Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat

So nach knapp zwei Jahren fällt die Bilanz der Rente mit 63 Jahren durchwachsen aus. Das Gesetz aus der Feder von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ist reine Klientelpolitik, die nur Industriearbeiter mit durchgängiger Berufsbiografie betrifft. Alle anderen gehen leer aus. Aber 300 000 profitieren von diesem Gesetzt, so viele hatten bis Ende April 2015 einen entsprechenden Antrag gestellt. Was es mit der Rente mit 63 auf sich hat.

Seit 1. Juli 2014 können Versicherte, die mindestens 45 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorzuweisen haben, Altersrente ab 63 Jahren ohne Abschläge in beanspruchen. Dumm, Akademiker sind schon mal per se ausgenommen, da ihr Studium nicht zählt, das heißt, sie kommen nie und nimmer in den Genuss der Rente mit 63.  

Abschlagsfreier Rentenbeginn ab 63

So richtig profitieren auch nur die Jahrgänge 51 und 52. Ab Jahrgang 1953 erhöht sich der abschlagfreie Rentenbeginn schrittweise auf 65 Jahre. Wer also 1953 geboren ist, kann nicht mit 63 Jahren in Rente gehen, sondern erst mit 63 plus zwei Monate, die Jahrgänge 54 mit 63 plus vier Monate …

Einige Hunderttausende sind es dennoch: Bis Ende April 2015 gingen der Deutschen Rentenversicherung zufolge rund 300 000 entsprechende Anträge ein. Ende 2014 waren es danach 206 000.  2014 und 2015 gingen rund 560 000 Anträge auf Rente mit 63 Jahren ein. Natürlich nutzen viele das, was ihnen angeboten wird. Was das kostet? Nun, das Mehr an Ausgaben liegt nach Schätzungen bei sieben Milliarden pro Jahr.

Ganz so einfach ist es nicht

Das Gros der Versicherten dürfte allerdings leer ausgehen und weiter bis 65 Jahre plus entsprechender Monate arbeiten müssen. Es lohnt, sich das mal genauer anzusehen: Wichtig und maßgebend ist, dass mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachgewiesen werden. Der geburtenstarke Jahrgang 66 hat übrigens das Nachsehen. Das Nachsehen haben auch Antragsteller, die in den letzten beiden Jahren nicht Arbeitslosengeld bezogen (Ausnahme: Insolvenz des Arbeitgebers oder die Betriebsaufgabe). Es zählen Pflichtbeitragszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund einer abhängigen Beschäftigung, des weiteren Zeiten der Kindererziehung bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr des Kindes und die Pflege von Angehörigen sowie Zeiten der Wehr- und Zivildienstpflicht oder Ersatzzeiten.

Akademiker sind leider gekniffen, weil sie auf keine 45 Jahre kommen. Von den sonstigen Anträgen dürften viele abgelehnt werden, weil die Voraussetzungen eben nicht reichen – wegen Arbeitslosigkeit beispielsweise.

Um das mal zu visualisieren, hier eine entsprechend Grafik:

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Wer kann wann mit 63 Jahren in Rente gehen?

Übrigens hat die Einführung der abschlagfreien Rente mit 63 das Durchschnittsalter der Rentenzugänge bei Männern erstmals seit fast zwei Jahrzehnten absinken lassen: 2014 seien Männer im Schnitt mit 64,0 Jahren in Altersrente gegangen, so die Deutsche Rentenversicherung. 2013 lag das Durchschnittsalter der Neu-Rentner bei 64,1 Jahren. Das dürfte sich im Jahr 2015 fortgesetzt haben.




Wie hat sich die Rente in 128 Jahren entwickelt?

Was haben Andrea Nahles, Ulla Schmidt, Norbert Blüm, Walter Riester, Walter Arendt, Konrad Adenauer und Otto von Bismarck miteinander zu tun? Viel, denn sie haben die Entwicklung der Rentenversicherung maßgeblich beeinflusst – ob im positiven oder negativen Sinn sei dahin gestellt. Die gesetzliche Rente ist 128 Jahre alt – wie hat sie sich entwickelt?

„Zum Mitschreiben – die Rente ist sicher“, postulierte am 10. Oktober 1997 Norbert Blüm, der damalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, im Bundestag.  SPD-Politiker Rudolf Dreßler warnte, Blüm zu glauben. „Wer sich auf das Wort des Bundesministers verlässt, hat auf Sand gebaut“. Genau so ist es gekommen, wie wir heute wissen, zehn Jahre später.

„Kinder kriegen die Leute immer“

Die Geschichte der gesetzlichen Rente ist aber noch von mehr irrigen Annahmen geprägt. Erinnert sei nur an Konrad Adenauer, der davon überzeugt war: „Kinder kriegen die Leute immer“. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl war doch 1996 noch der Meinung, dass „die Rente das Ergebnis der Lebensleistung eines Menschen ist“. Weit kritischer – und aus heutiger Sicht auch realistischer – war dagegen der Ex-Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf, der erkannte, dass es mit dem Generationenvertrag nicht zum Besten bestellt ist, denn „die Generation meiner Kinder hat dadurch, dass sie nur wenige Kinder hat, den Generationenvertrag längst aufgekündigt; die Vorstellung, man könne eine Umlagesystem unbeschadet der demographischen Entwicklung und der Bereitschaft der Bevölkerung, Kapital zu bilden, auf Jahrzehnte hinaus garantieren, ist unrealistisch … Der Generationenvertrag ist demographisch gekündigt“. Ziemlich ehrlich war auch Wolfgang Schäuble, 2007 Bundesinnenminister, der meinte, das Rentenalter müsse über 67 Jahre hinaus verschoben werden.

Sozialdemokraten haben Überaltung verschlafen

Ansonsten sollte niemand einem Politiker glauben, vor allem dann nicht, wenn er etwas verspricht, weil er es ja doch nicht halten kann – wie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der 1999 noch der Öffentlichkeit vorgaukelte, er stehe dafür, dass „auch zukünftige Renten steigen wie die Nettoeinkommen.“ Sein Parteigenosse Walter Riester versprach nur ein Jahr später: „Ich kann den Jungen auch sagen, dass zukünftig jedes Jahr die Renten angehoben werden“. Schon 2004 gab es dann gleich drei Nullrunden – so viel zu Riesters Versprechen. Die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt log 2002 noch dreister indem sie behauptete, die Rentenanpassung werde nicht angetastet – und „die Vorschläge von Nullrunden kommen von denen, die vom Rentensystem wenig verstehen“. Von ihr stammt auch das Zitat: „Die Bundesregierung will keine Rentenkürzung, und deshalb hat sie sich dafür entschieden, dass die Auszahlung für die Rentner sicher ist, dass die Beitragssätze stabil sind.“ Neben Biedenkopf gehört Franz Müntefering zu den wenigen, die zur Selbstkritik in der Lage sind. Er räumte ein, dass „wir Sozialdemokraten in der Vergangenheit die drohende Überalterung unserer Gesellschaft verschlafen haben. Jetzt sind wir aufgewacht. Unsere Antwort heißt: Agenda 2010! Die Demographie macht den Umbau unserer Sozialsysteme zwingend notwendig.“

Schon vor 40 Jahren hätten die Rentenpolitiker gegensteuern müssen, denn es war bereits damals absehbar, dass sich die Demographie verschiebt, statt dessen haben sie ein Wahlversprechen nach dem anderen abgegeben. Sie wiegen die Öffentlichkeit immer noch in Sicherheit und gaukeln ihnen etwas vor, statt die Fakten nüchtern zu analysieren und daraus Folgerungen zu ziehen. Andrea Nahles, die mit 45 Jahren noch immer jüngste Rentenministerin in der deutschen Geschichte, hat die Agenda 2010 wieder zurück gedreht und ist mit milliardenschweren Wahlgeschenken ins Amt gestartet. Erinnert sei nur an die Ausweitung der Mütterrente und die „abschlagfreie Rente mit 63“.

Blick zurück in die Geschichte

Insofern lohnt ein Blick in die Geschichte der Rentenversicherung, deren Grundstein Otto von Bismarck vor 128 Jahren legte. Seit dem haben viele am Rad gedreht. „Kaum eine deutsche Regierung, die sich nicht an einer Reform versucht hätte“, schreibt die „Versicherungswirtschaft-heute“. Entscheidend war das Jahr 1957 als das bundesdeutschen Rentensystems unter Bundeskanzler Konrad Adenauer von dem bis dahin zugrundeliegende Kapitaldeckungsverfahren schrittweise durch das umlagefinanzierte Modell ersetzt wurde. Arbeitsministerin Andrea Nahles bildet mit der abschlagsfreien Altersrente ab 63 Jahren und der Mütterrente keine Ausnahme. Sie stehe vielmehr in langer historischer Tradition – und diese Geschichte verdeutlicht die Grafik des Versichererverbands GDV.
Auf den Link "Kinder kriegen die Leute sowieso" (unten) klicken - und in der Grafik die Maus über Jahreszahl oder Kopf bewegen.

„Kinder kriegen die Leute sowieso“ – Die Geschichte der deutschen Rentenreformen

Wobei bei Ulla Schmidt vergessen wurde, dass sie die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen verbrochen hat. 

Wer in den vergangenen Jahrzehnte das Sagen hatte als verantwortlicher Minister(in)

Bundesminister für Arbeit     
NameParteiAmtszeit vonAmtszeit bis
Anton StorchCDU20.9.194929.10.1957
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung
NameParteiAmtszeit vonAmtszeit bis
Theodor BlankCDU29.10.195726.10.1965
Hans KatzerCDU26.10.196521.10.1969
Walter ArendtSPD22.10.196916.12.1976
Herbert EhrenbergSPD16.12.197628.4.1982
Heinz WestphalSPD28.4.19821.10.1982
Norbert BlümCDU1.10.198227.10.1998
Walter RiesterSPD27.10.199822.10.2002
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit
NameParteiAmtszeit vonAmtszeit bis
Wolfgang ClementSPD22.10.200222.11.2005
Bundesminister für Arbeit und Soziales
NameParteiAmtszeit vonAmtszeit bis
Franz MünteferingSPD22.11.200521.11.2007
Olaf ScholzSPD21.11.200728.10.2009
Franz Josef JungCDU28.10.200927.11.2009
Ursula von der LeyenCDU30.11.200917.12.2013
Andrea NahlesSPD17.12.2013noch im Amt


Die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung

 

Ab 2020 gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Damit wachsen die Herausforderungen für die gesetzliche Rentenversicherung. Spätestens ab 2027 dürften die Alarmglocken schrillen, denn da können die ersten des geburtenstärksten Jahrgangs – mit Abschlägen allerdings – mit 63 Jahren in Rente gehen; 2029 folgen die nächsten mit 65 Jahren und 2031 folgen die letzten dieses Jahrgangs mit 67 Jahren. 1964 erblickten 1 357 304 Jungen und Mädchen das Licht der Welt.  1964 war der Peak – „nie zuvor und nie danach wurden in der deutschen Nachkriegsgeschichte mehr Kinder geboren als in diesem Jahr 1964″, schreibt FOCUS. „Was ist schon eine Facebook-Party gegen einen normalen Nachmittag in einem Kleinstadt-Freibad in den 70ern? Ein Witz.“ Das ganze Land sei wie ein großes Wimmelbild gewesen. „Die 64er werden auch noch als Rentner die meisten in diesem Land sein“, heißt es weiter. „Schon 2030, ja, das ist übermorgen, wird die Zahl der 60- bis 64-Jährigen um 1,6 Millionen höher liegen als heute“ – und das ist eine ziemlich sichere Prognose des Magazins. „Der Generationenvertrag wird nicht mehr funktionieren, auch wenn die Männer und Frauen des Jahrgangs 1964 als Erste überhaupt bis zum 67. Lebensjahr werden arbeiten müssen , um dann kaum das zu bekommen, was ihre Eltern einmal Rente nannten.“

1964 - der geburtenstärlste Jahrgang von Jochen Arntz

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Zum Jahrgang 1964 gibt es
von Jochen Arntz
das Buch
„1964 – Deutschlands stärkster Jahrgang“
208 Seiten, 19,64 Euro
im SZ-Shop

 

Renten-Diskussion bei Maybrit Illner am 28. April 2016

https://www.youtube.com/watch?v=v5UTOaZdHSg

Mehr zum Thema:

Bundeszentrale für politische Bildung: die Geschichte der Rentenversicherung
Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung
RP Online: von der kaiserlichen Botschaft zu Riesters Rentenplan 

Doc Player: 125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung 
Mario Wiegel: Politikerzitate




Ost-West-Rentenangleichung Sache des Staats

Was soll die Rentenversicherung denn noch alles schultern? Jetzt auch noch die Ost-West-Rentenangleichung. Wenn der Staat das will, so muss er es auch bezahlen – und nicht die Rentenversicherten. Bei der Vorstellung ihres Rentenreförmchens hat die Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles einigen Wirrwarr verursacht. Die Angleichung der Ost- und West-Renten ist eines ihrer Lieblingsprojekte. Sie ging davon aus, dass diese Aufgabe der Staat, sprich wir alle zahlen sollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist der Ansicht, das sollen die Beitragszahler der Rentenversicherung schultern. Nahles versprach, das Problem „zeitnah“ zu lösen. Es hat dann doch einige Zeit gedauert.

Wie die Rentenanpassung abläuft

Das Rentenüberleitungsabschlussgesetz sieht vor, das der Rentenwert Ost in sieben Schritten bis 2025 auf Westniveau angeglichen wird. Derzeit bekommen Ost-Rentner mit 28,66 Euro rund sechs Prozent weniger  als West-Rentner, die pro Entgeltpunkt 30,45 Euro bekommen.2018 wird dann der Wert der Ost-Rentner auf 95,8 Prozent des West-Niveau angeglichen, 2020 sind es dann 97,2 Prozent – und dann geht es jedes Jahr ein Stück weiter nach oben, bis 2024 Ost und West auf dem gleichen Niveau sind. Jede Medaille hat zwei Seiten: In dem Maß, in dem das Ost-Rentenniveau steigt, fällt die Höherwertung der Ost-Gehälter weg. Zurzeit werden sie bei der Rentenberechnung höher gerechnet. Aktuell sind das zwölf Prozent. Grund: Die Löhne in Ostdeutschland sind niedriger als im Westen. Was das genau heißt? Ein westdeutscher Beschäftigter muss jährlich 37 103 Euro verdienen, um einen Entgeltpunkt zu bekommen, im Osten sind es nur 33 148 Euro.

Warum soll die Rentenkasse zahlen?

Aber zurück zur Finanzierung dieser Angleichung: „Wir können es nicht zulassen, dass die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben einseitig den Beitragszahlern der Rentenversicherung aufgebürdet wird“, unterstreicht Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das gelte sowohl für die Finanzierung der sogenannten Mütterrente aus dem Rentenpaket 2014 als auch für die von der Koalition beschlossene Angleichung der Renten in Ost und West, die von der Lohnangleichung abgekoppelt sein soll. Sie verlangt eine Finanzierung aus Steuermitteln.

Buntenbach ist dankbar, dass Nahles endlich auch Zahlen über die langfristige Entwicklung von Beitragssatz und Rentenniveau bis zum Jahr 2045 vorlegt. Vorausberechnungen der Bundesregierung nur bis zum Jahr 2030 hätten die Einordnung der längerfristigen Auswirkungen von Reformvorschlägen immer schwerer gemacht.

Leitplanken für Rentenniveau und -beitrag

Die Rentenversicherung ist dafür, dass es „auch in Zukunft Leitplanken sowohl gegen ein zu niedriges Rentenniveau als auch gegen einen zu starken Anstieg des Beitragssatzes geben muss“, so Buntenbach.  Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass die demografisch bedingten Belastungen in der Alterssicherung auch künftig auf die Systembeteiligten verteilt und nicht einseitig von den Beitragszahlern oder den Rentenbeziehern zu tragen seien. Keinen Konsens gebe es allerdings bisher in der Frage, wo die Leitplanken liegen sollen.

Jetzt zahlen die Rentenversicherten doch für die Ost-West-Angleichung. Der Bund wird zwar zuschießen, aber die Hauptlast übernehmen die Rentenversicherten. Der im Bundeskabinett ausgehandelte Kompromiss zur Ost-West-Rentenangleichung lässt langfristig die Rentenbeiträge steigen. Aus internen Berechnungen der Rentenversicherer gehe hervor, dass für 2030 ein gesamtdeutscher Beitragssatz von 21,9 bis 22,0 Prozent erwartet werde, so die „Berliner Zeitung“ – ohne die Mehrausgaben seien es 21,8 Prozent. Die Angleichung soll grundsätzlich über die Rentenversicherung finanziert werden; der Bund werde sich aber ab 2015 an der Finanzierung der Renten dauerhaft mit weiteren zwei Milliarden Euro beteiligen. Der Zuschuss beginne 2022 in Höhe von 200 Millionen Euro und werde danach bis 2025 jährlich um 600 Millionen Euro ansteigen. Die Gesamtkosten für die Rentenangleichung beziffert Nahles dem „Handelsblatt“ zufolge im jetzt fertiggestellten Referentenentwurf auf 15,7 Milliarden Euro.

Eva Quadbeck von der „Rheinischen Post“ ist der Meinung: „Der eigentliche Fehler Anfang der 90er Jahre gemacht wurde, als mit der Zusammenlegung der Rentensysteme besiegelt wurde, dass diese Einheit aus der Sozialkasse finanziert werden soll. Dieser Fehler lässt sich heute nicht mehr rückgängig machen. Man sollte ihn allerdings nicht fortsetzen, indem man nun auch die Angleichung der Ost-Renten erneut zum Teil aus der Rentenkasse finanziert.“

Altersarmut zu vermeiden bedürfe es auf jeden Fall gezielter, ursachengerechter Ansätze. Mit Blick auf den von der Bundesarbeitsministerin vorgelegten Vorschlag zur Verbesserung der Situation von Erwerbsgeminderten sei es nach Buntenbachs Worten in der Selbstverwaltung unstrittig, dass zielgerichtete Lösungen zur Bekämpfung von Altersarmut gerade für diesen Personenkreis notwendig seien. Da die Quote der zusätzlich auf Grundsicherung angewiesenen Erwerbsminderungsrentner zurzeit bei etwa 15 Prozent liege, sei nachzuvollziehen, dass die Koalition hier eine weitere Leistungsverbesserung vornehmen wolle. Im Vergleich dazu betrage der Anteil bei den Altersrentnern weniger als drei Prozent. Über Zeitpunkt und Umfang dieser Leistungsausweitung gebe es keine Einigkeit in der Selbstverwaltung.

Buntenbach ging in ihrem Bericht auch auf die bessere Absicherung von Beschäftigten ein, die zwar lange Zeit erwerbstätig sind, aufgrund geringer Verdienste aber keine ausreichenden Alterssicherungsansprüche aufbauen. Vorschläge wie die „solidarische Lebensleistungsrente“ lehne die Selbstverwaltung ab, da hier eine Vermischung von Versicherungs- und Fürsorgeprinzip erfolge. Die Entscheidung der Bundesarbeitsministerin, die von ihr vorgeschlagene Solidarrente außerhalb der Rentenversicherung anzusiedeln, sei nach Buntenbachs Worten nachzuvollziehen.

Pflichtversicherung für Selbstständige

Mit der angedachten obligatorischen Alterssicherung für alle Selbstständigen könne sie sich durchaus anfreunden. Gegenwärtig sei das Risiko, im Alter Grundsicherungsleistungen in Anspruch nehmen zu müssen, bei vorher selbstständig Erwerbstätigen etwa doppelt so hoch wie bei vorher abhängig Beschäftigten.

Foto: Deutscher Bundestag




Renten steigen bis 2030 im Schnitt um zwei Prozent

Jedes Jahr zwei Prozent mehr – um so viel sollen die Renten in Deutschland bis 2030 steigen. Die 20,8 Millionen Rentner können damit rechnen, dass die Bezüge bis dahin um durchschnittliche 2,1 Prozent pro Jahr steigen. Das geht zumindest aus den Modellrechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor. Insgesamt sollen sich die Renten im Schnitt bis 2030 um 35 Prozent erhöhen. Parallel dazu sinkt allerdings das Rentenniveau von derzeit 48 auf 47 Prozent im Jahr 2024, danach geht es weiter nach unten bis auf 44,5 Prozent im Jahr 2030. Im vergangenen Jahr sahen die Prognosen noch etwas positiver aus – da sollten die Renten bis 2029 noch um 41 Prozent steigen.

Beitragssatz steigt auf 21,8 Prozent

Im Rentenversicherungsbericht 2016 des BMAS stehen noch mehr interessante Details. So wird 2030 der Beitragssatz auf 21,8 Prozent gestiegen sein, der Standardrentner bekommt dann 1844 Euro monatlich, das entspricht einem Rentenniveau von 44,5 Prozent. Standardrentner ist eine Modellperson, die 45 Jahre Beiträge eingezahlt und wie der Durchschnitt verdient hat. Das BMAS geht davon aus, dass die Beschäftigten riestern und 2030 monatlich 278 Euro bekommen. Zusammen mit der gesetzlichen Rente macht das dann 2122 Euro aus, was einem Sicherungsniveau von 51,2 Prozent entspricht.

Im Schnitt nur 1025 Euro Rente

Weitere wichtige Daten: Zurzeit gibt es rund 20,8 Millionen Rentner in Deutschland – 200 000 mehr als 2015. Standardrente ist das eine, tatsächlich ausgezahlte Rente das andere. Laut Rentenversicherungsbericht wurden 2015 im Schnitt an Männer 1025 Euro Rente pro Monat ausgezahlt. In Ostdeutschland war der Wert mit 1076 Euro etwas höher als im Westen mit 1012 Euro. Frauen bekommen deutlicher weniger. Im Westen erhielten sie im Schnitt 586, im Osten 838 Euro. Dass Frauen im Osten mehr bekommen als Frauen im Westen liegt daran, dass Frauen in den neuen Ländern mehr gearbeitet haben – sie konnten ihre Kinder schon früh in die Krippe, den Kindergarten oder Hort geben. Glücklicherweise leben viele Frauen nicht allein, so dass noch andere Einkünfte hinzukommen. Deswegen sind die Nettoeinkommen der Rentnerhaushalte meist deutlich höher.

Am 24. November wollen Union und SPD bei ein Rentenreformpaket schnüren. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will noch bis Ende November ein Rentenkonzept vorlegen.

Rentenniveau

Entwicklung des Rentenniveaus seit 2000
 StandardverdienstStandardrenteRentenniveau
200023.34112.35652,9
200123.78512.51252.6
200224.08312.74652,9
200324.24412.92553,3
200424.34112.89153,0
200524.38912.82152,6
200624.50112.79652,2
200724.90712.78151,3
200825.42512.84050,5
200925.10113.05552,0
201025.63213.23251,6
201126.44113.25350,1
201227.24913.46549,4
201327.84713.61248,9
201428.55313.74348,1
201529.310*13.95547,6
201630.020*14.36747,9
201748,1**
*vorläufig**erwartetQuelle: Deutsche Rentenversicherung




2017 erhöht sich die Rente weniger stark als 2016

2017 werden die Renten weniger stark erhöht als 2016, so viel steht jetzt schon fest. Der Deutschen Rentenversicherung zufolge werden die Renten 2017 um etwa zwei Prozent steigen – im Osten etwas mehr als im Westen, vermutlich 1,5 Prozent im Westen und 2,0 Prozent im Osten. Das ist im Vergleich zu 2016 deutlich weniger, denn im Juli gab’s für West-Rentner 4,25 Prozent mehr und für Ost-Rentner 5,95 Prozent.

Rentenerhöhung, 4 Prozent im Westen, 5 Prozent im Osten
Mit der Rente geht es richtig rauf
Wann Rentner Steuern zahlen müssen
SPD fordert ein Rentenniveau bei 50 Prozent

Rentenniveau 2017 bei 48,2 Prozent

Auch in den kommenden Jahren dürften die Renten um zwei Prozent zulegen. Das Rentenniveau wird sich nach Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 2017 voraussichtlich weiter leicht auf 48,2 Prozent erhöhen – nach 48 Prozent in diesem Jahr. Bis Oktober 2016 lag das Rentenniveau bei 47,8 Prozent. Nur zur Erinnerung: 2000 lag das Rentenniveau noch bei 53 Prozent. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Standardrente eines Jahres zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler desselben Jahres.

Guter Arbeitsmarkt gut für Rente

Grund für diese Rentenentwicklung ist gute Beschäftigungslage. Die Erwerbstätigenquote ist laut Statistischem Bundesamt mittlerweile auf 66,1 Prozent gestiegen – das ist der Anteil der Erwerbstätigen an allen Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) geht davon aus, dass der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2021 stabil bei 18,7 Prozent bleibt.

Ein Viertel hat nur die gesetzliche Rente

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht die Rentenreformen vor rund 15 Jahren positiv. So könne der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 gebremst werden und falle um sechs Prozentpunkte geringer aus als ohne die Reformen. Das um acht Prozentpunkte niedrigere Rentenniveau müsse durch betriebliche Altersvorsorge geschlossen werden oder durch Riester-Rente. 53,7 Prozent der Menschen, die in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, sorgen zurzeit laut GDV bereits mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder einer Riester-Rente vor. Allerdings haben 23,9 Prozent der Versicherten neben der gesetzlichen Rente keine weitere Altersvorsorge. Genau diese Gruppe dürfte jedoch in der Zukunft ein Problem bekommen und in die Altersarmut rutschen, so dass sie auf Grundsicherung angewiesen ist. Darauf verweisen auch die Sozialverbände VdK und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband immer wieder.

Die Rentenerhöhungen der Vergangenheit

JahrWestOst
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,5e2,0e
e=erwartet

Rentenniveau

Entwicklung des Rentenniveaus seit 2000
 StandardverdienstStandardrenteRentenniveau
200023.34112.35652,9
200123.78512.51252.6
200224.08312.74652,9
200324.24412.92553,3
200424.34112.89153,0
200524.38912.82152,6
200624.50112.79652,2
200724.90712.78151,3
200825.42512.84050,5
200925.10113.05552,0
201025.63213.23251,6
201126.44113.25350,1
201227.24913.46549,4
201327.84713.61248,9
201428.55313.74348,1
201529.310*13.95547,6
201630.020*14.36747,9
201748,1**
*vorläufig**erwartetQuelle: Deutsche Rentenversicherung




Was ist die Flexi-Rente und wann kommt sie?

Die Flexi-Rente – was ist das? Wer früher in Rente gehen will, soll das dürfen, ebenso soll er länger arbeiten dürfen, wenn er will. Das nennt sich dann Flexi-Rente. Die Flexi-Rente tritt teils zum 1. Januar in Kraft getreten, teils wird sie erst zum 1. Juli 2017 in Kraft treten. Das neue Hinzuverdienstrecht beispielsweise kommt erst ab Juli 2017. Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Flexi-Rente soll Hürden abbauen

Die Flexi-Rente soll die Hürden für den Bezug einer vorgezogenen Teilrente abbauen.  Künftig dürfen, so Nahles‘ Entwurf, Teilrentner mehr vom Zuverdienst zu den Altersbezügen behalten. Ferner sieht der Entwurf vor, dass Arbeitgeber bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung entlastet werden, wenn sie Rentner über das Erreichen der Altersgrenze hinaus beschäftigen. Nach groben Schätzungen der Rentenexperten entgehen der Bundesagentur für Arbeit (BA) dadurch bis zu 87 Millionen Euro jährlich.

Wann kommt die Flexi-Rente?

Der Gesetzesentwurf für die Flexi-Rente wurde am 21. Oktober 2016 verabschiedet. Die Neuregelungen traten teils im Januar 2017 in Kraft, teils treten sie zum 1. Juli 2017 in Kraft.  

Nahles will Flexi-Rente

Das Projekt Flexi-Rente liegt ja schon lang in der Schublade der Sozialministerien Andrea Nahles. Bereits im Dezember des vergangenen Jahre klärte die Deutsche Rentenversicherung über die Flexi-Rente auf. Ziel der Flexi-Rente sei es zum einen das flexiblere Weiterarbeiten bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze, zum anderen das attraktive Weiterarbeiten nach Erreichen der Grenze. Übrigens, geht die Flexi-Rente auf Carsten Linnemann, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, zurück. Die Idee verfolge Linnemann, so „FOCUS“,  seit seinem Japan-Aufenthalt im Frühjahr 2013. Damals habe er gemerkt, bei der Berufstätigkeit im Alter gehe es nicht so sehr ums Geld, sondern ums Dazugehören. Die Japaner würden sich freuen, wenn sie noch dürfen. „Arbeit ist ein Wert an sich. Das ging mir nicht aus dem Kopf“, wird er von „FOCUS“ zitiert. Aber ganz abgesehen davon, müsse die Politik mehr für die tun, die nicht mehr arbeiten können. Das seien immerhin 1,7 Millionen Menschen in Deutschland. Sie bekommen zu wenig Erwerbsminderungsrente, wie sich mittlerweile herumgesprochen hat. „Für alle anderen sollen die Anreize steigen, länger zu arbeiten“, so der Flexi-Renten-Verfechter.

Flexi-Rente macht vieles komplizierter

Für die Rentenversicherung bedeutet das: Durch die Flexi-Rente wird künftig vieles noch komplizierter. Noch eines wird die Flexi-Rente bringen: Damit künftig mehr Beschäftigte und diese auch länger arbeiten, muss mehr in die Rehabilitation und Prävention gesteckt werden. Bislang hat die Rentenversicherung Reha-Antragsteller eher ausgebremst, was sich auch in den Antragszahlen des vergangenen Jahres ablesen lässt: -2,4 Prozent von Januar bis Ende November 2015. So wird das allerdings nichts mit der Flexi-Rente. Da muss die Rentenversicherung komplett umdenken. Jetzt will Nahles Versicherten die Möglichkeit einräumen, sich zwischen dem 45. und 46. Lebensjahr gesundheitlich durchchecken zu lassen. Ob das dann in einer medizinischen und beruflichen Rehabilitierung mündet, ist eine ganz andere Frage. Auf die Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen allerdings Mindereinnahmen von 79 bis 87 Millionen Euro jährlich zu.

Die IG Metall will noch eines drauf setzen und fordert neben einer Rentenreform auch eine Neuorientierung der Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitslosenversicherung müsse zur „Arbeitsversicherung“ umgebaut werden, die sich stärker als bislang darum kümmert, dass die Menschen auch angesichts des anstehenden Wandels von Tätigkeiten in Folge der Digitalisierung der Arbeitswelt in Arbeit bleiben können, der erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann. Neben der physischen und psychischen Reha müsste es so etwas wie eine berufliche Reha geben. Hofmann meint denn auch, das müsse als Teil der Versicherungsleistung begriffen werden. Damit ließe sich auch das Armutsrisiko senken.

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren?

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren? Rentenversicherte sollen ab dem 63. Lebensjahr auch eine Teilrente beantragen können – und zwar stufenlos. Bislang war es so, dass nur zwischen einer Zweidrittel-, einer halben oder einer Eindrittel-Teilrente gewählt werden konnte. Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel erklärt auf mehr als 40 Seiten verständlich und detailliert die Flexi-Rente, gibt Tipps, Formulierungen und Rechenbeispiele zum praktikablen Anwenden und zum Nachrechnen für die eigene Rente. Der Ratgeber „Flexirente“ ist zum Herunterladen und kostet 7,90 Euro.

Maximal 6300 Euro Zuverdienst

Künftig soll nicht mehr alles auf die Rente angerechnet werden, wenn ein Teilrentner mehr als 450 Euro verdient, sondern nur noch zu 40 Prozent – bis zu einer individuellen Obergrenze. Bis zu zweimal jährlich darf bislang mehr als diese 450 Euro (insgesamt 6300 Euro pro Jahr) verdient werden, wobei das nur für abhängig Beschäftigte gilt. Wer Selbstständig ist und nicht monatlich abrechnet, darf nur zwölfmal 450 Euro verdienen. Wer mehr als diese Obergrenze verdient, muss damit rechnet, dass der Mehrverdienst voll auf die Rente angerechnet wird. Das heißt, Selbstständige müssen am Ende ihr Jahreseinkommen durch zwölf teilen. Liegt das Ergebnis dann über der Hinzuverdienstgrenze, gibt es weniger Rente, so dass Selbstständige in den Genuss dieser Ausnahmeregelung faktisch gar nicht kommen können. „Liegt das Zusatzeinkommen über der Hinzuverdienstgrenze, so gibt es – und zwar rückwirkend und für die Zunkunft – nur noch eine Teilrente“, schreibt der Selbstständigen-Ratgeber Mediafon. Wer zur Rente etwas hinzuverdient, muss jedes Jahr die Deutschen Rentenversicherung über seinen Hinzuverdienste informieren. Dumm nur, er weiß ja meist noch gar nicht so genau, wie viel er in dem betreffenden Jahr tatsächlich verdient. Besonders schwierig wird das bei Selbstständigen. Im Folgejahr zum 1. Juli gleicht die Deutsche Rentenversicherung die Prognose mit dem tatsächlich gemeldeten Verdienst ab. Wer mehr verdient hat als prognostiziert, dem wird die Rente nachträglich gekürzt. Das ist total an der Realität vorbei und dem Hirn von Bürokraten entsprungen. Die Deutsche Rentenversicherung nennt das „Spitzabrechnung“– total realitätsfremd und für Selbstständig absolut daneben. „Die Einkommensprognosen für das Vorjahr werden zum darauf folgenden 1. Juli mit dem tatsächlich erzielten Hinzuverdienst rückschauend centgenau verglichen („Spitzabrechnung“) und die Rente unter Berücksichtigung des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet“, so die Deutsche Rentenversicherung.

Ab 1. Juli 2017 soll das anders werden wie der „Ratgeber Flexirente“ schreibt: „Es wird wie bisher das Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen und vergleichbares Einkommen als Hinzuverdienst erfasst; es kommt entgegen der alten Regelung nicht mehr darauf an, ob der Hinzuverdienst aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit herrührt; alle anrechenbaren Einkünfte werden als eine Summe zusammengefasst“ – und die Grenze liegt bei 6300 Euro (monatlich 525 Euro). Und wer in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Rente geht, kann für den Rest des Jahres die vollen 6300 Euro hinzuverdienen, ohne dass sich das negativ auf seine Rente auswirkt.

Maximal können Rente und Hinzuverdienst zusammen so hoch sein wie der höchste Bruttoverdienst der vorangegangenen 15 Jahre.

Ausgleichszahlung soll möglich sein

Der Entwurf sieht ferner die Möglichkeit vor, Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten durch frühzeitige Zahlungen auszugleichen – und das soll schon ab 50 möglich sein (bisher ist erst ab 55 Jahren). Dazu ein konkretes Beispiel – durchgerechnet von finanzen.de: „Bei einer Bruttorente von 1000 Euro und einem um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn reduziert sich die Rente um 72 Euro pro Monat; der Deutschen Rentenversicherung zufolge könnte dieser Abschlag durch eine Ausgleichszahlung von 17 280 Euro wettgemacht werden; die Zahlung kann dabei auf einen Schlag oder gestückelt geschehen“. Zur Erinnerung: Pro Monat früher in Rente muss der Rentner einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen, bei zwei Jahren sind das 0,3 * 24 = 7,2 Prozent. Die 17 280 Euro gleichen diesen Abschlag aus.

Übrigens, es lohnt sich zurzeit, Abschläge durch Ausgleichszahlungen abzumildern, das schreibt sowohl das Vergleichsportal „Finanztip“, wie das Portal Anwaltsauskunft: „Was kaum einer glauben mag, ist aber Fakt und durch verschiedene Studien bestätigt: Die gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen schlägt in vielen Fällen sowohl die Riester-Rente als auch die Rürup-Rente“, so Rechtsanwalt Wagner. „Angesichts der rekordtiefen Zinsen und der zu erwartenden niedrigen privaten Renten bei Neuabschlüssen spricht viel für die gesetzliche Rente, da diese vom Zinsniveau am Kapitalmarkt völlig abgekoppelt ist.“ Hinzu kämen die dauerhaft höhere Rente, die höhere Witwen- oder Witwerrente und die steuerlichen Vergünstigungen bei der Einzahlung.

Interessant sind freiwilige Beitragszahlungen für

  • „Vor 1955 geborene Mütter, die trotz Kindererziehungszeiten nicht auf die für eine Regelaltersrente nötige Mindestversicherungszeit von fünf Jahren kommen. Mit Eintritt ins Rentenalter können Sie die fehlenden Monate auffüllen“, wie FOCUS-Online schreibt.

Übrigens gibt es für freiwilligen Beiträge eine Unter- und Obergrenze: Monatlich sind mindestens 84,15 Euro zu zahlen (pro Jahr 1009,80 Euro), höchstens sind 1187,45 Euro pro Monat möglich (ergibt im Jahr 14.249,40 Euro) – also ein großer Spielraum.


Ach ja, die sogenannte Zwangsverrentung von Hartz-IV-Beziehern soll eingedämmt werden. Die Rentenversicherung darf, so der Gesetzesentwurf, Betroffene  nicht mehr vorzeitig in die Rente schicken, wenn der Rentenanspruch damit unter Hartz-IV-Niveau fällt und Grundsicherung im Alter beantragt werden müsste.

Wo liegt die Obergrenze? Auf der Seite „Seniorenbedarf“ steht:

Die 40%-Regelung gilt nur bis zu einer Obergrenze in der Höhe der bisherigen Bruttoeinkommen aus Arbeit. Dabei wird der höchste Wert aus den letzten 15 Jahren herangezogen. Wenn also unser Anton A im Beispielsfall mehr als 50.000 € Jahresbrutto neben der Teilrente dazuverdient, wird dieser Betrag voll gegen seine Rente gerechnet und es kommt zu keiner Rentenauszahlung. Das nächste Problem ist, und dies wird hier verschwiegen, dass der vorzeitige Rentenbeginn für A auch Nachteile haben kann, weil er auf die hier festgestellten Entgeltpunkte einen rentenrechtlichen Abschlag erhalten kann, den er bei einer späteren Vollrente mit angerechnet bekommt.

Abschläge ausgleichen durch Zahlungen

Wer heute früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen. Die kann er ausgleichen, um die Abschläge auszugleichen. Die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen zum Ausgleich von Abschlägen soll künftig schon ab 50 möglich sein – bislang lag die Grenze bei 55 Jahren. Das kann sich lohnen, denn mit dem Ausgleichsbetrag lässt sich eine Rendite von zwei bis drei Prozent einfahren, wo sonst gibt’s die noch. Dafür ist das Formular V0210 auszufüllen „Antrag auf Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“.

Und noch ein Detail dürfte für Versicherte interessant sein: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, parallel zur Rente, soll vom Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung profitieren – der soll die Rente erhöhen. Das gilt indes nur, wenn auch der Teilrentner seinen Arbeitnehmeranteil zahlt.

Regelungswut von Andrea Nahles

Eines ist heute schon sicher: einfacher wird’s nicht. Die Regelungswut von Andrea Nahles kennt keine Grenzen.

Dazu der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling:

Die gestrige Einigung ist auch ein wichtiger Schritt, um andere Projekte der Koalition zügig aufs Gleis zu setzen. Dazu gehört die Umsetzung der Flexi-Rente. Eine Koalitionsarbeitsgruppe hatte sich bereits im November auf die Eckpunkte verständigt und einen Abschlussbericht vorgelegt. Derzeit wird ein Gesetzentwurf erarbeitet. Hierzu waren noch einige Detailfragen zu klären. Nun wollen wir erreichen, dass vor der Sommerpause auch der Gesetzentwurf kommt. Mit der Flexi-Rente wollen wir Frühverrentung vermeiden und Anreize zum längeren Verbleib im Erwerbsleben erhöhen. Das Hinzuverdienstrecht wird wesentlich vereinfacht. Wir wollen durch klare und transparente Information, den Menschen zeigen, wie sich längeres Arbeiten lohnen kann und welche flexiblen Übergänge möglich sind. Hierfür wollen wir eine transparente Renteninformation, die jeder versteht. Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung bringen derzeit keinen rentenrechtlichen Vorteil für die Beschäftigten. Das wollen wir ändern, und es belohnen, wenn der Arbeitnehmer seinen Beitrag leistet. Der isolierte Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung bei Beschäftigung nach der Regelaltersgrenze soll zudem befristet für fünf Jahre entfallen. – Denn Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, sind versicherungsfrei.

Wie kommt der Gesetzesentwurf an?

Wie kommt der Gesetzentwurf an? Sozialverbände und Opposition kritisieren ihn als unzureichend. Die Anreize für Teilrente und Teilzeit blieben zu gering. Kranke und Geringqualifizierte würden zu wenig unterstützt. Der Linke-Rentenexperte Matthias W. Birkwald warnte, die Teilrente sei mit größter Vorsicht zu genießen. Dem Grünen-Rentenexperte Markus Kurth sind die neuen Möglichkeiten für fließendere Übergänge viel zu kompliziert; ganz abgesehen davon, dass der Gesetzentwurf  an den Bedürfnissen der Älteren völlig vorbei gehe. Künftig sollen Rentner bei einer vorgezogenen Teilrente und Weiterarbeit in Teilzeit kleinere Renten-Abschläge in Kauf nehmen müssen als heute.

Jetzt zeigt sich bei Musterberechnungen der Stiftung Warentest, dass nicht alle Versicherte davon profitieren würden. „Es gibt auch Fälle, die sich mit der geplanten Flexi-Rente schlechter stellen“, so in einer Stellungnahme der Stiftung für den Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Das sagt beispielsweise die „Lausitzer Rundschau“ zur Flexi-Rente:

Das Flexi-Renten-Konzept der Großen Koalition ist ungefähr so flexi, wie ein Holzbalken weicher als eine Stahlstrebe ist: nur geringfügig. Vor allem ist die Regelung immer noch so kompliziert, dass kaum mehr als bisher davon Gebrauch machen werden. Zumal auf die Nutzer die Gefahr lauert, dass von der Teilrente sogar nachträglich noch Geld zurückgefordert werden kann. Ziel muss es doch sein, jenen, die auch im Rentenalter noch arbeiten wollen, das unbürokratisch zu ermöglichen. Ebenso jenen, die früher kürzertreten wollen. Ein größeres Rad dreht unter den Parteien in Punkto Flexi-Rente derzeit nur die FDP, die sich an Schweden orientiert: Möglichkeit zum Bezug der dann erworbenen Rente schon mit 60, sofern man dadurch nicht zum Armutsfall wird, völlig freie Hinzuarbeitsmöglichkeit ohne Abzüge so lange man will, aber auch Pflicht zur weiteren Einzahlung in die Rentenkasse

Ein Video, das Aufschlüsse gibt, wie es funktionieren kann:

Ein Rechenbeispiel:

Der fiktive Axel B. hat Anspruch auf eine ungekürzte Rente von 1065 Euro. Er entschließt sich drei Jahre vor seinem Rentenantrittsalter in Rente zu gehen. Dadurch wird seine Rente um 10,8 Prozent gemindert. Sie beträgt dann 950 Euro brutto (ohne Abzüge zur Kranken- und Pflegeversicherung). Axel B. möchte seine aber Beschäftigung nicht ganz aufgeben, sondern auf die Hälfte an Arbeitszeit reduzieren. Sein Gehalt (neben der Rente) beträgt dann nur noch 1.511 Euro.

Aktuell würde das bedeuten:

Sein Hinzuverdienst übersteigt sowohl die Grenze für eine volle Rente als auch für eine Rente in Höhe von zwei Dritteln.Daher hat er Anspruch auf eine halbe Rente. Diese würde 475 Euro betragen.

Mit der Flexi-Rente hieße das:

Basierend auf seinem monatlichen Verdienst beträgt der jährliche Hinzuverdienst von Axel B. 18.132 Euro. Hiervon bleiben 6300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag von 394 Euro im Monat. Die Rente, die er noch erhält beträgt dann also 556 Euro.

Aufbesserung der Rentenansprüche

Aktuell würde das Modell von Herrn B. nicht zu einer Veränderung seiner Rentenansprüche führen. Mit der Flexi-Rente könnte er sich allerdings entschließen, neben seinem Arbeitgeber auch selbst Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Wenn er das im Jahr 2018 täte, würde sich seine Rente daher ab 1. Juli 2019 (nach heutigen Werten) um 15,23 Euro monatlich erhöhen.

Quelle: FAZ/Deutsche Rentenversicherung

Die wichtigsten Punkte des Gesetzesentwurfs

  • Es soll möglich sein, vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen
  • Bei vorgezogener Rente soll es möglich sein, mit Arbeit den Rentenanspruch zu erhöhen. Rentner sind künftig rentenversichert bis zur Regelaltersgrenze
  • Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, soll Entgeltpunkte sammeln können
  • Es soll möglich sein, früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen
  • Die Rentenversicherung will Versicherte früher und über Gestaltungsmöglichkeiten informieren
  • Arbeitgeber müssen künftig für ältere Arbeitnehmer nicht mehr den gesonderten Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen

  • Häufig sinnvoll: Stimmen Sie Ihre private Altersvorsoge zeitlich mit der gesetzlichen Rente ab.
  • Informieren Sie Ihren Versicherer rechtzeitig, wann Sie das Geld abrufen möchten. Der Antrag muss in der Regel einige Monate im Voraus gestellt werden.
  • Achten Sie auf die Besteuerung Ihrer Versicherungsleistungen. Im Zweifel sprechen Sie Ihren Versicherer oder Vermittler an.
  • Ist eine Unfallversicherung in Ihre Altersvorsorge integriert? Falls diese mit dem Eintritt in die Rentenphase wegfällt, sollten Sie eventuelle Schutzlücken schließen.

Quelle: Die Deutschen Versicherer (GDV)

Am 25. November 2016 hat der Bundesrat die Flexi-Rente abgesegnet. Damit können Arbeitnehmer vom kommenden Jahr an flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Das Gesetz erlaubt es denjenigen, die mit 63 Jahren in Teilrente gehen, künftig deutlich mehr hinzu zu verdienen. Ab Juli 2017 können Rentner jährlich 6300 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Darüber liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

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Viele Junge juckt Altersvorsorge herzlich wenig

„Altersvorsorge? Juckt mich nicht!“ So denken annähernd zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen. Sie vernachlässigen es, fürs Alter privat vorzusorgen, ja viele junge Deutsche haben über private Altersvorsorge noch überhaupt nicht nachgedacht. Das ergab eine Studie von Emnid im Auftrag der Postbank. Das Paradoxe daran, ein Fünftel der jungen Bundesbürger sind davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente für ihren Ruhestand ausreichen wird.

Es wird für die Rente schon reichen

Es erstaunt, wie gelassen viele sind mit Blick aufs Alter. Immerhin jeder dritte Deutsche glaubt, dass es schon reichen werde im Ruhestand und die gesetzliche Rente genüge. Annähernd 92 Prozent dieser Optimisten meinen Emnid zufolge sogar, dass sie im Alter keine Einbußen bei ihrem Lebensstandard hinnehmen müssen. Was für eine irrige Annahme. Aktuell deckt die gesetzliche Standardrente netto etwa 48 Prozent des Durchschnittseinkommens ab – Tendenz fallend, so Karsten Rusch von der Postbank. Bundessozialministerin Andrea Nahles denkt zwar laut darüber nach, eine „Haltelinie“ einzuziehen, es ist indes fraglich, ob ihr das gelingt und ob das finanzierbar ist.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht, was höhere Renten für die Beiträge bedeuten

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht, was höhere Renten für die Beiträge bedeuten

„Je weiter das Renteneintrittsalter in der Zukunft liegt, desto größer die zu erwartende Rentenlücke, das heißt die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der gesetzlichen Rente“, mahnt Rusch. Umgekehrt können die heute 60-Jährigen noch vergleichsweise entspannt auf den Ruhestand blicken. Annähernd 60 Prozent der über 60-Jährigen seien zuversichtlich, dass sie mit der gesetzlichen Rente auskommen werden, von den 50- bis 59-Jährigen seien es immerhin knapp 25 Prozent. In der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre hingegen vertraue nur noch eine Minderheit von annähernd 17 Prozent auf das staatliche Rentensystem; in der Gruppe 30 bis 39 Jahre seien es dagegen nur etwa sieben Prozent.

Null-Ahnung und keinen Bock

Und jetzt kommt’s – annähernd ein Viertel, genauer gesagt 23 Prozent der 16- bis 29-Jährigen meinen, die gesetzliche Rente reiche für ihren Ruhestand. Ist das Null-Ahnung, keinen Peil, keinen Bock oder kein Geld? Mangelndes Interesse spielt sicher eine Rolle. Deswegen sorgen auch knapp zwei Drittel oder 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen auch nicht privat nicht vor, so die Postbank Umfrage. Sie haben sich schlicht bislang noch keine Gedanken gemacht und chatten, bloggen, instagrammen lieber über Mode, Reisen und Beauty.

Aktien als Alternative

Doch, wer spät anfängt, fürs Alter vorzusorgen, wird das Ziel, im Alter auskömmlich leben zu können, wohl kaum erreichen. „Gerade junge Menschen sollten möglichst früh mit der privaten Vorsorge beginnen“, empfiehlt Rusch. „Auch wenn die Vergütung in der Ausbildung oder zum Berufsstart noch gering ist, lohnt es sich, monatlich kleine Beträge anzulegen.“ Der Renteneintritt liegt ja noch in weiter Ferne, da verspricht gerade ein Aktien-Investment eine entsprechende Rendite, mit der sich die Versorgungslücke ausgleichen lässt.

Pflicht zur Altersvorsorge – Junge trauen sich anscheinend selbst nicht über den Weg

Übrigens, selbst die IG Metall, sprich die Gewerkschaft, wirbt bei den Jungen für die Altersvorsorge. Allerdings schwebt den Gewerkschaftern mit der „Metallrente“ eher eine obligatorische Zweit-Renten-Versicherung vor.

Einer der ganz wenigen Jungen, die über Altersvorsorge nachdenken, ist wohl der heute 19-jährige Soticek Noah Juraj. Er hat den Blog time-to-invest.at und hat den Traum der finanziellen Freiheit. Er hat erkannt, dass sein „Geld stetig weniger“ und das vielen „überhaupt nicht bewusst“ ist. „Du überlässt dein Geld der Bank ohne zu wissen was die damit eigentlich machen, du vertraust fremden Menschen blind dein Geld an! Und wieso? Weil das alle so machen.“ Er fordert deswegen: „Du musst anfangen dich finanziell weiter zu bilden“. Ein Beispiel, dass sich die Jungen zu Herzen nehmen sollten.

 

 

Quelle: Postbank © stockasso




Warum sich die Jungen auf höhere Rentenbeiträge einstellen müssen

Instinktiv wissen es wohl alle – die Jungen werden sich auf höhere Rentenbeiträge einstellen müssen, damit das Rentenniveau nicht weiter absinkt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert schon lange höhere Rentenbeiträge. Jetzt stimmt auch die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in dieses Lied ein und predigt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig über 22 Prozent des Bruttolohns an die Rentenversicherung überweisen müssen.

Bei den 22 Prozent wird es aber nicht bleiben, so viel sollte allen klar sein. Nahles kündigte an, „die Beiträge werden nicht bei den 22 Prozent stehen bleiben“. Derzeit beträgt der Beitragssatz 18,7 Prozent des Bruttolohns. Davon zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte. Ab 2040 müssten die Beitragszahler, prognostiziert Demographie-Experte Bernd Raffelhüschen, voraussichtlich fast 27 Prozent ihres Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. „Profitieren würden Rentner, die im Durchschnitt nur 20 Prozent gezahlt haben“, so seine Kalkulation.

Im kommenden Jahr geht es bereits los: Gutverdiener müssen sich auf höhere Sozialabgaben gefasst machen. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung wird im Westen von 6200 auf 6350 Euro Brutto-Monatseinkommen steigen, im Osten von 5400 auf 5700 Euro. Ähnliches gilt auch für die Kranken- und Pflegeversicherung.

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Wenn nichts getan wird, fällt das  das Rentenniveau bis 2045 von 47,8 Prozent eines Durchschnittslohns auf etwa 41,6 Prozent. Gesetzlich festgelegt ist, dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken soll.

Der DGB spricht sich dafür aus, dass so früh wie möglich begonnen werde – „maßvoll“ und in „kleinen Schritten“. Das werde sowieso 2030 nötig, so der DGB, um das Rentenniveau zu stabilisieren.

DGB macht für Rentenreform mobil

Reiner Hoffman vom DGB forderte höhere Rentenbeiträge

Reiner Hoffman vom DGB forderte höhere Rentenbeiträge

Der DGB macht für eine große Rentenreform in Deutschland mobil. „Unsere zentrale Forderung für den Kurswechsel in der Rentenpolitik ist eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus“, so DGB-Chef Reiner Hoffmann. Der erste zwingende Schritt sei die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus. Denn wenn das Niveau weiter sinkt, verliere die Rente nicht nur an Wert für die Menschen. „Dieser Sinkflug beschädigt und delegitimiert die bisher beste, stabilste und vertrauenswürdigste Altersvorsorge, die wir haben: die gesetzliche Rentenversicherung“, so die zentrale Forderung des DGB. Besonders für die jungen Leute sei das wichtig. „Denn wenn wir nichts ändern, werden 2040 oder 2050 Millionen der heute noch jungen Menschen von sozialem Abstieg oder gar Altersarmut betroffen sein“, rechnet Hoffmann hoch.

Hoffmann sagt, das sei machbar. „Dazu muss die Politik endlich alle versicherungsfremden Leistungen voll aus Steuermitteln erstatten, allen voran die rund sieben Milliarden Euro jährlich für die Mütterrente.“

 

Rentenniveau deutlich erhöhen

Ziel der Gewerkschafter ist es, das Rentenniveau von 47,9 Prozent (netto vor Steuern) deutlich zu erhöhen. Gesetzlich ist bislang festgeschrieben, dass das Rentenniveau bis 2030 auf bis zu 43 Prozent des Durchschnittseinkommens absinken darf.

Die Gewerkschaften wollen zudem die betriebliche Altersversorgung stärken.

Die Rentenkampagne der Gewerkschaften haben die Slogans:

  • Rente muss für ein gutes Leben reichen!
  • Rente muss auch morgen reichen!
  • Rente muss für Würde reichen!

„Den demographischen Wandel mit Leistungskürzungen zu beantworten, ist keine Lösung und mutlos. Im Mittelpunkt der Rentenpolitik muss wieder eine verlässliche Leistung stehen“, so die Gewerkschaftsforderung.

Übrigens stehen Nahles und DGB nicht allein mit ihrer Forderung, das Rentenniveau zu stabilisieren, auch der Sozialverband VdK fordert, das Rentenniveau jetzt zu stabilisieren, denn, „durch das sinkende Rentenniveau werden Verbesserungen für besonders von Armut betroffene Personengruppen ansonsten schnell wieder aufgefressen“, warnt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK und Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern.

Die Rentenkampagne des DGB im Video

Dazu ein Kommentar der „Rheinischen Post“:

Wer jung ist und einen sozialversicherungspflichtigen Job ergattert hat, wird darüber in Zukunft wahrscheinlich gar nicht mehr so glücklich sein. Denn die Renten-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge werden deutlich steigen, während gleichzeitig für Jüngere zumindest in der Rente viel geringere Leistungszusagen gemacht werden können. Die Jungen zahlen mehr für die Alten und werden selbst im Alter ein geringeres Rentenniveau haben als ihre Eltern. So sieht das unfaire, ungerechte Szenario für die Zukunft aus. Gewerkschaften und Arbeitsministerin behaupten, sie wollten etwas für künftige Generationen tun, indem sie das Rentenniveau dauerhaft stabilisieren. Nutznießer wären jedoch zunächst nur die älteren Gruppen unter den Arbeitnehmern. Wer 1980 und später geboren wurde, wird dagegen vor allem deutlich höhere Beitragssätze bezahlen müssen. Jüngere werden daher versuchen, der Rentenversicherung zu entfliehen, etwa durch Selbstständigkeit. Es wird dringend nötig sein, das Renteneintrittsalter auch nach 2030 weiter über 67 Jahre hinaus anzuheben.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat durchgerechnet, was ein höheres Rentenniveau für die Beitragszahler bedeuten würde. Dem Institut wurde die Aufgabe gestellt, einmal durch zu rechnen, „wie viel Geld Familie Mustermann im Jahr 2030 verliert, wenn sich jene Stimmen durchsetzen, die ein höheres oder zumindest gleich bleibendes Rentenniveau fordern“. Die Statistiker räumen ein, dass eine solche Berechnung nur auf der Grundlage von Annahmen möglich sei und somit nicht als Prognose missverstanden werden solle – die Ergebnisse hätten es gleichwohl in sich.

Das kostet ein höheres Rentenniveau die Beitragszahler Quelle: INSM

Das kostet ein höheres Rentenniveau die Beitragszahler Quelle: INSM

Was heute und was künftig vom Bruttolohn weggeht, hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft einmal zusammen gestellt – und noch andere interessante Fakten: unter Warum so wenig Rente übrig bleibt

Was der Staat alles vom Bruttolohn abknapst

Was der Staat alles vom Bruttolohn abknapst

Weiterführende Links: 




Wie Mütter bei der Rente vom Staat benachteiligt werden

Wie Mütter bei der Rente vom Staat benachteiligt werden – das betrifft vor allem Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes schon bald wieder arbeiten gingen. Wenn sie in Rente gehen und während der Kindererziehungszeit zu viel verdient haben, bekommen sie im schlechtesten Fall gar nichts ihrer Arbeitsleistung anerkannt.

Wie das? Die Rentenversicherung sieht bei der Anrechnung der Kindererziehungszeit eine Obergrenze vor, wenn die Mutter mehr als der Durchschnitt verdient hat. Das Ganze ist leider ziemlich kompliziert – wie überhaupt das Rentenrecht. Die „Freie Presse“ aus Chemnitz hat das Problem anhand eines Falls, nämlich der von Heidrun Buchner, aufgedröselt. Heidrun Buchner bekam, so das Blatt, 1975 eine Tochter. Dummerweise habe sie in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes 14 Monate gearbeitet und Beiträge zur freiwilligen Zusatzrentenversicherung gezahlt. In punkto Anrechnung der Kindererziehungszeiten gilt aber eine Bemessungsgrenze – und Heidrun Buchner lag darüber, wie übrigens viele Frauen in der DDR, die ja auf ein gut ausgebautes Kinderbetreuungssystem setzen konnten.

31 oder 30 Euro für einen Rentenpunkt

So weit, so schlecht. Mütter bekommen für die Kindererziehung von der Rentenversicherung einen Entgeltpunkt, sozusagen die Währung der Rentenversicherung, gut geschrieben – und der ist sei 1. Juli 2017 in Westdeutschland 31,03 Euro wert und in Ostdeutschland 29,69 Euro. 2018 wird er sich in Westdeutschland auf 31,86 Euro erhöhen und in Ostdeutschland auf 29,51 verringern. Wenn Kindererziehung und Arbeit zusammenkommen, bekämen die Mütter natürlich entsprechend mehr Entgeltpunkte. So weit die Theorie. In der Rentenpraxis ist das leider ganz und gar nicht so. Für die Entgeltpunkte haben die Rentenversicherungspolitiker eine Obergrenze eingezogen. Wenn jetzt eine Frau zu gut verdiente während der Kindererziehung bekommt sie nicht die Summe ihrer Entgeltpunkte, sondern weniger oder gar nichts von den Ansprüchen aus der Kindererziehung.

Obergrenze bei der Mütterrente

Das wird an einem Beispiel deutlich wie die Zeitschrift „Lichtblick“ errechnete, wobei sie den fiktiven Fall von Marianne L. nimmt: „Marianne L. hatte damals (gemeint ist das Jahr 1990, als ihr Kind zur Welt kam) 80 000 Mark (ja, der Euro wurde erst 2002 eingeführt) Jahresgehalt und lag weit über dem damaligen Durchschnittsgehalt“. Der Durchschnitt lag damals, im Jahr der Geburt des Kindes laut Deutscher Rentenversicherung bei 41 946 Mark, die Beitragsbemessungsgrenze lag bei 75 600 Mark – und dafür gab’s 1,8 Rentenpunkte.

Wäre Marianne L. vor dem 1. Juli 2014 in Rente gegangen, hätte sie auch den Entgeltpunkt für die Kindererziehungszeit bekommen, leider geht sie erst später in Rente. Also, die Gnade der frühen Geburt hat sie nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt gab’s pauschal einen Entgeltpunkt für jedes Kind.

Willkür bei der Rentenberechnung

So, Marianne L. bekommt weniger als diesen Punkt, denn Punkte aus Beschäftigung und Kindererziehung werden nur noch bis zu einer Höchstgrenze anerkannt. Für das Jahr der Geburt von Mariannes Kind, sprich 1990, haben die Rentenpolitiker eine Obergrenze festgelegt – genau 1,8 Rentenpunkte.

Die Regelung ist willkürlich, der Zeitpunkt ist Willkür und auch die Obergrenze ist nach Gutsherrenart festgelegt. Warum liegt die Obergrenze für Kinder, die 1990 geboren wurden bei 1,8 und für Kinder, die 1980 geboren wurden bei 1,7 Rentenpunkte? Willkür ist auch der Stichtag 1. Januar 1992 – denn Mütter (oder Väter), deren Kinder vor 1992 geboren wurden, bekommen zwei Jahre Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung angerechnet, „bei Geburten ab 1992 sind es 36 Monate“, so die Rentenversicherung. Der Sozialverband VdK – und auch die CSU – kämpfen dafür, die Mütterrente anzugleichen. „Die älteren Mütter müssen wie die jüngeren drei statt bisher nur zwei Kindererziehungsjahre für die Rente angerechnet bekommen“, forder der VdK.

Millionen Mütter von Betrug betroffen

Es handelt sich auch nicht um ein paar Ausnahmen. „Lichtblick“ zufolge bekommen rund 2,5 Millionen Frauen die versprochene höhere Rente „nur zum Teil oder überhaupt nicht“.

Die Beitragsbemessungsgrenze sei, so die „Freie Presse“ deshalb schon mehrmals angegriffen worden, bisher ohne Erfolg. Der Fall liegt beim Bundesverfassungsgericht, das bislang freilich noch nichts entschieden hat, zumindest nach meinemWissen. Das Sozialgericht Brandenburg ist davon überzeugt, „dass die Regelung zur Höchstbegrenzung verfassungswidrig ist. Sie führt zu einer ungleichen Behandlung verschiedener Personengruppen, weil sich Kindererziehungszeiten nicht bei allen Versicherten gleich auswirken. Benachteiligt sind diejenigen Versicherten, die während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder arbeiten, vergleichsweise eher höhere versicherungspflichtige Entgelte erzielen und so die Solidargemeinschaft mit hohen Rentenversicherungsbeiträgen unterstützen. Erzielt ein Versicherter während der Kindererziehungszeit ein solch hohes beitragspflichtiges Entgelt, werden seine Kindererziehungszeiten nicht mehr in gleicher Weise berücksichtigt wie bei einem Versicherten mit geringerem oder ohne Entgelt.“ (Haufe, Ungleichbehandlung von Besserverdienenden, 20.4.2012).

Widerspruch gegen Rentenbescheid

Mütter, die sich benachteiligt fühlen, sollten Widerspruch einlegen. Der Dresdner Rechtsanwalt Matthias Herberg hat sich auf solche Fälle spezialisiert und ermutigt die Betroffenen beim Sozialgericht zu klagen, was übrigens gerichtskostenfrei ist.

Ein Musterbrief ist auf der FP-Webseite hinterlegt.

Wie viel arbeitende Mütter bekommen – Obergrenze bei den Entgeltpunkten

JahrDurchschnittsverdienstBeitrags- Bemessungsgrenzemaximale Rentenpunkte
197430000203811.47
197533600218081.54
197637200233351.59
197740800249451.64
197844400262421.73
197948000276851.7
19805040029 4851.71
198152800309001.75
198256400321981.82
198360000332931.82
198462400342921.82
198564800352861.84
198667200366271.83
198768400377261.81
198872000388961.85
198973200400631.83
199075600419461.8
199178000444211.75
199281600468201.74
19938640049142

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Sozialministerin Nahles macht die Betriebsrente kaputt

Der Garantiezins fällt in den Keller, die Auszahlungen werden von der Krankenkasse verbeitragt – und jetzt soll auch noch die Haftung der Unternehmen wegfallen. Mit der Betriebsrente geht’s bergab – und das alles in der Ära der Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles. Bravo!

Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ haben herausgefunden, dass der Bundesfinanzminister und die Bundearbeitsministerin wohl einen Deal ausgehandelt haben: Unternehmen sollen künftig nicht mehr für die Betriebsrenten einstehen müssen.

Nach der jetzigen Rechtslage hafte der Betrieb über Jahrzehnte hinweg dafür, dass die Betriebsrente später gezahlt werde, beschreibt die „Stuttgarter Zeitung“ den Ist-Zustand. In der Regel seien die Unternehmen zwar abgesichert; das Risiko liege zunächst bei den Pensionskassen oder Versicherungen, für die es wiederum eigene Sicherungseinrichtungen gibt. Letztlich steht das Unternehmen für die Betriebsrente gerade, falls alle Stricke reißen. Das will Nahles kippen.

Der Vorstoß wird laut „Stuttgarter Zeitung“ damit begründet, dass vor allem kleine und mittlere Betriebe die Haftung scheuen und gleich gar keine Betriebsrente anbieten. Sie sehen das geltende Recht als Hindernis. Sie bieten in vielen Fällen keine Betriebsrenten an, weil sie das Haftungsrisiko scheuen.

Betriebe haben Probleme wegen Niedrigzins

Hauptgrund der geplanten Abschaffung der Haftung durch die Betriebe: Viele Unternehmen haben angesichts der Negativzinsphase – begründet in der Politik von EZB-Chef Mario Draghi – Probleme, die Renten in der bisherigen Höhe zu zahlen. „Viele Unternehmen, die beispielsweise ihren Mitarbeiter zugesagt haben, eine Betriebsrente in bestimmter Höhe oder in Abhängigkeit vom letzten Gehalt auszuzahlen, haben große Probleme mit den Pensionsrückstellungen“, so das Blatt. „Wegen der gesunkenen Kapitalmarktzinsen müssen sie in der Bilanz mehr Vorsorge treffen“, stellt die „Stuttgarter Zeitung“ weiter fest. Das belaste die Ertragslage der Unternehmen.

Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente

Roland Pichler von der „Stuttgarter Zeitung“ findet, dass dieser Vorstoß von Andrea Nahles nicht reicht. Es komme auch darauf an, die Arbeitnehmer von Betriebsrenten zu überzeugen. „Die Beschäftigten halten sich auch deshalb zurück, weil sie bei Betriebsrenten im Alter den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen müssen“, so sein Kommentar. Die Krankenkasse langt voll zu und verlangt so wohl den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil von den Betriebsrentner, da bleibt am Ende nicht mehr viel übrig von der über Jahre angesammelten Rendite und führt die Betriebsrente ad absurdum. Die „Verbeitragung“ geht übrigens auf eine Gesetzesänderung der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück. Der Frust unter den Betriebsrentner ist groß und hat schon zu Klagen geführt, die indes alle abgeschmettert wurde. Das zeigt, dass sich der Staat bei den Betriebsrentner bedient, wenn er Geld braucht. Auch für Pichler ist klar, dass „die Politik die Belastungen zumindest abmildern sollte – nur so findet die Betriebsrente mehr Anhänger“.


Übrigens: Einer Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge haben rund 265 000 zusätzliche Arbeitnehmer  seit vergangenem Jahr eine Altersversorgung über ihren Betrieb abgeschlossen. Insgesamt haben somit mehr als 15 Millionen Beschäftigte eine betriebliche Altersversorgung. Das heißt, nicht mal jeder Zweite hat eine betriebliche Altersvorsorge. Die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung summierten sich nach Berechnung des GDV im vorigen Jahr auf 19,1 Milliarden Euro.

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