Andrea Nahles misst bei Betriebsrenten mit zweierlei Maß

Betriebsrente ist nicht gleich Betriebsrente, zumindest für Andrea Nahles, die Ex-Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Sie formulierte weitgehend das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das Anfang Januar 2018 in Kraft tritt und eigentlich Nahles-Rentengesetz heißen müsste. Denn Riester-Renten werden künftig nicht mehr doppelt verbeitragt, wohl aber andere Formen der betrieblichen Altersvorsorge wie Direktversicherungen. Nahles misst also bei Betriebsrenten mit zweierlei Maß.

Reine Willkür bei Betriebsrenten

Das ist reine Willkür. Warum werden Riester-Rente anders behandelt als Direktversicherungen? Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wird die Doppelverbeitragung nur bei betrieblichen Riester-Renten aufgehoben, nicht aber bei Direktversicherungen und Pensionskassen beispielsweise. Die Riester-Sparer können sich freuen, denn sie müssen künftig in der Auszahlungsphase nicht mehr Geld an die Krankenkassen abdrücken. „Bätschi“ würde Nahles den Direktversicherten vermutlich sagen, „habe ich es euch wieder einmal gezeigt“ und sich schadenfroh die Hände reiben. Für die Direktversicherten klingt ihr „Bätschi“ aber wie Hohn. So wird die Idee der Betriebsrenten ad absurdum geführt.

Linke stemmen sich gegen Nahles

Die einzigen, die sich gegen Nahles Willkür stemmen, sind derzeit die Linken. Die Linksfraktion fordert eine Reform der Betriebsrenten ein. Sie will die Rentner bei der betrieblichen Altersvorsorge entlasten. Nahles hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz nicht genutzt, um die Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen und stattdessen neue in die Welt gesetzt.

Schluss mit Doppelverbeitragung

Alle Formen der betrieblichen Altersvorsorge müssen gleich behandelt werden. Doppelverbeitragung darf es bei Betriebsrenten nicht geben. Entweder Beitrag in der Anzahl- oder in der Auszahlphase, aber nicht jedes Mal. Die Doppelverbeitragung wurde aber nur für die betriebliche Riesterrente abgeschafft worden. Denn ab 2018 sind Auszahlungen aus der betrieblichen Riester-Rente beitragsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Genau deswegen fordern die Linken, dass Schluss sein muss mit der doppelten Beitragszahlung auf Direktversicherungen und Betriebsrenten, so wie es in dem Antrag der Linken steht, den die Fraktion am 12. Dezember im Bundestag eingebracht hat. Kein zweierlei Maß bei Betriebsrenten.

Kalte Enteignung durch den Staat

Die Doppelverbeitragung wird von den Betroffenen „als kalte Enteignung“ wahrgenommen, wie es die Linke und der Verein Direktversichertengeschädigter (DVG) ausdrückt. Das Perfide daran, dass die Doppelverbeitragung auch dann greift, wenn der Vertrag über die Betriebsrente bereits vor Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) am 1. Januar 2004 abgeschlossen worden war. Das Rückwirkungsverbot wurde einfach ignoriert. Übergangsregelungen gibt es nicht.

Ein Fünftel geht an Krankenkasse

Was das bedeutet? Wer beispielsweise von seiner Direktversicherung 80 000 Euro ausbezahlt bekommt, muss rund 14 800 Euro an seine Krankenversicherung zahlen – verteilt über 120 Monatsbeiträge, sprich zehn Jahre. Damit ist jede Rendite, die während der Anzahlphase erzielt wurde, natürlich weg oder extrem geschwächt. Betriebliche Altersvorsorge wird so ad absurdum geführt. Da hätte der Alterssparer das Geld genauso gut unters Kopfkissen legen können.

Rentner sollen blechen

Das Argument, Rentnerinnen und Rentner müssten einen größeren Anteil an den Krankenversicherungskosten tragen, weil sie einen wachsenden Anteil der Kosten verursachten, steche auch nicht, meint die Fraktion der Linken. Die Alten von heute haben in ihrer Jugend solidarisch für die Alten von gestern in die Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt.

Es wird Zeit, endlich wieder alle Formen der betrieblichen Altersvorsorge gleich zu behandeln und die jetzige Willkür zu korrigieren.

Hier der Link zum Antrag der Linken

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/002/1900242.pdf




Richter blocken mit Mutwillgebühren Klagen ab

Recht haben und Recht bekommen, sind zwei Paar Stiefel – das müssen alle Direktversicherungsgeschädigte wieder einmal schmerzlich erfahren. Wer gegen das Unrecht der Doppelverbeitragung seiner Direktversicherung klagt, wird von den Richtern mit Mutwillgebühren geblockt. Wie das geht, zeigen jüngst zwei Fälle am Sozialgericht in Detmold und am Landessozialgericht Schweinfurt belegen.

Mit Mutwillgebühren eingeschüchtert

Die Richter in Detmold und Schweinfurt schüchterten Kläger durch „Mutwillgebühren“ ein. Sie sahen Klagen oder Widersprüche von Direktversicherungsgeschädigten als mutwillig an und drohten den Klägern mit Gebühren – Strafe wäre für diese Mutwillgebühren sicher bezeichnender. Im Fall von Heinrich Klarholz aus Detmold betrugen die Mutwillgebühren 750 Euro; im Fall von Fall von Klaus-Dieter Oeynhausen aus Haßfurt sogar 1000 Euro. Oeynhausen ließ sich vom Sozialverband VdK vertreten – und der nahm den Widerspruch zurück. Klarholz ließ es drauf ankommen und zahlt 750 Euro Mutwillgebühren oder „Verschuldungskosten“, wie sie das Gericht nennt. Das sind zwar die jüngsten Fälle, aber beileibe nicht die einzigen.

Keine Chance auf Sammelklagen

Sammelklagen sind hierzulande ja nicht möglich, deswegen müssen sich die Direktversicherungsgeschädigten einzeln wehren. Weil mittlerweile eine Klagewelle auf die Sozialgerichte zurollt, wissen sich die Richter nicht mehr anders zu helfen, als die Kläger per Mutwillgebühren abzuschrecken. Viele lassen sich tatsächlich einschüchtern. Sie ziehen ihren Widerspruch zurück. Nur wenige, wie Heinrich Klarholz, bleiben bei ihrem Widerspruch.

Zum Querulanten abgestempelt

Die Richter kanzeln die Kläger indirekt als Querulanten und Prozesshansel ab. Sie verweisen auf § 192 des Sozialgerichtsgesetzes (SGG). Wer sich den § 192 SGG jedoch genau durchliest, muss zu dem Schluss kommen, dass ein klagender Versicherter, so wie es in § 183 SGG steht, eben keine Kosten zu tragen hat, denn ein „Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit ist für Versicherte … kostenfrei“. Aber, wenn der Richter meint, eine „weitere Klagefortsetzung wäre rechtsmissbräuchlich“, dann brummt er dem Kläger eine Strafe auf.

Was ist Rechtsmissbrauch?

Die Richter an den Sozialgerichten sehen immer dann einen Missbrauch, wenn „Rechtsfragen auch in verfassungsrechtlicher Hinsicht höchstrichterlich geklärt sind“, so steht es im Urteil des Sozialgerichts Detmold. Damit sei die „weitere Rechtsverfolgung rechtsmissbräuchlich“. Alle hier streitigen Rechtsfragen seien bereits in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundessozialgerichts geklärt, so der Verweis des Detmolder Richters.

Grünes Licht für Sozialgerichte

Ist das so? Das Bundesverfassungsgericht hatte keine Lust, das Problem Doppelverbeitragung zu klären und verweigerte sich durch Nichtannahmebeschlüsse – oder lässt die Direktversicherungsgeschädigten am langen Arm verhungern, wie der Verein der Direktversicherungsgeschädigter DVG auflistet. Einige Verfassungsbeschwerden verstauben schon seit Jahren beim Bundesverfassungsgericht, wie eine Liste des DVG belegt. Damit haben die Sozialgerichte grünes Licht und können alle Widersprüche von Direktversicherungsgeschädigten einfach abbügeln.

Millionen sind von Unrecht betroffen

Die Richter wissen sehr wohl, dass es um Milliarden geht, denn viele Arbeitnehmer haben schon vor Jahrzehnten im Rahmen der Entgeltumwandlung eine Direktversicherung abgeschlossen, im guten Glauben, fürs Alter vorzusorgen. Damals bei Vertragsabschluss war keine Rede davon, dass am Ende die Krankenversicherung die Hand aufhält und annähernd ein Fünftel der Altersvorsorge einkassiert. Also, von wegen „pacta sunt servanda“, Verträge sind einzuhalten.

Mit dem von Rot-Grün unter Mithilfe der Union 2004 eingeführten Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) ist allen, die per Direktversicherung fürs Alter vorgesorgt haben – oder immer noch vorsorgen – ein Strich durch die Rechnung gemacht worden. Das kommt einer Enteignung gleich. Und wer sich dagegen wehrt, wird zum Querulanten abgestempelt – so sieht Gerechtigkeit in Deutschland aus.




Wie gut ist die neue Betriebsrente wirklich?

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz kommt Anfang 2018. Wie gut ist aber die neue Betriebsrente wirklich? Wird die Betriebsrente damit für Arbeitnehmer lukrativer? Die neue Betriebsrente ist eine Mogelpackung – und lohnt sich für die meisten nicht.

Rentenberater und Fachanwalt Peter Knöppel hat sich die neue Betriebsrente einmal genau angeschaut und kommt zu dem Urteil, dass die neue Betriebsrente für viele Sparer zu einem Reinfall werden könnte.

Die Versicherungsbranche steht schon in den Startlöchern. Wieder geht es beim Betriebsrentenstärkungsgesetz um riesige Provisionen. Ziel sind dieses Mal Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz soll ab 2018 auch Beziehern von unteren Einkommen den Weg zu einer Betriebsrente eröffnen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz will das durch besondere Förderungen ermöglichen. Das könnte fatale Folgen für die Zukunft haben.

Die Bundesarbeitsministerin Frau Nahles will mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz 2018 die Tür für alle diejenigen Menschen öffnen, die bis zum heutigen Tage keine Betriebsrente abgeschlossen haben. Ziel soll es sein, die drohende Altersarmut für viele Ruheständler zu bekämpfen. Ob dies wirklich mit der neuen Betriebsrente 2018 erreicht werden kann, ist völlig offen. Schlimmer noch, es steht zu befürchten, dass die Betriebsrente für viele Sparer ein totaler Reinfall werden kann.

Was ist die neue Betriebsrente?

In der Ansparphase, also der Zeit, in dem der Arbeitnehmer mit Hilfe des Betriebs seine Betriebsrente anspart, ist ja alles in Ordnung.  Das dicke Ende kommt zum Schluss – in der Auszahlungsphase. In den kommenden Jahren gehen viele Millionen Menschen in Deutschland in Rente. Sie werden sich einen schönen Ruhestand ausmalen. Wenn sie dann Bilanz ziehen, dürften vielen erst einmal die Augen aufgehen.

Minus durch nachgelagerte Besteuerung

Wenn der Versicherer die Betriebsrente auszahlt, muss der Arbeitnehmer sie im Regelfall versteuern. Da fallen mit einem Schlag bis zu 20 Prozent und mehr an Einkommenssteuern an.

Krankenkasse schröpft Betriebsrentner

Was viele nicht wissen oder standhaft ignorieren ist, dass auf die Betriebsrente im Allgemeinen für zehn Jahre (120 Monate) Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden müssen. Klingt harmlos, macht aber einiges aus. Denn diese Krankenkassenbeiträge sind zusätzlich zu zahlen – neben den Beiträgen für eine gesetzliche Rente. Also zahlen die Betroffenen zweimal. Einmal ohne irgendeine Gegenleistung dafür von der Krankenkasse erwarten zu können. Rechtsgrundlage dafür ist der § 229 Sozialgesetzbuch Nr.5.

Voller Krankenkassenbeitrag heißt: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Ja, der Rentenbezieher der Betriebsrente zahlt den vollen Krankenkassenbeitrag von zurzeit 14,6 Prozent plus 1,1 Prozent Zusatzbeitrag und dazu noch den Pflegebeitrag allein.

Dazu ein Beispiel:

Richard Rentner, Vater von einem Kind, bekommt bei seinem Renteneintritt eine Betriebsrente in Höhe von 50 000 Euro ausgezahlt. Hierauf fallen 15,7 Prozent Krankenversicherungsbeitrag und 2,55 Prozent Pflegebeitrag an. Insgesamt also 18,25 Prozent. Richard Rentner muss von seinen 50 000 Euro sage und schreibe 9125 Euro Beiträge abführen. Somit sind annähernd 20 Prozent weg.

Nur wenn die Betriebsrente die Geringfügigkeitsgrenze von monatlich 148,75 Euro oder bei einem Einmalbetrag von 17 850 Euro für 2017 nicht überschreitet, fallen keine zusätzlichen Beiträge an.

Gesetzliche Rente wird weniger

Was Frau Nahles verschweigt. Wer für seine Betriebsrente durch Entgeltumwandlung anspart, verkürzt sein Einkommen, das für die gesetzliche Rente zählt. Wer also beispielsweise 2800 Euro brutto monatlich hat und 150 Euro für seine Betriebsrente per Entgeltumwandlung investiert, bekommt seine Rente nur auf Basis der gemeldeten 2650 Euro brutto, statt 2.800 Euro.

Um es noch einmal zu verdeutlichen: Wer 30 Jahre lang in seine Betriebsrente aus seinem Einkommen eingezahlt hat, bekommt nicht die gesetzliche Rente gezahlt, die er bekäme, zahlte er die vollen Beiträge aus seinem Einkommen an die Rente.

Erst angelockt, dann abgezockt

Mit dem neuen Betriebsrentengesetz 2018 sollen viele Menschen in die Betriebsrente gelockt werden. Sollte dies gelingen, ist zu befürchten, dass der Deutschen Rentenversicherung viele Milliarden an Beiträgen entgehen. Damit wird nicht nur der Betriebsrentner betrogen, sondern für spätere Rentenerhöhungen der Versichertengemeinschaft könnte es dann auch schlecht aussehen.

Wer trägt das Risiko?

Wie ist das mit dem Risiko bei der Betriebsrente? Mit der neuen Betriebsrente fällt über den neuen Durchführungsweg der sogenannten Sozialpartnerschaft die Garantiehaftung für den Arbeitgeber für die Höhe der Betriebsrente und die eingezahlten Beiträge weg! Wer kontrolliert eigentlich, was mit den eingezahlten Beiträgen durch den Arbeitnehmer passiert? Letztlich steht zu befürchten, dass die gezahlten Beiträge auch in unsichere Aktiendepots angelegt werden können. Ein Totalverlust droht!

15 Prozent Zuschuss sind zu wenig

Ob der neue Arbeitgeberzuschuss ab 2019 für die Arbeitnehmer in Höhe von 15 Prozent des zu zahlenden Arbeitgeberanteils an der Sozialversicherung an dem Zahlungsrisiko bei den Krankenkassenbeiträgen etwas ändert, bleibt abzuwarten.

Skepsis bei Betriebsrente

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist die Betriebsrente bei über 50 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nicht angenommen worden. Wäre es daher nicht besser, die gesetzliche Rente zu stärken und die irrsinnige Steuerförderung der Betriebsrente und der Riesterrente zu beenden?


Zu Peter Knöppel:

Peter Knöppel ist seit 2001 Rechtsanwalt und Fachanwalt für Sozialrecht seit 2012. Im Bereich des privaten Versicherungsrechts ist er ebenso zuhause. Peter Knöppel interessierte sich von Anfang an stark für die Belange der Altersvorsorge. So war es nur eine logische Konsequenz, der Schritt zum Rentenberater. 2012 war es so weit. Nach mehrwöchigen Direktlehrgang beim ASB in Heidelberg, legte er seine mündlichen und schriftlichen Prüfungen mit Bravour ab. Er ist durch das Sächsische Landessozialgericht gerichtlich zugelassener Rentenberater und beackert seitdem täglich aufs Neue und hochmotiviert sein geliebtes Feld der Rente. Doch wer rastet der rostet, so erweiterte er seine Kenntnisse in der betrieblichen Altersversorgung. Knöppel arbeitet bei der Rentenberatungs-, Rechtsanwalts- und Fachanwaltskanzlei für Sozialrecht mit Standorten in Halle (Saale) und Jena sowie eine Filiale in Augsburg.

 




Wie Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt. Seine  Negativzinsen zehren an den Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung und kostet Rentner Kaufkraft. Draghis lässt auch die Krankenkassen bluten und damit die Versicherten.

Sparer zahlen Strafzinsen

Jeder, der größere Beträge bei Banken oder direkt bei der EZB bunkert, muss Strafzinsen zahlen. Da die Deutsche Rentenversicherung eine „Nachhaltigkeitsrücklage“ von 32 Milliarden Euro vorhält, gehört sie natürlich auch zu den Verlierern der Negativzinspolitik von Draghi. Dem Rentenversicherungsbericht 2017 zufolge hat sie „nur“ zehn Millionen Euro verloren. Auf jeden einzelnen der 21 Millionen Rentner umgerechnet, bedeutet das: Jeder verliert dadurch pro Jahr annähernd 50 Cent. Das klingt wenig, wird aber mehr werden. Denn, die Deutsche Rentenversicherung rechnet laut „Welt“ für 2018 bereits mit 50 Millionen Euro Verlust durch die Strafzinspolitik von Draghi. So steht es auch im Rentenversicherungsbericht 2017 in der Übersicht B 1 auf Seite 29
in der Zeile „Vermögenserträge“.

Millionen Rentner abgezockt

Der Zins für die sogenannte „Einlagefazilität“ liegt seit Juni 2014 unter null. Im Dezember 2015 wurde der Strafzins sogar auf minus 0,3 Prozent erhöht. Im März 2016 verschlechterte sich die Lage für Sparer weiter. Der Strafzins stieg dann auf minus 0,4 Prozent. Für 2017 weist die Rentenversicherung eine „eiserne Reserve“ von 32,9 Milliarden Euro aus. Bei einem Strafzins von minus 0,4 Prozent ergibt sich damit ein Verlust von 131,6 Millionen Euro. Wie kann es sein, dass die Rentenversicherung nur zehn Millionen Euro Verlust ausweist? Sie muss das Geld so anlegen, dass „ein Verlust ausgeschlossen erscheint“, so steht es zumindest im Sozialgesetzbuch. Also in Aktien darf sie damit nicht investieren. In Staatsanleihen darf sie auch nicht investieren. Sie darf nicht in Immobilien investieren. Bleibt nur Tagesgeld – und dafür gibt’s im Schnitt noch 0,03 bis 0,08 Prozent, wie die Finanzberatung FMH auf ihrer Seite ausweist. Und wie argumentiert die Rentenversicherung selbst?

„Es gibt zwei Einflüsse, die zu deutlich geringeren Entgelten führen: 

1. Die Anlagen werden weit überwiegend bei Geschäftsbanken und mit Laufzeiten bis zu einem Jahr getätigt. Daher liegt der Geldmarktzins insgesamt über dem Satz der Einlagefazilität bei der EZB.

2. Die im Jahr 2017 fälligen Anlagen wurden weit überwiegend im Jahr 2016 zu damals noch besseren Geldmarktkonditionen getätigt.“

Rentenversicherung muss bluten

Wie hat die Deutsche Rentenversicherung das Geld ihrer Beitragszahler angelegt, um den Verlust klein zu halten? Der Rentenversicherungsbericht schweigt sich leider aus. Auf Anfrage bei der Deutschen Rentenversicherung kam folgende Antwort: „Da die Mittel der Nachhaltigkeitsrücklage liquiditätsnah anzulegen sind,
werden die Anlagen weit überwiegend in Form von Termingeldern bei Geschäftsbanken getätigt. Bei der Anlage ist, neben der Liquidität der Anlage, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit zu beachten.“

Draghis Politik enteignet systematisch Millionen deutscher Rentner. Das ist ein Skandal, über den sich hierzulande offensichtlich niemand groß aufregt.

Systematische Enteignung

Das Schlimme daran, Ruheständler und alle, die fürs Alter vorsorge werden nicht nur auf diesem Weg enteignet. Für ihre betriebliche und private Altersvorsorge bekommen sie auch immer weniger. Das ist aber immer noch nicht alles. Auch der Gesundheitsfonds, in die gesetzlich Krankenversicherten einzahlen, wird von Draghi enteignet. Denn, auch der Gesundheitsfonds zahlt für seine Rücklagen Strafzinsen. Die Strafzinsen summierten sich laut „Neues Deutschland“ von Januar bis September 2016 auf vier Millionen Euro. Hochgerechnet aufs ganze Jahr dürfte es sicher fünf Millionen Euro sein. 2017 zahlte der Gesundheitsfonds vermutlich noch weit mehr als diese fünf Millionen Euro an Strafzinsen.

Kampf gegen Krake Krankenkasse

Gleichzeitig kassieren die Krankenkassen bei den Direktversicherten ab. Wenn die ihr über Jahrzehnte per Entgeldumwandlung angespartes Geld ausbezahlt bekommen, halten die Krankenkassen die Hand auf. Das Geld landet über Umwege im Gesundheitsfonds, der von Draghi geschröpft wird. So lässt sich Geld am besten vernichten – Geld, das normalerweise den Versicherten zu Gute kommen sollte.

Geld verliert seine Funktion

Draghi hat mit seiner Negativzinspolitik erreicht, dass Geld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel weitgehend verloren. Die Deutsche Bundesbank sollte ihre Erklärung umschreiben, welche Aufgaben Geld hat. Ihre Erklärung verhöhnt jeden Sparer.

Wer spart, „konserviert“ den Wert über die Zeit und bildet sich so eine Reserve, über die er später bei Bedarf verfügen kann. Das „Spar-Geld“ kann man so in der Zwischenzeit anderen überlassen (z. B.einer Bank). Dafür bekommt man Zinsen, die gewissermaßen eine Entschädigung dafür sind, dass man für eine bestimmte Zeit auf die Verfügbarkeit seines Geldes verzichtet.

Von wegen!

 




Dänen haben beste Altersvorsorge – Deutschland nur Mittelmaß

Bei der Altersvorsorge ist Dänemark Spitze, gefolgt von den Niederlanden, Deutschland ist nur Mittelmaß und rangiert auf dem 13. Platz. Ganz übel sieht es in Indien und Argentinien aus.

Im Vergleich der Altersvorsorgesysteme in 30 ausgesuchten Ländern kommt Deutschland nur auf einen mittelmäßigen 13. Platz. Spitzenreiter war und ist Dänemark, so das Ergebnis des „Melbourne Mercer Global Pension Index 2017“ (MMGPI), der vom Beratungsunternehmen Mercer bereits zum neunten Mal in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies erstellt wurde.

Ranking Altersvorsorgesysteme

 Ranking     
Land20172016GesamtindexAngemessenheitNachhaltigkeitIntegrität
Dänemark1/301/2778.976.579.881.3
Niederlande2/302/2778.878.073.587.5
Australien3/30 3/2777.175.373.085.7
Norwegen4/30-74.777.061.090.3
Finnland5/304/2772.370.261.391.0
Schweden6/305/2772.067.771.080.3
Singapur7/307/2769.465.266.280.7
Schweiz8/306/2767.660.264.783.3
Neuseeland9/30-67.466.261.577.8
Chile10/308/2767.358.069.179.7
Kanada11/308/2766.869.955.477.7
Irland12/3010/2765.877.943.977.2
Deutschland13/3012/2763.576.576.540.9
Frankreich16/3013/2759.680.438.655.8
Österreich21/3018/27 53.167.619.9 76.4
Durchschnitt59.960.950.871.2

Quelle: Mercer

Dänemark hat die Nase vorn

Die Experten haben die Altersversorgung verschiedener Länder untersucht in punkto Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität. Sie haben dabei sowohl die staatliche Rente und die betriebliche sowie private Altersvorsorge unter die Lupe genommen. Dänemark hat mit 78,9 von 100 Punkten die Nase vorn, die Niederlande liegen jedoch nur mit 0,1 Punkten im Rückstand. Einziger Trost bei Deutschland – Deutschland hat im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Punktezugewinn mit 4,5 Punkten, wodurch der Gesamtindex auf von 59,0 auf 63,5 Punkte stieg.

Deutschland kann sich verbessern

„Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich einen Rang zurückfällt, zeigt die Studie deutlich, dass unser Rentensystem mit einem ‚gesunden Mix‘ aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge auf einem guten Weg ist“, so Dr. Udo Müller, Rentenexperte bei Mercer.

Das Rang Deutschlands könnte sich weiter verbessern, meinen die Rentenexperten von Mercer, wegen der:

  • Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner
  • Weitere Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer
  • Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger
  • Erhöhung der Teilnehmer in der betrieblichen Altersversorgung.

Müller meint, das Betriebsrentenstärkungsgesetz werde etwas bringen. Ob er damit nicht schief liegt? So lange die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten und Direktversicherungen nicht aufgehoben wird, wird das nichts mit der Verbesserung, weil die Krankenkassen den Renditerahm abschöpfen. Die Entgeltumwandlung lohnt sich nicht, trotz höherer Zuschüsse, weil bei der Auszahlung mehr als 18 Prozent an die Krankenkasse gezahlt werden müssen.

Rentensystem oft nicht nachhaltig

Wichtigster Faktor ist „Nachhaltigkeit. „Japan, Österreich, Italien und Frankreich sind Beispiele für Volkswirtschaften, in denen die Rentensysteme nicht auf einem nachhaltigen Modell basieren, das aktuelle und zukünftige Generationen tragen kann“, so Jacques Goulet, President Health und Wealth bei Mercer.

Zur Methodik: Jedes Land ist auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet. Der Gesamtindex ist der gewichtete Durchschnittswert der drei Sub-Indices Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität. Integrität gibt Aufschluss, wie „vertrauenswürdig“ und beständig das Vorsorgesystem ist – und dabei spielen staatliche Aufsicht, Risikostreuung und Kommunikation eine wichtige Rolle. Die Gewichtung liegt bei 25 Prozent.




Ist ein Rentenkonto für alle die Lösung?

Kennen Sie die Höhe Ihrer Rente? Wenn nein, sind Sie in guter Gesellschaft, denn laut Bankenverband kennen zwei von drei Deutschen ihre Rente nicht. Da wäre es doch toll, wenn es ein „Rentenkonto“ für jeden Bürger gäbe. Aber wie realistisch ist ein solches Rentenkonto für alle? In so einem Rentenkonto sollte detailliert drinstehen, wie viel jeder an Altersvorsorgeansprüche zu erwarten hat.

Wer will ein Rentenkonto?

Wer will denn so was? Nun, es gibt einige Befürworter für eine solche übergreifende Infoplattform, in der alles zusammengefasst sein könnte, was der einzelne Bürger wissen muss, um einschätzen zu können, was er im Alter an Versorgungsansprüchen zu erwarten hat. Da ist zum einen der Bankenverband, dann natürlich die Deutsche Renten Information – und nicht zuletzt Peter Altmaier, noch Kanzleramtsminister und übergangsweise sogar Finanzminister. Auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge spricht sich dafür aus.

Die Deutsche Renten Information hätte gern von der Bundesregierung, dass sie eine Infoplattform zum Thema Altersvorsorge einführt, weil die überwiegende Mehrheit der Deutschen keinen Überblick über ihre Rente beziehungsweise ihre Ansprüche in Sachen Vorsorge habe. Dabei verweist der Verein auf eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität. Vorstandsvorsitzender Professor Andreas Hackethal, der gleichzeitig Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt ist, weiß sehr wohl, dass es in Deutschland in punkto Altersvorsorge einen Paradigmenwechsel braucht. Altmaier unterstützt dieses Begehren und will, dass Bürger auf einen Blick eine Übersicht über ihre Rente bekommen.

Die größten Fehler der Geldanlage – von Andreas Hackethal erklärt

Vorsicht vor staatlicher Fürsorge

Klingt aufs Erste plausibel und löblich. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitiert Altmaier mit den Worten, dass „durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals künftig sichergestellt werden soll, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind“, so sein hehrer Ansatz. Gleichzeitig müsse ein solches Portal den Bürgern den Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst. Damit solle, so Altmaiers Argument, nachvollziehbar sein, „welche Anwartschaften der Bürger in den verschiedenen Säulen der Altersversicherung angespart hat“.

Wie gesagt, klingt fürsorglich. Nur, wem nützt eine solche Information? Dem Bürger oder dem Staat? Cui bono – wem nützt ein solches Rentenkonto? Wirklich dem Bürger – oder nicht doch eher dem Staat. Dank eines solchen Rentenkontos kann der Staat dann viel besser abschätzen, wo er den Bürger noch schröpfen kann, denn dann liegen ja die ganzen Vermögensverhältnisse des Bürger offen – und für den Staat vergleichsweise bequem erreichbar.

Skepsis ist angebracht

Woher diese Skepsis? Dem Staat ist nicht zu trauen, das hat die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen bewiesen. Die Lebensversicherer werden vom Staat gezwungen, jeden Cent an die Krankenversicherung zu melden, den ein Bürger im Laufe seines Lebens über eine Direktversicherung angespart hat. Diese Information ist für Staat und Sozialversicherung Milliarden wert, denn der Besitzer einer Direktversicherung zahlt bei Rentenbeginn den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil plus Pflegeversicherungsbeitrag an seine Krankenversicherung – annähernd 20 Prozent zehn Jahre lang. Möglich gemacht hat diese Enteignung ein Gesetz aus dem Jahre 2004, initiiert von der damaligen rot-grünen Regierung mit Unterstützung der Union. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz wird rückwirkend auch auf Verträge angewandt, die lang vor Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen worden waren.

Künftiger leichter, Bürger zu enteignen

Wenn nun das „Rentenkonto“ kommt, dann ist es für den Staat noch viel leichter, die Bürger zu enteignen. Dafür lässt er sich einfach ein neues Gesetz einfallen, das ihm den Zugriff auf das Rentenkonto erlaubt. Wie leicht das geht, hat er ja schon mehrfach bewiesen. Je zentraler die Altersvorsorgeansprüche gespeichert sind, desto einfacher wird das für den Staat. Da beruhigt es auch nicht, wenn der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, auf andere Länder wie Dänemark, Schweden und Norwegen verweist, in denen es derartige Informationssysteme bereits gebe. Nur, die Skandinavier sind da weit pragmatischer als der deutsche Staat.

In Dänemark beispielsweise ist jeder Bürger seit November 2014 bei der Digitalen Post angemeldet und erledigt vieles online – vom Umzug-Melden bis zum Antrag auf Kinderbetreuung. Deutschland ist da meilenweit entfernt. Wie der Staat mit seiner Altersvorsorge umgeht, kann der dänische Bürger natürlich auch jederzeit einsehen und nachvollziehen auf der Seite der Arbejdsmarkedets Tillægspension ATP oder auf der Seite pensionforalle. Das, worüber die Deutschen reden, praktizieren die Dänen längst. Im Gegensatz zu Deutschland, ist die ATP aber weitgehend unabhängig vom Staat – und somit ihrem Zugriff entzogen. Im Gegensatz zu Deutschland zahlen die Arbeitgeber mit zwei Drittel auch den Löwenanteil in die betriebliche Altersvorsorge.

So funktioniert Betriebsrente in Dänemark

 

Norwegen hat Vermögen, Deutschland Schulden

Übrigens, Norwegen hat mit seinem Staatsfonds Vermögen für seine Bürger und das norwegische Sozialsystem angehäuft. Aus 48 Milliarden norwegischen Kronen hat er binnen 20 Jahren durch geschicktes Investieren 7,5 Billionen norwegischer Kronen gemacht – das sind umgerechnet 800 Milliarden Euro. Jeder Norweger verfügt somit über ein Guthaben von annähernd 150 000 Euro; auf jeden Deutsche kommen statistisch gesehen 27 856 Euro Staatsschulden.

Angesichts dieser Zahlen muss sich jeder fragen, wie der deutsche Staat mit dem Geld seiner Bürger in den vergangenen Jahren umgegangen ist. Skepsis ist insofern mehr als berechtigt.

Excel statt Rentenkonto

Aber zurück zum Rentenkonto. Dem deutschen Staat ist in punkto Altersvorsorge nicht zu trauen, das hat er bis lang mehrfach bewiesen. Eigeninitiative in punkto Rentenübersicht ist besser – und dafür gibt es ein einfaches Mittel: eine Excel-Tabelle. Jeder kann in diese Tabelle alle Daten selbst eintragen, Excel summiert die Zahlen auf. Wer diese Tabelle ständig aktualisiert, hat problemlos einen Überblick über seine Altersvorsorge. Ach ja, Excel. Das ist ein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft – das zu Lernen ist kein Zauberwerk. Viele Windows-Nutzer dürften vermutlich bereits Excel auf ihrem Rechner haben. Die Bundesregierung könnte ja jedem ein Exemplar schenken. Wie wäre es denn, wenn der Staat statt in ein Rentenkonto zu investieren, in Finanzwissen investieren würde, wie es ja schon seit langem von Wirtschaftlern gefordert wird? Bislang sind alle derartigen Vorstöße im Sande verlaufen – oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?

 

 

 




Kampf gegen den Kraken Krankenkasse

„Erst angelockt, dann abgezockt“ – so fühlen sich viele, die in den 80er-, 90er- und 00er-Jahren etwas für die Altersvorsorge zurückgelegt haben, um dann in der Rente von Staat und Krankenkasse geplündert zu werden. Rot-Grün hat mit Hilfe von Schwarz 2004 ein Gesetz durchgepeitscht, das heute viele Rentner viel Geld kostet und schmerzt. Denn von dem, was sie ausbezahlt bekommen, müssen sie annähernd ein Fünftel an die Krankenkassen abdrücken.

Die Wut der Betroffenen ist so groß, dass sie am 19. September 2017 dagegen protestierten und in Düsseldorf eine Demonstration organisierten – übrigens nicht die erste. Von dem Geld, das sie am Ende ihres Berufslebens von einer Direktversicherung – in der Regel eine Kapitallebensversicherung – bekommen, wird der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil für Kranken- und Pflegekasse abgezogen. Einschließlich Zusatzbeitrag sind das zwischen 18 und 19 Prozent, je nach Krankenkasse – und das verteilt auf zehn Jahre. Das heißt, die Betroffenen zahlen jeden Monat zehn Jahre lang an die Krankenversicherung. Wohl gemerkt zusätzlich zu dem, was sie als Rentner sowieso schon an Krankenkassenbeiträge berappen müssen. Einige dürften in der Rente damit mehr Krankenkassenbeiträge zahlen als in ihrem Berufsleben.

 

Versprochen, gebrochen – so geht Politik

Dabei wurde ihnen damals, als sie den Vertrag über die Entgeltumwandlung unterschrieben haben, ganz etwas anderes erzählt. Millionen Angestellte und Arbeiter haben eine derartige Versicherung abgeschlossen, in gutem Glauben, im Alter auf ein finanzielles Polster zurückgreifen zu können für Eventualitäten wie Renovierung oder Kuraufenthalt. Sie haben die Beiträge aus der eigenen Tasche gezahlt – in Form der Gehaltsumwandlung. Beim Abschluss hat keiner der Betroffenen ahnen können, dass sie nachträglich von Politik und Krankenkassen enteignet werden, denn bei Vertragsabschluss war keine Rede davon. Rot-Grün-Schwarz haben 2004 den Vertrauensschutz mit Füßen getreten.

Von wegen Vertragstreue

Von wegen „pacta sunt servanda“ oder „Verträge sind einzuhalten“. Vertragstreue gilt offensichtlich nicht, wenn Krankenkassen in Schieflage geraten. Dabei ist Vertragstreue der wichtigste Grundsatz des öffentlichen und privaten Vertragsrechts. Schwarz-Rot-Grün haben 2003 Direktversicherungen einfach der Betriebsrente gleichgestellt.

Das Schlimme an diesem Sündenfall ist jedoch, dass „die Politik durch ein höchst fragwürdiges Gesetz das Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge zerstört“, geißelt Gerhard Kieseheuer, Vorsitzender des Vereins Direktversicherungsgeschädigte (DVG), dieses Gesetz. Die Lobbyisten der Krankenkassen haben sich beim Gestalten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) durchgesetzt. „Seitdem machen die Krankenkassen aus Kapitallebensversicherungen Betriebsrenten“.

Demo gegen die Abzocke der Krankenkassen


FDP als letzte Hoffnung

Seinerzeit war die FDP die einzige Partei, die gegen diesen Vertragsbruch gestimmt hatte. Insofern verwundert es nicht, dass Politiker der FDP bei der Demonstration der Direktversicherten am 19. September 2017 auch mit von der Partie waren. Johannes Vogel, Generalsekretär der FDP in Nordrhein-Westfalen und Mitglied des Bundesvorstands der FDP, sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann, stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, haben sogar den Demo-Sarg des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) mit durch Düsseldorfs Straßen getragen. Detlef Parr, Vorsitzender der Senioren FDP, kann sich noch gut an damals erinnern, als das Gesetz durchs Parlament geschleust wurde – „für Ulla Schmidt und Horst Seehofer die schönsten gemeinsamen Nächte“, meint er süffisant. Er habe sich vehement gegen dieses Unrecht gewehrt, allerdings ohne Erfolg.

Vogel ist davon überzeugt, dass „die Politik Anreize schaffen muss für die private Vorsorge und nicht diejenigen bestrafen, die Vorsorge betreiben“. Durch die 2004 von CDU/CSU, SPD und Grünen ausgearbeitete Gesundheitsreform (GMG) seien Millionen Bundesbürger, die auf den politischen Rat vertraut und Direktversicherungen abgeschlossen haben, seither bei Fälligkeit doppelt belastet, so seine Meinung. „Sie müssen den vollen Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abführen, obwohl diese Verträge vom Einkommen gespart wurden, welches bereits voll verbeitragt war“, bringt er es auf den Punkt. Die FDP habe als einzige Fraktion im Deutschen Bundestag damals dagegen gestimmt, sei aus den fraktionsübergreifenden Verhandlungen ausgestiegen und habe sogar in einem gesonderten Antrag die Rücknahme dieser ungerechten Maßnahme gefordert. Für ihn und für die FDP sei es deswegen klar, dass „die von CDU/CSU, SPD und Grünen unfairerweise eingeführte doppelte Belastung der betrieblichen Altersvorsorge durch Sozialabgaben – bei Kapitalauszahlungen von aus Nettoeinkommen finanzierten Direktversicherungen – der Kranken- und Pflegeversicherung abgeschafft gehört“, wofür sich die FDP einsetzen will. Die FDP will sich deshalb „ohne Wenn und Aber für die überfällige Korrektur des GMG einsetzen“. Seine Parteikollegin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist voll auf Vogels Linie.

Eine Zeitbombe tickt

Dass der Aufschrei nicht größer ist, hat wohl auch damit zu tun, dass „Millionen von Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, deren Direktversicherungs-Verträge noch laufen, nicht ahnen können, was nach Auszahlung ihrer Versicherung auf sie zukommt“, begründet Kieseheuer. Das sei ja das „Perfide“ an diesem Gesetz, so Vogel. Die Macher dieses Gesetzes, vor allem Ulla Schmidt von der SPD und Horst Seehofer von der CSU hatten damals offensichtlich darauf gehofft, dass alle, die per Direktversicherung fürs Alter vorsorgen, erst dann aufwachen, wenn die Krankenkasse zuschlägt – und das ist jetzt. Es wird aber Zeit, dass auch alle anderen aufwachen, die es demnächst betreffen wird. Denn, wie urteilt der DVG-Vorsitzende Kieseheuer – das „ist ein in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einmaliger Vorgang“.

Der DVG fordert deswegen, dass

  • „die Direktversicherungen, die vor 1999 oder 2004 abgeschlossen wurden und die aus versteuertem und sozialversicherungspflichtigem Entgelt vom Arbeitnehmer selbst finanziert wurden, ohne Zuschuss des Arbeitgebers (Bruttoumwandlung durch Arbeitnehmer) endlich beitragsfrei gestellt werden.
  • die Anerkennung unserer Verträge als private Kapitallebensversicherungs-Verträge. Zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse war die Brutto-Entgelt-Umwandlung in der betrieblichen Altersversorgung im Gesetz überhaupt nicht vorgesehen und auch nicht möglich (dies wurde erst 1999 im Rentenreformgesetz aufgenommen).
  • Die Anerkennung, dass bei unseren Verträgen die geforderte Versorgungszusage nicht gegeben ist, ja gar nicht gegeben sein kann, da beim Abschluss der Verträge keine betriebliche Altersvorsorge im Sinne des Gesetzes vorlag.“



Wie lassen sich die Gesundheitskosten senken?

Das deutsche Gesundheitssystem ist insgesamt gar nicht so schlecht und gerade Senioren profitieren von einer guten medizinischen Versorgung. Tja, wären da nicht die exorbitanten Kosten für Medikamente beispielsweise. Wie lassen sich die Gesundheitskosten senken? Wie können sich Patienten wehren?

Krankenkassen mit speziellem Kick

Die gesetzlichen Krankenkassen konkurrieren miteinander, was sich für Verbraucher positiv in Form flexiblerer Angebote bemerkbar macht. So bieten viele Krankenkassen heute schon einen Bonus in Form von Rabatten, Rückzahlungen oder Sachprämien, wenn Mitglieder gesünder leben und das auch nachweisen können. Gesünder leben? Ja, das drückt sich beispielsweise darin aus, dass sie regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen und Kontrollen teilnehmen oder dass sie Mitglied sind in einem Sportverein oder ins Fitness-Studio gehen. Auch bei der Zuzahlung für Arzneimittel gehen Krankenkassen wie die Online-Krankenkasse AGIDA neue  Wege: So erhalten Mitglieder jährlich einen gewissen Kostenbonus, von dem Zuzahlungen abgezogen werden. Wer also nur einmal im Jahr ein rezeptpflichtiges Medikament braucht und fünf Euro zuzahlt, bekommt den Bonus von der Krankenkasse gutgeschrieben. Wer dagegen 20 Mal Medikamente kauft, hat seinen Bonus aufgebraucht. Das wirkt als Anreiz, beispielsweise die nächste Grippe mit Hausmitteln zu kurieren statt mit rezeptpflichtigen Medikamenten vom Arzt, die auch nicht besser helfen. Mit dem von der Krankenkasse zurückgezahlten Bonus lässt sich dann prima etwas Anderes anstellen.

Wie in der Apotheke sparen?

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten gibt es am Preis nichts zu rütteln, da hier die Zuzahlungen festgelegt sind. Sparen lässt sich nur mit den oben beschriebenen Bonussystemen, bei denen nicht genutzte Guthaben erstattet werden. Bei Medikamenten ohne Rezept bieten sich jedoch gleich mehrere Sparmöglichkeiten. Wer häufiger Medikamente benötigt, kann beispielsweise die beliebten Versand-Apotheken nutzen. Eine Stichprobe der Stiftung Warentest ergab, dass sich bei bestimmten Medikamenten bis zu 40 Prozent sparen lässt. Kritisiert wird allerdings die mangelnde oder fehlerhafte Beratung im Internet. Die Versandapotheken lohnen sich also vor allem dann, wenn es sich um bereits bekannte Medikamente handelt, die regelmäßig gekauft werden.

Pillen im Ausland kaufen

Eine andere Möglichkeit ist es, Urlaubsreisen mit dem Kauf von Medikamenten zu verbinden. Viele in Deutschland apothekenpflichtige (und entsprechend) teure Alltagsmittel sind in anderen Ländern in jeder Drogerie deutlich billiger. Das gilt zum Beispiel für einfache Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen oder leichte Mittel zur Behandlung von Erkältungen, Muskelschmerzen und Magenproblemen. Ein beliebtes Ziel für Menschen im Westen Deutschlands sind beispielsweise die Niederlande. Auch in den USA sind einfache Medikamente in Drogerien und Supermärkten problemlos zu weit niedrigeren Preisen erhältlich.

Bild: © istock.com/PeopleImages




Wie die richtige Sterbegeldversicherung finden?

Eigenartig oder auch nicht – aber es bleibt nicht aus, das sich viele ab einem bestimmten Alter überlegen, was passiert, wenn das Leben endet. Wo die letzte Ruhestätte finden, wie soll das Begräbnis ablaufen? Wer wird sich um alles kümmern? Manchmal kommen diese Gedanken beim Tod eines nahe Verwandten – der Eltern oder eines der Geschwister. Wer trägt die Kosten? Beerdigung, Grabstein und das ganze Drumherum können zur Belastung werden. Wie vorsorgen? Lohnt es sich, die Hinterbliebenen dagegen abzusichern?

Die Beerdigung kostet einige Tausend Euro, die im Zweifel von den Nachkommen getragen werden müssen. Wer keine Möglichkeit hat, eine solche Summe bis zu seinem Tod anzusparen, belastet ganz automatisch die Nachkommen. Damit es dazu nicht kommt, kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Für wen ist die Police sinnvoll?

Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr

Eine private Sterbegeldversicherung ähnelt der Lebensversicherung,  das heißt, vor dem Vertragsabschluss wird eine Summe festgelegt, die die Nachkommen bei einem Tod des Versicherten erhalten. Die Unterschiede liegen in der Höhe des Versicherungsbetrags: Während die Lebensversicherung die Finanzierung des Lebensunterhalts ermöglichen soll und dementsprechend oftmals einige Hunderttausend Euro beträgt, deckt die Sterbegeldversicherung nur die Kosten für die Bestattung, welche in Deutschland derzeit etwa mit einer Summe von 7000 bis 8000 Euro veranschlagt werden kann. Die Kosten schwanken regional. Vor einigen Jahren wurde noch Sterbegeld durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, was seit 2004 allerdings nicht mehr der Fall ist.

Wartezeit beachten

Bei der Auswahl der Police sollten allerdings einige Dinge beachtet werden, damit der richtige Tarif gewählt werden kann. Zunächst ist es üblich, dass nach dem Abschluss der Versicherung eine sogenannte Wartezeit eingehalten werden muss. Innerhalb dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen nicht die volle Versicherungssumme, sondern nur die bereits eingezahlten Beiträge. In der Regel wird allerdings bei einem plötzlichen Unfalltod eine Ausnahme gemacht; bei einem solch tragischen und unvorhersehbaren Ereignis zahlen die Versicherungsunternehmen meist den vollen Betrag. Dennoch gibt es Unterschiede: Bei vielen Tarifen beträgt die Wartezeit vier Jahre, einige Versicherungen zahlen aber bereits nach drei Jahren aus. Grundsätzlich verweigert wird die Auszahlung des Versicherungsbetrags, wenn der Tod durch einen Suizid eingetreten ist.

Versicherungssumme anpassen

Weiterhin bieten einige Policen eine sogenannte Erhöhungs-Option, die durchaus sinnvoll ist. Denn üblicherweise haben die Policen eine Laufzeit von 10 bis 20 Jahren. In dieser Zeit verliert das Geld an Kaufkraft und die Kosten für eine Beerdigung steigen, weshalb es also nach einiger Zeit durchaus sinnvoll sein kann, die Versicherungssumme anzupassen. Darüber hinaus erlauben auch einige Versicherer einen Zugriff auf das angesparte Kapital, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen. Sind keine Nachkommen vorhanden oder sollen nicht mit der Grabpflege betraut werden, können auch Assistance-Leistungen bei einigen Tarifen mit beauftragt werden. Dabei kann es sich neben der bereits erwähnten Grabpflege auch um eine Schadensversicherung für die Grabstätte handeln, sodass ein vollständiger Versicherungsschutz geboten wird.

Vergleichen, vergleichen, vergleichen

Natürlich handelt es sich aber auch bei der Sterbegeldversicherung am Ende um eine ganz normale Versicherungspolice, bei der auch ein umfangreicher Vergleich der Tarife stattfinden sollte. Denn trotz ähnlicher Leistungen unterscheiden sich die Tarife zum Teil erheblich. Die Beitragshöhe ist bei dieser Police auch deshalb so entscheidend, weil die Versicherung insbesondere bei einer kleinen Rente und dünnen Kapitaldecke erforderlich wird. Derart abgesichert, können die Hinterbliebenen im Todesfall trauern – ganz ohne finanzielle Sorgen.

© Bild: vorunruhestand.de – Das Bild ist in Varhaug (Norwegen) aufgenommen worden. Es zeigt die Kapelle auf dem gamle kirkegård, dem alten Friedhof direkt am Meer

Weiterführende Links:

  • Zeit: Der Förster als Totengräber
  • Anwaltsauskunft: Feuer-, Urnen- und Seebestattung
  • Fünf Generationen und ihre Namen



Damit das Traumland nicht zum Albtraum wird

Auch Genießen will gelernt sein – viele Ruheständler müssen erst einmal umlernen, wenn sie das Arbeitsleben hinter sich lassen. Das gilt umso mehr, wenn sie den Traum vom Dauerurlaub im Traumland verwirklichen wollen. Immerhin zwei von drei Deutschen träumen diesen Traum. Vielen schwebt dabei der sonnige Süden vor, wo die Sonne länger scheint als im verregneten Deutschland.

Was verlockend klingt, kann schnell im Desaster enden. Ein Umzug oder auch nur ein zeitweises Aus im Ausland will wohl überlegt sein. Ohne die nötigen Vorbereitungen geht gar nichts. Von jetzt auf gleich, nächste Woche, nächsten Monat – da müsste es das Leben schon gut mit einem meinen, wenn der Traum vom Leben im Ausland auf Anhieb klappen könnte.

Überwintern oder Auswandern? 

Wer seine Rente im Ausland genießen will, stellt sich am besten eine Checkliste zusammen – schließlich lässt sich von den Fehlern der Anderen lernen. Was alles beachten ist, fasst der Blog-Beitrag Rentner im Ausland kompakt zusammen. So ist ein glücklicher Lebensabend  von vielen Faktoren abhängig, die der Auswanderungswillige längst nicht alle selbst beeinflussen kann. Der Partner und die Familie sollten bei der Entscheidung unbedingt einbezogen werden – auf Biegen und Brechen den eigenen Kopf durchzusetzen, ist unvernünftig. Finanzielle Absicherung, ein geregeltes Einkommen, die Versorgung bei Krankheit und Pflegebedarf – das alles darf in dieser Liste nicht fehlen. Niemand sollte sich von den positiven Seiten wie Sonne, Strand und Siesta den Blick auf die Realität verstellen lassen.

Was alles schief gehen kann, hat der „Tagesspiegel“ in „Die Bettler von Mallorca“ eindrucksvoll beschrieben. Der schnell geplatzte Traum vom sonnigen Leben als Auswanderer, in einem Inselparadies unter Palmen, jedoch ohne Sprachkenntnisse, ohne Arbeitsmöglichkeit und mit eben jenen schicksalshaften Ereignissen, die eine die Existenz rauben. Statt der Residenz für den Winter oder dem Dauerwohnsitz am Strand oder im Bergland bleiben dann die Parkbänke, das Betteln um Spenden – würdelos, arm und nicht zuletzt einsam und krank.

Wie Auswandern richtig vorbereiten?

Natürlich spielt die finanzielle Absicherung des Alltags die Hauptrolle, einschließlich der zu erwartenden Unwägbarkeiten. Dabei sollte sich jeder fragen, wie er in seinem Traumland wohnen will – zur Miete oder im Eigentum? In welcher Lage und mit welchem Luxus? Hier treffen jedoch gleich mehrere Probleme für den deutschen Auswanderer oder Residenten zusammen. Das lässt sich am besten am Beispiel Mallorca durchexerzieren, wobei „Mallorca“ beliebig auf alle Länder, in deren Behörden und bei dessen Dienstleistern nicht Deutsch gesprochen wird, übertragen werden kann. Es gelten andere Gesetze, als jene, die Ruheständler kennen – das gilt gerade beim Kauf oder Bau eines Eigenheims. Die fremde Sprache erschwert das Ganze noch – und sie erleichtert Betrug. Die Vorstellung, mit ein paar Brocken Spanisch und einem Übersetzungsprogramm auf dem Smartphone ein Bauprojekt oder nur das Maklergespräch in punkto Vermietung einer Wohnung oder anderen Immobilie auf Mallorca in die Tat umsetzen zu wollen, erscheint mehr als naiv. Käufer bekommen es mit Notaren, Handwerkern, Eigentümern zu tun. Ganz abgesehen davon – woher weiß ein deutscher Kaufinteressent, ob der spanische Eigner nicht nur vorgibt die Finca zu besitzen, die in Wirklichkeit einem ganz anderen gehört? Der Traum vom Ferienhaus wird dann schnell zum Albtraum. Mehr dazu und zum Thema Gesundheitsversorgung, Einkaufen und Lebenshaltungskosten fassen die Mallorca Experten übersichtlich und umfassend zusammen.

Auf richtigen Partner kommt es an

Vor der endgültigen Abreise ins neue Leben gilt es also einiges zu regeln: Handy-Verträge, Internet-Anschluss, Bank-Verbindung und die Nutzung vor Ort. Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus und anderen Policen – die Liste lässt sich beliebig erweitern. Nicht zu vergessen: die sozialen Kontakte am neuen Domizil – und das betrifft nicht nur Freunden und Bekannten, sondern auch die vielen Helfer im Alltag.

Wer sich auf Mallorca ein eigenes Haus bauen möchte oder eine bestehende Immobilie kaufen oder mieten möchte, kommt als Laie – so er denn nicht perfekt Spanisch spricht – kaum auf einen grünen Zweig. Ohne Hilfe lernt er Spaniens Behördenwahnsinn kennen und zahlt vermutlich kräftig drauf. Die Alternative? Ein deutschsprachiger Makler, der sich mit den Usancen auskennt und die Sprache spricht. Das kostet zwar, spart letztlich Ärger und Geld. Von den Flügen zwischen alter und neuer Heimat ganz abgesehen. Sparsamkeit ist in dem Fall fehl am Platz. Die Zeit, die Kaufinteressenten selbst mit Immobiliensuche, Handwerkern und Behörden verbringen, sollten sie besser in einen Mallorquin-Sprachkurs investieren. Dann kommt der Ausreisewillige stressfrei im neuen Leben an.

… einige Impressionen von Mallorca

Palma de Mallorca Castillo de Bellver Quelle: Turespaña

Palma de Mallorca Castillo de Bellver Quelle: Turespaña

Palma de Mallorca Catedral y bahía - vista nocturna Quelle: Turespaña

Palma de Mallorca Catedral y bahía – vista nocturna Quelle: Turespaña