Wer wo wie lange lebt in Deutschland und warum

Der Frage, wer wo wie lange lebt, ist das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock nachgegangen. Interessant war vor allem, ob es noch Ost-West-Unterschiede bei der Lebenserwartung gibt. Ja, aber kaum noch, so das Fazit. Vor allem die Frauen im Osten haben den Demographie-Experten zufolge den Rückstand gegenüber den Frauen im Westen nahezu aufgeholt.

Im Westen kommen Frauen auf 82,8 Jahre

Um es kurz zu machen – im Westen lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 82,8 Jahren, im Osten bei 82,6 Jahren (Stand 2015); bei den Männern ist die Ost-West-Kluft noch etwas größer. Eine Studie von 2015 ergab, dass Männer im Osten im Schnitt 76,6 Jahre alt werden, Männer im Westen 78,0 Jahre. 2017 sieht die Situation schon ganz anders aus, wie der „Tagesspiegel“ im Juni 2017 schreibt. In Deutschland könne ein neugeborener Junge derzeit mit 78,2 Jahren rechnen; ein Mädchen komme auf 83,1 Jahre. Tendenz steigend. Im Deutschland während der Kaiserzeit hatten Neugeborene dem „Tagesspiegel“ zufolge hierzulande grade mal die Aussicht, 43 zu werden.

Wer wo wie lange lebt – abhängig von Wirtschaftskraft

Noch eins ist den Experten aufgefallen: Die Lebenserwartung hängt auch von der Wirtschaftskraft einer Region ab. Im Ruhrgebiet und im Saarland werden die Menschen nicht so alt – im Schnitt wohl gemerkt. Dafür fallen der Südwesten und der Süden Bayerns positiv auf. Statt Ost-West-Kluft bei der Lebensdauer gibt es den Forschern zufolge jetzt eine Süd-Nord-Kluft. Am ältesten werden die Frauen im Süden: Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Frauen ist Baden-Württemberg mit 83,6 Jahren, gefolgt von Sachsen, Bayern und Hessen. Der Atlas der Lebenserwartungen gleiche immer mehr einem Flickenteppich mit bundesweit einzelnen starken und schwachen Regionen, da auch im Westen Gebiete mit strukturellen ökonomischen Problemen zurückfallen. Das fiel auch dem „Tagesspiegel“ auf. Sie berufen sich dabei auf eine Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wo mehr Reiche wohnen, wird man älter. Weniger extrem als in den USA lässt sich das auch hierzulande nachweisen. So ergab eine Studie, dass man im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger lebt als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kommen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

Das Ruhrgebiet fällt zurück

Lagen die Kreise mit der kürzesten Lebensspanne der Frauen 1996 noch im Osten, häufen sie sich jetzt den Forschern des Max-Planck-Instituts in Nordrhein-Westfalen. „Diese Teile des Ruhrgebiets sehen zwar auf der Karte klein aus, haben aber ähnlich viel Bevölkerung wie ein ostdeutsches Bundesland“, sagt Demograf Rembrandt Scholz. Das Schlusslicht unter den Bundesländern bei der Lebenserwartung der Frauen, das Saarland, liegt ebenfalls im Westen.

So habe eine Studie ergeben, dass Menschen im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger leben als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat dem „Tagesspiegel“ zufolge errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kämen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

„Heute liegen deutschlandweit vor allem hoch entwickelte Regionen vorne“, so Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut. Das hänge auch mit Wanderungsströmen zusammen. Hoch entwickelte Regionen ziehen Menschen mit hohem Bildungsgrad an, die deutlich länger leben.

Das Berlin-Institut hat auch festgestellte, dass „im Endeffekt die Lebenserwartung vor allem an zwei Faktoren hängt: Sozialstatus und Bildung“. Beides bedinge einander, es beeinflusse Einkommen und berufliche Stellung, Wohnsituation, Ernährung, Risikoverhalten – alles ganz wesentliche Faktoren für Gesundheit und langes Leben.

Damit haben gerade Vorruheständler in Baden-Württemberg und Bayern, zuvorderst Frauen, eine deutlich längere Spanne, die sie genießen können. Die Grafik unten spricht für sich.

Weiterführende Links:

Wer wo wie lange lebt

Wer wo wie lange lebt – Flickenteppich mit Süd-Nord-Gefälle. Ost-Deutschland hat aufgeholt, dafür ist das Ruhrgebiet zurückgefallen, wie aus einer Studie des Max-Planck-Institut hervorgeht

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Wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland?

Wo lebt sich’s am besten für Rentner im Ausland? In der Frage hilft der Global Age Watch Index weiter. Danach geht es Rentner und Senioren in der Schweiz, in Norwegen, Schweden – und in Deutschland am besten, gefolgt von Kanada, den Niederlanden, Island und Japan. Die USA sind nur auf Platz neun, Großbritannien auf Platz zehn. Am schlechtesten geht es Rentnern in Pakistan, Mozambique und Malawi. Absolutes Schlusslicht ist Afghanistan.

Ok, das ist das eine. Gerade die Schweiz und Norwegen sind geprägt von hohen Lebenshaltungskosten – da kann schon mal der eine oder andere Rentner auf die Idee kommen, mit seiner Rente in günstigere Länder auszuweichen. Das gilt natürlich auch für Deutschland. Klingt ja auch verlockend – gerade im Süden ist es wärmer als in heimischen Gefilden und meist auch billiger. Aber stimmt das wirklich?

Was beim Auswandern ins Ausland zu bedenken ist

Rentner, die allerdings ihre Rente im Ausland genießen will, sollte einiges bedenken, wie gerade der Fall Thailand zeigt. Das Land verlangt von Rentnern, die dort leben wollen einen Nachweis, dass 65 000 Bath monatlich eingehen. Das entspricht aktuell (Stand 23. Juni 2017) 1710 Euro. Problem ist der schwächelnde Euro. Falls diese Entwicklung weitergeht, erhöht sich das schnell auf 1800 Euro. Machen wir uns nichts vor, die Geldvermehr-Arie von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass der Euro gegenüber anderen Währungen an Wert verliert.

Ferner verlangt Thailand für ein Retirement Visa ein Bankguthaben von 800 000 Baht – nach heutigem Stand mehr als 21 000 Euro. „Damit möchte Thailand sicherstellen, dass Rentner den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten können und nicht dem thailändischen Staat zur Last fallen“, schreibt Rainer Hellstern in seinem Buch „Rente im Ausland“. Wer mehr über die Voraussetzung wissen will, informiert sich am besten auf den Seiten der thailändischen Botschaft.

Hellsterns Buch ist fast so eine Art Bibel für auswanderungswillige Rentner. Deswegen lohnt sich mehr als nur ein Blick in das 204-Seiten starke Werk, das übrigens von seinem Blog Auswandern-Handbuch begleitet wird. Er geht auf die Gründe ein, warum manche Rentner auswandern wollen. Er dringt bis zu den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts vor und klärt über den Geldtransfer ins Ausland auf. Das gilt auch für Thailand, wie er auch auf seinem Blog schreibt.

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Er warnt auswanderungswilligen Rentnern, sich zu vergegenwärtigen, dass „die Realität nicht immer hält, was die Träume versprachen“. Er rät, sich keinen fremden Menschen anzuvertrauen, weil viele es nur auf das Geld der Rentner abgesehen haben. Vorsicht sei vor allem beim Kauf von Immobilien angebracht.

Was sein Buch besonders lesenswert macht, ist der Länderteil. Hellstern geht auf die USA ein, auf die Schweiz, auf Österreich, Spanien, Frankreich, Thailand, die Türkei, Kambodscha, die Philippinen – und zwar was Lebenshaltungskosten, Klima, Entfernung, Sprache, medizinische Versorgung, Umzug und Visum betrifft

Am Ende des Buch erwähnt er auch die „Pflege im Ausland“: was kostet sie, wer übernimmt die Kosten, wie findet man ein gutes Pflegeheim?

Wie das Beispiel Thailand zeigt, ändern sich die Bestimmungen und Verhältnisse. Deswegen sollten auswanderungswillige Rentner auch in dieses Kapital schauen. Es listet auf sieben Seiten weitere Informationsquellen auf.

Nach der Lektüre des Buchs relativiert sich wahrscheinlich einiges – das ist Hellstern zugute zu halten. Er geht fundiert auf Sonnen- und Schattenseite ein und warnt vor den Tücken. Also unbedingt reinschauen – und dann erst planen.

Vielleicht ist sinnvoll, das Auswandern einfach einmal zu proben und im Süden zu überwintern. Auch dafür hat Hellstein auf seinem Blog einige wertvolle Hinweise und Tipps.

Als Rentner in die Türkei? Na ja, im Moment ist das wohl eher nicht so empfehlenswert. Dazu ein Video von Phoenix – aus Zeiten vor dem Umsturzversuch. Heute sieht die Lage allerdings anders aus.

https://www.youtube.com/watch?v=sfz6Nw3Bvag

 

Interessant scheint aus Rentensicht auch Neuseeland zu sein, wie Christine Brunner auf ihrem Blog „Kiwifinch“ berichtet. Die Rente ist allerdings vergleichsweise niedrig, dafür aber steuerfreie – und jeder bekommt die „Superannuation“, sprich Grundsicherung, für die niemand Beiträge zahlen muss, weil sie aus den Steuern finanziert werden. Das heißt, es bleibt den Kiwis genug Geld übrig, um fürs Alter vorzusorgen. Allerdings bekommen nur echte Kiwis eine neuseeländische Rente, das heißt, der Rentenbezug ist an gewisse Bedingungen geknüpft wie die neuseeländische Staatsbürgerschaft und ein ausreichend langes Leben vor der Rente in Neuseeland.

Wie wäre es mit Malta?

Interessant erscheint auch Malta. Die Republik Malta („Repubblika ta‘ Malta“) ist 316 Quadratkilometer groß, was in etwa der Fläche des Stadtstaats Bremen entspricht. Auf Malta leben rund 430 000 Menschen. Damit sind die Inseln – Gozo gehört auch dazu – ziemlich dicht bewohnt. Auf Malta wird maltesisch und englisch gesprochen. Malta ist seit 1964 unabhängig, seit 2004 gehört es der Europäischen Union an und seit 2008 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Was Malta besonders attraktiv für Ruheständler macht: das Klima. Denn auf den Inseln scheint die Sonne an 320 Tagen im Jahr. Dazu kommt noch die Kultur: Malta hat neun Weltkulturerbe-Stätten. Als Ex-Kron-Kolonie der Briten wird in Malta links gefahren. Es gibt auf Malta gute Busverbindungen und günstige Fährverbindungen zu den Inseln Gozo und Comino. Wer mehr über Einreisebestimmung, Gesundheitssystem und Wirtschaft wissen will, ist am besten auf der Seite von Internationalliving aufgehoben.

Wie wäre es mit der Ukraine?

„Die Ukraine wird für Wirtschaftsflüchtlinge aus Österreich immer attraktiver, also für Pensionisten, die sich eine billigere Heimat suchen müssen“, schreibt die „Wiener Zeitung“. Claudia Aigner hat eine witzige Glosse („Mei private Altersvorsorge is a Flugticket nach Odessa“) zu dem Thema geschrieben, die endet mit: „Die österreichische Bevölkerung wird also doch nicht überaltern. Dafür vermutlich die ukrainische. Und die Rumänen und Bulgaren sollten sich auch schön langsam auf die Flüchtlingswelle vorbereiten. Und anfangen, Altersheime zu bauen. He, hoffentlich werden die Pensionen für Auslandsösterreicher nicht irgendwann an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Gastland angepasst. Wär blöd.“

Simple Pleasures And A Home For $32,000 In Southern Italy„, schreibt International Living. Valerie Fortney Schneider beschreibt ihre Erfahrung mit dem Kauf einer Villa in Süditalien. „Making the decision to transplant ourselves to Italy was easy. Making the move itself was painless. Making ourselves at home was smooth and immediate. We have a feeling of belonging that we’ve not known anywhere else, extraordinarily generous neighbors, and a whole village to greet us with a friendly buongiorno (good morning) when we go for our morning caffe.“ Sie lebt in einem kleinen Weiler in der Provinz Potenza, in der Basilicata. Die Italiener am Ort machen ihre Salsa selbst und ihren Wein, produzieren Feigen und Birnen, Bohnen und Tomaten. Sie zahlte 32 000 Dollar für ihr Haus, eine kleine 300 Jahre alte Casa. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, so Valerie Fortney Schneider. Umgerechnet einen Dollar für einen Espresso, 60 US-Cent für eine Packung Nudeln und einen Korb voll Gemüse für weniger als fünf Dollar.

Wie wäre es mit Frankreich?

Laut Hellstern ist Frankreich das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. „Savoir vivre“, französische Lebensart ist das Zauberwort. Aber Vorsicht, die Lebenshaltungskosten sind teilweise deutlich höher als hierzulande. Eine Kugel Eis kostet locker mal 2,50 bis drei Euro, wogegen hierzulande die Kugel schon für 1,20 Euro zu haben ist. Wer Bier liebt, ist in Frankreich Fehl am Platz. Ein Weißbier kostet in Toulouse beispielsweise sieben Euro, selbst im vergleichsweise teuren München zahlt ein Biertrinker dafür 3,50 bis vier Euro – als rund die Hälfte. Wer seinen Ruhestand im Nachbarland verbringen will, sollte etwas Geld mitbringen. Was die Kosten für Immobilien betrifft, so kommt es sehr darauf an, wo ein Rentner residieren will – an der Côte d‘Azur kostet eine Wohnung ähnlich viel wie in München. Im Hinterland oder im Süden Richtung Perpignan wird’s dann deutlich billiger. Eine Immobilie in Paris erscheint unerschwinglich, zumindest für Normalverdiener. Paris gilt laut Hellstern als die zweit teuerste Stadt der Welt. Das gilt übrigens auch für die Lebenshaltungskosten. Ein Espresso kann locker mal 4,50 Euro kosten. Auch andere Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Dafür ist allerdings die Auswahl größer. Wer nach Frankreich reist und zurück, muss zudem, so er denn Autobahnen benutzt, Maut zahlen – und die schlägt kräftig zu Buche. Ein Wort zur Sprache: Wer nicht französisch spricht, hat in Frankreich schlechte Karten. „Viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten“, bemerkt Hellstern treffend. Diese Erfahrung habe ich während meiner Tour de France ebenfalls gemacht. Wer also beabsichtigt, seinen Ruhestand in Frankreich zu verbringen, sollte unbedingt französisch lernen oder seine Schulkenntnisse auffrischen. Die Volkshochschulen bieten ortnah entsprechende Kurse an, beispielsweise die vhs Olching.

Was die medizinische Versorgung betrifft, so verlangt Frankreich einen hohen Eigenanteil. Die Krankenversicherung zahle nur 70 Prozent der Kosten für Arzt- und Zahnartzbehandlung, so Hellstern.

Was die Formalitäten betrifft, so ist laut Hellstern spätestens drei Monate nach dem Umzug eine Anmeldung oder ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich nötig. Wer den Termin versäume, müsse ein Bußgeld zahlen. Die Behörden wollen den Reisepass sehen, einen Miet- oder Kaufvertrag und vielleicht die letzte Stromrechnung. Aufenthaltserlaubnis brauchen Deutsche in Frankreich nicht.

Übrigens gibt es in Facebook eine Gruppe „Auswandern nach Frankreich“. Auf der Seite wohin-auswandern erfährt der auswanderungswillige Ruheständler ebenfalls etwas über Frankreich und das Leben dort.

Übrigens International Living hat auch einen Facebook-Account

Finanzen100 hat Rentendomizile untersucht und liefert acht Vorschläge: Dafür hat Finanzen100 Daten zur Lebensqualität und den Lebenshaltungskosten der Vergleichsseite Numbeo ausgewertet. Zu den acht Orten, wo schon tausend Euro pro Monat reichen, gehören:

  • Bursa in der Türkei
  • Mangalore in Indien
  • Prag in Tschechien
  • Kapstadt in Südafrika
  • Riad in Saudi-Arabien
  • Warschau in Polen
  • Monterrey in Mexiko
  • Sofia in Bulgarien

Nützliche Links:




Krankenkassen ruinieren die Altersvorsorge

Wer sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, ist verlassen. Ohne private Vorsorge geht’s nicht. Die betriebliche Altersvorsorge ist allerdings ein Flop, auch oder erst recht nach der Nachbesserung durch die SPD. Denn bei der Auszahlung hält die Krankenkasse die Hand auf und schöpft den Rahm ab – übrig bleibt Magermilch. Wer betrieblich fürs Alter vorsorgt, hätte das Geld genauso gut unter die Matratze legen können. Insofern ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Krankenkassen damit die Altersvorsorge ruinieren. Wer betrieblich für Alter vorsorgt, ist der Dumme.

SPD enteignet Betriebsrentner

Klingt hart, ist aber leider so. Die Wurzel des Übels ist eine Gesetzesinitiative der SPD unter Frank Walter Steinmeier, Gerhard Schröder, Walter Riester und vor allem Ulla Schmidt. 2004 hat das Triumvirat Betriebsrentner und Direktversicherte enteignet, zugunsten der Krankenkassen.

Ich bin einer der Leidtragenden – und mit mir mehr als sechs Millionen Deutsche, die in eine Betriebsrente, Pensionskasse oder Direktversicherung eingezahlt haben. Alles, was die Altersvorsorger in Jahren und Jahrzehnten eingezahlt haben, wird ihnen zum Teil von der Krankenkasse bei der Auszahlung wieder abgeknöpft.

Zehn Jahre Krankenkassenbeiträge

Auch ich bekam einen Brief von meiner Krankenversicherung, der Techniker Krankenkasse. Darin stand, dass Renten und rentenähnliche Einkommen beitragspflichtig seien. „Auch Kapitalleistungen oder Abfindungen, die Sie statt monatlicher Versorgungsbezüge erhalten, müssen wir bei der Beitragsrechnung berücksichtigen“, heißt es weiter. „Dafür wird maximal zehn Jahre lang pro Monat 1/120 der ausgezahlten Summe herangezogen“, rechnet mir die TK vor.

Die TK weiß natürlich von der Brisanz dieses Schreibens und gibt gleich einen Hinweis für alle, die mit diesem Bescheid nicht einverstanden sind. Darin heißt es, dass „wer eine Kapitalleistung zur betrieblichen Altersversorgung erhält, für diese Leistung Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen muss“. Und beim Begriff der betrieblichen Altersversorgung packt die TK alles drunter, spricht Direktversicherungen, Pensionszusagen und Leistungen aus Unterstützungskassen, Pensionskassen oder Pensionsfonds – damit auch nur keiner auskommt.

Sechs Millionen Betroffene

Dieses Gesetz von Ulla Schmidt betrifft mehr als sechs Millionen hierzulande. Da fließen jeden Monat Milliarden in die Krankenkassen. Nur mal angenommen, Betriebsrentner, Direktversicherte und Pensionskassen-Mitglieder zahlen pro Monat im Schnitt 150 Euro – dann sind das bezogen auf sechs Millionen pro Monat 900 000 000 oder 900 Millionen Euro, bezogen auf ein Jahr 10 800 000 000, sprich mehr als zehn Milliarden Euro.

Wie sich der monatliche Beitrag errechnet (das Beispiel stammt von der TK):

Beitragsberechnung (in Euro) 
Kapitalleistung gesamt25 000
Höhe der monatlichen Anrechnung (1/120)208.33
Krankenversicherung 14,6 Prozent30.42
Zusatzbeitrag 1,0 Prozent2.08
Pflegerversicherung 2,55 Prozent5.31
monatlicher Gesamtbeitrag (18,15 %)37.81

Das heißt 18,15 Prozent der Betriebsrente oder Direktversicherung oder Leistungen einer Pensionskasse gehen an die Krankenkasse. Von den 208,33 Euro bleiben noch 170,52 Euro übrig. So viel Rendite kann keiner in den vielen Jahren oder Jahrzehnte erwirtschaften, dass sich die betriebliche Altersvorsorge noch lohnen würde. Ganz abgesehen davon, dass, wer betrieblich vorsorgt fürs Alter ja schon in der Ansparphase Krankenkassenbeiträge zahlt – und in der Auszahlungsphase dann noch einmal und zwar sowohl den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil. Es laufen zahlreiche Klagen gegen diese Enteignungspolitik der SPD – Union und Grüne haben das Gesetz 2004 ebenfalls abgenickt. Der Widerstand formiert sich – und findet auch in den Medien Widerhall.

Linken-Abgeordneter Birkwald bringt es auf den Punkt.

https://www.youtube.com/watch?v=b2x78NgKZ54

Wehren wird zur Bürgerpflicht

Wer sich gegen diese Enteignung zur Wehr setzen will, muss zwangsläufig klagen, denn die Krankenkassen berufen sich natürlich auf das Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 aus der Feder von Ulla Schmidt. Die Krankenkasse weist übrigens in ihrem Schreiben schon vorsorglich darauf hin, dass ein „Widerspruch keine zahlungsaufschiebende Wirkung hat“. Das heißt, die Krankenkassen wissen ganz genau, wie groß der Unmut der Betroffenen ist. Nicht von ungefähr haben sich die Betroffenen im Verein Direktversicherungsgeschädigte zusammengefunden, um sich gegen die Willkür von SPD, Union und Grüne zu wehren. „Pacta sunt servanda“, gilt aber nicht für SPD, CDU/CSU und Grüne, wie „plusminus“ detailliert aufschlüsselt.

Außer Spesen nichts gewesen – durch die Doppelverbeitragung ist die betriebliche Altersvorsorge ein Flop

https://www.youtube.com/watch?v=-3feOfaMw3U&list=PLjJN375gHepHIt1_g0hIWjjzs5o0wKl_d

Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 macht es jedem unmöglich, am Ende seiner Berufslaufbahn mehr als das Einbezahlte heraus zu bekommen – trotz Leistungen des Arbeitgebers. Denn die Krankenkasse schöpft am Ende die Rendite ab. Also ist es besser, das Geld fürs Alter gleich selbst anzulegen und lieber auf den Zuschuss des Arbeitgebers zu verzichten.

Welche Nachteile die betriebliche Altersvorsorge bringt, hat „Finanztest“ für die „Augsburger Allgemeine“ unter die Lupe genommen.

Ja, dadurch, dass der monatliche Beitrag zur Betriebsrente schon vom Bruttolohn abgezogen wird, zahlt der Arbeitnehmer auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein.“

Und nicht nur das, er bekommt natürlich auch weniger Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld und Altersrente. Die gesetzliche Rente sinkt – und dabei sollte doch die Betriebsrente das Minus bei der gesetzlichen Rente ausgleichen. Nach Abzug von Krankenversicherung und Steuern bleibe dem, der betrieblich fürs Alter vorsorge von 107 Euro nur 54 Euro übrig. Diese Abzüge kann kein noch so rentabler Fondssparplan ausgleichen. Vorunruhestand.de hat’s mal exemplarisch durchgerechnet.

Das ganze Konstrukt ist Murks. Betriebsrentner werden von Staat und Krankenkassen geschröpft. Die Förderung kann diese Enteignung nicht im Ansatz wettmachen.

Fazit: Es ist besser auf die Leistungen des Arbeitgebers zu verzichten und selbst vorzusorgen. Denn auf Erträge aus Aktien und Fonds zahlen alle, die fürs Alter vorsorgen „nur“ 26,375 Prozent – Abgeltungssteuer plus Solidaritätsbeitrag. Das heißt, von 107 Euro monatlicher Sparrate blieben 68,80 nach Abzug der Steuer übrig. Das lässt sich’s auch auf den Arbeitgeberanteil verzichten. Ganz abgesehen davon, unterläuft der Sparer oder Anleger damit staatliche Willkür. Aber die SPD will ja schon wieder die Abgeltungssteuer abschaffen und durch eine andere und höhere Steuer ersetzen.

„Finanztest“ hat in Ausgabe 7/17 insgesamt 45 Direktversicherungen getestet und kommt bei 27 Beitragsjahren auf eine Rendite von -0,76 (ja, minus) bis 0,82 (plus) Prozent. Der Schock, so Finanztest-Chefredakteur Heinz Landwehr komme bei der Auszahlung, denn reduzieren Steuern und Sozialabgaben die Rente. Darüber hinaus fällt die gesetzliche Rente niedriger aus, denn der Betriebsrentner hat ja wegen der Betriebsrente weniger in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Da muss schon der Arbeitgeber deutlich mehr zur Betriebsrente dazu zahlen, dass sich das für den Arbeitnehmer lohnt. Daran hat auch das Betriebsrentenstärkungsgesetz von Andreas Nahles nichts geändert.

Wie gerecht ist Enteignung?

Wer eine weitgehend durchgehende Erwerbsbiografie hat und durchschnittlich verdiente, zahlt in der Rente höhere Krankenkassenbeiträge als im Berufsleben – ist das sozial gerecht?

Mir geht’s zumindest so. Ich könnte mir vorstellen, dass es Millionen anderer Betriebsrentnern ähnlich geht – oder täusche ich mich?

https://www.instagram.com/p/BVokEOgnCOf/?taken-by=dineroxx




Ende meiner Tour de France

Letzter Tag meiner Tour de France – mein Rad-Navi zeigt 1752 Kilometer an, 19 574 Meter Steigung, 147 Stunden total, maximale Höhe 1351 Meter, 87 897 verbrauchte Kalorien und 87 Stunden im Sattel – und weil ich das Navi versehentlich aus- statt abgeschaltet habe, darf ich noch 98 Kilometer addieren. Das heißt, ich habe insgesamt 1848 Kilometer zurückgelegt – in vier Wochen, mit zwei Pausen.

3640 Kilometer in drei Monaten

Ehrlich gesagt, ich war selbst über mich erstaunt, soweit gekommen zu sein. Ich hatte in der Planungsphase mal grob errechnet, dass die Gesamtstrecke der Tour de France von 1955 rund 3640 Kilometer maß. Die Cyclisten von damals brauchten dafür rund drei Wochen – ich hatte drei Monate eingeplant. Ok, ich bin 63 Jahre alt, die Fahrer damals meist jünger als 23. Ich hatte keinen Wasserträger, Masseur und Entourage. Dazu noch Gepäck – und musste mich sogar um die Übernachtung und das Essen kümmern. Die ersten Etappen durch die Alpen waren richtig hart. Die Waden zuckten, der Atem rasselte, der Rücken schmerzte und der Hintern brannte. Zwischendurch zählte ich die Straßenstriche, um mich zu motivieren. Das Navi zeigte die verbliebenen Höhenmeter an. Aber ich wollte ja unbedingt möglichst nah am Verlauf der Tour de France von 1955 bleiben.

Schwindeln gehört dazu

Das erst mal griff ich dann in Cannes zu unerlaubten Mitteln – und nahm den Zug. Die Anfahrt hatte mich derart demotiviert, dass ich mir die Strapazen ersparen wollte. Denn ist strapaziös, auf der Nationalstraße von dicken Lastern an die Wand gedrückt zu werden, Auspuffschwaden zu inhalieren und dazu noch gegen die Schwerkraft zu kämpfen. Also, ab zum Bahnhof, ein Ticket gelöst – und schon erhöhte sich meine Maximalgeschwindigkeit rasant. Mein Rad-Navi zeigt jetzt 159 Kilometer pro Stunde an. Was für ein Tempo! Das schafft kein weder Eddy Merckx noch Jan Ullrich.

Im Schnitt 14 km/h

Dafür kam streckenweise gerade mal auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 Kilometer pro Stunde. Manche Berge kroch ich mit acht oder neun km/h hoch – und war oben trotzdem fix und alle. Einmal musste ich sogar absteigen, weil meine Waden flatterten – und ich schob. Welche Schande! So ganz allein unter der sengenden Sonne, eine Kehre nach der anderen ohne Aussicht auf ein Ende – da steigen ganz eigenartige Gedanke auf, konzentrieren sich auf Einzelheiten wie die Abmauerung am Straßenrand, lassen den Geist auf Wanderschaft gehen. „Bist du hier überhaupt richtig?“ Louison Bobet, der die Tour de France 1955 gewonnen hat, soll sich vor einem Ölfleck auf seinem Reifen gefürchtet haben. Dir fällt jedes komische Geräusch auf. „Da schleift doch etwas?“ „Was knirscht da?“ Ok, das läuft teilweise unterbewusst ab, begleitet dich aber von Meter zu Meter, von Kilometer zu Kilometer.

Hunger und Durst

Dann Durst und Hunger – das nächste Dorf liegt noch 14 Kilometer entfernt, dazwischen nur ein paar Weiler. Und es ist schon bald halb zwei Uhr. Um 14 Uhr verrammeln französische Restaurants ihre Türen, denn dann ist der Mittag gelaufen. Wehe, wer nach 14 Uhr noch essen will. A propos Essen, obwohl ich am Tag bestimmt 5000 Kalorien oder mehr verbrannte, hätte ich um alles in der Welt keinen Schweinsbraten verdrücken können. Es gab deswegen oft nur Salade niçoise mit Menthe à l’eau. Ok, ich geb’s zu, später bin ich dann auf Panaché umgestiegen. Auf Dauer schmeckt Menthe à l’eau doch etwas fad. Dafür gab’s dann abends immer ein komplettes Menü – und ich ließ mir meist auch noch einen zweiten Brotkorb bringen, um mit dem Brot den Teller auszuwischen und auch nur ja jede Kalorie aufzusaugen.

In Bordeaux dann das Aus

Ja, das alles war dann in Bordeaux vorbei. Schon Tage vorher ereilte mich die Nachricht, dass meine Schwiegermutter im Krankenhaus liegt und wohl dringend Hilfe braucht. Innerlich wehrte ich mich noch dagegen, meine Tour abzubrechen, unterbewusst dämmerte mir jedoch, dass von mir erwartet wird, mich darum zu kümmern. Ich überlegte hin und her, wie ich von Bordeaux nach Straßburg komme. Mit dem Zug, mit dem Bus – oder mit dem Flieger? Glücklicherweise war noch ein Platz im Radabteil des TGV frei, so dass ich den Zug um 7.23 Uhr nahm.

Ich hab’s ja schon geschrieben – ein bisschen Wehmut beschlich mich doch. Soweit gekommen – und jetzt einfach aufhören.

Adieu – und vielleicht gibt’s ja eine Fortsetzung der Tour

 

 




Tag 28 meiner Tour de France

Tag 28 meiner Tour de France – heute ist er letzte Tag meiner Tour de France. Ja, richtig gelesen. Morgen fahre ich mit dem Zug von Bordeaux zurück nach Straßburg. Warum? Ich will nur so viel verraten – wegen eines Krankheitsfalls in der Familie. Ich spüre, dass da ein Mensch dem Tod näher ist als dem Leben und fühle mich in der Pflicht. Mehr will ich dazu nicht schreiben. Morgen 7.23 Uhr fährt mein Zug und bringt mich nach Straßburg, wo ich abgeholt werde. 

Nur die halbe Tour de France

Es ist also nur eine halbe Tour de France geworden. In vier Wochen habe ich 1860 Kilometer zurück gelegt, mich 19 574 Höhenmeter hochgearbeitet und 87 342 Kalorien verbrannt – wenn stimmt, was mein Rad-Navi gespeichert hat. Ich war 87 Stunden im Sattel und bin zuletzt auf einen Schnitt von 20 Stundenkilometer gekommen. Ich habe zwei Fahrradmäntel verschließen, die Gepäckträgerhalter aufgearbeitet und mir ein Achter im Hinterrad dafür eingehandelt. Pro Tag habe ich sicher mehr als hundert Euro gebraucht – für Hotelzimmer, Essen und Trinken, Eintritte, Zugfahrt und Verschleißteile. Meine Regenjacke blieb unbenutzt. Dafür bin ich einmal in Avignon während eines Regenschauers bis auf die Haut naßgeworden. 

Vier Wochen unfallfrei

„Toi, toi, toi“ blieb mir ein größerer Unfall erspart. Auch sonst hätte ich Glück mit meinen Hotelzimmern und Bed & Breakfast. In den vier Wochen bin ich der französischen Mentalität ein Stück näher gekommen. Die Franzosen halten sich ziemlich strikt an die Mittagspause – von zwölf bis 14 Uhr. Wer später kommt, hat meistens Pech. Franzosen und Französinnen lieben Ringelhemden – weiß-blau quer- und längsgestreift. Das fängt bei den Kinder an und zieht sich bis zum Opa. Das waren nur zwei Beispiele. 

Essen von 12 bis 14 Uhr

Ach ja, das Essen – Franzosen geben spürbar deutlich mehr Geld aus für Restaurantbesuche. Dazwischen darf’s schon mal ein Apperitiv sein oder ein Bierchen – das hier doppelt so teuer ist wie in Bayern. Auch fürs Eis müssen sie tiefer und die Tasche greifen: 2,50 bis drei Euro für eine Kugel sind durchaus normal. 

Das scheint sie nicht davon abzuhalten, Eis zu schlecken. Überhaupt, wer am Abend durch die Straßen bummelt oder radelt, findet überall kleine und große Restaurants, die voll besetzt sind. Ok, heute ist Samstag, da gehen sicher mehr aus als unter der Woche. Aber in Deutschland könnten sich so viele Restaurants nicht halten. 

Wehmut beim Abschied

Ein bisschen Wehmut beschleicht mich schon beim Gedanken an Abschied von meiner Tour de France. Dass sie mich doch nicht übermannt, liegt an zwei Norwegern mit denen ich über die französischen Babybierkrüge gelästert habe und über die Art auf französisch zu zählen. Die Beiden kommen aus Bergen und sind wegen des Cognacs hier. In Bordeaux ist zurzeit Weinmesse und da müssen Kjetil und Nils natürlich dabei sein. Sie haben sich auf Cognac spezialisiert, weil die Norweger angeblich pro Kopf so ziemlich den meisten Cognac trinken. 

Meine Abschlussrunde führte mich dann noch über den Pont de Pierre, die steinerne Brücke Bordeauxs. Beim Überqueren gehen die Lichter an – ein stimmungsvoller Abschied. 

   

Adieu – und bis bald in Deutschland 

  




Tag 27 meiner Tour de France

Tag 27 meiner Tour de France – was ist ein Brückenkanal? Auch eine Kanalbrücke. Ein Brückenkanal ist eine Brücke, über die ein Kanal fließt – und diese Kanalbrücke spannt sich über die Garonne und die Autobahn. Die französischen Wasserbauingenieure können mit Recht stolz auf diesen Abschnitt des Canal de Garonne sein. Als ich mein Rad über den Brückenkanal schiebe, spricht mich eine Gruppe älterer Herren an. Ob ich den von weit herkomme und ob ich schon so etwas gesehen habe. „De Munich“, antworte ich – und „non“. Ja der Pont-canal d’Agen sei der Stolz der Ingenieure. Offensichtlich wurde der Brückenkanal auch gerade renoviert, denn die Wege sind neu, die Brüstung poliert. „Fierté des Ingenieurs“, meint einer der Herren. Vielleicht ein paar Fakten: Der Brückenkanal oder die Kanalbrücke ist 539 Meter lang – und der Kanal selbst hat eine Tiefe von 2,70 Meter. Seit 1849 befahren Schiffe den Kanal – also schon eine ganze Weile. Imposant der Bau.

Übernachten in Marmande

Auch heute radle ich den ganzen Tag am Kanal entlang – und beschließe am Mittag, die Etappe etwas kürzer zu halten. Nach dem Essen logge ich mich bei Tripadvisor ein und suche nach Hotels in Marmande. Ich lande schließlich bei Ibis Budget, auch mein Reisebudget etwas zu schonen. Die Nacht kostet 53 Euro, ohne Frühstück. Das Hotel liegt etwas außerhalb von Marmande – aber ich habe ja das Rad dabei und bin schnell in der Stadtmitte. 

Wenig Interesse an Deutschland

Im Laufe des Tages erfahre ich, dass Altbundeskanzler Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Die deutschen Medien bringen Sondersendungen und die Zeitungen füllen sich mit Nachrufen auf den „Kanzler der Einheit“. Ich schalte den Fernseher im Hotelzimmer ein in der Hoffnung etwas aus den französischen Nachrichten zu erfahren: „rien“. Nichts. Für die Franzosen ist das keine Nachricht. Auch am Morgen danach kommt Kohl erst an vierter Stelle vor. Hauptmeldung ist die Hitze im Süden. In Marseille hat es 35 Grad. Anschließend geht es um die Parlamentswahlen – am Sonntag ist ja der zweite Gang. Die Nachricht über Kohls Tod fällt auch ziemlich kurz aus. Offensichtlich interessieren sich die französischen Medien nicht sonderlich dafür, was im Nachbarland passiert. 

   

 

Bonne journée et à demain!




Tag 26 meiner Tour de France

Tag 26 meiner Tour de France – eigentlich wollte ich etwas über den Canal du Midi schreiben und über den Canal de la Garonne. Aber dann drängte sich doch etwas Anderes in den Vordergrund. Alors, ganz langsam. Es geht um Schnecken – Escargots à la Bourguignonne, Schnecken nach Burgunder-Art. Et bien, werden viele sagen, ist ja nichts besonderes in Frankreich. Das Besondere daran, sie fallen mir auf als ich bei Aldi einkaufen. Sie liegen in der Tiefkühltheke und winken mir zu. Ich hätte ja vieles bei Aldi in Frankreich – übrigens Aldi Nord – erwartet, aber nicht Schnecken. 

Schnecken à la Bourguignonne

Warum ich überhaupt bei Aldi einkaufen? Nun, das Hotel Balladins hat kein Restaurant. Ich werde verwiesen auf die Pizza-Bude gegenüber oder den Bäcker nebenan, der auch Quiche bäckt und Sandwichs anbietet. Da Aldi aber genau auf der anderen Straßenseite liegt, gehe ich einkaufen – und somit stoße ich auf die Escargots à la Bourguignonne. Die Auswahl an Wein ist riesig – größer als bei Aldi in Deutschland. Neben den Schnecken warten auch Jakobsmuscheln darauf, gekauft zu werden. Selbst „Radler“ gibt es. Aber weil ich bereits schlechte Erfahrungen gemacht habe mt zusammen gepanschtem Radler, verzichte ich auf eine Wiederholung. Statt dessen nehme ich einen Cidre doux aus der Normandie mit, dazu Sandwiches, ein paar Radieschen, eine Tafel Schokolade und natürlich Mineralwasser – das alles für 12,60 Euro. Die Radieschen sind ein Reinfall, der Cidre super, die Schokolade geht so. Bei Sandwiches lässt sich nicht viel falsch machen. Also statt Restaurant heute mal Selbstverpflegung. 

Écluse – Vokabel des Tages

Noch ein Wort zu meiner französischen Vokabel des Tages: Dieses Mal ist es „écluse“ – die Schleuse. Alle paar Kilometer wartet schon die nächste auf Bootfahrer, die sich anheben oder absenken lassen. Hundert Meter vor der Schleuse hängt über dem Kanal in Seil oder Plastikschlauch herunter, zwischen zwei Pfählen gespannt. Zieht der Kapitän oder die Begleiterin daran, wird die Schleuse freigegeben, so denn nicht gerade ein anderes Schiff in der Schleuse abgefertigt wird. Das kann dauern – aber Bootfahren auf dem Canal du Midi ist ja auch zur Entschleunigung gedacht. 

Irgendwann wird’s langweilig

D’ailleurs – nach was zum Thema Kanal. Es geht flott voran, nur irgendwann wird’s langweilig. Die Landschaft wiederholt sich, die Velo-Piste führt meist schnurgerade am Kanal entlang zwischen Platanen-Alleen. Abwechslung bringen nur die Dörfer, die manchmal den Kanal säumen. Vorteil, ich spule einen Kilometer nach dem anderen herunter – und sammle im Laufe des Tages hundert Kilometer. Übernachte kurz vor Agen. Morgen geht es dann weiter Richtung Bordeaux.   

  

Bonne nuit et à demain!




Tag 25 meiner Tour de France

Tag 25 meiner Tour de France – der Tag steht heute unter dem Motto „Canal du Midi“. Petra und Paul vom Coup de Coeur in Bram meinten ja, dass der Radweg ab Bram bis Villefranche wohl nicht so toll sei. Deswegen habe ich bis Castelnaudary die D33 genommen, die wenig befahren ist, da parallel dazu Autobahn und D6133 verlaufen. In Avignonet-Lauragais lenke ich dann zum Canal-du-Midi-Radweg, der ab hier seinen Namen verdient. 

Schwerer Abschied von Bram

Noch ein Wort zu meinen Gastgebern Petra und Paul. Sie haben sich rührend um mich gekümmert. Gern wäre ich noch einen Tag geblieben, aber ich habe ja versprochen, bis zum 30. Juni in Nantes zu sein – und das sind noch einige Kilometer. 

Immer am Kanal entlang

Wenn radeln Spaß macht, dann hier – entlang des Canal du Midi. Der Radweg verläuft parallel zum Kanal, meist von einer Platanen-Allee gesäumt. Selbst bei 35 Grad lässt es sich hier aushalten. An den Schleusen wartet gelegentlich ein Restaurant. An der Schleuse Gardouch konnte ich nicht einfach vorbei fahren. Das Restaurant liegt so malerisch direkt an der Anlage – und ich gönne mir ein Panaché, nein zwei. Es ist 11.45 Uhr – und noch zu früh für zum Essen. Das war ein Fehler, denn die nächsten Schleusen sind nicht bewirtschaftet. Also radle ich weiter bis Montgiscard, wo auf der gegenüberliegenden Seite eine Pizzeria winkt. 

Mittags nur Salat

Mittags nach ein paar Stunden radeln, kann ich nur was Leichtes essen – einen Salat de l’ecluse, sprich einen Schleusensalat. Das ist nichts weiter als ein gemischter Salat mit Schinken und Käse. Dazu ein Menthe à l’eau – das lässt sich so schön mit Wasser strecken. Ideal gegen den Durst. 

Tripadvisor sei Dank

Es ist Mittag und ich habe noch kein Hotel. Also suche ich bei Tripadvisor und finde ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs, das Hotel aux Ambassadeurs. 

Noch 20 Kilometer bis Toulouse. Auch wenn der Radweg gut ausgebaut ist, ziehen sich die 20 Kilometer in die Länge. Ich habe ja schon 60 hinter mir. Der Radweg führt durch die Stadt, immer am Kanal entlang. Das erleichtert die Orientierung in der Stadt – und Toulouse ist doch etwas größer. Das Fahrrad-Navi weist mir dann die richtige Straße. Ich bin da – erschöpft und durchgeschwitzt. Erst eine Dusche, dann was trinken. 

 Ich habe noch genug Zeit, die Stadt zu erkunden – La viele rose, wie Toulouse auch heißt. Die Straßennamen sind hier zweisprachig – in französisch und spanisch. Während und nach dem spanischen Bürgerkrieg sind viele Spanier nach Toulouse geflüchtet. So bekam die Stadt ihren spanischen Flair – und ihre spanischen Straßennamen. 

Weißbier gegen Heimweh

Dank Uni und vieler Studenten ist Toulouse vergleichsweise jung – das spürt jeder, der durch die Straßen flaniert. Am Place de La Daurade, direkt am Ufer der Garonne, kommt so etwas wie Biergartenstimmung auf – viele trinken sogar Bier, aber es ist doch anders als in Bayern. Ganz abgesehen davon, dass das Bier das Doppelte kostet. In der Wiese haben sich viele Junge im Gras ausgebreitet – es riecht nach Hasch. Die anderen Gäste lassen sich aber nicht stören und verspeisen ihr „Assiette de La Dourade“ – so wie ich. 

Auf dem Rückweg sticht mir noch ein „Paulaner“-Schild ins Auge. Ich bekomme so ein bisschen Heimweh und ich lenke meine Schritte Richtung Bistro. Tatsächlich schenken sie Weißbier aus – ich kann nicht anders und bestelle mir ein Glas, Preis sieben Euro. 

Leicht sediert, strebe ich Richtung Hotel. 

 

Bonne nuit et à demain!




Tag 24 meiner Tour de France

Tag 24 meiner Tour de France – der Tag fängt ja schon mal gut, was ironisch gemeint ist. Gleich beim Holen des Rads bemerke ich den Platten. Also wieder Schlauch wechseln. Es ist bereits heiß, mir läuft der Schweiß von der Stirn, ich stehe da mit verschmierten Händen und die Satteltaschen liegen verstreut um mich herum. Der Hotelier fragt mich, ob alles in Ordnung ist. Na ja. Nein, nichts ist in Ordnung. Aber ich antworte trotzdem „Ca va“. 

Mehrmals Schlauchwechsel

Hilft ja nichts, ich ziehe also den Mantel ab und tauschen den Schlauch aus. Das sollte an diesem Tag nicht das letzte Mal sein. Ich hatte Quillan kaum verlassen, als ich bereits wieder merke, das die Luft langsam aus dem Hinterreifen entweicht. Ich denke mir noch nichts dabei und pumpe Luft nach. Das Spielchen wiederholt sich, bis ich schließlich genervt doch am Straßenrand anhalte und den Schlauch wechsle – ein zweites Mal den diesem Tag. 

Dabei lief’s bis jetzt ganz gut – es geht leicht bergab, ich folge dem Fluss Aude und komme gut vorwärts: An Espèraza vorbei und durch Limoux. Gelegentlich versuchen sich die französischen Straßenbauer an Fahrradwegen, meist aber nur halbherzig. Viele enden schon kurz nach der Ortschaft im Nirwana. Sie ging’s mir in Limoux. Der Fahrradweg endete im Industriegebiet und ich musste dann doch wieder auf die Departemental. Ach ja, streckenweise wie bei Cépie verwandelt sich die Departemental in eine Autostraße und zwingt Radler, auf eine Nebenstraße auszuweichen. 

Miserable Straßen

A Propos Straße, der Zustand ist gerade in den Städten und Dörfen so schlecht, dass ich alle meine fünf Sinne brauche, um nicht in einem Schlagloch zu enden oder über einen Kanaldeckel zu stürzen. Offensichtlich haben einige Kommunen wenig Geld und lassen die Straßen verkommen. Die Baureferate, so es sie denn in Frankreich gibt, bessern die Straßen meist nur notdürftig aus. Ja, dann der Belag – nicht selten verwenden die Straßenbauer groben Kies, was meine Reifen ziemlich beansprucht. 

Um 14 Uhr ist Schluss

Im Niemandsland vor Carcassonne wechsle ich die Reifen. Ich wollte weg von der vielbefahrenen Straße und lande in der Pampa. Die Flaschen sind mittlerweile auch schon leer, die Restaurants in den Dörfern verrammelt. Also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als möglichst schnell weiter zu fahren. Ich lasse mich dieses Mal von Google Maps leiten, navigiere unter der Autobahn durch, von Grèzes nach Caux-et-Sauzens. Es ist bereits nach 14 Uhr – ganz schlecht in Frankreich, denn viele Restaurants schließen dann. Genau das passiert mir in Caux-et-Sauzens. Das Lokal zur Platanes ist geschlossen. Zum Glück steht am Marktplatz ein Brunnen, aus dem trinkbares Wasser fließt. Ich fülle zumindest meine Wasserflaschen und kühle mich ab. 

Durch die Weinberge

Es ist heiß, ich bin erschöpft und will nur noch ankommen. Der nächste größere Ort ist Bram – also ab nach Bram. Vorher erwartet mich allerdings noch ein Stück Landwirtschaftsweg durch die Weinberge, wobei Weinberge das falsche Wort ist, denn Wein wird hier auf der Fläche angebaut. Die asphaltierte Straße endet in Caux-et-Sauzenes, ich nehme also den Landwirtschaftsweg. Nach einigen Kilometern bin ich dann zurück auf der Asphaltstraße und irgendwann auch wieder auf einer Departemental. 

Am Canal du Midi

Kurz bevor ich zur D33 einbiegen, überquere ich den Canal du Midi. Eine Brücke spannt sich über den Canal und die Dorfjungs machen sich einen Spaß daraus, von der Brücke zu springen. Dann tuckert ein Boot heran. Der Kapitän steuert auf die Mitte der Durchfahrt zu und kommt dabei dem Ufer ziemlich nah. Die Jungs wissen das und einer von ihnen springt an Bord, hechtet aber gleich ins Wasser. 

Schluss mit Beschaulichkeit – weiter nach Bram. Die letzten Kilometer läuft’s dann wieder richtig gut. Ich komme auf mehr als 30 Kilometer pro Stunde. Bram ist zum Greifen nah. Ich setze mich im Ort in den Schatten und suche per Tripadvisor ein Hotel. Dabei finde ich Coup de Coeur, Bed & Breakfast – etwas Neues für mich auf dieser Reise. Das Haus liegt ganz versteckt am Place Carnot Mitten in dem Ort – von außen aber nur gekennzeichnet durch ein Schild. Dahinter ein wunderschönes altes Haus. Petra, die Besitzer, reserviert für mich einen Platz bei L’ile aux oiseaux am Canal du Midi.   

 

 

Bonne journée et à demain!




Tag 23 meiner Tour de France

Tag 23 meiner Tour de France – der Tag der Pannen. Der Blogbeitrag war annähernd fertig, da stürzt das Redaktionssystem Blogpad Pro ab. Na gut, das ganz nochmal – vielleicht vorab mit einem Hinweis auf Blogpad Pro. Das ist eine App, ein abgespecktes WordPress, mit dem ich meine Beiträge schreibe. Nicht ganz so komfortabel wie WordPress, aber für meinen Zweck ganz brauchbar. Bis jetzt ist es mir beispielsweise mit Blogpad Pro nicht gelungen, Tags zu integrieren. Das mit den Bildern ist auch längst nicht so intuitiv wie mit WordPress. Die Rechtschreibhilfe ist nicht ausgereift. Dafür ist es schnell – und insgesamt einfach zu bedienen. 

Tag der Pannen 

Aber zurück zu meinem Tag, der unter dem Motto Pannen steht. Kaum habe ich Barcarès verlassen, schon muss ich wieder stoppen, weil die Luft im Hinterreifen entweicht. Dabei hatte ich schon bei der Einfahr in den Campingplatz Tamaris in Barcarès einen Platten. Ok, hilft nichts – Satteltaschen abnehmen, Fahrad-Navi ausklinken und das Rad auf Lenker und Gepäckträger stellen. Schnellverlschluss lösen, Hinterrad herausheben und abstellen. Jetzt kommt der Mantelhebern ins Spiel – eigentlich die. Mit den beiden demontiere ich den Fahrradmäntel und ziehe den Fahrradschlauch ab. Ich habe zwei intakte Schläuche dabei und tausche den löchrigen aus. Mantel wieder einfädeln, kurz aufpumpen, Schlauch massieren, damit er sich nicht zwischen Mantel und Felge verklemmt – und aufpumpen in der Hoffnung, dass die Luft hält. Sie hält. Den Hinterreifen wieder einbauen, festschrauben, aufpumpen. Ich habe ja mittlerweile etwas Übung. Dann Fahrrad umdrehen und das Gepäck wieder einhängen. Obwohl ich routiniert bin, kostet mich die Panne doch eine halbe Stunde. Am herumliegenden Stroh wische ich mir die Hände ab. 

86 Kilometer und 1400 Höhenmeter

Vor mir liegen noch über 80 Kilometer und 1400 Höhenmeter. Also weiter. Ich will schließlich den Vormittag nützen, um möglichst weit zu kommen, denn der Wetterbericht hat für heute 35 Grad angesagt. Die ersten Kilometer laufen am Agly vorbei. Ich schnurre über den Radweg bis nach Rivesaltes. Der endet dort allerdings. ich bin gezwungen, wieder auf die Departemental auszuweichen. Es wird wärmer, Autos und LKWs rauschen an mir vorbei – ab und an auch ein Biker. 

Zu den Anstiegen kommt noch ein mehrseitiger Wind, der Tramontana, der Richtung Meer bläst. Hitze, Gegenwind und Steigung – ein übellauniges Trio, mit dem ich zu kämpfen haben. Es ist bereits Mittag – eigentlich sollte ich jetzt eine Pause einlegen. Maury, der Ort, den ich gerade passiere, zeigt sich an dem Montag eher abweisend. Also radle ich weiter nach St.-Paul-de-Fenouillet. Im Ort wartet schon ein schattiges Bistro – höchste Zeit für eine Pause. 

Menthe à l’eau als Durschlöscher

Ich bestelle Menthe à l’eau (Minzsirup mit Wasser), weil das am besten den Durst löscht – und ich habe wirklich Durst. Meine beiden Wasserflaschen sind bereits leer – da passen eineinhalb Liter rein. Ich bestelle mir einen Salade de Mer, etwas Leichtes. Nach Anstrengung brauche ich eher etwas Leichtes – am besten mit viel Salz. Salat ist ideal. Während des Essens reserviere ich gleich noch ein Zimmer in Quillan. In dem Moment weiß ich die Vorteile des Internet zu schätzen. Ich lasse mir die Wasserflaschen vom Wirt auffüllen – und weiter geht’s. 

Fairer Ausgleich am Abend

Der Aufstieg will nicht enden, die Straße führt hinauf zum Col Camperie, der ist zwar nur 534 Meter hoch, ich bin aber auch von null aus gestartet. Die Abfahrt nach dem Pass entschädigt für die Strapazen. Es geht kilometerweit an der Aude entlang an Felsen vorbei – bis nach Quillan. 

Ursprünglich wollte ich Hotel essen, da um 19 Uhr immer noch keine Gast im Lokal saß, entschließe ich mich, in die Stadt zu gehen. Tripadvisor empfiehlt die Pizzeria „La Galerie“. Der Abstecher hat sich auf alle Fälle gelohnt: Das Rinder-Carpaccio zergeht auf der Zunge, das Tatare Charollais ist ein Gedicht. Als Nachspeise habe ich für Tarte Citron entschieden – keine schlecht Wahl. 

Die Abfahrt der Aude entlang und das Abendessen entschädigen mich für den Pannentag.   

 

Bonne nuit et à demain!