Millionär zu werden ist nicht schwer, oder?

Mal ehrlich, wer wäre nicht gern Millionär. Das ist auch gar nicht so schwer: Einfach 38,50 Euro in die vietnamesische Währung Đồng umtauschen – und schon wird der Wunsch wahr. Spaß beiseite, wie lässt sich der Millionärstraum erfüllen?

Wie werde ich Millionär? Wer hat sich die Frage nicht schon einmal gestellt? Statt 40 Stunden im Büro herunter zu reißen, sich auf der Baustelle abzuschuften oder sich hinter der Theke die Füße platt zu treten, auf dem Deck einer Yacht Schampus schlürfen – das wäre doch was. Was lässt sich anstellen, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen?

Die Möglichkeiten an Geld zu kommen sind vielfältig. Von YouTube-Star über Profi-Fußballer bis hin zum Lottogewinner – viele Wege führen zum Reichtum und aus fast jedem Talent kann Geld gemacht werden. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele. Finde heraus, welchen Lebensweg du einschlagen solltest, um endlich reich zu werden!

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Millionär werden ist nicht so schwer

Wer reich geboren ist, muss sich darüber keine Gedanken machen, auch, wer in eine reiche Familie hineingeboren wurde. Rund ein Drittel der Vermögenden in Deutschland gibt als Hauptgrund für das eigene Vermögen eine Schenkung oder ein Erbe an.

Dumm, wer nicht zu dieser privilegierten Gruppe gehört. Für die Mehrheit bleibt nur der Weg, sich seinen Reichtum zu erarbeiten. Soziale Berufe haben es leider doppelt so schwer, wie Banker oder IT-Experten.

Kannste was, haste was

Zum Glück gibt es nicht nur einen Weg, der dich in eine finanziell abgesicherte Zukunft führen kann. Vielleicht liegen deine persönlichen Stärken nicht unbedingt im kaufmännischen, sondern eher im sportlichen Bereich? Dann wäre eine professionelle Fußballerkarriere vielleicht eine Option für dich. Keine Frage, mit einer Karriere im Fußball sind jede Menge Schweiß und Anstrengung verbunden. Der durchschnittliche Jahresverdienst in der zweiten Bundesliga von 450 000 Euro entschädigt jedoch für vieles.

Fußballer oder Pop-Star

Kommt dir das Dasein als Fußballer körperlich zu anstrengend vor und verfügst du eher über Stärken im künstlerischen Bereich, dann solltest du einmal über Gesangsunterricht nachdenken. Schlagersternchen Andrea Berg gehört in den letzten Jahren zu den erfolgreichsten Künstlerinnen in Deutschland. Aber auch Kollegin Helene Fischer konnte beispielsweise 2014 durch Plattenverkäufe etwa 3,5 Millionen Euro einnehmen.

Konzernchef als Alternative

Ist dir das Künstlerleben zu alternativ, dann könnten dir die Selbstständigkeit und die Gründung eines eigenen Unternehmens unter Umständen zu einer Menge Geld verhelfen. Der eigene Chef sein, für andere Regeln aufstellen und Entscheidungen treffen ist genau dein Ding und du bist risikofreudig? Mit einer guten Geschäftsidee und etwas Glück kannst du es als Unternehmer in die Liga der Reichen schaffen. Immerhin 40% der Reichen geben die Selbstständigkeit als Weg zum Wohlstand an.

Wenn dir die Selbstständigkeit zu unsicher erscheint, bleibt dir außerdem der mühsame Weg über die Anstellung in einem Konzern oder bei einer Beratungsfirma. Dabei solltest du dir im Klaren darüber sein, dass der Weg tatsächlich sehr hart ist. Denn um es wirklich zum Millionär zu schaffen, musst du schon an der Spitze eines Unternehmens arbeiten. Verabschiede dich schon einmal von den Sommerurlauben der nächsten Jahre, ansonsten dauert dieser Weg zu der Million einfach viel zu lange.

YouTube ist auch ein Weg

Sollten wirklich alle Stricke reißen, bietet dir natürlich auch das Internet Möglichkeiten, zu Anerkennung und Reichtum zu gelangen. Ungeachtet persönlicher Vorkenntnisse oder beruflicher Qualifikationen kann hier Jeder gutes Geld verdienen – zahlreiche YouTube-Stars machen es vor. Dabei zahlt es sich aus, besonders gut Videospiele spielen oder Beautyprodukte einkaufen zu können. Auf YouTube lassen sich im besten Fall mehrere Millionen pro Jahr verdienen.

Spielen oder reich heiraten

Allen Bemühungen zum Trotz hilft manchmal auch einfach nur Glück, um zu dem ersehnten Geld zu kommen. Sei es der Lottogewinn oder die Heirat mit dem richtigen Partner – ein Tipp, den sich vor allem Frauen zu Herzen nehmen können. Ein Großteil der deutschen Vermögenden sind Männer!

Also warte nicht, sondern finde den richtigen Weg für dich und werde einer von den diesjährigen 50 000 neuen Millionären in Deutschland.

Multi-Millionär in Vietnam

Wenn gar nichts hilft, dann wandere einfach nach Vietnam aus. Schon mit ein paar Hundert Euro wirst du zum Đồng-Multi-Millionär.

Und das haben sich die „Prinzen“ zum Thema Millionär einfallen lassen.

Ich wär‘ so gerne Millionär
Dann wär mein Konto niemals leer
Ich wär‘ so gerne Millionär
Millionenschwer
Ich wär‘ so gerne Millionär

 




Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?

Wo lebt sich’s am besten für Rentner im Ausland? In der Frage hilft der Global Age Watch Index weiter. Danach geht es Rentner und Senioren in der Schweiz, in Norwegen, Schweden – und in Deutschland am besten, gefolgt von Kanada, den Niederlanden, Island und Japan. Die USA sind nur auf Platz neun, Großbritannien auf Platz zehn. Am schlechtesten geht es Rentnern in Pakistan, Mozambique und Malawi. Absolutes Schlusslicht ist Afghanistan.

Ok, das ist das eine. Gerade die Schweiz und Norwegen sind geprägt von hohen Lebenshaltungskosten – da kann schon mal der eine oder andere Rentner auf die Idee kommen, mit seiner Rente in günstigere Länder auszuweichen. Das gilt natürlich auch für Deutschland. Klingt ja auch verlockend – gerade im Süden ist es wärmer als in heimischen Gefilden und meist auch billiger. Aber stimmt das wirklich?

Was beim Auswandern ins Ausland zu bedenken ist

Rentner, die allerdings ihre Rente im Ausland genießen will, sollte einiges bedenken, wie gerade der Fall Thailand zeigt. Das Land verlangt von Rentnern, die dort leben wollen einen Nachweis, dass 65 000 Bath monatlich eingehen. Das entspricht aktuell (Stand 23. Juni 2017) 1710 Euro. Problem ist der schwächelnde Euro. Falls diese Entwicklung weitergeht, erhöht sich das schnell auf 1800 Euro. Machen wir uns nichts vor, die Geldvermehr-Arie von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass der Euro gegenüber anderen Währungen an Wert verliert.

Ferner verlangt Thailand für ein Retirement Visa ein Bankguthaben von 800 000 Baht – nach heutigem Stand mehr als 21 000 Euro. „Damit möchte Thailand sicherstellen, dass Rentner den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können und nicht dem thailändischen Staat zur Last fallen“, schreibt Rainer Hellstern in seinem Buch „Rente im Ausland“. Wer mehr über die Voraussetzung wissen will, informiert sich am besten auf den Seiten der thailändischen Botschaft.

Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf. Das gilt auch für Thailand, wie er auch auf seinem Blog schreibt.

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Er warnt auswanderungswilligen Rentnern, sich zu vergegenwärtigen, dass „die Realität nicht immer hält, was die Träume versprachen“. Er rät, sich keinen fremden Menschen anzuvertrauen, weil viele es nur auf das Geld der Rentner abgesehen haben. Vorsicht sei vor allem beim Kauf von Immobilien angebracht.

Was sein Buch besonders lesenswert macht, ist der Länderteil. Hellstern geht auf die USA ein, auf die Schweiz, auf Österreich, Spanien, Frankreich, Thailand, die Türkei, Kambodscha, die Philippinen – und zwar was Lebenshaltungskosten, Klima, Entfernung, Sprache, medizinische Versorgung, Umzug und Visum betrifft

Am Ende des Buch erwähnt er auch die „Pflege im Ausland“: was kostet sie, wer übernimmt die Kosten, wie findet man ein gutes Pflegeheim? Die Schweizer Zeitung „Blick“ über den „Lebensabend unter Palmen“ von Schweizern in Thailand. Die Zahl der Schweizer Rentner in Thailand habe sich in den letzten Jahren vervielfacht. „2505 AHV-Bezüger gaben im Jahr 2015 Thailand als Wohnsitz an – fast fünfmal mehr als ein Jahrzehnt davor“, so „Blick“. Auffällig beliebt sei Thailand bei den Herren: von den aktuell 2505 Schweizer Thailand-Rentnern seien nur 444 Frauen.

Wie das Beispiel Thailand zeigt, ändern sich die Bestimmungen und Verhältnisse. Deswegen sollten auswanderungswillige Rentner auch in dieses Kapital schauen. Es listet auf sieben Seiten weitere Informationsquellen auf.

Nach der Lektüre des Buchs relativiert sich wahrscheinlich einiges – das ist Hellstern zugute zu halten. Er geht fundiert auf Sonnen- und Schattenseite ein und warnt vor den Tücken. Also unbedingt reinschauen – und dann erst planen.

Vielleicht ist sinnvoll, das Auswandern einfach einmal zu proben und im Süden zu überwintern. Auch dafür hat Hellstein auf seinem Blog einige wertvolle Hinweise und Tipps.

Als Rentner in die Türkei? Na ja, im Moment ist das wohl eher nicht so empfehlenswert. Dazu ein Video von Phoenix – aus Zeiten vor dem Umsturzversuch. Heute sieht die Lage allerdings anders aus.

Die Bundesregierung hat die die Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft. So warnte Außenminister Sigmar Gabriel deutsche Unternehmen wegen mangelnder Rechtssicherheit vor Investitionen in der Türkei. Wer etwas Unliebsames sagt oder schreibt, muss fürchten, ins Gefängnis zu wandern. Nicht nur die deutsch-türkische Journalistin Meşale Tolu ist wegen des Verdachts auf „Propaganda für eine terroristischen Organisation“ und „Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung“ in der Türkei verhaftet worden. Auch der „Welt“-Journalist Deniz Yücel sitzt im Gefängnis. Vor kurzem wurde der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner verhaftet. Dabei wird es nicht bleiben – der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht offensichtlich Deutsche als Geiseln, für die Auslieferung von Türken, die in Deutschland leben. Je mehr er in der Hand hat, desto größer sein Hebel. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass die Türkei kein Land für Rentner ist, in das sie auswandern könnten.

Wer dennoch als Deutscher in die Türkei fährt, sollte sich unbedingt in die sogenannte Krisenvorsorgelisten eintragen (Internet-Adresse: elefand.diplo.de). Dort können Daten wie Reisepass-Nummer oder die Kontaktdaten von Angehörigen hinterlegt werden. Wenn etwas passiert, haben die Behörden so schnell die Daten zur Verfügung.

Und noch eins – am besten auf Diskussionen über Politik verzichten und sich so weit wie möglich heraushalten.

Mittlerweile sind mehr als 50 Deutsche oder Türken mit deutschem Pass in der Türkei inhaftiert. Mittlerweile sind Gegner der Türkei selbst in Spanien nicht mehr sicher – Erdogans Arm reicht weit. Die Türkei hat den deutschen Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien festnehmen lassen. Dogan Akhanli war schon vor mehr als 25 Jahren aus der Türkei geflogen und ist längst deutscher Staatsbürger. Trotzdem hat die spanische Polizei den kritischen Schriftsteller im Urlaub festgenommen – auf Ersuchen der türkischen Behörden. Ende August 2017 durfte er dann wieder unbehelligt nach Deutschland zurückkehren.

Interessant scheint aus Rentensicht auch Neuseeland zu sein, wie Christine Brunner auf ihrem Blog „Kiwifinch“ berichtet. Die Rente ist allerdings vergleichsweise niedrig, dafür aber steuerfreie – und jeder bekommt die „Superannuation“, sprich Grundsicherung, für die niemand Beiträge zahlen muss, weil sie aus den Steuern finanziert werden. Das heißt, es bleibt den Kiwis genug Geld übrig, um fürs Alter vorzusorgen. Allerdings bekommen nur echte Kiwis eine neuseeländische Rente, das heißt, der Rentenbezug ist an gewisse Bedingungen geknüpft wie die neuseeländische Staatsbürgerschaft und ein ausreichend langes Leben vor der Rente in Neuseeland.

Wie wäre es mit Malta?

Interessant erscheint auch Malta. Die Republik Malta („Repubblika ta‘ Malta“) ist 316 Quadratkilometer groß, was in etwa der Fläche des Stadtstaats Bremen entspricht. Auf Malta leben rund 430 000 Menschen. Damit sind die Inseln – Gozo gehört auch dazu – ziemlich dicht bewohnt. Auf Malta wird maltesisch und englisch gesprochen. Malta ist seit 1964 unabhängig, seit 2004 gehört es der Europäischen Union an und seit 2008 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Was Malta besonders attraktiv für Ruheständler macht: das Klima. Denn auf den Inseln scheint die Sonne an 320 Tagen im Jahr. Dazu kommt noch die Kultur: Malta hat neun Weltkulturerbe-Stätten. Als Ex-Kron-Kolonie der Briten wird in Malta links gefahren. Es gibt auf Malta gute Busverbindungen und günstige Fährverbindungen zu den Inseln Gozo und Comino. Wer mehr über Einreisebestimmung, Gesundheitssystem und Wirtschaft wissen will, ist am besten auf der Seite von Internationalliving aufgehoben.

Wie wäre es mit der Ukraine?

„Die Ukraine wird für Wirtschaftsflüchtlinge aus Österreich immer attraktiver, also für Pensionisten, die sich eine billigere Heimat suchen müssen“, schreibt die „Wiener Zeitung“. Claudia Aigner hat eine witzige Glosse („Mei private Altersvorsorge is a Flugticket nach Odessa“) zu dem Thema geschrieben, die endet mit: „Die österreichische Bevölkerung wird also doch nicht überaltern. Dafür vermutlich die ukrainische. Und die Rumänen und Bulgaren sollten sich auch schön langsam auf die Flüchtlingswelle vorbereiten. Und anfangen, Altersheime zu bauen. He, hoffentlich werden die Pensionen für Auslandsösterreicher nicht irgendwann an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Gastland angepasst. Wär blöd.“

Wie wäre es mit Bulgarien?

Immer mehr Deutsche können „37°“ zufolge im Rentenalter ihren Lebensstandard nicht mehr halten. 37°“ porträtiert Senioren, die sich an Bulgariens Schwarzmeerküste niedergelassen haben. Bei Maria, Hildegard und Waldemar, die jetzt schon in Bulgarien sind, wird es nicht bleiben. Schon in wenigen Jahren rutscht jeder zweite Rentner unterhalb die Armutsgrenze. Das gilt vor allem für alleinstehende Frauen.

Sie werden sich häufiger als bisher nach einer billigen Bleibe im Ausland umsehen, gezwungener Maßen. Und da kommt Bulgarien ins Spiel. In dem osteuropäischen Land kostet der Lebensunterhalt deutlich weniger. 37° hat vier Rentner begleitet, die ihren Ruhestand in Bulgarien verbringen und versuchen, ihren Alltag in der Fremde zu meistern. Wie kommen sie mit der Sprache zurecht? Was ist in Bulgarien für sie anders als in Deutschland? War es richtig, hierher zu kommen?

ZDF Reportage 37 Grad

 

 

Simple Pleasures And A Home For $32,000 In Southern Italy„, schreibt International Living. Valerie Fortney Schneider beschreibt ihre Erfahrung mit dem Kauf einer Villa in Süditalien. „Making the decision to transplant ourselves to Italy was easy. Making the move itself was painless. Making ourselves at home was smooth and immediate. We have a feeling of belonging that we’ve not known anywhere else, extraordinarily generous neighbors, and a whole village to greet us with a friendly buongiorno (good morning) when we go for our morning caffe.“ Sie lebt in einem kleinen Weiler in der Provinz Potenza, in der Basilicata. Die Italiener am Ort machen ihre Salsa selbst und ihren Wein, produzieren Feigen und Birnen, Bohnen und Tomaten. Sie zahlte 32 000 Dollar für ihr Haus, eine kleine 300 Jahre alte Casa. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, so Valerie Fortney Schneider. Umgerechnet einen Dollar für einen Espresso, 60 US-Cent für eine Packung Nudeln und einen Korb voll Gemüse für weniger als fünf Dollar.

Wie wäre es mit Frankreich?

Laut Hellstern ist Frankreich das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. „Savoir vivre“, französische Lebensart ist das Zauberwort. Aber Vorsicht, die Lebenshaltungskosten sind teilweise deutlich höher als hierzulande. Eine Kugel Eis kostet locker mal 2,50 bis drei Euro, wogegen hierzulande die Kugel schon für 1,20 Euro zu haben ist. Wer Bier liebt, ist in Frankreich Fehl am Platz. Ein Weißbier kostet in Toulouse beispielsweise sieben Euro, selbst im vergleichsweise teuren München zahlt ein Biertrinker dafür 3,50 bis vier Euro – als rund die Hälfte. Wer seinen Ruhestand im Nachbarland verbringen will, sollte etwas Geld mitbringen. Was die Kosten für Immobilien betrifft, so kommt es sehr darauf an, wo ein Rentner residieren will – an der Côte d‘Azur kostet eine Wohnung ähnlich viel wie in München. Im Hinterland oder im Süden Richtung Perpignan wird’s dann deutlich billiger. Eine Immobilie in Paris erscheint unerschwinglich, zumindest für Normalverdiener. Paris gilt laut Hellstern als die zweit teuerste Stadt der Welt. Das gilt übrigens auch für die Lebenshaltungskosten. Ein Espresso kann locker mal 4,50 Euro kosten. Auch andere Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Dafür ist allerdings die Auswahl größer. Wer nach Frankreich reist und zurück, muss zudem, so er denn Autobahnen benutzt, Maut zahlen – und die schlägt kräftig zu Buche. Ein Wort zur Sprache: Wer nicht französisch spricht, hat in Frankreich schlechte Karten. „Viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten“, bemerkt Hellstern treffend. Diese Erfahrung habe ich während meiner Tour de France ebenfalls gemacht. Wer also beabsichtigt, seinen Ruhestand in Frankreich zu verbringen, sollte unbedingt französisch lernen oder seine Schulkenntnisse auffrischen. Die Volkshochschulen bieten ortnah entsprechende Kurse an, beispielsweise die vhs Olching.

Was die medizinische Versorgung betrifft, so verlangt Frankreich einen hohen Eigenanteil. Die Krankenversicherung zahle nur 70 Prozent der Kosten für Arzt- und Zahnartzbehandlung, so Hellstern.

Was die Formalitäten betrifft, so ist laut Hellstern spätestens drei Monate nach dem Umzug eine Anmeldung oder ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich nötig. Wer den Termin versäume, müsse ein Bußgeld zahlen. Die Behörden wollen den Reisepass sehen, einen Miet- oder Kaufvertrag und vielleicht die letzte Stromrechnung. Aufenthaltserlaubnis brauchen Deutsche in Frankreich nicht.

Übrigens gibt es in Facebook eine Gruppe „Auswandern nach Frankreich“. Auf der Seite wohin-auswandern erfährt der auswanderungswillige Ruheständler ebenfalls etwas über Frankreich und das Leben dort.

Übrigens International Living hat auch einen Facebook-Account

Finanzen100 hat Rentendomizile untersucht und liefert acht Vorschläge: Dafür hat Finanzen100 Daten zur Lebensqualität und den Lebenshaltungskosten der Vergleichsseite Numbeo ausgewertet. Zu den acht Orten, wo schon tausend Euro pro Monat reichen, gehören:

  • Bursa in der Türkei
  • Mangalore in Indien
  • Prag in Tschechien
  • Kapstadt in Südafrika
  • Riad in Saudi-Arabien
  • Warschau in Polen
  • Monterrey in Mexiko
  • Sofia in Bulgarien

Und die „Welt am Sonntag“ hat analysiert, „wo deutsche Rentner am meisten für ihr Geld bekommen – und gleichzeitig am besten leben.“ Dabei flossen die Lebenshaltungskosten zu 50 Prozent in die Analyse mit ein, die restlichen 50 Prozent werden von der medizinischen Versorgung, der Kriminalitätsrate und der Korruption beeinflusst. So berechnete die „Welt am Sonntag“ einen Index der besten Länder für Rentner. Das Ergebnis weicht deutlich von dem bisherigen Auswanderverhalten der Rentner ab. Was kam dabei heraus?

Die besten Länder für Rentner

  1. Polen
  2. Tschechien 
  3. Ungarn
  4. Österreich
  5. Spanien

Das sind aber nicht die Länder, in die deutsche Rentner normalerweise gerne auswandern. Die Top fünf waren 2016:

Beliebtesten Länder bei Rentner 2016

1. Schweiz

2. USA

3. Österreich

4. Spanien

5. Frankreich

Nützliche Links:




Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Fiskus will Bürger beim Bargeld gängeln

Die Empörung ist groß über die jüngste Initiative von Finanzminister Wolfgang Schäuble, eine Grenze von 5000 Euro bei Barzahlungen einzuführen. Das war im Februar 2016 – jetzt liegt der Vorschlag schon wieder auf dem Tisch. Damals hat sich die „Bild“ dieses Themas angenommen und forderte „Finger weg von unserem Bargeld“ – und zählt fünf Gründe auf, warum die Begrenzung nicht kommen darf.

1. „Bargeld bedeutet Freiheit!“

Die Deutschen zahlen immer noch bevorzugt mit Barem – und das soll jetzt peu à peu eingeschränkt werden? Das ist gelebter Schutz der Privatsphäre. Der Staat mischt sich eh schon überall ein und versucht alles und jedes zu reglementieren. „In der digitalen Welt bietet Bargeld die einzige Möglichkeit, sich der Datenerfassung und Überwachung durch Banken und Staat bei Geldgeschäften zu entziehen“, so die „Bild“.

2. „Bargeld schützt vor Gängelung“

Wenn es schon mal so eine Regelung gibt, wo hört sie auf? Ist die 5000-Euro-Grenze erst eingeführt, wird sie schnell nach unten gedrückt. „In Frankreich beispielsweise wurde die Bargeld-Grenze im vergangenen Sommer herabgesetzt: von 3000 Euro auf 1000 Euro.“ Der „Münchner Merkur“ fürchet, „wenn Geld nur noch virtuell auf dem Bankkonto existiert, hätte der Staat endlich die totale Kontrolle über seine Bürger: Er könnte ihre Konsumgewohnheiten ausspionieren, ihr Verhalten lenken – und sie mit Negativzinsen enteignen“. Tolle Aussichten.

3. „Bürger unter Generalverdacht!“

Der Staat traut seinen Bürgern nicht über den Weg. Er glaubt doch tatsächlich, uns überwachen zu müssen, ob wir mit dem Geld auch das in seinem Sinn Richtige anstellen. „Weil sich eine sehr kleine Minderheit der Bürger nicht an die Gesetze hält (z. B. Schwarzarbeit, Geldwäsche), sollen alle darunter leiden“, urteilt „Bild“.

4. „Bargeld funktioniert immer!“

Banknoten sind etwas Haptisches – jeder kann sie anfassen und weitergeben. Mit Technik sieht das anders aus, was, wenn sie versagt? Bargeld ist dann die einzige Lösung. Auf den Weg vom Verbraucher zur Bank und weiter zum Handel hat der Kunde keinen Einfluss.

5. „ Gründe für  Bargeld-Grenze ziehen nicht!“

Die Regierung glaubt allen Ernstes „Schwarzarbeit und Geldwäsche wirksam eindämmen“ zu können. Doch Experten seien sicher: Das klappe nicht! „Prof. Friedrich Schneider (Uni Linz) beispielsweise schätzt, dass die Schwarzarbeit gerade mal um zwei Prozent zurückgehen würde (FAZ).“

Schäubles Vorstoß hat vor allem eines bewirkt, das die Bürger das Vertrauen in eine Währung verlieren – und der Euro ist auf dem besten Weg dorthin. Der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich mit der Frage befasst und lehnt eine Beschränkung ab. „Das Gremium, dem unter anderen der frühere Chefökonom der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, und der Bonner Professor für öffentliche Güter, Martin Hellwig, angehören, kommt darin zu einem eindeutigen Urteil: Die Wirtschaftsexperten lehnen Beschränkungen für Bargeldgeschäfte ab“, so die „Welt“ in einem aktuellen Artikel. Die Bedeutung der informationellen Selbstbestimmung sei dabei nicht zu unterschätzen. Schließlich gehöre es zum Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, „dass man sich für die Dinge, die man tut oder nicht tut, nicht gegenüber Dritten rechtfertigen muss.“

Weiterführende Links:




Die Riester-Rente hat ausgedient – Versicherer steigen aus

Zum 1. Januar 2017 ist die Riester-Rente 15 Jahre alt geworden. Aber so jung sie auch ist, hat sie bereits ausgedient. Die ersten Versicherer steigen aus dem Riester-Geschäft aus – und die Zahl der Riester-Verträge stagniert schon seit 2013.

Schuld daran ist die Zinsflaute. Die Leute haben keine Lust mehr auf Riester, weil die Rendite zu wünschen übrig lässt. Die Zahl der Verträge hat sich bei etwas mehr als 16 Millionen eingependelt – und stagniert auf diesem Niveau. Jetzt haben auch die Versicherer die Lust an Riester verloren. Wer beispielsweise eine klassische Riester-Rente abgeschlossen hat, muss mindestens 83 Jahre alt werden, um die eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen wieder heraus zu holen – bei einigen Anbietern muss er sogar deutlich älter werden.

5000 verschiedene Riester-Varianten

Die Vielfalt an Riester-Verträgen ist groß. So kommt der Finanzprofi Axel Börsch-Supan, einschließlich Produkten wie Banksparplänen, Fondssparplänen und dem 2008 eingeführten „Wohn-Riester“ auf mittlerweile mehr als 5000 verschiedene Riester-Vertragsvarianten.

So lustlos die Kunden, so frustriert sind mittlerweile auch die Versicherer selbst. Die Begeisterung hat schwer nachgelassen. So legt beispielsweise die Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig laut „finanzen.net“ ihr Riester-Neugeschäft vorerst auf Eis. Das gleiche gelte für Cosmos Direkt und die zum Talanx-Konzern gehörende PB Versicherung. Die Debeka wolle erst zum 1. April wieder einsteigen; die DEVK Anfang Mai, die Barmenia frühestens im zweiten Quartal. Mit der Wiederaufnahme von Riester wollen sich auch die Alte Leipziger Zeit lassen und die Nürnberger.

Was ist bloß mit Riester los?

Was ist bloß los mit Riester? Der Absatz von Neuverträgen stagniert und ist bei einigen Anbietern rückläufig, ferner binden die Regularien Ressourcen. Die Kunden sind unzufrieden mit den Renditen von Riester-Verträgen – manche sind sogar richtig sauer auf die Versicherer, weil unterm Strich nur ein paar Euro rauskommen, obwohl sie jahrelang eingezahlt hatten.

Null Durchblick im Tarifdschungel

Problem für Verbraucher sei auch die Intransparenz der Verträge, so die Verbraucherschützerin Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Den Durchblick im Tarifdschungel zu behalten, ist allerdings nicht einfach. „Durch die Komplexität der Verträge wird ein Kostenvergleich selbst für Fachleute beinahe unmöglich gemacht“, so Börsch-Supan. Bei weitgehend gleicher Ausgestaltung gebe es sehr teure und sehr günstige Produkte. Das Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik hat in seiner Studie 36 repräsentative klassischen Riester-Rentenversicherungen verglichen und kam dabei auf erschreckende Differenzen. Der günstigste Anbieter kommt auf eine Kostenquote von 2,5 Prozent und der teuerste von 20 Prozent. Das heißt umgekehrt, wer einen schlechten Anbieter hat, dem geht schon mal richtig viel Rendite flöten.

Rendite blieb auf der Strecke

Hauptproblem ist jedoch, dass die Versicherer die von den Kunden erwarteten Renditen nicht mehr erwirtschaften können. Selbst die Experten von Max-Planck-Institut lügen sich da in die eigenen Taschen. Sie extrapolieren einfach die Verhältnisse aus den Jahren zwischen 2002 und 2015 auf den Zeitraum von 2015 bis 2060. In ihrem Ausgangsszenario gehen sie von einer Verzinsung von 4,5 Prozent pro Jahr aus einer Inflation von 1,5 Prozent – und schwupps kommen sie auf eine reale Verzinsung von drei Prozent. Nur leider hat das mit der Realität nichts zu tun, wie jeder weiß. Ok, einige Seiten später haben sie ihr Szenario revidiert.

Wenn selbst die Experten ratlos sind, wie dann erst die Praktiker.

Riester braucht eine Komplett-Reform – oder muss gleich ganz abgeschafft werden.

Schon im August 2016 hat Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) eine Reform der Riester-Rente gefordert – passiert ist bislang nichts. Er schlug beispielsweise vor, „ob wir die Entscheidung über die Zulagen nicht doch bei den Finanzämtern ansiedeln können“. Denn, so sein Argument, das Finanzamt prüfe ohnehin schon, ob dem Riester-Sparer Steuervorteile zustünden. Auch das mit der Beantragung von Zulagen will er ändern. Sie solle es automatisch geben, und nicht erst nach Antrag. Fakt ist, dass viele Riester-Sparer die Formulare gar nicht ausfüllen und allein deswegen keine Zulagen bekommen. Ferner kritisiert der die Verwaltungskosten, die viel zu hoch seien. Es sei falsch gewesen, dass die Riester-Rente nicht als verpflichtende Zusatzvorsorge ausgestaltet worden sei. Ja, was die Rendite betrifft, so gebe es zu viele Vorgaben, die eine vernünftige Rendite abschwächten. Aber, wie gesagt, das war schon im August 2016.

 




Die Alten hauen das Geld auf den Kopf

Ja, die Alten hauen das Geld auf den Kopf, das heißt, sie konsumieren. Denn, der Nullzins animiert nicht zum Sparen, deswegen hauen die Leute das Geld lieber auf den Kopf – vor allem die Alten. Jeder Dritte von den über 60-Jährigen spart nicht länger. Wozu auch, es gibt ja keine Zinsen mehr. Die Stadtsparkasse verlangt künftig sogar Strafgebühren für schlechter Verdienende, die noch immer auf Papierauszüge bestehen. Das sind die Folgen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Keine Lust aufs Sparen

Aber der Reihe nach: Die Comdirect veröffentlicht regelmäßig ihren Spar- und Anlageindex. Das Ergebnis ist dieses Mal überaus interessant: Die Deutschen haben keine Lust mehr auf Sparen: „26 Prozent der Bundesbürger geben an, im vergangenen Monat gar nichts oder weniger als 50 Euro auf die hohe Kante gelegt zu haben“, so das Ergebnis der Comdirect-Untersuchung. Erstaunlich dabei, vor allem die ältere Generation zähle momentan eher den Sparmuffeln. So hat „bei den über 60-Jährigen jeder Dritte (35 Prozent) fast nichts gespart“. Die Jüngeren sind offensichtlich mittlerweile etwas anders gestrickt, denn von den 18- bis 29-Jährigen gaben nur 17 Prozent an, nichts zu sparen.

Konsum der Deutschen

Konsum sei den Deutschen derzeit wichtiger, als zu sparen. Und wie viel legen die Deutschen im Schnitt so zur Seite? Der Umfrage zufolge sind es 109 Euro. Bei dieser Betrachtung darf allerdings nicht vergessen werden, dass viele auch nichts zurückliegen können, weil sie mit ihrem Gehalt oder der Rente so gerade über die Runden kommen – und am Monatsende nichts übrig bleibt.

Es ist zum Haare ausraufen, trotz Nullzins lassen die meisten ihr Geld noch immer auf dem Girokonto liegen oder zahlen ihres Euros aufs Sparbuch ein. Die beliebtesten Anlageformen sind – die Top Ten Geldanlage.

Die Top-Ten-Geldanlagen

So legten die Deutschen im März ihre Ersparnisse an:

  1. Girokonto (56%)
  2. Sparbuch (52%)
  3. Tagesgeld (37%)
  4. Bausparvertrag (32%)
  5. Lebensversicherung (31%)
  6. Altersvorsorge (30%)
  7. Bargeld (30%)
  8. Fonds (19%)
  9. Festgeld (19%)
  10. Aktien (15%)

Der comdirect Spar- und Anlageindex erscheint monatlich und gibt Aufschluss darüber, ob Privatpersonen in Deutschland tendenziell eher sparen oder konsumieren. Der Index basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.600 Bundesbürgern, die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt wird. Er spiegelt das Verhalten der Privatpersonen mit Blick auf ihre Anlagen und Ausgaben wider – und damit ihre Sparneigung.

Sparindex der Comdirect

Sparindex der Comdirect

Tipps zur Geldanlage von Mr. Dax, Dirk Müller

Weiterführende Links:




Heute Niedriglohn – morgen arm im Alter

Das Thema Altersarmut kocht richtig hoch. Am Sonntag, den 17. April nahm sich auch Anne Will im Ersten des Themas an. Trotz des Beschäftigungsbooms heute droht vielen Geringverdienern im Alter eine Rente nur knapp über Sozialhilfeniveau. Selbst wer viele Jahre hart gearbeitet hat, wird als Rentner jeden Euro zweimal umdrehen müssen – und zum Sozialamt gehen.

Anne Will fragte in ihrer Sendung: „Funktioniert da noch der Sozialstaat?“ Müssen die vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführten Rentenkürzungen jetzt rückgängig gemacht werden?

Es lohnte sich sicher leider nicht wirklich,  um 21.45 Uhr einzuschalten, zumindest für diejenige, die das Thema Altersarmut interessiert – und das müssten eigentlich alle sein, denn auch für die Jungen sehen die Aussichten alles andere als rosig aus.

Die Gäste waren:

  • Hannelore Kraft (SPD) – Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen
  • Marcel Fratzscher – Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin
  • Susanne Neumann – Putzfrau und Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbands Emscher-Lippe-Aa
  • Rainer Hank – Ressortleiter Wirtschaft bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“
  • Hubertus Porschen – Vorsitzender des Verbands „Die Jungen Unternehmer“

Wer die Sendung dennoch verpasst hat – sie wird wiederholt:

WIEDERHOLUNGSTERMINE

Mo, 18.04.16 | 02:45 Uhr Das Erste

Mo, 18.04.16 | 09:30 Uhr Phoenix

Mo, 18.04.16 | 20:15 Uhr tagesschau24

Di, 19.04.16 | 00:45 Uhr Radio Bremen TV, NDR

Di, 19.04.16 | 02:50 Uhr MDR

Mi, 20.04.16 | 10:15 Uhr 3sat


Wer „Anne Will“ gesehen hat, muss ziemlich enttäuscht gewesen sein. Hannelore Kraft hat die anderen abgebügelt und ihre Politik über den grünen Klee gelobt, auf die Sorgen von Susanne Neumann, Putzfrau und Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbands Emscher-Lippe-Aa, ist sie nicht eingegangen. Sie würgte sie mit den Worten ab, ihr Anliegen sei doch schon in der ersten Hälfte der Sendung besprochen worden. Rainer Hank, Ressortleiter Wirtschaft bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, demontierte sich gleich mit seinem ersten Satz. Hubertus Porschen, Vorsitzender des Verbands „Die Jungen Unternehmer“, wurde an die Wand geredet und konnte sich kaum Gehör verschaffen, weil Kraft ihm ständig ins Wort fiel. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, versuchte die Diskussion etwas zu versachlichen und mit Fakten zu unterfüttern, was offensichtlich Hannelore Kraft nicht sonderlich interessiert. Anne Will wirkte ziemlich hilflos und ließ zu, dass Kraft ihre Regierungsarbeit, vor allem ihre Bildungspolitik, im Detail ausbreiten durfte, worum es in der Sendung nicht ging. Die „Welt“ hat die Eindrücke stimmig zusammengefasst unter „Kühl weist Kraft die Putzfrau mit der Mini-Rente ab“.


Am Sonntag, den 17. April brachte Phoenix um 12.00 Uhr im Presseclub „„Unser marodes Rentensystem – droht Millionen Deutschen die Altersarmut?“ und im Forum Wirtschaft um 13.00 Uhr Planlos und Alter? Die große Rentenverunsicherung. Hier der Einführungstext zur Sendung: 

Die Zahlen sind erschreckend. Für fast die Hälfte aller jüngeren Arbeitnehmer in Deutschland wird im Alter ihre gesetzliche Rente unterhalb der Armutsgrenze liegen. Wer 40 Jahre lang einzahlt und 2100 Euro oder weniger verdient, würde ab dem Jahr 2030 als Rentner zum Sozialfall – sofern er nicht privat vorsorgen konnte oder geerbt hat. Das hat diese Woche eine große Untersuchung im Auftrag des WDR ergeben.
Um die Beiträge zur gesetzlichen Rente niedrig zu halten, hatte die Bundesregierung unter Kanzler Schröder vor 15 Jahren beschlossen, das Rentenniveau immer weiter abzusenken. Im Jahr 2030 wird es nur noch bei 43 % des Durchschnittslohns liegen – heute sind es 48 %.
Das fehlende Geld fürs Alter sollten die Deutschen eigentlich privat ansparen, mit Hilfe der Riester-Rente und Betriebsrenten. Doch heute wird klar: Die Riester-Rente ist offenbar gescheitert. Sie lohnt sich wegen hoher Kosten kaum, und gerade Geringverdiener nutzen diese Vorsorge nicht. Zudem haben die Betriebsrenten größte Probleme, die geplanten Zinsen zu erwirtschaften – eine dramatische Folge von Mario Draghis Null-Zins-Politik.
In Berlin bastelt Arbeitsministerin Nahles eifrig an Reformvorschlägen. Die Rente könnte das große Thema des kommenden Bundestagswahlkampfes werden. Denn die SPD sucht angesichts desaströser Umfragewerte dringend ein Thema, um bei den Wählern wieder zu punkten. Viele Fachleute aber halten nichts von punktuellen Reformen. Sie fordern, das Rentensystem zu einer Art „Deutschlandrente“ umzubauen. In diese sollten dann alle einzahlen – auch Beamte und Selbständige.

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Als Rentner nach Südafrika?

Wie geht es Rentnern in Südafrika? Sicher anders als in Deutschland. Ganz abgesehen davon, dass Südafrika sicher kein Land zum Auswandern im Alter ist. Na, gut. Hier das Beispiel von Hubert Höhsl. Am besten, er erzählt selbst. Hubert ist als Uhrmacher und Goldschmied im Januar 1960 per Schiff in Durban angekommen. Durban liegt an der Ostküste Südafrikas am Indischen Ozean – eine Großstadt mit mittlerweile 3,44 Millionen (Stand 2011) Einwohnern.

Neues Zuhause in Windhoek

Angekommen in Südafrika suchte sich Hubert einen Job als Juwelier in Pretoria. Wie der Zufall es so wollte, lernte er seine Christine kennen, Uhrmacherin und Töpferin, die er 1963 in Wien, ja Wien, heiratete. Kaum verheiratete, kehrte sie Europa den Rücken bereits im Januar 1964 den Rücken und nisteten sich in Windhoek ein. Windhoek mit rund 330 000 Einwohnern größte und gleichzeitig Hauptstadt von Nambia, dem ehemaligen Süd-West-Afrika. Höhsl brachte es im Laufe der Jahre zu einem Schmuckgeschäft, Andenkenladen und zu einer Töpferei.

Drei Jahre später kam ihr Sohne Peter in Windhoek zur Welt, wo er in eine deutsche Privatschule besuchte. Peter wurde in Nambia eingezogen und war zwei Jahre beim Militär, das nur nebenbei. Heute ist Peter wie seine Eltern in Südafrika. Heute ist er photorealist artists, das heißt, er kreiert photorealistische Werke.

Von Namibia nach Südafrika

Die Höhsls lebten 25 Jahren in Nambia – hatten dann freilich „genug von der Halbwüste“, wie es Hubert ausdrückt. Sie verkauften alles und zogen ans Kap. „Im Alter ist das Klima hier besser“, begründet Hubert den Ortswechsel. Blöd, für den Ruhestand war’s wohl doch etwas zu früh. Hubert, damals 50, und Christine, 46, mussten sich etwas einfallen lassen. Sie eröffneten ein Schmuckgeschäft in Somerset West, in der Nähe von Kapstadt – und später ein zweites in Stellenbosch, nicht weit weg.  „Somerset West haben wir bald verkauft und uns auf Stellenbosch konzentriert“, erinnert sich Hubert.

Hubert und Deutschland

Im November 2011 hatte Huberts Frau allerdings keine Lust mehr – und „wir haben auch das Geschäft in Stellenbosch verkauft“, was Hubert nicht leichtgefallen sei. Er habe lange gebraucht, um mit der Situation zurecht zu kommen. „Aber mit 73 war es das Beste“, räumt er ein.

Na ja, was verbindet Hubert und Christine noch mit Deutschland? Die Rente – und das Finanzamt. „Die paar Jahre, die wir in Deutschland und Österreich gearbeitet haben, bringen uns eine monatliche Rente von 224 Euro – 37 Euro für Christine, 187 Euro für Hubert. Was den Fiskus betrifft, so bekamen die Beiden vor zwei Jahren vom deutschen Staat einen Steuerbescheid von zusammen 1500 Euro für die vergangenen vier Jahre. Das findet Hubert ziemlich ungerecht, schließlich habe er in „mehr als 50 Jahren keine sozialen Leistungen vom deutschen Staat in Anspruch genommen“. Er will nicht einen Cent zahlen. „Lieber nehme ich die Zelle neben Hoehnes“, feixt er.

In Südafrika laufen die Uhren anders

Zur Situation in Südafrika: Südafrika ist kein sozialer Staat, „aber jeder Bürger hat ab 60 einen Anspruch auf eine minimale Rente, obwohl er nie etwas eingezahlt hat“, bringt es Hubert auf den Punkt. Das reiche grade mal zum Essen. Wer sich im Laufe seines Lebens nichts erarbeitet hat, landet wohl unter der Brücke – oder in „einer Hütte – und da leben schon viele“, meint er lakonisch. Dafür müsse ein Rentner aber auch keine Steuern zahlen. Um alles andere müsse sich jeder selbst kümmern. „Notfälle werden im Hospital behandelt – für Mittellose gratis“, so Hubert.

Thailand ist wohl günstiger

Die Deutschen in Kapstadt kennen sich natürlich untereinander – und nicht nur die Deutschen, sondern die meisten Ausländer. Sie seien früher alle selbständig gewesen. Für auswanderungswillige Rentner sei Südafrika „nicht grade der richtige Ort“, konstatiert der Ex-Schmuckhändler. Thailand sei wohl günstiger. Vor allem mieten sei kaum möglich und sehr teuer. Das heißt, nur wer das nötige Kleingeld mitbringt, sollte Südafrika als Domizil fürs Alter ins Auge fassen. Ach ja, dazu kommt ja noch die Infrastruktur. Nur in Kapstadt gebe es ein entsprechendes öffentliches Verkehrssystem. Wer auf dem Land wohne, brauche einen fahrbaren Untersatz.

Monatliches Mindesteinkommen 2150 Euro

Wer sein Ruhestandsdomizil nach Südafrika verlegen will, brauch ein Retirement Permit und muss ein garantiertes monatliches Einkommen von 37 000 Rand oder 2150 Euro vorweisen. Für ein Paar sind es 74 000 Rand oder 4300 Euro. Die Alternative ist natürlich ein Touristenvisum. Das wird für 90 Tage ausgestellt – und kann verlängert werden. Die Verlängerung kann jedoch abgelehnt werden – ist also riskant.

Selbst um den Arzt kümmern

Was die ärztliche Versorgung betrifft, so sei die südafrikanische „eine der besten der Welt“, betont Hubert. Viele sprechen seines Wissens nach deutsch, „weil sie auf dem Wege der Ausbildung, hier hängen geblieben sind oder aus Namibia kommen“. Eine schnelle Abfertigung sowie volle Wartezimmer gebe es nicht. „Es geht alles nach Termin“. Dafür allerdings zahlt der Patient. Für seinen „Hospitalplan“ zahlen die Hubert und Christine 4500 Rand oder 267 Euro im Monat. Der Arztbesuch koste 500 Rand oder 30 Euro aufwärts, der Spezialist 2000 Rand oder 116 Euro. Allerdings gehe es in den Krankenhäusern entspannter zu – „Götter in weiß“ gebe es nicht.

Bilder aus Südafrika von Hubert Höhsl


Kapstadt nichts für Naive

Wer nach Kapstadt kommt, sollte nicht allzu naiv sein. Die Kriminalität ist offensichtlich aber nicht ganz so dramatisch wie oft gedacht. Allerdings sollten Touristen die Townships und Cape Flats meiden, raten Reiseführer. Johannesburg und Durban seien schlimmer. Aber, „meine Freunde und auch ich haben Jahrzehnte überlebt“, relativiert Hubert. Außerdem „hatten wir grade über die Feiertage wieder fünf Millionen Besucher – und die sind alle, soviel ich weiß, wieder gut heim gekommen“. In den Townships fänden allerdings jede Nacht Mord und Totschlag statt; Drogen und Stammeskämpfe seien die Hauptursache. Nachts bleibe er allerdings an keiner Ampel stehen, wenn es der Verkehr zulässt, was die Polizei sogar empfehle. „Autofenster und Türen sind automatisch geschlossen, da ich nur mit Klimaanlage fahre, Sommer wie Winter“. Auch sein Haus habe eine Alarmanlage, die an einen bewaffneten Sicherheitsdienst angeschlossen sei. Das lasse dem Dieb nur fünf bis acht Minuten. „Wenn wir im Haus sind, hat er schlechte Karten, denn Christine hat seit 45 Jahren eine Neun-Millimeter – noch aus unserer Zeit in Namibia“. Sie habe aber bis heute noch keinen erschossen. „Aber, wer weiß“, räsoniert Hubert. Übrigens, bekomme keiner eine Hausratsversicherung ohne Alarm.

Weiterführende Links:




Wie EZB-Chef Draghi den Wert unseres Euros aushöhlt

#Draghi öffnet verbotener Staatsfinanzierung Tür und Tor“, twittert Oliver Stock vom „Handelsblatt“. Ein geheimes Abkommen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) erlaube den Notenbanken des Euro-Systems, in großem Stil Wertpapiere zu kaufen. In Berlin vermute man „klammheimliche Staatsfinanzierung“ und fordere umfassende Aufklärung von Draghi. Klingt alles weit weg, bedeutet aber für Ruheständler – und alle anderen – eine Aushöhlung des Geldwerts. Der Euro von morgen wird weniger wert sein als der von heute, um es auf einen einfachen Nenner zu bringen. Juckt uns das? Offensichtlich nicht so richtig. Sollte es aber. „Der gehört vor Gericht! Warum lässt sich der Pöbel sowas gefallen?“, twittert die „pink-liberale“ Jenny in ihrem Blog „Pinksliberal“. Mit „Pöbel“ sind wir alle gemeint. Das Wort heißt nichts anderes als Volk. Allerdings insinuiert Pöbel einen Mangel an Intelligenz.

Wird der Euro zur Lira?

Und dabei geht es nicht um eine paar Milliardchen, sondern um richtig viel Geld: Das „Handelsblatt“ schätzt die „Gesamtsumme dieser Investitionen“ auf rund 575 Milliarden Euro. Das sei doppelt so viel wie im Jahr 2006. Bis Ende 2014 seien die Wertpapierkäufe sogar auf mehr als 720 Milliarden Euro gestiegen. Besonders die Banca d’Italia und die Banque de France sollen dem „Handelsblatt“ zufolge demnach sehr aktiv gewesen sein. Grundlage sei das sogenannte Anfa-Abkommen (Agreement on the Net-Financial Assets) – eine geheime Vereinbarung zwischen der EZB und den Notenbanken des Euro-Systems über Wertpapierinvestments. Die „Frankfurter Allgemeine“ schreibt von „Gelddrucken im Keller“. Auf diese Weise entstehen „graue Euros“.

Was das mit der Altersvorsorge zu tun hat?

Diese Politik wirkt sich auf die Altersvorsorge aus, wie mein gestriger Blog-Beitrag „Wie sich der Niedrigzins auf die Altersvorsorge auswirkt, denn die Versicherungen erzielen mit Anleihen immer weniger Rendite, wodurch die Überschussbeteiligung sinkt und damit auch die Altersvorsorge so langsam bröselt. Der Euro wird über kurz oder lang zur Lira. Wie kommentiert Eugen Klaholz auf der FAZ-Seite so schön: „Diese ganze künstliche Geldschöpfung der EZB wird uns noch früher oder später um die Ohren fliegen. Allein schon die Tatsache, dass diese Dinge im stillen Kämmerlein von div. Zentralbanken der EURO-Zone durchgeführt werden, spricht schon Bände. Was hatten wir doch in der Vergangenheit, mit der Deutschen Bundesbank, ein seriöses Institut. Alles ist auf diesem Altar „Euro“ geopfert worden.“ Jörg Mars erklärt ebenfalls auf FAZ Online was das für die Rentner bedeutet: „Die Staatsschulden sehr vieler Staaten sind so untragbar hoch geworden, dass sie mittelfristig zum Kollaps dieser Staaten führen. Um ihnen den Hauch einer Chance zu lassen, rettet man sich in die Inflation, die die Schulden entwerten soll. Genauso aber sämtliches andere Vermögen, ausgenommen Immobilien, Sachwerte, Aktien (die ja Anteile an Unternehmen darstellen, deren Wert nominal natürlich mit der Inflation mitsteigt). Damit entstehen zahlreiche Kollateralschäden und eine Umverteilung von Vermögen, je nach Vermögensart. Die sogenannten „einfachen“ Leute sind die Looser (Arbeiter, die meisten Rentner etc.) – die großen Gewinner sind die, die Immobilien (tendenziell jedenfalls) und auf alle Fälle Eigentümer von wertschöpfenden Anlagen sind, wie auch Aktien-Besitzer, deren Kurse allein schon wegen der Inflation tendenziell steigen. Die Gesellschaft danach wird jedenfalls anders aussehen, wenn nicht enorme Rückverteilungsanstrengungen unternommen werden zugunsten der Inflationsverlierer.“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Wir sind mitten in einer gigantischen Umverteilungsmaschinerie – das Ende dürfte für die meisten von uns ziemlich schmerzhaft werden.


 

Übrigens, zum Thema „Transparency“ schreibt die EZB:

„Transparency means that the central bank provides the general public and the markets with all relevant information on its strategy, assessments and policy decisions as well as its procedures in an open, clear and timely manner. Today, most central banks, including the ECB, consider transparency as crucial. This is true especially for their monetary policy framework. The ECB gives a high priority to communicating effectively with the public.

Transparency of the ECB’s monetary policy

Transparency helps the public to understand the ECB’s monetary policy. Better public understanding makes the policy more credible and effective. Transparency means that the ECB explains how it interprets its mandate and that it is forthcoming about its policy goals.“




Höhere Steuern für mehr Rente

Höhere Steuern für mehr Rente – klingt ketzerisch. Schon heute zahlen die Bürger pro Kopf mehr als tausend Euro pro Jahr für die Rentenversicherung, denn so hoch ist der Bundeszuschuss an die Rentenversicherung. Insgesamt geht es dabei um 84,3 Milliarden Euro. Ohne dieses Geld wäre die Rentenversicherung schon längst kollabiert. Genau sind es 1021 Euro – die Rechnung ist zugegeben etwas vereinfacht, aber 84,3 Milliarden Euro (der Bundeszuschuss in diesem Jahr) umgelegt auf die 82,56 Millionen Deutschen ergibt diesen Betrag. Steuern muss ja schließlich jeder zahlen – selbst das Baby über seine Eltern, denn auch Windeln und Milchpulver werden besteuert, vom Kindersitz ganz zu schweigen. Familien mit Kindern tragen somit zur Stütze des Rentensystems bei, obwohl sie ja bereits Rentenbeiträge zahlen und die zukünftige Rentengeneration aufzieht.

Bundeszuschuss bald hundert Milliarden

Das reicht aber immer noch nicht: Rentenexperten prognostizieren, dass der Steuerzuschuss des Bundes sich in kommenden Jahren auf knapp hundert Milliarden Euro erhöhen wird. Bereits in vier Jahren wird ein Zuschuss von 97,8 Milliarden Euro erwartet so die „Bild“ unter Berufung auf den Finanzplan 2015 bis 2019 des Finanzministeriums.

Rentenexperten wie Reinhold Schnabel von der Uni Duisburg-Essen mahnte, der Bundeszuschuss dürfe nicht weiter steigen, aber damit kämpft er gegen Windmühlenflügel. Es wird so kommen, weil die demographische Entwicklung sich nicht bremsen, geschweige denn umkehren lässt.

Höhere Steuern für mehr Rente

Letztlich wir diese Entwicklung auf eine Steuererhöhung hinauslaufen, denn die Renten weiter zu kürzen, wie es Klaus Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), anspricht, lassen sich wohl kaum durchsetzen. Schon heute liegen viele Renten unterhalb der Armutsgrenze und müssen aufgestockt werden. An einem Renten-Soli wird der Bund wohl langfristig nicht vorbeikommen.

Auslöser für die Kostenexplosion ist nach Ansicht des „Versicherungsbote“ die „Rente mit 63“. Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums werde der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant. „Wissenschaftler warnen, ohne Leistungskürzungen lasse sich der Rentenzuschuss nur über Steuererhöhungen finanzieren“, so der „Versicherungsbote“.

Andrea Nahles, ihres Zeichen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat sich mit der „Rente mit 63“ offensichtlich ziemlich verrechnet. „Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums wird der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant“, so das Blatt.

Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog oder via Twitter an https://twitter.com/dineros 

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