Den Ruhestand auf Mallorca planen

Mallorca ist für viele Deutsche das Traumziel fürs Alter. Durch das mediterran milde Klima und eine perfekte Infrastruktur ist die Baleareninsel ideal, um dort die Rente zu genießen – entweder ganz oder für einige Monate im Jahr

Viva la Siesta

Für die meisten Auswanderer ist das mediterrane Klima der ausschlaggebende Grund, sich im Rentenalter auf Mallorca niederzulassen. Ein längerer Aufenthalt mildert häufig gesundheitliche Probleme wie Rheuma, Asthma, Gelenkentzündungen, Herz- oder Kreislaufbeschwerden. Darüber hinaus geht es in Spanien entspannter zu als im hektischen Deutschland. Noch immer gehört die Siesta zwischen 14 und 17 Uhr zum Lebensstil. Erst danach nimmt das Leben wieder Fahrt auf und wird in die Abende ausgedehnt. Das kommt Ruheständlern entgegen und fördert die Lebensqualität. Die ausgezeichneten Flugverbindungen sind ein weitere Pluspunkt – und dazu kommen günstige Flugpreise. Die Lieben in Deutschland sind nur rund zwei Flugstunden entfernt.

Kein Visum notwendig

Deutsche Residenten benötigen für Mallorca kein Visum, da Mallorca zu Spanien und somit zur EU gehört. Zudem gibt es vor Ort keine Einschränkungen beim Immobilienkauf. In punkto Rentenzahlung muss sich auch niemand groß Gedanken machen, denn Ruheständler können sich die Rente auf ein spanisches Konto überweisen lassen. Die Mallorca Zeitung erklärt, was dabei zu beachten ist.

Auf Mallorca wird häufig Deutsch gesprochen und die deutsche Community ist vor Ort stark vernetzt. Es gibt deutsche Lokale, Supermärkte und Firmen, niemand muss somit auf Gewohntes verzichten. Auch deutsche Immobilienmakler, Rechtsanwälte, Handwerker und (vor allem) Ärzte sind weit verbreitet. In Palma kümmert sich ein deutscher Pfarrer ausschließlich um deutsche Auswanderer (vor Ort Residenten genannt) und die Seniorenbetreuung. Es kann trotzdem nicht schaden – und ist ein Gebot der Höflichkeit – für den Alltag zumindest ein wenig Spanisch zu lernen. Das macht die Kommunikation mit den mallorquinischen Nachbarn und Behörden deutlich einfacher.

Nasskalte Winter

Die Winter auf den Balearen sind im Vergleich zu Deutschland in der Regel deutlich milder, aber häufig sehr nasskalt. Da heizt jeder gern. Allerdings dauer die Heizperiode nur von November bis maximal März. Da es keine zentrale Heizungsversorgung gibt, wird häufig mit Holzöfen oder Elektroheizungen geheizt. Wer auf eine Heizung nach deutschem Vorbild nicht verzichten will, lässt sie sich nachträglich einbauen. Hierzu wird dann ein Gas- bzw. Öltank benötigt.

Auf Mallorca wohnen

Wer an Immobilien auf Mallorca denkt, hat meist traumhafte Villen mit noch traumhafteren Ausblicken aufs Meer vor seinem inneren Auge. Dumm nur, dass diese Traumhäuser für die meisten von uns unerschwinglich sind. Allerdings gibt es auch Wohnungen und Häuser zu niedrigeren Preisen. Appartements sind teilweise schon ab 200 000 Euro zu haben, abhängig von Lage und Ausstattung. Wer eine Finca in ländlicher Idylle sucht, muss allerdings schon mit 500 000 Euro und mehr rechnen.

Bild : ©istock.com/Alex




Betriebsrente – ein Schuss in den Ofen wegen Staatsabzocke

Der Chef muss seit Anfang 2019 bei Neuverträgen etwas zur betriebliche Altersvorsorge zuzahlen – zu wenig, um die Nachteile in der Rente auszugleichen. So bleibt auch die „neue“ Betriebsrente ein Schuss in den Ofen.

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sollte alles ganz anders werden – das Paradies für alle, die über den Betrieb fürs Alter vorsorgen. Ein schöner Traum. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Denn, wer genau hinschaut, stellt fest, dass die „neue“ Betriebsrente nicht viel besser ist als die „alte“. Die SPD hat Arbeitnehmer wieder über den Tisch gezogen und verkauft ihr Gesetz als den großen Wurf.

Der Chef wird einen Teufel tun und bei vor 2019 abgeschlossen Verträgen mitzahlen, dazu ist er ja auch nicht verpflichtet. Das Mitzahlen gilt laut §26a des Betriebsrentenstärkungsgesetzes für Altverträge erst ab 1. Januar 2022. Davor sind die Beschäftigten auf den Goodwill ihres Arbeitgebers angewiesen. Aber selbst, wer dem Chef einen neuen Vertrag, der nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurde, präsentiert, bekommt per Gesetz nur einem Zuschuss von 15 Prozent.  Dabei spart der Chef aber 20 Prozent Sozialabgaben. Das heißt, für die meisten, dass sich eine derart bezuschusste betriebliche Altersvorsorge immer noch nicht lohnt. Erst wenn der Chef 40 oder gar 50 Prozent zuschießt, lohnt sich das Sparen fürs Alter über den Betrieb.

Ein Schuss in den Ofen

Warum das? Weil Staat und Krankenversicherung am Ende so richtig zuschlagen und Direktversicherungen – um die geht es in der Regel –  rupfen. Also nicht von den 15 Prozent blenden lassen und auch nicht von den vermeintlichen niedrigeren Sozialabgaben. Das dicke Ende kommt zum Schluss.

Bei der Direktversicherung ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und nicht der Beschäftigte. Der Chef reicht aber nur das Geld an die Versicherung weiter. Der Arbeitnehmer hat somit nichts zu melden Deswegen kann auch nur der Arbeitgeber so eine Versicherung kündigen, weil er ja der Versicherungsnehmer ist. Beim Job-Wechsel wird’s ebenfalls schwierig, eben weil der Chef der Versicherungsnehmer ist. Wer weiß, ob der neue Chef gewillt ist, die bisherige Direktversicherung weiterzuführen.

Haken an der Betriebsrente

Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts und lässt dieses Geld von seinem Chef an die Direktversicherung überweisen. Das heißt, für den Teil vom Gehalt, denn der Angestellte nicht ausbezahlt bekommt, muss er auch keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das klingt im ersten Moment verlockend, aber die Folgen sind gravierend.

Wie gesagt, bei neu abgeschlossenen Verträgen muss der Chef 15 Prozent zuschießen, weil er sich ja Sozialabgaben spart – und das sind immerhin 20 Prozent, so denn der Beschäftigte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen für die Rentenversicherung und für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung liegt. Vielleicht wäre der Chef ja bereit, die ganzen eingesparten Sozialabgaben weiterzugeben. Fragen kostet nichts.

Am Ende vom Staat abgezockt

Wer über den Betrieb fürs Alter vorsorgt, muss vom Ende her denken. Was bleibt mir in der Rente vom eingezahlten Geld übrig? Was der Arbeitnehmer in der Einzahlphase spart, muss er in der Rente wieder hergeben. Er zahlt dann seinen Anteil an der Kranken- und Pflegeversicherung plus den Anteil des Arbeitgebers. Die Politik will noch immer nichts daran ändern, obwohl die Betriebsrente damit für viele zum Minus-Geschäft wird, denn zum Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an der Krankenkasse kommt noch der Zusatzbeitrag und der Pflegebeitrag – alles in allem mehr als 18 Prozent. Die Direktversicherung kann da gar nicht rentabel genug sein, wenn am Ende annähernd ein Fünftel an die Sozialkasse geht. Das Perfide daran, diese Abzüge zahlt der Betriebsrentner zehn Jahre lang, sprich über 120 Monate. Wenn in dieser Zeit die Sozialabgaben steigen, ist er jedes Mal mit dabei und zahlt und zahlt und zahlt …

Wer privat krankenversichert ist, zahlt natürlich nichts. Auch wer eine private Lebensversicherung abschließt, zahlt natürlich nichts. Also ist es besser, den Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten und sie dann privat anzulegen. Das ist flexibler und rentabler. Das kann aber nicht Sinn des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sein, oder?

Betriebsrente mindert gesetzliche Rente

Mit der Kranken- und Pflegeversicherung ist es ja nicht getan. Der Fiskus schröpft Betriebsrentner, die ab 2040 ihren Ruhestand antreten. Die Betriebsrente wird dann zu hundert Prozent versteuert.

Damit der Betriebsrentner ja nicht übermütig wird im Alter und nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld aus seiner betrieblichen Altersvorsorge, bekommt er natürlich weniger gesetzliche Rente, denn in seiner aktiven Phase hat er ja wegen der Entgeltumwandlung auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Wenn er im Berufsleben krank oder arbeitslos wird, bekommt er natürlich auch entsprechend weniger Kranken-, Eltern- oder Arbeitslosengeld.

Lohnt eine Betriebsrente überhaupt?

Gute Frage. Sie lohnt sich nur, wenn der Chef ordentlich etwas dazuzahlt und wenn die ausgesuchte Direktversicherung auch entsprechende Rendite abwirft – und das über einen langen Zeitraum, denn so eine Direktversicherung läuft unter Umstände über Jahrzehnte. In dem allermeisten Fällen lohnt sich eine Direktversicherung eben nicht. Der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger hat in seinem Buch „Alt, Arm und Abgezockt“ genau beschrieben, wie Betriebsrentner von den Versicherungen über den Tisch gezocken werden. Nicht von ungefähr verdienen Versicherer immer noch glänzend, Allianz hat erst vor kurzem einen Rekordgewinn für 2018 von 11,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Woher das Geld stammt, kann sich jeder an den fünf Fingern abzählen.

Es gibt Berechnungen von „Finanztest“ die Betriebsrentner wenig Hoffnung machen. Wer als ledigen Gutverdiener mit einem Jahresbrutto von 58 000 Euro monatlich 100 Euro einzahlt und auf garantierte 107 Euro Monatsrente hofft, muss sich nach 27 Jahren Einzahlung mit 67 Euro netto begnügen – ein schlechter Deal.

Problem ist der Doppelbeitrag

Insofern ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. So lange es beim doppelten Krankenkassenbeitrag von Betriebsrenten bleibt, ist von einer Direktversicherung eher abzuraten. Da muss schon viel zusammenkommen, dass sie sich am Ende lohnt.

Übrigens, weder die Arbeitgeber noch die Direktversicherung, noch die Krankenversicherung und auch nicht die Gewerkschaften klären die Arbeitnehmer über die vielen Haken einer derartigen Betriebsrente auf. Dem Arbeitgeber ist es vermutlich egal, die Direktversicherung sieht nur die Prämien, die Krankenkassen warten auf den Tag der Auszahlung und die IG Metall verkauft ja mit ihrer Metallrente selbst Direktversicherungen. Alle arbeiten zusammen, um den Arbeitnehmer glauben zu lassen, das wäre eine gute Sache. So aber wird das Vertrauen in die Betriebsrente verspielt – und die Betriebsrentner sind wütend, wenn sie feststellen, dass sie verschaukelt wurden.

Metallrente ist ein Flop

Obwohl weder Arbeitgeber noch Krankenkassen noch Versicherung noch Gewerkschaft über die Nachteile informieren, hat sich herumgesprochen, dass die Betriebsrente ein Minus-Geschäft ist – es werden immer weniger Betriebsrentenverträge abgeschlossen. Laut „Handelblatt“ ist der Verbreitungsgrad der betrieblichen Altersvorsorge seit 2013 bis 2017 von 58,9 auf 55,6 Prozent geschrumpft. Das heißt umgekehrt, dass wegen dieser Abzocke durch Staat und Krankenkassen immer weniger einen entsprechenden Vertrag abschließen und mittlerweile knapp die Hälfte der Beschäftigten überhaupt keine Betriebsrente haben.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Was wir von den Dänen lernen können

Anders als die Deutschen setzen auch die Dänen, wie die Niederländer, Schweden und Norwegern auch auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge. Die Dänen brauchen deswegen vor Altersarmut keine Angst haben. Was wir von den Dänen in punkto Altersvorsorge lernen können.

Wichtigste Säule ist die staatliche Volkspension (folkepension). Jeder bekommt eine Folkepension, der dänischer Staatsbürger ist oder einen festen Wohnsitz in Dänemark hat und mindestens drei Jahre dort gelebt hat. Wie hoch die Folkepension ausfällt, hängt davon ab, wie viel er in seiner aktiven Phase verdient hat. Anders als in Deutschland, gibt es keine Ausnahmen für Beamte oder Selbständige – jeder zahlt ein.

Bei den Dänen zahlen auch die Beamten

Die deutsche Rente wird teilweise von Steuern finanziert, wobei der Staat bei weitem nicht alle versicherungsfremden Leistungen wie den Ost-West-Transfer durch Steuern ausgleicht, das heißt, der Staat hat der Rentenkassen mehr versicherungsfremde Leistungen aufgebürdet als er durch Zuschüsse ausgleicht. Anders in Dänemark, dort wird die Folkepension hauptsächlich vom Staat durch Steuern gestützt. Die Folkepension ist ein Grundsicherungssystem, das auch bei Invalidität greift. Alle sind an der Finanzierung beteiligt und zahlen einen Pauschbetrag in den Arbeitsmarktfonds ein, aus dem denn ein Teil der Folkepension finanziert wird. Die Höhe des Pauschbetrags: acht Prozent vom Entgelt.

Was das Rentenalter betrifft, so sind die Dänen ziemlich rigide und passen es der steigenden Lebenserwartung an. 1963 Geborene können erst mit 68 in Rente gehen. Hierzulande liegt das Renteneintrittsalter für 1963 Geborene bei 66 Jahre plus zehn Monate. Für 1964 Geborene erhöht es sich dann auf 67 Jahre.

Regelrentenalter in Deutschland

  Alter 
Geburtsjahrangehoben umJahrMonat
19515655
19526656
19537657
19548658
19559659
1956106510
1957116511
195812650
195914662
196016664
196118666
196220668
1963226610
196424670

Auch was die Zugehörigkeit zu Dänemark betrifft, sind die Dänen rigide, denn die Höhe der Folkepension ist ganz entscheidend davon abhängig, wie lang jemand im Land gelebt hat – und zwar in der Zeit von seinem 15. Lebensjahr bis zum Rentenalter. Den Höchstsatz gibt es für Pensionäre nur, wenn sie mindestens 40 Jahre in Dänemark ansässig waren. Laut Ældre Sagen bekommt eine Dänin und ein Däne umgerechnet 847,78 Euro pro Monat Grundrente (vor Steuern), dazu kommt eine Pensionszulage von umgerechnet 927,64 Euro, macht zusammen 1775,42 Euro. 1775 Euro ist natürlich für Dänemark nicht gerade üppig, denn die Lebenshaltungskosten sind deutlich höher als in Deutschland. Von den 1775 Euro sind darüber hinaus auch noch Steuern zu zahlen.

Dänemark hat bestes Rentensystem

Und dennoch hat Dänemark dem Beratungsunternehmen Mercer zufolge zurzeit weltweit das beste Altersvorsorgesystem. Denn, die Folkepension ist nur die Basis. Die Dänen zahlen darüber hinaus obligatorisch neben der Folkepension in das ATP-System (Arbejdsmarkedets Tillægspension) ein. ATP zufolge bekommt eine heute 65-Jähriger, der in ATP eingezahlt hat, pro Jahr 24 500 dänische Kronen oder 3282,85 Euro. Das sind monatlich 273,57 Euro. Zusammen mit der Folkepension kommt somit eine Däne im Schnitt auf 2049 Euro monatlich. Ein deutscher Eckrentner – 45 Beitragsjahre, immer durchschnittlich verdient, keine Zeiten der Arbeitslosigkeit – bekommt laut Deutscher Rentenversicherung 1441, 35 Euro.

Betriebsrente ist verpflichtend

Ein Vergleich der Lebenshaltungskosten verdeutlicht, dass Dänen im Schnitt mehr Pension bekommen als Deutsche Rente, denn die Lebenshaltungskosten sind um 29,3 Punkte höher als in Deutschland. Ein deutscher Standardrentner müsste 1584,68 Euro bekommen, um mit dem Dänen gleichzuziehen. Wie wir aber alle wissen, ist die Durchschnittsrente deutlich niedriger als die Standardrente, die vom Ideal des immer durchschnittlich verdienenden Beschäftigten ausgeht.

Monatlich müssen Arbeitgeber und -nehmer in die ATP einzahlen – so zwischen umgerechnet 21 bis 38 Euro. Was dann als ATP-Pension herauskommt, hängt davon ab, wie lange jemand gezahlt und wann sich jemand seine Pension auszahlen lässt.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über Rentensysteme im Ausland:

Blüm Was wir von Österreich lernen können Insgesamt zeigt Österreich, dass es auch anders geht – zum Nutzen der Rentner.

 

Die Rente in der Schweiz ruht auf drei SäulenWas wir von der Schweiz lernen können Die Schweizer sind bei der Altersvorsorge ein Vorbild, von dem deutsche Rentenpolitiker 

 

schweden Schweden Anders als die Deutschen setzen auch die Schweden auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser       als wir Deutsche.

 

norwegenNorwegen Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro.

 

niederlanden

Niederlande Anders als die Deutschen setzen auch die Niederländer, wie die Schweden und Norwegern auf den Kapitalmarkt für die
Altersvorsorge. Die Niederländer brauchen deswegen vor Altersarmut auch keine Angst haben. Was wir von den Niederlanden lernen 

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Wer will schon das ganze Zeug?

Die Eltern sterben und hinterlassen eine Menge Zeug, darunter Reisemitbringsel, Kaffeeservice, Dosen, Bücher – und niemand will die vermeintlich wertvollen Besitztümer, nicht mal die Kinder. Was mit dem ganzen Zeug anfangen?

Mutter stirbt oder ein Onkel – und wir müssen uns um die Haushaltsauflösung kümmern. In der Zwei- oder Drei-Zimmerwohnung türmen sich die Preziosen aus längst vergangener Zeit. Aber wer will das Zeug? Okay, vielleicht ist das etwas übertrieben, aber das, was Onkel Heinz und Tante Liesbeth während 60 oder gar 70 Jahren angesammelt haben, ist entweder nicht mehr zu gebrauchen, altmodisch, angeschlagen oder passt schlicht nicht mehr in unsere Zeit.

Was tun mit dem ganzen Zeug?

Was tun? Das klingt jetzt vielleicht morbide, aber vielleicht solltet ihr euch schon mal Gedanken machen, was ihr mit den Möbeln, Chinavasen, Kristallgläsern und dem anderen Nippes anfangen wollt, wenn der traurige Tag kommt.

Sollen wir die Erbstücke nur deswegen im eigenen Haus stapeln, weil Mutter so ihnen hing? Heißt das nicht gleichzeitig, auf morgen verzichten? Verstellen wir uns nicht den Weg nach vorn? Mal ehrlich, der alte Mahagonitisch von Großtante Luise ist nahezu wertlos. Und wer glaubt, er hebt das gute Stück für die Kinder oder Enkel auf, erlebt wahrscheinlich eine unvergnügliche Überraschung, wenn er sie fragt.

Matratze per Internet bestellt

Junge Paar wollen sich selbst einrichten. Wer in die Runde fragt, dürfte erstaunt über die Antworten sein. Sie wollen nichts von den unseren Sachen. Sie sind mit Ikea aufgewachsen, bestellen die Matratze übers Internet, hängen das Rennrad an die Wand. Minimalismus ist für sie kein Fremdwort, anders als für uns Babyboomer. Sie richten sich eher spartanisch ein und bauen zu Gegenständen weniger emotionale Bindungen auf als wir. Bücherwand? Wozu! CD-Sammlung? Hey! Wozu gibt es Streamingdienste. Wenn wir Glück haben, verkaufen wir ein paar Bücher auf dem Bücherflohmarkt oder wir verschenken sie.

Vielleicht findet das eine oder andere Stück bei „Bares für Rares“ einen wohlwollenden Antiquitätenhändler. Flohmärkte sind mittlerweile zugeschüttet mit unverkäuflichen Erbstücken. Vielleicht lässt sich noch was über Ebay verkaufen, aber das kann ebenfalls enttäuschend sein. Wer einen Haushalt auflösen muss, kann froh sein, wenn er noch etwas für die Erbstücke bekommt, meist müssen die Angehörigen eher für den Service zahlen. Pro Zimmer kommen schnell einige Hundert Euro zusammen. Das Geschäft scheint zu boomen, denn wer nach „Entrümpelung“ googlet, findet seitenweise Angebote.

7 Tipps fürs Entrümpeln

  1. Mit den Eltern oder Verwandten reden – welche Geschichte steckt hinter den Dingen?
  2. Nehmt euch Zeit, einen Käufer zu finden – wer etwas Zeit mitbringt, findet einen Käufer.
  3. Googlen kann nicht schaden – recherchiert, ob es einen Markt gibt für die Erbstücke.
  4. Lasse den Schmuck schätzen – kann sein, dass genau der Ring oder die Kette gefragt ist.
  5. Vielleicht nimmt ein Laden einige Stücke in Kommission – oder eine Entrümpelungsfirma.
  6. Finde jemand, der die Stücke brauchen kann – und gib sie günstig ab.
  7. Bereite dich auf Enttäuschungen vor – wir Babyboomer sind viele, von denen einige ihr Zeug loswerden wollen.
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Wieviel Untertan steckt noch in uns Bürgern?

Verdun und Ingolstadt haben eines gemeinsam – eine Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer durch die Reduit Tilly in Ingolstadt schlendert, ist erstaunt, was aus uns in hundert Jahren geworden ist. Aber die Obrigkeitshörigkeit haben wir Untertanen teilweise immer noch nicht abgelegt. Wie viel Untertan steckt in uns?

Die bayerische Armee gibt es nicht mehr, aber das Bayerische Armeemuseum“. Das Museum ist an sich schon sehenswert, noch packender ist aber die Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer begreifen will, wie wir Deutschen wurden was wir sind, fährt nach Ingolstadt und geht ins Reduit Tilly. „Das Reduit Tilly ist ein Festungsbau aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt das Faltblatt zur Ausstellung. Dort, wo heute Bilder, Plakate und Gasmasken hängen, standen früher Kanonen. Heute schlendert der Besucher von Raum zu Raum, vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, von Militär und Tradition, von Kriegsausbruch und Westfront, von Schützengraben und Materialschlacht, von Kolonien und Niederlage, von Geldentwertung und Revolution. Der Erste Weltkrieg bereitete den Zweiten vor.

Vom Untertan zum Revolutionär

Die Weimarer Republik trug von Anfang an das Scheitern in sich. Die Knebelung der Siegermächte waren die Ursache für Hunger und Unruhen. Marodierende Soldaten, die nach dem Krieg nicht mehr wussten wohin, organisierten sich in Freikorps und in Soldatenräte. Anarchie und Chaos, Hunger und Elend begleitete die Republik. Die Deutschen sehnten sich nach einem starken Mann, denn sie mit Hitler bekamen – anders, als sie sich das vorgestellt hatten.

Wer die Exponaten in der Reduit auf sich wirken lässt, begreift, wie es zum Ersten Weltkrieg und in der Folge zum Zweiten kam. Für uns heute ist das kaum vorstellbar, aber die Ausstellung dröselt die Fäden auf.

Obrigkeitshörigkeit und Patriotismus

Jedes Mal wieder war es Kadavergehorsam und Obrigkeitshörigkeit, die Selbstgefälligkeit der monarchischen Kräfte, das Untertanentum der Deutschen, die sich von einem Kaiser und einem Gröfaz – dem größten Führer aller Zeiten – vor den Karren spannen lassen. Nur wenige begehrten auf, zu wenige. Die Revolten während der Räterepublik vor hundert Jahren blieben nur eine Episode in der Geschichte. Davor und danach waren die Deutschen wieder brave Untertanen.

Für beide war es ein Leichtes, den Krieg  zum „Stahlbad“ zu verklären, „das wohltätig die Kräfte der Völker vor Erschlaffung bewahre“. Erschreckend die Begeisterung, mit der junge Männer in den Krieg zogen.

Wer die Reduit verlässt, weiß, warum das nie wieder passieren darf. Die Ausstellung ist Mahnung und Erinnerung, was Kriege anrichten.

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Betriebsrentner und Grundrentner werden gegeneinander ausgespielt

Union und SPD schielen auf die Europa-Wahl und wollen Wähler mit Wohltaten ködern. Da ihnen die breiten Masse der Geringverdiener, sprich potentielle Grundrentner, wichtiger ist, wird die Entlastung von Betriebsrentner ad acta gelegt.

Es war bei „Bild“ nur eine kleine Meldung auf Seite zwei in der Mittwochsausgabe (13. Februar 2019), die aber Millionen von Betriebsrentnern betrifft, darunter auch viele mit einer Direktversicherung. „Bild“ schreibt, Merkel lehne die Entlastung von Betriebsrentnern ab. „Rund sechs Millionen Betriebsrentner müssen wohl auch in Zukunft den doppelten Krankenkassenbeitrag auf ihre Altersvorsorge zahlen“, so „Bild“. Nach Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe jetzt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Plan ihres Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) eine Absage erteilt. Merkel kategorisch: „Das geht nicht“. Weil die Abschaffung angeblich mit rund drei Milliarden Euro pro Jahr zu teuer sei.

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Merkel will ihrem Gesundheitsminister Spahn eines auswischen

In der gleichen Ausgabe, auf der gleichen Seite titelt das Blatt „So heimlich einigt sich die GroKo auf die Grundrente“. Über die Abschaffung des doppelten Beitrags wird schon jahrelang diskutiert, der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) kämpft zäh gegen die Doppelverbeitragung. Zurzeit liegt eine Gesetzesinitiative der bayerischen Staatsregierung im Bundesrat, die Mittelstandsvereinigung der CDU hat auf dem CDU-Parteitag erfolgreich für die Abschaffung dieses Unrechts gekämpft – und jetzt soll es bei der Grundrente ganz schnell gehen. Spätestens bis Anfang Mai, so die „Bild“, werde es einen Gesetzesentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil geben. Wenn es nach der Union geht, soll dieser Entwurf noch vor der Sommerpause ins Kabinett.

Grundrentner gegen Betriebsrentner ausgespielt

Was da läuft, ist doch ganz klar. Für die Betriebsrentner ist angeblich nicht genug Geld da, aber für das Projekt Grundrente. Mit der Grundrente lässt sich bei Wählern auch besser punkten – und da will keiner hintan stehen. „Bild“ zitiert Mike Mohring, den CDU-Chef von Thüringen und Fraktionsvorsitzenden im Erfurter Landtag: „Die Grundrente kann und muss dieses Jahr beschlossen werden“. Klar, Mohring will Thüringens Ministerpräsident werden und Bode Ramelow, der der Linken angehört, am 27. Oktober 2019 beerben, dann ist nämlich Landtagswahl in Thüringen.

Wieder werden Wähler geködert

Union und SPD haben das Thema Grundrente gekapert, um Wähler zu ködern. Die Wohltaten gehen aber dieses Mal zu Lasten der Betriebsrentner, denn für ihre Entlastung von doppelten Krankenkassenbeiträgen ist plötzlich kein Geld mehr da, das wird ja für die Grundrente gebraucht. Dabei ist die Betriebsrente in der jetzigen Konstellation ein Minus-Geschäft, an dem Versicherer und Krankenkassen verdienen, aber nicht der Betriebsrentner.

Mittelstandsvereinigung für Betriebsrentner

Es gibt in der Union freilich auch eine andere Fraktion, angeführt von Mittelstandschef Carsten Linnemann, die sich für die Entlastung der Betriebsrentner engagiert. Merkel will Linnemann aber kleinhalten, wie ihr jüngstes Machtwort wieder verdeutlicht.

Möglichst viele sollten begreifen, dass wir Bürger wieder einmal von Merkel verschaukelt werden. Sie macht sich – wieder einmal – Themen der SPD zu eigen, um den Machterhalt der Union zu sichern. Ihr läuft die Zeit davon, denn die Europa-Wahl und vier Landtagswahlen stehen vor der Tür: am 26. Mai in Bremen, am 1. September in Brandenburg, am gleichen Tag in Sachsen und am 27. Oktober in Thüringen.

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Deutschland bei Altersvorsorge international abgeschlagen

Deutschland hat seine Altersvorsorge in den vergangen 15 Jahren systematisch in die Grütze gefahren. Mittlerweile sind wir im internationalen Vergleich nur noch auf Platz 13 und deutlich abgeschlagen.

Die Niederländer machen’s besser, die Dänen, die Finnen, die Australier, die Schweden, die Norweger, Singapur, Chile, Neuseeland, die Kanadier, die Schweizer und die Iren: die Rente. Das deutsche Rentensystem ist nur Mittelklasse. Das brachte jetzt eine Studie des Beratungsunternehmens Mercer ans Licht. Deutschland liegt 2017 nur auf Platz 13 von 30 analysierten Ländern und hat sogar gegenüber 2016 noch einen Platz verloren. Das Beratungsunternehmen Mercer untersucht die Altersvorsorgesysteme von Länder weltweit. Kriterien sind dabei Nachhaltigkeit, Angemessenheit und Integrität. Die Skala reicht von 0 bis 100, wobei 100 überragend bedeutet.

Deutschland deutlich abgeschlagen

Mercer hat die Altersvorsorge untersucht und dabei die staatliche und die betriebliche Rente berücksichtigt sowie private Altersvorsorge. Die Dänen landen dabei schon zum sechsten Mal in Folge auf dem ersten Rang mit einer Punktzahl von 78,9 (von 100), knapp gefolgt von den Niederländern. Deutschland ist mit 66,8 Punkten weit abgeschlagen.

„Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich einen Rang zurückfällt, zeigt die Studie deutlich, dass unser Rentensystem mit einem ‚gesunden Mix‘ aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge auf einem guten Weg ist“, meint Dr. Udo Müller, Rentenexperte bei Mercer. Das bezieht sich freilich auf 2017, denn 2018 und 2018 unternimmt die Regierung alles, um Betriebsrentner weiter abzuzocken. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde nicht genutzt, um die Betriebsrenten zu stärken, denn der Webfehler des doppelten Krankenkassenbeitrags ist immer noch nicht behoben.

Betriebsrentner werden abgezockt

Mercer meint sogar, das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das im August 2017 erlassen wurde und ab 2018 in Kraft trat, würde die Situation verbessern – eher nicht. Das Beratungsunternehmen meint, dass die folgende Maßnahmen zu weiteren Verbesserungen des Altersvorsorgesystems beitragen:

  • Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner
  • Weitere Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer
  • Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger
  • Erhöhung der Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersversorgung.

Die Berater sehen das leider zu optimistisch. Ob die Grundrente von Hubertus Heil kommt, ist ungewiss, die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer wird sich wegen der Rente mit 63 nicht erhöhen, von einer Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger ist nichts zu bemerken und eine Erhöhung der Teilnehmerquote in der betrieblichen Altersvorsorge wird es auch nicht geben, denn die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten hat Angela Merkel gerade abgelehnt („Merkel lehnt Entlastung von Betriebsrentner ab“, so „Bild“).

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Merkel gegen Spahn – die Betriebsrentner sind die Dummen

Vor allem das Thema Nachhaltigkeit war Mercer wichtig. „Weltweit haben eine steigende Lebenserwartung und niedrige Investmenterträge ebenso signifikante wie längerfristige Auswirkungen auf die Fähigkeit vieler Systeme, angemessene Rentenleistungen bereitzustellen – jetzt und in Zukunft“, so das Beratungsunternehmen.  Japan, Österreich, Italien und Frankreich seien Beispiele für Volkswirtschaften, in denen die Rentensysteme nicht auf einem nachhaltigen Modell basieren, das aktuelle und zukünftige Generationen tragen könne.

Was macht Dänemark besser?

Dänemark erreichte bei der Nachhaltigkeit mit 79,8 Punkten den besten Wert von allen Ländern, Deutschland kam nur auf 40,9 Punkte. Auch bei der Integrität war Dänemark mit 81,3 Punkten deutlich bessere als Deutschland mit nur 74,0 Punkten. Integrität heißt,  Vertrauenswürdigkeit und Beständigkeit bei der Privatvorsorge. Der deutsche Staat führt leider Gesetze rückwirkend ein und greift in das Eigentum seiner Bürger ein – Verlässlichkeit sieht anders aus. Integrität schließt auch staatliche Aufsicht, Risikosteuerung und die Kommunikation ein. Damit ist es in Deutschland nicht besonders gut bestellt.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über Rentensysteme im Ausland:

Blüm Was wir von Österreich lernen können Insgesamt zeigt Österreich, dass es auch anders geht – zum Nutzen der Rentner.

 

Die Rente in der Schweiz ruht auf drei SäulenWas wir von der Schweiz lernen können Die Schweizer sind bei der Altersvorsorge ein Vorbild, von dem deutsche Rentenpolitiker 

 

schweden Schweden Anders als die Deutschen setzen auch die Schweden auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser       als wir Deutsche.

 

norwegen Norwegen Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro.

 

niederlanden

 Niederlande Anders als die Deutschen setzen auch die Niederländer, wie die Schweden und Norwegern auf den Kapitalmarkt für die
Altersvorsorge. Die Niederländer brauchen deswegen vor Altersarmut auch keine Angst haben. Was wir von den Niederlanden lernen 

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Betriebsrenten sind ein Minus-Geschäft

Das „größte Versorgungswerk“ (O-Ton IG Metall) Deutschlands lässt seine Betriebsrentner im Regen stehen und sagt nur im Kleingedruckten, was sie zu Beginn der Rente erwartet: staatliche Abzocke. Staat und Krankenkassen schöpfen die gesamte Rendite ab, so dass aus Betriebsrenten ein Minus-Geschäft wird. Die Metallrente dürfte keine Ausnahme darstellen.

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, das Anfang 2018 in Kraft trat, hätte eigentlich alles besser werden können. Die große Koalition hat aber einen entscheidenden Webfehler bei Betriebsrenten nicht behoben: den doppelten Krankenkassenbeitrag, der bei Rentenbeginn von den Betriebsrenten abgezweigt wird. Immerhin geht es da um weit mehr als 18 Prozent, die von den Betriebsrentner zehn Jahre lang an die Krankenkassen gezahlt werden müssen.

Betriebsrenten sind beitragspflichtig

Wer als Metaller beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert ist und eine Metallrente abgeschlossen hat, muss von 100 000 Euro Betriebsrente  (als einmalige Auszahlung) 18,35 Prozent (7,3 % Arbeitnehmer-, 7,3% Arbeitgeberanteil, 0,7% Zusatzbeitrag, 3,05% Pflegebeitrag) an die TK zahlen – und das über zehn Jahre lang, also 120 Monate. Von den 100 000 Euro bleiben einem Metaller somit nur noch 81 650 Euro übrig. Dafür zahlt der Metaller in der Rente jeden Monat 152,92 Euro an die TK. Die Rechnung ist ganz einfach:

100 000 Euro ./. 120 (Monate) = 833,33 Euro (fiktive Betriebsrente),
-18 350 Euro  (18,35 % = 152,92 Euro)
—————————————————
81 650 Euro nach Abzug von Krankenversicherung
152,92 Euro monatlich

Der Metaller zahlt also den Betrag für ein Mittelklasseauto im Laufe seiner Rente an die TK. Dass von Rendite bei einem derartigen Modell nichts mehr übrigbleibt, verschweigt die IG Metall bei ihrer Metallrente geflissentlich. Würde sie das in die Werbung erwähnen, könnte sie ihre Metallrente gleich vergessen. Allein schon deswegen müsste sie sich der Initiative des Direktversicherungsgeschädigten e.V. anschließen und alles daran setzen, diese Abzocke zu beseitigen. Bislang ist aber von der IG Metall wenig zu hören, verständlich will sie doch ihre Metallrente verkaufen, trotz Webfehler.

Die Metallrente wurde übrigens 2001 gemeinsam von Gesamtmetall und IG Metall in die Welt aus der Taufe gehoben. Seitdem werden Betriebsräte regelmäßig angehalten, Werbung für die betriebliche Altersversorgung zu machen und dabei auf die Metallrente zu verweisen.

Erst das Kleingedruckte lesen

Lediglich im Kleingedruckten, sprich bei den FAQs (ganz nach unten scrollen), geht die IG Metall auf den Doppelbeitrag in die Krankenversicherung ein – und schreibt „Wenn Sie Ihre Beiträge für die Betriebsrente steuer- und sozialversicherungsfrei aus Ihrem Bruttoeinkommen bezahlt haben, müssen Sie als gesetzlich Krankenversicherter Beiträge in voller Höhe leisten; dies gilt aber nur, wenn Ihre Betriebsrentenansprüche monatlich die Geringfügigkeitsgrenze übersteigen (2019: 152,52 Euro monatlich); das gilt auch, wenn Sie sich für eine Kapitalauszahlung entschieden haben“. Das heißt, nur wer weniger als 18 302,40 Euro Rente im Laufe seines Lebens angespart hat, entgeht dem Zugriff der Krankenversicherung. Was dabei aber nicht vergessen werden darf, zu den Versicherungsbezügen werden auch andere Einkünfte wie aus freiberuflicher Tätigkeit hinzugezählt. Wer sich also in der Rente noch nebenbei etwas hinzuverdient, kommt locker über die 152,52 Euro und zahlt auch dann. Der Gesetzgeber hat sich große Mühe gegeben, möglichst viele zu schröpfen.

Weniger gesetzliche Rente

Damit nicht genug, die Metallrente mindert natürlich auch die gesetzliche Rente, weil ja „Teile des Gehalts für den Aufbau einer Betriebsrente verwenden werden, ohne dass dafür Sozialabgaben gezahlt werden“, so steht’s in den FAQs drin. Das gilt natürlich auch für Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld sowie den Anspruch auf Krankengeld.

Ach ja, noch was – eine Betriebsrente wird natürlich teilweise auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet. Das heißt, wer im Alter zu wenig gesetzliche Rente hat und auf Grundsicherung angewiesen sein sollte, muss sich seine Metallrente anrechnen lassen. Der Grundfreibetrag liegt bei 100 Euro monatlich, darüber hinaus bleiben 30 Prozent der monatlichen Betriebsrentenzahlung anrechnungsfrei bis zu einem maximalen Gesamtfreibetrag von rund 200 Euro pro Monat (2019: 212 Euro). Wer also 100 000 Euro ausbezahlt bekommt, ist ebenfalls der Dumme. Neben dem doppelten Krankenkassenbeitrag muss der Metallrentner ja auch noch Steuern zahlen. Die IG Metall wiegelt ab, der individuelle Steuersatz als Rentner sei wahrscheinlich geringer als im aktiven Erwerbsleben. Also, von der Metallrente gehen Steuern und doppelte Krankenkassenbeiträge weg, ferner reduziert sich die gesetzliche Rente.

Merkel zementiert Abzocke

merkel-spahn

Merkel will Gesundheitsminister Jens Spahn eins auswischen

 

Was bringt der Metallrente-Fonds?

So weit, so schlecht – aber wie sieht es mit der Renditen der Metallrente vor Abzug der ganzen Beiträge und Steuern aus. Wie gut wirtschaftet die Allianz, die im Auftrag der IG Metall die Gelder der Metaller anlegt? Es lohnt sich, die Fact Sheets genau zu lesen. Im Dezember 2018 hat die Metallrente „Dynamik“  ein Minus von 5,2 Prozent gemacht, bezogen auf des ganze vergangenen Jahr waren es minus 6,1 Prozent, bezogen auf drei Jahre plus 3,3 Prozent per anno, seit Auflage des Fonds am 28. Februar 2003 weist der Fonds eine jährliche Rendite von 5,2 Prozent aus. Da sind die Kosten von 0,94 Prozent bereits abgezogen. Bei den anderen Formen sieht es leider nicht ganz so gut aus mit der Rendite. Die „Balance“-Variante bringt es auf eine Rendite seit Auflage von 3,8 Prozent und die „Sicherheit“-Variante auf 3,1 Prozent. Damit schlägt Allianz zumindest die Inflation, die im Schnitt bei zwei Prozent liegt.

Klingt per se nicht schlecht, wer allerdings den Metallrente-Fonds mit dem Flossbach von Storch Multiple Opportunities vergleicht, muss zwangsläufig ins Grübeln kommen. Der Flossbach von Storch ist binnen zehn Jahren um 175 Prozent gestiegen, der Metallrente-Fonds „nur“ um 125 Prozent, dabei weist der Flossbach von Storch wesentlich kleinere Kursschwankungen aus als der Metallrente-Fonds.

Metallrente-Fonds versus Flossbach von Storch

Metallrente

Der Metallrente-Fonds schneidet deutlich schlechter ab als der Flossbach von Storch

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Wenn Alte zu Alkoholikern werden

Ein Bier am Abend oder ein Gläschen Wein gehört bei vielen von uns dazu. Nur, oft bleibt’s nicht bei dem einen Bierchen. Wo hört Genuss auf und wo fängt Alkoholismus bei uns Alten auf. Sind wir schon zu Alkoholikern geworden?

Alkohol enthemmt, das weiß jeder; Alkohol entspannt; Alkohol macht gesellig. Alles ok, aber Alkohol macht auch abhängig. Wer alt ist und einsam greift gern zur Flasche und genehmigt sich oft mehr als ein Glas Wein. Wer seine Impulse nicht im Griff hat, gleitet so schnell in die Sucht ab.

Schön, wer sagen kann: „Betrifft mich nicht“. Leider ist Alkoholismus mittlerweile ein sich ausbreitendes Phänomen. Bei den AOK-Versicherten ab 60 Jahre beispielsweise ist die Häufigkeit alkoholbedingter Störungen in den vergangenen fünf Jahren um jährlich 2,3 Prozent gestiegen, schreibt die „Schwäbische“. Der AOK-Studie zufolge waren in Baden-Württemberg 22 371 Versicherte ab 60 Jahren wegen Alkoholsucht in Behandlung.

Wenn Alte zu Alkoholikern werden

Es dürfte vermutlich niemand sondern wundern, dass vor allem Männer gefährdet sind. Von den Behandelten waren „nur“ 6081 Frauen, aber 16 290 Männer. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass Frauen die besseren Netzwerke haben, während Männer oft im Alter vereinsamen – und dann zur Flasche greifen. Einsamkeit spielt eine entscheidende Rolle, wenn jemand im Alter in den Alkoholismus abdriftet.

Sucht im Alter noch immer tabu

Wann beginnt die Sucht? Wer täglich wie selbstverständlich Alkohol trinkt, ist dem Alkoholismus schon ein Stückchen näher. Der Übergang vom normalen Alkoholkonsum zum Alkoholmissbrauch und schließlich zur Sucht ist schleichend. Alkohol ist gesellschaftsfähig und hat ein positives Image. Das erschwert es, das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Das ist die Generation der Babyboomer, denen ging es immer gut; sie finden es ganz normal, zu Hause abends eine Flasche Wein aufzumachen oder dies nach der Arbeit im Stammlokal mit Freunden zu tun“, wird Steven Dooley in der „Zeit“ zitiert. Dooley beschäftigt sich an der Uniklinik Mannheim mit der Wirkung von Alkohol auf die Leber. Ein gutes Glas Wein gehöre zum Lebensstil und gelte als kultiviert, meint Alkohol-Experte Dooley.

Alkohol als Gesellschaftsdroge

Gefährlich wird es, wenn Alkohol nicht mehr als Genuss­mittel konsumiert, sondern als Hilfsmittel benutzt wird, schreibt der „Stern“. Alkohol weitet die Gefäße, lässt uns „runterkommen“ und den Stress vergessen. Damit betäuben wir Leere, Angst und Selbstzweifel. Wenn’s denn bei einem Gläschen bleibt, ist das durchaus in Ordnung, allerdings gewöhnen wir uns nur allzu leicht an Alkohol. Wer zwei oder drei Gläser Wein braucht oder ein halbes Dutzend Bierflaschen, hat die Grenze zum Missbrauch schon überschritten.

Wer in der Lage ist, auch mal einen Tag ohne Alkohol auszukommen, hat gute Chance, dem Teufelskreis zu entkommen. Wer nicht mehr dazu in der Lage ist, ist schon in die Sucht abgedriftet.

Wege raus aus der Sucht

Wer süchtig ist, kommt kaum noch allein aus der Sucht wieder heraus. Der Alkoholsüchtige ist leider schon psychisch abhängig. Wenn der Alkoholspiegel sinkt, wächst das Verlangen nach dem Suchtmittel. Der Tag ohne wird zur Qual. Der Alkoholsüchtige richtet sein ganzes Denken darauf aus, wieder an Stoff zu kommen. Alles andere rückt in den Hintergrund. Das hat natürlich Folgen für das soziale Umfeld. Der Weg ins Abseits ist vorgezeichnet.

Wie geht das Umfeld damit um?

Was heißt das aber für Familie und Freunde? Oft leidet die Familie unter Alkoholikern, denn sie vernachlässigen ihre Pflichten, driften ab oder werden sogar aggressiv, wenn sie ihr Quantum nicht bekommen. Es ist schwer, Trinker mit ihrem Handeln zu konfrontieren, weil sie abwiegeln oder revoltieren.

Wie der Sucht entkommen?

Aus der psychischen Abhängigkeit vom Alkohol wird auch die physische Abhängigkeit – bis am Ende Wahnvorstellungen auf den Trinker warten oder eine Leberzirrhose. Ganz abgesehen davon, dass Alkohol massenweise Gehirnzellen vernichtet.

Letztlich bleibt nur Entziehungskur und Selbsthilfegruppe, um dem Alkoholismus zu entkommen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich und erfordert eine enorme Kraftanstrengung. Nach dem Entzug ist Alkohol tabu – für immer, denn ein Schluck reicht als Trigger, der den Rückfall auslöst.

Bundesweit gibt es ein breites Angebot an Reha-Kliniken und Selbsthilfegruppen, an die sich Alkoholiker und ihre Angehörigen wenden können. Wer früh anfängt, hat gute Chance, den Alkoholismus zu entkommen.

Infos und Adressen:

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Ist die Riester-Rente so sicher wie die gesetzliche Rente?

„Die Rente ist sicher“, propagierte einst Norbert Blüm. Aber eben nicht in der Höhe, vergaß er zu sagen. Das ist das Problem. Was für die gesetzliche Rente gilt, gilt auch für die Riester-Rente. Sie kann die Versorgungslücke nicht schließen, wofür sie ursprünglich gedacht war.

„Das Kopfkissen – die bessere Riester-Rente?“, behauptet der Bund der Versicherten und provoziert damit die Versicherungsbranche. Wer hat Recht? Der Bund der Versicherten (BdV) hat in einer Studie ermittelt, „dass die Versicherungsunternehmen strukturell nicht in der Lage sind, erfolgreich mit den ihnen anvertrauten Werten zu arbeiten“. Das lasse sich sowohl auf hohe Kosten in der Ansparphase zurückführen, wie auch auf überzogene Annahmen zur Lebenserwartung, die die Rentenhöhe – und damit auch die Rendite – mindere, so die Studie des BdV.

Nur noch 0,9 Prozent Zins

Die Studie des BdV bezieht sich auf Riester-Rentenversicherungen, die mindestens den sogenannten Höchstrechnungszins abwerfen sollen. Der Höchstrechnungszins ist seit 1997 von vier Prozent auf mittlerweile 0,9 Prozent  gesunken, entsprechend niedrig fallen die Riester-Renten aus. Wer beispielsweise 20 Jahre lang monatlich 85 Euro eingezahlt hat und die 175 Euro Grundzulage mitgenommen hat, bekommt laut Stiftung Warentest bei der Allianz 77 Euro Riester-Rente ausgezahlt, bei DEVK nur 74 Euro, bei der R+V AG 77 Euro – nicht gerade üppig. Die Versicherungen versprechen zwar Überschussbeteiligungen, nur wer bereits Erfahrungen mit Versicherungen gemacht hat, weiß, dass die Überschussbeteiligungen im Lauf der Jahre teilweise bis auf null Euro abgeschmolzen wurden. Wie sollen die Konzerne auch Überschüsse angesichts der jahrelangen Nullzinsphase erwirtschaften – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) unmissverständlich der ganze Welt mitteilte.

Wie die Überschüsse zusammenschmelzen

Der BdV hat also Recht, wenn er nur mit dem rechnet, was die Versicherer auf alle Fälle zahlen müssen. Aber selbst, wenn ein paar Euro Überschuss herausspringen, macht es das kaum besser. Der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV) lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und hält dagegen. Von Negativrenditen könne keine Rede sein, nach Steuern seien mit Riester-Renten Renditen zwischen drei und vier Prozent zu erzielen. „Das ist reine Polemik“, so der GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Der BdV kalkuliere mit viel zu niedrigen Lebenserwartungen und gehe von einem „unrealistischen Worst-Case-Szenario“ aus. Den schlimmsten Fall gibt es offensichtlich bei Versicherern nicht. Die Realität sieht leider anders aus, wie viele Kunden von Versicherungsunternehmen sicher bestätigen können.

Werden Männer 93 Jahre alt?

Was die Lebenserwartung betrifft, so nimmt der BdV die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, während die Versicherungsbranche ihre eigenen Zahlen hat. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) geht von einer Lebenserwartung bei Männern von 92,7 Jahren aus, das Statistisches Bundesamt von 78,7 Jahren – macht einen Unterschied von 14 Jahren. Aber wie viele Männer werden schon annähernd 93 Jahre alt? Die Rechnung gilt übrigens für heute 40jährige, heute 60Jährige hätte laut DAV noch 34 Jahre vor sich, dem Statistischen Bundesamt nur noch 21 Jahre. Der GDV meint, dass ein Viertel der 2009 geborenen Jungen und 38 Prozent der Mädchen voraussichtlich mindestens 95 Jahre alt werden. Umgekehrt sterben aber drei Viertel schon früher.

Klar, wenn die Auszahlung auf so viele Jahre gestreckt wird, sind viele bereits gestorben und beziehen damit auch keine Riester-Rente mehr. Deswegen gibt’s monatlich auch weniger, als wenn die Zahlen des Statistischen Bundesamts genommen würden. Der BdV prangert genau diese zu vorsichtig kalkulierten Lebenserwartungen an.

Riester-Rente nur für Methusaleme

Aber zurück zur BdV-Studie: Der BdV hat durchgerechnet, was wäre wenn jemand jeden Monat 85 Euro einzahlt – plus Grundzulage von jährlich 175 Euro und es unters Kopfkissen legt. Es würde sich ein Betrag von 20 400 Euro plus 3500 Euro Zulage, sprich insgesamt 23 900 Euro ansammeln. Der Sparer könnte sich davon 20 Jahre lang jeden Monat 99 Euro auszahlen und es wären immer noch einige Hunderte übrig. Wenn er sich „nur“ 77 Euro auszahlt, wie bei der Allianz beispielsweise, würde das Geld unterm Kopfkissen 25 Jahre reichen. Da Männer im Schnitt laut Statistischem Bundesamt nur eine Lebenserwartung von 78,4 Jahren haben, würde der Unterm-Kopfkissen-Sparer also deutlich besser abschneiden, denn er hat ab 65 nur noch 13,4 Jahre zu leben. Das heißt, er könnte sich sogar 150 Euro auszahlen. Klingt makaber, aber ist nur ein Rechenexempel. Nur so viel, mit den 77 Euro monatlicher Riester-Renter muss ein Sparer schon sehr alt werden, dass sich Riester für ihn gelohnt hat.

Riester-Rente ist ein Draufzahl-Geschäft

Der BdV hat nicht viel anders gerechnet – und kommt bei den üblichen Riester-Angeboten auf erzielbare Renditen (plus Staatszuschuss) von minus 2,9 Prozent bis minus 0,3 Prozent – also ein Draufzahlgeschäft. Die Versicherer kalkulieren einfach mit viel zu hohen Lebenserwartungen.

Übrigens, wenn die betriebliche Riester-Rente nicht von der Doppelverbeitragung durch die Krankenversicherung befreit worden wäre, sähe es sogar mit den Verlusten noch viel schlimmer aus. Denn bis 2018 wurde Riester noch doppelt verbeitragt, wie andere Betriebsrenten heute leider immer noch. Außerdem wurde sie bis dahin auf die Grundsicherung angerechnet. Beides hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz zumindest für Riester verbessert, nicht aber für andere Betriebsrenten.