Steht die Lebensversicherung vor dem Aus?

Wieder fällt ein Teil des Altersvorsorge-Mix weg. Der Garantiezins für Lebensversicherungen wird zwar nicht abgeschafft, wie der Bundesfinanzminister eigentlich geplant hatte. Die Bundesregierung ruderte wieder zurück. Dafür wird der Garantiezins ab 2017 gesenkt, was einer „Bankrotterklärung“ für die Altersvorsorge gleichkommt, zumindest was klassische deutsche Lebensversicherungen betrifft. Denn, künftig lohnt sich der Abschluss einer Lebensversicherung schlicht nicht mehr. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten sieht schwarz für diese Anlageform.

 

Entwicklung Garantiezins

Entwicklung Garantiezins

Schon heute liegt der Garantiezins nur noch bei 1,25 Prozent – es waren mal vier Prozent vor 15 Jahren. Und dann ging es systematisch nach unten: 3,25 Prozent von 2000 bis Anfang 2014, 2,75 Prozent dann bis Anfang 2007, 2,25 Prozent bis Anfang 2012, dann 1,75 Prozent – und seit Anfang 2015 nur noch 1,25 Prozent. Um welche Beträge es dabei geht, lässt sich am besten an der Statistik der Deutschen Bundesbank ablesen: 18 Prozent des Vermögens privater Haushalte liegen bei Versicherungen, bezogen auf das Geldvermögen von 5,23 Billionen Euro sind es nach Schätzung der Allianz 37 Prozent das heißt, mehr als 1,9 Billionen Euro. Und es geht noch weiter nach unten: Die klassische Lebensversicherung stehe kurz vor der Bankrotterklärung, schreibt die „Welt“. So soll „der sogenannte Garantiezins zum 1. Januar 2017 auf unter ein Prozent sinken – genau genommen auf 0,9 Prozent“. Aktuell liegt er noch bei 1,25 Prozent.

Altkunden trifft es nicht

Für bestehende Verträge gilt die Abschaffung des Garantiezinses nicht:

Alle Sparer, die in den vergangenen Jahren eine Lebenspolice abgeschlossen haben, können beruhigt sein: Das Zinsversprechen, das ihnen die Versicherung gegeben hat, ist weiterhin gültig. Nur wer mit dem Gedanken spielt, in Zukunft eine Police abzuschließen, wird sich auf keine staatlich verordnete Garantiehöhe mehr berufen können. (Welt)

Vermögen der privaten Haushalte

Vermögen der privaten Haushalte

Für Junge allerdings ist die Lebensversicherung als Form der Altersvorsorge damit uninteressant. „Finanztipp“ schrieb schon im Februar 2015: „Finger weg vom Neuabschluss“.

Klassische Lebens- und Rentenversicherungen lohnen sich nicht mehr. Das liegt an den niedrigen Zinsen und den hohen Kosten. Von 1,25 Prozent Garantiezins verbleiben im Durchschnitt nur 0,42 Prozent.  Schlecht sind auch die Aussichten für die über den Garantiezins hinausgehende Überschussbeteiligung.

„Ebenfalls von Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte waren die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um gut 13 Milliarden Euro aufgestockt wurden. Die ungeachtet der derzeit sehr niedrigen Renditen fortgesetzte Präferenz für diese Anlageform, die typischerweise als risikoarm gilt, deutet zusammen mit der Bedeutung der Bankeinlagen in der Geldvermögensbildung auf eine anhaltend hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin.“ (Deutsche Bundesbank)

Versicherungskonzerne müssen kreativ werden

Die Versicherungskonzerne werden sich in Zukunft wohl etwas Neues einfallen lassen müssen – und sie können abgesehen vom Wegfall der Verordnung des Bundesfinanzministers Garantiezusagen abgeben. Aber die Deutschen werden auch weiter Lebensversicherungen abschließen – im vergangenen Jahr waren es immerhin mehr als 370 000, was wieder einmal beweist, wie risikoavers die Deutschen sind und sich damit ins eigene Fleisch schneiden, denn mit dieser Haltung lässt sich keine attraktive Altersvorsorge aufbauen.


Was ist der Garantiezins? Mit dem Garantiezins, der auch Höchstrechnungszins genannt wird, können Versicherungskunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen. Momentan, sprich 2015, liegt er für Neuverträge noch bei 1,25 Prozent, zwischenzeitlich lag er schon mal bei vier Prozent. In Alt-Verträge sind damit vier Prozent festgeschrieben. Die Absenkung auf 0,9 Prozent geht vom Finanzministerium aus, das damit skeptischer ist als die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV). Die deutschen Aktuare hätten den Garantiezins gern noch länger bei 1,25 Prozent behalten und empfahlen, Garantiezins für Neuverträge erst ab 2018 auf ein Prozent zu senken. Festgelegt wird die Höhe des Garantiezinses vom Finanzministerium – und zwar per Verordnung. Übrigens, die Bundesregierung wollte den Garantiezins sogar schon mal ganz abschaffen, änderte dann aber ihre Meinung.  Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – kann gut sein, dass der Garantiezins nicht ganz wegfällt. Das soll aber erst 2018 geprüft werden.

Weiterführende Links:

https://twitter.com/tagesschau/status/727173669089337346

https://twitter.com/vbote/status/727104712324046850

https://twitter.com/ihre_vorsorge/status/652429909562933248

https://twitter.com/FinanAdvices/status/652236319964463104




Die besten Steuertipps für Rentner und Pensionäre

Der Fiskus greift auch Rentnern und Pensionären in die Tasche. Gegen seinen Zugriff können sie sich aber wehren und viele Aufwendungen von der Steuer absetzen. Die besten Steuertipps für Rentner und Pensionäre.

Die Renten steigen 2016 um bis zu fünf Prozent – die stärkste Erhöhung seit mehr als 20 Jahren. Dumm nur, dass mit jeder Rentenerhöhung auch immer mehr Ruheständler in die Steuerpflicht rutschen. Seit 2005 müssen Rentner auf die Hälfte ihrer Altersbezüge Steuern zahlen – und dabei bleibt es nicht, denn der Fiskus will von den Rentner, die nach 2005 eine Rente beziehen sukzessive prozentual immer mehr. Für jeden neuen Rentenjahrgang erhöht sich der zu versteuernde Rentenanteil jährlich peu à peu um jeweils zwei Prozentpunkte, ab 2020 ist es dann nur noch ein Prozentpunkt. Das heißt, wer beispielsweise 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent seiner Alterseinkünfte versteuern. Die 30 Prozent sind der persönliche Rentenfreibetrag – und der bleibt zeitlebens unverändert. Die Jahrgänge, die ab 2040 Rente beziehen, müssen sie voll versteuern.

Die besteuerten Rentner müssen das aber nicht klaglos hinnehmen, denn mit Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen können sie ihre Steuerlast drücken. Die Einkünfte bleiben nur steuerfrei, wenn sie 2015 unterhalb des Grundfreibetrags in Höhe von 8472 Euro (Ehegatten: 16 944 Euro) liegen.

Rente und Pension sind Einkommen und werden besteuert. Deswegen ist es legitim, den Fiskus an den Kosten zu beteiligen. Einen Vorteil haben Rentner – ihnen greift der Staat nicht gleich in die Tasche und zieht ihnen die Steuer direkt vom Gehalt ab wie in der aktiven Lebensphase. Rentner können in Ruhe abwarten und müssen ihre Steuern erst im Nachhinein zahlen. Besser ist es allerdings, das „Einkommen“ so weit zu drücken, dass sie überhaupt keine Steuern zahlen. Wie viel Steuern der Fiskus verlangt, kann jeder mit dem Rentensteuerrechner von tagesgeldvergleich.net selbst ausrechnen.

Das heißt aber: Belege sammeln, sammeln, sammeln … Denn, nur wenn sie dem Fiskus beweisen, dass sie Aufwendungen hatten, erlässt er ihnen die Steuer oder begnügt sich mit weniger.

Dazu einige nützliche Tipps, wie die Steuerlast verringert werden kann – und was sich alles absetzen lässt:

Sonderausgaben

Was sind Sonderausgaben überhaupt? Sonderausgaben sind Aufwendungen der privaten Lebensführung, die Steuerzahler beim Fiskus geltend machen können. Klingt kompliziert, ist es aber nicht – das sind Vorsorgeaufwendungen und sonstige Sonderausgaben, Versorgungsausgleich, Unterhaltsleistungen, Kirchensteuer Ausbildungskosten und Spenden.

Der Fiskus sieht automatisch einen Pauschbetrag von 36 Euro (72 Euro bei Zusammenveranlagung) vor. Die meisten Rentner dürften darüber fallen, insofern lohnt es sich, ihm die Belege zu präsentieren.

Grob gesagt sind das die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, zu anderen Versicherungen wie Haftpflicht und Unfall sowie Spenden (Kleinspenden bis zu 200 Euro erkennt der Fiskus ohne Spendenbescheinigung an). Das ist aber noch nicht alles – dazu gehören auch außergewöhnliche Belastungen für Rentner mit Behinderung. Behinderte können je nach Grad der Behinderung zwischen 310 und 1420 Euro als Jahresbetrag absetzen.

Und hier die genaue Aufteilung:

Grad der Behinderung (in Prozent)    Behinderten-Pauschbetrag (jährlich)
25–30                                                    310 Euro
35–40                                                    430 Euro
45–50                                                    570 Euro
55–60                                                    720 Euro
65–70                                                    890 Euro
75–80                                                  1060 Euro
85–90                                                  1230 Euro
95–100                                                1420 Euro

Wer behindert und blind ist oder hilflos kann sogar den erhöhten Behinderten-Pauschbetrag von 3700 Euro geltend machen. Übrigens, der Pauschbetrag kann vom Behinderten oder von dessen Eltern in Anspruch genommen werden.

Außergewöhnliche Belastungen

Das sind beispielsweise Ausgaben für Medikamente oder für den Physiotherapeuten sowie medizinische Behandlungen. Es ist klar, dass diese Ausgaben nötig waren, insofern kann es passieren, dass das Finanzamt nachfragt. Am einfachsten lässt sich die Notwendigkeit belegen, wenn sie vom Arzt verschrieben wurden.  Das Finanzamt geht allerdings davon aus, dass der Rentner einen zumutbaren Betrag selbst bezahlt – wie viel das ist, hängt vom einzelnen Fall ab.


Werbungskosten

Auch Rentner können Werbungskosten in der Steuererklärung ansetzen und somit ihre Steuer reduzieren. Der Fiskus hat eine Werbekostenpauschale von 102 Euro vorgesehen – die meisten dürften drüber kommen, insofern lohnt es sich auch hier, Belege zu sammeln. Was für Rentner relevant ist:

  • Kosten für die Rentenberatung
  • Kontoführungsgebühren
  • Steuerberaterkosten
  • Gewerkschafts- und Verbandsbeiträge
  • Fahrtkosten, wenn sie einen Nebenjob haben
  • Arbeitsmittel, dazu gehört auch der Computer und Smartphone
  • Arbeitszimmer, wenn das Büro den Mittelpunkt des Nebenjobs bildet
  • Fortbildung

Altersentlastungsbetrag

Mit 65 in Rente – ist nicht. Die Regelaltersgrenze klettert und klettert. 2016 kommt erneut ein Monat dazu. Das heißt, ein Neurentner muss 65 Jahre und fünf Monate alt sein, um seine volle gesetzliche Rente zu bekommen. Nicht nur das, auch der Besteuerungsanteil steigt – und zwar auf 72 Prozent. Das heißt umgekehrt, 28 Prozent bleiben unbesteuert. 2017 steigt der Besteuerungsanteil auf 74, 2018 auf 76, 2019 auf 78 und 2020 auf 80 Prozent – ab 2040 werden hundert Prozent besteuert. Der so ermittelte steuerfreie Betrag in Euro und Cent bleibt den Neurentnern dann lebenslang in dieser Höhe erhalten. Wer 65 Jahre alt ist und Rente bezieht, bekommt für andere Einkünfte wie Miete den sogenannten Altersentlastungsbetrag. Der sinkt allerdings ebenfalls von Jahr zu Jahr – und liegt 2016 bei höchstens 1064 Euro, 2017 nur noch bei 988 Euro und 2040 bei null.

Versorgungsfreibetrag

Wer beispielsweise eine Betriebsrente bezieht, muss nicht alles besteuern. 2016 bleiben 22,4 Prozent steuerfrei – maximal 1680 Euro plus eines Zuschlags von 504 Euro. Dieser Versorgungsfreibetrag wird ebenfalls in den kommenden Jahren abgeschmolzen. 2017 sind nur noch 20,8 Prozent oder maximal 1560 Euro plus 468 Euro Zuschlag steuerfrei, 2018 sind es 19,2 Prozent oder maximal 1440 plus 432 Euro Zuschlag und 2040 sind es null.

Steuersoftware

Wem das alles zu kompliziert ist, kann sich ja an den Lohnsteuerhilfe wenden oder sich von einem Steuerprogramm helfen lassen. So gibt es beispielsweise die „Steuer-Spar-Erklärung für Rentner und Pensionäre“ und „Taxman für Rentner und Pensionäre“. Die Software kostet weniger als 30 Euro – und kann von der Steuer abgesetzt werden.

Befreiung von der Steuererklärungspflicht

Wenn ein Rentner wenig Ruhegeld bekommt, kann er sich auch von der Abgabe einer Steuererklärung befreien lassen. Liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte – Brutto-Rente abzüglich Sonderausgaben, Altersfreibetrag und Werbungskosten – nur knapp über dem Grundfreibetrag von 8652 Euro (17 304 für Verheiratete), dann kann der Rentner beantragen, von der Abgabe einer Steuererklärung entbunden zu werden. So ein Antrag könnte beispielsweise lauten:

meine Gesamteinkünfte liegen nach Abzug von Freibeträge, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen unter dem Grundfreibetrag. Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Deswegen bitte ich Sie, mich (uns) von der Pflicht freizustellen, eine Steuererklärung abzugeben.  Dem Antrag liegen die entsprechenden Belege bei.

Abgabefrist

Grundsätzlich müssen auch Rentner ihre Steuererklärung bis 31. Mai abgeben. Wer es bis dahin nicht schafft, kann um Umschub bitten. Am besten schon Anfang Mai beim Finanzamt schriftlich um Fristverlängerung bitten. Das Finanzamt verlängert meist ohne großes Murren bis 30. September.

Steuersoftware für Rentner

Steuer zahlende Rentner sind gut beraten, sich eine entsprechende Steuersoftware zu kaufen. Denn, die richtige Wahl der Steuersoftware erleichtert das Ausfüllen der Steuerformulare und sichert zudem, dass Rentner nicht zu viel Steuern zahlen. Der Kauf dürfte sich in der Regel auszahlen. Einige Anbieter haben eigene Rentner-Versionen aufgelegt. Darunter ist beispielsweise die „SteuerSparErklärung für Rentner 2017“ (29,95 Euro), „Taxman für Rentner 2017“ (34,90 Euro) und „tax 2017“ (14,95 Euro).


Kooperation zwischen VdK und Lohnsteuerhilfe

Der VdK Bayern kooperiert schon seit Januar 2014 mit der Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern). Die Lohi bietet Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären – im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nummer 11 Steuerberatungsgesetz – Beratung in allen Einkommen- und Lohnsteuerfragen. In Bayern entfällt für VdK-Mitglieder die Aufnahmegebühr für die Lohi.

Weiterführende Links:




Rentenrücklagen ab 2020 aufgebraucht – Beiträge steigen kräftig

Die Rücklagen der Rentenversicherung schrumpfen zusehends. Noch reicht die sogenannte „Nachhaltigkeitsrücklage“ für 1,76 Monate, ja richtig gelesen „Monate“, aber schon dieses Jahr muss die Deutsche Rentenversicherung ans Eingemachte und zapft die Reserven an. Bis 2020 wird die Reserve nahezu aufgebraucht sein, wenn nicht schon früher. Dann muss die Rentenversicherung entweder die Renten kürzen oder die Beiträge erhöhen. Da Rentenkürzungen unbeliebt sind, wird sie die Beiträge erhöhen.

Rentenbeiträge steigen, Renten sinken

Rentenbeiträge steigen, Renten sinken

579,70 Euro pro Monat Rentenbeitrag

Es könnte indes sein, dass die Beitragserhöhung schon früher kommt. Aber, von Anfang an: Zurzeit zahlen abhängig Beschäftigte 18,7 Prozent, wobei sich der Arbeitgeber zur Hälfte daran beteiligt. Ab Januar steigen übrigens die Beitragsbemessungsgrenzen in Ost und West auf 5400 (5200) und 6200 (6050) Euro pro Monat. Das heißt, Besserverdienende im Westen zahlen ab Januar 579,70 Euro allein für die Rentenversicherung. Das wird eben in Zukunft nicht reichen, denn die Reserve kann nicht auf null fallen, weil sonst die Rentenversicherung immer in Kalamitäten käme, wenn die Wirtschaft in einem Monat mal nicht so brummt.

Rentenbeitragserhöhung ab 2020

Axel Reimann, Präsident der Rentenversicherung sagte der „Rheinischen Post“, dass ab 2020 mit Beitragssteigerungen zu rechnen sei. Wie weit sie steigen, das weiß keiner. Es sollen nicht mehr als 22 Prozent sein, aber was heißt das schon. „Wir wissen, dass die demografische Entwicklung 2030 nicht zu Ende ist“, räumt Reimann ein. Die Rentenversicherung wird uns schneller gedacht auf die Füße fallen, aber das will momentan niemand hören – und mal ehrlich, die wenigsten interessieren sich zurzeit dafür.

Schere geht immer weiter auf

Es ist einfach so, dass die Schere zwischen Beitragszahlern und Rentner immer weiter auseinander geht – die Zahl der Rentner steigt, die der Beitragszahler schrumpft. Bis die Flüchtlinge ins Rentensystem einzahlen, werden noch viele Jahre vergehen. Zuerst kostet sie dem Sozialstaat erst einmal Geld. Dabei ist die Abgabenlast schon heute erdrückend. Besserverdienenden bleibt nicht einmal mehr die Hälfte ihres Gehalts, der Rest geht an Fiskus und Sozialversicherung.

Wie sich die Beitragssätze entwickelt haben

Wie sich die Beitragssätze entwickelt haben

Babyboomer wird es treffen

Nur zur Erinnerung: 2020 ist gar nicht mehr so weit weg – das sind noch vier Jahre. Wir werden eine Zeit erleben mit harten Einschnitten ins Sozialsystem, weil das ansonsten nicht mehr zu bezahlen ist. Das trifft vermutlich die Babyboomer besonders, weil sie nicht mehr gegensteuern können.

 

Weiterführende Links:

 

 


https://twitter.com/vbote/status/679294461940277248

https://twitter.com/VersicherungVFL/status/679217298700410880




Höhere Steuern für mehr Rente

Höhere Steuern für mehr Rente – klingt ketzerisch. Schon heute zahlen die Bürger pro Kopf mehr als tausend Euro pro Jahr für die Rentenversicherung, denn so hoch ist der Bundeszuschuss an die Rentenversicherung. Insgesamt geht es dabei um 84,3 Milliarden Euro. Ohne dieses Geld wäre die Rentenversicherung schon längst kollabiert. Genau sind es 1021 Euro – die Rechnung ist zugegeben etwas vereinfacht, aber 84,3 Milliarden Euro (der Bundeszuschuss in diesem Jahr) umgelegt auf die 82,56 Millionen Deutschen ergibt diesen Betrag. Steuern muss ja schließlich jeder zahlen – selbst das Baby über seine Eltern, denn auch Windeln und Milchpulver werden besteuert, vom Kindersitz ganz zu schweigen. Familien mit Kindern tragen somit zur Stütze des Rentensystems bei, obwohl sie ja bereits Rentenbeiträge zahlen und die zukünftige Rentengeneration aufzieht.

Bundeszuschuss bald hundert Milliarden

Das reicht aber immer noch nicht: Rentenexperten prognostizieren, dass der Steuerzuschuss des Bundes sich in kommenden Jahren auf knapp hundert Milliarden Euro erhöhen wird. Bereits in vier Jahren wird ein Zuschuss von 97,8 Milliarden Euro erwartet so die „Bild“ unter Berufung auf den Finanzplan 2015 bis 2019 des Finanzministeriums.

Rentenexperten wie Reinhold Schnabel von der Uni Duisburg-Essen mahnte, der Bundeszuschuss dürfe nicht weiter steigen, aber damit kämpft er gegen Windmühlenflügel. Es wird so kommen, weil die demographische Entwicklung sich nicht bremsen, geschweige denn umkehren lässt.

Höhere Steuern für mehr Rente

Letztlich wir diese Entwicklung auf eine Steuererhöhung hinauslaufen, denn die Renten weiter zu kürzen, wie es Klaus Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), anspricht, lassen sich wohl kaum durchsetzen. Schon heute liegen viele Renten unterhalb der Armutsgrenze und müssen aufgestockt werden. An einem Renten-Soli wird der Bund wohl langfristig nicht vorbeikommen.

Auslöser für die Kostenexplosion ist nach Ansicht des „Versicherungsbote“ die „Rente mit 63“. Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums werde der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant. „Wissenschaftler warnen, ohne Leistungskürzungen lasse sich der Rentenzuschuss nur über Steuererhöhungen finanzieren“, so der „Versicherungsbote“.

Andrea Nahles, ihres Zeichen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat sich mit der „Rente mit 63“ offensichtlich ziemlich verrechnet. „Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums wird der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant“, so das Blatt.

Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog oder via Twitter an https://twitter.com/dineros 

https://twitter.com/vbote/status/635743670038306816

https://twitter.com/vbote/status/635730612767342594

Weitere Links:




Kollabiert das Rentensystem?

Kollabiert das Rentensystem? Vielleicht nicht mittelfristig, aber langfristig sieht es nicht gut aus. Der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat von der Bundesregierung eine Reform des Rentensystems gefordert. „Trotz der Migration wird es nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2030 doppelt so viele Alte ab 65 Jahren in Relation zu den Jungen von 15 bis 64 Jahren geben wie noch im Jahr 2000“, sagte Sinn dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Kollabiert das Rentensystem?

Sinn sieht ein Problem auf unser Rentensystem durch die Babyboomer zukommen. Das wichtigste Thema, das sich mit dem Jahr 2030 verbindet, sei die Demographie, denn die Babyboomer, die 1965 geboren wurden und nun 50 Jahre alt sind, werden dann 65 sein und das derzeit normale gesetzliche Rentenalter erreichen, so Sinn im Tagesspiegel. Dieser Generation profitiert vom Rentensystem, weil die Rentenbeitrag noch vergleichsweise moderat waren dank der Masse der Babyboomer. Sie selbst jedoch haben nur wenig in künftige Beitragszahler investiert und viel zu wenig Kinder groß gezogen. Das wird sich schon in wenigen Jahren rächen. Dann schlägt die Demographie gnadenlos zu.

Entweder höhere Beiträge oder niedrigere Renten

„Deutschland hat je 1000 Einwohner weniger Neugeborene als jedes andere entwickelte Land dieser Erde, wenn man die Kinder der Migranten herausrechnet“, konkretisiert der „Tagesspiegel“.  Trotz der Migration werde es nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2030 doppelt so viele Alte ab 65 Jahren in Relation zu den Jungen von 15 bis 64 Jahren geben wie noch im Jahr 2000. Das bedeutet dem „Tagesspiegel“ zufolge entweder doppelte Beitrags- und Steuerlasten in Relation zu den Arbeitseinkommen der aktiven Bevölkerung oder halb so hohe Renten. „So oder so bahnt sich ein Verteilungskonflikt an, der das Staatswesen erschüttern kann“, prognostiziert das Blatt.

Der Aufbau einer kapitalgedeckten Zweit-Rente ist angesichts dieser Ausgangslage ein Muss. Das wollen viele nur nicht gern hören – und zerreden sogar die Riester-Rente, die genau den Aufbau einer kapitalgedeckten privaten Rente als Ziel hat. Was ist die Alternative? Selbst vorzusorgen – dafür fehlt vielen die Konsequenz, mit der Folge, dass sie gar nichts machen. Das ist freilich keine Lösung.




Nur 696 Euro für Rentnerinnen

In Rheinland-Pfalz gibt es nur 696 Euro für Rentnerinnen. Das ist laut „Bild“ 167 Euro weniger als Ost-Berlin. Das sind immerhin 355 Euro. Bei Männern differiert die Rente zwischen Ost und West maximal um 167 Euro. Am stärksten gestiegen sind die Renten in Sachsen – und zwar um 25 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das sind Durchschnittszahlen, sie zeigen jedoch, mit viel Geld Ruheständler auskommen müssen, die sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen haben.

Das meiste geht für die Miete drauf

In München bleibt Rentnerinnen nicht viel übrig, denn nach Abzug der Miete, die in der bayerischen Landeshauptstadt bei 18,44 Euro pro Quadratmeter liegt und bei einer Wohnungsgröße von 30 Quadratmetern macht das 553,20 Euro aus, so dass bei einer Durchschnittsrente von 736 Euro minus 553,20 Euro Rentnerinnen noch 182,80 Euro zum Leben bleiben. Das sind glücklicherweise rein statistische Zahlen – viele Rentnerinnen wohnen schon länger in ihrer Wohnung, so dass sich die Mieterhöhungen im Rahmen hielten. Vermutlich zahlen sie somit weniger als die durchschnittlichen 18,44 Euro pro Quadratmeter. Aber selbst dann, sieht es nicht gerade üppig aus.

Woher die großen Unterschiede zwischen Ost und West?

Wie kommt’s, dass die Unterschiede zwischen West und Ost so groß sind, vor allem zwischen West- und Ost-Berlin. Dazu räsoniert die Bundeszentrale für politische Bildung: „Die skizzierten Unterschiede in der Rentenberechnung sagen noch wenig über die tatsächlich gezahlten Renten in den neuen Ländern aus“, so die Ökonomen der BPB. Es komme bei der Rentenhöhe ja nicht nur auf die Höhe des aktuellen Rentenwerts und auf die Berechnung der Entgeltpunkte an, sondern auch ganz entscheidend auf die Erwerbs- und Versicherungsbiografien, die die Rentner im Laufe ihres Lebens durchlaufen haben. In der vormalige DDR gab’s ja so etwas wie Arbeitslosigkeit gar nicht, das heißt, Ostdeutsche weisen in der Regel eine durchgängige Erwerbsbiografie vor – das zahlt sich im Alter aus. Das gilt übrigens für ostdeutsche Rentnerinnen noch viel mehr. Dank eines gut ausgebauten Krippensystems konnten sie ihre Kinder problemlos unterbringen, anders als westdeutsche Frauen.

In Zukunft gleicht sich das an

Allerdings dürfte sich auch das angleichen, denn die Kinderbetreuung hat sich seit der Wende eher verschlechtert als verbessert. Außerdem ist der Arbeitsmarkt Ostdeutschland nicht ganz mit Verhältnissen wie in Bayern und Baden-Württemberg vergleichbar. Die „nachrückenden Kohorten“ (O-ton BPB) werden deswegen im Osten in Zukunft niedrigere Renten bekommen.

Übrigens, Spätestens 2020 soll es ein einheitliche Rentenwerte geben. Na dann!




Renten in Griechenland kürzen

„Athen muss Gehälter und Renten kürzen“, schreibt die die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Danach kann die Regierung die Juni-Bezüge für Rentner und Beamte nicht mehr voll auszahlen.

Selbst wenn sich Athen mit der EU einigen sollte, werden griechische Ruheständler wohl den Gürtel enger schnallen müssen. Denn es fehlen der FAS zufolge 3,6 Milliarden Euro. Von den anderen Verbindlichkeiten mal ganz zu schweigen, denn auch die Rückzahlung der Kredite an den Internationalen Währungsfonds IWF wird Athen wohl nicht leisten können.

Sinkende Steuereinnahmen

Schuld an diesem Debakel: Das Sinken der Steuereinnahmen, da viele Griechen dem Staat den Obolus verweigern.

Wird alles wieder gut, wenn sich Athen mit seinen Geldgebern einigt? Dafür ist es wohl zu spät. Denn Reformen müssen sowohl im griechischen Parlament beschlossen werden. Ganz abgesehen, dass Hilfen auch an die Zustimmung in fünf nationale Parlamenten der Geberländer gebunden sind. Für Griechenland ist es jetzt fünf nach zwölf.

Könne gar nicht sein, dementiert laut „FOCUS Online“ die griechische Rentenkasse IKA. Die unterstreicht, die Renten und Löhne würden normal gezahlt.

Die Rente der Griechen hängt ausschließlich an den finanziellen Möglichkeiten des Staats. Wenn der klamm ist, kann auch die IKA nicht zahlen. An ihren Reserven hat sich der Staat bereits bedient – da ist nichts mehr da.

Übrigens, wer es mal genau wissen will, wie die Renten in Griechenland gestrickt ist, sollte auf die Homepage der Idryma Kinonikon Asfaliseon, kurz IKA gehen. Es gibt auch eine englische Seite. Danach sind bei der IKA annähernd sechs Millionen Griechen versichert; annähernd eine Million Griechen beziehen Renten und Pension von der IKA.

Mittlerweile dürften die Betrügereien deutlich weniger geworden sein – noch bis 2011 wurden Renten an Bezieher ausgezahlt, die überhaupt nicht mehr lebten. Die Betrugsfälle gingen in die Tausende.




Was Rentner bekommen

Was Rentner bekommen, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Da gibt es den Standard- oder Eckrentner und den Durchschnittsrentner. Dann unterscheiden sich die Renten für Rentnerinnen zwischen Ost und West und die zwischen Rentnern. Ganz abgesehen davon, dass die Standardrente ein fiktiver Wert ist, den in der Praxis nur die wenigsten erreichen.

 Niemand sollte sich große Illusionen über seine Rente, sorry, genauer seine gesetzliche Rente machen. Ok, mal ganz langsam. Jede Rente ist anders, abhängig vom Rentenverlauf und dem Einkommensniveau. Das lässt sich freilich nur schwer vergleichen. Insofern ist es notwendig, doch etwas zu generalisieren. Da gibt es zum einen den Standardrentner, die früher mal Eckrentner hieß. Das ist ein Rentner, der 45 Jahre durchschnittlich verdiente und immer brav in die Rentenversicherung einzahlte – ja, den gibt es im Westen so gut wie gar nicht, denn viele Beschäftigte haben eine gebrochene Berufslaufbahn, mit Zeiten, in denen sie arbeitslos waren oder sich weiterbildeten. Nun gut, diese Unterbrechungen mal ausgeklammert und eine durchgängige Beschäftigungslaufbahn voraus gesetzt, ein solcher Standardrentner kommt auf eine Standardrente von 1287 Euro – im Westen. Im Osten sind es hundert Euro weniger, so dass Rentner zwischen Rostock und Pirna nur auf 1187 Euro kommen.

Differenzen zwischen Ost und West

Dabei liegt die Wende 25 Jahre zurück, sprich eine Generation. Die Unterschiede werden wohl auch noch einige Jahre bestehen bleiben. 2019, wenn der Solidaritätsbeitrag ausläuft, könnten sich die Unterschiede vielleicht ausgeglichen haben. Dann soll laut Koalitionsvertrag gleiches Rentenrecht in Ost und West gelten – mal schau‘n.

Diese Differenz kommt von unterschiedlichen Lohnniveaus in Ost und West. In Ostdeutschland verdienen die meisten Menschen immer noch weniger als im Westen – auch das wird sich angleichen. Der Anpassungsprozess braucht einfach Zeit. Die Wirtschaftssysteme in Ost und West waren einfach zu unterschiedlich, da hilft auch politischer Wille nichts.

Standard- und Durchschnittsrente

Der Standardrentner ist das eine, der Durchschnittsrentner ist das andere. Denn, viele westdeutsche Männer haben keine durchgängige Berufsbiografie – und das gilt noch weit mehr für westdeutsche Frauen, die jahrelang zu Hause blieben, um die Kinder zu betreuen. Im Osten hingegen gab es Krippen, so dass ostdeutsche Frauen durchgängig arbeiten gingen. Das wirkt sich im Alter aus: Im Westen verfügen Rentnerinnen im Schnitt über sage-und-schreibe 512 Euro monatlich, ihre Landsmänninnen im Osten beziehen im Schnitt 755 Euro Rente. Wohlgemerkt, das sind alles Durchschnittswerte.

512 Euro im Monat

Klar, eine Rentnerin mit 512 Euro monatlich kann davon nicht leben. Oft bezieht diese Frauen noch zusätzliche Einkünfte in Form von Witwenrente.

Soviel fürs Erste über Eck- und Durchschnittsrentner. Das durchschnittliche Einkommen von Rentnerhaushalten sieht noch mal anders aus. Doch davon später …