Wie Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi deutsche Rentner und Krankenversicherte abzockt. Seine  Negativzinsen zehren an den Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung und kostet Rentner Kaufkraft. Draghis lässt auch die Krankenkassen bluten und damit die Versicherten.

Sparer zahlen Strafzinsen

Jeder, der größere Beträge bei Banken oder direkt bei der EZB bunkert, muss Strafzinsen zahlen. Da die Deutsche Rentenversicherung eine „Nachhaltigkeitsrücklage“ von 32 Milliarden Euro vorhält, gehört sie natürlich auch zu den Verlierern der Negativzinspolitik von Draghi. Dem Rentenversicherungsbericht 2017 zufolge hat sie „nur“ zehn Millionen Euro verloren. Auf jeden einzelnen der 21 Millionen Rentner umgerechnet, bedeutet das: Jeder verliert dadurch pro Jahr annähernd 50 Cent. Das klingt wenig, wird aber mehr werden. Denn, die Deutsche Rentenversicherung rechnet laut „Welt“ für 2018 bereits mit 50 Millionen Euro Verlust durch die Strafzinspolitik von Draghi. So steht es auch im Rentenversicherungsbericht 2017 in der Übersicht B 1 auf Seite 29
in der Zeile „Vermögenserträge“.

Millionen Rentner abgezockt

Der Zins für die sogenannte „Einlagefazilität“ liegt seit Juni 2014 unter null. Im Dezember 2015 wurde der Strafzins sogar auf minus 0,3 Prozent erhöht. Im März 2016 verschlechterte sich die Lage für Sparer weiter. Der Strafzins stieg dann auf minus 0,4 Prozent. Für 2017 weist die Rentenversicherung eine „eiserne Reserve“ von 32,9 Milliarden Euro aus. Bei einem Strafzins von minus 0,4 Prozent ergibt sich damit ein Verlust von 131,6 Millionen Euro. Wie kann es sein, dass die Rentenversicherung nur zehn Millionen Euro Verlust ausweist? Sie muss das Geld so anlegen, dass „ein Verlust ausgeschlossen erscheint“, so steht es zumindest im Sozialgesetzbuch. Also in Aktien darf sie damit nicht investieren. In Staatsanleihen darf sie auch nicht investieren. Sie darf nicht in Immobilien investieren. Bleibt nur Tagesgeld – und dafür gibt’s im Schnitt noch 0,03 bis 0,08 Prozent, wie die Finanzberatung FMH auf ihrer Seite ausweist. Und wie argumentiert die Rentenversicherung selbst?

„Es gibt zwei Einflüsse, die zu deutlich geringeren Entgelten führen: 

1. Die Anlagen werden weit überwiegend bei Geschäftsbanken und mit Laufzeiten bis zu einem Jahr getätigt. Daher liegt der Geldmarktzins insgesamt über dem Satz der Einlagefazilität bei der EZB.

2. Die im Jahr 2017 fälligen Anlagen wurden weit überwiegend im Jahr 2016 zu damals noch besseren Geldmarktkonditionen getätigt.“

Rentenversicherung muss bluten

Wie hat die Deutsche Rentenversicherung das Geld ihrer Beitragszahler angelegt, um den Verlust klein zu halten? Der Rentenversicherungsbericht schweigt sich leider aus. Auf Anfrage bei der Deutschen Rentenversicherung kam folgende Antwort: „Da die Mittel der Nachhaltigkeitsrücklage liquiditätsnah anzulegen sind,
werden die Anlagen weit überwiegend in Form von Termingeldern bei Geschäftsbanken getätigt. Bei der Anlage ist, neben der Liquidität der Anlage, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit zu beachten.“

Draghis Politik enteignet systematisch Millionen deutscher Rentner. Das ist ein Skandal, über den sich hierzulande offensichtlich niemand groß aufregt.

Systematische Enteignung

Das Schlimme daran, Ruheständler und alle, die fürs Alter vorsorge werden nicht nur auf diesem Weg enteignet. Für ihre betriebliche und private Altersvorsorge bekommen sie auch immer weniger. Das ist aber immer noch nicht alles. Auch der Gesundheitsfonds, in die gesetzlich Krankenversicherten einzahlen, wird von Draghi enteignet. Denn, auch der Gesundheitsfonds zahlt für seine Rücklagen Strafzinsen. Die Strafzinsen summierten sich laut „Neues Deutschland“ von Januar bis September 2016 auf vier Millionen Euro. Hochgerechnet aufs ganze Jahr dürfte es sicher fünf Millionen Euro sein. 2017 zahlte der Gesundheitsfonds vermutlich noch weit mehr als diese fünf Millionen Euro an Strafzinsen.

Kampf gegen Krake Krankenkasse

Gleichzeitig kassieren die Krankenkassen bei den Direktversicherten ab. Wenn die ihr über Jahrzehnte per Entgeldumwandlung angespartes Geld ausbezahlt bekommen, halten die Krankenkassen die Hand auf. Das Geld landet über Umwege im Gesundheitsfonds, der von Draghi geschröpft wird. So lässt sich Geld am besten vernichten – Geld, das normalerweise den Versicherten zu Gute kommen sollte.

Geld verliert seine Funktion

Draghi hat mit seiner Negativzinspolitik erreicht, dass Geld seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel weitgehend verloren. Die Deutsche Bundesbank sollte ihre Erklärung umschreiben, welche Aufgaben Geld hat. Ihre Erklärung verhöhnt jeden Sparer.

Wer spart, „konserviert“ den Wert über die Zeit und bildet sich so eine Reserve, über die er später bei Bedarf verfügen kann. Das „Spar-Geld“ kann man so in der Zwischenzeit anderen überlassen (z. B.einer Bank). Dafür bekommt man Zinsen, die gewissermaßen eine Entschädigung dafür sind, dass man für eine bestimmte Zeit auf die Verfügbarkeit seines Geldes verzichtet.

Von wegen!

 




Wie sich deutsche Sparer systematisch selbst enteignen

Sparen und selbst enteignen – wie passt das zusammen? Ganz einfach, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann schrumpft das Realvermögen. Nominal hat der Sparer zwar morgen noch genau so viel auf dem Konto wie heute, nur kann er sich damit immer weniger kaufen. Also wird er immer ärmer.

Das sollte doch auf den ersten und auch den zweiten Blick logisch erscheinen. Dennoch ziehen die Deutschen daraus keine Konsequenzen – nein sorry, nur ganz wenige. Wie anders ließe sich erklären, dass im dritten Quartal 2017 mehr als 2,24 Billionen Euro – in Ziffern 2 247 600 000 000 – unter Matratzen, auf Giro- und Tagesgeldkonten und Sparbüchern schlummerten.

Struktur des Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland 2015

36,5 Prozent des Geldvermögens der deutschen Privathaushalte waren bei den Banken und Sparkassen in Form von Spar-, Sicht- oder Termineinlagen angelegt. Quelle: Statista

„Nur“ 610 Milliarden Euro waren in Aktien und 547 Milliarden in Fonds investiert. Weil es für Sparguthaben aber keine Zinsen mehr gibt und für Tagesgeld fast nichts mehr, aufs Girokonto schon gleich gar nichts, die Inflationsrate mittlerweile jedoch bei 1,6 Prozent angekommen ist, zerbröselt das Vermögen deutscher Sparer Monat für Monat – das sie im Alter so dringend bräuchten, um die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch die Absenkung des Rentenniveaus immer weiter öffnet.

Inflation im Vergleich zu den Zinsen

Der Inflationscheck – durch die Inflation werden deutsche Sparer enteignet

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit Urheber dieser finanziellen Katastrophe, lacht sich ins Fäustchen. Warum sind die Deutschen auch so blöd, denkt er sich im Stillen. „Selber schuld“, so sein Kommentar, den er mittlerweile schon mehrfach geäußert hat. Ihm ist egal, dass die Deutschen durch die Minus-Zins-Politik der EZB enteignet werden.  Dabei fehlen den Deutschen jetzt schon mehrere Tausend Euro für ihre Altersvorsorge, denn so viel hat die Niedrigzinsphase bislang gekostet – und sie ist ja noch längst nicht zu Ende. Seit 2011, so hat die comdirect ausgerechnet, verlieren die Deutschen pro Jahr dieser systematischen Enteignung geschuldet mehr als 34 Milliarden Euro, umgerechnet auf jeden Haushalt sind das 872 Euro Realzinsverlust.

Aktien sind alternativlos

Wer sein Vermögen vor Draghi retten will, muss in Aktien oder Immobilien investieren, weil nur sie zurzeit höhere Renditen abwerfen als die Inflationsrate beträgt. Der Dax ist in diesem Jahr um rund 17 Prozent gestiegen, der MDax sogar um mehr als 20 Prozent – damit lässt der Inflation problemlos Paroli bieten.

Realzins

Zins minus Inflation ist Realzins – und der ist schon lange negativ

Dass sich Mario Draghi mit seiner Enteignungspolitik in Deutschland keine Freunde macht, versteht sich von selbst. Das ficht den Italiener aber nicht an, schließlich denkt er vor allem an seine Landsleute südlich der Alpen, die wegen der hohen Verschuldung höhere Zinsen nicht brauchen können.

Draghi macht Deutsche arm

Alles Mahnen deutscher Ökonomen hilft nichts, Draghi lässt sich nicht beirren. Wer bei diesem Spiel nicht mitspielt, verliert sein Vermögen und damit seine Altersvorsorge. Leider trifft es ja nicht nur die Sparer, sondern auch die Versicherten. Das heißt, wer eine Kapitallebensversicherung hat, wird am Ende deutlicher weniger bekommen, als er einmal gedacht hat. Denn die Versicherungskonzerne verlieren wegen Draghi ebenfalls Geld, da sie das Geld der Versicherten ja weitgehend in Staatsanleihen anlegen müssen, die nichts mehr bringen, zumindest die neueren. Alte, besser verzinste Anleihen laufen aus und müssen durch neue ersetzt werden, deren Zins gegen null tendiert. Also verlieren die Deutschen auch auf diesem Weg ihr Vermögen – schlecht für die Altersvorsorge.

Kopf in den Sand

Statt aktiv auf dieses Dilemma zu reagieren, stecken immer mehr den Kopf in den Sand. „Die niedrigen Zinsen verunsichern viele Anleger“, hat die Postbank-Anlageexpertin Rosmarie Liebl festgestellt. Das spiegele sich in einer wachsenden Verdrossenheit gegenüber Finanzthemen wider. „Vor allem Frauen scheinen zu resignieren“, so ihre Beobachtung. Die Zahl der (von der Postbank) weiblichen Befragten, die sich überhaupt nicht mit Finanzthemen beschäftigen, habe sich verdoppelt – von 15 Prozent in 2015 auf 29 Prozent in 2017.

Düstere Aussichten für die kommenden Jahre, in denen die Babyboomer-Generation in Rente geht, denn parallel dazu wird auch das Rentenniveau von derzeit 48,1 Prozent weiter fallen. Zunehmende Altersarmut ist damit programmiert.




Wie legen die Deutschen ihr Geld an? Die Top-Ten-Geldanlagen

Wie legen die Deutschen ihr Geld an? Eigentlich immer weniger. Das heißt, sie sparen immer weniger und geben es lieber aus. Die Sparquote ist auf dem niedrigsten Stand seit 2015. Kein Wunder, es gibt ja auch keine Zinsen mehr.

Die Online-Bank Comdirect ermittelt regelmäßig das Spar- und Anlageverhalten der Deutschen und hat gerade die Ergebnisse für September 2017 veröffentlicht. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Von Sparen halten die Deutschen zurzeit wenig. Sie stecken ihr Geld lieber in den Konsum – oder investieren in Immobilien. Der Spar- und Anlageindex ist danach zum sechsten Mal in Folge gesunken – und zwar auf 93,8 Prozent. Schon seit Juni 2017 ist er unter hundert Prozent gefallen.

Spar- und Anlageindex der comdirect

Spar- und Anlageindex der comdirect

40 Prozent sparen nichts oder wenig

Comdirect zufolge sparen 40 Prozent der Deutschen nichts oder weniger als 50 Euro im Monat. Die Sparquote geht auf 6,9 Prozent zurück. Im Schnitt, wohl gemerkt im Schnitt, spart jeder Deutsche 105,62 Euro pro Monat – nicht besonders viel. Dabei legen die Süddeutsche mit 121,26 Euro im Mittel mehr zurück als die Nord- und Ostdeutschen mit 91,96 Euro.

Viel Geld auf dem Girokonto

Und wie legen die Deutschen ihr Geld an? Eigentlich nicht, denn sie deponieren es auf dem Girokonto, zumindest einen großen Teil. Damit lässt sich das Vermögen allerdings nicht erhalten, denn die Inflationsrate liegt mittlerweile bei (Stand September) 1,8 Prozent.

Das Verharrungsverhalten ist ziemlich starr, denn laut comdirect wollen die Befragten nicht mehr auf die hohe Kante legen, sondern eher weniger, viele belassen es allerdings dabei.

Top Ten Geldanlage: So legten die Deutschen ihre Ersparnisse an

  1. Girokonto (55 %)
  2. Sparbuch (51 %)
  3. Tagesgeld (34 %)
  4. Bargeld (31 %)
  5. Bausparvertrag (30 %)
  6. Lebensversicherung (29 %)
  7. Altersvorsorge (26 %)
  8. Fonds (19 %)
  9. Festgeld (19 %)
  10. Aktien (14 %)

Quelle: comdirect, Stand September 2017

Geld auf dem Girokonto bunkern

„Tagesgeldvergleich.net“ hat ein sehr interessante Zusammenstellung über die Struktur des Vermögens der Deutschen zusammengestellt. Rückblickend zeige sich, dass

  • Der Anteil von Bargeld und Sichteinlagen hat sich seit 1999 um 157 Prozent erhöht.
  • Der Anteil des auf Sparbüchern angelegten Geldes ist seit 1999 um 49 Prozent gesunken.
  • Der Anteil des in Aktien angelegten Geldes ist seit 1999 um 33 Prozent gesunken aber vom Tiefpunkt aus 2009 bereits um 24 Prozent gestiegen.
  • In Lebens- und Rentenversicherungen steckt 33 Prozent mehr Geld als 1999. Mit knapp 38 Prozent stellen die Versicherungen den größten Bestandteil des Geldvermögens dar.



Hat der Weltspartag ausgedient? Wie geht Geldanlegen im Zinstief

Sparen bei Nullzinsen – lohnt sich das noch? Hat der Weltspartag damit ausgedient? Wie geht Sparen heute? Und wann ist Weltspartag überhaupt? Am einfachsten zu beantworten ist noch die Fragen, wann Weltspartag ist. Weltspartag ist am letzten Werktag im Oktober – und zwar am 30. Oktober 2017.

Ärmer dank Sparen

Der Slogan „dein Sparschwein – ein wertvoller Schatz. Mach mehr daraus“ der Sparkasse Kraichgau klingt wie Hohn. Für Guthaben auf dem Jugendsparkassenbuch zahlt die Sparkasse Kraichgau (Stand 23. Oktober 2017) 0,25 Prozent, ab 2500 Euro Guthaben allerdings nur noch 0,025 Prozent. Die Stadtsparkasse München beispielsweise zahlt sogar nur 0,01 Prozent Zinsen pro Jahr – immerhin nicht „0“, das traut sie sich nicht, noch nicht. Damit lässt sich nicht „mehr aus seinem Geld machen“, wie die Sparkassen propagieren.

Was sind Realzinsen?

Der Sparkassenverband hat anlässlich des Weltspartags 2017 einiges zum Thema Sparen zusammengetragen. Allerdings steht da nichts über Realzinsen. Realzinsen? Realzinsen sind die nominalen Zinsen minus Inflationsrate – und die sind zurzeit negativ. Wie das? Na, wenn die Stadtsparkasse München 0,01 Prozent Zinsen bietet und die Inflation (Stand September 2017) bei 1,8 Prozent liegt, dann schrumpft mein reales Vermögen um -1,79 Prozent. Das heißt, ich vernichte mit Sparen mein reales Vermögen. Das klingt unlogisch, ist aber so. Kinder zum Sparen anzuhalten, ist eine … ja, was? Kinder zum Sparen anzuhalten ist eine dreiste Frechheit. Wie wäre es denn, wenn der Sparkassenmensch den Kindern einmal vor Augen führt, was reale Zinsen sind. Da helfen auch die Kugelschreiber und Schlüsselanhänger nichts, die Sparkassen und Banken am Weltspartag Kindern schenken.

Weltspartag besser begraben

Eigentlich sollten die Sparkassen und Volksbanken – auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt’s meist nur 0,01 Prozent – diesen Tag still und heimlich begraben. Denn seinen Zweck, Kinder fürs Sparen zu begeistern, erfüllt er angesichts dieser Zinssätze sicher nicht. Wenn an dem Tag beim Leeren gefüllter Spardosen kleine Geschenke verteilt werden, dann tun Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ihren kleinen Kunden damit einen Bärendienst.

Früher gab’s höhere Zinsen

Das war schon mal anders, wie wir Alten uns sicher erinnern können. Da war das Spar-Büchse-Leeren ein freudiges Ritual. Wer kann sich noch an die alten Sparbüchsen erinnern? Da kam der Mann von der Sparkasse mit seinem Schlüssel, leerte die Büchse, zählte das Geld und trug die Zahl ins Sparbuch ein. Lang ist’s her.

Dank Gespartem plus Zins konnten sich die Kinder dann ein Rad leisten oder etwas Anderes. Finanzprofi Robert Halver sagte vor einiger Zeit, der

„Weltspartag ist kein Freudentag mehr, er ist ein Volkstrauertag“.

Schuld daran ist die Europäische Zentralbank (EZB). Ihr Chef Mario Draghi hat die Zinsen auf 0 gedrückt – in Worten: null: Er verlangt von Banken und Sparkassen Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Das heißt, die Finanzinstitute wollen gar kein Geld mehr, weil sie für Überschüssiges ja Strafgebühren zahlen müssen.

Sparen ist kontraproduktiv

Sparen ist sogar kontraproduktiv bei einem Zins von 0,01 Prozent, denn gleichzeitig verliert das Geld an Wert wegen der Inflation, die mittlerweile bei 1,8 Prozent liegt. Das heißt, wer sein Geld zur Sparkasse bringt, verliert pro Jahr 1,79 Prozent. Vor einem Jahr lag der Verlust „nur“ bei 0,69 (0,7 Inflation minus 0,01) Prozent. Je länger die Nullzins-Phase dauert, desto höher wird der Schaden für den Sparer. Der Inflationscheck von Ypos veranschaulicht das sehr bildlich.

Wer wirklich noch Zinsen für sein Geld bekommen will, muss schon anderswo suchen – beispielsweise bei Zinsplattformen wie Zinspilot, Weltsparen und Savedo, die Einlagen bei Banken im europäischen Ausland ermöglichen und mittlerweile Milliarden eingesammelt haben. Aber selbst dort, bekommen Sparer zwar ein paar Zehntel Prozent mehr, das reicht aber immer noch nicht, um die Inflation auszugleichen.

Draghi zwingt Anleger ins Risiko

Oder er muss etwas mehr Risiko eingehen und beispielsweise auf Indexfonds (ETF) setzen. Das Frankfurter Fintech-Unternehmen Ginmon hat dafür einen interessanten Ansatz gewählt – mit digital verwalteten ETFs. Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon erinnert sich zwar noch gern daran, wie er mit seinem Großvater vor 20 Jahren am Weltspartag die Sparkasse besucht hat:

„Feierlich wurden 100 Mark auf mein Konto eingezahlt; die Verzinsung betrug zwei Prozent“. Sein Opa habe sich sogar noch an Zeiten von deutlich über vier Prozent erinnern können. Am 91. Weltspartag stelle sich Reiner mittlerweile die Sinnfrage, ob sich der Weltspartag durch die niedrigen Zinsen nicht selbst abgeschafft hat. „Dass die Geldinstitute am Weltspartag auch heute noch gut besucht sind, liegt an den Werbegeschenken“, vermutet Reiner.

Weiterführende Links:

Fidelity: Über Geld spricht man nicht 
Finanzwelt: Wie viel Rendite ist realistisch 
Versicherungsbote: Geldanlegen als Schulfach – Sparwissen der Familie unzeitgemäß

 

 

 




Warum Warren Buffett auch nur mit Wasser kocht

Wer kennt Warren Buffett nicht? Warren Buffett ist der bekannteste unter allen Börsenstars. Jeder, der ein Börsenbuch schreibt, zitiert Warren Buffett. Warren Buffett ist der Guru für viele Börsianer. Ist das berechtigt? Wie erfolgreich ist Warren Buffett wirklich? Was können Anleger von Warren Buffett lernen? Was können sie besser machen als Warren Buffett?

Der amerikanische Großinvestor Warren Buffett ist auch als „Orakel aus Omahabekannt, weil seine Firma Berkshire Hathaway ihren Sitz in Omaha, im Bundesstaat Nebraska, hat. Warren Buffett ist der „erfolgreichste Investor der Welt“, vielleicht auch, weil er der älteste Investor der Welt ist mit seinen mittlerweile fast 87 Jahren – am 30. August 2018 wird er 88 Jahre alt.

Warren Buffet als Vorbild?

Was können sich Anleger von Buffett abschauen? Ist Warren Buffett wirklich so gut, wie alle meinen? Zur ersten Frage ist schon viel geschrieben worden. Die Bücher über ihn und Value Investing dürften mittlerweile viele Regalbretter füllen. Buffetts Regeln sind ganz einfach: „Kaufe günstig, verkaufe teuer“, „berechne den möglichen Gewinn deines Geschäfts“, „betrachte das Geldverdienen als ein Geschäft …“, „werfe niemals deine Prinzipien über Bord“. Der Börsenguru wird nicht müde zu betonen, dass es weit besser ist, ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen als ein faires Unternehmen zu einem wundervollen Preis („It’s far better to buy a wonderful company at a fair price than a fair company at a wonderful price.“).

Buffett orientierte sich bei seinen Entscheidungen oft an seinem Vorbild Benjamin Graham, dem Vater des Value Investing. Die „Sicherheitsmarge“ und der innere Wert eines Unternehmens können Buffetts Meinung nach von verschiedenen Investoren verschieden ermittelt werden. Klingt alles plausibel – und Buffetts Bilanz scheint ihm Recht zu geben: Von 1965 bis 2015 erzielte er mit seinen Investments eine Rendite von sage-und-schreibe 19,2 Prozent, pro Jahr wohlgemerkt.

Der MDax ist besser

Also, einfach Buffett nacheifern?  Buffett als Vorbild ist dennoch nicht ganz so einfach für Kleinanleger nachzubauen, da der Finanzprofi natürlich ganz andere Mittel hat, oft nicht über die Börse kauft und den Verkäufern dank Buffetts Macht die Konditionen aufdrückt. Für Warren Buffett ist wichtig, die „Gewinne des Unternehmens für nächsten zehn Jahre möglichst genau vorhersagen zu können“. Warren Buffett sucht „Unternehmen mit Monopol, einer und mehreren starken Marken, wenig konjunktursensitiv, leicht zu verstehen“. Ob sich Warren Buffett da nicht etwas vormacht? Das klingt nach Kompetenzillusion. Wer sich beispielsweise Buffetts Lieblingsaktie Coca-Cola anschaut und sie mit dem MDax vergleicht, zweifelt an Buffetts Urteilsvermögen. Der MDax hat sich seit 2000 versechsfacht, die Coca-Cola-Aktie legte im gleichen Zeitraum „nur“ um 60 Prozent zu. Ok, einschließlich Dividenden hat sie sich vermutlich mehr als verdoppelt. Selbst mit dem breit angelegten US-Aktienindex S&P 500 wäre Warren Buffett besser gefahren.

Ok, jetzt ist fairerweise zu sagen, dass Warren Buffett selbst rät, in einen Indexfonds zu investieren, zumindest hat er das wohl in sein Testament geschrieben. Warren Buffett griff sogar in einem seiner  veröffentlichten Aktionärsbriefe traditionelle Fondsgesellschaften und Hedgefonds an.

Somit kommen wir automatisch zur zweiten Frage? Ist Buffett wirklich so gut, wie alle meinen? Die Frage ist ziemlich einfach zu beantworten. Warren Buffett ist Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, deren Aktien jeder an der Börse kaufen kann. Ihre Wertpapierkennnummer ist A0YJQ2, die ISIN ist US0846707026. Warren Buffet ist zwar nicht mehr der reichste Mann der Welt, aber er gehörte zu den reichsten. Sein Vermögen beläuft sich aktuell (Stand: 28. Juli 2017) auf 63,8 Milliarden Euro, so zumindest weist es „Forbes“ in seiner Milliardärsliste aus.

Aktiencharts miteinander vergleichen

Der Kursverlauf der Berkshire-Hathaway-Aktie lässt sich ganz einfach auf Seiten wie comdirekt oder onvista mit dem Kursverlauf eines Index wie dem MDax vergleichen. Da Warren Buffett ja keine Dividenden ausschüttet, sondern wieder gleich in seine Investmentgesellschaft investiert sowie wie der MDax, werden damit auch Äpfel mit Äpfel verglichen. Der Chart über einen Zeitraum von siebeneinhalb Jahren ist ziemlich eindeutig: Der MDax schneidet deutlich besser ab als die Berkshire-Hathaway-Aktie. Ja, aber wie ist das mit der Outperformance, sprich dem besseren Abschneiden der Berkshire-Hathaway-Aktie im Vergleich zum amerikanischen Index S&P 500? Ganz einfach, der S&P 500 ist ein Kursindex, während die Berkshire-Hathaway-Aktie sozusagen eine Performance-Aktie ist, die auch Dividenden enthält anders als der S&P 500, in dem Dividenden nicht eingerechnet sind. Da kann Warren Buffett leicht besser sein als der S&P 500. Wer den Total-Return-Index S&P 500 – also Kurs plus Dividende – mit der Berkshire-Hathaway-Aktie vergleichen würde, würde nicht schlecht staunen. Was Wunder, ein Total-Return-Indexfonds auf den S&P 500 wie db-Xtracker (ISIN: LU0490618542) schlägt die Berkshire-Hathaway-Aktie deutlich. Das weiß Warren Buffett auch, deswegen empfiehlt er seinen Erben ja auch, nicht auf Einzelaktien, sondern auf Indexfonds zu setzen. Den Index auf Dauer zu schlagen, schafft eben kein Fondsmanager – und Warren Buffett ist ja auch nichts anderes als ein Fondsmanager.

Warren Buffett liebt Coke

Warum das so ist, dürfte jedem klar sein, der unvoreingenommen darüber nachdenkt: Jeder Anleger hat so seine Vorlieben – bei Warren Buffett ist es eben Coca-Cola, weil er damit sein erstes Geld verdient hat. Ein Index ist jedoch gefühlslos und deswegen unbestechlich.

Übrigens, der Vergleichschart enthält nicht nur die Berkshire-Hathaway-Aktie, sondern auch den MDax, den Weltaktienindex MSCI World und den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der nach dem Value-Investing-Prinzip anlegt sowie den Dax und den S&P 500 als Kursindex. Die Grafik spricht für sich. Warum plagen ich immer noch so viele mit der Auswahl von Einzelaktien ab? Weil sie eben glauben, besser zu sein als der Markt, was meist Kompentenzillusion ist.

Vergleich Berkshire Hathaway mit Indizes und Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Vergleichschart Berkshire Hathaway und MDax

Vergleichschart Berkshire Hathaway und MDax

Zumindest eines zeigt das Beispiel Warren Buffet: Wer reich werden will braucht viel Geduld. Warren Buffet hat sein erstes Geld schon als Knabe mit Coca-Cola verdient – aber das ist eine andere Geschichte. Übrigens, iBlog-Finance hat zehn Tipps von Warren Buffett gesammelt – einer davon heißt „Investiere in dich, bevor du in jemand anderen investierst“. Vielleicht sollte das möglichst viele beherzigen, die immer noch glauben, ihre Bank wird’s schon richten. Wie wäre es denn mal mit etwas Eigeninitiative in punkto Geldanlage?

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern




Wie Geldanlage wieder Spaß macht

Geld anlegen und Spaß – wie passt das zusammen? Nun, wenn am Ende eines Jahres mindestens der Inflationsausgleich dabei herausspringt – und vielleicht noch etwas mehr. Viele haben sich daran versucht, mit Christian Thiel auch ein Single- und Paarberater. Seine Erkenntnisse hat er in dem Buch „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ zusammengefasst.

Index schlagen oder geschlagen werden?

Dumm nur, dass ihm das nur einmal gelungen ist, denn im vergangenen Jahr musste er einräumen, dass ihn der Index geschlagen hat. Also ganz so einfach scheint es wohl doch nicht zu sein mit dem Geldanlegen. Dumm auch, dass sich beim Geldanlegen alles gleich nachvollziehen lässt, anders als bei der Paartherapie. Thiel hat sich ein Depot zusammen gestellt und als Wikifolio auf seinen Blog „grossmutters-sparstrumpf“ veröffentlicht, so dass jeder Thiels Depot mit einem Index wie den Dax oder MDax vergleichen kann.

Nicht alle Eier in einen Korb

Im vergangenen Jahr hat der Dax rund elf Prozent zugelegt – das ist nicht schlecht und besser als Thiels Depot. Thiels „Global Champions“ ist zu US-lastig, das heißt, er hat zu viele amerikanische Aktien in seinem Depot – und dazu noch den dänischen Wert Novo-Nordisk. Dumm nur, dass auch der Marktführer im Bereich Diabetes weitgehend vom amerikanischen Markt abhängig ist.

Thiel verweist zwar mehrmals in seinem Buch auf die Börsenweisheit „Don’t lay all your eggs in one basket“, aber genau das hat er mit seiner Aktienauswahl getan. 13 von 15 Werten tragen „stars and stripes“. Mit Diversifikation hat das nicht mehr allzu viel zu tun. Damit ist er ein Klumpenrisiko eingegangen, was ihm vermutlich selbst nicht bewusst ist.

Aktien sind alternativlos

Eigentlich wollte ich die Rezension des Buchs schon früher schreiben, bin wegen meiner Tour de France jedoch nicht dazu gekommen, sondern erst jetzt. Mit etwas Abstand erscheint natürlich der Inhalt von Thiels Buch heute in einem anderen Licht.

Der Single- und Paarberater hat klar erkannt, dass mit Anleihen, Banksparplänen und Versicherungen sowie Gold kein Blumentopf zu gewinnen ist. Mit etwas Glück gelingt es Anlegern, das Vermögen nach Abzug der Inflation real zu erhalten. Nur Aktien schaffen real langfristig eine Rendite von sechs und mehr Prozent.

Lieber Fonds kaufen?

Einzelaktien oder Fonds? Christian Thiel glaubt, den Index mit einem eigenen Depot bestehend aus Einzelaktien schlagen zu können, auch wenn er in seinem Buch schreibt, dass „die Mehrheit der privaten wie institutionellen Anleger daran scheitert, den Index dauerhaft und langfristig zu schlagen“.

Thiel zog also aus, „die besten Aktien der Welt zu kaufen“, so auch der Untertitel seines Buchs. Das hat im ersten Jahr wohl ganz gut funktioniert, aber nicht mehr im zweiten. Gerade Novo-Nordisk, der Weltmarktführer für Insulinprodukte, neben Apple, Amazon, Facebook und Mastercard einer seiner Favoriten, schwächelte 2016 und verlor 40 Prozent an Wert. Offensichtlich ist auch ein Weltmarktführer angreifbar – andere Insulin-Hersteller liefern das Proteohormon günstiger als die Dänen.

Zufall oder Können?

Vielleicht war es also reiner Zufall, dass Thiel im ersten Jahr den Index geschlagen hat. Im Moment sieht es nicht danach aus, dass ihm das wieder gelingt.

Fairerweise muss ich erwähnen, dass er Anlegern rät, auf einen Index zu setzen, was „auf Dauer möglicherweise mehr bringt“. Und wenn „dein aktiv geführtes Depot drei Jahre in Folge hinter dem Index oder hinter einer simplen ETF-Anlage liegt, dann überdenke bitte deine Strategie“. Ist sei keine Schande, aus der Tatsache, dass die Benchmark (der Index oder eine simple Indexfonds-Kombination) den Anleger schlage, den Schluss zu ziehen, „dass eine andere Anlagestrategie dir mehr einbringt“. Deswegen: „If you can’t beat ‘em, join ‘em“, sprich, wenn du den Index nicht schlagen kannst, setzt auf ihn. Wer sich an Megatrends orientiert, findet dazu auf meinem Blog eine kleine Auswahl.

Passives Anlegen ist langweilig

Thiel weiß natürlich, dass vielen Anleger ihr eigenes Ego im Wege steht. „Passive Anlage ist so langweilig, wie der Farbe beim Trocknen zuzusehen“, zitiert er Gerd Kommer, den Autor des Buchs „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“. Wer aber sein Ego hintanstellen kann, für den hat Thiel den Tipp, es mit einer einfachen ETF-Strategie – ETF steht für Exchange-traded fund oder börsengehandelter Fonds auf einen Index – zu probieren. „Kaufe, wenn du Geld hast, abwechselnd ETFs auf den S&P 500 und auf den MDax. Der S&P 500 ist ein amerikanischer Index mit Aktien der 500 größten US-Konzerne. „Mit dieser ETF-Strategie schlägst du ohne Probleme beinahe alle Freunde und Bekannten, die in Einzelaktien anlegen“, so sein Credo.

Selbst ist der Mann – oder die Frau

Thiels Buch ist ein Plädoyer für die Eigenverantwortung in Geldfragen. „Wir sollten selbst die Verantwortung übernehmen“, fordert er. „Lerne, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, erinnert er an die Maxime der Aufklärung. Recht hat er – und das kann gar nicht oft genug gesagt werden.

Vielleicht wäre weniger Text und mehr Charts hilfreich gewesen. Seine Checklisten sind manchmal ausufernd – in der Kürze aber liegt die Würze. So ab und an mal ein Bild – von der Börse oder das Logo der vorgestellten Aktien hätte das Buch sicher aufgelockert. Insgesamt liest es sich unterhaltsam – und animiert zum Umdenken in Sachen Geldanlage.




Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


Ironblogger München Logo

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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‚“Spiegel“ hat mit „Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?“. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind“.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen („Mein erster Schwarm“) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für „Erfahrung und Entdeckergeist“ herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll „Classic“ heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach „Spiegel Classic“ fragen. „Was soll das sein?“. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. „Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit“, wirft das Medienmagazin „Meedia“ ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter „Victoria“ und „meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit „Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch „Brigitte Wir“ hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, „Viva“ ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.

 




Deutsche halten trotz Real-Verlust am Sparbuch fest

Es ist nur schwer zu verstehen, aber die Deutschen halten trotz Fast-Null-Zinsen am Sparbuch fest und trotz Real-Verlust. Das Sparbuch ist immer noch die beliebteste Anlage der Deutschen. Im vergangenen Jahr hatten immerhin noch 40 Prozent der Deutschen ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt. Das Erstaunliche dabei, sie wissen sehr wohl, dass sie damit real Vermögen verlieren, denn die Inflation kletterte im Januar auf 1,9 Prozent, während die Zinsen nur hauchdünn über der Nullmarke liegen. Wer so handelt, vernichtet auf Dauer sein reales Vermögen.

Glaube ans Sparbuch hält sich hartnäckig

Die GfK in Nürnberg hat jüngst die Diskrepanz zwischen „zwischen Meinung und Wirklichkeit“ anhand einer Umfrage aufgedeckt. Was erschreckt, selbst heute noch halten zwölf Prozent der Verbraucher das klassische Sparbuch für „attraktiv“.

Der Realzins ist längst schon negativ - schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Der Realzins ist längst schon negativ – schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Ähnlich groß ist die Diskrepanz bei Gold und der betrieblichen Altersversorgung. Sie meinen zwar, dass Gold durchaus Renditechancen habe, nur sechs Prozent der von GfK Befragten habe aber Gold im Tresor oder Depot. Xetra-Gold, sprich, das in Euro bewertete Gold, ist von Anfang 2008 bis heute um mehr als hundert Prozent gestiegen, anders ausgedrückt, es hat sich im Wert verdoppelt. In Dollar bewertet, war das Plus nicht ganz so groß: Anfang 2008 kostete eine Feinunze 860 Dollar, heute notiert Gold bei 1220 Dollar – immer noch ein Plus von mehr als 40 Prozent. Da kann kein Sparbuch mithalten. Was die betriebliche Altersversorgung betrifft, so halten 42 Prozent für attraktiv, nur 18 Prozent nutzen sie.

Immobilie weit oben auf der Beliebtheitsskala

Beliebt bei den Deutschen ist auch Immobilie (46 Prozent), der Bausparvertrag (29 Prozent), die private Rentenversicherung und die private Kapitallebensversicherung (jeweils 21 Prozent) sowie das Tagesgeldkonto (18 Prozent). Tja, und einige machen gar nichts mit ihrem Geld, sondern bunkern es unter der Matratze – der GfK zufolge sind es ganze 23 Prozent.

Aktien kommen nur langsam

Auch wenn die Deutschen ihr Geld mehrheitlich lieber sicher anlegen, gewönnen Aktien und Investmentfonds langsam an Attraktivität. 2016 landen sie laut GfK mit jeweils 20 Prozent auf den Plätzen sieben und acht des Attraktivitätsrankings, während zwölf Prozent (Aktien) und 15 Prozent (Investmentfonds) der Befragten bereits wirklich in diese Anlageformen investieren. Erstaunlich, die Deutschen werden Aktien gegenüber langsam etwas aufgeschlossener – im Gegensatz zu Franzosen, Italienern und Briten. „Nur sieben Prozent der Italiener, 13 Prozent der Franzosen und 19 Prozent der Briten halten Aktien für attraktiv“, so die GfK.




Viele Junge juckt Altersvorsorge herzlich wenig

„Altersvorsorge? Juckt mich nicht!“ So denken annähernd zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen. Sie vernachlässigen es, fürs Alter privat vorzusorgen, ja viele junge Deutsche haben über private Altersvorsorge noch überhaupt nicht nachgedacht. Das ergab eine Studie von Emnid im Auftrag der Postbank. Das Paradoxe daran, ein Fünftel der jungen Bundesbürger sind davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente für ihren Ruhestand ausreichen wird.

Es wird für die Rente schon reichen

Es erstaunt, wie gelassen viele sind mit Blick aufs Alter. Immerhin jeder dritte Deutsche glaubt, dass es schon reichen werde im Ruhestand und die gesetzliche Rente genüge. Annähernd 92 Prozent dieser Optimisten meinen Emnid zufolge sogar, dass sie im Alter keine Einbußen bei ihrem Lebensstandard hinnehmen müssen. Was für eine irrige Annahme. Aktuell deckt die gesetzliche Standardrente netto etwa 48 Prozent des Durchschnittseinkommens ab – Tendenz fallend, so Karsten Rusch von der Postbank. Bundessozialministerin Andrea Nahles denkt zwar laut darüber nach, eine „Haltelinie“ einzuziehen, es ist indes fraglich, ob ihr das gelingt und ob das finanzierbar ist.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht, was höhere Renten für die Beiträge bedeuten

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„Je weiter das Renteneintrittsalter in der Zukunft liegt, desto größer die zu erwartende Rentenlücke, das heißt die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der gesetzlichen Rente“, mahnt Rusch. Umgekehrt können die heute 60-Jährigen noch vergleichsweise entspannt auf den Ruhestand blicken. Annähernd 60 Prozent der über 60-Jährigen seien zuversichtlich, dass sie mit der gesetzlichen Rente auskommen werden, von den 50- bis 59-Jährigen seien es immerhin knapp 25 Prozent. In der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre hingegen vertraue nur noch eine Minderheit von annähernd 17 Prozent auf das staatliche Rentensystem; in der Gruppe 30 bis 39 Jahre seien es dagegen nur etwa sieben Prozent.

Null-Ahnung und keinen Bock

Und jetzt kommt’s – annähernd ein Viertel, genauer gesagt 23 Prozent der 16- bis 29-Jährigen meinen, die gesetzliche Rente reiche für ihren Ruhestand. Ist das Null-Ahnung, keinen Peil, keinen Bock oder kein Geld? Mangelndes Interesse spielt sicher eine Rolle. Deswegen sorgen auch knapp zwei Drittel oder 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen auch nicht privat nicht vor, so die Postbank Umfrage. Sie haben sich schlicht bislang noch keine Gedanken gemacht und chatten, bloggen, instagrammen lieber über Mode, Reisen und Beauty.

Aktien als Alternative

Doch, wer spät anfängt, fürs Alter vorzusorgen, wird das Ziel, im Alter auskömmlich leben zu können, wohl kaum erreichen. „Gerade junge Menschen sollten möglichst früh mit der privaten Vorsorge beginnen“, empfiehlt Rusch. „Auch wenn die Vergütung in der Ausbildung oder zum Berufsstart noch gering ist, lohnt es sich, monatlich kleine Beträge anzulegen.“ Der Renteneintritt liegt ja noch in weiter Ferne, da verspricht gerade ein Aktien-Investment eine entsprechende Rendite, mit der sich die Versorgungslücke ausgleichen lässt.

Pflicht zur Altersvorsorge – Junge trauen sich anscheinend selbst nicht über den Weg

Übrigens, selbst die IG Metall, sprich die Gewerkschaft, wirbt bei den Jungen für die Altersvorsorge. Allerdings schwebt den Gewerkschaftern mit der „Metallrente“ eher eine obligatorische Zweit-Renten-Versicherung vor.

Einer der ganz wenigen Jungen, die über Altersvorsorge nachdenken, ist wohl der heute 19-jährige Soticek Noah Juraj. Er hat den Blog time-to-invest.at und hat den Traum der finanziellen Freiheit. Er hat erkannt, dass sein „Geld stetig weniger“ und das vielen „überhaupt nicht bewusst“ ist. „Du überlässt dein Geld der Bank ohne zu wissen was die damit eigentlich machen, du vertraust fremden Menschen blind dein Geld an! Und wieso? Weil das alle so machen.“ Er fordert deswegen: „Du musst anfangen dich finanziell weiter zu bilden“. Ein Beispiel, dass sich die Jungen zu Herzen nehmen sollten.

 

 

Quelle: Postbank © stockasso