Mit dem Rad von Deutschland nach Dänemark

Der Sommer naht und die Temperaturen steigen – die richtige Zeit, einen ausgiebigen Sommerurlaub zu planen. Wie wäre es statt einer Kreuzfahrt oder dem üblichen Flug zu den bekannten Touristenhochburgen mal mit einer Fahrradtour bei strahlendem Sonnenschein von Deutschland nach Dänemark? Ja, richtig – mit dem Rad von Deutschland nach Dänemark. Radfahren hält fit und Radler erleben eine solche Tour auch ganz anders als Autofahrer, viel intensiver.

Nimm dir Zeit!

Wer gerne reist, kennt meist auch den Drang, etwas Neues entdecken zu wollen. Oder zumindest neue Erfahrungen zu sammeln – also warum nicht mal mit dem Rad nach Dänemark? Dänemark ist Radland, Kopenhagen Fahrrad-Hauptstadt des Norden. Von Hamburg nach Kopenhagen sind es beispielsweise rund 340 Kilometer. Wer in  Leipzig startet, legt knapp 560 Kilometer zurück – von Bonn aus sind es rund 800 Kilometer. Für Süddeutsche bietet sich an, ein Stück mit dem Zug zu fahren – es muss ja nicht gleich die ganze Strecke sein.

Und wie sieht’s mit der Dauer aus? Google Maps zufolge lässt sich die Strecke Hamburg–Kopenhagen in weniger als 18 Stunden bewältigen. Wer die Landschaft besser kennenlernen und den Urlaub etwas ruhiger angehen lassen will, sollte ruhig etwas großzügiger planen.

Hamburg–Kopenhagen – traumhaft

Auf der Strecke drängen sich Radlern zahlreiche schöne Zwischenstopps auf. Lübeck oder Fehmarn auf deutscher oder die schöne mittelalterliche Hafenstadt Køge auf dänischer Seite sind nur drei Beispiele. Auch die Überfahrt von Fehmarn (Puttgarden) nach Rødby lässt sich als lohnenswerte Verschnaufpause vom Fahrradfahren nutzen.

Fahrrad – ein neuer Zugang zur Welt

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Ein bisschen Leidenschaft braucht’s allerdings schon. Begeisterte Radler werden indes große Freude an der Tour haben. Auch wenn es sich zwischenzeitlich anstrengend anfühlt – am Ende der Fahrt wartet das Vergnügen: die dänischen Hauptstadt Kopenhagen, oder København wie die Däne sagen. Ein tolles Gefühl, mit eigener Kraft Hunderte von Kilometer hinter sich gebracht zu haben. Da ist die Pause redlich verdient – Zeit, sich auszuruhen und dem Körper ein wenig Regeneration von den Strapazen zu gönnen.

Malerisches Kopenhagen - Nyhavn ist ein Muss für jeden Dänemark-Fan Foto: vorunruhestand.de

Malerisches Kopenhagen – Nyhavn ist ein Muss für jeden Dänemark-Fan Foto: vorunruhestand.de

Wo absteigen? Die meisten denken vermutlich an ein Hotel, aber wie wäre es mal mit einer Ferienwohnung oder einem Ferienhäuschen? Beide lassen sich vorab über Vergleichsportale wie Holidu finden und buchen. Wer’s schon während der Tour ungewöhnlich mag und gern viel vom Land kennen lernen will, der sollte auch bei seiner Unterkunft keines der typischen Touristenhotels auswählen.

Ein Hoch auf die Wasserträger

Bei der Tour de France sind Wasserträger Radprofis, die für ihre Kollegen in der Equipe Wasserflaschen holen und verteilen. Nun, was gut für Profis ist, ist auch gut für Amateure: Schön, wer Familie oder Freunde hat, die mit dem Auto mitfahren und während der Tour mit nicht benötigtem Gepäck vorfahren. Sie warten dann am Ziel und ersparen den Radlern die Mitnahme des Gepäcks. Ohne Gepäck fährt sich’s halt doch leichter. Jeder, der schon mal eine Radtour unternommen hat, weiß zu schätzen, wenn jemanden mit Auto dabei ist – für den Fall einer Panne, die das Weiterfahren unmöglich macht oder der Zeitplan so eng getaktet ist, dass eine Rückfahrt mit dem Fahrrad zeitlich nicht möglich ist.

 

Bildrechte: Flickr IMG_6491.jpg Marta Lasek



Wie viel der Staat seinen Bürgern wirklich abknöpft

Der deutsche Staat ist besonders effizient beim Eintreiben von Steuern und Abgaben. Wie viel knöpft er den Bürgern wirklich ab? Direkte und indirekte Steuern sowie Sozialabgaben zusammen genommen liegt die Last bei weit über 50 Prozent. Das ist absolute Spitze – nur der belgische Staat ist noch gieriger.

Der Nimmersatt Staat lässt vielen seiner Bürger nicht einmal mehr die Hälfte ihres Brutto-Einkommens – und damit ist Deutschland im internationalen Vergleich gleich hinter Belgien an der Spitze. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, hat Deutschland mit den wichtigsten Industrieländern verglichen – die Zahlen im “Tax Wages 2017”-Report sind erschreckend, erschreckend für deutsche Steuer- und Abgabenzahler. Steuern und Sozialabgaben, beides zusammengenommen, schlagen hierzulande richtig zu Buche. Die OECD hat die Steuer- und Abgabenlast eines durchschnittlich verdienenden in Vollzeit arbeitenden Arbeitnehmers untersucht und miteinander verglichen. Hierzulande sind das pro Jahr 47 809 Euro – oder monatlich 3984 Euro.

In Deutschland langen Staat und Sozialversicherung richtig zu

https://www.youtube.com/watch?v=26X36n66_IM

 

Hälfte kassieren Staat und Sozialversicherung

Davon bleiben ihm oder ihr nach Abzug Steuern und Sozialabgaben 50,6 Prozent übrig. In Belgien sind es mit 46 Prozent sogar noch weniger. Wobei die Betonung auf „alleinstehend“ liegt. Schuld an dieser hohen Belastung ist nicht einmal so sehr die Einkommensteuer, sondern vor allem die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Da ist Deutschland bezogen auf den Arbeitnehmeranteil mit 17,3 Prozent gleich hinter Slowenien auf Platz zwei, bei der Einkommensteuer mit 15,9 Prozent „nur“ auf Platz elf. In punkto Arbeitgeberanteil bei den Sozialabgaben liegt Deutschland mit 16,2 Prozent sogar nur auf Platz 15.

Belgien und Deutschland sind Spitze bei Steuern und Abgaben Quelle: OECD

Belgien und Deutschland sind Spitze bei Steuern und Abgaben Quelle: OECD

Deutschland ist ein Hoch-Steuer-und-Abgaben-Land wie der aktuelle OECD-Bericht „Taxing Wages 2017“ eindrucksvoll belegt. Das Ärgerliche daran, es wird nicht besser, sondern ist sogar noch belastender geworden in den vergangenen Jahren.

Eigentlich müssten Deutschland ein ziemlich sozialer Staat sein angesichts der hohen Sozialabgaben. Die Skandinavier mit niedrigeren Sozialabgaben haben jedoch höhere Sozialstandards – kleinere Kindergartengruppen, besser ausgestattete Schulen und besser bezahltes Personal, sprich das Sozialsysteme in Dänemark, Schweden und Norwegen gilt als vorbildlich.

Okay, Singles sollen ruhig blechen, sagen vielleicht einige. Der Staat kassiert aber auch Alleinerziehende ab. Bei der Steuer- und Abgabenlast von Alleinerziehenden mit zwei Kindern und zwei Drittel des Durchschnittseinkommens, sprich 2670 Euro verdienen, liegt Deutschland auf Platz fünf, hinter der Türkei, Belgien, Schweden und Griechenland. Die Steuer- und Abgabenlast dieser Gruppe liegt bei 31 Prozent. Wer mehr verdient, hat sofort auch eine höhere Quote und kommt locker an Alleinstehende heran.

Lediglich bei Ehepaaren mit zwei Kindern, wobei nur einer arbeitet, ist Deutschland auf Platz neun, aber nur weil die Steuern vergleichsweise niedrig sind. In punkto Sozialabgaben rangiert Deutschland auch in dieser Gruppe mit 17,1 Prozent auf Platz zwei.

Die OECD-Statistik ist freilich nur die halbe Wahrheit, denn zu den direkten Steuern und Sozialabgaben gesellen sich noch die indirekten Steuern wie Mineröl-, Versicherungs-, Strom- und vor allem Mehrwertsteuer. Was es alles an Steuern gibt, ist den meisten gar nicht klar. Alle zusammengenommen kommt ein Alleinerziehender mit einem in etwa durchschnittlichen Brutto und zwei Kindern auf eine Steuer- und Abgabenlast von annähernd 55 Prozent. Anders ausgedrückt, der Staat lässt Alleinerziehenden nicht einmal die Hälfte des Gehalts. Eine konkrete Rechnung verdeutlicht, wie schamlos der Staat seine Bürger abkassiert.

Alleinerziehende sind die Dummen

Konkret nachgerechnet, wie viel Staat und Sozialversicherung einem durchschnittlich verdienenden Alleinerziehenden abknöpft (bitte bis Ende weiter klicken)

Bezüge    
Brutto2944
Kontoführungsgebühr1.282945.28
Altersvorsorge AG147.2
Brutto-Entgelt3092.48
Gesetzliche Abzüge
Lohnsteuer403.5
Rentenversicherung286.96
Arbeitslosenversicherung46.04
Netto2355.98
Be- und Abzüge
Arbeitgeberanteil
Krankenversicherung317.55
Pflegeversicherung55.46
Altersvorsorge AG50
423.01
Arbeitnehmeranteil
Altersvorsorge AN220.8
Kantine45.45
Krankenversicherung678.6
Pflegeversicherung110.93
Altersvorsorge AN23.41
1079.19
Netto1699.8
tatsächliches Netto-45.451654.35
Abgabenlast in Prozent48,19
Indirekte Steuern
Lebensmittel 7 % MwSt60042
Sonstiges 19 % MwSt40076
Benzin 64,3 %10064.3
Sonstiges Misch-Steuersatz (Versicherg. usw) 16 %203.2
Stromsteuer bei 4000 kWh6,83
Abgeltungssteuer 26,375 %0
Gesamt pro Monat192,331419.25
Gesamtabgabenlast
direkte Steuer und Sozialabgaben1419.25
indirekte Steuern192.33
Gesamt1611.58
Abgabenlast in %54,72


Offensichtlich spricht sich langsam herum, wie Finanzminister Wolfgang Schäuble, Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles und ihre Parteigenossen die deutschen Bürger knebeln. Die OECD-Studie heizt die Diskussion um Steuersenkungen an. „Die Belastungen der Steuern und Abgaben sind unter der amtierenden Großen Koalition zwischen 2013 und 2015 sogar noch um 0,2 Prozentpunkte gestiegen“, schreibt das „Handelsblatt. Ja, kaum zu glauben, die Lohnnebenkosten steigen sogar noch. Eine Steuerreform ist längst überfällig, so viel wird nach dem Studium der OECD-Zahlen deutlich. Die Bürger haben das Gefühl, dass ihre Steuern und Sozialabgaben in einer Art Bermuda-Dreieck verschwinden. Aber mittlerweile wehren sich die Ersten gegen diese Abzocke. Der Staat verdient ja mittlerweile sogar am Ausleihen von Geld, denn die Gläubiger bezahlen ihn dafür, dass er sich verschuldet – eine perverse Situation, denn gleichzeitig bekommen die Bürger für ihr Geld null Zinsen.

Fürs Schuldenmachen noch belohnt

Seit 2014 muss Schäuble keine neuen Schulden mehr aufnehmen und baut stattdessen die Reserven aus – 18 Milliarden Euro sind es mittlerweile. Es wird also höchste Zeit, dass der Finanzminister den Bürger wieder etwas zurückgibt oder ihnen einfach mehr netto vom brutto lässt. Er ist sogar gesetzlich verpflichtet, die „kalte Progression“ auszugleichen, aber er lässt sich ständig bitten. Aus dem Zusammenwirken von steigenden Realeinkommen und kalter Progression nahm der Staat nach Berechnungen des ifo-Instituts zwischen 2011 und 2016 rund 70 Milliarden Euro mehr ein.

Deutschland ist Spitze bei Steuern und Sozialabgaben

https://www.youtube.com/watch?v=ONWWaJoZoWg

Lediglich die FDP kritisiert die Steuer- und Abgabenlast. Das „Handelsblatt“ zitiert den FDP-Politiker Hermann Otto Solms, der sagt, „die Belastungen sind an einer Obergrenze angekommen“. Das Thema Steuer- und Abgabenlast ist in den vergangenen Jahren offensichtlich aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Der Politik scheine jegliches Bewusstsein für die Ausgabendrosselung abhanden gekommen zu sein, schreibt die „Wirtschaftswoche“. „Die Belastung der Bürger ist um einen guten Teil höher, als wir vorher gedacht haben“, so Christoph Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung.

Diese Abkassiererei ist “an Dreistigkeit nicht zu überbieten, wenn nach noch mehr Umverteilung geschrien wird”, schreibt die “Welt”. Der deutsche Steuerzahler müsse sich schon jetzt geprellt fühlen.

Ein Alleinstehender mit einem Einkommen von etwas mehr als 50.000 Euro muss dem Finanzamt schon von jedem zusätzlich verdienten Euro 42 Prozent überlassen. Der eineinhalbfache Durchschnittslohn bedeutet heute in Deutschland was? Höchststeuersatz! Vor einem Jahrzehnt musste dafür wenigstens das Doppelte des Durchschnittsverdieners auf dem Gehaltszettel stehen. Nimmt man die steigenden Sozialabgaben hinzu, dann greift der Staat eine Hälfte des erarbeiteten Lohns komplett ab.

 

 




Wie wär’s mit einer Weinreise? Die schönsten Routen

Genuss und Erholung – warum nicht mal beides verbinden? Eine Weinreise spricht alle Sinne an. Und dafür müssen Lebenskünstler gar nicht weit fahren, denn in Deutschland warten viele interessante Weinbauregionen nur darauf, entdeckt zu werden – und dann lockt ja auch noch Südtirol. Zeit, die Entdeckungstour zu starten.

Entlang der deutschen Weinstraße

Wer den deutschen Wein liebt, der sollte wenigstens einmal die deutsche Weinstraße in der Pfalz besucht haben. Sie ist die älteste touristische Straße des Landes. Durch das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach hindurch erstreckt sich die Weinstraße über 85 Kilometer und verbindet 130 Weinorte miteinander. Sie führt dabei durch malerische Landschaften, über Weinberge und vorbei an Flüssen. Im Sommer dürfen sich Besucher über sonnige Tage und mediterranes Klima freuen. Nicht umsonst gilt die Pfalz als „Toskana Deutschlands“. Unbedingt einen Besuch wert ist das größte Weinfest der Welt in Bad Dürkheim. Wer durch die Pfalz tourt, den erwarten vor allem die klassischen deutschen Weinsorten, darunter Riesling, ferner Silvaner, Müller-Thurgau und Kerner. Sie gehören zum vielfältigen Weinangebot der Pfalz. Wer sich inspirieren lassen will, schaut vielleicht bei rewe-reisen.de vorbei.

Durchs schöne Frankenland

Bei Weinkennern im In- und Ausland gleichermaßen beliebt ist der Frankenwein. Der aromatische Müller-Thurgau ist der Wein, der in Franken am meisten gekeltert wird. Daneben erfreut sich vor allem der Bacchus als Spezialität der Region großer Beliebtheit. Würzburg ist das Zentrum des fränkischen Weinlandes. Mit der Residenz, der Festung Marienberg und ihren zahlreichen Kirchen hat die Stadt viel zu bieten. Nach der Besichtigung laden die vielen Weingüter zum Entspannen und Genießen ein. Eine Besonderheit kommt aus Franken: der Bocksbeutel, die kleine Flasche mit dem gewölbten Bauch – dafür ist Franken bekannt. Weiter führt die Reise entlang des Mains. Die vielen Weinberge der Gegend tauchen die Hügel und Berge in ein eindrucksvolles Grün. Am Mainufer reiht sich ein Weinstädtchen ans andere. Wer da nicht einkehrt, ist selbst schuld – um ein Glas Wein zu genießen und das romantische Flair Frankens kennen zu lernen. Mehr Informationen zum fränkischen Weinland ist hier zu finden.

Zum Törggelen nach Südtirol

Gerade für die Bayern liegt der Süden ja so nah. In dreieinhalb Stunden sind Münchner in Meran – ein Ortswechsel, der auch einen Klimawechsel bedeutet. In Südtirol ist der Wein vermutlich schon seit tausend Jahren vor Christus heimisch. Südtirol wird stark vom Mittelmeerklima geprägt – ideal für rote und weiße Weine. Bei den Weißen dominieren Grau- und Weißburgunder, während sich bei den roten Sorten Blauburgunder, Merlot und Cabernet Sauvignon hervortun. Landschaftlich ist Südtirol geprägt von den Alpen, grünen Wiesen, Burgen und romantischen Almhütten. Vor allem Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Überall sie auf kleine Weingüter, die zum Verweilen und Kosten einladen. Zwar lockt Südtirol das ganze Jahr, sicher am schönsten ist es im Herbst, wenn die Hof- und Buschenschänken zum Törggelen einladen – das ist Weinurlaub vom feinsten.

Jede Weinregion in Europa beeindruckt mit ihren Besonderheiten und Spezialitäten. Deutschland kann da locker mithalten – mit herrlichen Landschaften und außergewöhnlichen Weinen.

 

© Owen Weber/ Shutterstock




Deutsche halten trotz Real-Verlust am Sparbuch fest

Es ist nur schwer zu verstehen, aber die Deutschen halten trotz Fast-Null-Zinsen am Sparbuch fest und trotz Real-Verlust. Das Sparbuch ist immer noch die beliebteste Anlage der Deutschen. Im vergangenen Jahr hatten immerhin noch 40 Prozent der Deutschen ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt. Das Erstaunliche dabei, sie wissen sehr wohl, dass sie damit real Vermögen verlieren, denn die Inflation kletterte im Januar auf 1,9 Prozent, während die Zinsen nur hauchdünn über der Nullmarke liegen. Wer so handelt, vernichtet auf Dauer sein reales Vermögen.

Glaube ans Sparbuch hält sich hartnäckig

Die GfK in Nürnberg hat jüngst die Diskrepanz zwischen „zwischen Meinung und Wirklichkeit“ anhand einer Umfrage aufgedeckt. Was erschreckt, selbst heute noch halten zwölf Prozent der Verbraucher das klassische Sparbuch für „attraktiv“.

Der Realzins ist längst schon negativ - schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Der Realzins ist längst schon negativ – schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Ähnlich groß ist die Diskrepanz bei Gold und der betrieblichen Altersversorgung. Sie meinen zwar, dass Gold durchaus Renditechancen habe, nur sechs Prozent der von GfK Befragten habe aber Gold im Tresor oder Depot. Xetra-Gold, sprich, das in Euro bewertete Gold, ist von Anfang 2008 bis heute um mehr als hundert Prozent gestiegen, anders ausgedrückt, es hat sich im Wert verdoppelt. In Dollar bewertet, war das Plus nicht ganz so groß: Anfang 2008 kostete eine Feinunze 860 Dollar, heute notiert Gold bei 1220 Dollar – immer noch ein Plus von mehr als 40 Prozent. Da kann kein Sparbuch mithalten. Was die betriebliche Altersversorgung betrifft, so halten 42 Prozent für attraktiv, nur 18 Prozent nutzen sie.

Immobilie weit oben auf der Beliebtheitsskala

Beliebt bei den Deutschen ist auch Immobilie (46 Prozent), der Bausparvertrag (29 Prozent), die private Rentenversicherung und die private Kapitallebensversicherung (jeweils 21 Prozent) sowie das Tagesgeldkonto (18 Prozent). Tja, und einige machen gar nichts mit ihrem Geld, sondern bunkern es unter der Matratze – der GfK zufolge sind es ganze 23 Prozent.

Aktien kommen nur langsam

Auch wenn die Deutschen ihr Geld mehrheitlich lieber sicher anlegen, gewönnen Aktien und Investmentfonds langsam an Attraktivität. 2016 landen sie laut GfK mit jeweils 20 Prozent auf den Plätzen sieben und acht des Attraktivitätsrankings, während zwölf Prozent (Aktien) und 15 Prozent (Investmentfonds) der Befragten bereits wirklich in diese Anlageformen investieren. Erstaunlich, die Deutschen werden Aktien gegenüber langsam etwas aufgeschlossener – im Gegensatz zu Franzosen, Italienern und Briten. “Nur sieben Prozent der Italiener, 13 Prozent der Franzosen und 19 Prozent der Briten halten Aktien für attraktiv”, so die GfK.




Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

Was heißt es, in Deutschland alt zu werden? Dieser Frage ist Michael Opoczynski in seinem Buch „Aussortiert und Abkassiert“ nachgegangen und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen. Was passiert heute mit den Alten? Werden sie von „skrupellosen Finanzberatern ausgenommen, in unzumutbaren Pflegeheimen entsorgt, ausgegrenzt bei der Arbeitssuche, diskriminiert wegen ihres Alters“? Ist das wirklich so? Der Blick fällt auf die anderen Alten, die ihr Leben aktiv leben, reisen, studieren, ihren Enkeln helfen, sich in der Integration von Flüchtlingen engagieren und ein Ehrenamt mit Elan ausfüllen. Wie fühlt sich Altwerden in Deutschland an?

Übrigens, ganz unten am Blog-Ende findet ihr ein kleines Quiz zum Thema Rente. Viel Spaß!

Vorsicht vor Abzockern

Opoczynski, den vielen noch als Leiter der ZDF-Wirtschaftsredaktion und Moderator von Wiso kennen dürften, warnt vor Abzockermethoden und Diskriminierung. Er geißelt den Umgang mit Alten in Pflegeheimen, sieht genau hin bei Altersarmut und plädiert dafür, dass sich das Denken ändern muss. Er will, dass den Alten der Respekt zurückgegeben wird.

Er wehrt sich gegen das euphemistische „Senior“ und andere Umschreibungen für die Alten. Warum nicht „Alter“ sagen. Nun, vielleicht weil alle zwar „alt werden wollen, aber niemand alt sein will“. Opoczynski verdeutlicht die Folgen, wenn einer aufgegeben hat, dass er schnell im gesellschaftlichen Nichts verschwindet.

Antrieb für sein Buch war: Er gehört mittlerweile selbst zu den Alten und bezieht seine Rente. Als Journalist hat er verschiedene Lebensentwürfe recherchiert; es interessierte ihn die Reaktion der Jüngeren auf die Älteren – und wo Alter ausgenutzt wird.

Altendiktatur – gibt’s die?

Der Ex-Wiso-Moderator glaubt nicht an eine Altendiktatur. Ob er damit nicht daneben liegt? Wie ist es denn mit der Rente mit 63? Eigentlich kann sich das Rentensystem dieses Zuckerl für eine bestimmte Klientel nicht leisten – und doch hat die Andreas Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, sie eingeführt. Wie ist es denn mit der überproportionalen Rentenerhöhung 2016 – und der Ankündigung, die Renten werden bis 2030 im Schnitt um zwei Prozent steigen? Höhere Renten bedeutet im Umkehrschluss höhere Beiträge – und die treffen die Jungen. Die Regierung will mit ihrer Rentenpolitik vor allem das Wohlwollen der Alten, weil sie die Mehrheit stellen in diesem Land. In dem Punkt ist Opoczynski zu blauäugig. Weil das Geld hinten und vorne nicht reicht, muss der Staat zuschießen – von Jahr zu Jahr mehr. Es wird keinen Konflikt der Alten mit den Jungen geben, sondern der Alten mit der Politik. Bestes Beispiel sind die Direktversicherungsgeschädigten, die aufbegehren, weil die Politik, damals unter Sozialministerin Ulla Schmidt, die Regeln geändert hat, so dass Betriebsrentner auch mit alten Verträgen Arbeitgeber-und Arbeitnehmer-Beiträge an die Krankenkasse abdrücken müssen.

Heraus aus der Opferfalle

Ok, genug der Kritik – in seinem Buch geht er auf Diskriminierung der Alten ein; er zeigt, wie die Alten abgezockt werden von Trickdieben, wie ihnen alles Mögliche aufgeschwatzt wird. Alte Menschen seien das bevorzugte Ziel von Kriminellen. Sein Fazit lautet: „Heraus aus der Opferfalle“. Dieser Befund gilt auch für das Gesundheitssystem. Nicht selten werden Menschen in finstere Ecken abgeschoben.

Opoczynski greift auch Themen auf, die bislang in der öffentlichen Diskussion nicht vorkamen wie die „alten Männer“. Da werde einfach die Hälfte der Alten ignoriert. Dabei altern Männer anders als Frauen. Opoczynski geht auf Eckart Hammer ein, der selbst wiederum das Buch „Männer altern anders“ geschrieben hat – vielleicht ein Geschenkvorschlag.

Schweden als Modell für die Rente

Opoczynski geht in seinem Buch auch auf die Verhältnisse in anderen Ländern ein, darunter denen in den USA und Frankreich, in Schweden, Dänemark, Japan sowie China. Sein Resümee: „Schweden kann Modell für unser Rentensystem sein“.

Der frühere Wiso-Moderator geht der Frage nach, wie es die Alten mit der Arbeit halten und stößt dabei auf so interessante Ansätze wie „Granny Aupair“. Michaela Hansen aus Hamburg hat dieses Online-Portal gegründet und vermittelt Leihomas ins In- und Ausland. Darüber gibt es übrigens auch ein Buch: „Als Granny-Aupair in die Welt“. Opoczynski stellt in seinem Buch auch die Idee „Gründer 50plus“ vor. Statt arbeitslos zu sein – ein Unternehmen gründen. Nicht für alle, aber für einige ältere Arbeitslose kann das die Lösung sein.

Alte bei Finanzen für dumm verkauft

Ach ja, die schöne Warenwelt, die angeblich die Alten als Kunden gern sehen. Die Wirklichkeit sieht nach Opoczynskis Ansicht anders aus. Hersteller und Händler empfänden immer noch und gegen alle Ratschläge die Einstufung „alt“ als Killerkriterium – und seien irritiert bis erschrocken, wenn ihr Produkt bei Alten ankommt.

Am schlimmsten geht es den Alten allerdings bei den Finanzen, weil viele Banken und Sparkassen immer noch glauben, sie könnten „den Alten alles andrehe“, wie es der Buch-Autor formuliert, womit er sicher richtig liegt. Sein Tipp: „Keine Finanzprodukte kaufen, die man nicht restlos versteht“. Denn, das hat sicher jeder schon selbst festgestellt, dass Verkäufer ihren Kunden gern Produkte andienen, die besonders viel Provision abwerfen, aber eben auch riskant sind. Übrigens, wenn Alte einen Kredit nachfragen, werden sie schnell feststellen, dass Banken und Sparkassen sie schnell abblitzen lassen.

Auch mit Finanzen zu tun hat das Thema Wohnen, das Opoczynskis kritisch beleuchtet. Alte, die an ihrem Heim hängen, weil es für sie der Fixpunkt im Leben ist. In Großstädten wie München, Frankfurt und Hamburg sind die Mieten in den vergangenen Jahren jedoch stark gestiegen, so dass sich Rentner das zunehmend nicht mehr leisten können. Das ist das eine Problem – anders sieht es auf dem Land aus, wo Dörfer verwaisen, weil die Jungen in die Ballungsräume abwandern. Opoczynskis fordert: „Alleinlebende Alte brauchen mehr als eine technische Problemlösung“.

Was sich ändern muss

Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

Michael Opoczynski Aussortiert und Abkassiert

Am Ende des Buchs geht Opoczynskis noch auf die „alten Alten“ ein. Seiner Meinung nach „fehlt unserer Gesellschaft eindeutig das Verständnis für Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind“. Er fordert deswegen, die Rechte der Über-80-Jährigen zu stärken.

Opoczynskis wünscht sich, auch als alter Mensch, seinen Teil zu dieser Gesellschaft beizutragen und seine Erfahrungen weiter zu geben – gemeinsam mit anderen Alten, gemeinsam mit den Jungen. „Das ist es, was sich verändern muss“.

Übrigens, sein Quellenverzeichnis ist eine wahre Fundgrube mit vielen Hinweisen auf Beratungsstellen und Institutionen.

Erschienen im Gütersloher Verlagshaus, 19,99 Euro

Übrigens, von Opoczinski gibt es auch “Krieg der Generationen”, ebenfalls aus dem Gütersloher Verlagsaus.

Opoczinski hat einen Blog mit aktuellen Beiträgen und Kommentaren.

 


Wie gut kennt ihr euch in punkto Rente aus? Ein kleines Quiz.

Renten-Quiz

Das Thema Rente geht Junge und Alte an, denn die Noch-Beitragszahler werden irgendwann selbst Rentenempfänger. Was weißt du über Rente, Demographie, Altern und Ruhestand?

Bestenliste: Renten-Quiz

maximal 10 Punkte
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Renten steigen bis 2030 im Schnitt um zwei Prozent

Jedes Jahr zwei Prozent mehr – um so viel sollen die Renten in Deutschland bis 2030 steigen. Die 20,8 Millionen Rentner können damit rechnen, dass die Bezüge bis dahin um durchschnittliche 2,1 Prozent pro Jahr steigen. Das geht zumindest aus den Modellrechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor. Insgesamt sollen sich die Renten im Schnitt bis 2030 um 35 Prozent erhöhen. Parallel dazu sinkt allerdings das Rentenniveau von derzeit 48 auf 47 Prozent im Jahr 2024, danach geht es weiter nach unten bis auf 44,5 Prozent im Jahr 2030. Im vergangenen Jahr sahen die Prognosen noch etwas positiver aus – da sollten die Renten bis 2029 noch um 41 Prozent steigen.

Beitragssatz steigt auf 21,8 Prozent

Im Rentenversicherungsbericht 2016 des BMAS stehen noch mehr interessante Details. So wird 2030 der Beitragssatz auf 21,8 Prozent gestiegen sein, der Standardrentner bekommt dann 1844 Euro monatlich, das entspricht einem Rentenniveau von 44,5 Prozent. Standardrentner ist eine Modellperson, die 45 Jahre Beiträge eingezahlt und wie der Durchschnitt verdient hat. Das BMAS geht davon aus, dass die Beschäftigten riestern und 2030 monatlich 278 Euro bekommen. Zusammen mit der gesetzlichen Rente macht das dann 2122 Euro aus, was einem Sicherungsniveau von 51,2 Prozent entspricht.

Im Schnitt nur 1025 Euro Rente

Weitere wichtige Daten: Zurzeit gibt es rund 20,8 Millionen Rentner in Deutschland – 200 000 mehr als 2015. Standardrente ist das eine, tatsächlich ausgezahlte Rente das andere. Laut Rentenversicherungsbericht wurden 2015 im Schnitt an Männer 1025 Euro Rente pro Monat ausgezahlt. In Ostdeutschland war der Wert mit 1076 Euro etwas höher als im Westen mit 1012 Euro. Frauen bekommen deutlicher weniger. Im Westen erhielten sie im Schnitt 586, im Osten 838 Euro. Dass Frauen im Osten mehr bekommen als Frauen im Westen liegt daran, dass Frauen in den neuen Ländern mehr gearbeitet haben – sie konnten ihre Kinder schon früh in die Krippe, den Kindergarten oder Hort geben. Glücklicherweise leben viele Frauen nicht allein, so dass noch andere Einkünfte hinzukommen. Deswegen sind die Nettoeinkommen der Rentnerhaushalte meist deutlich höher.

Am 24. November wollen Union und SPD bei ein Rentenreformpaket schnüren. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will noch bis Ende November ein Rentenkonzept vorlegen.

Rentenniveau

Entwicklung des Rentenniveaus seit 2000
 StandardverdienstStandardrenteRentenniveau
200023.34112.35652,9
200123.78512.51252.6
200224.08312.74652,9
200324.24412.92553,3
200424.34112.89153,0
200524.38912.82152,6
200624.50112.79652,2
200724.90712.78151,3
200825.42512.84050,5
200925.10113.05552,0
201025.63213.23251,6
201126.44113.25350,1
201227.24913.46549,4
201327.84713.61248,9
201428.55313.74348,1
201529.310*13.95547,6
201630.020*14.36747,9
201748,1**
*vorläufig**erwartetQuelle: Deutsche Rentenversicherung




Was deutsche Rentenpolitik von der Schweiz lernen kann

Die Schweizer sind bei der Altersvorsorge ein Vorbild, von dem deutsche Rentenpolitiker lernen können. Und was kann deutsche Rentenpolitik von der Schweiz lernen? Die Schweizer Altersvorsorge ruht auf drei Säulen – ein solides Fundament fürs Auskommen im Alter. Zu den drei Säulen gehört die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sowie die Invalidenversicherung (IV), die obligatorische berufliche Vorsorge (Pensionskasse) und die freiwillige Selbstvorsorge.

Die erste Säule: die AHV

Basis der Altersvorsorge in der Schweiz ist die Alters- und Hinterlassenenversicherung, kurz AHV. Das ist eine verpflichtende Rentenversicherung. Die AHV ist wie die gesetzliche Rente in Deutschland umlagefinanziert. Das heißt, die aktive Beschäftigten zahlen für die Rentner – das Geld wird unmittelbar und direkt weiter gereicht. Die Einnahmen der AHV liegen bei rund 40 Milliarden Franken, die unmittelbar für Renten ausgegeben werden; Überschüsse, so es sie denn gibt, wandern in den AHV-Ausgleichsfonds. Zurzeit verwaltet dieser Fonds ein Vermögen von 43 Milliarden Franken.

Hat Blüm doch Recht? Österreichs Rentnern geht’s besser
Wehe, wenn die heile Rentenwelt zerbricht
Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?
Rentenreform aus französischer Sicht
Als Rentner nach Südafrika?

Alle zahlen in die AHV ein

Anders als beim deutschen System – in Deutschland gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze, 6200 Euro in West-, 5400 Euro in Ostdeutschland – zahlen in der Schweiz alle ein, sprich, auch Selbstständige, Hausfrauen und Beamte. Zum anderen ist die Höhe der Beiträge anders als in Deutschland nicht bei einem bestimmten Betrag gedeckelt. Begrenzt ist aber die ausgezahlte Rente. Das in Deutschland geltende Äquivalenzprinzip, wonach die Höhe der Einzahlungen die Höhe der Rente bestimmt, gibt es in der Schweiz also nur teilweise. Andererseits ist damit der Solidargedanke – die Reichen stehen für die Schwachen ein – sehr ausgeprägt. Der Beitragssatz liegt seit Anfang 2016 bei 10,25 Prozent, wobei Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte zahlen.

Schutz vor Altersarmut

Das Rentensystem der Schweiz einfach erklärt und was die Initiative AHVplus bedeutet – per Video

https://www.youtube.com/watch?v=Km1Q16a7VSc

Das AHV bewahrt viele alte Schweizer vor dem Gang zum Sozialamt. Denn die Rente aus der AHV beträgt mindestens 1175 Franken und höchstens 2350 Franken – das sind umgerechnet 1075 und 2150 Euro. Zugegeben nicht viel in der teuren Schweiz, aber im Vergleich mit den Durchschnittsrenten in Deutschland immer noch mehr. Am 25. September 2016 stimmten die Schweizer über die Initiative AHVplus ab, sprich eine zehnprozentige Rentenerhöhung. Das hätte geheißen, 0,4 Prozent höhere Abzüge vom Gehalt. Der Vorstoß wurde mehrheitlich abgelehnt.

Die AHV sieht In der Schweiz für Männer ein ordentliches Rentenalter von 65 Jahren vor, für Frauen von 64 Jahren. Die Initiative AHVplus sah auch eine Erhöhung des Rentenalters der Frauen auf 65 Jahre vor.

Demographischer Wandel bleibt Problem

Nun, die Initiative “AHVplus” ist durchgefallen. Die Gegner argumentierten, die Neuregelung hätte die Schweizer zusätzlich mit mehr als vier Milliarden Franken belastet. Zudem würden viele Personen, die heute Ergänzungsleistungen bezögen, nicht von der Initiative profitieren. Die Diskussion in der Schweiz ist damit nicht ausgestanden, denn auch unser Nachbarland spürt den demographischen Wandel, der eine Antwort verlangt, was das Rentensystem betrifft.

Die zweite Säule: die Pensionskasse

Wie die Schweizerische Eidgenossenschaft schreibt, sind bei der zweiten Säule “alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versichert, die schon in der 1. Säule versichert sind und mindestens 21 150 Franken im Jahr verdienen (Stand: 2016)”. Die obligatorische Versicherung nach dem BVG (Gesetz über die berufliche Vorsorge) beginnt mit Antritt des Arbeitsverhältnisses. Das sei frühestens mit Vollendung des 17. Lebensjahres. Weitere Feinheit: “Vorerst – bis zum Erreichen des 24. Altersjahres – decken die Beiträge nur die Risiken Tod und Invalidität ab; ab dem Jahr nach Vollendung des 24. Altersjahres und bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit wird zusätzlich für die Altersrente angespart.” Davon ausgenommen sind beispielsweise Selbstständige und Beschäftigte mit befristetem Arbeitsvertrag von höchstens drei Monaten.

60 Prozent des Gehalts

Anders als bei der AHV sind die Pensionskassen – davon gibt es nach Schätzung der “Neuen Zürcher Zeitung” rund 2000 – kapitalgedeckte Arbeitnehmer-Versicherungen. Gehälter sind zwischen Jahreseinkommen von 21 150 bis 84 600 Franken durch das BVG obligatorisch versichert.  Wie bei der AHV ist der Arbeitgeber verpflichtet, 50 Prozent beizutragen. Ziel der zweiten Säule sei es, den “gewohnten Lebensstandard” über die Pensionierung hinaus zu sichern. Mit diesen zwei Säulen kommen Schweizer, die ein durchschnittliches Einkommen erhalten haben, im Alter auf etwa 60 Prozent ihres letzten Gehalts.

Mit dem Geld aus der betriebliche Vorsorge wird die AHV-Rente aufgestockt. Das angesammelte Kapital wird dabei mit einem Umrechnungsfaktor von 6,8 Prozent für Männer und Frauen umgewandelt. Das wird am besten anhand eines Beispiels deutlich: Für ein Altersguthaben von 100 000 Franken wird eine Jahresrente von 6800 Franken ausbezahlt.  Die Einzahler in eine Pensionskasse sammeln nämlich ein Altersguthaben an – und das setzt sich zusammen aus den jährlichen Altersgutschriften plus Zins von mindestens 2,0 Prozent (2009-2010-2011), 1,5 Prozent (ab 2012), 1,75 Prozent (ab 2014) und 1,25 Prozent (ab 2016). Das heißt, auch die Schweizer leiden unter dem Niedrigzins wie deutsche Altersvorsorger. Der Garantiezins von Lebensversicherungen ist in Deutschland mittlerweile auf ebenfalls 1,25 Prozent gefallen – und er soll für ab 2017 neu abgeschlossene Lebensversicherungen auf 0,9 Prozent fallen.

Die dritte Säule: private Vorsorge

Die dritte Säule der Altersvorsorge in der Schweiz besteht aus steuerlich geförderten Anlagen in Wertpapiere oder privaten Rentenversicherungen. Viele Schweizer können jährlich bis zu rund 6200 Euro an Ausgaben für eine eigene Altersvorsorge von der Steuer absetzen. Viele schöpfen dieses Angebot auch voll aus. Die dritte Säule hat zwei Teile:

 

Säule 3a – gebundene Selbstvorsorge

Das ist die gebundene Selbstvorsorge für angestellte und selbstständige Erwerbstätige. Beiträge sind zu einem gewissen teilweise steuermindernd. Wo “gebunden” drauf steht, ist “gebunden” drin, das heißt, der Altersvorsorger kann nicht jederzeit frei über sein Guthaben verfügen. Wie hoch der Beitrag ist, legt das Bundesamt für Sozialversicherungen fest. 2016 dürfen Angestellte, die einer Pensionskasse angehören, maximal 6 768 Franken in die Säule 3a einzahlen. Selbstständige dürfen 2016 20 Prozent des jährlichen Erwerbseinkommens, maximal aber 33 840 Franken einzahlen. Sich das Guthaben vorzeitig auszahlen zu lassen, ist nur möglich, wenn eine selbst genutzte Immobilie gekauft oder gebaut wird, beim definitiven Wegzug aus der Schweiz und bei der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Übrigens hat jeder zweite Schweizer ein 3a-Konto. Dem Verein Vorsorge Schweiz (VVS) wächst die Zahl weiter. Banken und Versicherungen müssen immer findiger werden, um den 3a-Vorsorgern noch akzeptable Renditen zu bieten. Deswegen gehen einige dazu über, deutlich mehr in Aktien zu investieren.

Säule 3b – die ungebundene Selbstvorsorge

Die Beiträge sind bei der ungebundenen Selbstvorsorge in der Höhe nicht limitiert, allerdings lassen sie sich steuerlich nur in geringem Umfang abziehen. Der Bezug aus der dritten Säule wird zu einem wesentlich günstigeren Steuersatz besteuert. Auf Zins und Überschussbeteiligungen einer Lebensversicherung wird keine Einkommensteuer erhoben.

Wo die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern steht: 

Die Schweiz gehört zu den vorbildlichen Ländern in punkto Rentensystem

Die Schweiz gehört zu den vorbildlichen Ländern in punkto Rentensystem

Deutschland ist nur mittelmäßig in punkto Altersvorsorge, mehr dazu unter Demografiewandel.info

Dänen können Rente besser, aber auch in Australien ist sie besser organisiert

Dänen können Rente besser, aber auch in Australien ist sie besser organisiert

Wo die Rentner am besten fahren

Verhältnis zwischen Gehalt und Rente

Bruttoersatzquote für Medianverdiener in Prozent der OECD-Länder
Was ist der Medianverdiener? Die eine Hälfte der Bevölkerung verdient mehr, die andere weniger als der Medianverdiener – er ist also in der Mitte. Deutschland rangiert ziemlich am Ende, den niederländerischen Rentner geht es hingegen am besten, denn sie bekommen im Vergleich zum letzten Brutto am meisten Rente.
LandQuote
Niederlande91.4
Israel86.7
Dänemark83.7
Österreich76.6
Spanien73.9
Island73.8
Ungarn73.6
Italien71.2
Slowakei67.9
Türkei66.8
Griechenland64
Australien60.2
Tschechien59.9
Luxemburg59.3
Frankreich59.1
Schweiz58.4
OECD57.9
Schweden55.6
Estland55.3
Portugal55
Finnland54.8
Norwegen52.3
Kanada51
Neuseeland50.1
Polen48.8
Chile45.5
Mexiko44.7
Irland44.2
Korea43.9
Deutschland42
Belgien41.4
USA41
Slowenien40.6
Grossbritannien37.9
Japan37.5

Quelle: OECD/Der Bund

Weiterführende Links:

http://blog.derbund.ch/datenblog/index.php/6503/schweizer-renten-sind-nur-durchschnitt

http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/65766/die-ahv-bleibt-die-gerechteste-altersvorsorge/

 

 




So will der Sozialverband die Rente sichern

Rente geht auch Junge an, proklamiert der Sozialverband SoVD. Das System muss solidarisch gesichert werden, damit niemand mehr im Alter „arm dran“ ist. Dafür hat der Sozialverband die Aktion gestartet „Lieber nicht arm dran“.

Der Sozialverband mit seinen 560 000 Mitglieder hat etwas andere Vorstellungen von einem tauglichen Rentensystem als viele Politiker, das Altersarmut verhindern soll. Wie das funktionieren soll, hat er in einem „Bekämpfung von Altersarmut“ erklärt.

„Die Altersarmut in Deutschland steigt. Wir registrieren diesen Trend mit großer Sorge und setzen uns mit voller Kraft dafür ein, über das Problem aufzuklären und auf Lösungen hinzuwirken“, so SoVD-Präsident Adolf Bauer. Frauen, Menschen mit Behinderungen und Langzeitarbeitslose tragen aus der Sicht des SoVD ein besonders hohes Risiko, in Altersarmut abzurutschen. Zudem schätzt der Sozialverband die Gefahr für sogenannte Solo-Selbstständige als hoch ein, im Alter zu verarmen.

Was der SoVD fordert:

  • Er schlägt einen Ausbau von Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung in der Erwerbsphase vor, zum Beispiel durch eine Einschränkung prekärer Beschäftigungsformen wie Minijob und Leiharbeit.
  • Er fordert weiter ergänzende Regelungen im Rentenrecht, um der Gefahr von Altersarmut für Rentnerinnen und Rentner sowie für rentennahe Jahrgänge zu begegnen. So könnten in der Vergangenheit zurückgelegte Zeiten der Niedriglohnbeschäftigung und der Langzeitarbeitslosigkeit aufgewertet werden.
  • Schließlich müssen laut SoVD Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner erfolgen, denn für sie ist das Risiko von Altersarmut besonders hoch, obwohl die Rente aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht freiwillig in Anspruch genommen wird. Der Sozialverband hält es daher für erforderlich, die systemwidrigen Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten abzuschaffen.

Dazu passt die Meldung, dass bei immer mehr älteren Langzeitarbeitslosen die Hartz-IV-Leistungen wegfallen. Manche bekommen, so finanztreff.de, noch einen Job, andere gehen freiwillig vorzeitig in Rente – viele müssen aber wohl auch zwangsweise bereits mit 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen. Das hat die “Süddeutsche Zeitung” erfahren dank einer Anfrage der Linken, auf die die Bundesregierung antwortete. So sei die Zahl der 63-Jährigen, die aus dem Hartz-IV-Bezug ausgeschieden sind, von knapp 9600 im Jahr 2008 kontinuierlich auf mehr als 38 600 im Jahr 2015 gestiegen.

Weiterführende Links:




Macht Merkel Politik für die Babyboomer-Generation?

Was „Opakratie“ bedeutet, haben jüngst wieder junge Briten erfahren, die bei der Frage nach dem „Brexit“ von den Alten dank ihrer Mehrheit überstimmt worden sind. Die Babyboomer-Generation hält die Fäden in der Hand und bestimmt über das Schicksal der Nation – nicht nur in Großbritannien, sondern vor allem auch in Deutschland. Verspielen wir unsere Zukunft? Diese Frage treibt Wolfgang Gründinger in seinem Buch „Alte Säcke Politik“ aus dem Gütersloher Verlagshaus um.

Der Zukunftslobbyisten ist Sprecher der Stiftung Generationengerechtigkeit und hält mit seiner Ansicht über die Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht hinterm Berg. „Merkel macht Politik für die Generation der Babyboomer, und die wollen keine Wunder und keine Experimente, sondern ihre Ruhe“, so der heute 32-Jährige. Ruhe als erste Bürgerpflicht – Merkel verkörpert diese Eigenschaft und vermittelt sich auch den Bürgerinnen und Bürgern.

Ruhe heißt freilich nicht selten Stillstand. Genau das wirft der Anwalt der Jungen Merkel vor. Kein einziges Reformprojekt habe die Kanzlerin zu Ende geführt. „Bildungsrepublik, Regulierung der Finanzmärkte, Energiewende, Rentenreform, Elektromobilität oder digitaler Wandel: Überall regiert die Kanzlerin so vor sich hin und sonnt sich in alternativloser Beliebtheit“. Gündinger belässt es nicht mit Vorhaltungen, er kann sie auch belegen – seine Zeilen sind gespickt mit Anmerkungen und Charts.

Deutschland im Weckglas

Der Aktivist möchte die Gesellschaft mit seinem Buch aufwecken, denn das „Land im Weckglas“ brauche einen Weckruf.  Für diese kollektive Geisteshaltung spiegelt sich sogar in dem Verb „merkeln“ wider – einem der Jugendwörter des Jahres 2015. Übrigens hat sich „Smombie“ – eine Kombinationaus Smartphone und Zombie – durchgesetzt.

„In Deutschland haben die Alten das Sagen“, auch „weil die Politiker in vorauseilendem Gehorsam genau das tun oder genau das unterlassen, von dem sie glauben, dass die Mehrheit der Alten es möchte oder eben nicht möchte“, urteilt Gründinger. Ja, und? Ist das schlimm? Der Politikwissenschaftler meint „ja“, weil wir – und damit meint der Deutschland – unsere Zukunft verspielen. Viele ahnen es vielleicht und sie werden von einem unbestimmten Gefühl umgetrieben. Dafür findet der Autor die richtigen Worte. Seine Generation erbe keine schöne heile Welt. „Wir spüren die Probleme nur noch nicht, die sich zwar unter der Oberfläche, dafür aber umso massiver zusammenballen“, beschreibt er die Stimmung. Die auf Kurzatmigkeit geeichte Politik verwalte den Stillstand. Die Elite dieses Landes analysiert zwar gern die Probleme und begreift den Handlungsdruck, den Worten folgen jedoch keine Taten oder „zu spät, zu verzagt“. Oft genug folgen auch die „gänzlich falschen Taten. Dabei unterscheidet sich Merkel in nichts von der Sozialdemokratie, die „Opakratie“ drückt auch der „Sozialpolitik ihren Stempel“ auf.

Wir leben von der Substanz

„Deutschland fährt auf Verschleiß“, kritisiert der Kosmopolit und vergleicht uns mit anderen Nationen. Das betrifft Straßen, Wasserleitungen, Schulen, Kitas und Bahn. Die Merkel-Regierung investiert immer weniger in Infrastruktur, ablesbar an der nominalen Investitionsquote. In punkto Internet-Geschwindigkeit sind wir weit abgeschlagen, offene WLANs sind eher die Ausnahme als die Regel. Für Bildung geben wir deutlich weniger aus als Dänen, Isländer, Norweger, Kanadier, Belgier, Finnen und Franzosen. „Wir leben von der Substanz“, klagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das sei alles andere als Generationengerechtigkeit, empört sich Gründinger. „Generationengerechtigkeit heißt nicht nur, dass der Staat nicht mehr Schulden macht, als die nachfolgende Generation an Zinsen ertragen kann; Generationengerechtigkeit heißt auch – die Konsolidierung des Staatshaushalts darf keinesfalls auf Kosten der Zukunftsinvestition stattfinden“, so der Zukunftslobbyist.

Reform der Beamtenpension ist überfällig

Es ist sein Verdienst, diese Lage analysiert zu haben – und aktiv Partei zu ergreifen. Ja, wir Alten müssen uns den Spiegel vorhalten lassen. Wobei, die jüngsten populistischen Rentenentscheidungen gehen nicht von einem „Alten Sack“ aus, sondern von einer 46-jährigen Sozialistin, sprich Andrea Nahles. Sie hat die Mütterrente und die Rente mit 63 eingeführt. Die Arbeits- und Sozialministerien dreht die Reformen der Schröder-Ära nach und nach zurück, egal, ob sie finanzierbar sind oder nicht – und generationenverträglich. Sie verteilt Wahlgeschenke zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Dabei leiden die Jungen ja nicht nur unter dem sinkenden Rentenniveau, sie spüren auch noch die anhaltend niedrigen Zinsen – und, die Merkel-Regierung hinterlässt ihnen noch ein herunter gewirtschaftetes Land. Ganz abgesehen davon, dass auf sie gigantische Schuldenberge warten und in der Zukunft abgetragen werden müssen.

Gründinger hat ein Problem verortet, dessen sich die meisten noch gar nicht so richtig bewusst sind: die Beamtenpensionen. Der Staat habe sich „eine gigantische und unsichtbare Last mit seinen Zahlungspflichten für die Beamtenversorgung auferlegt. Die Lasten werden sich Gründinger zufolge von heute 27 Milliarden Euro auf 86 Milliarden Euro im Jahr 2045 annähernd verdreifachen – und dafür gibt es keine Rückstellungen. Das wirklich Schlimme daran: niemand steuert ernsthaft dagegen. Warum das so ist? „Die Beamtenpensionen sind vermintest Terrain, das kaum ein Politiker zu betreten wagt, weil er sich der Abstrafung durch die Beamtenlobby sicher sein kann, jegliche Reformen aber mühselig sind und erst auf lange Sicht wirken“, hat Gründinger ganz richtig erkannt.

Niedrigzinspolitik führt ins Desaster

So brillant die Analyse, so schwach ist seine Handlungsanweisung für eine Änderung der Verhältnisse, die zurzeit gegen die Jungen gerichtet sind. Sich nur zu empören, reicht nicht. Auch der Aufruf, die Märkte zu verändern, führt in die Irre. Der Markt sind wir alle, aber nicht der Markt hat die Niedrigzinsphase eingeleitet, das war der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi. Geld kostet nichts mehr – und das ist fatal. Ja, die Bundesregierung wird noch von den Gläubigern bezahlt, wenn sie Anleihen ausgibt. Was für eine perverse Welt. Er weitet ungestraft die Bilanzsumme der EZB aus und bürdet den nachfolgenden Generationen eine unheimliche Last auf.

Wahrscheinlich muss der Leidensdruck noch viel, viel stärker werden, bis die Gesellschaft reagiert und erkennt, dass die gegenwärtige Politik die Zukunft verspielt. Das wird dann allerdings richtig schmerzen. Eine Vorgeschmack bekommen wir bereits.

Weiterführende Links:




Was die Rente wo wert ist

München ist ein teures Pflaster – für Rentner und Nicht-Rentner. Die Kaufkraft ist so gering wie sonst nirgends in Deutschland. Das Leben für Rentner wird deswegen in München immer schwieriger. Das gilt übrigens auch für den Münchner Speckgürtel. Starnberg, Miesbach und Dachau sind richtig teuer. Was das konkret heißt? Ein Euro ist in München nur 70 Cent wert, weil nicht nur die Mieten, sondern auch Lebensmittel, Kleidung und Öffentlicher Verkehr deutlich teurer sind als anderswo.

Spiegel Online: Was die Rente 20140 in Ihrer Stadt wert ist
Damit das Traumland nicht zum Albtraum wird
Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?
Rentner versinken im Armutssumpf – Vorsorge als Pflicht
Fürchtet euch vor Altersarmut – Rente wird nicht reichen

Wo ist es dann am günstigsten? Der „Mitteldeutschen Zeitung“ zufolge haben Rentner in Sachsen-Anhalt mehr von ihrer Rente. In keinem anderen Bundesland leben Rentner kostengünstiger als in Sachsen-Anhalt. Das Blatt zitiert dabei eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft. Demnach liegen die Kosten für die Lebenshaltung von Rentnern in Sachsen-Anhalt im Schnitt knapp elf Prozent unter dem Bundesmittel. Selbst in Halle, der für Senioren teuersten Stadt in Sachsen-Anhalt, liegen die Lebenshaltungskosten mehr als fünf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Magdeburg ist die günstigste Landeshauptstadt für Rentner – mit einem Preisniveau von gut sechs Prozent unter dem Durchschnitt. Dessau-Roßlau, ist knapp neun Prozent günstiger.

Bayern besonders teuer

40 der insgesamt 50 teuersten Landkreise in Deutschland liegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, so die „Versicherungswirtschaft heute“. Dort zahle ein Rentner zwischen 15 und 30 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Ein Vergleich mit Nord- und Ostdeutschland öffnet die Augen: Laut Studie schaffen es nur vier Kreise in die Top-50 – nämlich Hamburg, Berlin, Potsdam und – durch den “Sylt-Effekt” – der Kreis Nordfriesland. Am günstigstes lebt es sich in Sachsen-Anhalt.

Die höchste Kaufkraft haben Rentner im niedersächsischen Landkreis Holzminden mit einer Kaufkraft von 1159 Euro, gefolgt vom Landkreis Osterode am Harz mit 1156 Euro (-13,47 Prozent), dem Landkreis Elbe-Elster mit 1152 Euro (-13,22 Prozent), dem Vogtlandkreis mit 1148 Euro (-12,90 Prozent) und dem Kyffhäuserkreis mit 1147 Euro (-12,81 Prozent).

Die Zahlen wurde ein auf Rentner spezialisierter Warenkorb zugrunde gelegt. Insbesondere wurden Ausgaben für Gesundheit höher bewertet.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen aus Bayern – was 1000 Euro wert sind:

Stadt München:         767 Euro
Kreis München:          829 Euro
Starnberg:                  831 Euro
Miesbach:                  850 Euro
Dachau:                     861 Euro
Fürstenfeldbruck:      869 Euro

Freyung-Grafenau:     1138 Euro
Wunsiedel:                 1136 Euro
Hof:                            1135 Euro
Tirschenreuth:            1127 Euro
Regen:                        1126 Euro

Quelle: tz

Wer es genau wissen will, wie hoch die Kaufkraft seiner Rente ist, klickt am besten auf die interaktive Karte:

http://www.7jahrelaenger.de/was-ist-meine-rente-heute-wert/

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