oder gar 60 Jahre alt. Das heißt, es leben einige schon nicht mehr, die davon profitieren könnten. Die Union heftet sich den Vorschlag trotzdem als soziale Großtat ans Revers. Die Frage ist auch immer noch, wer das bezahlen soll: die Rentenversicherung oder der Staat?

Wenige profitieren von Mütterrente II

„Die von der CDU/CSU in den Sondierungsgesprächen geforderte Mütterrente erweist sich zunehmend als Mogelpackung für den Bürger“, wird Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, vom „Bundesfinanzportal“ zitiert. Aiwanger sieht „hierin eine bewusste Irreführung durch die Unionsparteien“. Er fordert, dass „Erziehungsleistungen bei der Rente deutschlandweit gleichrangig berücksichtig werden müssen“. Die Weigerung der Anpassung der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder sei ein beschämender Zustand und sollte schnellsten abgeschafft werden.

Klar ist, dass von der Mütterrente II nur wenige Mütter profitieren, da die meisten eben keine drei und mehr Kinder haben. Dabei sind Mütter, die Kinder haben, die vor 1992 auf die Welt kamen, ja eh schon benachteiligt, da sie nur zwei Jahre in der Rente gutgeschrieben bekommen. Wo bleibt da der Gleichheitsgrundsatz?

Was bislang gilt

Zum 1. Juli 2014 wurde die Mütterrente nachgebessert. Seit dem bekommen Mütter (oder Väter), deren Kinder vor 1992 geboren wurden, zwei Jahre statt nur einem Jahr Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung angerechnet. Pro Kind und Monat liegt die Rente dadurch um 31,03 Euro (West) beziehungsweise 29,69 Euro (Ost) höher, das ist entspricht einem Rentenwert.

Petition gegen Diskriminierung von Müttern

Gegen diese Diskriminierung hat Monika Descharmes aus Pforzheim die Petition „Rentengerechtigkeit für alle Mütter – weg mit der geplanten ‚Mehrwert-Mütterrente'“ gestartet. Dieser Kompromiss sei ein fauler, so Descharmes, und setze der bisher praktizierten Ungerechtigkeit (Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben erhalten zwei, Mütter, deren Kinder danach geboren wurden drei Rentenpunkte) eine weitere hinzu.

Anstatt also die Rentenlücke in der „Mütterrente“ nun endlich zu schließen, schaffe man stattdessen eine neue Ungerechtigkeit, in dem man zwar die Gruppe der „Gewinner-Mütter“ vergrößere, den Rest aber nun endgültig zu „Verlierer-Müttern“ stemple, weil offensichtlich Gebären und Erziehen von ein bis zwei Kindern keinen zusätzlichen Rentenpunkt rechtfertige oder deutlicher: Mütter mit drei und mehr Kindern sind ganz offensichtlich „mehr wert“.

Mehr zur Petition von Descharmes auf der Seite von Change.org.

Mütterrente auf Grundsicherung angerechnet

Wie auch bisher, wird wohl die Mütterrente II auch auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit angerechnet. Bei Frauen und Männern, die wegen ihrer geringen Altersbezüge auf Grundsicherung angewiesen sind, verringert sich dem VdK zufolge so der Anspruch auf Sozialhilfe oder geht ganz verloren. „Unter Umständen können sogar Rückzahlungsforderungen auf sie zukommen“, so der Sozialverband. Allerdings, rät der VdK, „könnte es für diese Betroffenen jedoch einen Weg geben, dies abzumildern“. Eventuell hätten diese Rentnerinnen und Rentner durch den Wegfall der Sozialhilfe Ansprüche auf Wohngeld. In dem Fall empfehle es sich, schnell zu reagieren und umgehend einen Wohngeldantrag zu stellen, damit keine Lücke entsteht. Die Sozialhilfe werde auf ihre Kosten entlastet und Steuermittel werden eingespart.

 




Wann die Lebensversicherung kündigen und wann nicht

Weit mehr als 90 Millionen Lebensversicherungen laufen momentan in Deutschland – eine Langfristanlage in die Privatvorsorge, die sich im Todesfall oder bei Erreichen eines bestimmten Alters bezahlt machen sollen. Doch viele Versicherte halten nicht so lang durch. Wann die Lebensversicherung kündigen und wann nicht – das fragen sich viele.

Laut der Verbraucherzentrale werden tendenziell 80 Prozent aller Policen noch vor dem Ende ihrer Laufzeit wieder gekündigt. Warum so viele? Dass ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ein Versicherter zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nur schwer einschätzen kann, was in den vielen Jahren bis zur Auszahlung noch in seinem Leben passieren wird. Warum kündigt jemand seine Lebensversicherung? Welche negativen Folgen hat das?

Sofortige Liquidität im Notfall

Warum jemand seine Lebensversicherung kündigt – das liegt auf der Hand: Der Versicherte braucht kurzfristig Geld. Bei älteren Menschen können verschiedene Ereignisse eine plötzliche finanzielle Notsituation hervorrufen – etwa der Jobverlust, die Scheidung vom Partner oder eine altersbedingte Erkrankung. Dann wird das flüssig gemachte Kapital laut einer Umfrage aus dem Jahr 2013 der Steinbeis University Berlin meist – genauer gesagt in 19 Prozent der Fälle – für die Tilgung angefallener Schulden genutzt. Dank vorgefertigter Formulare aus dem Internet ist es heute ganz einfach, einen Vertrag zu kündigen.

Lebensversicherung kündigen – die Folgen

Allerdings haben vorzeitige Vertragsabbrüche Konsequenzen für den Versicherungsnehmer, leider in der Regel negative. So wird der Rückkaufswert einer Police in der Regel auf einen Bruchteil (etwa 50 Prozent) des ursprünglich eingezahlten Kapitals reduziert – das Versicherungsunternehmen spricht in diesem Kontext oft von sogenannten „Stornokosten“.

Verlust der Überschussbeteiligung

Hinzu kommen mögliche Zusatzsteuern, die der ehemals Versicherte zu entrichten hat. Außerdem verliert er den Anspruch auf sämtliche Schlussüberschüsse, was vor allem dann ärgerlich ist, wenn der Vertrag kurz vor seinem Ablaufdatum steht. Aus diesen Gründen wird in den meisten Quellen explizit von einer Kündigung abgeraten – in diesem Ratgeber-Artikel von volders.de werden darüber hinaus entsprechende Alternativen aufgezeigt. Darin nicht aufgeführt: Das Vorgehen per Widerrufsmöglichkeit, das in diesem Artikel von wallstreet-online.de erläutert wird.

Wegen sinkendem Garantiezins kündigen?

Aber was ist mit der momentanen Debatte um die schrittweise, aber rigorose Senkung des Garantiezinses? Für bereits bestehende Versicherungspolicen, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden, besteht erstmal kein Grund zur Sorge, denn für solche „Altverträge“ ist ein Zins von vier Prozent staatlich festgeschrieben.

Warnung vor Crash der Lebensversicherungen

Jedoch hat der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger vor kurzem von sich Reden gemacht, als er in einem Interview mit dem „Stern vor einem bevorstehenden „Crash“ der Lebensversicherungen gewarnt hat. Seine Argumentation: Viele Anbieter könnten den gleichgebliebenen Garantiezins schon jetzt nicht mehr nachhaltig erwirtschaften. Käme es zum finanziellen Totalzusammenbruch, würde die garantierte Verzinsung zuerst ebenfalls herabgesetzt und das Kapital schlussendlich abgewickelt werden. Enger empfiehlt ausnahmslos die Kündigung der laufenden Lebensversicherung. Steht die Lebensversicherung vor dem Aus?

Wie fit sind die Versicherer wirklich?

„hart aber fair“ befasste sich mit der Crash-Warnung von Sven Enger

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wirft dem früheren Branchenangehörigen nun unverantwortliche Panikmache vor. Auch der luxemburgische Policenkäufer „Partner in Life“ warnt vor einer voreiligen Kündigung. Laut eigenen Angaben liegen ihnen die Daten zu Tausenden Versicherungsverträgen der letzten 15 Jahre vor. Aus diesen gehe hervor, dass nur sehr weniger Anbieter tatsächlich in akuter Not seien. Die große Mehrzahl der Versicherungsunternehmen sei dagegen finanziell einwandfrei aufgestellt, um den Garantiezins in den Altverträgen weiterhin beizubehalten.

Kündigen oder nicht – jeder entscheidet selbst. In jedem Fall sollte der Entscheidung eine Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsmakler vorausgehen, wobei die Betonung auf unabhängig liegt.

Bildrechte: Flickr Hamburg, Germany ~ October 2017 Sjoerd Lammers CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Immer mehr beantragen abschlagsfreie Rente mit 63

Wer mit 63 Jahrn abschlagsfrei in Rente gehen kann, macht das. Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein Erfolgsmodell. Noch nie seit Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 haben so viele einen Antrag gestellt.

253 521 nutzen abschlagsfreie Rente mit 63

Aus der Statistik der Deutschen Rentenversicherung geht hervor, dass zwischen Januar und Dezember 2017 insgesamt 253 521 die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren beantragt haben. Wer 1952 geboren und 45 Versicherungsjahre voll hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen, wer 1953 geboren ist, erst mit 63 plus zwei Monate, der Jahrgang 1954 erst mit 63 plus vier Monate … Allerdings wurden von den 253 521 nur 231 743 bewilligt. Vermutlich haben die 21 778 nicht die nötigen Jahren zusammen gebracht, um die abschlagsfreien Rente zu erhalten. Übrigens, gegenüber 2016 ist das ein Anstieg von fünf Prozent.

Wer wann mit 63 gehen kann

GeburtsjahrAnhebung in MonatenRentenalter*
1952063
1953263+2
1954463+4
1955663+6
1956863+8
19571063+10
19581263+12
19591463+14
19601663+16
19611863+18
19622063+20
19632263+22
19642463+24

1,6 Millionen Rentenanträge in 2017

Insgesamt wurden 2017 alles in allem 1 628 290 neue Rentenanträge gestellt. 355 496 haben die Rente beantragt, weil sie das Rentenregelalter erreicht haben. Immerhin haben mit 350 547 fast eben so viele eine Erwerbsminderungsrente beantragt. Gerade hier gilt: beantragt ist nicht genehmigt. Von den 355 496 wurden nur 177 059 genehmigt.

Viele gehen nicht, obwohl sie könnten

Übrigens hätten es sogar noch weit mehr sein können, die eine abschlagsfreie Rente mit 63 beantragen. Viele nehmen die abschlagsfreie Rente mit 63 nicht in Anspruch, obwohl sie formell alle Voraussetzungen erfüllen, so eine Umfrage des Bundesverbandes der Rentenberater, die dem SWR vorliegt. Der Verband hatte im Dezember vergangenen Jahres bundesweit 75 Rentenberater befragt. Laut Auswertung des Verbandes haben bei insgesamt 2300 Beratungsfällen, bei denen die Voraussetzung für eine abschlagsfreien Rente vorlag (45 Versicherungsjahre), knapp zehn Prozent der Mandanten auf die abschlagsfreien Rente verzichtet. Zwei Drittel habe angegeben, die abschlagsfreien Rente sei zu gering. Anke Voss, Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Rentenberater, kommentierte die Ergebnisse so: „Die Umfrage bestätigt, dass es sich bei diesem Rentenmodell letztlich wohl um ein Geschenk an gut verdienende Facharbeiter handelt“.

Alle anderen, sprich die (nur) „langjährig Versicherten“, die keine 45 Versicherungsjahre zusammenbringen und damit nicht zu den „besonders langjährigen Versicherten“ gehören, können zwar mit 63 Jahren in Rente gehen, müssen aber Abschläge in Kauf nehmen.

Was zählt zu den 45 Versicherungsjahren?

  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung,
  • Zeiten der geringfügigen, nicht versicherungspflichtigen Beschäftigung (anteilige Berücksichtigung),
  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus selbstständiger Tätigkeit,
  • Zeiten mit freiwilligen Beiträgen, wenn mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung bzw. selbstständigen Tätigkeit vorhanden sind,
  • Zeiten der Wehr- oder Zivildienstpflicht,
  • Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege von Angehörigen,
  • Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes,
  • Zeiten, in denen Arbeits- , Teilarbeitslosengeld, Leistungen bei Krankheit (z.B. Krankengeld, Verletztengeld) oder Übergangsgeld bezogen wurden,
  • Zeiten des Bezugs von Leistungen bei beruflicher Weiterbildung,
  • Zeiten des Bezugs von Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld und Winterausfallgeld,
  • Zeiten des Bezugs von Insolvenzgeld und Konkursausfallgeld (Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers), Ersatzzeiten. Nicht berücksichtigt werden bestimmte Anrechnungszeiten (zum Beispiel wegen eines Schul-, Fachschul- oder Hochschulbesuchs), Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II, Zurechnungszeiten und zusätzliche Wartezeitmonate aufgrund eines Versorgungsausgleichs oder Rentensplittings. – Freiwillige Beiträge in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn werden nicht mitgezählt, wenn gleichzeitig eine Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit vorliegt.
  • Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn zählen nur mit, wenn diese Folge einer Insolvenz oder vollständigen Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers sind.

Quelle: VdK Sömmerda

Beitragslücke nachträglich nicht zu schließen

Wer nur 44 Jahre Versicherungsjahre hat, schon in Rente ist und glaubt, er könne nachträglich die Beitragslücke bis 45 Jahre schließen, hat sich in den Finger geschnitten. Da wird’s nichts mit der abschlagsfreien Rente. Das Landessozialgericht (LSG) Baden Württemberg versagte einem Renter diese Möglichkeit (Az.: L 10 R 2182/16), schreibt das Portal personalpraxis 24.

Der Fall:

Der Kläger, Geburtsjahr 1952, hat im Laufe seines Arbeitslebens insgesamt 44 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten erreicht. Ein Jahr lang war er arbeitslos. In dieser Zeit bezog er jedoch kein Arbeitslosengeld, da er eine größere Abfindung erhalten hatte. Seit längerer Zeit hatte er geplant, ab September 2015 mit 63 Jahren und mit Abschlägen in Rente zu gehen. Seit 2014 ist eine abschlagsfreie Rente mit 63 bei 45 Beitragsjahren möglich. Für den Kläger würde dies monatlich eine rund 200 Euro höhere Rente bedeuten. Im April 2015 beantragte er bei der Rentenversicherung die Rente mit 63 ab dem 1. September 2015 und die Nachzahlung freiwilliger Beiträge für die einjährige Zeit der Arbeitslosigkeit. Diese lehnte ab, da die Zahlungsfrist versäumt wurde. Das Sozialgericht Stuttgart gab dem Kläger zunächst recht, da eine besondere Härte vorliege. Er habe damals davon ausgehen können, dass bezüglich der Beitragslücke kein Handlungsbedarf besteht. Das LSG entschied nun anders. Die Zahlungsfrist sei abgelaufen, die Beiträge könnten nur in besonderen Härtefällen nachentrichtet werden. Einen solchen sahen die Richter nicht. Den ursprünglichen Plan, 2015 mit Abschlägen in Rente zu gehen, konnte der Kläger umsetzen. Auch dass sich die nachträgliche Beitragszahlung durch die höhere Rente nach zwei Jahren amortisiert hätte, ergebe keine Härte. Um Abschläge zu vermeiden, hätte der Kläger beispielsweise zwölf Monate länger arbeiten und mit 64 Jahren in die dann immer noch vorgezogene abschlagsfreie Rente gehen können. Mit der Nachzahlung von Beiträgen könne man nicht warten, bis irgendwann in der Zukunft Änderungen eintreten, in der die Nachteile der Beitragslücke sichtbar werden.