Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?

Wo lebt sich’s am besten für Rentner im Ausland? In der Frage hilft der Global Age Watch Index weiter. Danach geht es Rentner und Senioren in der Schweiz, in Norwegen, Schweden – und in Deutschland am besten, gefolgt von Kanada, den Niederlanden, Island und Japan. Die USA sind nur auf Platz neun, Großbritannien auf Platz zehn. Am schlechtesten geht es Rentnern in Pakistan, Mozambique und Malawi. Absolutes Schlusslicht ist Afghanistan.

Ok, das ist das eine. Gerade die Schweiz und Norwegen sind geprägt von hohen Lebenshaltungskosten – da kann schon mal der eine oder andere Rentner auf die Idee kommen, mit seiner Rente in günstigere Länder auszuweichen. Das gilt natürlich auch für Deutschland. Klingt ja auch verlockend – gerade im Süden ist es wärmer als in heimischen Gefilden und meist auch billiger. Aber stimmt das wirklich?

Was beim Auswandern ins Ausland zu bedenken ist

Rentner, die allerdings ihre Rente im Ausland genießen will, sollte einiges bedenken, wie gerade der Fall Thailand zeigt. Das Land verlangt von Rentnern, die dort leben wollen einen Nachweis, dass 65 000 Bath monatlich eingehen. Das entspricht aktuell (Stand 23. Juni 2017) 1710 Euro. Problem ist der schwächelnde Euro. Falls diese Entwicklung weitergeht, erhöht sich das schnell auf 1800 Euro. Machen wir uns nichts vor, die Geldvermehr-Arie von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass der Euro gegenüber anderen Währungen an Wert verliert.

Ferner verlangt Thailand für ein Retirement Visa ein Bankguthaben von 800 000 Baht – nach heutigem Stand mehr als 21 000 Euro. „Damit möchte Thailand sicherstellen, dass Rentner den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können und nicht dem thailändischen Staat zur Last fallen“, schreibt Rainer Hellstern in seinem Buch „Rente im Ausland“. Wer mehr über die Voraussetzung wissen will, informiert sich am besten auf den Seiten der thailändischen Botschaft.

Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf. Das gilt auch für Thailand, wie er auch auf seinem Blog schreibt.

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Er warnt auswanderungswilligen Rentnern, sich zu vergegenwärtigen, dass „die Realität nicht immer hält, was die Träume versprachen“. Er rät, sich keinen fremden Menschen anzuvertrauen, weil viele es nur auf das Geld der Rentner abgesehen haben. Vorsicht sei vor allem beim Kauf von Immobilien angebracht.

Was sein Buch besonders lesenswert macht, ist der Länderteil. Hellstern geht auf die USA ein, auf die Schweiz, auf Österreich, Spanien, Frankreich, Thailand, die Türkei, Kambodscha, die Philippinen – und zwar was Lebenshaltungskosten, Klima, Entfernung, Sprache, medizinische Versorgung, Umzug und Visum betrifft

Am Ende des Buch erwähnt er auch die „Pflege im Ausland“: was kostet sie, wer übernimmt die Kosten, wie findet man ein gutes Pflegeheim?

Wie das Beispiel Thailand zeigt, ändern sich die Bestimmungen und Verhältnisse. Deswegen sollten auswanderungswillige Rentner auch in dieses Kapital schauen. Es listet auf sieben Seiten weitere Informationsquellen auf.

Nach der Lektüre des Buchs relativiert sich wahrscheinlich einiges – das ist Hellstern zugute zu halten. Er geht fundiert auf Sonnen- und Schattenseite ein und warnt vor den Tücken. Also unbedingt reinschauen – und dann erst planen.

Vielleicht ist sinnvoll, das Auswandern einfach einmal zu proben und im Süden zu überwintern. Auch dafür hat Hellstein auf seinem Blog einige wertvolle Hinweise und Tipps.

Als Rentner in die Türkei? Na ja, im Moment ist das wohl eher nicht so empfehlenswert. Dazu ein Video von Phoenix – aus Zeiten vor dem Umsturzversuch. Heute sieht die Lage allerdings anders aus.

https://www.youtube.com/watch?v=sfz6Nw3Bvag

 

Interessant scheint aus Rentensicht auch Neuseeland zu sein, wie Christine Brunner auf ihrem Blog „Kiwifinch“ berichtet. Die Rente ist allerdings vergleichsweise niedrig, dafür aber steuerfreie – und jeder bekommt die „Superannuation“, sprich Grundsicherung, für die niemand Beiträge zahlen muss, weil sie aus den Steuern finanziert werden. Das heißt, es bleibt den Kiwis genug Geld übrig, um fürs Alter vorzusorgen. Allerdings bekommen nur echte Kiwis eine neuseeländische Rente, das heißt, der Rentenbezug ist an gewisse Bedingungen geknüpft wie die neuseeländische Staatsbürgerschaft und ein ausreichend langes Leben vor der Rente in Neuseeland.

Wie wäre es mit Malta?

Interessant erscheint auch Malta. Die Republik Malta („Repubblika ta‘ Malta“) ist 316 Quadratkilometer groß, was in etwa der Fläche des Stadtstaats Bremen entspricht. Auf Malta leben rund 430 000 Menschen. Damit sind die Inseln – Gozo gehört auch dazu – ziemlich dicht bewohnt. Auf Malta wird maltesisch und englisch gesprochen. Malta ist seit 1964 unabhängig, seit 2004 gehört es der Europäischen Union an und seit 2008 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Was Malta besonders attraktiv für Ruheständler macht: das Klima. Denn auf den Inseln scheint die Sonne an 320 Tagen im Jahr. Dazu kommt noch die Kultur: Malta hat neun Weltkulturerbe-Stätten. Als Ex-Kron-Kolonie der Briten wird in Malta links gefahren. Es gibt auf Malta gute Busverbindungen und günstige Fährverbindungen zu den Inseln Gozo und Comino. Wer mehr über Einreisebestimmung, Gesundheitssystem und Wirtschaft wissen will, ist am besten auf der Seite von Internationalliving aufgehoben.

Wie wäre es mit der Ukraine?

„Die Ukraine wird für Wirtschaftsflüchtlinge aus Österreich immer attraktiver, also für Pensionisten, die sich eine billigere Heimat suchen müssen“, schreibt die „Wiener Zeitung“. Claudia Aigner hat eine witzige Glosse („Mei private Altersvorsorge is a Flugticket nach Odessa“) zu dem Thema geschrieben, die endet mit: „Die österreichische Bevölkerung wird also doch nicht überaltern. Dafür vermutlich die ukrainische. Und die Rumänen und Bulgaren sollten sich auch schön langsam auf die Flüchtlingswelle vorbereiten. Und anfangen, Altersheime zu bauen. He, hoffentlich werden die Pensionen für Auslandsösterreicher nicht irgendwann an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Gastland angepasst. Wär blöd.“

Simple Pleasures And A Home For $32,000 In Southern Italy„, schreibt International Living. Valerie Fortney Schneider beschreibt ihre Erfahrung mit dem Kauf einer Villa in Süditalien. „Making the decision to transplant ourselves to Italy was easy. Making the move itself was painless. Making ourselves at home was smooth and immediate. We have a feeling of belonging that we’ve not known anywhere else, extraordinarily generous neighbors, and a whole village to greet us with a friendly buongiorno (good morning) when we go for our morning caffe.“ Sie lebt in einem kleinen Weiler in der Provinz Potenza, in der Basilicata. Die Italiener am Ort machen ihre Salsa selbst und ihren Wein, produzieren Feigen und Birnen, Bohnen und Tomaten. Sie zahlte 32 000 Dollar für ihr Haus, eine kleine 300 Jahre alte Casa. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, so Valerie Fortney Schneider. Umgerechnet einen Dollar für einen Espresso, 60 US-Cent für eine Packung Nudeln und einen Korb voll Gemüse für weniger als fünf Dollar.

Wie wäre es mit Frankreich?

Laut Hellstern ist Frankreich das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. „Savoir vivre“, französische Lebensart ist das Zauberwort. Aber Vorsicht, die Lebenshaltungskosten sind teilweise deutlich höher als hierzulande. Eine Kugel Eis kostet locker mal 2,50 bis drei Euro, wogegen hierzulande die Kugel schon für 1,20 Euro zu haben ist. Wer Bier liebt, ist in Frankreich Fehl am Platz. Ein Weißbier kostet in Toulouse beispielsweise sieben Euro, selbst im vergleichsweise teuren München zahlt ein Biertrinker dafür 3,50 bis vier Euro – als rund die Hälfte. Wer seinen Ruhestand im Nachbarland verbringen will, sollte etwas Geld mitbringen. Was die Kosten für Immobilien betrifft, so kommt es sehr darauf an, wo ein Rentner residieren will – an der Côte d‘Azur kostet eine Wohnung ähnlich viel wie in München. Im Hinterland oder im Süden Richtung Perpignan wird’s dann deutlich billiger. Eine Immobilie in Paris erscheint unerschwinglich, zumindest für Normalverdiener. Paris gilt laut Hellstern als die zweit teuerste Stadt der Welt. Das gilt übrigens auch für die Lebenshaltungskosten. Ein Espresso kann locker mal 4,50 Euro kosten. Auch andere Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Dafür ist allerdings die Auswahl größer. Wer nach Frankreich reist und zurück, muss zudem, so er denn Autobahnen benutzt, Maut zahlen – und die schlägt kräftig zu Buche. Ein Wort zur Sprache: Wer nicht französisch spricht, hat in Frankreich schlechte Karten. „Viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten“, bemerkt Hellstern treffend. Diese Erfahrung habe ich während meiner Tour de France ebenfalls gemacht. Wer also beabsichtigt, seinen Ruhestand in Frankreich zu verbringen, sollte unbedingt französisch lernen oder seine Schulkenntnisse auffrischen. Die Volkshochschulen bieten ortnah entsprechende Kurse an, beispielsweise die vhs Olching.

Was die medizinische Versorgung betrifft, so verlangt Frankreich einen hohen Eigenanteil. Die Krankenversicherung zahle nur 70 Prozent der Kosten für Arzt- und Zahnartzbehandlung, so Hellstern.

Was die Formalitäten betrifft, so ist laut Hellstern spätestens drei Monate nach dem Umzug eine Anmeldung oder ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich nötig. Wer den Termin versäume, müsse ein Bußgeld zahlen. Die Behörden wollen den Reisepass sehen, einen Miet- oder Kaufvertrag und vielleicht die letzte Stromrechnung. Aufenthaltserlaubnis brauchen Deutsche in Frankreich nicht.

Übrigens gibt es in Facebook eine Gruppe „Auswandern nach Frankreich“. Auf der Seite wohin-auswandern erfährt der auswanderungswillige Ruheständler ebenfalls etwas über Frankreich und das Leben dort.

Übrigens International Living hat auch einen Facebook-Account

Finanzen100 hat Rentendomizile untersucht und liefert acht Vorschläge: Dafür hat Finanzen100 Daten zur Lebensqualität und den Lebenshaltungskosten der Vergleichsseite Numbeo ausgewertet. Zu den acht Orten, wo schon tausend Euro pro Monat reichen, gehören:

  • Bursa in der Türkei
  • Mangalore in Indien
  • Prag in Tschechien
  • Kapstadt in Südafrika
  • Riad in Saudi-Arabien
  • Warschau in Polen
  • Monterrey in Mexiko
  • Sofia in Bulgarien

Nützliche Links:




Krankenkassen ruinieren die Altersvorsorge

Wer sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, ist verlassen. Ohne private Vorsorge geht’s nicht. Die betriebliche Altersvorsorge ist allerdings ein Flop, auch oder erst recht nach der Nachbesserung durch die SPD. Denn bei der Auszahlung hält die Krankenkasse die Hand auf und schöpft den Rahm ab – übrig bleibt Magermilch. Wer betrieblich fürs Alter vorsorgt, hätte das Geld genauso gut unter die Matratze legen können. Insofern ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Krankenkassen damit die Altersvorsorge ruinieren. Wer betrieblich für Alter vorsorgt, ist der Dumme.

SPD enteignet Betriebsrentner

Klingt hart, ist aber leider so. Die Wurzel des Übels ist eine Gesetzesinitiative der SPD unter Frank Walter Steinmeier, Gerhard Schröder, Walter Riester und vor allem Ulla Schmidt. 2004 hat das Triumvirat Betriebsrentner und Direktversicherte enteignet, zugunsten der Krankenkassen.

Ich bin einer der Leidtragenden – und mit mir mehr als sechs Millionen Deutsche, die in eine Betriebsrente, Pensionskasse oder Direktversicherung eingezahlt haben. Alles, was die Altersvorsorger in Jahren und Jahrzehnten eingezahlt haben, wird ihnen zum Teil von der Krankenkasse bei der Auszahlung wieder abgeknöpft.

Zehn Jahre Krankenkassenbeiträge

Auch ich bekam einen Brief von meiner Krankenversicherung, der Techniker Krankenkasse. Darin stand, dass Renten und rentenähnliche Einkommen beitragspflichtig seien. „Auch Kapitalleistungen oder Abfindungen, die Sie statt monatlicher Versorgungsbezüge erhalten, müssen wir bei der Beitragsrechnung berücksichtigen“, heißt es weiter. „Dafür wird maximal zehn Jahre lang pro Monat 1/120 der ausgezahlten Summe herangezogen“, rechnet mir die TK vor.

Die TK weiß natürlich von der Brisanz dieses Schreibens und gibt gleich einen Hinweis für alle, die mit diesem Bescheid nicht einverstanden sind. Darin heißt es, dass „wer eine Kapitalleistung zur betrieblichen Altersversorgung erhält, für diese Leistung Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen muss“. Und beim Begriff der betrieblichen Altersversorgung packt die TK alles drunter, spricht Direktversicherungen, Pensionszusagen und Leistungen aus Unterstützungskassen, Pensionskassen oder Pensionsfonds – damit auch nur keiner auskommt.

Sechs Millionen Betroffene

Dieses Gesetz von Ulla Schmidt betrifft mehr als sechs Millionen hierzulande. Da fließen jeden Monat Milliarden in die Krankenkassen. Nur mal angenommen, Betriebsrentner, Direktversicherte und Pensionskassen-Mitglieder zahlen pro Monat im Schnitt 150 Euro – dann sind das bezogen auf sechs Millionen pro Monat 900 000 000 oder 900 Millionen Euro, bezogen auf ein Jahr 10 800 000 000, sprich mehr als zehn Milliarden Euro.

Wie sich der monatliche Beitrag errechnet (das Beispiel stammt von der TK):

Beitragsberechnung (in Euro) 
Kapitalleistung gesamt25 000
Höhe der monatlichen Anrechnung (1/120)208.33
Krankenversicherung 14,6 Prozent30.42
Zusatzbeitrag 1,0 Prozent2.08
Pflegerversicherung 2,55 Prozent5.31
monatlicher Gesamtbeitrag (18,15 %)37.81

Das heißt 18,15 Prozent der Betriebsrente oder Direktversicherung oder Leistungen einer Pensionskasse gehen an die Krankenkasse. Von den 208,33 Euro bleiben noch 170,52 Euro übrig. So viel Rendite kann keiner in den vielen Jahren oder Jahrzehnte erwirtschaften, dass sich die betriebliche Altersvorsorge noch lohnen würde. Ganz abgesehen davon, dass, wer betrieblich vorsorgt fürs Alter ja schon in der Ansparphase Krankenkassenbeiträge zahlt – und in der Auszahlungsphase dann noch einmal und zwar sowohl den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil. Es laufen zahlreiche Klagen gegen diese Enteignungspolitik der SPD – Union und Grüne haben das Gesetz 2004 ebenfalls abgenickt. Der Widerstand formiert sich – und findet auch in den Medien Widerhall.

Linken-Abgeordneter Birkwald bringt es auf den Punkt.

https://www.youtube.com/watch?v=b2x78NgKZ54

Wehren wird zur Bürgerpflicht

Wer sich gegen diese Enteignung zur Wehr setzen will, muss zwangsläufig klagen, denn die Krankenkassen berufen sich natürlich auf das Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 aus der Feder von Ulla Schmidt. Die Krankenkasse weist übrigens in ihrem Schreiben schon vorsorglich darauf hin, dass ein „Widerspruch keine zahlungsaufschiebende Wirkung hat“. Das heißt, die Krankenkassen wissen ganz genau, wie groß der Unmut der Betroffenen ist. Nicht von ungefähr haben sich die Betroffenen im Verein Direktversicherungsgeschädigte zusammengefunden, um sich gegen die Willkür von SPD, Union und Grüne zu wehren. „Pacta sunt servanda“, gilt aber nicht für SPD, CDU/CSU und Grüne, wie „plusminus“ detailliert aufschlüsselt.

Außer Spesen nichts gewesen – durch die Doppelverbeitragung ist die betriebliche Altersvorsorge ein Flop

https://www.youtube.com/watch?v=-3feOfaMw3U&list=PLjJN375gHepHIt1_g0hIWjjzs5o0wKl_d

Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 macht es jedem unmöglich, am Ende seiner Berufslaufbahn mehr als das Einbezahlte heraus zu bekommen – trotz Leistungen des Arbeitgebers. Denn die Krankenkasse schöpft am Ende die Rendite ab. Also ist es besser, das Geld fürs Alter gleich selbst anzulegen und lieber auf den Zuschuss des Arbeitgebers zu verzichten.

Welche Nachteile die betriebliche Altersvorsorge bringt, hat „Finanztest“ für die „Augsburger Allgemeine“ unter die Lupe genommen.

Ja, dadurch, dass der monatliche Beitrag zur Betriebsrente schon vom Bruttolohn abgezogen wird, zahlt der Arbeitnehmer auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein.“

Und nicht nur das, er bekommt natürlich auch weniger Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld und Altersrente. Die gesetzliche Rente sinkt – und dabei sollte doch die Betriebsrente das Minus bei der gesetzlichen Rente ausgleichen. Nach Abzug von Krankenversicherung und Steuern bleibe dem, der betrieblich fürs Alter vorsorge von 107 Euro nur 54 Euro übrig. Diese Abzüge kann kein noch so rentabler Fondssparplan ausgleichen. Vorunruhestand.de hat’s mal exemplarisch durchgerechnet.

Das ganze Konstrukt ist Murks. Betriebsrentner werden von Staat und Krankenkassen geschröpft. Die Förderung kann diese Enteignung nicht im Ansatz wettmachen.

Fazit: Es ist besser auf die Leistungen des Arbeitgebers zu verzichten und selbst vorzusorgen. Denn auf Erträge aus Aktien und Fonds zahlen alle, die fürs Alter vorsorgen „nur“ 26,375 Prozent – Abgeltungssteuer plus Solidaritätsbeitrag. Das heißt, von 107 Euro monatlicher Sparrate blieben 68,80 nach Abzug der Steuer übrig. Das lässt sich’s auch auf den Arbeitgeberanteil verzichten. Ganz abgesehen davon, unterläuft der Sparer oder Anleger damit staatliche Willkür. Aber die SPD will ja schon wieder die Abgeltungssteuer abschaffen und durch eine andere und höhere Steuer ersetzen.

Wie gerecht ist Enteignung?

Wer eine weitgehend durchgehende Erwerbsbiografie hat und durchschnittlich verdiente, zahlt in der Rente höhere Krankenkassenbeiträge als im Berufsleben – ist das sozial gerecht?

Mir geht’s zumindest so. Ich könnte mir vorstellen, dass es Millionen anderer Betriebsrentnern ähnlich geht – oder täusche ich mich?

https://www.instagram.com/p/BVokEOgnCOf/?taken-by=dineroxx




Tag 1 meiner Tour de France

Meine Tour de France startete nicht in Le Havre wie die 1955, sondern am Col de la Faucille. Der Blick aus dem Hotelfenster war ein Gedicht – direkt auf den Mont Blanc. Die Wolken hängen noch zwischen den Bergen, der Himmel ansonsten blau, die Fichten stehen schwarz und Rahmen das Panorama ein.

Noch 3600 Kilometer

Leider ist es morgens auf 1323 Meter noch ziemlich frisch, weswegen ich Unterhemd und Windjacke überstreifte. Komisches Gefühl, noch so viel Kilometer vor sich zu haben, genauer gesagt weit über 3600. Wie viel es dann letztlich wirklich werden, stelle ich am Ende der Reise fest. Die frische Morgenbrise lässt die drei Flaggen – Europa, Frankreich und die der Region – munter im Wind flattern. Zum Glück geht es erst einmal bergab – viele Kilometer. Das motiviert.

Kühe, Wiesen, Käse

Haute Savoie, wie die Region heißt, ist geprägt von Bergen, Wiesen, Weiden und Kühen. Überall grasen sie auf den Almweiden – ihre Glocken sind nicht zu überhören. Es geht weiter bergab, durch einen Tunnel und auf vielen Serpentinen in Richtung Bellegarde.

Außer Kühen begegnen mir natürlich auch Skilifte und Liftstation. Von Lélex beispielsweise geht es bis auf 1600 Meter hoch. Im Winter ist hier sicher mehr los. Ansonsten tauchen am Weg nur vereinzelt Höfe auf, die Dörfer kommen nur auf einige Häuser. Dafür radle ich durch eine grandiose Landschaft, die geprägt ist von Bergen, Wäldern und Tälern.

Bauernmarkt in Vouvray

So schlecht scheint meine Kondition dann doch nicht zu sein – deswegen entschließe ich mich Bellegarde links liegen zu lassen und gleich nach Seyssel weiter zu radeln. In Vouvray werden ich gestoppt von einer Straßensperre. Der Ort feiert heute Bauernmarkt mit allem, was dazu gehört. Die Bauern führen ihre Kühe vor. Dafür haben die Organisatoren extra Sand aufgeschüttet. Das Publikum schaut begeistert zu, wie die Bauern ihre Tiere durch die Arena führen, begleitet von vermutlich sachkundigen Kommentaren.

Natürlich gehört zu einem Bauernmarkt der ganze Jahrmarkttrubel – mit Luftballons, Waffeln, Sandwiches, Messerständen und Weinausschank. Ein Stand mit Kuhglocken weckt meine Aufmerksamkeit. Für die Fermiers Savoyards scheint das ein wichtiger Tag zu sein, denn er Ort quillt über von Menschen. Zwischendrin führen die Dorfjungs ihre Kälber durch die Hauptstraße – und werden von ihren Copains mit Küsschen begrüßt. Dann marschiert die Band an den Marktbesuchern vor. Das ganze bei strahlend blauem Himmel.

Bleu de Gex & ein Glas Wein

ich gönne mit einen Bleu de Gex, einen leichten Schimmelkäse aus der Region – und dazu ein Gläschen Wein. In Frankreich gehört ein Verre de Vin einfach dazu. Beides harmoniert fantastisch – oder bilde ich mir das nur ein? Die Platanen vorm Rathaus lassen Urlaubsgefühle aufkommen – c’est la France.

Dass in der Region Milchwirtschaft die Hauptrolle spielt, lässt sich an den vielen Käseständen ablesen – das Angebot reicht vom Bleu de Gex über den Morbier, daneben ein Tomme de Brebis, nicht zu vergessen der Gruyère. Wobei die Milch ja nicht ausschließlich von der Kuh kommen muss – die Käser stapeln neben Kuh- auch Ziegenkäse.

In Seyssel bin ich nach der Brücke über die Rhône gleich abgebogen und fragte nach einem Zimmer im Hôtel Beau Sejour. Um diese Zeit ist es noch kein Problem, etwas zu finden. Jetzt geht’s erst einmal unter die Dusche – und danach ins Städtchen

Allein und doch in Gesellschaft

Sonntag in der Provinz – ganz schlecht, wer ein offenes Restaurant sucht. Die meisten Lokale sind am Sonntag geschlossen. Offensichtlich essen die Franzosen am Sonntag eher zuhause. Nach kurzer Suche habe ich doch ein tunesische Pizzeria gefunden. Am Nachbartisch saß ein Schweizer Paar aus der Nähe von Luzern. Es fällt in Frankreich doch schnell auf, wer kein Franzose ist. Auf diesem Weg sind wir ins Gespräch gekommen über die Schweiz, den Jakobsweg …. A Proporz Jakobsweg, die Beiden gehen vier Tage auf dem Jakobsweg. Sie sind mit dem Zug gekommen und fahren auch so wieder zurück in die Schweiz. Die Unterkünfte unterwegs sind bereits gebucht. Ich fühlte mich in der Fremde doch gleich nicht mehr so fremd.

 




Tapetenwechsel zum Abschied – Neubeginn zur Rente

Das war’s dann! Nach 37 Berufsjahren als Journalist endet mein Leben als angestellter Redakteur. 37 Jahre, die geprägt waren von Umbrüchen und Verwerfungen. Sie haben eine die Branche umgetrieben und treiben sie immer noch um. Keine Themenkonferenzen mehr, kein Scribbeln, kein Redaktionsschluss, kein Termindruck. War nur schwer vorstellbar – und ist doch mittlerweile neuer Alltag. Das Schreiben wird indes auch weiter in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen.

Von der Redaktion in Rente?

Wie auch immer, 2017 ist eine Zäsur in meinem Leben, ein Einschnitt – und ein Schritt nach vorn. Den Abend des Lebens gilt es zu feiern, zurück zu treten, Abstand zu gewinnen, diese Jahrzehnte zu überdenken und dankbar zu sein, für das was war.

Von der Redaktion direkt in die Rente? Eine schlechte Idee. Deswegen – und, um dem Rentenschock zu entkommen – habe ich für mich beschlossen, die neue Phase mit einem Tapetenwechsel einzuleiten und zu verreisen. Das wird nicht irgendeine Reise – keine Weltreise, kein Segeltörn, kein Abtauchen in Südindien oder das Abmühen mit dem Jakobsweg, sondern eine ganz besondere: meine persönliche Tour de France.

Zum Auftakt die Tour de France

Keine Angst, ich muss den Radprofis nicht nacheifern, habe ich doch alle Zeit der Welt. Es geht darum, das Bisherige hinter mir zu lassen, den Kopf frei zu bekommen und die Batterien neu aufzuladen. Es soll Spaß machen, die Sinne und den Geist anregen. Natürlich wird es eine Herausforderung, die ich allerdings nicht ohne vorheriges Training angehe. Deswegen schwang ich mich bereits in den vergangenen Monaten häufiger als früher in den Sattel meines Rennrads geschwungen und strampelte ausgedehnte Touren ab – einfach, um zu sehen, wie’s mir dabei geht. Natürlich ging es auch darum, Kondition aufzubauen. Es soll ja schließlich ein „lustvoller Übergang vom Berufsleben in die freie Zeit danach“ werden, wie es Herb Stumpf in seinem Buch „Wenn das Wochenende 7 Tage hat empfiehlt.

Tourverlauf von 1955

Nur so viel vorweg: Ich habe mir den Tour-Verlauf des Jahres 1955 ausgesucht. Warum 1955? Die Tour des Jahres davor bezieht Amsterdam ein, ich wollte aber eine reine Frankreich-Tour. Das hat mich animiert, den Jahrgang 1955 zu nehmen. 1955 hingegen fuhren die Routiers von Le Havre los und stoppten schließlich in Paris. Übrigens, 2017 wird die Tour de France in Düsseldorf starten.

Meine Tour startet allerdings am Col de la Faucille nahe des Genfer Sees und wird, wenn alles glatt läuft, in Straßburg enden … à bientôt et au revoir

Tortour de France von Tim Moore

Tortour de France von Tim Moore

Übrigens hat schon mal jemand so eine Tour de France unternommen: Der Brite Tim Moore hat darüber ein Buch geschrieben. Es heißt „Alpenpässe und Anchovis – die Tour de France im Selbstversuch“. Der untrainierte und bekennende Faulpelz will’s wissen –  ohne Rücksicht auf Strapazen und Verluste nimmt er die 3630 Kilometer auf sich und unter sein neues Rennrad – allein unterwegs als erlebnishungriger Masochist. Habe mich schon mal eingelesen.

Davon gibt’s wohl mehrere Auflagen, denn das Buch wird auch mit dem Titel „Tortour de France – das härteste Radrennen der Welt im Selbstversuch“ angeboten.  

 

 

In den kommenden Wochen und Monaten werde ich diesen Blog zum Reise-Live-Blog umfunktionieren. Das heißt, ich lasse euch daran teilhaben, wo ich gerade radle und wie’s mir geht.

Am 20. Mai geht’s los: Start am Col de la Faucille … bleibt gespannt und bleibt dran.

 


Weiterführende Links:




Wie aus Burn-out im Ruhestand Bore-out wird

Der Autor Herb Stumpf und der Coach Wolfgang Schiele denken intensiv über den Vorruhestand nach, „weil die Veränderungen in diesem Lebensabschnitt ganz erheblich sind“, so Stumpf. Es geht eben nicht nur um die Finanzen, sondern auch um Beziehungen, das soziale Netz und um so banale Fragen, „wie strukturiere ich meinen Tagesablauf“. Diese Phase betrifft Kopf, Seele und Geist. Aus Burn-out kann dann unversehens Bore-out werden.

Wolfgang Schiele hat im Job-Portal Xing deswegen die fünf Gründe zusammengefasst, „warum man gut auf den Eintritt in den Ruhestand vorbereitet sein sollte“.

Gedanken zum Übergang vom Beruf in den Ruhestand:

  • Wir unterschätzen den Übergangsschock vom Berufsleben in die Ruhestandsphase: Er tritt nämlich abrupt, von einem Tag auf den anderen, ein. Wir, soeben noch mit dem Beruf vernetzt, verlassen plötzlich und unvorbereitet die Jahrzehnte lang gewohnten Struktur- und Ablaufmuster. Planungen für den Ruhestand: Fehlanzeige, weil – die Arbeit hat uns andere Prioritäten vorgegeben.
  • Als „Entberuflichte“ bewerten wir die vor uns liegende Zeitspanne der Späten Freiheit oft fahrlässig falsch: Wir leben durchschnittlich noch 20 Jahre lang. Das ist die gesamte Zeit unserer Kindheit, der Schul- und Berufsausbildung! Und wir haben zumeist keine langfristigen und nachhaltigen Pläne! Trotz immer besserer Gesundheit, großer Mobilität und hoher Flexibilität bis ins hohe Alter!
  • Unser Lebensphasenschalter wird mit einem Ruck umgelegt: von hoher Anforderung, ja möglicher Überforderung im Beruf, auf eine nunmehr drohende Unterforderung im Ruhestand. Von Burn-out-Syndrom auf „Bore-out-Syndrom“. Eine wirkliche Übergangs- und Anpassungszeit räumt uns das Leben nicht ein.
  • Der Wechsel in neue Rollen und Identitäten ist für uns heftig und ungewohnt. Heute noch Chef mit personeller und finanzieller Verantwortung oder Fachmann mit abrufbarem Wissen und hohem Ansehen, morgen, am Tage „Eins“ des Ruhestandes, sind wir entbunden von Mitarbeiterzuständigkeit, werden nicht mehr von Fachkollegen nach unserem Wissen und unseren Berufserfahrungen befragt. Ohne Funktion, nur noch Person.
  • Im Berufsleben haben wir so manche einschneidende Veränderung hingenommen: haben die Profession gewechselt, das Unternehmen, die Einstellung zur Arbeit. Fast schon ein „business as usual“ – eine ganz normale Übung eben. Wir waren Experten im Abwarten, Aussitzen, Anpassen – Changemanagement im beruflichen Leben war fast schon betriebliches Tagesgeschäft. Doch nun geht es nicht mehr an uns vorüber, sondern durch uns selbst durch, das Veränderungsmanagement …

Und Schiele hat die (mögliche) Entwicklung zum Bore-out in Uhr-Form zusammengefasst: Wer im Job besonders aktiv war und viel Verantwortung trug, kann nur schwer loslassen. Was nach dem Beruf kommt sehen sie als inhalts- und sinnlos an „und laufen somit Gefahr, in das berüchtigte ‚tiefe Loch‘ zu fallen“, wie es Schiele formuliert. Welche Phasen und Etappen diese Gruppe durchschreitet, hat der anhand  „Boreout-Uhr“ beschrieben.

Der Boreout-Prozess lässt sich Schiele zufolge grundsätzlich in vier Phasen aufteilen:

  1. Die Halte- oder Umschaltphase,
  2. Die Stillstandsphase,
  3. Die Frustrationsphase und
  4. Die Apathiephase.

 

Der Coach Schiele ist übrigens über die Webseite Coachingfiftyplus erreichbar.




Was Rentner bei der Steuererklärung beachten sollten

Nach den Rentenerhöhung 2016 und 2017 rutschen viele Rentner in die Steuerpflicht – sicher ungewohnt für einige. Viel Papierkram, missverständliche Formulare und die Angst davor, etwas zu vergessen oder einen Fehler zu machen, bleibt weder Jung noch Alt erspart. In vielen Fällen ist die Steuererklärung für Rentner aber gar keine Verpflichtung. Mehr dazu unter welchen Umständen Rentner überhaupt steuerpflichtig sind.

Schon 2016 stiegen die Renten deutlich, im Juli 2017 werden sie noch einmal um 3,59 Prozent im Osten und 1,9 Prozent im Westen angehoben. Wer seit 2005 eine gesetzliche Rentenversicherung bezieht, muss sich möglicherweise versteuern – kommt eben auf die Höhe an – und nicht nur das, wer neben einer gesetzlichen Rente andere Renten bezieht oder andere Formen von Einkünften, kann schnell steuerpflichtig werden.

Wann entsteht eine Steuerpflicht für Rentner?

Selbst wer nur gesetzliche Rente bezieht oder Pension, kann einkommensteuerpflichtig werden. Hierbei greift das sogenannte Kohortenprinzip.

  • Erster maßgeblicher Faktor für eine Besteuerung ist der allgemeine Freibetrag der Einkommensteuer – wer Einkünfte in Summe über den Freibetrag bezieht, ist potenziell steuerpflichtig. Für Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, gilt wie sonst auch der doppelte Freibetrag.
  • Zweiter maßgeblicher Faktor ist der sogenannte Besteuerungsanteil der gesetzlichen Rente. Hierbei wird ermittelt, zu welchem Teil die gesetzliche Rente steuerpflichtig ist. Dafür sind beispielsweise das Renteneintrittsalter sowie die Höhe der ersten Rentenzahlung relevant. Auf diesen Besteuerungsanteil wird dann unter Umständen die Einkommensteuer erhoben.
  • Damit nicht genug, der Fiskus langt auch zu, wenn weitere Renten und Einkünfte dazu kommen. Rürup- und Riesterrenten, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden, sind beispielsweise steuerpflichtig. Gleiches gilt für den Ertragsanteil anderer privater Rentenversicherungen.
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Vermietung und Verpachtung beispielsweise sowie freiberuflicher Tätigkeit unterliegen ebenfalls der Steuer. Wer Verluste verbucht, macht sie natürlich in seiner Steuererklärung geltend.

Wie ist das mit dem Besteuerungsanteil?

Jahr des Vorgesehener steuerfreier 
RentenbeginnsBesteuerungsanteil*Beitragsanteil
20055050
20065250.41
20075450.87
20085651.4
20095851.98
20106052.59
20116253.25
20126453.96
20136654.7
20146855.46
20157056.28
20167257.17
20177458.01
20187658.95
20197859.95
20208061
20218162.09
20228263.37
20238364.52
20248465.83
20258567.2
20268668.62
20278770.04
20288871.43
20298972.8
20309074.15
20319175.49
20329276.79
20339378.04
20349479.25
20359580.43
20369681.57
20379782.67
20389883.74
20399984.78
204010085.82

Das gilt für einen Standardrentner mit 45 Beitragsjahre mit dem jeweiligen Durchschnittsverdienst; *laut Alterseinkünftegesetz;  Näheres dazu, vor allem zum steuerfreien Beitragsanteil und zum steuerpflichtigen Mehranteil wird genau erklärt in der Studie zur Doppelbesteuerung von Neurentnern der Versicherungsberater-Gesellschaft

Wie ist das mit Zinsen?

Zinsen, Dividenden, Kursgewinne – wie sieht es damit aus? Wer beispielsweise Aktien besitzt und Dividenden bekommt und Kursgewinnen verbucht, kann sich – zwar nicht entspannt – zurücklehnen, denn Vater Staat zieht automatisch die Abgeltungssteuer ab plus Solidaritätszuschlag – und seit Januar 2015 auch Kirchensteuer. Das macht 25 Prozent plus 1,375 Prozent. Der „Soli“ beträgt 5,5 Prozent von der Abgeltungssteuer, deswegen diese krumme Prozentzahl. Das heißt, insgesamt werden Dividenden und Kursgewinne mit 26,375 Prozent besteuert – ohne Kirchensteuer.

Was ist mit anderen Kapitaleinkünften? Sie unterliegen der Einkommensteuer. Und was ist das? Ja, nun beispielsweise geht es dabei um den Ertragsanteil privater Rentenversicherungen. Unterliegen die Kapitaleinkünfte der Abgeltungsteuer, ist keine gesonderte Einkommensteuer verpflichtend, wenn sonst keine Pflicht vorliegt. Hier kann es sich aber lohnen, freiwillig eine Steuererklärung einzureichen. Insbesondere dann, wenn kein Freibetrag auf Kapitaleinkommen geltend gemacht wurde. Der entsprechende Steueranteil kann über die Steuererklärung zurückgefordert werden.

Wann ist eine Steuererklärung Pflicht?

Eine Steuerklärung muss damit in folgenden Fällen eingereicht werden:

  • Der Besteuerungsanteil der gesetzlichen Rente oder Pension liegt oberhalb des allgemeinen Freibetrags der Einkommensteuer.
  • Weitere Einkünfte aus Gewerbebetrieb beispielsweise oder Vermietung und Verpachtung werden bezogen.
  • Betriebliche oder private Renten werden zusätzlich bezogen.
  • Im Vorjahr wurde ein Verlust geltend gemacht.
  • Freiwillig: Abgeltungsteuerpflichtige Kapitaleinkünfte wurden bezogen und kein Sparerfreibetrag in Anspruch genommen.

Der Einzelfall zählt

Ganz schön kompliziert – wer soll da noch durchblicken? Pauschal lässt sich nicht sagen, ob ein Rentner steuerpflichtig ist oder nicht, deswegen ist es in vielen Fällen durchaus empfehlenswert, einen Steuerberater zu befragen. Auch der Fall, ab wann sich eine freiwillige Steuererklärung lohnt, ist nicht pauschal zu beantworten. Insbesondere für Rentner ergeben sich eine Reihe von Abzugsmöglichkeiten wie beispielsweise Versorgungsaufwendungen, die das steuerpflichtige Einkommen schmälern und gegebenenfalls unter den Freibetrag drücken. Besonderheiten können sich zudem für Rentner ergeben, die im Ausland leben und Rente aus dem Inland beziehen. In vielen Fällen besteht eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung an ein deutsches Finanzamt.

 




Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


Ironblogger München Logo

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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Sollen Kinderlose mehr zur Rente beitragen?

Sollen Kinderlose mehr zur Rente beitragen? Die Diskussion kocht wieder hoch: Sollen Kinderlose mehr beitragen? Wie steht es um den Beitrag der Kinderlosen für die Renten- und Familienpolitik beitragen. Die Junge Union (JU) will einen Kurswechsel angesichts vernichtend niedriger Geburtenzahlen. Die jungen Wilden denken über eine Sonderabgabe für Kinderlose, ein Willkommenspaket für Neugeborene in Höhe von 1000 Euro und eine automatische Erhöhung des Renteneintrittsalters. Und sie fordern sogar noch mehr: Kinderlose sollen ein Prozent ihres Einkommens als Sonderabgabe zahlen, zudem soll das Ehegatten- in ein Familiensplitting umgewandelt werden, wie der „Spiegel“ schreibt. Vor kurzem lobte Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, den „mutigen Vorschlag“ der Jungen Union.

Kinderlose empören sich

Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!, Buch von Kersitin Herrnkind Foto: Westend

Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!, Buch von Kersitin Herrnkind Foto: Westend

Die Kinderlosen sind empört und wehren sich – noch leise, was sich aber ändern könnte. Die Autorin des Buchs „Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!“ sieht in dieser Forderung eine „Hatz auf Kinderlose“. Sie sieht es als „Bullshit“ an, „die Kinderlosen für den Zusammenbruch des Rentensystems verantwortlich zu machen“. Dabei übersieht sie, wie andere Kinderlose, dass Eltern über die Maßen belastet werden. Ich habe mal vor rund zehn Jahren für FOCUS Online ausgerechnet, was ein Kind Eltern kostet– von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Es sind im Minimum 120 000 Euro. Wie gesagt, das war 2006, heute dürften es bereits 130 000 oder gar 140 000 Euro sein. Sollte das Kind studieren, was ja gar nicht so selten vorkommt, dann werden es schnell 150 000 Euro, weil die Eltern ihre studierenden Kinder auch weiter unterstützen, damit die finanzielle über die Runden kommen. Die Frage wird also drängender: Sollen Kinderlose mehr beitragen? Die Frage lässt sich auf Dauer nicht ad acta legen, denn das Rentensystem funktioniert nach dem Umlageverfahren und schließt zwei Pflichten ein: Die aktive Generation sorgt für die vorausgegangene und zieht parallel dazu die nachfolgende groß, die sie künftig versorgen soll. Kinderlose klinken sich einfach aus der zweiten Pflicht aus und glauben, das wäre okay.

Sollen Kinderlose mehr beitragen?

Ein Lastenausgleich zwischen Familien und Kinderlosen ist längst überfällig. Da Kanzlerin Angela Merkel aber keine Kinder hat, steht das Thema ganz unten auf ihrer Agenda, sprich es interessiert sich herzlich wenig. Ganz anders in Frankreich: „Eine lückenlose, ganztägige Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und ein Steuersystem, das Familien mit Kindern erheblich entlastet, waren fortan die Säulen der französischen Familienpolitik … „, schreibt die „Huffington Post“. „In Frankreich gibt es kein Ehegattensplitting, wohl aber ein Familiensplitting. Jedes Kind erhöht den Faktor um 0,5 Punkte, das heißt: Bei einem berufstätigen Ehepaar mit zwei Kindern teilt der Fiskus das Familieneinkommen durch den Faktor drei, um den Steuersatz in der Progression festzulegen. Dank großzügiger Grund-Freibeträge zahlen Paare mit drei Kindern dann oft überhaupt keine Einkommenssteuer mehr. So gesehen sind Kinder in Frankreich das schönste Steuersparmodell, das es gibt, schreibt das Handelsblatt (7.9.2010).“ Wer selbst ausrechnen will, was eine Familie in Frankreich zahlen würde, kann das mit dem Rechner des CGCV einmal für sich durchspielen. Eine Familie mit zwei Kinder hat den Faktor 3. Bei „Revenu fiscal de référence“ das zu versteuernde Einkommen eintragen, bei „Nombre de parts fiscales“ Personenfaktor eingeben (2 Erwachsene, 4 Kinder = 2 + 0,5 + 0,5 + 0,5 +0,5 = 4) und auf „Lancer le cacul“ klicken – und einfach mal mit der eigenen Steuer vergleichen.

Irgendetwas scheint schief zu laufen in Deutschland. „Einer Studie zufolge ist Deutschland in punkto Geburtenrate auf den letzten Platz in der Welt gerutscht“, schrieb das Handelsblatt am 29. Mai 2015. In den „vergangenen fünf Jahren wurden (in Deutschland) im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1000 Einwohner geboren; das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1000 Einwohner. Unter den EU-Ländern schneiden nur Portugal (9,0) und Italien (9,3) ähnlich schlecht ab. Die anderen großen EU-Länder haben dagegen deutlich höhere Geburtenraten; Frankreich und Großbritannien kommen im gleichen Zeitraum auf durchschnittlich 12,7 Geburten je 1000 Einwohner“ (Handelsblatt).

Alleinerziehende oft finanziell am Ende

Um welche Dimension es dabei geht, verdeutlicht das Statistische Bundesamt: 2014 zählte die Behörde rund 2,3 Millionen Alleinerziehende (Frauen stellen mit 90 Prozent die Mehrheit). Mittlerweile dürfte es vermutlich zweieinhalb Millionen sein. Das übliche Schema Vater-Mutter-Kind ist schon längst nicht mehr die Regel, was von der Politik gern übersehen wird. „Der Staat ist immer noch auf das Modell des männlichen Ernährers fixiert“, zitiert das Magazin „Lisa“ (Ausgabe 36/16) den Politologen Christoph Butterwegge. Das fange beim fehlenden Ausbau der Ganztagsbetreuung an – und höre bei schlechteren Job-Chancen für alleinerziehende Mütter auf.

Geringere Arbeitszeit, schlechter bezahlte Jobs – klar, dass am Monatsende unterm Strich wenig übrigbleibt. Viele Alleinerziehende schrammen an der Armutsgrenze vorbei. Wenn dann noch die Unterhaltszahlung des Vater – oder der Mutter – ausbleibt, sieht es düster aus. Das Leben wird so zum täglichen Kampf.

Leben ein ständiger Kraftakt

„Lisa“ hat mit drei Alleinerziehenden gesprochen, für die das Leben ein ständiger Kraftakt ist. Christine Finke gehört dazu, die seit der Trennung von ihrem Mann 2009 ihre drei Kinder (heute 7, 10 und 15) allein großzieht. „Die Bedingungen waren denkbar schlecht; mein Ex-Mann und die Großeltern wohnten mehrere Autostunden entfernt, ich verlor meinen Job“, so die Redakteurin. Christine bekomme Unterhalt, aber die vierköpfige Familie bewege sich dennoch gerade so über dem Existenzminimum. Nur mit Wohngeld und Unterstützung für die Kita-Plätze kommt sie über die Runden.

Wie prekär die Lage für berufstätige Alleinerziehende sei, zeige eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Dem Institut zufolge beziehen sogar gut ausgebildete Alleinerziehende deutlich länger Arbeitslosengeld II (Hartz 4) als Kinderlose. Christine schreibt ihre Erfahrungen im Blog „mama-arbeitet.de“ nieder und hat das Buch „Allein, alleiner, alleinziehend“ geschrieben.

Svenja Zirchow (34) – „Lisa“ hat den Namen geändert – geht es offensichtlich ähnlich. Sie hat einen Sohn: Ben. Das Geld sei trotz Jobs oft knapp. Und wehe, das Kind ist mal krank, dann müssen Alleinerziehende für ihr Recht und das Kankengeld kämpfen, dass ihnen nach §25 Sozialgesetzbuch zusteht. Längst nicht alle Arbeitgeber gleichen den Unterschied zwischen Krankengeld und normalem Gehalt aus. Manche Unternehmen setzen die Alleinerziehenden sogar unter Druck, so dass sie Angst haben, bei Krankheit des Kindes daheim zu bleiben.

Schließlich ist da noch Bärbel Gruner – auch ihr Namen wurde von „Lisa“ verändert. Die gelernte Krankenschwester lebe getrennt von den Vätern ihrer Kinder Dennis (17) und Sophie (14). Wie viele andere alleinerziehende Mütter kämpft sie um den Unterhalt. Dann muss der Staat mit Unterhaltsvorschuss einspringen sowie Sozialhilfe und Hartz 4. Ob sie wollen oder nicht, Alleinerziehenden bleibt gar nichts anderes übrig, als arbeiten zu gehen – und dann fangen die Schwierigkeiten an. Die Doppelbelastung führt irgendwann in den Burn-out, so auch bei Bärbel.

Weiterführende Links:




Staat erleichtert Rentner um 625 Millionen Euro

Mit der einen Hand gibt der Staat, mit der anderen nimmt er. Das ist der Fall bei Rentenerhöhungen. Da die Renten 2016 im Westen um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent stiegen, werden viele Rentner erstmals Steuern zahlen müssen, andere Rentner höhere Steuern.

Ohne groß nachzudenken, haben viele Online-Portale den Wortlaut der Nachrichtenagentur dpa einfach übernommen, die von „spülen“ schreibt – „Rentenerhöhung spült 625 Millionen Euro in Staatskasse“, wie „Spiegel Online“ schreibt. Das klingt so, als ob sich alle über den Zugriff des Staats freuen sollten, ziemlich euphemistisch. Das Online-Portal „Steuerratschlag“ spricht von Abzocke. Es gebe wohl weltweit nur einen Staat, in dem Journalisten so blöd seien, Steuererhöhungen für die eigenen Bürger auch noch zu bejubeln. Dieser Eindruck drängt sich bei dem Wort „spülen“ automatisch auf. Schlimmer allerdings ist, dass viele Medien das einfach unkritisch übernommen haben, darunter neben „Spiegel Online“, „ZEIT Online“, die „Badische Zeitung“ und das „Handelsblatt“, wie jeder selbst schnell bei Google nachchecken kann.

Steuern und Krankenversicherung

Dabei ist das nur die halbe Wahrheit, denn von der Brutto-Rente gehen ja nicht nur Steuern weg, sondern auch Sozialabgaben, sprich Kranken- und Pflegeversicherung, die sich auf die Höhe der Rente beziehen. Das heißt, den Rentnern wird noch weit mehr als die 625 Millionen Euro abgezogen.

Zur Erinnerung, eingeführt wurde die Rentenbesteuerung 2005 von einer Rot-Grünen-Regierung unter Gerhard Schröder. „Ausgehend von einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2002 wurde die Besteuerung der Altersbezüge durch das Alterseinkünftegesetz seit 2005 neu geregelt“, heißt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums. Seit 2005 werden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteuert: Das Perfide daran, das Gesetz wurde rückwirkend auch für bereits bestehende Renten angewandt. Denn, auch wer schon früher als 2005 eine Rente bezog und weiter bezieht, zahlt Steuern – und zwar muss er sie zu 50 Prozent versteuern. Seit dem steigt der zu versteuernde Anteil jedes Jahr um zwei Prozent, so dass, wer 2017 in Rente geht, dessen steuerpflichtiger Rentenanteil liegt bei 74 Prozent, 2018 sind es dann 76 Prozent und 2040 dann hundert Prozent.

Existenzminimum bleibt steuerfrei

Steuerfrei bleibt das Existenzminimum, der Grundfreibetrag in Höhe von 8652 Euro. Das entspricht monatlich 721 Euro. Für 2017 liegt der steuerliche Freibetrag bei 8820 Euro für Alleinstehende und bei 17 640 Euro für Ehepaare. Die Steuer richtet sich allerdings nicht nur nach der gesetzlichen Renten, sondern nach den Gesamteinkünften – und dazu können auch Mieteinnahmen, Einnahme aus selbstständiger Tätigkeit gehören. Es lohnt sich auf alle Fälle, Belege zu sammeln und alles gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen.

Bis wann ist Steuererklärung abzugeben?

Rentner, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, müssen diese bis zum 31. Mai des Folgejahrs beim Finanzamt abgeben. Wer länger braucht, sollte dem Finanzamt eine plausible Erklärung liefern. Eine Verlängerung der Frist bis zum 30. September des Folgejahres ist damit in der Regel kein Problem. Bundestag und Bundesrat haben allerdings im Juli 2016 ein Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens verabschiedet. Künftig müssen Steuerzahler ihre Steuererklärung ab dem Steuerjahr 2018 erst bis spätestens 31. Juli des Folgejahres abgeben.

Die „Berliner Morgenpost“ hat am 20. März Ruheständlern einige Frage zur Renten beantwortet. Die Antworten dürften auch andere Rentner interessieren. Untere anderem ging es dabei um das Thema Steuererklärung, Tod des Partners und Wahl der Steuerklasse. Hier ein Beispiel:

Ich bin alleinstehend und zum 1. Januar 2016 in Rente gegangen. Ich erhalte monatlich eine Rente von rund 1900 Euro. Muss ich eine Steuererklärung machen?

Da Sie im vergangenen Jahr dem Arbeitsleben den Rücken gekehrt haben, müssen Sie 72 Prozent Ihrer gesetzlichen Rente steuerlich veranschlagen. In Ihrem Fall wären das ca. 16.400 Euro im Jahr. Davon können Sie die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abziehen. Da Ihr Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von rund 16.300 Euro den Grundfreibetrag von 8652 Euro übersteigt, müssen Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung einreichen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Sie auch verpflichtet sind, Steuern zu zahlen. Schließlich können Sie das Finanzamt an einer Reihe von Ausgaben etwa für Medikamente, Kuren oder Pflege beteiligen. Nur wenn nach Abzug der Ausgaben Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag von 8652 Euro übersteigt, müssen Sie Steuern zahlen.




Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat

So nach knapp zwei Jahren fällt die Bilanz der Rente mit 63 Jahren durchwachsen aus. Das Gesetz aus der Feder von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ist reine Klientelpolitik, die nur Industriearbeiter mit durchgängiger Berufsbiografie betrifft. Alle anderen gehen leer aus. Aber 300 000 profitieren von diesem Gesetzt, so viele hatten bis Ende April 2015 einen entsprechenden Antrag gestellt. Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat.

Seit 1. Juli 2014 können Versicherte, die mindestens 45 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorzuweisen haben, Altersrente ab 63 Jahren ohne Abschläge in beanspruchen. Dumm, Akademiker sind schon mal per se ausgenommen, da ihr Studium nicht zählt, das heißt, sie kommen nie und nimmer in den Genuss der Rente mit 63.  

Abschlagsfreier Rentenbeginn ab 63

So richtig profitieren auch nur die Jahrgänge 51 und 52. Ab Jahrgang 1953 erhöht sich der abschlagfreie Rentenbeginn schrittweise auf 65 Jahre. Wer also 1953 geboren ist, kann nicht mit 63 Jahren in Rente gehen, sondern erst mit 63 plus zwei Monate, die Jahrgänge 54 mit 63 plus vier Monate …

Einige Hunderttausende sind es dennoch: Bis Ende April 2015 gingen der Deutschen Rentenversicherung zufolge rund 300 000 entsprechende Anträge ein. Ende 2014 waren es danach 206 000.  2014 und 2015 gingen rund 560 000 Anträge auf Rente mit 63 Jahren ein. Natürlich nutzen viele das, was ihnen angeboten wird. Was das kostet? Nun, das Mehr an Ausgaben liegt nach Schätzungen bei sieben Milliarden pro Jahr.

Ganz so einfach ist es nicht

Das Gros der Versicherten dürfte allerdings leer ausgehen und weiter bis 65 Jahre plus entsprechender Monate arbeiten müssen. Es lohnt, sich das mal genauer anzusehen: Wichtig und maßgebend ist, dass mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachgewiesen werden. Der geburtenstarke Jahrgang 66 hat übrigens das Nachsehen. Das Nachsehen haben auch Antragsteller, die in den letzten beiden Jahren nicht Arbeitslosengeld bezogen (Ausnahme: Insolvenz des Arbeitgebers oder die Betriebsaufgabe). Es zählen Pflichtbeitragszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund einer abhängigen Beschäftigung, des weiteren Zeiten der Kindererziehung bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr des Kindes und die Pflege von Angehörigen sowie Zeiten der Wehr- und Zivildienstpflicht oder Ersatzzeiten.

Akademiker sind leider gekniffen, weil sie auf keine 45 Jahre kommen. Von den sonstigen Anträgen dürften viele abgelehnt werden, weil die Voraussetzungen eben nicht reichen – wegen Arbeitslosigkeit beispielsweise.

Um das mal zu visualisieren, hier eine entsprechend Grafik:

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Übrigens hat die Einführung der abschlagfreien Rente mit 63 das Durchschnittsalter der Rentenzugänge bei Männern erstmals seit fast zwei Jahrzehnten absinken lassen: 2014 seien Männer im Schnitt mit 64,0 Jahren in Altersrente gegangen, so die Deutsche Rentenversicherung. 2013 lag das Durchschnittsalter der Neu-Rentner bei 64,1 Jahren. Das dürfte sich im Jahr 2015 fortgesetzt haben.