Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


Ironblogger München Logo

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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‚“Spiegel“ hat mit „Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?“. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind“.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen („Mein erster Schwarm“) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für „Erfahrung und Entdeckergeist“ herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll „Classic“ heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach „Spiegel Classic“ fragen. „Was soll das sein?“. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. „Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit“, wirft das Medienmagazin „Meedia“ ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter „Victoria“ und „meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit „Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch „Brigitte Wir“ hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, „Viva“ ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.

 




Deutsche halten trotz Real-Verlust am Sparbuch fest

Es ist nur schwer zu verstehen, aber die Deutschen halten trotz Fast-Null-Zinsen am Sparbuch fest und trotz Real-Verlust. Das Sparbuch ist immer noch die beliebteste Anlage der Deutschen. Im vergangenen Jahr hatten immerhin noch 40 Prozent der Deutschen ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt. Das Erstaunliche dabei, sie wissen sehr wohl, dass sie damit real Vermögen verlieren, denn die Inflation kletterte im Januar auf 1,9 Prozent, während die Zinsen nur hauchdünn über der Nullmarke liegen. Wer so handelt, vernichtet auf Dauer sein reales Vermögen.

Glaube ans Sparbuch hält sich hartnäckig

Die GfK in Nürnberg hat jüngst die Diskrepanz zwischen „zwischen Meinung und Wirklichkeit“ anhand einer Umfrage aufgedeckt. Was erschreckt, selbst heute noch halten zwölf Prozent der Verbraucher das klassische Sparbuch für „attraktiv“.

Der Realzins ist längst schon negativ - schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Der Realzins ist längst schon negativ – schlecht für Geldvermögen Bild: ypos-fp

Ähnlich groß ist die Diskrepanz bei Gold und der betrieblichen Altersversorgung. Sie meinen zwar, dass Gold durchaus Renditechancen habe, nur sechs Prozent der von GfK Befragten habe aber Gold im Tresor oder Depot. Xetra-Gold, sprich, das in Euro bewertete Gold, ist von Anfang 2008 bis heute um mehr als hundert Prozent gestiegen, anders ausgedrückt, es hat sich im Wert verdoppelt. In Dollar bewertet, war das Plus nicht ganz so groß: Anfang 2008 kostete eine Feinunze 860 Dollar, heute notiert Gold bei 1220 Dollar – immer noch ein Plus von mehr als 40 Prozent. Da kann kein Sparbuch mithalten. Was die betriebliche Altersversorgung betrifft, so halten 42 Prozent für attraktiv, nur 18 Prozent nutzen sie.

Immobilie weit oben auf der Beliebtheitsskala

Beliebt bei den Deutschen ist auch Immobilie (46 Prozent), der Bausparvertrag (29 Prozent), die private Rentenversicherung und die private Kapitallebensversicherung (jeweils 21 Prozent) sowie das Tagesgeldkonto (18 Prozent). Tja, und einige machen gar nichts mit ihrem Geld, sondern bunkern es unter der Matratze – der GfK zufolge sind es ganze 23 Prozent.

Aktien kommen nur langsam

Auch wenn die Deutschen ihr Geld mehrheitlich lieber sicher anlegen, gewönnen Aktien und Investmentfonds langsam an Attraktivität. 2016 landen sie laut GfK mit jeweils 20 Prozent auf den Plätzen sieben und acht des Attraktivitätsrankings, während zwölf Prozent (Aktien) und 15 Prozent (Investmentfonds) der Befragten bereits wirklich in diese Anlageformen investieren. Erstaunlich, die Deutschen werden Aktien gegenüber langsam etwas aufgeschlossener – im Gegensatz zu Franzosen, Italienern und Briten. „Nur sieben Prozent der Italiener, 13 Prozent der Franzosen und 19 Prozent der Briten halten Aktien für attraktiv“, so die GfK.




Hat der Weltspartag ausgedient? Geldanlegen im Zinstief

Sparen bei 0 Zins – lohnt sich das noch? Wie an jedem letzten Werktag im Oktober – seit 1924 übrigens – feiern auch dieses Jahr wieder die Sparkassen den „Weltspartag“, obwohl es eigentlich nichts zu feiern gibt.

Der Slogan „dein Sparschwein – ein wertvoller Schatz. Mach mehr daraus“, klingt wie Hohn. Für Guthaben auf dem Sparbuch zahlt die Stadtsparkasse München beispielsweise 0,01 Prozent Zinsen pro Jahr – immerhin nicht „0“, das traut sie sich nicht, noch nicht. Damit lässt sich nicht „mehr aus seinem Geld machen“, wie die Sparkassen propagieren.

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Eigentlich sollten die Sparkassen und Volksbanken – auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt’s meist nur 0,01 Prozent – diesen Tag still und heimlich begraben. Denn seinen Zweck, Kinder fürs Sparen zu begeistern, erfüllt er angesichts dieser Zinssätze sicher nicht.

Früher gab’s höhere Zinsen

Das war schon mal anders, wie wir Alten uns sicher erinnern können. Da war das Spar-Büchse-Leere ein freudiges Ritual. Wer kann sich noch an die alten Sparbüchsen erinnern? Da kam der Mann von der Sparkasse mit seinem Schlüssel, leerte die Büchse, zählte das Geld und trug die Zahl ins Sparbuch ein. Lang ist’s her.

Dank Gespartem plus Zins konnten sich die Kinder dann ein Rad leisten oder etwas Anderes. Finanzprofi Robert Halver sagte vor einiger Zeit, der

„Weltspartag ist kein Freudentag mehr, er ist ein Volkstrauertag“.

Schuld daran ist die Europäische Zentralbank (EZB). Ihr Chef Mario Draghi hat die Zinsen auf 0 gedrückt – und verlangt von Banken und Sparkassen Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Das heißt, die Finanzinstitute wollen gar kein Geld mehr, weil sie für Überschüssiges ja Strafgebühren zahlen müssen.

Sparen ist kontraproduktiv

Sparen ist sogar kontraproduktiv bei einem Zins von 0,01 Prozent, denn gleichzeitig verliert das Geld an Wert wegen der Inflation, die mittlerweile wieder bei 0,7 Prozent liegt. Das heißt, wer sein Geld zur Sparkasse bringt, verliert pro Jahr 0,69 (0,7 minus 0,01) Prozent. Der Inflationscheck von Ypos veranschaulicht das sehr bildlich.

Wer wirklich noch Zinsen für sein Geld bekommen will, muss schon anderswo suchen – beispielsweise bei Zinsplattformen wie Zinspilot, Weltsparen und Savedo, die Einlagen bei Banken im europäischen Ausland ermöglichen und mittlerweile Milliarden eingesammelt haben.

Draghi zwingt Anleger zu mehr Risiko

Oder er muss etwas mehr Risiko eingehen und beispielsweise auf Indexfonds (ETF) setzen. Das Frankfurter Fintech-Unternehmen Ginmon hat dafür einen interessanten Ansatz gewählt – mit digital verwalteten ETFs. Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon erinnert sich zwar noch gern daran, wie er mit seinem Großvater vor 20 Jahren am Weltspartag die Sparkasse besucht hat:

„Feierlich wurden 100 Mark auf mein Konto eingezahlt; die Verzinsung betrug zwei Prozent“. Sein Opa habe sich sogar noch an Zeiten von deutlich über vier Prozent erinnern können. Am 91. Weltspartag stelle sich Reiner sich mittlerweile die Sinnfrage, ob sich der Weltspartag durch die niedrigen Zinsen nicht selbst abgeschafft hat. „Dass die Geldinstitute am Weltspartag auch heute noch gut besucht sind, liegt an den Werbegeschenken“, vermutet Reiner.




Die Alten hauen das Geld auf den Kopf

Ja, die Alten hauen das Geld auf den Kopf, das heißt, sie konsumieren. Denn, der Nullzins animiert nicht zum Sparen, deswegen hauen die Leute das Geld lieber auf den Kopf – vor allem die Alten. Jeder Dritte von den über 60-Jährigen spart nicht länger. Wozu auch, es gibt ja keine Zinsen mehr. Die Stadtsparkasse verlangt künftig sogar Strafgebühren für schlechter Verdienende, die noch immer auf Papierauszüge bestehen. Das sind die Folgen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Keine Lust aufs Sparen

Aber der Reihe nach: Die Comdirect veröffentlicht regelmäßig ihren Spar- und Anlageindex. Das Ergebnis ist dieses Mal überaus interessant: Die Deutschen haben keine Lust mehr auf Sparen: „26 Prozent der Bundesbürger geben an, im vergangenen Monat gar nichts oder weniger als 50 Euro auf die hohe Kante gelegt zu haben“, so das Ergebnis der Comdirect-Untersuchung. Erstaunlich dabei, vor allem die ältere Generation zähle momentan eher den Sparmuffeln. So hat „bei den über 60-Jährigen jeder Dritte (35 Prozent) fast nichts gespart“. Die Jüngeren sind offensichtlich mittlerweile etwas anders gestrickt, denn von den 18- bis 29-Jährigen gaben nur 17 Prozent an, nichts zu sparen.

Konsum der Deutschen

Konsum sei den Deutschen derzeit wichtiger, als zu sparen. Und wie viel legen die Deutschen im Schnitt so zur Seite? Der Umfrage zufolge sind es 109 Euro. Bei dieser Betrachtung darf allerdings nicht vergessen werden, dass viele auch nichts zurückliegen können, weil sie mit ihrem Gehalt oder der Rente so gerade über die Runden kommen – und am Monatsende nichts übrig bleibt.

Es ist zum Haare ausraufen, trotz Nullzins lassen die meisten ihr Geld noch immer auf dem Girokonto liegen oder zahlen ihres Euros aufs Sparbuch ein. Die beliebtesten Anlageformen sind – die Top Ten Geldanlage.

Die Top-Ten-Geldanlagen

So legten die Deutschen im März ihre Ersparnisse an:

  1. Girokonto (56%)
  2. Sparbuch (52%)
  3. Tagesgeld (37%)
  4. Bausparvertrag (32%)
  5. Lebensversicherung (31%)
  6. Altersvorsorge (30%)
  7. Bargeld (30%)
  8. Fonds (19%)
  9. Festgeld (19%)
  10. Aktien (15%)

Der comdirect Spar- und Anlageindex erscheint monatlich und gibt Aufschluss darüber, ob Privatpersonen in Deutschland tendenziell eher sparen oder konsumieren. Der Index basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.600 Bundesbürgern, die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt wird. Er spiegelt das Verhalten der Privatpersonen mit Blick auf ihre Anlagen und Ausgaben wider – und damit ihre Sparneigung.

Sparindex der Comdirect

Sparindex der Comdirect

Tipps zur Geldanlage von Mr. Dax, Dirk Müller

https://www.youtube.com/watch?v=nam9T_8jdN8

Weiterführende Links:




Wie lässt sich die Versorgungslücke schließen?

Wie lässt sich die Versorgungslücke schließen, die sich bei den meisten Rentnern auftut? Ja, Versorgungslücke! Das ist der Unterschied zwischen dem letzten Gehalt und den Bezügen in der Rente. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen oder diesen Umstand einfach ausblenden – gesetzlich Rentenversicherte merken im Alter, dass auf ihrem Konto am Monatsende deutlich weniger eingeht. Das Erschreckende an der Versorgungslücke ist, dass viele Deutsche gar nicht wissen, was sie im Alter an Geld erwarten dürfen. Sie verlassen sich immer noch weitgehend auf die gesetzliche Rente. Der CDU-Sozialexperte Karl Schiewerling (CDU) fordert deswegen einen Altersvorsorge-Pass, der ausweist, wie viel jeder Einzelnen an privater und betrieblicher sowie gesetzlicher Rente zu erwarten hat und was ihm nach Abzug von Sozialversicherung und Steuern netto noch übrig bleibt. Den Altersvorsorge-Pass wird es allerdings so schnell nicht geben. Viele sind da ziemlich ahnungslos. 

Höhere Rentenbeiträge für höheres Rentenniveau
Sinkendes Rentenniveau führt zur Altersarmut
Viele Junge juckt Altersvorsorge herzlich wenig
Wehe, wenn die heile Rentenwelt zerbricht
Heute Niedriglohn – morgen arm im Alter
Rente – was unterm Strich übrigbleibt

Dass wir gesetzlich Rentenversicherten eine Versorgungslücke haben, ist ohne Zweifel. Wie die Versorgungslücke schließen? Bestimmt nicht mit Tages- und Festgeld, mit den Zinsen aufs Sparbuch schon gleich gar nicht. Bundesanleihen sind ebenfalls kein probates Mittel, um die Versorgungslücke zu schließen. Als einzig rationale Alternative bleibt nur die Aktie – oder besser gesagt: die Aktien.

Wie die Versorgungslücke schließen?

Dass ein Anleger sein Vermögen nicht nur auf eine Aktie setzen sollte, versteht sich von selbst. Nicht von ungefähr stammt die alte Börsianerweisheit „Nie alle Eier in einen Korb“. Um es noch mal klipp und klar zu sagen: Wer in Aktien investiert, muss diversifizieren, sprich, sein Vermögen verteilen. Aber damit hat er gute Chancen, die Versorgungslücke zu schließen.

Diversifizieren, aber richtig

Klingt leichter gesagt als getan. Wie diversifizieren? In deutsche Aktien, in europäische Aktien oder Dividendenpapiere aus den Schwellenländern? Jein. Angesichts der jüngsten Turbulenzen an der Börse dürfte es wohl jedem klar sein, wie risikoreich Einzelinvestments sind. Manche Werte verlieren an nur einem Tag gleich zehn, zwölf und mehr Prozent. Kann ja sein, dass sie den Verlust schon bald wieder aufholen, diese Schwankungen stressen allerdings und halten viele davon ab, in Dividendenpapiere zu investieren.

Entgegen der landläufigen Meinung gilt die Losung „no risk, no fun“ bei der Vermögensanlage eben nicht. Es muss besser „less risk, more fun“ heißen. Wie verschiedene Studien belegen, werfen weniger riskante Investment meist mehr Rendite ab.

Indexfonds als Lösung

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die Lösung heißt: Fonds – und Fonds sind ja auch nichts anderes als Aktienkörbe. Wobei wieder zu unterscheiden ist zwischen aktiv gemanagten Fonds und Indexfonds. Bei der ersten Kategorie kümmert sich ein Fondsmanager über die Anlage in Aktien. Er kauft und verkauft mit dem Geld der Anleger Aktien und versucht, möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Dumm nur, dass er dafür eine Gebühr verlangt, die natürlich Performance kostet, sprich an der Rendite nagt. Mega-dumm, dass die überwiegende Mehrzahl der Fondsmanager es nicht schafft, besser zu sein als der Markt, sprich besser als ein Index wie der Dax oder der S&P 500.

Also doch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber wie gesagt, mit den aktiv gemanagten Fonds konkurrieren Indexfonds. Das sind Fonds, die einen Index wie den Dax 1:1 nachbilden – und deswegen auch weniger Kosten in Form von Gebühren.

Mega-Trends und der richtige Mix

Mittlerweile bietet die Fondsbranche auf fast jeden Index einen entsprechenden Fonds an, auch ETF genannt: Exchange Traded Fund, ein Fonds, der problemlos an der Börse ge- und verkauft werden kann, wie eine Aktie.

Also, alles ganz easy? Jein, immer noch nicht. Es kommt auf den Index an. Der Dax beispielsweise ist wie der Name schon vermuten lässt, ein ziemlich übermütiger Heißsporn, der auch schon mal 40 Prozent fällt und steigt. Nichts für schwache Gemüter. Außerdem stellt der Dax ein Klumpenrisiko dar – alles deutsche Aktien, alle von Großkonzernen, dazu noch bank-, auto- und chemie-lastig. Erst jetzt kam mit Vonovia ein Immobilienkonzern dazu. Ach ja, die Versorger E.on und RWE sind dazu noch ziemlich von staatlichen Stellen abhängig. Weiterer Nachteil: Zwei Drittel der Dax-Aktien gehören Ausländern, vor allem aus dem Dollar-Raum. Der Dax ist somit auch von Währungsschwankungen betroffen.

Der amerikanische Aktienindex S&P 500 ist da schon eine bessere Wahl, denn der Index ist viiiel breiter aufgestellt, wie schon der Name sagt. Allerdings gehen deutsche Anleger da auch ein Währungsrisiko ein.

Indexfonds als Anlage-Alternative

So, Schluss mit der Miesmacherei – die Lösung heißt Branchen-Index-Fonds. Klingt sperrig, ist es aber nicht. Die Idee dahinter: Anleger sollten auf die wirklichen Mega-Trends dieses Jahrtausends setzen – und die Mega-Trends sind nicht Elektro-Autos oder 3-D-Druck. Wir werden immer mehr, wir werden immer älter, wir werden immer reicher und wir werden immer städtischer – das sind die wahren Mega-Trends.

Bevölkerungswachstum als Chance

Die Weltbevölkerungsuhr steht auf 7,3 Milliarden. Jedes Jahr kommen 22 bis 25 Millionen dazu, sodass 2020 schätzungsweise 7,5 Milliarden den Globus bevölkern. Mehr Menschen bedeutet: mehr Essen, mehr Autos, mehr Straßen, mehr Wohnungen. Parallel zum „Mehr“ vollzieht sich auch ein gesellschaftlicher Wandel, denn wir werden nicht nur mehr, sondern global gesehen auch immer älter, immer reicher und immer städtischer. Die Landflucht anhält. Mittlerweile leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Vor zehn Jahren war das umgekehrt. Der Trend geht dabei zu Mega-Citys: Zählten 1975 weltweit erst drei Städte mehr als zehn Millionen Einwohner, so sind es mittlerweile bereits zwei Dutzend.

Reicher deswegen, weil trotz sozialer Ungleichgewichte die Wirtschaftsleistung pro Kopf stetig steigt – von 2004 bis 2012 ist das Bruttoinlandsprodukt der USA von 41 928 auf 51 748 Dollar gestiegen, das Chinas von 1490 auf 6091 Dollar.

Wir werden mehr, älter, reicher und städtischer

Wer profitiert von dieser Entwicklung? Vom „Mehr“ auf alle Fälle Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé, Danone, Unilever und Diageo. Die Nutznießer des “Älter“ sind Pharma- und Gesundheitskonzerne wie Novartis, Pfizer, Novo Nordisk, Johnson & Johnson, Coloplast, Roche, Merck, Sanofi und Fresenius. Wer vom „Städtischer“ profitiert? Die Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Das sind Konzerne, die Infrastruktur und Wohnungen bauen, aber auch Hersteller von langlebigen Gebrauchsgütern. Was das „Reicher“ betrifft, so gehören dazu vor allem Luxuskonzerne wie LVMH, Richemont, aber auch Reiseanbieter und die angeschlossene Hotellerie.

Vier Indexfonds für vier Mega-Trends

Anleger, die davon profitieren wollen, setzen auf die Mega-Trends – und investieren in Branchen-Index-Fonds, diese Trends abbilden.

  • Wir werden immer mehr – essen und trinken entsprechend mehr: Beim Thema Essen und Trinken ist das vergleichsweise einfach: Anleger, die auf diesen Megatrend setzen wollen, greifen am besten zu einem Indexfonds, der den Stoxx-600-Food & Beverage abbildet. Er enthält alle Größen der Branchen, neben Nestlé auch Danone und Unilever (WKN/ISIN: ETF067/LU0378435803), laufende Kosten 0,25 Prozent. Darin enthalten sind 30 Einzelaktien dieser Branchen, angefangen von Anheuser-Busch bis Viscofan. Leider gibt es keinen weltweit ausgerichteten Index-Fonds, aber der europa-fokussierte enthält weltweit agierende Großkonzerne – und ist somit global zu nennen.
  • Wir werden immer älter – und kränker: Das Thema Gesundheit lässt sich gut mit dem MSCI-World-Health-Care-Index nachbilden, der die Indexfondsbranche zu Produkten wie den db x-trackers MSCI World Health inspirierte (WKN/ISIN: DBX0G8/LU0540980223).
  • Wir werden immer städtischer: Schwieriger wird es beim Thema „städtischer“. Was ist schon „städtischer“? Ist das Infrastruktur oder sind das Immobilien? Es gibt zwar Infrastruktur-Fonds, die sind aber ziemlich unausgewogen und enthalten auch andere Aktien, die mit Infrastruktur wenig zu tun haben. Besser ist es, auf langlebige Gebrauchsgüter zu setzen, und da bietet sich ein Indexfonds wie der Lyxor-ETF MSCI World Consumer Discretionary an. Der MSCIWorldConsumer-Discretionary-Index bildet die Ansprüche der Menschen weitgehend ab, die wegen des besseren Lebens in die Stadt ziehen. Der Aktienkorb enthält Werte wie Toyota, Home Depot und Comcast sowie Time Warner. Mit 57 Prozent sind die USA übergewichtet, Japans Anteil liegt nur bei 14 Prozent, Deutschlands bei sieben Prozent. Trotz dieses Missverhältnisses hat der Index den globalen Aktienmarkt gerade in den vergangenen drei Jahren deutlich abgehängt. Lyxor bietet einen entsprechenden Fonds an. WKN/ISIN: LYX0GH/LU0533032008, laufende Kosten 0,4 Prozent.
  • Wir werden immer reicher? Wirklich? Ja! Die Völkerwanderung in Syrien, im Irak und in Teilen Afrikas darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Mittelschicht in Asien beispielsweise wächst. Wer mehr verdient, gönnt sich schon mal etwas Besonderes. Bei den Deutschen gehört mindestens ein längerer Urlaub im Jahr zur Selbstverständlichkeit. Das gilt übrigens auch für andere Industrieländer. Nicht von ungefähr boomt die Reisebranche. Davon profitieren Airlines wie Lufthansa, Hotelketten wie Accor und Kreuzfahrtgesellschaften wie Carnival. Diese Namen finden sich auch auf der Komponentenliste des Stoxx-600-Leisure & Travel wieder, den der Indexfonds von Comstage nachbildet. Britische Aktien sind mit 60 Prozent im Index vertreten, andere europäische Werte mit 40 Prozent. Der Indexfonds kommt seit 2009 auf eine jährliche Rendite von 20 Prozent. WKN/ISIN: ETF078/LU0378437254, laufende Kosten 0,25 Prozent. Als Alternative dazu bietet sich der S&P-Global-Luxury-ETF (WKN/ISIN: A0REJ4/FR0010688226), dessen Kurshistorie freilich etwas kurz ist. Das heißt, der Fonds muss sich erst noch beweisen.

Wer auf Mega-Trends setzte, hat im Schnitt besser als der Markt abgeschnitten, besser als der Dax allemal. Doch davon in der nächsten Folge der Serie Versorgungslücke schließen.

Weiterführende Links:

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern. 

Aktualisiert am 14. März 2017

https://twitter.com/sparda_muenchen/status/649889626786762752




Viele 50pluser sind Finanzanalphabeten

Viele der Generation der 50pluser sind Finanzanalphabeten. Dieses harte Urteil ergaben mehrere Studien – eine von der Direktanlagebank, eine von der TeamBank. An diesem Urteil dürfte einiges dran sein, wie sonst ist zu erklären, dass die Deutschen im Schnitt immer noch zig Milliarden auf niedrigstverzinsten Sparbüchern liegen haben. Mit ihre risikoaversen Verhalten und ihrer Angst vor Aktien verlieren sie im Schnitt 2000 Euro pro Jahr, das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnet.

Angst um die Altersvorsorge

Kein Wunder, dass sie Angst haben müssen um ihre Altersvorsorge. Die Generation 50+ zweifelt an der Absicherung des eigenen Lebensabends. Einer Umfrage der TeamBank zufolge, zu der Easycredit gehört, haben 23 Prozent derzeit kein gutes Gefühl bei der Altersvorsorge. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen klagen danach sogar 27 Prozent über Bauchschmerzen, wenn es um das Thema Absicherung im Alter geht. Das zeigt die Studie „Liquidität 50Plus“ von  Easycredit. Die Stichprobe ist mit tausend Befragten allerdings vergleichsweise klein, lässt aber doch Rückschlüsse auf das Verhalten der gesamten Altersgruppe (50 bis 79 Jahren) schließen, die 29,2 Millionen Deutsche umfasst.

Weitsicht zahlt sich aus

„Die Prognosen zur Entwicklung der gesetzlichen Renten zeigen immer deutlicher, dass die Deutschen ihre Liquidität langfristig planen sollten“, sagt Alexander Boldyreff, Vorstandsvorsitzender der TeamBank AG, die den easyCredit anbietet. „Neben einem weit reichendem Planungshorizont ist dafür insbesondere gutes Allgemeinwissen in Finanzfragen entscheidend, um den Ruhestand einigermaßen sorgenfrei zu genießen.“

Viele 50pluser sind Finanzanalphabeten

Annähernd ein Drittel dieser Kohorte kennt sich danach in Finanzdingen nicht gut aus – und ausgerechnet bei den 50- bis 59-Jährigen liegt der Wert besonders hoch. Doch vielen angehenden Rentnern fehle nicht nur das Wissen, sondern häufig auch die Übersicht. Bei einem beachtlichen Teil der Generation 50Plus seien beispielsweise die Finanzen gar nicht sauber geordnet: Fast ein Fünftel (18 Prozent) verliert zumindest gelegentlich den Überblick bei Rechnungen und Ausgaben. Das gilt speziell für die über 70-Jährigen. 45 Prozent der Personen zwischen 50 und 79 kennen zudem nur in etwa ihre monatlich verfügbare Summe. „Eine geordnete Einnahmen- und Ausgabenübersicht ist wichtig, um sich nicht aus Versehen zu verschulden“, sagt Finanzexperte Boldyreff.

Weiterführende Links:

https://twitter.com/maischberger/status/430832601889525761

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Lebenserwartung, HartzIV

Vorunruhestand-Reblog – Linktipps rund ums Thema Vorruhestand mit aktuellen Leseempfehlungen zu Lebenserwartung, HartzIV, Politik, Gesundheit. Verantwortlich für den Inhalt sind ausschließlich die verlinkten Seiten. Heute in den Linktipps – Lebenserwartung, Downsizing, Hartz IV, Renteninformation, Anlageverhalten, Altersvorsorge von Frauen

Lebenserwartung, Downsizing

Lebenserwartung ist weltweit um sechs Jahre gestiegen
(Spiegel.de, wbr)
„Die Menschen leben deutlich länger: Zwischen 1990 und 2013 ist die Lebenserwartung weltweit um 6,2 Jahre gestiegen. Zwischen einzelnen Ländern bestehen jedoch große Unterschiede.“

Downsizing for retirement – real stories 
(theguardian.com)
“Here, four retirees share their experience of downsizing – did it furnish them with the lifestyle they’d imagined and do they have any regrets?” Vier Beispiele von Rentnern, die ihre Ansprüche heruntergeschraubt haben, teilweise Häuser verkauft haben und in Wohnungen gezogen sind.

Hartz IV, Anlageverhalten

Deutsche Bank lässt zwei Billionen Euro schmelzen
(Die Welt, Karsten Seibel)
„Skurrile Werbeaktion: Die Deutsche Bank lässt Eis schmelzen, um zu zeigen, wie viel Geld die Deutschen bei Banken horten. Die sollen weniger sparen und mehr konsumieren – oder endlich Aktien kaufen.“

Die meisten Hartz-IV-Empfänger leben in Gera
(Die Welt)
„Halle/Erfurt (dpa/th) – In Gera leben landesweit die meisten Menschen von Hartz IV. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Halle am Mittwoch mitteilte, sind fast 17 Prozent der Bevölkerung unter 65 Jahren betroffen. Mit 14,8 Prozent weist das Altenburger Land den zweithöchsten Anteil auf. In Erfurt sind es 14 Prozent. Mit 5,4 Prozent hat der Kreis Hildburghausen die niedrigste Quote.“

Renteninformation, Vorsorge von Frauen

Renteninformation: Was verrät sie mir?
(Ergo, Amelie Merten)
„Wie die meisten Versicherten erhalte ich seit meinem 27. Lebensjahr meine persönliche Renteninformation von der Deutschen Rentenversicherung. Jedes Jahr bekomme ich aufs Neue Post – jedes Jahr hat sich die Höhe meiner gesetzlichen Altersbezüge geändert. Aber was bedeutet das alles eigentlich genau?“

Trotz höherem Risiko vernachlässigen Frauen die eigene Vorsorge
(versicherungs magazin, Margot Winker)
„Bei der Pflege tragen meistens Frauen die Hauptlast, geht es allerdings um die eigene Vorsorge, dann denken sie viel zu selten an sich. Dabei ist ihr Risiko, im Alter finanzielle Probleme zu bekommen, weitaus höher als bei Männern. 65 Prozent – so hoch war 2013 der Anteil der weiblichen Pflegebedürftigen in Deutschland nach Aussage des statistischen Bundesamtes. „Die höhere Lebenserwartung und Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie müssen bei der finanziellen Vorsorge von Frauen berücksichtigt werden. Denn diese Kriterien erhöhen die Gefahr in Altersarmut abzurutschen im Vergleich zu Männern “, sagt Margit Winkler, Expertin vom Institut Generationen-Beratung IGB. Sie liefert Tipps, die Frauen bei der optimalen Altersvorsorge unterstützen sollen.“




Rentnerschwemme und Altersarmut

Rentnerschwemme und Altersarmut – wie passt das zusammen? Das ist kein Problem von morgen, sondern bereits von heute. Morgen, sprich in einigen Jahren wird das Problem allerdings eher noch drängender, denn die Netto-Rente schrumpft eher noch. Wer sagt, dass sind Einzelschicksale verkennt die Lage. Es genügt, aufmerksam durch die Straßen einer Großstadt zu gehen und alte Menschen zu beobachten, die ihre geringe Rente durch Pfandraising, sprich Flaschensammeln aufbessern – nicht weil es ihnen so viel Spaß macht, sondern weil sie müssen. Insofern dürfte spätestens jetzt klar sein, dass Rentnerschwemme und Altersarmut zwei Seiten einer Medaille sind.

Atlas der Altersarmut

Um das ganz etwas mit Zahlen zu füttern – hier ein Beitrag zum Altersarmutsatlas der Stuttgarter Lebensversicherung. Natürlich haben die Stuttgarter diesen Atlas mit Hintergedanken aufgestellt, grundsätzlich verdeutlicht er, wo die Probleme liegen. Es dürfte auch nicht sonderlich verwundern, dass Deutschland in punkto Altersarmut gespalten ist. Bayern und Baden-Württemberg haben weniger Probleme als Brandenburg und Bremen. Bremen ist mit 21,9 Prozent der von Altersarmut betroffenen sogar ein richtiger Brennpunkt. Es folgen Brandenburg mit 19,7 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland mit je 18,7 Prozent. Bundesweit ist der vom Meinungsforschungsinstitut YouGov erhobenen Umfrage zufolge jeder sechste Rentner betroffen (16,7 Prozent).

Rentnerschwemme und Altersarmut

„Altersarmut ist nicht allein Thema zukünftiger Rentner-Generationen. Schon heute betrifft dies jeden sechsten Rentner in Deutschland“, so Linda Dahm, Marketingleiterin der Stuttgarter, die Index-Werte. „Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der gewohnte Lebensstandard des Erwerbslebens im Ruhestand nicht mehr halten. Der Altersarmuts-Index macht sichtbar, wie wichtig die private Altersvorsorge für jeden Einzelnen ist – dafür wollen wir mit unserer Initiative gegen Altersarmut das Bewusstsein schärfen.“ In den Index flossen laut Stuttgarter Versicherung Daten verschiedener Quellen ein: Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Armutsgefährdungsrisiko und zur Grundsicherungsquote sowie Ergebnisse einer exklusiv für Die Stuttgarter durchgeführten repräsentativen Befragung heutiger Rentner zu deren finanzieller Situation.

Jedem 10. geht es schlecht

Befragt wurden 1120 Rentner und Pensionäre. Etwa jeder Zehnte oder neun Prozent) empfindet seine finanzielle Situation insgesamt als „eher schlecht“ oder „schlecht“. Über ein Drittel der Befragten (38 Prozent) bewertet seine finanzielle Situation nur als „mittelmäßig“. Jeder Dritte (32 Prozent) hatte seinen Ruhestand in finanzieller Hinsicht besser erwartet. Ein beträchtlicher Teil der Befragten (40 Prozent) muss sich im Alltag aus finanziellen Gründen einschränken: Am häufigsten wird an Urlauben und Ausflügen (27 Prozent) gespart, oftmals aber auch an sozialen Aktivitäten (10 Prozent) und medizinischer Versorgung (9 Prozent). Vielen ist bewusst, dass die gesetzliche Rente als alleinige Einkommensquelle nicht ausreicht: Gut jeder vierte Befragte (28 Prozent) gibt an, dass die eigene finanzielle Situation allein durch die gesetzliche Rente „eher schlecht“ oder „schlecht“ wäre.

Angst vor Altersarmut

Fakt sei, breite Bevölkerungsschichten hätten Angst vor Armut im Alter. Das Problem ist dringlicher als viele glauben. Und viele gehen davon aus, nicht ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. Linda Dahm sieht darin „keine Panikmache der Versicherer“. Dass die sozialen Sicherungssysteme an ihre Belastungsgrenzen stoßen, muss jedem klar sein, der eins und eins zusammenzählt.

Wie der Altersarmut entkommen? Riestern ist sicher eine Möglichkeit, aber diese Form wird von vielen mit schief angesehen. Aber was bleibt sonst? Selbst vorsorgen … mit Tagesgeld funktioniert das nicht. Also Aktien? Aber davor haben die Deutschen regelrecht Angst – für viele ist das „Teufelszeug“.

Ingo Schäfer, Referent bei der Arbeitnehmerkammer Bremen, nimmt Altersvorsorgern aber die Illusion, dass sie mit dem Drei-Säulen-Modell, sprich gesetzlicher Rente plus privater und betrieblicher Altersvorsorge, ihren Lebensstandard sichern können. Dazu hat Schäfer kürzlich eine Studie zum Thema veröffentlicht.  Patrick Schreiner von den „Nachdenkseiten“  führte genau zu diesem Thema mit ihm ein Interview.

 

Weiterführende Links:




Garantieleistung als Marketingscherz

Deutsche Sparer bevorzugen Sicherheit. Die meisten wünschen sich sogar eine garantierte Ablaufleistung, die bis auf die zweite Nachkommastelle genau angibt, wie der Vertrag verlaufen wird. Dieser Fehler könnte eines Tages zu einem teuren Irrtum werden.

Beitrag rebloggt von Jenny’s Blog

Menschen, die keine hohe finanzielle Bildung haben, also fast alle, lassen sich gerne von Verkaufsprofis einlullen. Das Wort “garantierte Ablaufleistung” hört sich für viele sehr sexy an. Auch Garantiezinsen dürfen natürlich nicht fehlen. Doch genau diese Dinge sind es, die dem Sparer Angst machen sollten! Wer Vorsorge betreibt, hat lange Zeit. Oftmals sind das 40, 30, oder 20 Jahre. Über so einen Zeitraum kann einer, der fürs Alter vorsorgen will, auch in einen Mix aus Sachwerten (Aktien, Edelmetalle etc…) investieren. Eine Garantie brauchen Anleger immer nur dann, wenn sie sich gegen Kursrückgänge schützen wollen.

Was bringt es einem 20-Jährigen, wenn er heute weiß, dass er mit 67 eine private Rente in Höhe von 1123,87 Euro bekommt? Es bringt ihm nichts! Die zu stellende Frage ist: Was kann er sich von den 1123,87 Euro in 47 Jahren kaufen? Er weiß zwar, wieviel Geld er bekommt, aber er weiß nicht, was es wert sein wird. Deshalb kann er auch nicht analysieren, ob seine Alterseinkünfte zur Erhaltung des Lebensstandards reichen werden. In einer klassischen Renten- oder Lebensversicherung ist sein Kapital als Kredit unterwegs. Es partizipiert nicht am Wachstum oder der Entwicklung echter Werte. Übrigens: Es gibt für Versicherungsguthaben im Prinzip so gut wie keine Einlagensicherung. Das Aufsichtsamt ist im “Pleitefall” ermächtigt, Auszahlungen zu verbieten oder (garantierte) Leistungen herab zu setzen (VAG § 89). Garantieleistungen sind einfach nur ein guter Marketingscherz. Wer auf Garantien setzt, hat mit Sicherheit zu wenig.

https://twitter.com/_JennyGER_/status/628075872935936001

 


Was Jenny’s sagen will: Es lohnt sich auf alle Fälle, selbst über sein Geld und seine Altersvorsorge zu entscheiden. Aktien bringen auf lange Sicht mehr Rendite als eine Versicherung. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts belegt eindeutig, dass über Zeiträume von 20, 30 und mehr Jahren Renditen mit Aktien von sieben, acht und mehr Prozent pro Jahr drin sind – im Schnitt wohlgemerkt. Denn zwischenzeitlich können Aktienkurse auch fallen. Langfristig sind die Dellen noch jedesmal ausgeglichen und überkompensiert worden.

Wer sich das nicht allein zutraut, kann sich auch einem Investmentclub wie den cic! anschließen.


Ach ja, und noch so eine Anregung durch Jenny’s Blog

Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog oder via Twitter an https://twitter.com/dineros