Wie sich Rentner doch noch günstiger versichern können

Wer sein ganzes Berufsleben gesetzlich krankenversichert war, hat im Alter kein Problem. Dumm nur, wer zwischenzeitlich privat krankenversichert war – der blutet in der Rente. Seit August 2017 dürfen einige Rentner allerdings auf niedrigere Krankenkassenbeiträge hoffen, denn eine Gesetzesänderung entschärft die sogenannte 9/10-Regelung.

„Ihre Suchanfrage im Bereich tk.de führte zu keinem Ergebnis“ – so ergeht es Krankenversicherten, der auf der Internetseite der Techniker Krankenkasse nach „9/10-Regelung“ suchen. Auch DAK und Barmer helfen Versicherten in punkto 9/10-Regelung nicht weiter.  Viele Krankenversicherte werden mit dem Thema allein gelassen, dabei entscheidet sich damit oft, ob jemand im Alter auskömmlich leben kann oder nicht. Die 9/10-Regelung ist kompliziert und trifft vor allem ältere Frauen und Selbstständige – oder Angestellte, die zeitweise privatversichert waren. Sie werden von der solidarischen Krankenversicherung der Rentner, kurz KVdR, ausgeschlossen, deren Vorteil ist, dass die Rentenversicherung den Arbeitgeberanteil übernimmt und der Rentner „nur“ den Arbeitnehmeranteil zahlen muss.

Pflichtversichert oder freiwillig versichert?

Die KVdR-Versicherten sind, um es plastisch auszudrücken, sozusagen bei der Deutschen Rentenversicherung angestellt, die den Arbeitgeberanteil übernimmt. Wer bei der KVdR pflichtversichert ist, zahlt Krankenkassenbeiträge nur von seiner gesetzlichen Rente, einer Betriebsrente und – falls vorhanden – aus selbstständiger Tätigkeit. Wer dagegen bei der KVdR freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, muss auch auf Mieteinkünfte und Privatrenten Beiträge zahlen. Der Unterschied kann einige Hundert Euro ausmachen.

Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner

 pflichtversichert in der KVdR freiwillig versichert in der KVdR 
beitragspflichtigBeitragssatz in %beitragspflichtigBeitragssatz in %
gesetzliche Renteja7.3ja7.3
Versorgungsbezügeja14.6ja14.6
Erwerbseinkommenja14.6ja14.6
Direktversicherungja14.6ja14.6
Mieteinnahmennein-ja14.6
Zinsen und ähnlichesnein-ja14.6
Privatrentenein-ja14.6
Quelle: GKV, den Zusatzbeitrag tragen Rentner in voller Höhe

Was ist der Unterschied zwischen pflicht- und freiwillig versichert? Das hängt von der sogenannten Vorversicherungszeit ab – und damit kommen wir zur 9/10-Regelung. Kling kompliziert, ist kompliziert. Voraussetzung für die Pflichtversicherung in der KVdR ist: „Wenn seit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte dieses Zeitraums eine Mitgliedschaft – als pflicht- oder freiwilliges Mitglied – oder eine Familienversicherung bestanden hat“, schreibt die Deutsche Rentenversicherung. Bei krankenversicherungspflichtigen Rentnern beteiligt sich eben die Rentenversicherung an den Beiträgen.

Privatversicherte fallen durchs Raster

Einige fallen allerdings aus diesem Raster. Das sind vor allem jene, die während ihre Berufslebens privat versichert waren. Klar, dass die KVdR für sie nur eingeschränkt zahlt. Aber selbst, wer während seines Berufslebens von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechselte, bekommt unter Umständen Probleme. Entscheidend ist, wann er gewechselt hat. Was einige Privatversicherte vielleicht nicht wissen: Sie können einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung beantragen, wenn sie gesetzliche Rente beziehen.

Und jetzt kommen wir zur 9/10-Regelung. Die KVdR – und sie fragt das bei Rentenantrag explizit im Formular R0810 ab – will wissen, wie treu er seiner gesetzlichen Krankenversicherung in der zweiten Hälfte seines Berufslebens war. Nur wer mindestens zu 9/10 oder 90 Prozent in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert war, kann als günstig Pflichtversicherter in die KVdR – alle andere sind gezwungen, mit einem in der Regel höheren Beitrag freiwillig Mitglied zu werden.

Das Ganz am Beispiel erklärt

„Finanztip“ hat das an einem Beispiel durchgerechnet:

Ein Ingenieur arbeitet nach seinem Studium mit 25 als Angestellter und ist gesetzlich krankenversichert. Nach ein paar Jahren macht er sich selbstständig und wechselt in die private Krankenversicherung. Mit 47 muss er seine Selbstständigkeit aufgeben und geht wieder in ein Angestelltenverhältnis. Im Zuge dessen kehrt er in die GKV zurück. Mit 65 geht er schließlich in Rente.  Der Ingenieur in diesem Beispiel darf in die Krankenversicherung der Rentner, da er die Vorversicherungszeit gerade so erfüllt: Er war 40 Jahre lang erwerbstätig. Die zweite Hälfte seines Erwerbslebens begann mit 45. Von diesen 20 Jahren war er 18 Jahre lang gesetzlich versichert, das entspricht genau 90 Prozent dieses relevanten Zeitraums.

 

Ältere Frauen sind die Dummen

Das führte manchmal bei älteren Frauen zu abstrusen Ungerechtigkeiten: Ehefrauen von Beamten, Richtern oder Selbstständigen waren über ihren Mann privat versichert. Wenn sie in der Zeit, als sie Kinder großzogen, nicht gearbeitet hatten, waren sie natürlich in keiner gesetzlichen Krankenversicherung. Für die gesetzliche Krankenkasse gelten sie als freiwillige Versicherte und fallen durch das 9/10-Raster. Wenn sie in Rente gehen, kommen sie nicht in den Genuss der Pflichtversicherung in der KVdR.  Entsprechend hoch sind ihre Beiträge. Durch die Neuregelung des Sozialgesetzbuchs (siehe weiter unten) zum 1. August 2017 haben sie jetzt möglicherweise eine Chance, doch noch als Pflichtversicherte in die KVdR zu kommen.

Zurück in die gesetzliche Krankenkasse?

Manche Privatversicherte glauben, sie können noch vor 55 in die GKV wechseln. Das ist richtig, wenn sie weniger verdienen als die Versicherungspflichtgrenze von 57 600 (Stand 2017). Das geht durch Gehaltsreduzierung. Wer Selbstständig ist, muss in seinem Job in ein Angestelltenverhältnis wechseln, in dem er weniger als 57 600 Euro – 4800 Euro im Monat – verdient. Wer es schafft, von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenkasse zu kommen, darf nicht glauben, dass er im Alter damit automatisch als Pflichtversicherter in der KVdR aufgenommen wird.

Wem das alles noch zu einfach wer, für den gibt’s seit 1. August noch ein Schmankerl, wie die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt  – das zumindest einigen schmecken dürfte. Seit August haben Mütter und Väter vielleicht doch noch die Chance, als Pflichtversicherte in die KVdR zu rutschen. Mit der Gesetzesänderung wird die sogenannte 9/10-Regelung für die Mitgliedschaft in der Pflichtversicherung entschärft. Und was ist neu ab 1. August 2017? Die 9/10-Regelung in punkto Vorversicherungszeit bleibt zwar bestehen, aber Versicherte mit Kindern – und zwar Mutter und Vater – können sich pro Kind drei Jahre in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens anrechnen lassen. Das ist übrigens in §5 Absatz 2 des Sozialgesetzbuchs V so neu geregelt worden. Und da heißt es: „Auf die nach Absatz 1 Nummer 11 erforderliche Mitgliedszeit wird für jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind (§ 56 Absatz 2 Nummer 2 des Ersten Buches) eine Zeit von drei Jahren angerechnet“. Absatz 1 Nummer 11 besagt, dass „Personen, die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 versichert waren“. Die Deutsche Rentenversicherung hat die Rahmenbedingungen für eine Mitgliedschaft in der KVdR einmal zusammen gestellt, allerdings in Versicherungsdeutsch.

Was bedeutet das konkret? Die Neuregelung gilt für Neu- und Bestandsrentner. Die drei Jahre pro Kind kann immer auf die zweite Hälfte des Erwerbslebens und damit zur Erfüllung der 9/10-Regelung angerechnet werden.

Die TK hat das an einem Beispiel durchgerechnet:

Beginn Ihres Berufslebens: 1.8.1973
Datum des Rentenantrags: 31.3.2017
Beginn der 2. Hälfte dieses Zeitraumes: 1.6.1995
90 Prozent der 2. Hälfte: 19 Jahre, 7 Monate, 29 Tage
Für eine Pflichtversicherung in der KVdR müssen vom 1.6.1995 bis zum 31.3.2017 mindestens 19 Jahre, 7 Monate und 29 Tage an Vorversicherungszeiten vorliegen – durch Versicherungszeiten in der gesetzlichen Krankenversicherung in der zweiten Hälfte Ihres Berufslebens und (ab dem 1. August 2017) durch Kinder.
Sofern Sie bislang beispielsweise eine Vorversicherungszeit von 18 Jahren erreicht haben und ein Kind haben, kommen Sie auf eine Vorversicherungszeit von 21 Jahren und können ab dem 1. August 2017 in der KVdR versichert werden

 

Die Krux bei dieser Neuregelung: Jeder muss selbst aktiv werden, wenn er glaubt, davon zu profitieren. Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) prüfen die Versicherungspflicht unter den neuen rechtlichen Bedingungen nur, wenn der Betroffene das veranlasst.  Wer also als Rentner glaubt, sich durch die Neuregelung ab dem 1.August besser zu stellen, sollte seine Krankenkasse um eine Neuberechnung bitten.

Können über 55-Jährige privat Krankenversicherte überhaupt noch in gesetzliche Krankenversicherung? Privat Krankenversicherte, die bereits 55 Jahre oder älter sind, haben es sehr schwer, sich überhaupt noch bei einer gesetzlichen Kasse zu versichern – und das gilt auch in der Rente. Als privat Krankenversicherter zum Pflichtversicherten in der KVdR werden? Ganz schwer, bis unmöglich. Das Portal für Steuerberater fasst es so zusammen:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung bei über 55-jährigen Versicherten endgültig verwehrt ist, wenn in den letzten fünf Jahren einerseits keine gesetzliche Krankenversicherung bestand und ein qualifizierter Grund für die fehlende Krankenversicherungspflicht, insbesondere das Überschreiten der Jahresentgeltgrenze oder die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit, für mindestens 900 Tage vorlag. Nicht zwingend ist ein zusammenhängender Zeitraum. Ebenso ist der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung bei absoluter gesetzlicher Versicherungsfreiheit verwehrt.

Und das Portal für Steuerberater liefert auch ein Beispiel dazu:

Herr Berger hat am 4. April 2014 sein 55. Lebensjahr vollendet. Bevor er sich am 1.1.2014 mit IT-Beratung selbständig gemacht hat, war er bis 31.12.2013 als Angestellter tätig und gesetzlich krankenversichert. Mit Aufnahme der selbständigen Tätigkeit wechselte er in die private Krankenversicherung. Im Mai 2014 wird ihm eine Stelle als Angestellter angeboten; das Gehalt würde unter der Jahresentgeltgrenze liegen. Diese Stelle würde er gern annehmen. Auch wenn Herr Berger bei Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses über 55 Jahre alt ist, ist er gesetzlich krankenversicherungspflichtig, weil er innerhalb der letzten fünf Jahre gesetzlich krankenversicherungspflichtig war, d.h. er hat die Möglichkeit, obwohl er älter als 55 Jahre ist, in die gesetzliche Krankenkasse zurückzukehren.

 

Bis 40 für ein System entscheiden

Wer zu spät von der privaten in  die gesetzlich Krankenversicherung wechselt, zahlt in der Rente meist höhere Beiträge als Pflichtversicherte. Das 40. Lebensjahr ist somit eine Wendemarke.

Selbstständige müssen sich normalerweise selbst versichern – in der Regel bei einer privaten Krankenversicherung. Ausgenommen davon sind Künstler, Journalisten und Schriftsteller. Sie können sich bei der Künstlersozialkasse pflichtversichern lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass „eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt wird“, so steht es im Gesetz. Dabei gilt, dass die „künstlerische oder publizistische Tätigkeit selbständig und erwerbsmäßig ausgeübt werden muss“.

Das gilt auch nur für „Künstler“, die niemand sonst beschäftigen, also Solopreneure.

Mindestverdienst 3900 Euro pro Jahr

Und noch eines kommt hinzu: Die Künstlersozialkasse erwartet, dass der „Künstler“ pro Jahr mindestens 3900 Euro verdient – wie sonst soll er sonst von seiner Kunst leben. Berufsanfängern wird eine Karenzzeit von drei Jahren zugestanden.

Wer Mitglied in der Künstlersozialkasse werden will, muss auch nachweisen, dass er „künstlerisch“ tätig ist.

Jetzt gibt es Ausnahmen von der vorteilshaften Versicherungspflicht – Pflicht klingt so nach Muss, ist in dem Fall jedoch von Vorteil.

Die Ausnahmen:

  • Wenn sie wegen einer anderen Beschäftigung versicherungsfrei sind, das gilt beispielsweise für Beamte, die nebenbei schreiben
  • Wenn sie neben ihrer „künstlerischen“ Tätigkeit noch andere Einkünfte erzielen, die 38 100 Euro in den alten Bundesländern und 34 200 Euro in den neuen Bundesländern überschreiten (Stand: 2017).
  • Wenn sie wegen einer abhängigen Beschäftigung in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind.
  • Wenn sie das 55. Lebensjahr vollendet haben und in den vergangenen fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren
  • Wenn sie beispielsweise Arbeitslosengeld beziehen

Wenn sie versicherungsfrei sind, weil ihre Einnahmen die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt. Diese Grenze liegt bei monatlich 4800 Euro, jährlich bei 57 600 Euro.

 




Warum die SPD Rentenmärchen erzählt

Schon heute verbucht die gesetzliche Rentenversicherung einen Verlust, trotzdem will die SPD das Rentenniveau bei 48 Prozent und den Beitragssatz bei 22 Prozent zementieren – das kann nicht funktionieren. Der Dumme ist der Steuerzahler. Warum die SPD solche Rentenmärchen erzählt. 

Die Rentenversicherung verbucht bereits im zweiten Jahr ein Minus. 2016 waren es 2,2 Milliarden Euro, 2015 bereits 1,59 Milliarden Euro, während die Rentenkassen 2013 sogar noch einen Überschuss von 3,16 Milliarden Euro erzielte. Dabei wird es nicht bleiben, das heißt, der Negativtrend dürfte sich fortsetzen. Denn, langsam kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter – und viele werden die Möglichkeit nutzen, mit 63 Jahren aufzuhören. Gleichzeitig erodiert die Zahl der Beitragszahler wegen der demografischen Entwicklung.

Rentenniveau bei 48 Prozent?

Trotzdem schreibt die SPD in ihrem Wahlprogramm, sie halte das Rentenniveau bei 48 Prozent, bei einem Beitragssatz nicht über 22 Prozent. „Eine Anhebung des Renteneintrittsalters wird es mit uns nicht geben“, proklamiert die SPD wider besserer Logik. In ihrem Wahlprogramm schwafelt die SPD etwas von Erwerbsminderungsrente und „noch weiter verbessern“, dabei vertröstet sie die Erwerbsminderungsrentner auf die Zeit nach 2018. Der Linken-Rentenexperte Matthias Birkwald hat ausgerechnet, dass das Plus 2018 gerade mal bei 4,50 Euro im Monat betragen wird und 2025 etwa 50 Euro. Die große Mehrheit, so seine Einschätzung, werde weiter auf Grundsicherung angewiesen sein. Es ist eben Wahlkampf – und die SPD will die Mehrheit der Bürger für dumm verkaufen.

Steuerzahler zur Kasse bitten

Einen Punkt hat die SPD indes vergessen zu erwähnen: Das Minus muss ja irgendwer ausgleichen. Es dürfte jedem klar sein, dass letztlich der Steuerzahler die Zeche bezahlen wird und der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung steigen muss.

Enteignung als Prinzip

Die SPD hat ja schon einmal, genauer gesagt 2004, mehr als sechs Millionen Direktversicherte, Betriebsrentner und Einzahler in Pensionskassen enteignet, weil das Geld für die Krankenversicherung nicht reichte. Im Gesundheitsmodernisierungsgesetz wurde ein Passus aufgenommen, der es den Krankenkassen erlaubt, von Rentnern den doppelten Beitragssatz (Arbeitgeber- und Arbeitnehmer) zu verlangen – und zwar rückwirkend für Verträge, die vor 2004 abgeschlossen wurden.

Sicher fällt der SPD wieder so ein Trick ein, wenn das Geld für die gesetzliche Rente nicht reicht. Sie könnte ja den Soli umwidmen oder eine neue Steuer einführen. „Pacta sunt servanda“ (Verträge sind einzuhalten) gilt für die SPD nicht.

Wahlprogramm als Märchenbuch

Das Wahlprogramm der SPD gleicht eher einem Märchenbuch als einer Beschreibung der Wirklichkeit und einer Strategie für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands – also die ideale Bettlektüre.

„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt …“ sang Andrea Nahles im Bundestag

Aber mal abwarten, welche Märchen CDU/CSU den Bürgern in ihrem Wahlprogramm auftischt.




Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat

So nach knapp zwei Jahren fällt die Bilanz der Rente mit 63 Jahren durchwachsen aus. Das Gesetz aus der Feder von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ist reine Klientelpolitik, die nur Industriearbeiter mit durchgängiger Berufsbiografie betrifft. Alle anderen gehen leer aus. Aber 300 000 profitieren von diesem Gesetzt, so viele hatten bis Ende April 2015 einen entsprechenden Antrag gestellt. Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat.

Seit 1. Juli 2014 können Versicherte, die mindestens 45 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorzuweisen haben, Altersrente ab 63 Jahren ohne Abschläge in beanspruchen. Dumm, Akademiker sind schon mal per se ausgenommen, da ihr Studium nicht zählt, das heißt, sie kommen nie und nimmer in den Genuss der Rente mit 63.  

Abschlagsfreier Rentenbeginn ab 63

So richtig profitieren auch nur die Jahrgänge 51 und 52. Ab Jahrgang 1953 erhöht sich der abschlagfreie Rentenbeginn schrittweise auf 65 Jahre. Wer also 1953 geboren ist, kann nicht mit 63 Jahren in Rente gehen, sondern erst mit 63 plus zwei Monate, die Jahrgänge 54 mit 63 plus vier Monate …

Einige Hunderttausende sind es dennoch: Bis Ende April 2015 gingen der Deutschen Rentenversicherung zufolge rund 300 000 entsprechende Anträge ein. Ende 2014 waren es danach 206 000.  2014 und 2015 gingen rund 560 000 Anträge auf Rente mit 63 Jahren ein. Natürlich nutzen viele das, was ihnen angeboten wird. Was das kostet? Nun, das Mehr an Ausgaben liegt nach Schätzungen bei sieben Milliarden pro Jahr.

Ganz so einfach ist es nicht

Das Gros der Versicherten dürfte allerdings leer ausgehen und weiter bis 65 Jahre plus entsprechender Monate arbeiten müssen. Es lohnt, sich das mal genauer anzusehen: Wichtig und maßgebend ist, dass mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachgewiesen werden. Der geburtenstarke Jahrgang 66 hat übrigens das Nachsehen. Das Nachsehen haben auch Antragsteller, die in den letzten beiden Jahren nicht Arbeitslosengeld bezogen (Ausnahme: Insolvenz des Arbeitgebers oder die Betriebsaufgabe). Es zählen Pflichtbeitragszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund einer abhängigen Beschäftigung, des weiteren Zeiten der Kindererziehung bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr des Kindes und die Pflege von Angehörigen sowie Zeiten der Wehr- und Zivildienstpflicht oder Ersatzzeiten.

Akademiker sind leider gekniffen, weil sie auf keine 45 Jahre kommen. Von den sonstigen Anträgen dürften viele abgelehnt werden, weil die Voraussetzungen eben nicht reichen – wegen Arbeitslosigkeit beispielsweise.

Um das mal zu visualisieren, hier eine entsprechend Grafik:

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Übrigens hat die Einführung der abschlagfreien Rente mit 63 das Durchschnittsalter der Rentenzugänge bei Männern erstmals seit fast zwei Jahrzehnten absinken lassen: 2014 seien Männer im Schnitt mit 64,0 Jahren in Altersrente gegangen, so die Deutsche Rentenversicherung. 2013 lag das Durchschnittsalter der Neu-Rentner bei 64,1 Jahren. Das dürfte sich im Jahr 2015 fortgesetzt haben.




Was sich für Rentner 2017 alles ändert

Steuern, Zinsen, Versicherungen, Gebühren, Fristen – 2017 ändert sich wieder einiges, das auch Rentner und Vorruheständler betrifft. Was genau ändert sich 2017 alles?

Die Flexi-Rente

Die wichtigste Änderung für alle, die 2017 in Rente gehen ist die Einführung der  Flexi-Rente. Wer früher in Rente gehen will, soll das dürfen, ebenso soll er länger arbeiten dürfen, wenn er will. Das nennt sich dann Flexi-Rente.  In Kraft treten wird die Flexi-Rente teils zum 1. Januar, teils zum 1. Juli 2017. Das neue Hinzuverdienstrecht beispielsweise kommt erst ab Juli 2017. Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Zwangsverrentung

Hartz-IV-Empfänger werden ab Januar 2017 nicht mehr zum Eintritt in eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen gezwungen, wenn die Höhe dieser Rente zur Bedürftigkeit, also zum Bezug von Grundsicherungsleistungen im Alter führen würde. Ab Januar 2017 muss eine Altersrente nur noch dann vorzeitig beantragt werden, wenn sie trotz dieser vorzeitigen Inanspruchnahme und der damit verbundenen Abschläge bedarfsdeckend ist. Sie muss dagegen nicht mehr vorzeitig in Anspruch genommen werden, wenn die Höhe dieser Rente zum (ergänzenden) Bezug von Leistungen der Grundsicherung im Alter führen würde.

Residenzpflicht für Grundsicherungsempfänger

Claudia Klinger hat es auf ihrem Blog sehr schön mit der Schlagzeile „Lasst die Alten ziehen“ zusammengefasst:

Schon bisher waren die Regelungen für Auslandsaufenthalte sehr restriktiv. „Leistungsempfänger mit Grundsicherung mussten ihren ‚Lebensmittelpunkt‘ in Deutschland haben, doch war die Dauer der verlustfreien Abwesenheit gesetzlich nicht klar definiert. Seit Jahresbeginn hat sich das geändert:“

Änderungen bei der Grundsicherung ‐ 4. Kapitel SGB XII
§ 41a. Verschärfung bei Auslandsaufenthalt: Grundsicherungsberechtigte im Ausland erhalten in Zukunft nach Ablauf der vierten Woche keine Leistung mehr. Bisher konnten die Betroffenen auch länger ins Ausland fahren, wenn ihr Lebensmittelpunkt in Deutschland war. Jetzt gilt nur noch der für Arbeitnehmer vorgeschriebene Urlaub von vier Wochen.
Quelle: Hartz-IV und Sozialhilfe: Das ändert sich 2017 

Jeder Hinzuverdienst wird bei der Grundsicherung als Einkommen gerechnet und bei Überschreitung des Regelbedarfs von der Grundsicherung abgezogen. Berechnungsgrundlagen sind die gleiche wie bei Sozialhilfe oder Harz IV. Hierzu eine Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. (Beispielrechnung auf Seite 30 unten ff.) 

Reguläre Altersgrenze steigt

65 war mal – ab 2017 steigt die Regelaltersrente auf 65 Jahre plus sechs Monate. Das trifft Versicherte, die 1952 geboren wurden und 2017 Jahr 65 Jahre werden. Wer jünger ist, muss noch ein paar Monate länger arbeiten – bis 2031 die reguläre Altersgrenze bei 67 Jahre angekommen ist.

Altersgrenze für die Rente ab 63

Übrigens steigt ebenfalls die Altersgrenze bei der abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab 63 – auf 63 Jahre plus vier Monate. Das trifft Versicherte des Geburtsjahrgangs 1954. Wer 1955 geboren ist, bekommt die abschlagsfreie Altersrente ab 63 erst ab 63 plus sechs Monate – und so erhöht sich das Eintrittsalter um je zwei weitere Monate. Voraussetzung für die abschlagsfreie Altersrente mit 63 sind allerdings 45 Versicherungsjahre – Akademiker brauchen gar nicht rechnen, weil sie sowieso nicht auf 45 Beitragsjahre kommen, weil das Studium nicht angerechnet wird.

Beitragsbemessungsgrenzen

Ab Januar 2017 können Angestellte erst ab einem Jahreseinkommen von 57 600 (vorher 56 250) Euro von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt ab 2017 auf jährlich 52 200 Euro (vorher 50 850).

Grenzen je nach VersicherungBruttolohn 2016  (Euro) Bruttolohn 2017  (Euro) 
MonatJahrMonatJahr
Kranken- und Pflegeversicherung
Beitragsbemessungsgrenze4 237,5050 8504 35052 200
Versicherungspflichtgrenze 14 687,5056 2504 80057 600
Renten- und Arbeitslosenversicherung
BeitragsbemessungsgrenzeWest:  6 200West:  74 400West:  6 350West:  76 200
Ost:    5 400Ost:    64 800Ost:    5 700Ost:    68 400

Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales/Stiftung Warentest

Rentenerhöhung

2017 werden die Renten voraussichtlich um 1,4 bis 1,8 Prozent steigen – die endgültige Prozentzahl wird im Frühjahr 2017 bekannt. In der Tabelle die Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre (einschließlich Nullrunden).

JahrWestOst
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,5e2,0e
e=erwartet

Garantiezins Versicherungen

Wer ab Januar 2017 eine klassische Lebensversicherung abschließt, bekommt weniger Garantiezins (Höchstrechnungszins). Er muss sich mit 0,9 Prozent (vorher 1,25) Prozent begnügen. Für Bestandskunden bleibt alles beim Alten.

ZeitraumGarantiezins in %
1942-863
1987-943.5
1994-004
2000-033.25
2004-062.75
2007-112.25
2012-141.75
2015-161.25
2017-0.9

Quelle: GDV

Der Garantiezins sinkt ab 2107 von bis dahin 1,25 auf 0,9 Prozent –  das ist der Zinssatz, den die Versicherer ihren Kunden maximal auf den Sparanteil zusagen dürfen, wobei der Sparanteil dem Versicherungsbeitrag entspricht, abzüglich der Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Risikoschutz.

Ab Januar 2017 ändert sich der Besteuerungsanteil der Rente und der Rentenfreibetrag. Ab diesem Jahr müssen 74 Prozent der Rente versteuert werden. Der Rentenfreibetrag liegt bei 26 Prozent. Mehr dazu in der Tabelle:

Jahr des Vorgesehener steuerfreier 
RentenbeginnsBesteuerungsanteil*Beitragsanteil
20055050
20065250.41
20075450.87
20085651.4
20095851.98
20106052.59
20116253.25
20126453.96
20136654.7
20146855.46
20157056.28
20167257.17
20177458.01
20187658.95
20197859.95
20208061
20218162.09
20228263.37
20238364.52
20248465.83
20258567.2
20268668.62
20278770.04
20288871.43
20298972.8
20309074.15
20319175.49
20329276.79
20339378.04
20349479.25
20359580.43
20369681.57
20379782.67
20389883.74
20399984.78
204010085.82

Besteuerung von Lebensversicherungen

Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge ändert ab 2017 die Besteuerung von Lebensversicherungen, die nach 2004 einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben. Kunden, „müssen die Differenz zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen zur Hälfte mit ihrem individuellen Tarif versteuern; Voraussetzung dafür ist, dass sie zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet haben und der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestand. Letztere Bedingung ist erstmals erfüllt, so dass die 2004 beschlossene Regeländerung nun erstmals wirksam wird. Davon unberührt bleiben Einmalauszahlungen aus Versicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Sie sind weiterhin steuerfrei. Ferner gelten für Rentenzahlungen abweichende Regeln: Sie werden unverändert mit dem Ertragsanteil versteuert, der vom Alter des Versicherten abhängt. Bei einem Kunden, der mit 60 Jahren erstmals eine Rente erhält, beträgt der Ertragsanteil beispielsweise 22 Prozent. Er gilt für die gesamte Dauer des Rentenbezugs“.

Grundfreibetrag erhöht sich

Ab 2017 erhöht sich der Grundfreibetrag von 8652 auf 8820 Euro – und um weitere 180 Euro auf 9000 im Jahr darauf. Das heißt, bis zu diesem Betrag bleibt das Existenzminimum steuerfrei, erst ab dann wird Einkommensteuer fällig.

Neues zur Riester-Rente

Ab 2017 soll die Produktinfo zur staatlich geförderten Altersvorsorge vereinheitlicht werden. Der neue Flyer enthält auf zwei Seiten die wichtigsten Angaben zu den Produkteigenschaften von Riester- oder Basis(Rürup)renten. Dazu gehören neben dem Chance-Risiko-Profil die Höhe der Effektivkosten, die erwartete Ablaufleistung beziehungsweise Rentenhöhe sowie die Kosten bei vorzeitiger Vertragsauflösung oder Anbieterwechsel. Darüber hinaus müssen die Anbieter Muster-Info-Blätter ausgeben, die einen Modellkunden zugrunde legen.

Betriebliche Altersvorsorge

Ab 2017 steigt der Teil des Gehalts, den der Arbeitgeber steuer- und abgabenfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds investieren kann. Dieser Förder-Höchstbeitrag steigt 2017 von 2976 auf 3048 Euro pro Jahr. Vorsicht! Wenn die Direktversicherung ausgezahlt wird, wird sich doppel verbeitragt, das heißt, der spätere Rentner zahlt dann für die Direktversicherung sowohl den Arbeitgeber- wie den Arbeitnehmeranteil an die gesetzliche Krankenversicherung, die Direktversicherte regelrecht schröpft und die Rendite einer Direktversicherung zunichte macht.

Rürup-Rente

Wer eine Rürup-Rente abgeschlossen hat, kann ab 2017 mehr als Sonderausgaben geltend machen. Der steuerliche Höchstbetrag steigt von 22 767 auf 23 362 Euro. Parallel dazu lassen sich künftig 84 (82) Prozent der Beiträge steuerlich geltend machen. Das heißt, somit sind bis zu 19 624 (18 669) Euro als Sonderausgaben abzugsfähig.

Pflegeversicherung

Ab 2017 gibt es fünf statt wie bislang nur drei Pflegegrade in Kombination mit einem neuen Bewertungsmaßstab. Das gilt indes nur für neue Fälle. „ Bereits pflegebedürftige Versicherte genießen Bestandsschutz und erhalten gegenüber ihrer bisherigen Pflegestufe einen mindestens um eine Ebene höheren Pflegegrad“, so der GDV. Mit der Neuordnung steige zugleich das maximale Pflegegeld: in der ambulanten Pflege von monatlich 728 Euro (Pflegestufe 3) auf 901 Euro (Pflegegrad 5); bei vollstationärer Versorgung von 1.995 Euro (für Härtefälle in der Pflegestufe 3) auf 2.005 Euro (Pflegegrad 5). Um die Mehrleistungen finanzieren zu können, steigen die Beiträge, so der GDV. Für gesetzlich Versicherte klettere der Beitragssatz von 2,35 auf 2,55 Prozent (bei Kinderlosen von 2,6 auf 2,8 Prozent), gleichzeitig gehe die Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4237,50 auf 4350 Euro nach oben.

Strom

Der Staat greift Verbrauchern ab 2017 wieder einmal wieder tiefer in die Tasche, denn die sogenannte Ökostrom-Umlage(EEG) steigt von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde – das sind immerhin 8,3 Prozent. Viele Stromkonzerne werden also 2017 die Preise erhöhen. Wenn der Strompreis steigt, ist es Zeit, sich nach Alternativen umzusehen und den Anbieter zu wechseln.

Altersentlastungsbetrag

Der Altersentlastungsbetrag wird Steuerzahlern über 64 Jahren gewährt. Er sinkt jährlich – im kommenden Jahr auf 20,8 Prozent des Bruttolohns, höchstens aber 988 Euro.

Mindestlohn

Wer als Rentner – und natürlich alle anderen auch – Mindestlohn bekommt, darf sich ab Januar 2017 auf eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns um 34 Cent auf 8,84 Euro brutto pro Stunde freuen. Nur wenige Branchen, Minderjährige und Auszubildende sind von dieser Regelung ausgenommen. Übrigens, der Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Es lohnt sich nachzurechnen, denn ab Januar 2017 kann ein Minijobber nur noch gut 50 Stunden pro Monat arbeiten, wenn der Mindestlohn von 8,84 Euro die Stunde gezahlt wird. Das ergibt dann 442 Euro – knapp unter der 450-Euro-Marke. Möglicherweise muss die Stundenzahl reduziert werden. Jeder Minijobber sollte insofern die Stundenzahl überprüfen. Wer die 450-Euro-Marke knackt, ist somit in einem sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Höhere Hartz-IV-Sätze

Ab Januar 2017 steigen Leistungen für alle, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Der Regelsatz für Alleinstehende erhöht sich von 404 Euro auf 409 Euro pro Monat.

Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 geht um 21 auf 291 Euro nach oben. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahre liegt 2017 weiterhin bei 237 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen vom Januar an 311 Euro.

Ein Feiertag mehr

Ach ja, noch eines ändert sich 2017 – die Zahl der Feiertage. Anlässlich des Luther-Jahres – vor 500 Jahre schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Eingangstür der Schlosskirche in Wittenberg – haben alle am Reformationstag, den 31. Oktober 2017, einen zusätzlichen Feiertag.

 

 

 

 




Ost-West-Rentenangleichung Sache des Staats

Was soll die Rentenversicherung denn noch alles schultern? Jetzt auch noch die Ost-West-Rentenangleichung. Wenn der Staat das will, so muss er es auch bezahlen – und nicht die Rentenversicherten. Bei der Vorstellung ihres Rentenreförmchens hat die Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles einigen Wirrwarr verursacht. Die Angleichung der Ost- und West-Renten ist eines ihrer Lieblingsprojekte. Sie ging davon aus, dass diese Aufgabe der Staat, sprich wir alle zahlen sollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist der Ansicht, das sollen die Beitragszahler der Rentenversicherung schultern. Nahles versprach, das Problem „zeitnah“ zu lösen. Es hat dann doch einige Zeit gedauert.

Wie die Rentenanpassung abläuft

Das Rentenüberleitungsabschlussgesetz sieht vor, das der Rentenwert Ost in sieben Schritten bis 2025 auf Westniveau angeglichen wird. Derzeit bekommen Ost-Rentner mit 28,66 Euro rund sechs Prozent weniger  als West-Rentner, die pro Entgeltpunkt 30,45 Euro bekommen.2018 wird dann der Wert der Ost-Rentner auf 95,8 Prozent des West-Niveau angeglichen, 2020 sind es dann 97,2 Prozent – und dann geht es jedes Jahr ein Stück weiter nach oben, bis 2024 Ost und West auf dem gleichen Niveau sind. Jede Medaille hat zwei Seiten: In dem Maß, in dem das Ost-Rentenniveau steigt, fällt die Höherwertung der Ost-Gehälter weg. Zurzeit werden sie bei der Rentenberechnung höher gerechnet. Aktuell sind das zwölf Prozent. Grund: Die Löhne in Ostdeutschland sind niedriger als im Westen. Was das genau heißt? Ein westdeutscher Beschäftigter muss jährlich 37 103 Euro verdienen, um einen Entgeltpunkt zu bekommen, im Osten sind es nur 33 148 Euro.

Warum soll die Rentenkasse zahlen?

Aber zurück zur Finanzierung dieser Angleichung: „Wir können es nicht zulassen, dass die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben einseitig den Beitragszahlern der Rentenversicherung aufgebürdet wird“, unterstreicht Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das gelte sowohl für die Finanzierung der sogenannten Mütterrente aus dem Rentenpaket 2014 als auch für die von der Koalition beschlossene Angleichung der Renten in Ost und West, die von der Lohnangleichung abgekoppelt sein soll. Sie verlangt eine Finanzierung aus Steuermitteln.

Buntenbach ist dankbar, dass Nahles endlich auch Zahlen über die langfristige Entwicklung von Beitragssatz und Rentenniveau bis zum Jahr 2045 vorlegt. Vorausberechnungen der Bundesregierung nur bis zum Jahr 2030 hätten die Einordnung der längerfristigen Auswirkungen von Reformvorschlägen immer schwerer gemacht.

Leitplanken für Rentenniveau und -beitrag

Die Rentenversicherung ist dafür, dass es „auch in Zukunft Leitplanken sowohl gegen ein zu niedriges Rentenniveau als auch gegen einen zu starken Anstieg des Beitragssatzes geben muss“, so Buntenbach.  Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass die demografisch bedingten Belastungen in der Alterssicherung auch künftig auf die Systembeteiligten verteilt und nicht einseitig von den Beitragszahlern oder den Rentenbeziehern zu tragen seien. Keinen Konsens gebe es allerdings bisher in der Frage, wo die Leitplanken liegen sollen.

Jetzt zahlen die Rentenversicherten doch für die Ost-West-Angleichung. Der Bund wird zwar zuschießen, aber die Hauptlast übernehmen die Rentenversicherten. Der im Bundeskabinett ausgehandelte Kompromiss zur Ost-West-Rentenangleichung lässt langfristig die Rentenbeiträge steigen. Aus internen Berechnungen der Rentenversicherer gehe hervor, dass für 2030 ein gesamtdeutscher Beitragssatz von 21,9 bis 22,0 Prozent erwartet werde, so die „Berliner Zeitung“ – ohne die Mehrausgaben seien es 21,8 Prozent. Die Angleichung soll grundsätzlich über die Rentenversicherung finanziert werden; der Bund werde sich aber ab 2015 an der Finanzierung der Renten dauerhaft mit weiteren zwei Milliarden Euro beteiligen. Der Zuschuss beginne 2022 in Höhe von 200 Millionen Euro und werde danach bis 2025 jährlich um 600 Millionen Euro ansteigen. Die Gesamtkosten für die Rentenangleichung beziffert Nahles dem „Handelsblatt“ zufolge im jetzt fertiggestellten Referentenentwurf auf 15,7 Milliarden Euro.

Eva Quadbeck von der „Rheinischen Post“ ist der Meinung: „Der eigentliche Fehler Anfang der 90er Jahre gemacht wurde, als mit der Zusammenlegung der Rentensysteme besiegelt wurde, dass diese Einheit aus der Sozialkasse finanziert werden soll. Dieser Fehler lässt sich heute nicht mehr rückgängig machen. Man sollte ihn allerdings nicht fortsetzen, indem man nun auch die Angleichung der Ost-Renten erneut zum Teil aus der Rentenkasse finanziert.“

Altersarmut zu vermeiden bedürfe es auf jeden Fall gezielter, ursachengerechter Ansätze. Mit Blick auf den von der Bundesarbeitsministerin vorgelegten Vorschlag zur Verbesserung der Situation von Erwerbsgeminderten sei es nach Buntenbachs Worten in der Selbstverwaltung unstrittig, dass zielgerichtete Lösungen zur Bekämpfung von Altersarmut gerade für diesen Personenkreis notwendig seien. Da die Quote der zusätzlich auf Grundsicherung angewiesenen Erwerbsminderungsrentner zurzeit bei etwa 15 Prozent liege, sei nachzuvollziehen, dass die Koalition hier eine weitere Leistungsverbesserung vornehmen wolle. Im Vergleich dazu betrage der Anteil bei den Altersrentnern weniger als drei Prozent. Über Zeitpunkt und Umfang dieser Leistungsausweitung gebe es keine Einigkeit in der Selbstverwaltung.

Buntenbach ging in ihrem Bericht auch auf die bessere Absicherung von Beschäftigten ein, die zwar lange Zeit erwerbstätig sind, aufgrund geringer Verdienste aber keine ausreichenden Alterssicherungsansprüche aufbauen. Vorschläge wie die „solidarische Lebensleistungsrente“ lehne die Selbstverwaltung ab, da hier eine Vermischung von Versicherungs- und Fürsorgeprinzip erfolge. Die Entscheidung der Bundesarbeitsministerin, die von ihr vorgeschlagene Solidarrente außerhalb der Rentenversicherung anzusiedeln, sei nach Buntenbachs Worten nachzuvollziehen.

Pflichtversicherung für Selbstständige

Mit der angedachten obligatorischen Alterssicherung für alle Selbstständigen könne sie sich durchaus anfreunden. Gegenwärtig sei das Risiko, im Alter Grundsicherungsleistungen in Anspruch nehmen zu müssen, bei vorher selbstständig Erwerbstätigen etwa doppelt so hoch wie bei vorher abhängig Beschäftigten.

Foto: Deutscher Bundestag




Warum kinderlose Frauen mehr Rente bekommen als Mütter

Ja, warum bekommen Frauen, die keine Kinder haben mehr Rente als Frauen mit Kindern? „Bild“ verweist auf eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung. Danach soll der Unterschied 102 Euro ausmachen zwischen kinderlosen Frauen und Müttern. Die 102 Euro sind der Unterschied zwischen einer Mutter mit vier Kindern und einer Kinderlosen. Wohlgemerkt, das bezieht sich auf den Mittelwert, sprich den Median. Es gibt sicher auch Mütter mit mehreren Kindern, die mehr Rente bekommen als Kinderlose.

Mütter sind die Dummen

Aber warum ist das so? Darauf hat „Bild“ keine Antwort gegeben. Klingt halt ziemlich plakativ. Jeder, der ein bisschen denken kann, kommt leicht selbst drauf. Mütter können eine Zeit lang gar nicht oder nur in Teilzeit arbeiten; ihre Karriere ist durch Kindererziehung ausgebremst; nicht selten kommt es zum Karriereknick. Nicht immer können sie gleich nach drei Jahren wieder voll in den Beruf zurückkehren – und zahlen somit natürlich entsprechend weniger in die Rentenkasse ein. Zur Erinnerung, Mütter bekommen für die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes Erziehungszeiten anerkannt – als Pflichtbeitrag. Dafür wird ein durchschnittlicher Verdienst unterstellt. Für Kindererziehungszeiten bekommen Mütter Entgeltpunkte,  was direkt auf die Rentenhöhe durchschlägt. Berechnungsgrundlage dafür ist der Durchschnittsverdienst aller Versicherten – zurzeit 36 267 Euro im Jahr.

Karriereknick wegen Kindererziehung

Allein diese Formulierung dürfte jedem das Problem verdeutlichen: Eine Frau, die vor der Geburt mehr als der Durchschnitt verdiente, wird mit dem Pflichtbeitrag abgespeist. Gerade sie sind freilich doppelt gekniffen, denn, wenn sie in den Beruf zurückkehren, machen sie selten da weiter, wo sie aufgehört haben. Im schlimmsten Fall müssen sie sogar eine Herabstufung akzeptieren. Das heißt, sie haben während der dreijährigen Auszeit verloren und im Anschluss noch einmal. Übrigens, Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, gibt es nur zwei Jahre Erziehungszeit.

Kinder sind ein Karrierekiller – Talkrunde bei Beckmann

https://www.youtube.com/watch?v=DPmPjdIVOrQ

 

Kinderlose bekommen mehr als Mütter

Der Bericht von „Bild“ ist nicht neu – die Deutsche Rentenversicherung hat schon im Juli 2016 einen Beitrag veröffentlicht über die „Alterseinkommen von Müttern und kinderlosen Frauen im Haushaltskontext“. Darin stellen die Autorinnen fest, dass „alleinlebende kinderlose Frauen in Westdeutschland trotz der ausgleichenden Leistungen für Kindererziehungszeiten für Mütter im Durchschnitt höhere eigene Alterseinkommen beziehen“. Die gesetzlichen Renten belaufen sich danach bei ihnen im Durchschnitt auf 958 Euro. Je mehr Kinder eine Frau hat, desto größer wird die Differenz.

Die Autorinnen haben auch festgestellt, „die alleinlebenden kinderlosen Frauen in Westdeutschland über ein deutlich höheres Haushaltseinkommen als die anderen untersuchten Gruppen verfügen; sie besitzen auch als allein lebende Personen Einkommen auf äquivalentem Niveau vieler Paarhaushalte“.

Übrigens ist diese Erkenntnis ein alter Hut, wie eine Suche bei Google belegt. Geändert hat sich seit dem wenig, die Schlagzeilen sind immer noch die gleichen wie 2013 „Mütter mit mehreren Kindern sind Renten-Verlierer“, schrieb da die „Süddeutsche Zeitung“

Aber, wenn es nach der CSU geht, wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Wie schrieb die Partei 2003 so schön,

„Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, Menschen für ihre Kinderlosigkeit zu bestrafen“, kritisiert die Bundesvorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, den Reformvorschlag der CSU, nach dem Kinderlose höhere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, selbst jedoch nur noch eine Basisrente beziehen sollen. Ziel jeder Rentenreform müsse es sein, die Leistungen, die Erziehende für die Rentenversicherung erbringen, angemessen zu berücksichtigen

 hat auf dem Blog „Die Freie Welt“ auf den Familienberichts der Robert-Bosch-Stiftung aus dem Jahr 2005 die erhellende Passage herausgegriffen, warum das jetzige Rentensystem ungerecht ist – ungerecht gegenüber Müttern (und Vätern mit Kindern). Übrigens stammt das Vorwort von Autoren wie Kurt Biedenkopf, Hans Bertram, Margot Käßmann, Paul Kirchhof, Elisabeth Niejahr, Hans-Werner Sinn und Frans Willekens. Woldag meint, 2die Erkenntnisse des Berichts, der ursprünglich als familienpolitische Leitlinie der Merkelschen Bundesregierung gedacht war, sind heute jedoch so unfassbar weit von der unter der Kanzlerin dann tatsächlich verfolgten Antifamilienpolitik entfernt, dass man sich schon wundern muss, warum dieses „rückwärtsgewandte“ Dokument nicht bereits den Säuberungen des Internets zum Opfer gefallen ist“. Er empfiehl: „Laden Sie sich den Familienbericht noch herunter, bevor die inoffiziellen Mitarbeiter der Maasi die Bosch-Stiftung so unter Druck gesetzt haben, dass diese ihre Courage verliert.“

Und hier die Passage, die sehr einleuchtend erklärt, warum Frauen mit Kindern von der Gesellschaft ausgebeutet werden:

Im Kern besteht das Problem darin, dass das Steuer- und Sozialsystem, insbesondere die gesetzliche Rentenversicherung, mögliche Erträge des Aufziehens der Kinder in großem Umfang sozialisiert und ohne die Berücksichtigung der individuellen Übernahme von Kinderkosten an alle Angehörigen der jeweiligen Elterngeneration weiterleitet. Eltern verlieren daher bei ihren Entscheidungen über ihre Kinderzahl den Effekt eines zusätzlichen Kindes für ihre Altersversorgung aus den Augen und wählen eine geringere Kinderzahl. Die Sozialisierung des ‚Kindernutzens‘ erzeugt im Ergebnis die Illusion, das eigene Alter sei dank der kollektiven Sicherungssysteme auch ohne eigene Kinder gesichert. Diese Illusion ist inzwischen zum allgemeinen politischen Besitzstand geworden. Dies erklärt nicht nur den Widerstand, der gegen jede Veränderung des bestehenden Systems geleistet wird. Es erklärt auch das wachsende Gefühl der Ausbeutung derjenigen, die einen Teilabschnitt ihres Arbeitslebens der Erziehung ihrer Kinder widmen, zu diesem Zweck auf eine Vollzeittätigkeit verzichten, stattdessen unbezahlte Familienarbeit leisten und aus diesen Gründen vom geltenden Rentensystem auf eine Altersrente verwiesen werden, die in mittlerer bis fernerer Zukunft regelmäßig unter dem gegenwärtigen Niveau der Sozialhilfe liegen wird. Die Aussicht, auf diese Weise für eine Arbeit ‚bestraft‘ zu werden, die zwar nicht besonders angesehen, für die Zukunft des Landes und seine soziale Ordnung aber unverzichtbar ist, wird die ohnehin vorhandene Neigung zusätzlich verstärken, auf Kinder weitgehend zu verzichten.“(S.14)

Dem ist nichts hinzuzufügen.


Was spricht in Ihrer derzeitigen Situation gegen ein Kind?

Ursachenforschung in punkto Kinderlosigkeit – aus der Studie „Starke Familie“ von der Robert-Bosch-Stiftung

Gründe, die aus der Sicht von Kinderlosen gegen Kinder sprechenin Prozent
Ein Kind wäre eine große finanzielle Belastung47
Ich fühle mich noch zu jung dafür47
Meine beruflichen Pläne vertragen sich nur schwer mit einem Kind37
Ich habe bisher noch nicht den/die passende(n) Partner(in) gefunden28
Ich möchte möglichst viele Freiräume haben, mich nicht einschränken müssen27
Ich habe viele Interessen, die sich mit Kind nur schwer vereinbaren lassen27
Kinder sind anstrengend, ich weiß nicht, ob ich die Kraft u. Nerven dazu hätte27
Ich möchte möglichst unabhängig sein26
Ich hätte dann weniger Zeit für Freunde19
Ich weiß nicht, ob wir zusammenbleiben, ob unsere Beziehung stabil ist17
Ich/mein(e) Partner(in) hätte berufl. Nachteile, wenn wir ein Kind bekämen16

Basis: Bundesrepublik Deutschland; 18- bis 44jährige Kinderlose Quelle: Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 5177




2017 erhöht sich die Rente weniger stark als 2016

2017 werden die Renten weniger stark erhöht als 2016, so viel steht jetzt schon fest. Der Deutschen Rentenversicherung zufolge werden die Renten 2017 um etwa zwei Prozent steigen – im Osten etwas mehr als im Westen, vermutlich 1,5 Prozent im Westen und 2,0 Prozent im Osten. Das ist im Vergleich zu 2016 deutlich weniger, denn im Juli gab’s für West-Rentner 4,25 Prozent mehr und für Ost-Rentner 5,95 Prozent.

Rentenerhöhung, 4 Prozent im Westen, 5 Prozent im Osten
Mit der Rente geht es richtig rauf
Wann Rentner Steuern zahlen müssen
SPD fordert ein Rentenniveau bei 50 Prozent

Rentenniveau 2017 bei 48,2 Prozent

Auch in den kommenden Jahren dürften die Renten um zwei Prozent zulegen. Das Rentenniveau wird sich nach Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 2017 voraussichtlich weiter leicht auf 48,2 Prozent erhöhen – nach 48 Prozent in diesem Jahr. Bis Oktober 2016 lag das Rentenniveau bei 47,8 Prozent. Nur zur Erinnerung: 2000 lag das Rentenniveau noch bei 53 Prozent. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Standardrente eines Jahres zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler desselben Jahres.

Guter Arbeitsmarkt gut für Rente

Grund für diese Rentenentwicklung ist gute Beschäftigungslage. Die Erwerbstätigenquote ist laut Statistischem Bundesamt mittlerweile auf 66,1 Prozent gestiegen – das ist der Anteil der Erwerbstätigen an allen Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) geht davon aus, dass der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2021 stabil bei 18,7 Prozent bleibt.

Ein Viertel hat nur die gesetzliche Rente

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht die Rentenreformen vor rund 15 Jahren positiv. So könne der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 gebremst werden und falle um sechs Prozentpunkte geringer aus als ohne die Reformen. Das um acht Prozentpunkte niedrigere Rentenniveau müsse durch betriebliche Altersvorsorge geschlossen werden oder durch Riester-Rente. 53,7 Prozent der Menschen, die in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, sorgen zurzeit laut GDV bereits mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder einer Riester-Rente vor. Allerdings haben 23,9 Prozent der Versicherten neben der gesetzlichen Rente keine weitere Altersvorsorge. Genau diese Gruppe dürfte jedoch in der Zukunft ein Problem bekommen und in die Altersarmut rutschen, so dass sie auf Grundsicherung angewiesen ist. Darauf verweisen auch die Sozialverbände VdK und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband immer wieder.

Die Rentenerhöhungen der Vergangenheit

JahrWestOst
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,5e2,0e
e=erwartet

Rentenniveau

Entwicklung des Rentenniveaus seit 2000
 StandardverdienstStandardrenteRentenniveau
200023.34112.35652,9
200123.78512.51252.6
200224.08312.74652,9
200324.24412.92553,3
200424.34112.89153,0
200524.38912.82152,6
200624.50112.79652,2
200724.90712.78151,3
200825.42512.84050,5
200925.10113.05552,0
201025.63213.23251,6
201126.44113.25350,1
201227.24913.46549,4
201327.84713.61248,9
201428.55313.74348,1
201529.310*13.95547,6
201630.020*14.36747,9
201748,1**
*vorläufig**erwartetQuelle: Deutsche Rentenversicherung




Was sich durch die Rentenreform ändern könnte

Ändert sich etwas durch die Rentenreform, die Union und SPD angehen wollen? Der große Wurf wird es vermutlich nicht werden, aber einige Positionen könnten sich doch durchsetzen. Was wollen die Politiker im Detail? Ein Überblick:

Doppelte Haltelinie

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hat das Wort „doppelte Haltelinie“ geprägt – klingt ja auch toll. Ihr schwebt eine Mindestgrenze beim Rentenniveau für 2045 vor, ohne dass die Jungen allzu sehr belastet werden. So ganz konkret will sie nicht werden und erwähnt nur mal die Marke von 43 Prozent, unter der das Rentenniveau nicht sinken dürfte. Parallel dazu dürfen nach ihrer Vorstellung die Rentenbeiträge nicht über die Maßen steigen. Auch da bleibt Nahles vage. Wenn nichts getan wird, fällt das Rentenniveau zum Durchschnittslohn bis 2045 von heute 47,8 auf 41,6 Prozent; die Beiträge steigen von 18,7 auf 23,4 Prozent.

Ost-West-Angleichung

Nahles sind die ungleichen Ost- und West-Renten ein Dorn im Auge. Sie will die Ostrenten bis 2020 besser stellen – und zwar auf Westniveau. West-Rentner bekommen bisher für einen Rentenwert 30,45 Euro, Ost-Rentner 28,66 Euro – und damit annähernd zwei Euro weniger. Das bedeutet für den Standard-Rentner, dass er im Westen (45×30,45) 1370,25 Euro Rente pro Monat bekommt, im Osten (45×28,66) 1289,70 Euro, absolut bedeutet das eine Differenz 80,55 Euro pro Monat. Und wer soll das finanzieren? Die Ost-West-Angleichung der Rente wird künftig teils aus der Rentenkasse und teils über Steuern finanziert. Zuerst aber soll die Rentenkasse zahlen. Erst ab 2022 schießt der Bund Geld zu und zwar 200 Millionen Euro; der Zuschuss soll dann bis 2025 jährlich um 600 Millionen Euro ansteigen. In der Endstufe zahlt der Bund dann zwei Milliarden, das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Mehrausgaben. Einheitlich berechnet werden sollen die Renten ab 2025. Die Angleichung beginnt am 1. Juli 2018 – in sieben Schritten. Die Deutsche Rentenversicherung Bund wehrt sich gegen diese Form der Finanzierung, denn die Ost-West-Angleichung müsste eigentlich mit Steuermitteln finanziert werden, denn dabei handle es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Verwirklichung der Deutschen Einheit.

„Arme Alte – was bringt die Rentenreform?“ (phoenix Runde vom 03.11.2016)

Betriebsrente

Nahles will die betriebliche Altersvorsorge stärken – und da schwebt ihr so einiges vor. Beispielsweise sollen Unternehmen künftig Betriebsrenten nicht mehr in einer bestimmten Höhe garantieren müssen. Ferner sollen Unternehmen Zuschüsse von 30 Prozent bekommen, wenn sie für Geringverdiener einen bestimmten Betrag einzahlen. Schließlich soll die steuerliche Förderung großzügiger ausfallen. Dann wollen die Politiker die unsäglich Doppelverbeitragung durch Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge abmildern. Ach ja, die ausgezahlte Betriebsrente soll auch nicht mehr voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden wie bisher.

Lebensleistungsrente

Nahles hat sich wohl von der Lebensleistungsrente verabschiedet. Viele Kleinrentner leben der „Zeit“ zufolge in Haushalten mit hohem Einkommen und sind gar nicht arm.

Mütterrente

Die CSU drängt auf eine Ausweitung der Mütterrente. Sie will Mütter, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, denen mit jüngeren Kindern gleichstellen. Bislang bekommen Mütter mit älteren Kindern nur zwei Jahre Kindererziehungszeiten angerechnet statt drei wie im Fall von Müttern, deren Kinder nach 1992 auf die Welt kamen. Das will die CSU angleichen.

Selbstständige

Nahles denkt an die Rente der Selbstständigen. Sie will eine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung einführen – und dabei geht es um etwa drei Millionen Menschen. Es wird spannend, wie das funktionieren soll.

Rentenalter

Die Union und vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble plädiert für einen weiteren Anstieg des Rentenalters. Er denkt daran, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Bislang steigt das Rentenalter bis 2029 auf 67 Jahre. Für die SPD steht ein höhere Rentenalter nicht zur Diskussion.

Verschoben bis Ende November

Vorerst ist noch wenig passiert. Die große Koalition von Union und SPD ist sich zwar näher gekommen, aber entschieden ist noch nichts.  Andrea Nahles glaubt aber, dass sich die Regierung bis Ende November auf ein Gesamtpakt verständigen könne. Nächster Termin ist voraussichtlich der 24. November.  Mal schauen. Ganz so dringlich scheint es Kanzlerin Angela Merkel nicht zu sein, denn „das Rentenniveau hat sich leicht von bisher 47,8 auf 48 Prozent erhöht“, konstatiert Nahles. Na ja, dann ist ja alles paletti – fürs Erste.




Fürchtet euch vor Altersarmut – Rente wird nicht reichen

Keine Angst vor Altersarmut? Viele sollten sich aber vor Altersarmut fürchten, denn sie droht allen, die nicht auch noch privat vorsorgen. Im neuen Alterssicherungsbericht 2016 warnt jetzt auch die Bundesregierung vor Altersarmut. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, ist verlassen. Die gesetzliche Rente wird künftig nicht für ein auskömmliches Einkommen im Ruhestand reichen. Das Rentenniveau sinkt weiter von derzeit 48 Prozent auf 43 Prozent im Jahr 2030. Ab 2025, also in neun Jahren, geht es dann rapide nach unten: von 46,4 auf 45 und schließlich auf 43 Prozent, letztlich bis zum Jahr 2045 sogar auf 41,6 Prozent, wenn der Gesetzgeber nicht dagegen hält.

Die ungeschönte Wahrheit von Armutsforscher Stefan Sell

Die ungeschönte Wahrheit!Stefan Sell spricht Klartext über die Gehirnwäsche die wir seit Anfang der 90er Jahre erleben, und die kommende große Welle der Altersarmut in Deutschland.Stefan Sell ist ein deutscher Sozialwissenschaftler. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften am RheinAhrCampus Remagen der Hochschule Koblenz.

Posted by Der Infoblog on Donnerstag, 16. Juni 2016

Große Versorgungslücke im Alter

Für viele öffnet sich da eine gewaltige Versorgungslücke im Vergleich zum letzten Gehalt. Wer nicht rechtzeitig extra vorgesorgt hat, schaut im Alter in die Röhre. „Ein erhebliches Risiko“ bestehe vor allem für Geringverdiener, mahnt die Bundesregierung. Das ist freilich noch ziemlich untertrieben. Geringverdiener werden im Alter zu Hartz-IV-Empfängern, sorry, das heißt ja Grundsicherung.

Analyse von Sahra Wagenknecht über das deutsche Rentensystem

Das ist alles nichts neues, offensichtlich ist es noch immer vielen Bürgern nicht bewusst, was da auf sie zukommt. Von Angst oder Beklemmung kann keine Rede sein – „ist ja alles noch so weit weg“. Erst wenn der Rentenbeginn naht, wachen einige auf. Dann ist es allerdings zu spät. Altersvorsorge ist ein Langfristprojekt.

Alterssicherungsbericht 2016

Seit dem letzten Alterssicherungsbericht sind vier Jahre vergangen. Die Lage hat sich leider nicht verbessert, sondern verschlechtert. Der Alterssicherungsbericht umfasst 258 Seiten. Nur so viel vorweg, von den schätzungsweise 82 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, sind mehr als 17 Millionen 65 Jahre oder älter – und drei Viertel der Altersleistungen kommen aus von der Deutschen Rentenversicherung.

Die Analyse dokumentiere aber auch große Einkommensunterschiede, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. So hätten Männer mit einem Alterseinkommen von netto durchschnittlich gut 1700 Euro fast 600 Euro mehr als Frauen. Auch Beamte hätten ein “überdurchschnittliches Alterseinkommen“: Ihre Pensionen seien mit durchschnittlich 2300 Euro netto im Monat höher als die Leistungen anderer Versorgungssysteme. Fast die Hälfte der ehemals Selbständigen verfüge hingegen nur über ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro. Eben deswegen erwäge Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), eine Vorsorgepflicht für Selbständige einzuführen. Wie aus dem „Alterssicherungsbericht 2016″ hervorgeht, haben 47 Prozent der Niedrigverdiener keine zusätzliche Altersvorsorge.

2017 geringere Rentenerhöhung

In diesem Jahr ist die Rentenerhöhung ja üppig ausgefallen, 2017 wird es wohl üppig sein. Die heutigen Rentner müssen im kommenden Jahr mit einer deutlich geringeren Erhöhung ihrer Bezüge auskommen als in diesem Jahr: Die Schätzungen gehen von 2,3 Prozent (West) und 2,58 Prozent (Ost) aus. Im Juli 2016 waren die Renten um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten gestiegen.

Definition des Rentenniveaus

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittseinkommen aller Erwerbstätigen. Derzeit liegt es bei 47,8 Prozent, bis 2030 darf es sich gesetzlichen Vorgaben zufolge auf bis zu 43 Prozent verringern. Für die Zeit danach gibt es noch keine Festlegung. Nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitsministeriums würde sich das Absinken fortsetzen.

Kommentare der Medien:

  • „Mittelbayerische Zeitung“: „Der Befund des jetzigen Alterssicherungsberichts, Geringverdiener sollten bitte schön zusätzlich vorsorgen, ist nicht nur eine Kapitulation vor dem Problem der wachsenden Armut im Alter, sondern auch zynisch. Hier werden Ursache und Wirkung verdreht. Eine sehr große Koalition aus SPD, Union und Grünen ebnete vor Jahren den Weg in den Niedriglohnsektor, machte Arbeit flexibler und billiger. Mit den Nebenwirkungen dieser Politik will man nun am liebsten nichts zu tun haben. Wenn sich Ende der Woche die Spitzen der Union über die künftige Rentenpolitik beugen, dann sollten sie sich zuerst ehrlich machen. Und zweitens wirksame Haltelinien gegen Altersarmut auf den Weg bringen.“
  • Die „Volksstimme“ aus Magdeburg:  „In Zeiten, in denen Sparer wegen der Null-Zins-Politik Jahr für Jahr Milliarden bei ihrer Altersvorsorge verlieren, ist die kapitalgedeckte Altersabsicherung gescheitert. Die Politik scheut sich offenbar, diesen Fakt anzuerkennen. In der Rentenpolitik müsste eigentlich ein Umsteuern auf der Tagesordnung stehen. Aus mehreren Gründen: Weil die private Altersvorsorge keine Zinsen mehr abwirft. Weil die staatlich-geförderte Riesterrente, die vor allem für Geringverdienter gedacht war, sich zu einem Flop entwickelt hat. Weil die Rentenformel so gekürzt wurde, dass Normalverdiener trotz lebenslanger Einzahlung in der Altersarmut landen. Das gesamte System ist aus den Fugen geraten. Und es wird dem Staat noch gewaltig auf die Füße fallen.“
  • Die „Nürnberger Nachrichten“:  „Unsere Volksvertreter ermahnen dazu, private Rentenversicherungen abzuschließen – obwohl hohe Gebühren die Renditen in den ersten Jahren oft komplett auffressen. Obwohl für die meisten Kunden am Ende eine mickerige bis gar keine Rendite herausspringen wird – bis hin zum Verlustgeschäft. Und obwohl diejenigen, die eine Absicherung am nötigsten brauchen, oft kein Geld dafür übrig haben. Es ist Zeit, dass die Politik eine Kehrtwende einleitet. Weg von der Förderung privater Vorsorge, zurück zu paritätisch finanzierten Beiträgen.“

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Was ist die Flexi-Rente und wann kommt sie?

Die Flexi-Rente – was ist das? Wer früher in Rente gehen will, soll das dürfen, ebenso soll er länger arbeiten dürfen, wenn er will. Das nennt sich dann Flexi-Rente. Die Flexi-Rente trat teils zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten, teils wurde erst zum 1. Juli 2017. Das neue Hinzuverdienstrecht beispielsweise gibt es erst seit Juli 2017. Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Flexi-Rente soll Hürden abbauen

Die Flexi-Rente soll die Hürden für den Bezug einer vorgezogenen Teilrente abbauen.  Teilrentner dürfen mehr vom Zuverdienst zu den Altersbezügen behalten. Ferner sieht das Gesetz vor, dass Arbeitgeber bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung entlastet werden, wenn sie Rentner über das Erreichen der Altersgrenze hinaus beschäftigen. Nach groben Schätzungen der Rentenexperten entgehen der Bundesagentur für Arbeit (BA) dadurch bis zu 87 Millionen Euro jährlich.

Ob die Flexi-Rente der große Wurf ist, darf angezweifelt werden, worauf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK (für die WELT AM SONNTAG) schließen lässt. Die Teilnehmer der Stichprobe wurden gefragt, „ob die Neuregelung für sie ein Grund ist, später in Rente zu gehen“. Mehr als drei Viertel gab an, „dass sie trotz der finanziellen Anreize, die mit dem Flexirenten-Gesetz eingeführt wurden, nicht über die gesetzliche Altersgrenze hinaus erwerbstätig sein will“. 

Natürlich gibt es Menschen, die länger arbeiten wollen; doch offenbar sind viel mehr Arbeitnehmer froh, wenn sie die Möglichkeit zur Frührente bekommen.

Natürlich gibt es Menschen, die länger arbeiten wollen; doch offenbar sind viel mehr Arbeitnehmer froh, wenn sie die Möglichkeit zur Frührente bekommen.

Nahles drückt Flexi-Rente durch

Das Projekt Flexi-Rente liegt ja schon lang in der Schublade der Sozialministerien Andrea Nahles. Bereits im Dezember des vergangenen Jahre klärte die Deutsche Rentenversicherung über die Flexi-Rente auf. Ziel der Flexi-Rente sei es zum einen das flexiblere Weiterarbeiten bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze, zum anderen das attraktive Weiterarbeiten nach Erreichen der Grenze. Übrigens, geht die Flexi-Rente auf Carsten Linnemann, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, zurück. Die Idee verfolge Linnemann, so „FOCUS“,  seit seinem Japan-Aufenthalt im Frühjahr 2013. Damals habe er gemerkt, bei der Berufstätigkeit im Alter gehe es nicht so sehr ums Geld, sondern ums Dazugehören. Die Japaner würden sich freuen, wenn sie noch dürfen. „Arbeit ist ein Wert an sich. Das ging mir nicht aus dem Kopf“, wird er von „FOCUS“ zitiert. Aber ganz abgesehen davon, müsse die Politik mehr für die tun, die nicht mehr arbeiten können. Das seien immerhin 1,7 Millionen Menschen in Deutschland. Sie bekommen zu wenig Erwerbsminderungsrente, wie sich mittlerweile herumgesprochen hat. „Für alle anderen sollen die Anreize steigen, länger zu arbeiten“, so der Flexi-Renten-Verfechter.

Flexi-Rente macht vieles komplizierter

Für die Rentenversicherung bedeutet das: Durch die Flexi-Rente wird künftig vieles noch komplizierter. Noch eines wird die Flexi-Rente bringen: Damit künftig mehr Beschäftigte und diese auch länger arbeiten, muss mehr in die Rehabilitation und Prävention gesteckt werden. Bislang hat die Rentenversicherung Reha-Antragsteller eher ausgebremst, was sich auch in den Antragszahlen des vergangenen Jahres ablesen lässt: -2,4 Prozent von Januar bis Ende November 2015. So wird das allerdings nichts mit der Flexi-Rente. Da muss die Rentenversicherung komplett umdenken. Jetzt will Nahles Versicherten die Möglichkeit einräumen, sich zwischen dem 45. und 46. Lebensjahr gesundheitlich durchchecken zu lassen. Ob das dann in einer medizinischen und beruflichen Rehabilitierung mündet, ist eine ganz andere Frage. Auf die Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen allerdings Mindereinnahmen von 79 bis 87 Millionen Euro jährlich zu.

Die IG Metall will noch eines drauf setzen und fordert neben einer Rentenreform auch eine Neuorientierung der Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitslosenversicherung müsse zur „Arbeitsversicherung“ umgebaut werden, die sich stärker als bislang darum kümmert, dass die Menschen auch angesichts des anstehenden Wandels von Tätigkeiten in Folge der Digitalisierung der Arbeitswelt in Arbeit bleiben können, der erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann. Neben der physischen und psychischen Reha müsste es so etwas wie eine berufliche Reha geben. Hofmann meint denn auch, das müsse als Teil der Versicherungsleistung begriffen werden. Damit ließe sich auch das Armutsrisiko senken.

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren?

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren? Rentenversicherte sollen ab dem 63. Lebensjahr auch eine Teilrente beantragen können – und zwar stufenlos. Bislang war es so, dass nur zwischen einer Zweidrittel-, einer halben oder einer Eindrittel-Teilrente gewählt werden konnte. Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel erklärt auf mehr als 40 Seiten verständlich und detailliert die Flexi-Rente, gibt Tipps, Formulierungen und Rechenbeispiele zum praktikablen Anwenden und zum Nachrechnen für die eigene Rente. Der Ratgeber „Flexirente“ ist zum Herunterladen und kostet 7,90 Euro.

Maximal 6300 Euro Zuverdienst

Künftig soll nicht mehr alles auf die Rente angerechnet werden, wenn ein Teilrentner mehr als 450 Euro verdient, sondern nur noch zu 40 Prozent – bis zu einer individuellen Obergrenze. Bis zu zweimal jährlich darf bislang mehr als diese 450 Euro (insgesamt 6300 Euro pro Jahr) verdient werden, wobei das nur für abhängig Beschäftigte gilt. Wer Selbstständig ist und nicht monatlich abrechnet, darf nur zwölfmal 450 Euro verdienen. Wer mehr als diese Obergrenze verdient, muss damit rechnet, dass der Mehrverdienst voll auf die Rente angerechnet wird. Das heißt, Selbstständige müssen am Ende ihr Jahreseinkommen durch zwölf teilen. Liegt das Ergebnis dann über der Hinzuverdienstgrenze, gibt es weniger Rente, so dass Selbstständige in den Genuss dieser Ausnahmeregelung faktisch gar nicht kommen können. „Liegt das Zusatzeinkommen über der Hinzuverdienstgrenze, so gibt es – und zwar rückwirkend und für die Zunkunft – nur noch eine Teilrente“, schreibt der Selbstständigen-Ratgeber Mediafon. Wer zur Rente etwas hinzuverdient, muss jedes Jahr die Deutschen Rentenversicherung über seinen Hinzuverdienste informieren. Dumm nur, er weiß ja meist noch gar nicht so genau, wie viel er in dem betreffenden Jahr tatsächlich verdient. Besonders schwierig wird das bei Selbstständigen. Im Folgejahr zum 1. Juli gleicht die Deutsche Rentenversicherung die Prognose mit dem tatsächlich gemeldeten Verdienst ab. Wer mehr verdient hat als prognostiziert, dem wird die Rente nachträglich gekürzt. Das ist total an der Realität vorbei und dem Hirn von Bürokraten entsprungen. Die Deutsche Rentenversicherung nennt das „Spitzabrechnung“– total realitätsfremd und für Selbstständig absolut daneben. „Die Einkommensprognosen für das Vorjahr werden zum darauf folgenden 1. Juli mit dem tatsächlich erzielten Hinzuverdienst rückschauend centgenau verglichen („Spitzabrechnung“) und die Rente unter Berücksichtigung des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet“, so die Deutsche Rentenversicherung.

Seit 1. Juli 2017 ist das anders geworden wie der „Ratgeber Flexirente“ schreibt: „Es wird wie bisher das Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen und vergleichbares Einkommen als Hinzuverdienst erfasst; es kommt entgegen der alten Regelung nicht mehr darauf an, ob der Hinzuverdienst aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit herrührt; alle anrechenbaren Einkünfte werden als eine Summe zusammengefasst“ – und die Grenze liegt bei 6300 Euro (monatlich 525 Euro). Und wer in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Rente geht, kann für den Rest des Jahres die vollen 6300 Euro hinzuverdienen, ohne dass sich das negativ auf seine Rente auswirkt.

Maximal können Rente und Hinzuverdienst zusammen so hoch sein wie der höchste Bruttoverdienst der vorangegangenen 15 Jahre.

Ausgleichszahlung soll möglich sein

Der Entwurf sieht ferner die Möglichkeit vor, Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten durch frühzeitige Zahlungen auszugleichen – und das soll schon ab 50 möglich sein (bisher ist erst ab 55 Jahren). Dazu ein konkretes Beispiel – durchgerechnet von finanzen.de: „Bei einer Bruttorente von 1000 Euro und einem um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn reduziert sich die Rente um 72 Euro pro Monat; der Deutschen Rentenversicherung zufolge könnte dieser Abschlag durch eine Ausgleichszahlung von 17 280 Euro wettgemacht werden; die Zahlung kann dabei auf einen Schlag oder gestückelt geschehen“. Zur Erinnerung: Pro Monat früher in Rente muss der Rentner einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen, bei zwei Jahren sind das 0,3 * 24 = 7,2 Prozent. Die 17 280 Euro gleichen diesen Abschlag aus.

Übrigens, es lohnt sich zurzeit, Abschläge durch Ausgleichszahlungen abzumildern, das schreibt sowohl das Vergleichsportal „Finanztip“, wie das Portal Anwaltsauskunft: „Was kaum einer glauben mag, ist aber Fakt und durch verschiedene Studien bestätigt: Die gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen schlägt in vielen Fällen sowohl die Riester-Rente als auch die Rürup-Rente“, so Rechtsanwalt Wagner. „Angesichts der rekordtiefen Zinsen und der zu erwartenden niedrigen privaten Renten bei Neuabschlüssen spricht viel für die gesetzliche Rente, da diese vom Zinsniveau am Kapitalmarkt völlig abgekoppelt ist.“ Hinzu kämen die dauerhaft höhere Rente, die höhere Witwen- oder Witwerrente und die steuerlichen Vergünstigungen bei der Einzahlung.

Interessant sind freiwilige Beitragszahlungen für

  • „Vor 1955 geborene Mütter, die trotz Kindererziehungszeiten nicht auf die für eine Regelaltersrente nötige Mindestversicherungszeit von fünf Jahren kommen. Mit Eintritt ins Rentenalter können Sie die fehlenden Monate auffüllen“, wie FOCUS-Online schreibt.

Übrigens gibt es für freiwilligen Beiträge eine Unter- und Obergrenze: Monatlich sind mindestens 84,15 Euro zu zahlen (pro Jahr 1009,80 Euro), höchstens sind 1187,45 Euro pro Monat möglich (ergibt im Jahr 14.249,40 Euro) – also ein großer Spielraum.


Ach ja, die sogenannte Zwangsverrentung von Hartz-IV-Beziehern soll eingedämmt werden. Die Rentenversicherung darf, so der Gesetzesentwurf, Betroffene  nicht mehr vorzeitig in die Rente schicken, wenn der Rentenanspruch damit unter Hartz-IV-Niveau fällt und Grundsicherung im Alter beantragt werden müsste.

Wo liegt die Obergrenze? Auf der Seite „Seniorenbedarf“ steht:

Die 40%-Regelung gilt nur bis zu einer Obergrenze in der Höhe der bisherigen Bruttoeinkommen aus Arbeit. Dabei wird der höchste Wert aus den letzten 15 Jahren herangezogen. Wenn also unser Anton A im Beispielsfall mehr als 50.000 € Jahresbrutto neben der Teilrente dazuverdient, wird dieser Betrag voll gegen seine Rente gerechnet und es kommt zu keiner Rentenauszahlung. Das nächste Problem ist, und dies wird hier verschwiegen, dass der vorzeitige Rentenbeginn für A auch Nachteile haben kann, weil er auf die hier festgestellten Entgeltpunkte einen rentenrechtlichen Abschlag erhalten kann, den er bei einer späteren Vollrente mit angerechnet bekommt.

Abschläge ausgleichen durch Zahlungen

Wer heute früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen. Die kann er ausgleichen, um die Abschläge auszugleichen. Die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen zum Ausgleich von Abschlägen soll künftig schon ab 50 möglich sein – bislang lag die Grenze bei 55 Jahren. Das kann sich lohnen, denn mit dem Ausgleichsbetrag lässt sich eine Rendite von zwei bis drei Prozent einfahren, wo sonst gibt’s die noch. Dafür ist das Formular V0210 auszufüllen „Antrag auf Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“.

Und noch ein Detail dürfte für Versicherte interessant sein: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, parallel zur Rente, soll vom Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung profitieren – der soll die Rente erhöhen. Das gilt indes nur, wenn auch der Teilrentner seinen Arbeitnehmeranteil zahlt.

Regelungswut von Andrea Nahles

Eines ist heute schon sicher: einfacher wird’s nicht. Die Regelungswut von Andrea Nahles kennt keine Grenzen.

Dazu der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling:

Die gestrige Einigung ist auch ein wichtiger Schritt, um andere Projekte der Koalition zügig aufs Gleis zu setzen. Dazu gehört die Umsetzung der Flexi-Rente. Eine Koalitionsarbeitsgruppe hatte sich bereits im November auf die Eckpunkte verständigt und einen Abschlussbericht vorgelegt. Derzeit wird ein Gesetzentwurf erarbeitet. Hierzu waren noch einige Detailfragen zu klären. Nun wollen wir erreichen, dass vor der Sommerpause auch der Gesetzentwurf kommt. Mit der Flexi-Rente wollen wir Frühverrentung vermeiden und Anreize zum längeren Verbleib im Erwerbsleben erhöhen. Das Hinzuverdienstrecht wird wesentlich vereinfacht. Wir wollen durch klare und transparente Information, den Menschen zeigen, wie sich längeres Arbeiten lohnen kann und welche flexiblen Übergänge möglich sind. Hierfür wollen wir eine transparente Renteninformation, die jeder versteht. Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung bringen derzeit keinen rentenrechtlichen Vorteil für die Beschäftigten. Das wollen wir ändern, und es belohnen, wenn der Arbeitnehmer seinen Beitrag leistet. Der isolierte Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung bei Beschäftigung nach der Regelaltersgrenze soll zudem befristet für fünf Jahre entfallen. – Denn Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, sind versicherungsfrei.

Wie kommt der Gesetzesentwurf an?

Wie kommt der Gesetzentwurf an? Sozialverbände und Opposition kritisieren ihn als unzureichend. Die Anreize für Teilrente und Teilzeit blieben zu gering. Kranke und Geringqualifizierte würden zu wenig unterstützt. Der Linke-Rentenexperte Matthias W. Birkwald warnte, die Teilrente sei mit größter Vorsicht zu genießen. Dem Grünen-Rentenexperte Markus Kurth sind die neuen Möglichkeiten für fließendere Übergänge viel zu kompliziert; ganz abgesehen davon, dass der Gesetzentwurf  an den Bedürfnissen der Älteren völlig vorbei gehe. Künftig sollen Rentner bei einer vorgezogenen Teilrente und Weiterarbeit in Teilzeit kleinere Renten-Abschläge in Kauf nehmen müssen als heute.

Jetzt zeigt sich bei Musterberechnungen der Stiftung Warentest, dass nicht alle Versicherte davon profitieren würden. „Es gibt auch Fälle, die sich mit der geplanten Flexi-Rente schlechter stellen“, so in einer Stellungnahme der Stiftung für den Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Das sagt beispielsweise die „Lausitzer Rundschau“ zur Flexi-Rente:

Das Flexi-Renten-Konzept der Großen Koalition ist ungefähr so flexi, wie ein Holzbalken weicher als eine Stahlstrebe ist: nur geringfügig. Vor allem ist die Regelung immer noch so kompliziert, dass kaum mehr als bisher davon Gebrauch machen werden. Zumal auf die Nutzer die Gefahr lauert, dass von der Teilrente sogar nachträglich noch Geld zurückgefordert werden kann. Ziel muss es doch sein, jenen, die auch im Rentenalter noch arbeiten wollen, das unbürokratisch zu ermöglichen. Ebenso jenen, die früher kürzertreten wollen. Ein größeres Rad dreht unter den Parteien in Punkto Flexi-Rente derzeit nur die FDP, die sich an Schweden orientiert: Möglichkeit zum Bezug der dann erworbenen Rente schon mit 60, sofern man dadurch nicht zum Armutsfall wird, völlig freie Hinzuarbeitsmöglichkeit ohne Abzüge so lange man will, aber auch Pflicht zur weiteren Einzahlung in die Rentenkasse

Ein Video, das Aufschlüsse gibt, wie es funktionieren kann:

Ein Rechenbeispiel:

Der fiktive Axel B. hat Anspruch auf eine ungekürzte Rente von 1065 Euro. Er entschließt sich drei Jahre vor seinem Rentenantrittsalter in Rente zu gehen. Dadurch wird seine Rente um 10,8 Prozent gemindert. Sie beträgt dann 950 Euro brutto (ohne Abzüge zur Kranken- und Pflegeversicherung). Axel B. möchte seine aber Beschäftigung nicht ganz aufgeben, sondern auf die Hälfte an Arbeitszeit reduzieren. Sein Gehalt (neben der Rente) beträgt dann nur noch 1.511 Euro.

Aktuell würde das bedeuten:

Sein Hinzuverdienst übersteigt sowohl die Grenze für eine volle Rente als auch für eine Rente in Höhe von zwei Dritteln.Daher hat er Anspruch auf eine halbe Rente. Diese würde 475 Euro betragen.

Mit der Flexi-Rente hieße das:

Basierend auf seinem monatlichen Verdienst beträgt der jährliche Hinzuverdienst von Axel B. 18.132 Euro. Hiervon bleiben 6300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag von 394 Euro im Monat. Die Rente, die er noch erhält beträgt dann also 556 Euro.

Aufbesserung der Rentenansprüche

Aktuell würde das Modell von Herrn B. nicht zu einer Veränderung seiner Rentenansprüche führen. Mit der Flexi-Rente könnte er sich allerdings entschließen, neben seinem Arbeitgeber auch selbst Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Wenn er das im Jahr 2018 täte, würde sich seine Rente daher ab 1. Juli 2019 (nach heutigen Werten) um 15,23 Euro monatlich erhöhen.

Quelle: FAZ/Deutsche Rentenversicherung

Die wichtigsten Punkte des Gesetzesentwurfs

  • Es soll möglich sein, vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen
  • Bei vorgezogener Rente soll es möglich sein, mit Arbeit den Rentenanspruch zu erhöhen. Rentner sind künftig rentenversichert bis zur Regelaltersgrenze
  • Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, soll Entgeltpunkte sammeln können
  • Es soll möglich sein, früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen
  • Die Rentenversicherung will Versicherte früher und über Gestaltungsmöglichkeiten informieren
  • Arbeitgeber müssen künftig für ältere Arbeitnehmer nicht mehr den gesonderten Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen

  • Häufig sinnvoll: Stimmen Sie Ihre private Altersvorsoge zeitlich mit der gesetzlichen Rente ab.
  • Informieren Sie Ihren Versicherer rechtzeitig, wann Sie das Geld abrufen möchten. Der Antrag muss in der Regel einige Monate im Voraus gestellt werden.
  • Achten Sie auf die Besteuerung Ihrer Versicherungsleistungen. Im Zweifel sprechen Sie Ihren Versicherer oder Vermittler an.
  • Ist eine Unfallversicherung in Ihre Altersvorsorge integriert? Falls diese mit dem Eintritt in die Rentenphase wegfällt, sollten Sie eventuelle Schutzlücken schließen.

Quelle: Die Deutschen Versicherer (GDV)

Am 25. November 2016 hat der Bundesrat die Flexi-Rente abgesegnet. Damit können Arbeitnehmer vom kommenden Jahr an flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Das Gesetz erlaubt es denjenigen, die mit 63 Jahren in Teilrente gehen, künftig deutlich mehr hinzu zu verdienen. Ab Juli 2017 können Rentner jährlich 6300 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Darüber liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

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