Tag 4 meiner Tour de France

Tag 4 meiner Tour de France – Karten lügen selten, zumindest in unserem technischen Zeitalter. Die Strecke von La Mure bis Gap weist einige aufstrebende > auf und einige  <, manchmal sogar >> und <<. Wer nur ein bisschen Karten lesen kann, weiß, was das heißt: Steigungen und Gefälle. Das schlimmste Stück auf der Route Napoleon war dann der Col Bayard mit 1248 Höhenmetern. Aber davon später. 

Kurz nach La Mure bog ich auf eine Nebenstraße ab, die nach St-Pierre führt. Der Abstecher hat sich gelohnt: der Montagen de Féraud zeigt sich in voller Schönheit, niemand der stört, Kiefern säumen den Weg – und ab und an Kuhglockengeläut. Und unten, einige Hundert Meter tiefer, fließt der Drac. 

Napoleon allgegenwärtig 

Nach einigen Kilometern geht es leider zurück auf die viel befahrene N85, besser bekannt als Route Napoleon. Ich quäle mich weiter Richtung Corps, links und rechts gehen die Wege ab zu irgendwelchen Pässen – zum Col de l’Holme, zum Col de Prés Salés. Ich bin mit mir und meinem Rad beschäftigt. Der Atem geht stoßartig, die Anstiege wollen nicht enden. Ab und an zieht eine Gruppe junger Rennradler an mir vorbei mit einem flockigen “bon Courage”. Ja, alter Mann, “von Courage” kannst du brauchen. 

Rauf und  runter – ohne Ende

Irgendwann muss ich doch oben sein, aber da kommt nach der Abfahrt schon der nächste Anstieg. Am liebsten würde ich absteigen und schieben – aber welche Schmach!. Also weiter die Zähne zusammen gebissen und jeden Meter abgezählt. Schließlich kommt ein Schuld: noch zwei Kilometer bis Corps. Es ist Mittag und ich haben mir geschworen, dort erst einmal eine längere Pause einzulegen. Wen sehe ich dort am Brunnen im Ort: die Rennradler-Gruppe. Die müssen sich auch erst mal abkühlen und Kalorien aufnehmen. Sie grüßen mich auch jovial. 

Mein geliebtes Menthe à l’eau

In der Snack-Bar stelle ich mein Rad ab und lasse mir einen Tisch zuweisen. Mehr als einen Salat bringe ich jetzt aber nicht runter. Und wie es der Zufall so will, steht auf der Speisetafel – ja Tafel ist das richtige Wort – Salade Nicoise. Dazu ein Menthe à l’eau (Minzsirup mit Wasser) – und die Welt ist wenigstens für den Moment wieder in Ordnung. 

In Ordnung eben nur für den Moment, denn die Route Napoleon wartet noch mit weiteren Anstiegen auf, die schließlich am Col Bayard enden. Ich muss – ich gestehe es ein – mehrmals absteigen und schieben, weil mich die Kräfte verlassen. Wie unwürdig. ist mir in dem Moment aber ziemlich Wurscht. Meine beiden Trinkflaschen sind fast leer – und noch immer sind es vier Kilometer bis zur Passhöhe. Irgendwie schaffe ich es dann doch – und komme oben an. 

Mütze, Helm, Mütze …

Erst mal Wechsel von der Schirmmütze zum Fahrradhelm, denn den hatte ich abgesetzt. Leider gab’s auf der Passhöhe kein Restaurant, sonst hätte ich mir wenigstens etwas zum Trinken bestellt. 

Dann die Abfahrt nach Gap – fünf Kilomenter, mit einem Gefälle von teilweise zwölf Prozent. Mein erster Gedanke in Gap: schnell ein Hotel finden, raus aus Trikot und Radlhose und unter die Dusche. Zug Glück gibt’s Tripadvisor. Die App wies ein Ibis-Hotel aus. Beim Abstellen des Rads fällt mir ein Bus von “Unholzer” auf. Das ist das Busunternehmen in Olching – was für ein Zufall. 




Tag 3 meiner Tour de France

Tag 3 meiner Tour de France – der Tag fängt schon mal perfekt an. Das Fahrradgeschäft öffnete schon kurz vor zehn Uhr. Allerdings war der Meister umlagert von Kunden, die ihr Velo ganz schnell repariert haben wollen. Ich mogle mich dazwischen, schließlich will ich “nur” ein Paar Mountainbike-Schuhe. Der Meister merkt schon, dass ich ein einfacher Kunde bin und sucht mir passende Schuhe raus, drückt mir ein Werkzeug in die Hand und lässt mich allein. Ich kann ihm begreiflich machen, dass ich nicht nur die Schuhe brauche, sondern auch die Cleats, sprich die Klick-Einsätze für die Schuhe. Na ja, wir haben uns dann schon verständigt, weil er merkte, was ich meinte. 

Okay, er drückt mir einen Imbus-Schlüssel in die Hand und ich installiere die Cleats. Passt auch alles ganz prima. Ein halbe Stunde später verlasse ich den Fahrradladen und schlüpfe gleich in meine Mountainbike-Schuhe. Es ist 10.30 Uhr – vergleichsweise spät für den Start. Wie auch immer. 

Grenoble hat ein Herz für Radler

Von Crolles Richtung Gap – Klingt so einfach Die französischen Alpen haben’s aber in sich. Durch Grenoble komme ich noch ganz gut durch. Die Stadt hat die Fahrradweg vorbildlich ausgeschildert. Überhaupt, haben die Stadtväter Radlern viel Platz eingeräumt. Da könnten sich viele deutsche Städte eine Scheibe abschneiden. Ich quere die Stadt von Nord nach Süd ziemlich problemlos. 

Es ist schon kurz nach zwölf und mein Magen meldet sich. Warum nicht mal im Supermarkt einkaufen – “Casino” war grad auf dem Weg. Deswegen habe ich einen Ziegenkäse, eine Ziegenwurst, ein Baguette und Tomaten mitgenommen. Kurz drauf fand ich ein nettes Plätzchen zum Brotzeitmachen – “casse-croutte” heißt das ja auf französisch. 

Anstiege können grausam sein

Ich wusste noch nicht, was mir bevor stehen würde – ein kilometerlanger Anstieg von Champ-sur-Drac bis Monteynard. Das müssen gefühlt tausend Höhenmeter gewesen sein. 

Die Landschaft ist spektakulär, irgendwie könnte ich sie leider nicht so genießen. Ab und an überholen mich Radrennfahrer und machen ihre Späße: “die bisschen Satteltaschen”. Na ja, ich hechelte nach oben und irgendwann stieg ich dann ab und schob mein Rennrad (welche Schande) sogar. Dann warn auch noch die beiden Flaschen leer und ich fühlte mich wie ausgedörrt. In dem Moment verfluchte ich meinen Entschluss, mich auf die Tour de France einzulassen. Zeitweise zeigte der Tacho noch 6,5 oder knapp 8 Kilometer an. Mich hielt nur noch ein Gedanke am Weitermachen – irgendwann muss doch La Mure kommen, da gibt’s sicher ein Hotel. Als ich den Ort mit letzten Kräften erreichte, suchte ich bei Tripadvisor nach Hotels. Zuerst fragte ich bei “Chez Pat et Ghis” nach, bekam aber eine abweisende Antwort. Der Patron empfahl mir ein anderes Hotel, das aber schon lange geschlossen war. Also blieb mir nur “Logis Murtel”, wo ich dann auch die Nacht verbringe. Und weil das Hotel auch mit einem Restaurant gekoppelt ist, aß ich auch gleich zu Abend. Das Menü: Terinne de La Maison, ein Grillhühnchen mit Pommes Dauphin und Broccoli-Soufflé, zum Dessert dann eine Ile flottante. 

La Mure – abgehängt

Mein Verdauungspaziergang führte mich in den Ort, der seine beste Zeit lange hinter sich hat. Bars und Hotels geschlossen, Fensterläden zugeklappt und kaum ein Mensch auf der Straße. Selbst das Rathaus kann sich nur dank Sponsoren halten. Häufig begegnete mir das Schild “A vendre”, zu verkaufen. Erstaunlich, selbst eine öffentliche Toilette hat der Ort – und sogar richtig nobel. Da hat der Staat wohl sein Fühlhorn ausgegossen. 




Tag 2 meiner Tour de France

 

Tag 2 meiner Tour de France. Ich war ja gewarnt – es würde wohl nicht ganz so einfach werden wie am ersten Tag. War es auch nicht. Ich hatte geplant, von Seyssel bis Grenoble zu radeln. Laut meinem Radl-Navi sollte es 106 Kilometer sein – ambitioniert. Das wusste ich auch, dass ich mich gegen die Strahlung schützen muss. Beides habe ich brav beherzigt. Tapfer eingecremt und guten Mutes aufs Rad geschwungen. Trotzdem brennen am Abend die Oberarme, die der Sonne ausgesetzt waren. 

Das erste Stück geht an der Rhone entlang. Anders als an der Loire führen die Radlwege hier leider ins Nirwana. Nach dem ersten Test habe ich die Lust auf solche Umwege schnell verloren. Zum Glück ist die D991 nicht so stark befahren – da bleibt genug Zeit zum Schauen. Die D991 verlässt die Rhone und säumt dann ein ganzes Stück den Lac du Bourget, an dessen Ufer Aix-les-Bains liegt. Ich dachte, ich könnte zumindest in Aix-les-Bains Mountainbike-Schuhe kaufen – ja richtig gelesen, die habe ich doch tatsächlich zuhause vergessen. 

Lundi fermé – Montags nie

Aber leider sind in Frankreich viele Geschäfte am Montag entweder ganz geschlossen oder sie öffnen erst um 14 Uhr. Tja, da stand ich nun, ich armer Tropf vor geschlossenen Geschäften. Auch auf der Weiterfahrt hatte ich wenig Glück, selbst in Chambéry war kein offenes Fahrradgeschäft zu finden. Wie die Franzosen zu ihren Rädern kommen einschließlich Helm und Schuhe ist mir schleierhaft. Vielleicht habe ich ja morgen mehr Glück. 

A Propos Chambéry. Irgendwie meinte es die Stadt nicht sonderlich gut mit mir, denn ich habe mich gleich mehrmals verfahren. Das Navi war leider keine große Hilfe, weil mein Teas! etwas verwirrt war von der Verkehrsführung in der Stadt. Irgendwie habe ich dann doch einen Weg nach La Ravoire gefunden – und bin dann in St. Baldoph gelandet, wo es zum Col du Granier geht. Ein paar Rennradler überholten mich mit der Aufmunterung “Allez! Super!”. Ja von wegen “Super” – mir hing die Zungen raus, ich schnaufte wie ein Dampfross und spürte meine Muskeln. Mir kam die Einsicht, dass wohl der falsche Weg ist. Ich bog ab ins Tal der Isère und folgte Seitenstraßen Richtung Grenoble. 

100 Kilometer am Tag reichen

Die Umwege hatten mich Zeit und Kraft gekostet, so dass ich für mich beschloss, das gesteckte Ziel Grenoble fallen zu lassen. Hundert Kilometer am Tag sind für einen alten Herren wie mich genug – die Strecke von Seyssel bis Grenoble ist doch etwas länger. 

Kurz zum Wetter: Die Temperaturen stiegen am zweiten Tag auf 30 Grad, obwohl auf den Bergen überall noch Schnee liegt. Aber im Tal war es doch deutlich wärmer – muss ja wohl auch, denn überall wird Wein angebaut. Ich glitt vorbei an Weinbergen und Weingütern. Die Kombination aus mildem Klima, Hanglage und ausreichend Wasser begünstigt den Weinanbau in der Region “Savoie”. Überall am Straßenrand sprudelt das Wasser aus Brunnen – also kein Problem, seine Wasserflasche aufzufüllen. 

Wer viel fragt, geht lange irr

Auf der Suche nach einem geöffneten Radgeschäft bin ich schließlich in Crolles gelandet. Der Sportverkäufer einige Dörfer vorher wies mich darauf hin – er meinte, in Crolles soll es eines geben, das ich dann auch tatsächlich gefunden habe. Leider stand ich auch hier vor verschlossenen Türen “lundi fermé”. Mardi, sprich Dienstag öffnet der Laden um zehn Uhr. Also übernachte ich in Crolles und schaue am 3. Tag dann im Fahrradgeschäft vorbei – “Bonne Chance” rief mir ein Franzose nach, den ich nach dem Weg gefragt hatte. Da die Auskunft dann doch nicht weiterhalf, griff ich zu Google: Die Suche nach “Future Bike” und “Crolles” brachte das gewünschte Ergebnis – und eine Wegbeschreibung.

Trotz drei bis vier Liter Wasser, die ich unterwegs aus der Flasche saugt, quälte mich am Abende dennoch der Durst – und was löscht den Durst am besten: ein Bier. Mit 0,5 Liter können sich die Franzosen leider nicht anfreunden. Also habe ich halt zwei 0,33 bestellt. Das Hotel HDC Hotel & Seminaires ist gekoppelt mit dem Buffalo Grill. Also gab’s ein Rumsteak mit Pommes und zum Abschluss eine Crème brulée. 

Bonne nuit – à demain  

 




Tag 1 meiner Tour de France

Meine Tour de France startete nicht in Le Havre wie die 1955, sondern am Col de la Faucille. Der Blick aus dem Hotelfenster war ein Gedicht – direkt auf den Mont Blanc. Die Wolken hängen noch zwischen den Bergen, der Himmel ansonsten blau, die Fichten stehen schwarz und Rahmen das Panorama ein.

Noch 3600 Kilometer

Leider ist es morgens auf 1323 Meter noch ziemlich frisch, weswegen ich Unterhemd und Windjacke überstreifte. Komisches Gefühl, noch so viel Kilometer vor sich zu haben, genauer gesagt weit über 3600. Wie viel es dann letztlich wirklich werden, stelle ich am Ende der Reise fest. Die frische Morgenbrise lässt die drei Flaggen – Europa, Frankreich und die der Region – munter im Wind flattern. Zum Glück geht es erst einmal bergab – viele Kilometer. Das motiviert.

Kühe, Wiesen, Käse

Haute Savoie, wie die Region heißt, ist geprägt von Bergen, Wiesen, Weiden und Kühen. Überall grasen sie auf den Almweiden – ihre Glocken sind nicht zu überhören. Es geht weiter bergab, durch einen Tunnel und auf vielen Serpentinen in Richtung Bellegarde.

Außer Kühen begegnen mir natürlich auch Skilifte und Liftstation. Von Lélex beispielsweise geht es bis auf 1600 Meter hoch. Im Winter ist hier sicher mehr los. Ansonsten tauchen am Weg nur vereinzelt Höfe auf, die Dörfer kommen nur auf einige Häuser. Dafür radle ich durch eine grandiose Landschaft, die geprägt ist von Bergen, Wäldern und Tälern.

Bauernmarkt in Vouvray

So schlecht scheint meine Kondition dann doch nicht zu sein – deswegen entschließe ich mich Bellegarde links liegen zu lassen und gleich nach Seyssel weiter zu radeln. In Vouvray werden ich gestoppt von einer Straßensperre. Der Ort feiert heute Bauernmarkt mit allem, was dazu gehört. Die Bauern führen ihre Kühe vor. Dafür haben die Organisatoren extra Sand aufgeschüttet. Das Publikum schaut begeistert zu, wie die Bauern ihre Tiere durch die Arena führen, begleitet von vermutlich sachkundigen Kommentaren.

Natürlich gehört zu einem Bauernmarkt der ganze Jahrmarkttrubel – mit Luftballons, Waffeln, Sandwiches, Messerständen und Weinausschank. Ein Stand mit Kuhglocken weckt meine Aufmerksamkeit. Für die Fermiers Savoyards scheint das ein wichtiger Tag zu sein, denn er Ort quillt über von Menschen. Zwischendrin führen die Dorfjungs ihre Kälber durch die Hauptstraße – und werden von ihren Copains mit Küsschen begrüßt. Dann marschiert die Band an den Marktbesuchern vor. Das ganze bei strahlend blauem Himmel.

Bleu de Gex & ein Glas Wein

ich gönne mit einen Bleu de Gex, einen leichten Schimmelkäse aus der Region – und dazu ein Gläschen Wein. In Frankreich gehört ein Verre de Vin einfach dazu. Beides harmoniert fantastisch – oder bilde ich mir das nur ein? Die Platanen vorm Rathaus lassen Urlaubsgefühle aufkommen – c’est la France.

Dass in der Region Milchwirtschaft die Hauptrolle spielt, lässt sich an den vielen Käseständen ablesen – das Angebot reicht vom Bleu de Gex über den Morbier, daneben ein Tomme de Brebis, nicht zu vergessen der Gruyère. Wobei die Milch ja nicht ausschließlich von der Kuh kommen muss – die Käser stapeln neben Kuh- auch Ziegenkäse.

In Seyssel bin ich nach der Brücke über die Rhône gleich abgebogen und fragte nach einem Zimmer im Hôtel Beau Sejour. Um diese Zeit ist es noch kein Problem, etwas zu finden. Jetzt geht’s erst einmal unter die Dusche – und danach ins Städtchen

Allein und doch in Gesellschaft

Sonntag in der Provinz – ganz schlecht, wer ein offenes Restaurant sucht. Die meisten Lokale sind am Sonntag geschlossen. Offensichtlich essen die Franzosen am Sonntag eher zuhause. Nach kurzer Suche habe ich doch ein tunesische Pizzeria gefunden. Am Nachbartisch saß ein Schweizer Paar aus der Nähe von Luzern. Es fällt in Frankreich doch schnell auf, wer kein Franzose ist. Auf diesem Weg sind wir ins Gespräch gekommen über die Schweiz, den Jakobsweg …. A Proporz Jakobsweg, die Beiden gehen vier Tage auf dem Jakobsweg. Sie sind mit dem Zug gekommen und fahren auch so wieder zurück in die Schweiz. Die Unterkünfte unterwegs sind bereits gebucht. Ich fühlte mich in der Fremde doch gleich nicht mehr so fremd.

 




Meine Tour de France – Start am Col de la Faucille

Was für eine verrückte Idee, sich auf eine Tour de France einzulassen – und dazu noch ganz allein. 3640 Kilometer oder mehr abzustrampeln. Aber wer die Klappe soweit aufreißt, muss dann auch liefern. Also ab morgen geht’s los: vom Col de la Faucille nach Bellegarde und weiter nach Chambery. 

Die Anfahrt war bereits Mühsal, schließlich sind es von München bis zum Genfer See und dann weiter den Pass hoch immerhin annähernd 580 Kilometer, sechs Stunden reine Autofahrt, mit Pausen schließlich acht Stunden. Schließlich hier oben auf 1323 Höhenmetern angekommen. 

Jetzt haben wir, meine Jüngste Felicia Achatz und ich uns ein schönes Abendessen verdient. Mehr davon später. Wir gehen runter ins Restaurant auf einen Aperitiv. 

Also vor 19 Uhr hat es wenig Sinn in Frankreich zum Essen zu gehen. Wir haben mit Aperitiv auf unser Abendessen gewartet. Wir entschieden uns für ein Fondue Suisse plus Salat. Das war erstaunlich gut: mit drei Käsesorten, darunter Appenzell, Gruyère und Vacherin. Als wir fertig waren, schlug der Kellner ein Ei und einen Kirsch in die Reste – formidable. 

Ein kleiner Spaziergang ließ uns etwas ernüchtern: Im Sommer ist tote Hose, Geschäfte und Skilift verwaist, zwei Hotel-Ruinen. Offensichtlich lief der Wintertourismus früher auch besser. 

 

Im Mai noch ein Käse-Fondue? Warum nicht

Im Mai noch ein Käse-Fondue? Warum nicht

 
 

 

 




Wirkt Cannabis auch gegen Demenz?

Seit Cannabis kürzlich von der Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen zu medizinischen Zwecken freigegeben wurde, bekommt die vor allem als berauschende Droge bekannte Pflanze noch mehr mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit in Deutschland. Schon seit Jahren untersuchen Forscher aus Bonn den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) und seinen Effekt auf den Alterungsprozess des Gehirns an Mäusen – jetzt präsentierten sie ihre erstaunlichen Erkenntnisse.

Erfolge bei Mäusen

Seit 15 Jahren erforschen Wissenschaftler aus Bonn, wie Cannabis auf Mäuse wirkt. Unter anderem verabreichten sie alten Mäusen (THC), das neben Cannabidiol (CBD) zu den wichtigsten Wirkstoffen von Cannabis zählt. Während es sich beim letzteren Wirkstoff um eine “nicht-psychoaktive Verbindung” handelt, wie etwa hier nachzulesen ist, sorgt THC für die berauschende Wirkung, die der Konsum von Cannabis hat. Letzteren Stoff haben die Bonner Forscher nun in geringen Mengen alten Mäusen verabreicht – mit erstaunlichen Erkenntnissen: Wie das Handelsblatt berichtet, sollen sich eineinhalb Jahre alte Mäuse plötzlich wie junge Tiere verhalten und eine wesentlich bessere Lern- und Gedächtnisleistung aufgewiesen haben als vergleichbare Tiere, die nicht mit dem Wirkstoff behandelt wurden.

Cannabis bei Demenz?

Eine klinische Studie soll jetzt zeigen, ob sich dieser Effekt auch bei Menschen erzielen lässt. Die Forscher sind optimistisch und berufen sich auf vergangene Studien zur Wirkweise von Cannabis: “In diesem Zusammenhang wissen wir, dass praktisch alles, was in der Maus funktioniert, auch im Menschen funktioniert. Von daher bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Ergebnisse vielleicht übertragbar sind”, erklärt der Neurowissenschaftler Andreas Zimmer dem “Handelsblatt”. Erste Hinweise darauf erhielten die Forscher bereits aus Israel. Dort wird Cannabis schon seit den 90er-Jahren ganz selbstverständlich zu therapeutischen Zwecken verschrieben – rund 25 000 Israelis erhalten dort jährlich ein entsprechendes Rezept, unter anderem als Schmerzmittel bei schweren chronischen Krankheiten oder bei Appetitlosigkeit. So auch einige Bewohner eines Altenheims: Sie bekamen die Medikamente zur Behandlung von Appetitlosigkeit und gegen Schlafstörungen. “Viele darunter waren daraufhin auch geistig wesentlich reger”, erläutert Andreas Zimmer.

Cannbis auf Rezept?

Da Cannabis seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 10. März 2017 inzwischen auch in Deutschland als Arzneimittel für Schwerkranke freigegeben ist, steigt die Akzeptanz von cannabisbasierten Medikamenten. Die Hürden, ein entsprechendes Rezept zu bekommen, sind teilweise gesunken. Hierzulande wird eine staatliche Cannabisagentur künftig den Anbau, die Ernte, Verarbeitung und die Kooperation mit Ärzten und Apothekern überwachen, da der eigenständige Anbau und der Konsum zu Genusszwecken in Deutschland vorerst weiterhin illegal bleiben werden. Auch die Bonner Forscher treten nicht dafür ein, dass unkontrolliert Hanf verkauft werden sollte. Vielmehr soll auf Basis ihrer Erkenntnisse ein neues Medikament für eine kontrollierte Einnahme entwickelt werden. Wann es so weit sein wird, bleibt abzuwarten. Noch längst sind nicht alle Wirkweisen von THC und CBD hinlänglich erforscht, weswegen Patienten derzeit an einer Begleitstudie teilnehmen.

Bild: Flickr IMG_3176 MarihuanayMedicina CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Wie jeder ganz einfach im Alltag sparen kann

 

Ruhestand – das bedeutet, endlich die freie Zeit nach den eigenen Vorstellungen zu verbringen und sich vielleicht lange gehegte Wünsche zu erfüllen. Allerdings dürfen diese für viele Frührentner nicht zu teuer werden, denn bei vielen sieht die neue finanzielle Situation weniger rosig aus. Immerhin müssen alle, die vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters in den Ruhestand gehen, mit Rentenabschlägen leben. Gut, wer beizeiten an private Vorsorge gedacht hat.

Wer allerdings mit weniger auskommen muss, kommt nicht umhin, im Alltag zu sparen. Folgende Tipps helfen dabei.

Augen auf beim Kleiderkauf

Die ersten Sonnenstrahlen kommen heraus, der Sommer steht vor der Tür – und das Bild in den Schaufenstern der Fußgängerzone ändert sich. Dicke Winterjacken müssen luftigen Shirts auf der Kleiderstange weichen – die restliche Wintermode wandert mit satten Rabatten über den Ladentisch. Daher lohnt es sich, jetzt auf die Jagd nach Winterkleidung zu gehen. Bei Yoox beispielsweise finden Schnäppchenjäger hochwertige Kleidung zu vergleichsweise niedrigen Preisen mit einer großen Auswahl an Herrenmänteln; das gleiche gilt für Damen-Winterjacken. Wer seine Winter-Garderobe erneuern will oder muss, ist damit bestens beraten. Mit zeitlosen Schnitten und Farben ist nichts falsch zu machen.

Überblick über Verträge behalten

Strom, Telefon, Versicherungen – muss das alles so viel kosten? Es lohnt sich, bestehende Verträge zu durchforsten und sich einen Überblick über seine Finanzen zu verschaffen. Welche monatlichen Fixkosten gehen vom Konto ab und welche davon sind eventuell schon überflüssig? Lohnt sich die Handy-Versicherung für fünf Euro im Monat bei einem vier Jahre alten Handy überhaupt noch? Es lohnt sich auch für die meisten Haushalte, den Anbieter für Strom, Gas oder Internet regelmäßig zu wechseln, da viele Versorger nach ein oder zwei Jahren die Beträge deutlich erhöhen.

Lebensmittelkauf besser planen

Selbst zu kochen ist günstiger als außer Haus essen zu gehen, so viel vorweg. Aber auch beim Lebensmitteleinkauf lässt sich sparen. Auf den ersten Blick ist der Preisunterschied zwischen Supermärkten und Discountern bei den meisten Produkten kaum sichtbar, wer aber genauer hinschaut, stellt gerade bei Obst und Gemüse erstaunlich Unterschiede fest. Das liegt unter anderem daran, dass viele Discounter eine etwas kleinere Auswahl haben und sich eher auf saisonale Lebensmittel beschränken – gut für den Geldbeutel und die Umwelt. Das heißt, es lohnt sich auf, saisonal einzukaufen. Warum müssen es immer unbedingt Markenartikel sein? Gerade bei Nudeln, Spülmittel und Frischkäse ist die Hausmarke (Eigenmarke, No-name) meist deutlich günstiger. Häufig verstecken sich hinter No-Names bekannte Markenhersteller; meist kommen die Produkte sogar aus derselben Fabrik und unterscheiden sich kaum voneinander. Es lohnt sich, vor dem Einkaufen immer einen Einkaufszettel zu schreiben, um nur das zu kaufen, was auch tatsächlich benötigt wird. Wer außerdem die Woche im Voraus plant, statt täglich kleine Mengen an Lebensmitteln zu kaufen, kann auch hier bares Geld sparen. Doch Vorsicht, nicht jede Familienpackung ist auch automatisch günstiger. Ein Blick auf den Kilo-Preis der unterschiedlichen Produktpackungen verschafft hier Klarheit.

Bild: Flickr Loan HAMZA BUTT 




Mit der richtigen Kleidung auch im Alter jünger wirken

Kleider machen Leute – diese Redewendung wird nie an Bedeutung verlieren. Schicke Kleidung trägt enorm dazu bei, sich wohl zu fühlen in seiner Haut. Wer sich schick anzieht, strahlt das auch nach außen aus. Das Alter ist keine Entschuldigung dafür, sich gehen zu lassen – im Gegenteil, in der passenden Kleidung wirkt jeder jünger. Allerdings kommt es darauf an, zu wissen worauf es ankommt.

Auf die Qualität kommt es an

Wer jung ist, probiert viele Outfits aus und folgt gern den neuesten Trends. Im Laufe der Jahre lernt fast jeder, was einem steht. Die Garderobe wird noch mehr ganz so oft erneuert. Gerade im Alter zählt Klasse statt Masse – und die Qualität seiner. Aber was ist Qualität? Mit ein bisschen Gespür erkennt jeder häufig mit bloßem Auge, was Qualität ist und was nicht. Hochwertige Materialien fühlen sich auf der Haut einfach angenehmer an. Für besondere Anlässe kann ab und zu ein edler Kaschmir-Pullover oder eine Seiden-Bluse in die Einkaufstasche wandern.

Mut zur Farbe!

Wenn es darum geht, mit der richtigen Kleidung jünger auszusehen, können Farbtöne wahre Wunder wirken. Kräftige Farben sehen insbesondere bei grauen Haaren toll aus und verleihen dem Gesicht zusätzlich eine gewisse Frische. Hellblau ist ebenfalls eine Farbe, die einen optisch jünger wirken lässt – gut kombiniert, können Best Ager damit wenig falsch machen. Damen können insbesondere im Frühling gerne auf fein gemusterte, farbenfrohe Kleider wie diese auf peterhahn.de zurückgreifen. Sie verleihen dem Outfit eine jugendliche Leichtigkeit und sind sowohl im Alltag als auch bei festlichen Anlässen ein Hingucker.

A propos Augen, bei der Wahl der richtigen Farbe bietet es sich an, sich an der eigene Augenfarbe zu orientieren. Ist das ausgesuchte Kleid im gleichen oder ähnlichen Farbton gehalten, werden die Augen dadurch zusätzlich betont – was sich positiv auf die Ausstrahlung auswirkt. Hellgrau bei grauen Haaren? Das ist fast schon ein No-Go, also eher zu meiden. Wenn schon Grau, dann in Kombination mit farbenfrohen Accessoires.

Den Durchblick behalten

Dabei ist die passende Brille auch ein Accessoire. Eine geschmackvolle Brille lässt Damen jünger und frischer wirken lassen. Das Wichtigste dabei ist, dass die Fassung der Brille zur Gesichtsform passt. Wer ein ovales Gesicht hat, der kann so gut wie jedes Brillenmodell tragen, anders sieht das bei Menschen mit einer eckigen Gesichtsform aus, denen eher runde Brillen mit einer dünnen Fassung stehen. Wer sich vom Optiker ausführlich beraten lässt, wird schnell das perfekte Brillenmodell für sich finden. Auch bei der Brille gilt: Mut zur Farbe!

Bild: Flickr Mom Mike Miller 




Warum üben soziale Netze so einen Sog aus?

Generation 50+ und Facebook – wie passt das zusammen? Warum Facebook und nicht etwa Twitter? Offensichtlich ist Facebook der absolute Platzhirsch, wie eine Nutzeranalyse ergab. Die meisten aus der Altersgruppe werden das bestätigen können. Aber warum üben soziale Netze auch auf die Generation 50+ so einen Sog aus? Wie erklärt sich die Sogwirkung dieses Netzes?

Teilhabe, Infos, Zeitvertreib

Warum Facebook so erfolgreich ist und wie sich die Sogwirkung dieses sozialen Netzwerkes erklären lässt, wurde erst kürzlich von Wissenschaftlern der Universität Amsterdam untersucht. Die Forscher haben herausgefunden, dass allein ein kurzes Aufblitzen des Facebook-Logos bei den 200 Probanden ein positives Gefühl auslöste. Den Probanden war zuvor mitgeteilt worden, dass sie verschiedene chinesische Schriftzeichen zu sehen bekämen, die sie dahingehend bewerten sollten, wie ansprechend sie sie fänden. Als vermeintlich unwichtige Testbilder wurde direkt vor Einblendung der chinesischen Schriftzeichen jedoch der einen Gruppe das Facebook-Logo gezeigt, der anderen hingegen Fotos von Büroartikeln. Das Ergebnis: Vor allem jene Schriftzeichen, vor denen das Facebook-Logo zu sehen war, wurden positiv bewertet. Das interpretierten die Forscher so, dass die positive Assoziation auch auf das nachfolgende Bild übertragen wurde. Außerdem auffallend: Es waren vor allem die Bewertungen jener Probanden besonders positiv, die auch selbst aktiv bei Facebook waren.

Die Forscher erklären sich diesen Effekt durch die Vielzahl an Funktionen, die Facebook inzwischen im Leben der Nutzer einnimmt. So resümieren die Wissenschaftler: “Die sozialen Medien können höchst befriedigend sein. Sie sind eine verlässliche Quelle für Vergnügen und decken verschiedenste Bedürfnisse ab […].” Dazu zählt neben Zeitvertreib und Information allen voran auch der Wunsch, “dazuzugehören” – also das Verlangen nach sozialer Teilhabe. Kaum einer kann sich der Faszination dieses Mediums entziehen. Wenn erst einmal das Gros der Freunde bei Facebook ist, fällt es schwer, sich dem Beitritt zu verwehren.

Kaum Alternativen zu Facebook

Trotz anhaltender Kritik von Datenschützern – wie erst kürzlich wegen der Übernahme von WhatsApp und der in Deutschland inzwischen gerichtlich untersagten Pläne für einen Datenaustausch – kann Facebook so schnell keine andere Plattform den Rang ablaufen. Dabei mangelt es nicht an Alternativen: Neben den Großen wie Twitter, Pinterest & Co. gibt es zahlreiche Netze, die teilweise mit besseren Datenschutzrichtlinien oder sogar ohne personalisierte Werbung auskommen. Dazu gehören etwa “Diaspora” oder “Ello”.

Noch nie gehört? So dürfte es den meisten Internetnutzern gehen. Die alternativen Plattformen werden in diesem Artikel gegenübergestellt. Das Fazit fällt angesichts der Nutzerzahlen aber ernüchternd aus: Ello kommt Schätzungen zufolge auf nur 1,5 bis vier Millionen Nutzer. Diaspora hat seit der Gründung 2010 nur rund 60 000 Nutzer gewinnen können. Wer als datenschutzbewusster Nutzer auf einen solchen Dienst umsatteln möchte, muss auch anno 2017 noch Pionierarbeit leisten. Denn die Wahrscheinlichkeit, dort bereits Bekannte zu finden, ist denkbar gering. Das dürfte viele potenzielle Nutzer schon im Vorfeld abschrecken. Doch es bleibt abzuwarten, wie sich die Social-Media-Landschaft entwickeln wird – denn die digitale Welt verändert sich bekanntlich oft schneller, als gedacht.

Bildrechte: Flickr Social Media apps Jason Howie




Wie sich Bore-out im Ruhestand verhindern lässt

Ausstand, Abschied von den Kollegen, Rente – von heute auf morgen ändert sich der gesamte Lebensablauf, die Struktur und die Ablaufmuster, die sich zum größten Teil nach dem Berufsleben richteten, gibt es plötzlich nicht mehr. Stattdessen ist viel Zeit für Reisen, Kinder und Enkelkinder, Haus und Hof. Oft kommt es aber vor, dass frisch gebackene Rentner in eine Art von Bore-out verfallen, anstatt die neu gewonnenen Freiheit zu genießen. Wie lässt sich Bore-out im Ruhestand verhindern?

Aus dem Vorruheständler ist ein Ruheständler geworden, der die Pflichten abgeworfen hat und plötzlich überfordert ist mit der vielen Freizeit. Langeweile und Unlust stellen sich ein. Damit das nicht passiert, braucht jeder Aufgaben und Motivation für den nächsten Lebensabschnitt. Einige Tipps:

Freude auf das, was kommt

Ist der Arbeitsalltag passé, zerbröselt die Tagesstruktur, viele soziale Kontakte lösen sich auf, Sinnfragen drängen sich in den Vordergrund – das Rentnerdasein fühlt sich für manche nicht an wie ein immerwährender Urlaub. Spätestens jetzt gilt es, Erwartungen an den neuen Lebensabschnitt anzupassen, eigentlich sollte dieser Prozess schon früher beginnen. Erst dann stellt sich so etwas wie stilles Glück ein.

Wie sich darauf vorbereiten? Wie wäre es denn, die Arbeitszeit gegen Ende der Karriere etwas zu verringern, neue Hobbys wieder aufzunehmen und sich klar zu machen, dass nur die wenigsten Kollegen Freunde sind. Nur ganz wenige werden nach dem Renteneintritt noch Kontakt halten. Wichtig ist es auch, sich im neu gewonnenen Alltag nicht hängen zu lassen. Auch wer nicht mehr ins Büro fährt und keinen wichtigen Termin mehr wahrnimmt, sollte auf sich und sein Äußeres achten, schon aus Selbstrespekt. Warum sich nicht mal bewusst in Schale werfen, einfach mal so. Als Rentner mit der Mode gehen? Warum nicht! Abseits des Arbeitsalltags in ein elegantes Business-Hemd von traditionsreichen Anbietern wie Walbusch schlüpfen oder sich als Frau ein neues Kleid oder eine schicke Bluse gönnen. Wer sich selbst gefällt, ist seelisch gesünder und glücklicher – und darum geht es doch im Rentenalltag.

Soziale Arbeit als Ausgleich

Oder wie wäre es, der Gesellschaft wieder etwas zurück zu geben – in Form von soziales Engagement? Viele Rentner sind geistig fit und könnten weniger Privilegierten in dieser Gesellschaft helfen. Warum nicht in Form von Nachhilfeunterricht? In Deutschland leben viele Kinder in schwierigen Verhältnissen, die dringend Hilfe brauchen. Andere zu unterstützen ist der Königsweg, dem neuen Lebensabschnitt einen Sinn zu geben. Wer sich sozial engagiert, entgeht der Alterseinsamkeit, hält Körper und Geist fit und tut gleichzeitig Gutes. Auch die Rolle als Großmutter oder -vater kann diesen Effekt hervorrufen.

Alte Hobbys wiederentdecken

Hobbys motivieren und helfen, den Alltag zu strukturieren. Schöner Nebeneffekt: Rentner bleiben körperlich und geistig fit. Wie wäre es denn, schon im Vorruhestand alte Hobbys wieder aufzunehmen oder neue zu entdecken? Weiterbildung ist mehr als ein Zeitvertreib für Bestager, schließlich hilft sie, am Ball zu bleiben. Viele beginnen nach dem Arbeitsalltag noch einmal ein Studium und belegen Fächer, an denen sie schon immer interessiert waren. 2015 ermittelte das Statistische Bundesamt, dass mehr als die Hälfte der Gasthörer an deutschen Universitäten über 60 Jahre alt ist – das sind annähernd 18 000 Senioren. Die Chance, hier Gleichgesinnten zu begegnen und neue Kontakte zu finden, ist groß. Viele Volkshochschulen bieten ein Studium generale an sowie Führungen und Kurse – auch eine Chance, soziale Kontakte zu knüpfen und fit zu bleiben.

 

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