Wer nutzt welche sozialen Netze – und warum?

Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Pinterest, Xing, LinkedIn, WhatsApp, YouTube, Google+ – mittlerweile fällt es schwer, den Überblick über die Vielzahl der sozialen Netze zu behalten. Wer soll sich da noch auskennen? Wer nutzt was – und warum?

Facebook – die Nummer eins

Facebook ist sicher die Nummer eins unter den sozialen Netzen. Für das dritte Quartal 2016 weist der amerikanische Konzern annähernd 1,8 Milliarden monatlich aktive Nutzer aus, davon 229 Millionen in den USA und Kanada und 342 Millionen in Europa – der Rest in Asien und anderswo. Klingt nach viel. Was heißt das aber konkret? Geht es immer so weiter? Wer genau nutzt Facebook und warum. Was läuft bei den anderen sozialen Netzen? Gibt es Unterschiede im Nutzerverhalten und in punkto Alter?

Okay, das klingt ziemlich pauschal, deswegen will ich es herunter brechen auf meinen Blog. Ich nutze ja längst nicht alle sozialen Netzen, aber zu denen, die ich nutze gehören Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Xing, WhatsApp, YouTube und Google+ – allerdings nicht alle aktiv, sondern einige auch nur passiv. Snapchat, na ja, habe mir mal eine Präsentation angeschaut – und fand’s nur noch gaga. Aber okay, Teenies sind begeistert, aber auch nur die.

Was taugt für wen?

Zurück zur Frage – was taugt für wen? Bei der Auswertung meines Blogs mit Google Analytics fällt auf, dass in punkto „Social“ Facebook ganz klar die Nase vorn hat – aber so was von eindeutig. Mehr als 90 Prozent des Traffic, sprich der Seitenaufruf kommen von Facebook, gefolgt von Blogger (1,7 Prozent), Pinterest (1,6 Prozent), Twitter (1,6 Prozent), Google+ (1,1 Prozent), Instagram (0,2 Prozent) und Xing (0,1 Prozent). Die Aufzählung verdeutlicht, welche Rolle Facebook spielt.

Facebook gut für 50plus

Zugegeben, mein Blog ist eher ein Blogozine und spricht mehr den Verstand als das Gefühl an. Vermutlich sieht die Abrufstatistik in punkto soziale Netze von anderen Blogs ganz anders aus. Die Diskrepanz zwischen Facebook und anderen sozialen Netzen scheint allerdings symptomatisch für 50plus-Blogs. Bei Facebook sind die Nutzer deutlich älter. Statistiken zufolge sind ein Viertel bis die Hälfte aller Facebook-Nutzer älter als 45 Jahre. Facebook ist allerdings auch schon länger online – und kommt den Bedürfnissen Älterer entgegen. Facebook dürfte auch für andere 50plus-Blogs der größte Traffic-Bringer sein.

Und was ist mit den anderen sozialen Netzen? Über Blogger haben wir ja noch gar nicht gesprochen: „Blogger“ ist der Blog-Service von Google. Wer einen Blog einrichten will ohne viel Geld auszugeben, ist bei Blogger gut aufgehoben. Damit habe auch ich angefangen – die ersten Gehversuche sind auch noch unter unruhestand.blogspot.de zu besichtigen. Wer nur gelegentlich bloggt, für den ist Blogspot eine gute Wahl. Offensichtlich wird der Service von Google genutzt, ablesbar an den Abrufen, zumindest gilt das für mich.

Was ist mit Pinterest? Nett, aber kein Traffic-Bringer. Pinterest ist ein soziales Netz für Bilderfans. Mit Pinterest lassen sich Bilderkollektionen und virtuelle Pinnwände zusammenstellen. Pinterest ist immer noch US-lastig – und halt eher für Blogger mit Schwerpunkt Essen, Mode und Lifestyle sowie Reisen. Trendthemen sind denn auch Reisen, Do-it-yourself, Garten, Beauty, Fotografie, Essen, Wohnen und Mode. Nicht geeignet, um Traffic auf die eigene Seite zu lenken – aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

Instagram was für visuelle Typen

Ähnliches gilt für Instagram. Angeblich verdienen Teenager dem Branchendienst t3n  zufolge mit Instagram Millionen, indem sie beispielsweise Schleim auf Instagram bewerben – richtig gehört, „Schleim“. So ein Klumpen Schleim kostet dann schon mal zehn Dollar und mehr.

Eines der meist geklickten Schleim-Videos auf Youtube

https://www.youtube.com/watch?v=1mCzjqlEmOA

Instagram ist was für visuelle Menschen wie die BusinessMuse, Künstlerin und Mentorin Birgit Dieker – sie mag „auf Instagram aus vielerlei Gründen nicht verzichten“. Gerlind Hector von Fair-Fashion hat festgestellt, dass ihre „Leser totale Instagramer sind“. Mit Instagram lassen sich eben Bilder schnell verbreiten – deswegen ist Instagram auf meinem Blog eingebunden. Vermutlich habe ich die Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, meinem Instagram-Account folgen vor allem 25- bis 34-Jährige, während mein Blog vor allem von 55- bis 64-Jährigen genutzt wird – fällt also ziemlich auseinander. Übrigens nutzen laut „Welt“ hierzulande vier Millionen Menschen Instagram. Damit sei Instagram erfolgreicher als Twitter. Für Laura Ewert von der „Welt“ ist Instagram „die schädlichste, die böseste und die kaputteste App, denn sie macht süchtig nach einer Lightversion des Stalkings“. Sie versteigt sich sogar zu der Aussage, Instagram mache uns zu Psychopathen. Die Instagramer entwickeln sich zur richtigen Community: Tanja Praske stellt auf ihrem Blog Kultur-Museum-Talk die Münchner Instagramer vor. Anika Meier hat in der „Zeit“ beschrieben, wie sich Instagram verändert – in ihrem Artikel „Die Gier nach Likes und Followern“. 

Traffic durch Twitter – wohl kaum

Twitter ist in punkto Traffic-Bringer ein ziemlicher Reinfall, zumindest für mich. Liegt das an meinen Themen, an der Zielgruppe oder an den Tweets? Schwer zu sagen. Zwar lassen sich mit sogenannten URL-Shortenern, sprich Kurz-URL-Diensten lange Internet-Adresse auf ein Minimum verkürzen, so dass sie problemlos in die 140 Zeichen von Twitter passen, aber das ändert nichts am Nutzerverhalten. Übrigens, zu diesen URL-Shortener gehören goo.gl und bit.ly sowie t1p.de. Nun gut, der Aufwand lässt sich auch reduzieren, indem Blogger Facebook mit Twitter verknüpfen, so dass Facebook-Posts auch auf Twitter erscheinen – B2N-Social-Media sagt wie’s geht. Und dann ist da noch Google+. Wie der Name schon sagt, stammt das soziale Netz von Google – und die Inhalte werden natürlich auch von Googles Suchmaschine indexiert. Bei Google+ gibt es Communities mit 100 000 und mehr Mitgliedern – wer das passende Thema hat, dem eröffnen sich hier phantastische Möglichkeiten. „Home Design“ beispielsweise hat mehr als 500 000 Mitglieder, „WhatsApp Deutschland“ mehr als 430 000.

Vlogger schwören auf YouTube

YouTube ist etwas für Vlogger, sprich für Blogger, die gern mit Videos arbeiten. Aber auch YouTube hat seine Communities. Meine Kollegen – und bald Ex-Kollegen, denn ich gehe ja Ende April in Rente – von FOCUS-MONEY haben mit mission money so eine Community aufgebaut. Mission money (Motto „Geldgeil ist unser Lifestyle“), das sind vier Wirtschaftsjournalisten von FOCUS-MONEY – Geld ist das Tagesgeschäft. Die Vier erklären, wie Börse funktioniert, welche Versicherungen etwas taugen und die „Must Haves und No Gos“ – alles andere als „langweilig und staubtrocken“. Ist das die neue Art zu bloggen – per Video? Die Deutschen sind teilweise immer noch Finanzanalphabeten, weswegen es Finanzblogs und -vlogs schwer haben. Muss ja nicht so bleiben.

Und was ist mit WhatsApp?

Zum Schluss noch zu WhatsApp. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich nutze WhatsApp ausschließlich zur Kommunikation mit Familie und Freunden. Es lässt sich aber auch mehr damit anstellen. Aber das können euch sicher Andere besser erklären.

Tools für Sozialnetzwerker

A propos erklären, Google hat einen „Digitalen Workshop“ eingerichtet, „für alle, die im Web erfolgreich sein möchten“. Da erklärt Google so ziemlich alles, was ein Blogger über sozialen Netze wissen muss. Auch Google kommt auf den Trichter, dass nicht jedes soziale Netz für jede Zielgruppe taugt. Weniger ist mehr – so die Quintessenz. Wer planlos vorgeht, verzettelt sich leicht. Es lohnt sich, die Workshops durchzuarbeiten, unter anderem einen über soziale Medien. Google weist auch auf Tools hin, die Bloggern das Leben erleichtern, darunter Hootsuite, Buffer und Everypost. Natürlich hat Google ein Eigeninteresse daran, dass möglichst viele sozialen Netze nutzen, schließlich erhöht das den Traffic bei Google.




Was geht uns eigentlich die Demografie an?

Deutschland schrumpft nicht. Ist das eine gute Nachricht? Deutschland schrumpft zwar nicht, aber Deutschland wird älter. Deutschland verändert sich strukturell, insofern geht uns die Demografie sehr wohl etwas an – und was geht uns die Demografie an?

Wer sich das Video bei Youtube von Rosemarie Konirsch bis zum Ende anschaut, begreift in 4:42 Minuten, was uns Demografie angeht. Zwar bleibt die Bevölkerungszahl in Deutschland vergleichsweise stabil, trotz Zuwanderung vergreist Deutschland langsam. In zehn Jahren, sprich so gegen 2027 geht die Babyboomer-Generation endgültig in Rente. Dann sei der Peak erreicht.

Ist der demografische Wandel wirklich so schlimm? Ein Video von Rosemarie Konirsch

https://www.youtube.com/watch?v=NKaFEaAkojU

Und es ist ja nicht so, dass entsprechend viele Junge nachrücken. Die Basis ist deutlich schmäler – aus dem Tannenbaum wird, na, sagen wir mal, so etwas wie eine Artischocke, mit einer schmalen Basis und einem dickeren Oberteil. Den Erwerbstätigen stehen mehr ältere Menschen gegenüber. Dieser Prozess sei eine riesige Herausforderung für Personaler, so die Demografie-Exertin Konirsch. Dabei sei auch der Know-how-Verlust nicht zu vernachlässigen.

Mehr tun für altersgerechte Arbeit

Es gilt also für Unternehmen, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt auf eine altersgerechte Ausgestaltung der Arbeitswelt. Dazu gehört sicher auch, die Arbeit flexibler zu gestalten, dazu gehört ferner Weiterbildung für Ältere, was bislang in vielen Unternehmen vernachlässigt wird. Beim „Demografiegipfel 2017“ am 16. März 2017 – und auch schon davor – wurde zwar viel diskutiert, meist blieb es aber bei Sonntagsreden. In der Praxis sieht es doch so aus, dass die Arbeit generell nicht so gestaltet wird, „dass sie zunehmend älter werdenden Beschäftigten gerecht wird“, von Ausnahmen einmal abgesehen.

Spanien, Italien und Deutschland sind die „ältesten“ Bevölkerungen

2020 ist Deutschland im Schnitt 47 Jahre alt Quelle: oecd

2020 ist Deutschland im Schnitt 47 Jahre alt
Quelle: oecd

Investition in Weiterbildung

Die Kanzlerin mahnte Investitionen in Bildung und Forschung an, den Kommunen fehlt dafür aber meist das Geld. Innenminister Thomas de Maizière sagte, die Vitalität der sogenannten „jungen Alten“ sei eine Riesenchance für Deutschland. Klingt gut, kostet ja nichts. Doris Wagner von den Grünen kritisierte den „Demografiegipfel“ als Schaufensterveranstaltung, womit sich sicher nicht ganz unrecht hatte.

Dieses Jahr finden noch zwei weitere Demografie-Veranstaltungen statt:

Auf dem 7. Demografiekongress in Frankfurt treffen „Jungunternehmer der Generation Y treffen auf etablierte Führungskräfte aus Generationen, für die gar keine Buchstaben erfunden wurde“, so die Veranstalter. Auf dem Demografiekongress stellt sich auch das Demografienetzwerk vor. Das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain besteht zurzeit aus 13 Partnern, darunter die IHK Frankfurt am Main, die Stadt Eschborn, die Stadt Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain, das Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain und die ING-DiBa, das Demographie Netzwerk (ddn), die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, das IHK-Forum Rhein-Main, die Kreisstadt Dietzenbach, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Verein zur Förderung der Standortentwicklung e.V. und die Frankfurt University of Applied Sciences.

Der Demografie Kongress im August versteht sich als der Leitkongress zur Gestaltung des demografischen Wandels hierzulande.




Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

Was heißt es, in Deutschland alt zu werden? Dieser Frage ist Michael Opoczynski in seinem Buch „Aussortiert und Abkassiert“ nachgegangen und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen. Was passiert heute mit den Alten? Werden sie von „skrupellosen Finanzberatern ausgenommen, in unzumutbaren Pflegeheimen entsorgt, ausgegrenzt bei der Arbeitssuche, diskriminiert wegen ihres Alters“? Ist das wirklich so? Der Blick fällt auf die anderen Alten, die ihr Leben aktiv leben, reisen, studieren, ihren Enkeln helfen, sich in der Integration von Flüchtlingen engagieren und ein Ehrenamt mit Elan ausfüllen. Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

Übrigens, ganz unten am Blog-Ende findet ihr ein kleines Quiz zum Thema Rente. Viel Spaß!

Vorsicht vor Abzockern

Opoczynski, den vielen noch als Leiter der ZDF-Wirtschaftsredaktion und Moderator von Wiso kennen dürften, warnt vor Abzockermethoden und Diskriminierung. Er geißelt den Umgang mit Alten in Pflegeheimen, sieht genau hin bei Altersarmut und plädiert dafür, dass sich das Denken ändern muss. Er will, dass den Alten der Respekt zurückgegeben wird.

Er wehrt sich gegen das euphemistische „Senior“ und andere Umschreibungen für die Alten. Warum nicht „Alter“ sagen. Nun, vielleicht weil alle zwar „alt werden wollen, aber niemand alt sein will“. Opoczynski verdeutlicht die Folgen, wenn einer aufgegeben hat, dass er schnell im gesellschaftlichen Nichts verschwindet.

Antrieb für sein Buch war: Er gehört mittlerweile selbst zu den Alten und bezieht seine Rente. Als Journalist hat er verschiedene Lebensentwürfe recherchiert; es interessierte ihn die Reaktion der Jüngeren auf die Älteren – und wo Alter ausgenutzt wird.

Altendiktatur – gibt’s die?

Der Ex-Wiso-Moderator glaubt nicht an eine Altendiktatur. Ob er damit nicht daneben liegt? Wie ist es denn mit der Rente mit 63? Eigentlich kann sich das Rentensystem dieses Zuckerl für eine bestimmte Klientel nicht leisten – und doch hat die Andreas Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, sie eingeführt. Wie ist es denn mit der überproportionalen Rentenerhöhung 2016 – und der Ankündigung, die Renten werden bis 2030 im Schnitt um zwei Prozent steigen? Höhere Renten bedeutet im Umkehrschluss höhere Beiträge – und die treffen die Jungen. Die Regierung will mit ihrer Rentenpolitik vor allem das Wohlwollen der Alten, weil sie die Mehrheit stellen in diesem Land. In dem Punkt ist Opoczynski zu blauäugig. Weil das Geld hinten und vorne nicht reicht, muss der Staat zuschießen – von Jahr zu Jahr mehr. Es wird keinen Konflikt der Alten mit den Jungen geben, sondern der Alten mit der Politik. Bestes Beispiel sind die Direktversicherungsgeschädigten, die aufbegehren, weil die Politik, damals unter Sozialministerin Ulla Schmidt, die Regeln geändert hat, so dass Betriebsrentner auch mit alten Verträgen Arbeitgeber-und Arbeitnehmer-Beiträge an die Krankenkasse abdrücken müssen.

Heraus aus der Opferfalle

Ok, genug der Kritik – in seinem Buch geht er auf Diskriminierung der Alten ein; er zeigt, wie die Alten abgezockt werden von Trickdieben, wie ihnen alles Mögliche aufgeschwatzt wird. Alte Menschen seien das bevorzugte Ziel von Kriminellen. Sein Fazit lautet: „Heraus aus der Opferfalle“. Dieser Befund gilt auch für das Gesundheitssystem. Nicht selten werden Menschen in finstere Ecken abgeschoben.

Opoczynski greift auch Themen auf, die bislang in der öffentlichen Diskussion nicht vorkamen wie die „alten Männer“. Da werde einfach die Hälfte der Alten ignoriert. Dabei altern Männer anders als Frauen. Opoczynski geht auf Eckart Hammer ein, der selbst wiederum das Buch „Männer altern anders“ geschrieben hat – vielleicht ein Geschenkvorschlag.

Schweden als Modell für die Rente

Opoczynski geht in seinem Buch auch auf die Verhältnisse in anderen Ländern ein, darunter denen in den USA und Frankreich, in Schweden, Dänemark, Japan sowie China. Sein Resümee: „Schweden kann Modell für unser Rentensystem sein“.

Der frühere Wiso-Moderator geht der Frage nach, wie es die Alten mit der Arbeit halten und stößt dabei auf so interessante Ansätze wie „Granny Aupair“. Michaela Hansen aus Hamburg hat dieses Online-Portal gegründet und vermittelt Leihomas ins In- und Ausland. Darüber gibt es übrigens auch ein Buch: „Als Granny-Aupair in die Welt“. Opoczynski stellt in seinem Buch auch die Idee „Gründer 50plus“ vor. Statt arbeitslos zu sein – ein Unternehmen gründen. Nicht für alle, aber für einige ältere Arbeitslose kann das die Lösung sein.

Alte bei Finanzen für dumm verkauft

Ach ja, die schöne Warenwelt, die angeblich die Alten als Kunden gern sehen. Die Wirklichkeit sieht nach Opoczynskis Ansicht anders aus. Hersteller und Händler empfänden immer noch und gegen alle Ratschläge die Einstufung „alt“ als Killerkriterium – und seien irritiert bis erschrocken, wenn ihr Produkt bei Alten ankommt.

Am schlimmsten geht es den Alten allerdings bei den Finanzen, weil viele Banken und Sparkassen immer noch glauben, sie könnten „den Alten alles andrehe“, wie es der Buch-Autor formuliert, womit er sicher richtig liegt. Sein Tipp: „Keine Finanzprodukte kaufen, die man nicht restlos versteht“. Denn, das hat sicher jeder schon selbst festgestellt, dass Verkäufer ihren Kunden gern Produkte andienen, die besonders viel Provision abwerfen, aber eben auch riskant sind. Übrigens, wenn Alte einen Kredit nachfragen, werden sie schnell feststellen, dass Banken und Sparkassen sie schnell abblitzen lassen.

Auch mit Finanzen zu tun hat das Thema Wohnen, das Opoczynskis kritisch beleuchtet. Alte, die an ihrem Heim hängen, weil es für sie der Fixpunkt im Leben ist. In Großstädten wie München, Frankfurt und Hamburg sind die Mieten in den vergangenen Jahren jedoch stark gestiegen, so dass sich Rentner das zunehmend nicht mehr leisten können. Das ist das eine Problem – anders sieht es auf dem Land aus, wo Dörfer verwaisen, weil die Jungen in die Ballungsräume abwandern. Opoczynskis fordert: „Alleinlebende Alte brauchen mehr als eine technische Problemlösung“.

Was sich ändern muss

Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

Am Ende des Buchs geht Opoczynskis noch auf die „alten Alten“ ein. Seiner Meinung nach „fehlt unserer Gesellschaft eindeutig das Verständnis für Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind“. Er fordert deswegen, die Rechte der Über-80-Jährigen zu stärken.

Opoczynskis wünscht sich, auch als alter Mensch, seinen Teil zu dieser Gesellschaft beizutragen und seine Erfahrungen weiter zu geben – gemeinsam mit anderen Alten, gemeinsam mit den Jungen. „Das ist es, was sich verändern muss“.

Übrigens, sein Quellenverzeichnis ist eine wahre Fundgrube mit vielen Hinweisen auf Beratungsstellen und Institutionen.

Erschienen im Gütersloher Verlagshaus, 19,99 Euro

Übrigens, von Opoczinski gibt es auch „Krieg der Generationen“, ebenfalls aus dem Gütersloher Verlagsaus.

Opoczinski hat einen Blog mit aktuellen Beiträgen und Kommentaren.

 


Wie gut kennt ihr euch in punkto Rente aus? Ein kleines Quiz.

Renten-Quiz

Das Thema Rente geht Junge und Alte an, denn die Noch-Beitragszahler werden irgendwann selbst Rentenempfänger. Was weißt du über Rente, Demographie, Altern und Ruhestand?

Bestenliste: Renten-Quiz

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Was ein stilvolles Zuhause ausmacht und was es dafür braucht?

Was macht ein stilvolles Zuhause aus? Das Ambiente. Gerade jetzt im Herbst, wenn es draußen wieder früher dunkel wird, ziehen wir uns in unsere eigenen vier Wände zurück und wollen es gemütlich und heimelig.

Natürlich spielt der Esstisch eine wichtige Rolle, weil sich hier Familie und Freunde zusammenfinden. Nach dem Essen zieht die Entourage dann aber doch Richtung Sofa weiter, um es sich in Armsessel und Sofa gemütlich zu machen – zusammen mit einer Kerze, einem Glas Wein und Knabberzeug bei angeregten Gesprächen.

Das Sofa als Hingucker

Auch wenn von vielen unterschätzt – das Sofa oder die Couch ist immer noch ein Hingucker; und in Familien auch so der heimliche Stolz. Da werden die Kissen drapiert und der Tisch dekoriert. Deswegen spielt es für viele sehr wohl eine Rolle, ob der Überzug aus Stoff, Alcantara oder Leder ist. Alcantara, ein Mikrofaservliesstoff aus Polyester und Polyurethan, wird zwar gern mit Wildleder verwechselt, ist aber eben Kunststoff. Leder bleibt eben doch Leder. Da spielt die Haptik eine Rolle, weil sich Leder eben anders anfühlt.

Edles Ambiente dank Leder

Ledersofa verleihen einem Wohnzimmer ein edles Ambiente. Selbst, wenn die Oberfläche etwas abgegriffen ist und Patina angesetzt hat, das Vintage-Gefühl bleibt, der „Gebraucht“-Stil. Und da lohnt es sich, etwas Geld zu investieren, denn hochwertiges Leder verleiht dem Möbel das gewisse Etwas – die ideale Voraussetzung für eine lebenslange Freundschaft.

Allerdings kann Vintage auch schnell in „abgenutzt“ umschlagen – damit das nicht passiert, braucht Leder Pflege.

Pflegetipps für Ledersofas

Ein Ledersofa ist zwar robust, verlangt aber trotzdem Pflege. Wer sein Ledersofa liebt, entstaubt es einmal pro Woche – ideal ist dafür ein weiches Baumwolltuch. Einmal monatlich holt der Leder-Fan ein feuchtes Tuch heraus – und ab und an ist dabei ein spezielles Lederpflegemittel erforderlich. Doch Vorsicht, aggressive Reinigungsmittel schaden dem Leder oder hinterlassen dunkle Flecken. Das gilt auch für Fleckenentferner, Bohnerwachs, Hautcreme oder Schuhcreme.

Kräftiges Rubbeln kann zu unansehnlichen Glanzstellen führen. Stattdessen sollten kleinere Verschmutzungen mit einem farblosen Radiergummi oder mit einer Gummibürste entfernt werden. Wird das Leder einmal feucht, so sollte diese Feuchtigkeit möglichst sofort aufgenommen werden. Raues Leder kann auch mit einem Staubsauger abgesaugt werden und Fettflecken im Kopfbereich lassen sich mit stark verdünntem Essig abtupfen.

Die Qualität des Leders erkennen

Für welches Design und für welches Leder sich entschieden wird, ist reine Geschmacksache. Dennoch gibt es bezüglich der Qualität einiges zu beachten. Jeder kann vor dem Kauf einen Qualitätstest machen: mit den Fingern über das Leder fahren. Fühlt es sich geschmeidig, weich und nicht allzu kalt an, ist die Qualität gut. Außerdem muss das Leder an allen Stellen gleichmäßig stark sein. Gutes Leder ist komplett durchgefärbt, wodurch Abnutzungen und kleinere Kratzer später kaum auffallen. Einfachere Qualität ist nur mit Farbe besprüht. Ein angefeuchtetes Taschentuch, welches eine Minute lang auf das Leder gedrückt wird, sollte weiß bleiben. Färbt es allerdings ab, so ist die Qualität nicht gut. Natürlich darf auch der Sitztest nicht fehlen: Wie schnell passt sich das Leder der Körpertemperatur an? Je schneller, desto besser.

Leder richtig gepflegt, behält viele Jahre seine Schönheit - auch und erst recht mit Patina

Leder richtig gepflegt, behält viele Jahre seine Schönheit – auch und erst recht mit Patina

Tipp: Hochwertiges Leder hält bei entsprechender Pflege deutlich länger als ein Sofa aus Stoff. Sollte das Leder dennoch im Laufe der Zeit unschön werden, so muss nicht unbedingt gleich ein neues Sofa her, sondern manchmal reicht auch ein neuer Bezug, wie es ihn zum Beispiel bei SoftArt Leder gibt.

Die kommenden dunklen Tage verlieren ihren Schrecken – im Gegenteil, stilvolles Ambiente und eine stimmungsvolle Deko verwandeln das Zuhause so richtig „hyggelig“, wie die Dänen sagen, und die müssen es wissen, sind sie doch das glücklichste Volk. Übrigens, wer mehr darüber wissen will, schaut am besten beim Dänemark-Block von Linda vorbei.

 

Aufmacher-Bild 1:© istock.com/Valentin Casarsa

Text-Bild : © istock.com/Janice Richard

 




Spät noch mal durchstarten und neu bauen!

Anders als früher sind alte Menschen heute gerne beweglich und wollen sich noch einmal verändern – zum Beispiel mit einem selbstgebauten Haus. Sei es, weil die bisherige Wohnsituation nicht mehr passt, eine Kapitalanlage gesucht wird oder einfach aus Lust am Neuen, auf dem Bau- und Immobilienmarkt spielt die Altersgruppe 50+ eine tragende Rolle.

Mit 50+ noch einmal bauen – aber wie?

Wer ein solch ambitioniertes Vorhaben wie den Neubau eines Hauses anpacken will, sollte seine eigenen Kapazitäten einschätzen können. Ein Hausbau verlangt dem Bauherrn so einiges ab, da empfiehlt es sich, kompetente Partner ins Boot zu holen – jemand, der sich um alles kümmert, um die kompletten Bauabläufe von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe und das zum kalkulierbaren Festpreis. Denn, wer will im Alter schon böse Überraschungen erleben. Auf Bauunternehmen wie Viebrockhaus beispielsweise passt dieses Etikett. Die Umsetzung übernimmt dabei der Franchisepartner Kähler aus Büsum, der die Massivhäuser schlüsselfertig hinstellt.

 

Tipps für das perfekte Haus im Alter

Alle reden vom barrierefreien Wohnen – klingt theoretisch gut, die praktische Umsetzung verlangt dann doch einige Überlegungen. Damit das Wohnen auch im hohen Alter möglich ist, sollten beim Bau einige Punkte beachtet werden.

  • Als Bauplatz empfiehlt sich ein stadtnahes Grundstück. Denn gerade im Alter ist eine gute Infrastruktur wichtig, um Geschäfte, Ärzte und andere Einrichtungen problemlos erreichen zu können
  • Ebenerdiges Bauen macht Treppen überflüssig, alle Räume bleiben auch bei einer späteren körperlichen Einschränkung gut erreichbar
  • Damit das auch für den Rollstuhl gilt, sollten von vorneherein die Empfehlungen für die erforderlichen Bewegungsflächen und ein barrierefreies Bad beachtet werden
  • Denken Sie nicht zu klein! Auch wenn im Neubau nur zwei Menschen leben werden, sollten Rückzugsräume da sein, denn die werden im Alter zunehmend wichtiger. Als Anhaltspunkt dient eine Wohnfläche von etwa 100 m² für zwei Personen
  • Finanzierbar muss es bleiben! Gerade beim späten Hausbau sollten Bauinteressenten genau rechnen, ob auch nach dem Eintritt der Rente die Kreditraten bezahlbar bleiben
  • Ideal ist es außerdem, eine Einliegerwohnung mit einzuplanen, zum Beispiel für die Pflegekraft, die irgendwann erforderlich werden könnte oder auch als zusätzliche Einnahmequelle bei Vermietung

Ein Einfamilienhaus ist nicht das Richtige? Dann gibt es noch viele Möglichkeiten, im Alter zu wohnen, je nach Form mit mehr oder weniger Selbstbestimmung. Wichtig ist, sich rechtzeitig nach der passenden Wohnform umzusehen.

Weiterführende Links:

 

Bild: ©istock.com/Double_Vision




50plus-Blogger Deutschlands vereinigt euch!

Alt gleich internetphob? Diese Assoziation stimmt längst nicht mehr. Die 50plus-Generation ist mit Computer und Internet aufgewachsen, war sogar maßgeblich beim Ausbau dabei. Warum sollen wir – ja ich gehöre schließlich dazu – uns selbst ausschließen. Das Gegenteil muss passieren – und es passiert ja gerade. Unsere Generation lotet die Möglichkeiten aus, die Internet und Social Media bieten. Blogs sind ein wichtiger Stein in diesem Mosaik.

Das haben Uschi Ronnenberg (www.ichtuwasichkann.de ) und Maria Al-Mana (www.unruhewerk.de ), selbst über 50 und Bloggerinnen, erkannt und gründeten im Februar 2016 die Plattform www.blogs50plus.de .

Ohne kommerzielle Hintergedanken. Einfach, weil sie finden, dass ältere Menschen noch viel zu selten mit ihrer eignen Stimme gehört werden, dass sie im Netz sichtbarer und besser auffindbar sein sollten.

So beschreiben sie selbst, was sie antrieb und antreibt:

Da unsere Gesellschaft  immer älter wird, ist es logisch, dass Menschen mit über 50 verstärkt auch im Internet aktiv sind. Doch, wo tun sie das? Was beschäftigt sie? Wie sehen sie sich selbst im Netz? Darüber gab es bislang nicht allzu viele Informationen. Dabei könnte es ganz einfach sein, sich zu informieren. Zunehmend mehr ältere Menschen haben es nämlich satt, dass nur ÜBER sie geschrieben wird. Und melden sich verstärkt selbst zu Wort, in Blogs zum Beispiel. Dabei ist – von vielen noch weitgehend unbemerkt – ein erstaunlich buntes Spektrum entstanden. Die Themenvielfalt der 50plus-Blogger ist immens, sie reicht von Abenteuer- und Segel-Touren über „törichte Weiber“ oder den „alten Eros Tod“ bis zu Foto-, Food- und Modeblogs, von alternativen Wohnformen, Coaching- und Mutmach-Angeboten, „Partnerschaft und Erotik“ oder den „beruflichen Neustart mit 50plus“, Regionales, Finanzen und den (Vor-)Ruhestand bis zu Themen wie „Mayaspirit“ oder „schmerzfrei durch Ernährung“, Weltreisen, Bewerbungsgespräche, Do-it-yourself-Anregungen, Genusstipps, die „Alchemie der Kunst“ und noch vieles mehr.

Da ist viel Persönliches dabei, viel Humor, Information und Nachdenkenswertes. Das Wichtigste aber ist: Alle, die da schreiben, sind selbst mindestens 50 Jahre alt. Oder älter. Und wissen ganz genau, wovon sie berichten.

Interaktion und Herzblut

Klein Blabla, kein Beauty-Contest, keine Selbstbeweihräucherung – die 50plus-Blogs sind meist professionell gestaltet. Da ist Euphorie zu spüren, sie sind mit Herzblut geschrieben und wirken authentisch, unverstellt und kommunikativ.

Die Interaktion über Kommentare wird ernst genommen. Denn Menschen über 50 haben in ihren Blogs wirklich etwas zu erzählen – das ist ihr wichtigster Beweggrund, um überhaupt einen Blog zu betreiben.

Es dürfte klar sein, dass Nutzer, die sich für Themen, Positionen, das Selbstverständnis und die Fragen älterer Menschen im Netz interessieren, auf dieser Sammelseite eine gute Quelle für Inspiration und Information finden.

Allerdings: Sie waren bisher im Netz nicht leicht zu finden. Viele 50plus-Blogger wollen sich nämlich ungern über ihr Alter definieren, es gar deutlich sichtbar schon im Blognamen kommunizieren. Dieses Verhalten ist verständlich, denn den meisten 50plus-Bloggern geht es in erster Linie um ihre Inhalte, nicht um das eigene Alter. Und sie schreiben für alle am Thema Interessierten, nicht nur für Gleichaltrige.

Die Suche hat ein Ende

Uschi Ronnenberg und Maria Al-Mana finden, dass ältere Menschen noch viel zu selten mit ihrer eignen Stimme gehört werden, dass sie im Netz sichtbarer und besser auffindbar sein sollten. In vier Wochen wurde dort jetzt bereits der 50. Blog gelistet – wir haben zwar keinen Pries ausgeschrieben, trotzdem: Glückwunsch an die Draufgängerin, du bist die 50., die sich eingetragen hat. Womit das Konzept klar aufgeht: 50plus-Blogger sind sehr aktiv, haben etwas zu sagen. Und wollen gesehen werden. (Übrigens, mittlerweile sind es bereits deutlich mehr als 50 Blogger).

Eintragen und dabei sein

Alle, die über 50 sind, kein Geheimnis daraus machen wollen und bloggen, können sich kostenfrei in das Portal eintragen. Die Selbstbeschreibung des Blogs liefern die Blogbetreiber in eignen Worten. Danach erscheinen die jeweils neusten Blogbeiträge immer in der Rubrik „live“, ohne dass man dafür eigens aktiv werden müsste – automatisch stets aktuell.

Das Portal www.blogs50plus.de bietet eine Menge Zusatzinformationen: So lässt sich beispielsweise auf einen Blick feststellen, für welche Themen sich ältere Blogger am meisten interessieren. Momentan führend sind die Themen Coaching/Lebenshilfe, Persönliches und Reisen/Unterwegssein. Doch das kann sich ganz schnell ändern. Denn weitere Blogeinträge sind erwünscht – und kommen ständig neu dazu.

Uschi Ronnenberg hat die Seite eingerichtet und betreut sie technisch, Maria Al-Mana liefert die Texte für das „Drumrum“.

Vielfältig und humorvoll

Die Namen der bereits eingetragenen Blogs sprechen eine deutliche Sprache. Einige Beispiele: „Älterwerden ist nichts für Feiglinge“, „Sweet Sixty“, „jung genug für alles“, „VielFalten“, „über 50 ist nicht beige“ oder „Törichtes Weib – das Leben geht weiter“. Klar: Humor ist bei vielen 50plus-Blogs mit im Spiel. Aber auch oft Nachdenkliches, Ungeschöntes, Unbequemes. Und: Momentan bloggen mehr über 50-jährige Frauen als Männer – zu denen auch ich gehöre.

 




Wie wohnen wir im Alter? WG, Mehrgenerationenhaus, Heim?

Wie wohnen wir im Alter? Kann das auch eine WG sein oder ein Mehrgenerationshaus? Einsam oder gemeinsam? Warum sollen Senioren und Bestager nicht wie die Jungen in einer Wohngemeinschaft zusammenleben oder in einem Mehrgenerationenhaus – oder doch in ihrem Viertel bleiben, wenn denn das Umfeld stimmt?

Maria Al-Mana von unruhewerk.de hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt – und kommt zu erstaunlichen Einsichten.

Hier ihr Gastbeitrag:

Henning Scherf war von 1995 bis 2005 Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen. Noch während seiner Zeit als aktiver Politiker hat er sich – recht öffentlichkeitswirksam – immer wieder Gedanken gemacht über alternative Wohnformen im Alter. Und schon BEVOR er in Rente ging, gründete er 1987 mit zehn Freunden eine „Hausgemeinschaft“ in der Bremer Innenstadt, die er als seine „Wahlfamilie“ bezeichnet. Das Thema ließ ihn offensichtlich nicht mehr los. Inzwischen hat er viele Bücher zum Thema geschrieben, sein Credo für den Aufbau einer gelingenden „Hausgemeinschaft“ ist: „je bunter, desto besser! Wenn man nur unter Gleichen ist, werden die Geschichten langweilig. Besser sind möglichst verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Biografien“, schreibt er im „Netzwerk Nachbarschaft“ hier.

Drei Dinge finde ich daran interessant:

  1. Dass Scherf dieses Thema so wichtig fand und findet, dass er die „alternde Gesellschaft“ immer wieder thematisierte, meist eben unter dem Aspekt der alternativen Wohnformen im Alter. Die für ihn eine ganz große Chance gegen die drohende Vereinsamung im Alter ist. Dieses Anliegen unterschreibe ich zu hundert Prozent.
  2. Ein weiterer, interessanter Aspekt ist – wie ich finde – auch dies: Der Ex-Bürgermeister Bremens sieht sich mit seinem Wohnprojekt ganz klar in gewerkschaftlicher Tradition, eben als gelebte gesellschaftliche Solidarität – das erzählt er ver.di in einem persönlichen Erfahrungsbericht hier.
  3. Am Wichtigsten aber scheint mir, dass er bereits mit 52 Jahren diese Hausgemeinschaft gründete, seine Beschäftigung mit dem Thema dürfte noch einige Zeit davor begonnen haben. Er begann also SEHR frühzeitig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Seit ich Scherf vor vielen Jahren zum ersten Mal über dieses Thema habe sprechen hören – engagiert und für mich sehr überzeugend -, verfolge ich das Thema durchaus interessiert. Ich gebe zu: leider auch ziemlich halbherzig. Und das ist nicht unbedingt schlau. Denn wenn da mal wirklich was draus werden soll, sollte man sich beizeiten drum kümmern. Eine geeignete Wohnung, besser noch ein Haus suchen. Und vor allem: den Freundeskreis durchforsten, unter Umständen ganz gezielt Kontakte knüpfen. Und zwar so frühzeitig, dass man sich kennenlernen kann, BEVOR der Ernstfall eintritt: das Alter. Aber dies ist vielleicht genau das Problem. Wie mit so vielen Dingen, die das Älterwerden betreffen…. man schiebt es gerne auf, denkt: Nein, so alt bin ich doch noch gar nicht! Andererseits: Auf Facebook werden Gruppen gegründet, die jetzt schon 15 oder 20 Jahre im Voraus zu planen versuchen, „Alten-WG ab 2030“ etwa. Ob das in 14 Jahren noch Bestand haben wird?

Aber es muss ja vielleicht auch gar nicht die ganz neu zu gründende Wohngemeinschaft sein. Inzwischen sind aus der Idee der Alten-WG wie aus dem „Konzept Mehrgenerationenhaus“ schon vielerorts solche Selbstläufer geworden dass man sich vielleicht auch ganz einfach in schon Bestehendes „einklinken“ könnte.

Das Mehrgenerationenhaus

Wer sich auf die Suche nach bestehenden, alternativen Wohnprojekten machen möchte, dem bietet zum Beispiel das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hier eine Karte mit Suchfunktion nach einem Mehrgenerationenhaus in der eigenen Umgebung an. Wichtig zu wissen: Mehrgenerationenhäuser können die verschiedensten Träger haben – häufig sind es Vereine oder (kirchliche) Gemeinden. Viele sind gemeinnützige Organisationen, manche gelten als Bildungseinrichtungen, integriert beispielsweise in Gemeindezentren oder Kulturprojekte. Und: Wer in einem Mehrgenerationenhaus wohnt, hat in der Regel immer – alleinstehend oder als Familie – eine eigene Wohnung, kann die Tür auch mal zu machen….aber man trifft sich, unterstützt sich, verabredet sich mehr oder weniger regelmäßig. Es geht um das Miteinander von Alt und Jung, manchmal auch um interkulturelle Dialoge, immer um die gegenseitige Hilfe.

  • Weitere Beispiele kommen aus dem Bereich der kirchlichen Arbeit: In christlichen Netzwerken gibt es eine Reihe von Gemeinschaften, die ebenfalls das Zusammenleben von Alt und Jung propagieren und umsetzen, ein Beispiel ist „Es muss was Anderes geben“   – mehr dazu hier: http://www.emwag.net
  • Manche Kirchengemeinden betreiben eigene Mehrgenerationenhäuser. Auch diverse Beginenhäuser bieten Ähnliches, allerdings nur für Frauen. Ein Beispiel hierfür aus Berlin-Kreuzberg: http://www.beginenwerk.de/
  • In Bad Tölz betreibt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ein Mehrgenerationenhaus. Der Träger ist das BRK, der Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen, der Fördermittel aus dem Bundesfamilienministerium und gezielte finanzielle Unterstützung für bestimmte Aufgabenbereiche von der Stadt Bad Tölz bekommt. Mehr dazu unter Mehrgenerationenhaus.

 

Das ist natürlich die Kurzform für eine Wohngemeinschaft älterer Menschen, gern auch als „Wahlverwandtschaft“ oder „Wahlfamilie“ bezeichnet. Da ist das Allerwichtigste, wie und dass man sich wirklich mag und gut versteht… Ich persönlich finde da ja Henning Scherfs Überzeugung des „möglichst bunt“ einen guten Ansatz – aber das muss jede/r selbst entscheiden…. In jedem Fall denke ich: Die Wahl der richtigen Mitbewohner ist eine ganz entscheidende und sehr persönliche Angelegenheit. Und glaube kaum, dass da eine Börse wie „In 3 Schritten zur Traumunterkunft oder neuen Mitbewohnern“, die diese Datenbank anbietet, dabei wirklich zielführend sein kann. Aber ich habe es nicht ausprobiert. Vielleicht täusche ich mich da ja und die Suche nach den richtigen Mitbewohnern für das Zusammenleben älterer Menschen kann doch wie eine Kontaktbörse funktionieren…

Verschiedene Wohnprojekte

Manche Wohnprojekte sind also christlich orientiert, andere betont politisch, fast schon kämpferisch. Zum Beispiel der Verein der Grauen Panther Hamburg, der mit seinem „Pantherhaus“ ein Mehrgenerationenprojekt betreiben. Wie das konkret aussieht, zeigt ein NDR-Bericht anschaulich hier. Doch gerade der Verein der Grauen Panther Hamburg – ausdrücklich eine „Altenselbsthilfegruppe“ und nicht zu verwechseln mit der ehemaligen Partei – zeigt ganz klar, dass solche Wohnprojekte durchaus auch politische Dimensionen, gesamtgesellschaftliche Anliegen haben können: Sie „haben sich zum Ziel gesetzt,…die Lebenssituation alter und älterer Menschen zu verbessern, ihnen das Recht auf Menschenwürde bewusst zu machen und in ihnen den Mut zu wecken, sich zu wehren, wenn dieses Grundrecht vorenthalten wird….Seit  Jahrzehnten setzt sich der Verein durch Protestaktionen, Öffentlichkeitsarbeit, durch Informations- und Diskussionsveranstaltungen und Publikationen für ein selbstbestimmtes und würdevolles Altern in dieser Gesellschaft ein“, so beschreibt sich der Verein hier..

Wohnidee aus Deutschland und den Niederlanden

In Deutschland scheint die Idee der alternativen Wohnprojekte für ältere Menschen im Gegensatz etwa zu den Niederlanden vielerorts jedoch zur Zeit noch eher Wunsch als Realität zu sein… Viele Menschen träumen davon, nicht immer jedoch klappt es mit der Realisierung. Eine gute Zusammenfassung von der Entstehung der Idee (bereits in den 1970er Jahren) bis zu den oft nicht ganz einfach Findungs-, Konsolidierungs- und Realisierungsphasen bietet die Schader-Stiftung inklusive eines Vergleichs Deutschland – Niederlande hier. Die Schader-Stiftung sieht ihre Schwerpunkte allerdings vor allem in den Themenbereichen Stadtentwicklung und Wohnen, Kommunikation und Kultur, Demographie und Strukturwandel – weshalb der Beitrag zwar viele bedenkenswerte Aspekte beinhaltet, jedoch wenig Praktisches.

Senioren-WGs oder Zweckgemeinschaft

Wie allerdings so oft: Wo eine gute Idee ist, sind auch ganz schnell kommerzielle Interessen im Spiel… So bietet zum Beispiel Immobilienscout24 unter der Überschrift „Seniorenwohnen“ sowohl „Senioren-WGs“ als auch das „Mehrgenerationenwohnen“ an. Ich bin mir (noch) nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Spontan schreckt es mich eher ab, wie gesagt: Für mich ist das eine so individuelle, zutiefst persönliche Angelegenheit, dass ich mir nicht vorstellen kann, die Suche beispielsweise einem Maklerbüro zu überlassen. Aber auch da täusche ich mich ja möglicherweise….

Sympathischer ist mir da schon die Online-Plattform „bring together“, die ihre Ziele so beschreibt: „Wir bringen die Menschen zusammen, die sich Ihren Lebensabend nicht als Zweckgemeinschaft sondern in familienartigen Lebensformen vorstellen. Menschen mit gleichen Lebensphilosophien.“ Und sich damit ganz klar gegen das „so bunt wie möglich“ von Henning Scherf abgrenzen.

Womit mal wieder beweisen ist: Auch im Älterwerden bleiben wir individuell. Und sehr verschieden, in unseren Wünschen, Plänen und Ansichten… Und das ist gut so!

Mehr zu Marias Ideen rund ums Thema Wohnen im Alter

Weiterführende Links:




Neue Messen für die 50plus-Generation

In diesem Jahr finden gleich drei Messen für die 50plus-Generation statt – eine in München, eine in Nürnberg und eine in Stuttgart. Zeitlich die nächste ist die „Inviva“ in Nürnberg, die vom 24. bis 25. Februar 2016 ihre Pforten öffnet. Die Inviva vestehe sich als „Forum der Inspiration“ für „alle, die ihre schönsten Jahre in der zweiten Lebenshälfte selbstbestimmt und inhaltsreich gestalten wollen“, schreiben die Messemacher.

Was die Generation 50plus umtreibt
50plus-Blogger Deutschlands vereinigt euch!
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Viva, Victoria & Co. – 50plus-Magazin im Kommen
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Communities der Best Ager

Die Inviva

Der Themenbogen spannt sich von Gesunderhaltung, aktiver Freizeitgestaltung bis zum selbstbestimmten Leben. Die Inviva biete Perspektiven, Trends und umsetzungsreife Lösungsmodelle sowie individuelle Möglichkeiten, praxisnahe Informationen und aktuelle Angebote. Zur Messe gibt es ein Rahmenprogram – mit bekannten Persönlichkeiten wie Gitte Haenning und Renate Schmidt. Parallel zur Inviva findet die „Freizeit, Touristik & Garten“ statt. Besucher der Inviva können mit ihrer Karte auch die Freizeit-Messe besuchen.

Die Inviva-Besucher können die Angebote direkt vor Ort ausprobieren und „ihren persönlichen Weg finden, um körperlich und geistig fit zu bleiben“. Reha und alternative Heilmethoden spielen natürlich eine wichtige Rolle, entsprechend hat die Inviva da einiges zu bieten. Darüber hinaus gibt die Inviva einen Überblick über Möglichkeiten der medizinischen Betreuung und alternative Heilmethoden sowie zu Rehabilitationsmaßnahmen.

Klar, dass die Aussteller auch die Themen Wohnen und Leben aufgreifen sowie Vorsorge und Finanzierung. Der Computer Club CCN 50plus hilft bei technischen Fragen rund um Computer, Laptop, Handy und Smartphone und richtet sich dabei an die individuellen Vorkenntnisse. Das Messeangebot reicht von Reisen über Sport und Spiel, Kunst und Kultur bis hin zu ehrenamtlichem Engagement.

Der Eintritt für die beiden Messen kostet an den inviva-Tagen elf Euro, der ermäßigte Eintrittspreis beträgt 8,50 Euro.

Die nächste Inviva findet übrigens vom 15. bis 16. März 2017 wieder in Nürnberg statt. Sie deckt mit über 200 Ausstellern die Bereiche ab, die für Senioren interessant sind und findet in Kombination mit der Freizeit Messe „Touristik & Garten“ statt.


„Die 66“

Vom 8. bis 10 April findet die 50plus-Messe „Die 66“ im Münchner MOC statt. „475 Aussteller in vier Hallen, 8 Konferenzräume mit weit über 150 Vorträgen, eine Tanz- und Musikbühne mit Band, eine Sportbühne, eine Kreativ-Lounge, ein Fahrrad-Parcours, ein Golfparcours und eine Bogenschieß-Anlage. Auf diesen Eventflächen werden mehr als 100 unterschiedliche Workshops angeboten. Dazu kommt die große Showbühne mit vielen prominenten Gästen wie Uschi Glas, Christian Springer, Michael Schanze, Sky Du Mont, Thekla Carola Wied, Simone Rethel-Heesters, Ireen Sheer, Stefan Mross, mit Varieté undZaubershows, mit Live-Musik, interessanten Talks und Live-Sendungen. Darüber hinaus erwartet die Besucher eine ‚Schmankerlarena’“, so die Messe-Gesellschaft.

Die Veranstalter legen Wert darauf, dass „nicht das biologische Alter ist die „Eintrittskarte“ zu dieser Messe, die seit zwölf Jahren nicht mehr aus der Eventlandschaft weg zudenken ist; es ist vielmehr ein Lebensgefühl, das die Besucher miteinander vereint: Viel Lebenserfahrung gebündelt mit noch mehr Lust und Spaß am Leben“. Die Interessen der Besucher seien so vielfältig wie das Leben selbst und dieser Vielfalt trügen die Messemacher Rechnung. Die Erlebnismesse umfasst 16 Themenbereiche, darunter Mode, Beauty, Reisen, Sport, Hobbys, Gesundheit, Wohnen, Recht, Finanzen, Technologie, Mobilität und vieles mehr. Das

Bühnenprogramm reiche vom Schlagerfestival von Bayern plus bis zur Rock`n Roll Band, von Internetworkshops über „Upcycling“ bis zu afrikanischer Körpermusik und von Vorträgen über Philosophie des Glücks bis hin zur Frage worauf man achten muss, wenn man plant eine WG zu gründen.

Die Tageskarte kostet 7 Euro (mit Rentnerausweis 5 Euro). Im Eintrittspreis sind alle Vorträge, Events und Aktionen sowie der Shuttlebus enthalten. Vorverkauf in der Stadtinformation am Marienplatz, bei München-Ticket und im Internet unter www.die-66.de.

Die besten Jahre

„Die besten Jahre“: vom 14. bis 15. November 2016 in Stuttgart – „die Messe zum Aktivbleiben“ bilde das gesamte Angebotsspektrum für ein aktives Leben ab – immer zugeschnitten auf die speziellen Bedürfnisse der Generation 50+. „Ob Mode oder Wohnen, Reisen, Gesundheit oder Freizeitgestaltung – das Interesse an allen Facetten des Lebens hört nicht mit einem bestimmten Lebensalter auf, man sucht jedoch gezielter, was zu einem passt“, so das Motto der Messemacher. Vom Handy für Senioren über Reiseziele in der Umgebung bis hin zum Schlagzeugunterricht verspreche „Die besten Jahre“ für jeden das passende Angebot. Auf dem „Marktplatz Ehrenamt“ drehe sich alles um ehrenamtliches Engagement: verschiedenste Organisationen informieren über ihre Arbeit und runden mit Vorträgen das Angebot ab. Der Schwerpunkt liegt den Messemachern zufolge auf dem Thema „fit und gesund im Alter“. Über hundert Aussteller präsentieren sich und ihre Produkte. Bei einer Sonderschau zum Thema „Kultur trifft Technik“ erfahre der Besucher alles rund um die Themen Internet, Smartphones und Tablet-PCs.

Weiterführende Links:




Alter als attraktive Lebensphase, die besten Ideen

Ältere in der Stadt, altern in der Stadt – wie geht das? Die besten Ideen und Vorhaben im und für das Alter in der Stadt sollen prämiert werden mit dem „Deutschen Alterspreis“ von der Robert-Bosch-Stiftung. Sie sucht Initiativen für ein altersfreundlicheres Stadtleben, sie sucht auch Beispiele, wie Ältere ihre Stadt mitgestalten. Dafür hat sie 120 000 Euro ausgelobt, die am 24. November in Berlin den Preisträgern überreicht werden.

Nominiert sind sechs Projekte:

  • Mobia – Mobil bis ins Alter Saarbahn GmbH, Saarbrücken
  • Jugendzentrum für Senioren Kinder von gestern e.V., München
  • Ich-Verein für soziales Engagement Thomas Henrich, Nürnberg/Fürth
  • x-mal Mensch Stuhl – Fassaden-Inszenierung Angie Hiesl, Köln
  • Magazin sechs+sechzig Verein zur Förderung des Dialogs der Generationen, Nürnberg
  • Griesheim – Die besitzbare Stadt, Griesheim

Insgesamt haben sich wohl 244 Projekte und Initiativen um den „Deutschen Altenpreis“ beworben.

Eine elfköpfige Jury hat die sechs Nominierten daraus ausgewählt. Zu den Jury-Mitgliedern gehören Dr. Stephan Articus (Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städtetages), Professor Dr. Clemens Becker (Chefarzt an der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart), Anja Gockel (Modedesignerin), Professor Dr. Dr. Andreas Kruse (Direktor des Instituts für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg), Professor Dr.-Ing. Gesine Marquardt (Professorin für Sozial- und Gesundheitsbauten an der TU Dresden), Dr. Wolfgang Malchow (Mitglied des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH), Thomas Osterkorn (Chefredakteur viva!), Professor Susanne Porsche (Filmproduzentin), Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg (Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes), Dr. Henning Scherf (früherer Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen) und Hildegard Schooß (Gründerin und ehemalige Leiterin des Mehrgenerationenhauses Salzgitter).

Alte sollen in der Stadt wohnen bleiben können

Anliegen der Stiftung ist es, dass älteren Menschen in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben dürfen. Das wird künftig noch ein Problem werden, denn auch die Jungen zieht es in die Stadt, so dass sie den Alten die Wohnung streitig machen. Steigende Nachfrage bei nur schwach wachsenden Angebot lässt die Preise, sprich Mieten steigen – und da können viele Alte irgendwann nicht mehr mithalten. Der demographische Wandel wird zum Verteilungskampf.

Die Projekte sollen zeigen, wie beispielsweise Alten in der Stadt mobil bleiben und wie das Engagement der Älteren unsere Gesellschaft bereichern.

Alle Informationen zum Deutschen Alterspreis unter www.alterspreis.de

Die Projekte:

 




Drittlife-Magazin Brigitte Wir

Für das Drittlife, sprich die dritte Lebenshälfte bringt Gruner + Jahr das Drittlife-Magazin Brigitte Wir heraus. Arbeitstitel war übrigens „Brigitte Paris“. Herauskommen wird „Brigitte Wir“ Gruner + Jahr zufolge am 16. September für 4,50 Euro.

Ergänzung zu „Brigitte Woman“ und „Brigitte Mom“

Damit wollen die Hamburger als Ergänzung zu „Brigitte“ und „Brigitte Woman“ die Zielgruppe der Vorruheständlerinnen und Rentnerinnen ansprechen, sprich Generation der Babyboomer. Das soll auch aus dem Untertitel von Brigitte Wir herausklingen:„Das Magazin für die dritte Lebenshälfte“. Ursprünglich war das Magazin gedacht für „weltoffene und und lebenskluge Frauen ab 55 Jahren“ (O-Ton G + J). Offensichtlich war das Drittlife-Magazin Brigitte Wir damit zu nah an der Zielgruppe von „Brigitte Women“, die Frauen ab 40 anspricht. „Frauen, die Mut, Lebenserfahrung und Selbstbewusstsein haben und sich selbst sowie die Welt neu entdecken. Sie möchten jetzt ihre aufgeschobenen Träume verwirklichen und sind bereit, eingetretene Pfade zu verlassen“, so das Konzept.

Brigitte Wir für Frauen ab 60

Für das Drittlife-Magazin Brigitte Wir gilt: „Frauen über 55 fühlen sich heute jünger, sind gesünder, fitter und unternehmungslustiger als jede Generation vor ihnen. Es ist eine Altersgruppe, die ständig wächst, aber im gesellschaftlichem Umfeld eher an den Rand gedrängt wird. Mit dem neuen Magazin BRIGITTE PARIS (so der alte Name) wollen wir dieser Generation eine Stimme geben.“ Themenmischung und Optik sollen sich „sehr deutlich von bestehenden ‚Best Ager’-Magazinen abheben“.

Brigitte Wir mit 150 000 Erstauflage

Bislang gehen die Hamburger wohl von einer Druckauflage von 150 000 Exemplaren aus. Das nächste Heft soll Mitte November auf den Markt kommen – das würde heißen, das Drittlife-Magazin Brigitte Wir ist als Monatsmagazin konzipiert – oder doch nicht? Ab kommendem Jahr ist dem Verlag zufolge eine Frequenz von sechs Mal im Jahr geplant. Und das Medienmagazin DWDL schreibt, dass das Heft künftig vierteljährlich erscheinen soll. Zuletzt sei noch von sechs Ausgaben in 2016 die Rede gewesen. Das Medienmagazin w&v schreibt, „die Erscheinungsweise war zweimal pro Jahr angesetzt, nun soll die zweite Ausgabe bereits Mitte November erscheinen; vier Ausgaben sind für 2016 geplant.“ Auf gut bayerisch: nix g’naus woas ma ned.

Die Themenpalette wird von Gesundheits-, Psycho- bis Kulturthemen reichen. Natürlich wird Mode, Wohnen und Geld nicht fehlen. Nach Schätzung der Verlagsmanager umfasst die Basis-Zielgruppe 3,3 Millionen Frauen – aber wie schon eingangs erwähnt, da waren die Macher noch von 55+ ausgegangen. Bei 60+ wird die Zielgruppe schon kleiner. Die 3,3 Millionen verfügen den Schätzungen zufolge über ein Haushaltsnettoeinkommen von 3000 Euro und mehr.

Brigitte Wir – „wir sind viele …“

Wie G + J übrigens auf den Namen des Drittlife-Magazin Brigitte Wir gekommen ist? Dem Medienmagazin „Meedia“ zufolge erklären die Macher den Namen folgendermaßen: ”Wir sind viele, wir werden immer mehr und wir wollen das Prinzip der Gemeinschaft, der Solidarität stärken.“ Demnächst werde Brigitte Wir eine Anzeigenkampagne den Start begleiten – unter dem Motto “Über 60 – und wir sind stolz darauf”.


 

… und dazu die Rezension von Maria Al-Mana als Gastbeitrag


 

… übrigens, Männer haben auch ein Drittlife. Wer schreibt dann über sie?

Weiterführende Links:

https://twitter.com/Raufhandel/status/638598238858186752

https://twitter.com/KIWA_COM/status/638337996178243585

https://twitter.com/Medienfront/status/638266084261388288