Zehn Bücher, die Babyboomer und Bestager lieben werden

Babyboomer, Bestager – wir alten Knacker und alten Schachteln sind noch jung geblieben. Höchste Zeit, sich dessen wieder bewusst zu werden. Wenn uns das schon die Anderen nicht zugestehen, dann braucht’s Selbstmotivation. Warum nicht per Buch. Zehn Bücher, die Babyboomer und Bestager lieben werden.

Übrigens, diese Bücher sind auch prima Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke. Ideal zum Verschenken. Zu Weihnachten empfiehlt vorunruhestand zehn Bücher für die 60plus-Generation – von Opoczinski bis Prosinger.

Top-Ten Bücher für Babyboomer und Bestager

  1. Michael Opoczinski: „Aussortiert und Abkassiert, Altwerden in Deutschland“,
    19,99 Gütersloher Verlagshaus, 2016

    Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

    Was heißt es, in Deutschland alt zu werden? Dieser Frage ist Michael Opoczynski in seinem Buch „Aussortiert und Abkassiert“ nachgegangen und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen. Was passiert heute mit den Alten? Werden sie von „skrupellosen Finanzberatern ausgenommen, in unzumutbaren Pflegeheimen entsorgt, ausgegrenzt bei der Arbeitssuche, diskriminiert wegen ihres Alters“? Ist das wirklich so? Der Blick fällt auf die anderen Alten, die ihr Leben aktiv leben, reisen, studieren, ihren Enkeln helfen, sich in der Integration von Flüchtlingen engagieren und ein Ehrenamt mit Elan ausfüllen. Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

  2. Christiane Northrup:„Göttinnen altern nicht“, Arkana, 24,99 Euro

    Älterwerden ist nicht gleichbedeutend mit dem Verlust der Gesundheit, Schönheit oder dem Abgleiten in kulturelle Bedeutungslosigkeit. Niemand könnte das eindringlicher, überzeugender und leidenschaftlicher postulieren als die weltweit renommierte Gynäkologin und Bestsellerautorin Christiane Northrup.

  3. Holger BalodisDagmar Hühne: „Die Vorsorgelüge – Altersarmut durch private Vorsorge“, Ullstein Verlag, 7,99 Euro

    Private Altersvorsorge muss sein, so das Mantra der Politik. Doch schützen die Versicherungen wirklich vor Altersarmut? Holger Balodis und Dagmar Hühne decken auf, dass Riester, Rürup und Co. für mehr als 80 Prozent der Beitragszahler ein Verlustgeschäft ist – und womöglich der erste Schritt in die Altersarmut. Die großen Profiteure sind Versicherungen und der Staat. Ein Buch, das alle künftigen Rentner dieses Landes interessieren muss.

  4. Rainer Hellstern:Das Handbuch zur Rente im Ausland“, Books on Demand, 12,99 Euro als E-Book, 19,99 Euro als Taschenbuch

    Rente im Ausland

    Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf.

  5. Wolfgang Prosinger: In Rente – der größte Einschnitt unseres Lebens, 9,99 Euro,

    Walter Prosinger - "In Rente"

    Nichts bedeutet eine größere Veränderung für unser Leben als der Renteneintritt. Denn wir werden ab der Grundschule vom Leistungsgedanken bestimmt: Schule schaffen, Job bekommen, Karriere machen etc. Plötzlich aber geht es nicht mehr um Leistung. Eine Konstante, die das Leben 60 Jahre lang bestimmt hat, bricht weg. Ist das ein Glücksfall, weil leidige Pflichten und Zwänge endlich wegfallen? Oder bedeutet es den Absturz in die Bedeutungslosigkeit und den Verlust des Lebenssinns?

  6. Jörg Zittlau:„Langweiler leben länger – über die wahren Ursachen eines langen Lebens“,
    Güterloher Verlagshaus, 17,99 Euro

    Ein Mann ist keine Altersvorsorge Helma Sick

    Langweiler haben ein schlechtes Image, aber gute Chancen alt zu werden, das hat Jörg Zittlau in seinem Buch „Langweiler leben länger – über die wahren Ursachen eines langen Lebens“. So ein  bisschen spielt das Erbgut natürlich eine Rolle, denn wer aus einer Familie mit Hundertjährigen kommt, hat gut Chance, selbst die Hundert zu erreichen. Darüber hinaus kommt es auf einen regelmäßigen Tagesablauf, einen pragmatisch-gelassenenen Pessimismus und Berechenbarkeit an. Zittlau plädiert deswegen für einen Lebensstil der unangestrengten Askese – neurotische Selbstüberschätzung und Aktionismus sind schlecht für ein langes Leben.

  7. Die Kraft der Kriegsenkel“ von Ingrid Meyer-Legrand. Erschienen 2016 im Europa Verlag, München.

    Ingrid Meyer-Legrand Die Kraft der Kriegsenkel

    Ganz ehrlich, das Wort „Kriegsenkel“ ist für viele immer noch neu – für mich auch. Wir, die wir Mitte der 50er und Anfang der 60er-Jahre geboren wurden, sind genau diese Kriegsenkel, die Ingrid Meyer-Legrand in ihrem Buch „Die Kraft der Kriegsenkel“ zu Wort kommen lässt.
    Es regt uns an, darüber nachzudenken, wie wir geworden sind was wir sind – und das ist mehr, als viele denken.

  8. Wenn das Wochenende 7 Tage hat von Herb Stumpf (Books on Demand), 19,95 Euro

    Wenn das Wochenende 7 Tage hat von Herb Stumpf

    Es geht beim Übergang vom Beruf ins Rentnerleben darum, sich am besten schon vor Rentenbeginn selbst zu erkunden, sich auf die eigene Persönlichkeit einzulassen, denn, nur sie nehmen wir mit in die Rente oder Pension „Das, was Sie aus sich selbst in dieser langen Zeit Ihres Berufslebens gemacht haben, unabhängig vom Nimbus und Status ihrer ehemaligen Position“, wie es Herb Stumpf, Autor des Buchs „Wenn das Wochenende 7 Tage hat“  so schön formuliert.

  9. Kester Schlenz: „Alter Sack, was nun?“, 8,99 Euro Taschenbuch, Goldmann, 2014

    Ein Mut-Mach-Buch für alle alten Säcke. Kein Thema wird ausgelassen: Sex im Alter, Fitness-Probleme, Tränensäcke, nörgelnde Kinder, Männer und Mode, junge Rotzlöffel im Job, die wachsende Wampe, die erste Vorsorgeuntersuchung, die „Fiftytät“ als Wiederholung der Pubertät oder der ewige Kampf mit dem inneren Schweinehund. Alles Probleme, aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis: wir sind zwar nicht mehr jung, aber wir können es immer noch krachen lassen.

  10. Christine Werner: Große Reise mit kleiner Rente – als Großmutter allein um die Welt, BoD, 16,99 Euro

    Eine Rentnerin erfüllt sich ihren Lebenstraum – einmal allein um die Welt! Mit sehr knappem Budget hat sie in fast 15 Monaten fünf Erdteile bereist. Fünfzehn Länder, Unterbringung und Transport, überraschende Begegnungen unterwegs und vieles mehr werden mit erfrischender Begeisterung vermittelt.
    Das Buch ist kein Reiseführer! Aber geeignet, Reiseleidenschaft zu wecken, um Ungeahntes zu entdecken.




Im Alter schwer hören muss nicht sein – was, wenn Hörgeräte nicht mehr helfen?

Im Alter schwer hören? Das muss nicht sein. Nur wer alles mitbekommt, kann das Leben genießen – und dazu gehört das Hören. Mit schlechtem Gehör muss sich niemand abfinden. Manchmal helfen Hörgeräte, manchmal nur Implantate.

Mal ehrlich, was ist das für ein Leben, wenn ich nur die Hälfte dessen verstehen, was die Runde erzählt? Gesundheit, gutes Sehen und Hören sind Lebensqualität. Das ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Die Zahl der von Hörverlust betroffenen Menschen in Deutschland nimmt zu. Oft merken es die Betroffenen selbst nicht, dass sich ihr Gehör nach und nach verschlechtert. Viele glauben, das wäre normal, Altersschwerhörigkeit eben. Sie nehmen es einfach achselzuckend hin.

Unter dem Hörverlust leiden vor allem das Sozialleben, die Arbeit und damit die Lebensfreude. Betroffene neigen dazu, für sie schwierige Situationen zu meiden – der soziale Rückzug und oft auch Einsamkeit sind die Folge. Es ist deshalb äußerst wichtig auf sein Gehör zu achten und es regelmäßig untersuchen zu lassen. Je früher ein Hörverlust nämlich erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden.

Schwerhörigkeit kann verschiedene Gründe haben und für fast alle Formen gibt es heute eine Behandlungsmethode, beispielsweise durch Hörgeräte oder durch implantierbare Hörlösungen.

  • Die häufigste Art von Hörverlust ist die Schallempfindungsschwerhörigkeit. Ursache dafür sind fehlende oder beschädigte Sinneszellen (Haarzellen) in der Cochlea, der Hörschnecke.
  • Der Begriff Schallleitungsschwerhörigkeit bezeichnet alle Probleme im Außen- oder Mittelohr, die eine ordnungsgemäße Weiterleitung des Schalls an das Innenohr verhindern.
  • Bei einer kombinierten Schwerhörigkeit liegt sowohl eine Schallempfindungsschwerhörigkeit als auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor.
  • Von einem neuralen Hörverlust wird gesprochen, wenn der Hörnerv die Signale nicht an das Gehirn weiterleiten kann.

Nur wenig Schwerhörige sind in Behandlung

Nur eine Minderheit der Schwerhörigen ist in Behandlung, die überwiegende Mehrheit sitzt das Problem aus

Selbst wenn herkömmliche Hörgeräte bei einigen dieser Arten nicht helfen, gibt es für fast alle Arten von Hörverlust heute Lösungen, Implantate beispielsweise. Keiner muss sich damit länger mit einem schlechten Gehör abfinden.

Viele Betroffene können sich nach der Entscheidung für ein Hörimplantat wieder leichter unterhalten, Musik hören oder sogar ins Berufsleben zurückkehren. Ein besseres Sprachverständnis, die Möglichkeit wieder zu telefonieren und der damit verbundene Wiedereinstieg ins gesellschaftliche Leben bringen Betroffenen Lebensqualität zurück und das auch noch im hohen Alter. Wer sich unsicher ist und sich über Lösungen informieren möchte, kann beispielsweise mit der Initiative „HörPaten“ in Kontakt treten.

Die HörPaten haben für sich schon die Entscheidung für ein Hörimplantat getroffen, da herkömmliche Hörgeräte bei Ihnen nicht mehr die nötige Unterstützung geliefert haben. Auf der Website HörPaten stellen sich Hörimplantatträger aus ganz Deutschland zur Verfügung ihre Erfahrungen zu teilen. Hier kann jeder Betroffene und jeder Interessierte in Kontakt treten.

 

 

 

Tipps zum Thema Hören:

  • Regelmäßig das Hörvermögen untersuchen lassen. Damit lassen Verschlechterung unmittelbar erkennen und behandeln. Fortschreitender Hörverlust wird oft nicht direkt subjektiv wahrgenommen, weshalb eine objektive Einschätzung durch Hörtests sehr wichtig ist.
  • Verschiedene Experteneinschätzungen des eigenen Hörverlustes machen es den Betroffenen oft einfacher, sich mit ihrer Situation auseinander zu setzen. So erhalten sie einen besseren Einblick in die Möglichkeiten, die sich bieten, um etwas gegen Hörverlust zu unternehmen.
  • Hören hat Einfluss auf sehr viele Bereiche unseres Lebens. Besonders soziale Interaktion und allgemeines Wohlbefinden sowie der Gesundheitszustand sind stark vom Hören abhängig.
  • Die Entscheidung für ein Hörimplantat ist eine sehr persönliche, da es das gesamt Leben beeinflusst ob man hört oder nicht.



Warum die documenta viele ratlos zurück lässt

Schwer, schwerer, documenta – die documenta 14 in Kassel und Athen lässt viele ratlos bis verstört zurück. Genau das ist es, was der künstlerische Leiter der documenta Adam Szymczyk wollte: Weg mit dem Sinn. Kunst ist sinnlos, unsinnig – „unlearnig“ das Ziel. Es lebe das „transformative Potenzial des Alltäglichen“, so die Einleitung zur documenta 14.

Keiner kommt von einem Besuch so zurück, wie er weggefahren ist, so das Fazit nach dem Besuch der documenta 14 in Kassel, die noch bis zum 17. September 2017 läuft – in Anlehnung an das Zitat von Graham Greene.

Wie kommt die documenta 14 an? Bei den meisten offensichtlich gut bis sehr, zumindest lässt darauf die facebook-Bewertung schließen. Von 1256 documenta-Besuchern bekam die documenta 14 immerhin 4,2 Sterne von fünf Sternen. Allerdings gaben auch 119 der document nur einen Stern. Jutta Jopke meint in facebook, sie sei noch nie von einer documenta so enttäuscht gewesen wie dieses Jahr – „dieses Jahr ist wirklich tragisch schlecht“. „Adam Szymczyk, das ist dir miserabel misslungen!“.

Bilder von der documenta 14 Kassel 2017


 

Aber vielleicht war das ja genau die Absicht des documenta-Kurators. Szymczyk zufolge ist „learning“ auch „unlearning“. Seine Strategie war es zu vermeiden, für irgend Etwas zu stehen, wie es „Sleek-Mag“ formuliert. Szymczyk verweigert jeden Anspruch oder jedes Argument – das sei ein bedeutungsloses Paar von Doppelaussage ähnlich Ludwig Wittgensteins berühmtem Satz „Es regnet entweder oder es regnet nicht“. Belanglos, um es auf einen Nenner zu bringen.

BEINGSAFEISSCARY

Die beste Art, sich der Ausstellung zu nähern, sei, zu verlernen, was wir glauben zu wissen, zitiert Kolja Reichert von der „Frankfurter Allgemeinen“ den Kurator Szymczyk. Selbstverleugnend und selbstvergessend durch Kassel ziehen – das ist vielleicht das beste Rezept. Nichts zu erwarten und alles zu hoffen – vielleicht ist das auch ein Ansatz. Das fängt schon damit an, dass der documenta-Besucher rätselnd vor der Giebelaufschrift – von Banu Cennetoglu – des Fridericianums steht und sich fragt, was BEINGSAFEISSCARY heißt. Irgendwann wird ihm dann jemand erklären, dass damit „being safe is scary“ gemeint ist, was auf deutsch so viel wie „sicher sein ist gruselig“ heißt. Das Gegenteil wäre dann: gehetzt zu sein, ist behaglich.

Kassel und Athen

Die documenta 14 findet 2017 ja nicht nur in Kassel statt, sondern zeitlich versetzt parallel in Athen. Das heißt, der documenta-Besucher hätte am besten pendeln sollen. Sieht so der neue Kunst-Tourismus aus? Dann aber ist Kritik an Umweltzerstörung fehl am Platz.

Eigentlich erwartet der documenta-Besucher zeitgenössische Kunst. Ok, die kommt auch vor, aber Szymczyk greift auch tief in andere Kisten – Leichtbaumodelle aus den 60er-Jahren und Ölbilder aus dem 19. Jahrhundert wie Louis Gurlitts Akropolis. Natürlich könne man darüber diskutieren, ob das wirklich große Kunst sei, zitiert das Kunstmagazin „art“ den Kurator Dieter Roelstraete, aber „wir zeigen sie als Teil einer Debatte“. Vielleicht ist ja „Debatte“ zeitgenössische Kunst? Oder doch nicht? Die Ausstellung sei keine Ausstellung, sondern eine Ansammlung von irgendwelchen Objekten, bei denen der Affekt und Sentimentalität mehr zählen als stichhaltiges Engagement, schreibt das Sleek-Mag. Nur wenige Kunstwerke entziehen sich der verquasten Banalität dieser documenta.

Map – mehr Labyrinth als Orientierung

Szymczyk ist irgendwie unbehaglich bei Kunst. Vielleicht ist es auch die Mammutaufgabe, zwei Orten unter einen Hut zu bringen – und das Ganze noch bis zu einem bestimmten Stichtag. Wer weiß.

Dabei hätte es so einfach sein können – für ihn und die Besucher. Die documenta-Halle ist eines der wenigen gelungenen Hängungen, die dem Besucher so etwas wie eine Ahnung vermitteln, worum es bei zeitgenössischer Kunst geht.

Nein, einfach macht es Szymczyk sich und den documenta-Besuchern beileibe nicht. Das fängt schon mit der Karte an, die eher einer Strichzeichnung gleicht. Einzige Hilfe ist der bescheidene Maßstab am rechten unteren Rand: „100 m“ steht da, das soll genügen, um sich zurechtzufinden. Auf der Karte sind die Ausstellungsorte nur mit Punkten vermerkt, die zuzuordnen einem Puzzle gleicht. Straßennamen? Wen interessiert das schon. Das geht soweit, dass documenta-Besucher einige Orte schon gleich gar nicht finden. Wer es bis zum Gießhaus geschafft hat, ist zu beglückwünschen, denn der Wegweiser ist verbogen und weist in die falsche Richtung. Dort angekommen, erwartet den documenta-Besucher eine unsägliche Mehrkanal-Video- und Klanginstallation – gefühlte stundenlange Schwenks an Feldzäunen in Griechenland. Aber vielleicht ist das ja auch Szymczyks Absicht, um dem documenta-Besucher jegliche Orientierung zu rauben und ihm die Sicherheit zu nehmen?

Was ist Kunst?

Was ist Kunst? Das, was sich die documenta als solche ausweist oder ein Besetzer-Konglomerat im Nordstadtpark beispielsweise? Irgendwo steckt ein documenta-Schild im Rasen. Jeder kann selbst rätseln, ob die Bretterbude dazu gehört oder nicht.

Wie kommt der documenta-Besucher überhaupt zu den einzelnen Orten? Egal! Irgendwie wird er sich schon durchlavieren. Dabei lernt er zumindest Kassel kennen. Aber mit solchen Banalitäten will sich Szymczyk sowieso nicht beschäftigen, denn für ihn verkörpert die documenta „einen dediziert anti-essentialistischen Ansatz, der den heute vorherrschenden Verfahren der Spektakelproduktion und deren Zuschauerrolle jeden Respekt verweigert“. Alles klar?

Müll wird zu Kunst, Kunst zu Müll

Dumm nur für den documenta-Besuchern, denn der kann sich schon mal verirren angesichts der 35 Orte in Kassel – vom Gießhaus bis zum Glas-Pavillon auf der Kurt-Schumacher-Straße. Und gelegentlich fragt sich documenta-Besucher, wo er eigentlich ist. Da verwandelt sich schon mal ein Müllplatz zum documenta-Anhängsel oder 80 Tonnen Stahlbarren werden als Schrott verkannt. Da drängt sich zwangsläufig die Geschichte von der Plastik des Künstlers Martin Kippenberger auf: Eine Putzfrau hatte sie im Dortmunder U-Turm versehentlich entsorgt – sie hatte das Werk als Müll angesehen. Von daher stammt der Spruch: „Ist das Kunst oder kann das weg?“. Diesen Spruch haben die Bretterbudenbauer im Nordstadtpark umformuliert zu „Das ist Kunst, das muss bleiben“.

Rentierschädel und Pin-up-Girls

Bei aller Kritik – lasst euch die documenta nicht verdrießen, ein paar berührende Stücke sind dabei. Wie sagt doch die Hamburger BusinessMuse Birgit Dierker zu ihrem Besuch in Kassel: „Ein Leben ohne Kunst ist möglich, aber sinnlos“. Ihr hat übrigens die Arbeit des Londoner Künstlers Theo Eshetu in der Hauptpost besonders gefallen – mir auch.

Wer sich gruseln will, biegt in der Hauspost nach dem Eingang links ab und schaut in Hunderte leerer Rentieraugen. Máret Ánne Sara hat einen Wandteppich aus Rentierschädel aufgehängt, die aus ihrer eigenen Herde stammen. Sara gehört zu den Samen, die von der norwegischen Regierung gezwungen wurden, ihre Bestände zu reduzieren.

Die documenta bietet eben für alle etwas: Vom Pin-up-Girl bis zur Gitarre malischer Bluesmusiker, von bewohnbaren Betonröhren bis zu den Holzmasken der Kwakw’ala – ein unerfindlicher Kunst-Flohmarkt.

Viel Spaß beim Stöbern. Bitte nicht enttäuscht sein, wenn nur wenig Brauchbares dabei ist.




Wer wo wie lange lebt in Deutschland und warum

Der Frage, wer wo wie lange lebt, ist das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock nachgegangen. Interessant war vor allem, ob es noch Ost-West-Unterschiede bei der Lebenserwartung gibt. Ja, aber kaum noch, so das Fazit. Vor allem die Frauen im Osten haben den Demographie-Experten zufolge den Rückstand gegenüber den Frauen im Westen nahezu aufgeholt.

Im Westen kommen Frauen auf 82,8 Jahre

Um es kurz zu machen – im Westen lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 82,8 Jahren, im Osten bei 82,6 Jahren (Stand 2015); bei den Männern ist die Ost-West-Kluft noch etwas größer. Eine Studie von 2015 ergab, dass Männer im Osten im Schnitt 76,6 Jahre alt werden, Männer im Westen 78,0 Jahre. 2017 sieht die Situation schon ganz anders aus, wie der „Tagesspiegel“ im Juni 2017 schreibt. In Deutschland könne ein neugeborener Junge derzeit mit 78,2 Jahren rechnen; ein Mädchen komme auf 83,1 Jahre. Tendenz steigend. Im Deutschland während der Kaiserzeit hatten Neugeborene dem „Tagesspiegel“ zufolge hierzulande grade mal die Aussicht, 43 zu werden.

Wer wo wie lange lebt – abhängig von Wirtschaftskraft

Noch eins ist den Experten aufgefallen: Die Lebenserwartung hängt auch von der Wirtschaftskraft einer Region ab. Im Ruhrgebiet und im Saarland werden die Menschen nicht so alt – im Schnitt wohl gemerkt. Dafür fallen der Südwesten und der Süden Bayerns positiv auf. Statt Ost-West-Kluft bei der Lebensdauer gibt es den Forschern zufolge jetzt eine Süd-Nord-Kluft. Am ältesten werden die Frauen im Süden: Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Frauen ist Baden-Württemberg mit 83,6 Jahren, gefolgt von Sachsen, Bayern und Hessen. Der Atlas der Lebenserwartungen gleiche immer mehr einem Flickenteppich mit bundesweit einzelnen starken und schwachen Regionen, da auch im Westen Gebiete mit strukturellen ökonomischen Problemen zurückfallen. Das fiel auch dem „Tagesspiegel“ auf. Sie berufen sich dabei auf eine Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wo mehr Reiche wohnen, wird man älter. Weniger extrem als in den USA lässt sich das auch hierzulande nachweisen. So ergab eine Studie, dass man im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger lebt als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kommen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

Das Ruhrgebiet fällt zurück

Lagen die Kreise mit der kürzesten Lebensspanne der Frauen 1996 noch im Osten, häufen sie sich jetzt den Forschern des Max-Planck-Instituts in Nordrhein-Westfalen. „Diese Teile des Ruhrgebiets sehen zwar auf der Karte klein aus, haben aber ähnlich viel Bevölkerung wie ein ostdeutsches Bundesland“, sagt Demograf Rembrandt Scholz. Das Schlusslicht unter den Bundesländern bei der Lebenserwartung der Frauen, das Saarland, liegt ebenfalls im Westen.

So habe eine Studie ergeben, dass Menschen im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger leben als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat dem „Tagesspiegel“ zufolge errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kämen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

„Heute liegen deutschlandweit vor allem hoch entwickelte Regionen vorne“, so Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut. Das hänge auch mit Wanderungsströmen zusammen. Hoch entwickelte Regionen ziehen Menschen mit hohem Bildungsgrad an, die deutlich länger leben.

Das Berlin-Institut hat auch festgestellte, dass „im Endeffekt die Lebenserwartung vor allem an zwei Faktoren hängt: Sozialstatus und Bildung“. Beides bedinge einander, es beeinflusse Einkommen und berufliche Stellung, Wohnsituation, Ernährung, Risikoverhalten – alles ganz wesentliche Faktoren für Gesundheit und langes Leben.

Damit haben gerade Vorruheständler in Baden-Württemberg und Bayern, zuvorderst Frauen, eine deutlich längere Spanne, die sie genießen können. Die Grafik unten spricht für sich.

Weiterführende Links:

Wer wo wie lange lebt

Wer wo wie lange lebt – Flickenteppich mit Süd-Nord-Gefälle. Ost-Deutschland hat aufgeholt, dafür ist das Ruhrgebiet zurückgefallen, wie aus einer Studie des Max-Planck-Institut hervorgeht

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Tag 1 meiner Tour de France

Meine Tour de France startete nicht in Le Havre wie die 1955, sondern am Col de la Faucille. Der Blick aus dem Hotelfenster war ein Gedicht – direkt auf den Mont Blanc. Die Wolken hängen noch zwischen den Bergen, der Himmel ansonsten blau, die Fichten stehen schwarz und Rahmen das Panorama ein.

Noch 3600 Kilometer

Leider ist es morgens auf 1323 Meter noch ziemlich frisch, weswegen ich Unterhemd und Windjacke überstreifte. Komisches Gefühl, noch so viel Kilometer vor sich zu haben, genauer gesagt weit über 3600. Wie viel es dann letztlich wirklich werden, stelle ich am Ende der Reise fest. Die frische Morgenbrise lässt die drei Flaggen – Europa, Frankreich und die der Region – munter im Wind flattern. Zum Glück geht es erst einmal bergab – viele Kilometer. Das motiviert.

Kühe, Wiesen, Käse

Haute Savoie, wie die Region heißt, ist geprägt von Bergen, Wiesen, Weiden und Kühen. Überall grasen sie auf den Almweiden – ihre Glocken sind nicht zu überhören. Es geht weiter bergab, durch einen Tunnel und auf vielen Serpentinen in Richtung Bellegarde.

Außer Kühen begegnen mir natürlich auch Skilifte und Liftstation. Von Lélex beispielsweise geht es bis auf 1600 Meter hoch. Im Winter ist hier sicher mehr los. Ansonsten tauchen am Weg nur vereinzelt Höfe auf, die Dörfer kommen nur auf einige Häuser. Dafür radle ich durch eine grandiose Landschaft, die geprägt ist von Bergen, Wäldern und Tälern.

Bauernmarkt in Vouvray

So schlecht scheint meine Kondition dann doch nicht zu sein – deswegen entschließe ich mich Bellegarde links liegen zu lassen und gleich nach Seyssel weiter zu radeln. In Vouvray werden ich gestoppt von einer Straßensperre. Der Ort feiert heute Bauernmarkt mit allem, was dazu gehört. Die Bauern führen ihre Kühe vor. Dafür haben die Organisatoren extra Sand aufgeschüttet. Das Publikum schaut begeistert zu, wie die Bauern ihre Tiere durch die Arena führen, begleitet von vermutlich sachkundigen Kommentaren.

Natürlich gehört zu einem Bauernmarkt der ganze Jahrmarkttrubel – mit Luftballons, Waffeln, Sandwiches, Messerständen und Weinausschank. Ein Stand mit Kuhglocken weckt meine Aufmerksamkeit. Für die Fermiers Savoyards scheint das ein wichtiger Tag zu sein, denn er Ort quillt über von Menschen. Zwischendrin führen die Dorfjungs ihre Kälber durch die Hauptstraße – und werden von ihren Copains mit Küsschen begrüßt. Dann marschiert die Band an den Marktbesuchern vor. Das ganze bei strahlend blauem Himmel.

Bleu de Gex & ein Glas Wein

ich gönne mit einen Bleu de Gex, einen leichten Schimmelkäse aus der Region – und dazu ein Gläschen Wein. In Frankreich gehört ein Verre de Vin einfach dazu. Beides harmoniert fantastisch – oder bilde ich mir das nur ein? Die Platanen vorm Rathaus lassen Urlaubsgefühle aufkommen – c’est la France.

Dass in der Region Milchwirtschaft die Hauptrolle spielt, lässt sich an den vielen Käseständen ablesen – das Angebot reicht vom Bleu de Gex über den Morbier, daneben ein Tomme de Brebis, nicht zu vergessen der Gruyère. Wobei die Milch ja nicht ausschließlich von der Kuh kommen muss – die Käser stapeln neben Kuh- auch Ziegenkäse.

In Seyssel bin ich nach der Brücke über die Rhône gleich abgebogen und fragte nach einem Zimmer im Hôtel Beau Sejour. Um diese Zeit ist es noch kein Problem, etwas zu finden. Jetzt geht’s erst einmal unter die Dusche – und danach ins Städtchen

Allein und doch in Gesellschaft

Sonntag in der Provinz – ganz schlecht, wer ein offenes Restaurant sucht. Die meisten Lokale sind am Sonntag geschlossen. Offensichtlich essen die Franzosen am Sonntag eher zuhause. Nach kurzer Suche habe ich doch ein tunesische Pizzeria gefunden. Am Nachbartisch saß ein Schweizer Paar aus der Nähe von Luzern. Es fällt in Frankreich doch schnell auf, wer kein Franzose ist. Auf diesem Weg sind wir ins Gespräch gekommen über die Schweiz, den Jakobsweg …. A Proporz Jakobsweg, die Beiden gehen vier Tage auf dem Jakobsweg. Sie sind mit dem Zug gekommen und fahren auch so wieder zurück in die Schweiz. Die Unterkünfte unterwegs sind bereits gebucht. Ich fühlte mich in der Fremde doch gleich nicht mehr so fremd.

 




Die 10 besten Tipps für ein langes, gesundes Leben

Was ist das Geheimnis eines langen und gesunden Lebens? Wer sollte das besser wissen als die Älteren unter uns. Was haben sie gemeinsam – und wie können Andere davon profitieren? Die zehn besten Tipps für ein langes und gesundes Leben.

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran …“ – wer kennt das Lied von Udo Jürgens nicht. Aber wer mit 66 Jahren erst in Schuss kommt, für den ist dann auch schon bald Schluss. Wer alt werden will, muss früh anfangen – und nicht erst mit 66. Warum aber bleiben einige auch im Alter geistig und körperlich fit und andere nicht? Wie ticken Superager?

Öfter mal das Gehirn fordern

Lisa Feldman Barrett, eine Psychologie-Professorin an der Northeastern University und Kollegen am Massachusetts General Hospital haben sogenannte Superager untersucht und mit Altersgenossen verglichen. Dabei zeigte sich, dass gewisse Hirnregionen der Superager eher denen von 25-Jährigen entspricht – offensichtlich kaum betroffen vom Alterungsprozess. Ohne auf die Details einzugehen, wie wird jemand zum Superager. Die beste Antwort sei, so Lisa Feldman Barrett, an etwas angestrengt zu arbeiten, sich auch mal geistig anzustrengen – ab und an mal ein Kreuzworträtsel zu lösen oder ein Sudoku reicht nicht. Übrigens gilt das auch für die körperliche Fitness. Das heißt, sich anzustrengen fordert Körper und Geist. „If you don’t use it, you lose it“, wie das so schön auf Englisch heißt.

Gerald Campbell, 79,  beim Gewichtheben

Gibt es dafür irgendwelche Tipps oder Rezepte? Panayiotis Mallis, Vice Chairman der Cyprus Adult Education Association (CAEA) glaubt, zehn Denk- und Verhaltensweisen gefunden zu haben, die einem helfen, mental und körperlich möglichst lang fit zu bleiben. Mallis weiß, wovon er redet: Er ist 83 Jahre alt. Der Zypriot nennt es

„Decalogue of Longevity – healthy Ageing

– und das sind seine Tipps:

  • Strong appetite. Damit meint er nicht, immer kräftig zu essen, sondern sich angemessen zu ernähren. Das heißt, möglichst auf Fastfood zu verzichten.
  • Firm will. Ein fester Wille. Das Gegenteil ist Wankelmut, sich gern vom eigenen Weg abbringen zu lassen.
  • Continous battle against indifference. Beständiger Kampf gegen Gleichgültigkeit und Desinteresse. Begeisterungsfähigkeit und Schaffensfreude. Wer für etwas Feuer fängt, vergisst seine Zipperlein.
  • Unlimited patience. Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit – drei Wörter, die am besten ausdrücken, was damit gemeint ist.
  • Enthusiam. Sich für etwas begeistern.
  • Self control. Diese Geisteshaltung dürfte sich mit Selbstbeherrschung am besten umschreiben lassen.
  • Discreet lenience. Damit ist dezente und taktvolle Nachsicht mit den Fehlern Anderer gemeint. Das heißt nicht, zu allem Ja und Amen zu sagen, sondern dem Anderen respektvoll und nachsichtig auf einen Fehler hinzuweisen.
  • Always humour. Seinen Humor nicht zu verlieren, auch in schwierigen Situationen. Mit Humor lässt sich vieles leichter ertragen.
  • Ability to disentangle complications. Disentangle steht für „entflechten“. Gemeint ist damit, schwierige Situationen zu vereinfachen, genau zu hinterfragen, worin das wirkliche Problem besteht.
  • Skill to live alone. Die Fähigkeit, auch allein zurecht zu kommen. Im Leben kommt es vor, dass jemand allein dasteht, auch wenn es anders geplant war. Einige kommen mit der Situation gar nicht zurecht, andere nur schlecht. Jeder sollte darauf vorbereitet sein und es sich zumindest vorstellen, besser noch, es einzuüben.

Letztlich geht es darum, lebendig und aufmerksam zu bleiben, den Kontakt zu suchen und neugierig zu bleiben. Gesundes Essen, ausreichender Schlaf und angemessener Sport tragen sicher das Übrige dazu bei.

Der Mensch braucht Rituale

Wer sich gewisse Rituale erhält, den wirft so schnell nichts aus der Bahn – auch das hilft, den Verfall hinauszuzögern. Ein Ehrenamt hilft, sich gebraucht zu fühlen und fördert den Kontakt und bringt Selbstbestätigung.

Erasmus+ bietet übrigens vom 18. bis 23. Oktober 2017 wieder einen Trainingskurs für Lehrer und Dozenten aus der Erwachsenenbildung an zum Thema „Learning in later life“, denn viele Gesellschaften in Europa stehen vor dem Problem der Alterung. In diesem Trainingskurs geht es genau um diesen Prozess und wie er am besten zu meistern ist. Europas Staaten sind gefordert, das als Herausforderung zu sehen, statt als Bedrohung. Die Älteren sollen auch künftig aktiv am Leben teilnehmen – in Familien, Gemeinden und in der Gesellschaft.  




Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


Ironblogger München Logo

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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Beste Linksammlung rund ums Thema Ruhestand

Links sind das A&O des Web, deswegen dürfen sie auch auf dieser Seite nicht fehlen. Nach Monaten des Sammelns und Auswertens bietet Vorunruhestand.de sicher die umfangreichste Linksammlung zum Thema Vorruhestand, Rente und Altern. Die Sammlung wächst permanent und enthält allein mehr als hundert Links zu Seiten und Blogs rund um Rente und Vorruhestand sowie Best Aging, eineinhalb Dutzend Links zu Pension und Beamtenversorgung, ein halbes Dutzend Links zum Thema Rabatte für Rentner, ebenso viele Links zum Thema Gesundheit, mehr als ein Dutzend Links zu Themen wie Geld und Finanzen sowie Links zu Reiseseiten.

Ferner enthält die Linksammlung ausländische Adresse aus Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, den USA und Australien.

Das Thema wird immer wichtiger, denn in den kommenden Jahren werden viele in diese Phase hineinrutschen und sich zwangsläufig mit dem Übergang vom aktiven Berufsleben in die Rente beschäftigen, beschäftigen müssen.

Dafür braucht es Inspiration, Anregung und Information – genau das soll diese Linksammlung bieten.

Viel Spaß beim Stöbern – und das ist nur der Anfang: Da folgen noch mehr. Für Hinweise bin ich offen. Es wäre übrigens schön, wenn die Webmaster dieser Seiten einen Back-Link auf vorunruhestand.de setzen würden.




Als Rentner nach Südafrika?

Wie geht es Rentnern in Südafrika? Sicher anders als in Deutschland. Südafrika ist vielleicht nicht unbedingt ein Land zum Auswandern im Alter. Aber wie wäre es denn mit einer längeren Reise? Das Beispiel von Hubert Höhsl macht so ein bisschen Lust auf Südafrika.

Am besten, er erzählt selbst. Hubert ist als Uhrmacher und Goldschmied im Januar 1960 per Schiff in Durban angekommen. Durban liegt an der Ostküste Südafrikas am Indischen Ozean – eine Großstadt mit mittlerweile 3,44 Millionen (Stand 2011) Einwohnern.

Neues Zuhause in Windhoek

Angekommen in Südafrika suchte sich Hubert einen Job als Juwelier in Pretoria. Wie der Zufall es so wollte, lernte er seine Christine kennen, Uhrmacherin und Töpferin, die er 1963 in Wien, ja Wien, heiratete. Kaum verheiratet, kehrte sie Europa bereits im Januar 1964 den Rücken und nisteten sich in Windhoek ein. Windhoek mit rund 330 000 Einwohnern größte und gleichzeitig Hauptstadt von Nambia, dem ehemaligen Süd-West-Afrika. Höhsl brachte es im Laufe der Jahre zu einem Schmuckgeschäft, Andenkenladen und zu einer Töpferei.

Drei Jahre später kam ihr Sohne Peter in Windhoek zur Welt, wo er in eine deutsche Privatschule besuchte. Peter wurde in Nambia eingezogen und war zwei Jahre beim Militär, das nur nebenbei. Heute ist Peter wie seine Eltern in Südafrika. Peter ist photorealist artists, das heißt, er kreiert photorealistische Werke.

Von Namibia nach Südafrika

Die Höhsls lebten 25 Jahren in Nambia – hatten dann freilich „genug von der Halbwüste“, wie es Hubert ausdrückt. Sie verkauften alles und zogen ans Kap. „Im Alter ist das Klima hier besser“, begründet Hubert den Ortswechsel. Blöd, für den Ruhestand war’s wohl doch etwas zu früh. Hubert, damals 50, und Christine, 46, mussten sich etwas einfallen lassen. Sie eröffneten ein Schmuckgeschäft in Somerset West, in der Nähe von Kapstadt – und später ein zweites in Stellenbosch, nicht weit weg.  „Somerset West haben wir bald verkauft und uns auf Stellenbosch konzentriert“, erinnert sich Hubert.

Hubert und Deutschland

Im November 2011 hatte Huberts Frau allerdings keine Lust mehr – und „wir haben auch das Geschäft in Stellenbosch verkauft“, was Hubert nicht leichtgefallen sei. Er habe lange gebraucht, um mit der Situation zurecht zu kommen. „Aber mit 73 war es das Beste“, räumt er ein.

Na ja, was verbindet Hubert und Christine noch mit Deutschland? Die Rente – und das Finanzamt. „Die paar Jahre, die wir in Deutschland und Österreich gearbeitet haben, bringen uns eine monatliche Rente von 224 Euro – 37 Euro für Christine, 187 Euro für Hubert. Was den Fiskus betrifft, so bekamen die Beiden vor zwei Jahren vom deutschen Staat einen Steuerbescheid von zusammen 1500 Euro für die vergangenen vier Jahre. Das findet Hubert ziemlich ungerecht, schließlich habe er in „mehr als 50 Jahren keine sozialen Leistungen vom deutschen Staat in Anspruch genommen“. Er will nicht einen Cent zahlen. „Lieber nehme ich die Zelle neben Hoehnes“, feixt er.

In Südafrika laufen die Uhren anders

Zur Situation in Südafrika: Südafrika ist kein sozialer Staat, „aber jeder Bürger hat ab 60 einen Anspruch auf eine minimale Rente, obwohl er nie etwas eingezahlt hat“, bringt es Hubert auf den Punkt. Das reiche grade mal zum Essen. Wer sich im Laufe seines Lebens nichts erarbeitet hat, landet wohl unter der Brücke – oder in „einer Hütte – und da leben schon viele“, meint er lakonisch. Dafür müsse ein Rentner aber auch keine Steuern zahlen. Um alles andere müsse sich jeder selbst kümmern. „Notfälle werden im Hospital behandelt – für Mittellose gratis“, so Hubert.

Thailand ist wohl günstiger

Die Deutschen in Kapstadt kennen sich natürlich untereinander – und nicht nur die Deutschen, sondern die meisten Ausländer. Sie seien früher alle selbständig gewesen. Für auswanderungswillige Rentner sei Südafrika „nicht grade der richtige Ort“, konstatiert der Ex-Schmuckhändler. Thailand sei wohl günstiger. Vor allem mieten sei kaum möglich und sehr teuer. Das heißt, nur wer das nötige Kleingeld mitbringt, sollte Südafrika als Domizil fürs Alter ins Auge fassen. Ach ja, dazu kommt ja noch die Infrastruktur. Nur in Kapstadt gebe es ein entsprechendes öffentliches Verkehrssystem. Wer auf dem Land wohne, brauche einen fahrbaren Untersatz.

Mindesteinkommen por Monat 2150 Euro

Wer sein Ruhestandsdomizil nach Südafrika verlegen will, brauch ein Retirement Permit und muss ein garantiertes monatliches Einkommen von 37 000 Rand oder 2150 Euro vorweisen. Für ein Paar sind es 74 000 Rand oder 4300 Euro. Die Alternative ist natürlich ein Touristenvisum. Das wird für 90 Tage ausgestellt – und kann verlängert werden. Die Verlängerung kann jedoch abgelehnt werden – ist also riskant.

Selbst um den Arzt kümmern

Was die ärztliche Versorgung betrifft, so sei die südafrikanische „eine der besten der Welt“, betont Hubert. Viele sprechen seines Wissens nach deutsch, „weil sie auf dem Wege der Ausbildung, hier hängen geblieben sind oder aus Namibia kommen“. Eine schnelle Abfertigung sowie volle Wartezimmer gebe es nicht. „Es geht alles nach Termin“. Dafür allerdings zahlt der Patient. Für seinen „Hospitalplan“ zahlen die Hubert und Christine 4500 Rand oder 267 Euro im Monat. Der Arztbesuch koste 500 Rand oder 30 Euro aufwärts, der Spezialist 2000 Rand oder 116 Euro. Allerdings gehe es in den Krankenhäusern entspannter zu – „Götter in weiß“ gebe es nicht.

Bilder aus Südafrika von Hubert Höhsl


Kapstadt nichts für Naive

Wer nach Kapstadt kommt, sollte nicht allzu naiv sein. Die Kriminalität ist offensichtlich, aber nicht ganz so dramatisch wie oft gedacht. Allerdings sollten Touristen die Townships und Cape Flats meiden, raten Reiseführer. Johannesburg und Durban seien schlimmer. Aber, „meine Freunde und auch ich haben Jahrzehnte überlebt“, relativiert Hubert. Außerdem „hatten wir grade über die Feiertage wieder fünf Millionen Besucher – und die sind alle, soviel ich weiß, wieder gut heim gekommen“. In den Townships fänden allerdings jede Nacht Mord und Totschlag statt; Drogen und Stammeskämpfe seien die Hauptursache. Nachts bleibe er allerdings an keiner Ampel stehen, wenn es der Verkehr zulässt, was die Polizei sogar empfehle. „Autofenster und Türen sind automatisch geschlossen, da ich nur mit Klimaanlage fahre, Sommer wie Winter“. Auch sein Haus habe eine Alarmanlage, die an einen bewaffneten Sicherheitsdienst angeschlossen sei. Das lasse dem Dieb nur fünf bis acht Minuten. „Wenn wir im Haus sind, hat er schlechte Karten, denn Christine hat seit 45 Jahren eine Neun-Millimeter – noch aus unserer Zeit in Namibia“. Sie habe aber bis heute noch keinen erschossen. „Aber, wer weiß“, räsoniert Hubert. Übrigens, bekomme keiner eine Hausratsversicherung ohne Alarm.

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Angst vor der Rente? Absturz im Alter? Filme zum Thema

„Ihr solltet hier wirklich interessante Filme einstellen“, schreibt Jürgen Scheffler als Kommentar unter meine „Filme“-Seite mit Senioren- und Alten-Filmen. Recht hat er! Er hat auch gleich einen Link drangehängt zu einer YouTube-Übersichtsseite mit Filmen über Rente, Pension, Armut und Niedriglohn, Alter und Riester.

Angst vor der Rente – Absturz in die Armut

Und diese Liste enthält:

  • So brachte „Phoenix“ am 18. August eine Dokumentation über „Angst vor der Rente – Absturz in die Armut“, in der die Filme-Macher erklären, warum die gesetzliche Rente geplündert wird, warum das Rentenniveau weiter sinkt, warum es zu Riester kam und Norbert Blüm vielleicht doch nicht ganz so daneben liegt. Er wirft seinen Politikkollegen vor, dass die „Brandstifter Feuerwehr spielen“ und echauffiert sich über das Kartell der Lobbyisten, die seiner Meinung nach „Gehirnwäsche“ betrieben hätten. Für Blüm ist es die „Bild“, die Rentenlügen verbreitet – was ihm ja vorgeworfen wird. Die „Alterskatastrophe“ sei für ihn nur eine Medienkampagne – erfunden, um die gesetzliche Rente abzuwickeln und den Versicherungen neue Kunden zuzuführen. Ingo Blank und Dietrich Krauß schauen auch mal hinter die Kulissen und zeigen auch, was passiert, wenn einmal ein Finanzinstitut wie die Göttinger Gruppe pleite geht und Hunderttausende ihre Altersvorsorge verlieren. Zugegeben, ein krasser Fall.
  • „37°“ brachte ebenfalls im August die Sendung „Schuften bis zum Schluss – arme Rentner im reichen Deutschland“. „37 Grad begleitet Rentner, die ums tägliche Überleben kämpfen“, heißt es in der Info dazu.
  • Im „ZDF“ kam im März 2015 „Arm trotz Rente – Niedriglöhne und die Folgen“. Es gibt viele solcher Beispiele, darunter die Doku „zum Leben zu wenig: Wenn die Rente nicht reicht“, „Die Wahrheit über die Armut in Amerika“, „Obdachlos trotz Rente – Niedriglöhne und die Folgen“ und „Pension schlägt Rente“.
  • Bei „Maischberger“ kam am 15. September „Rente ist schrecklich! Die Lüge vom glücklichen Ruhestand“

Es lohnt sich, einfach mal reinzuschauen. Das Dauer-Thema Rente ist angesichts der Flüchtlingskrise etwas in den Hintergrund gerückt. Schade.

Übrigens, „Flüchtlinge“ ist zum Wort des Jahres gekürt worden, nach „Je suis Charlie“ und „Grexit“.

 

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