Wer nutzt welche sozialen Netze – und warum?

Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Pinterest, Xing, LinkedIn, WhatsApp, YouTube, Google+ – mittlerweile fällt es schwer, den Überblick über die Vielzahl der sozialen Netze zu behalten. Wer soll sich da noch auskennen? Wer nutzt was – und warum?

Facebook – die Nummer eins

Facebook ist sicher die Nummer eins unter den sozialen Netzen. Für das dritte Quartal 2016 weist der amerikanische Konzern annähernd 1,8 Milliarden monatlich aktive Nutzer aus, davon 229 Millionen in den USA und Kanada und 342 Millionen in Europa – der Rest in Asien und anderswo. Klingt nach viel. Was heißt das aber konkret? Geht es immer so weiter? Wer genau nutzt Facebook und warum. Was läuft bei den anderen sozialen Netzen? Gibt es Unterschiede im Nutzerverhalten und in punkto Alter?

Okay, das klingt ziemlich pauschal, deswegen will ich es herunter brechen auf meinen Blog. Ich nutze ja längst nicht alle sozialen Netzen, aber zu denen, die ich nutze gehören Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Xing, WhatsApp, YouTube und Google+ – allerdings nicht alle aktiv, sondern einige auch nur passiv. Snapchat, na ja, habe mir mal eine Präsentation angeschaut – und fand’s nur noch gaga. Aber okay, Teenies sind begeistert, aber auch nur die.

Was taugt für wen?

Zurück zur Frage – was taugt für wen? Bei der Auswertung meines Blogs mit Google Analytics fällt auf, dass in punkto „Social“ Facebook ganz klar die Nase vorn hat – aber so was von eindeutig. Mehr als 90 Prozent des Traffic, sprich der Seitenaufruf kommen von Facebook, gefolgt von Blogger (1,7 Prozent), Pinterest (1,6 Prozent), Twitter (1,6 Prozent), Google+ (1,1 Prozent), Instagram (0,2 Prozent) und Xing (0,1 Prozent). Die Aufzählung verdeutlicht, welche Rolle Facebook spielt.

Facebook gut für 50plus

Zugegeben, mein Blog ist eher ein Blogozine und spricht mehr den Verstand als das Gefühl an. Vermutlich sieht die Abrufstatistik in punkto soziale Netze von anderen Blogs ganz anders aus. Die Diskrepanz zwischen Facebook und anderen sozialen Netzen scheint allerdings symptomatisch für 50plus-Blogs. Bei Facebook sind die Nutzer deutlich älter. Statistiken zufolge sind ein Viertel bis die Hälfte aller Facebook-Nutzer älter als 45 Jahre. Facebook ist allerdings auch schon länger online – und kommt den Bedürfnissen Älterer entgegen. Facebook dürfte auch für andere 50plus-Blogs der größte Traffic-Bringer sein.

Facebook – mehr Frauen, mehr Ältere

Bei Facebook sind die Nutzer deutlich älter

Unter meinen Facebook-Nutzern ist die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen die größte

Und was ist mit den anderen sozialen Netzen? Über Blogger haben wir ja noch gar nicht gesprochen: „Blogger“ ist der Blog-Service von Google. Wer einen Blog einrichten will ohne viel Geld auszugeben, ist bei Blogger gut aufgehoben. Damit habe auch ich angefangen – die ersten Gehversuche sind auch noch unter unruhestand.blogspot.de zu besichtigen. Wer nur gelegentlich bloggt, für den ist Blogspot eine gute Wahl. Offensichtlich wird der Service von Google genutzt, ablesbar an den Abrufen, zumindest gilt das für mich.

Was ist mit Pinterest? Nett, aber kein Traffic-Bringer. Pinterest ist ein soziales Netz für Bilderfans. Mit Pinterest lassen sich Bilderkollektionen und virtuelle Pinnwände zusammenstellen. Pinterest ist immer noch US-lastig – und halt eher für Blogger mit Schwerpunkt Essen, Mode und Lifestyle sowie Reisen. Trendthemen sind denn auch Reisen, Do-it-yourself, Garten, Beauty, Fotografie, Essen, Wohnen und Mode. Nicht geeignet, um Traffic auf die eigene Seite zu lenken – aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

Instagram was für visuelle Typen

Ähnliches gilt für Instagram. Angeblich verdienen Teenager dem Branchendienst t3n  zufolge mit Instagram Millionen, indem sie beispielsweise Schleim auf Instagram bewerben – richtig gehört, „Schleim“. So ein Klumpen Schleim kostet dann schon mal zehn Dollar und mehr.

Eines der meist geklickten Schleim-Videos auf Youtube

https://www.youtube.com/watch?v=1mCzjqlEmOA

Instagram ist was für visuelle Menschen wie die BusinessMuse, Künstlerin und Mentorin Birgit Dieker – sie mag „auf Instagram aus vielerlei Gründen nicht verzichten“. Gerlind Hector von Fair-Fashion hat festgestellt, dass ihre „Leser totale Instagramer sind“. Mit Instagram lassen sich eben Bilder schnell verbreiten – deswegen ist Instagram auf meinem Blog eingebunden. Vermutlich habe ich die Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, meinem Instagram-Account folgen vor allem 25- bis 34-Jährige, während mein Blog vor allem von 55- bis 64-Jährigen genutzt wird – fällt also ziemlich auseinander. Übrigens nutzen laut „Welt“ hierzulande vier Millionen Menschen Instagram. Damit sei Instagram erfolgreicher als Twitter. Für Laura Ewert von der „Welt“ ist Instagram „die schädlichste, die böseste und die kaputteste App, denn sie macht süchtig nach einer Lightversion des Stalkings“. Sie versteigt sich sogar zu der Aussage, Instagram mache uns zu Psychopathen. Die Instagramer entwickeln sich zur richtigen Community: Tanja Praske stellt auf ihrem Blog Kultur-Museum-Talk die Münchner Instagramer vor.

Traffic durch Twitter – wohl kaum

Twitter ist in punkto Traffic-Bringer ein ziemlicher Reinfall, zumindest für mich. Liegt das an meinen Themen, an der Zielgruppe oder an den Tweets? Schwer zu sagen. Zwar lassen sich mit sogenannten URL-Shortenern, sprich Kurz-URL-Diensten lange Internet-Adresse auf ein Minimum verkürzen, so dass sie problemlos in die 140 Zeichen von Twitter passen, aber das ändert nichts am Nutzerverhalten. Übrigens, zu diesen URL-Shortener gehören goo.gl und bit.ly sowie t1p.de. Nun gut, der Aufwand lässt sich auch reduzieren, indem Blogger Facebook mit Twitter verknüpfen, so dass Facebook-Posts auch auf Twitter erscheinen – B2N-Social-Media sagt wie’s geht. Und dann ist da noch Google+. Wie der Name schon sagt, stammt das soziale Netz von Google – und die Inhalte werden natürlich auch von Googles Suchmaschine indexiert. Bei Google+ gibt es Communities mit 100 000 und mehr Mitgliedern – wer das passende Thema hat, dem eröffnen sich hier phantastische Möglichkeiten. „Home Design“ beispielsweise hat mehr als 500 000 Mitglieder, „WhatsApp Deutschland“ mehr als 430 000.

Vlogger schwören auf YouTube

YouTube ist etwas für Vlogger, sprich für Blogger, die gern mit Videos arbeiten. Aber auch YouTube hat seine Communities. Meine Kollegen – und bald Ex-Kollegen, denn ich gehe ja Ende April in Rente – von FOCUS-MONEY haben mit mission money so eine Community aufgebaut. Mission money (Motto „Geldgeil ist unser Lifestyle“), das sind vier Wirtschaftsjournalisten von FOCUS-MONEY – Geld ist das Tagesgeschäft. Die Vier erklären, wie Börse funktioniert, welche Versicherungen etwas taugen und die „Must Haves und No Gos“ – alles andere als „langweilig und staubtrocken“. Ist das die neue Art zu bloggen – per Video? Die Deutschen sind teilweise immer noch Finanzanalphabeten, weswegen es Finanzblogs und -vlogs schwer haben. Muss ja nicht so bleiben.

Und was ist mit WhatsApp?

Zum Schluss noch zu WhatsApp. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich nutze WhatsApp ausschließlich zur Kommunikation mit Familie und Freunden. Es lässt sich aber auch mehr damit anstellen. Aber das können euch sicher Andere besser erklären.

Tools für Sozialnetzwerker

A propos erklären, Google hat einen „Digitalen Workshop“ eingerichtet, „für alle, die im Web erfolgreich sein möchten“. Da erklärt Google so ziemlich alles, was ein Blogger über sozialen Netze wissen muss. Auch Google kommt auf den Trichter, dass nicht jedes soziale Netz für jede Zielgruppe taugt. Weniger ist mehr – so die Quintessenz. Wer planlos vorgeht, verzettelt sich leicht. Es lohnt sich, die Workshops durchzuarbeiten, unter anderem einen über soziale Medien. Google weist auch auf Tools hin, die Bloggern das Leben erleichtern, darunter Hootsuite, Buffer und Everypost. Natürlich hat Google ein Eigeninteresse daran, dass möglichst viele sozialen Netze nutzen, schließlich erhöht das den Traffic bei Google.




Wie Bestager im Alter stressfrei mit dem Auto verreisen

Zugfahren ist zwar für Städtetouren ideal, aber ein Abstecher in die Provinz oder ins Ausland – da ist das Auto immer noch erste Wahl. Wie Bestager stressfrei mit dem Auto verreisen. Das fängt beim Auto an und hört beim Packen auf. Deshalb gilt es, alles vor der Abfahrt zu checken. Was bei einem solchen Check wichtig ist.

Garant für stressfreie Fahrt

In den Urlaub mit dem eigenen Wagen – für viele eine Selbstverständlichkeit. Lange Distanzen, extreme Temperaturen, schweres Gepäck und schlechte Straßen setzen dem Auto dabei ordentlich zu. Es lohnt sich unter dem Aspekt Sicherheit und Fahrkomfort das Auto vor der Abreise in punkto Technik noch einmal sorgsam durchchecken zu lassen. Wer sich rechtzeitig darum kümmert, spart sich Ärger. So kann das Fahrzeug zur Not noch in die Werkstatt gebracht werden. Handwerklich Begabte erledigen vieles selbst und bestellen sich nötigen Teile bei Anbietern wie kfzteile24.de.

Wenigstens die Reifen testen

Wie steht es um das Reifenprofil? Bild: ©istock.com/weible1980

Wie steht es um das Reifenprofil? Bild: ©istock.com/weible1980

Die Reifen des Autos sollten mindestens ein Restprofil von drei Millimetern besitzen. Gesetzlich ist zwar weniger vorgeschrieben, weniger Profil bedeutet jedoch schlechte Haftung und verminderte Bremseigenschaften. Gerade auf unbekannten Straßen sind diese aber wichtig. Die Profiltiefe lässt sich problemlos mit einem Ein-Euro-Stück messen: Verschwindet der Messingrand im Profil, so ist es noch in Ordnung. Ist das nicht der Fall oder sind Risse im Gummi zu erkennen, sollten die Reifen vor der Reise unbedingt ausgetauscht werden. Zu guter Letzt: an einer Tankstelle unbedingt den Reifendruck prüfen und gegebenenfalls anpassen.

Unbedingt Öl und Flüssigkeiten prüfen

Damit der Motor auch auf einer langen Fahrt gute Dienste erweist, sollten ein verantwortungsvoller Autofahrer unbedingt den Stand von Kühl- und Bremsflüssigkeiten sowie das Öl prüfen. Das gilt auch für die Bremsklötze: Wie sieht es mit dem Verschleiß aus? Gerade in bergigen Urlaubsregionen muss sich ein Automobilist absolut auf seine Bremsen verlassen. Handbreme testen nicht vergessen! Und wie sieht es mit dem Haltbarkeitsdatum des Verbandskastens und der Warnwesten aus?

Letzter Licht-Check vor dem Packen

Ebenso wichtig wie ein laufender Motor ist eine funktionierende Fahrzeugbeleuchtung, die zuletzt noch einmal sorgsam kontrolliert werden soll. Dies geht am besten zu zweit: Eine Person sitzt im Fahrzeug und schaltet nacheinander die einzelnen Leuchten vom Standlicht bis hin zur Nebelschlussleuchte ein. Die andere Person schaut von außen, ob tatsächlich auch alle Lichter funktionieren oder ob hier und da noch eine Glühbirne ausgetauscht werden muss.

Wer das alles beachtet, kann damit beginnen, das Fahrzeug zu beladen – und sich auf seinen Urlaub freuen.

Bilder:

© istock.com/weible1980
© istock.com/PeterTG




Was Impulskontrolle mit Rente zu tun hat – und weiß-blau mit Altersvorsorge

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der Lebensstandard nicht halten – Zusatzvorsorge ist nötig. Dafür aber müssen die Jungen frühzeitig anfangen zu sparen und ab und an mal auf etwas verzichten. Impulskontrolle nennt sich das. Und was hat das jetzt bitte schön mit weiß-blau zu tun?

Weiß-blau – so sieht ein Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne. Umso stimmiger, wenn der Eisbecher einen blauen Fuß hat. Ein kulinarischer Traum, der sich nur noch durch einen Espresso toppen lässt. Das Ganze für 5,85 Euro. Statt Eisbecher könnte es natürlich auch ein Cocktail Margarita, Mai Tai oder White Lady sein – alles schön mit Curaçao.

Genuss statt Geld – gönn‘ dir was

„Gönn‘ dir was!“, heißt die Devise. Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Außerdem, was sind schon 5,85 Euro? Geld wird überschätzt. Was zählt ist Genuss, das Leben ist schon hart genug.

Okay, 5,85 Euro mal zwölf sind schon 70,20 – ganz abgesehen davon, dass es ja nicht bei einem Eisbecher bleibt, dazu kommt vielleicht ein Aperol Spritz, ab und an mal ein Weißbierchen … Am Ende des Monats sind so aus 5,85 Euro locker mal 50, 60 oder 70 Euro geworden. Einfach so durch die Speiseröhre verschwunden – und du wunderst dich, wo das Geld geblieben ist.

Was soll das heißen? Kommt jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl? Mit dem Geld ließe etwas Besseres anstellen – sparen vielleicht? Nur wo bliebe dann der Spaß am Leben?

Bier aus dem Kasten statt in der Kneipe

Na ja, irgendwie schon. Zumindest sollen die Zeilen zum Nachdenken anregen – nachdenken worüber? Über lieb gewordene Gewohnheiten. Klar, wer auskömmlich verdient, denkt vielleicht nicht darüber nach, wenn er hier mal ein paar Euros für einen Eisbecher ausgibt oder für ein schnelles Feierabend-Bier. Aber das Feierabend-Bier zuhause gekippt, kostet eben keine 3,50 oder teilweise sogar 3,90 Euro, sondern nur 85 Cent. Das gleiche gilt natürlich für den Cappuccino und den Eisbecher. Du sparst also 2,65 Euro bei jedem Bier – beim Eisbecher dürfte es sicher noch mehr sein.

Mit ein bisschen Impulskontrolle – und dem Verschieben deiner Bedürfnisbefriedigung auf später – könntest du locker 50 Euro pro Monat zur Seite legen, ach was heißt 50 Euro, es könnten sogar mehr sein. Ganz abgesehen davon, dass dein Leben nicht immer „to go“ funktionieren muss. Entschleunigung als Alternative? Warum nicht!

Altersvorsorge ist uncool

Also kommt jetzt doch der Verweis auf die Altersvorsorge? Ja! Die Kokos-Curaçao-Eisbecher, auf die du in jungen Jahren verzichtest, vervielfachen sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt du investierst das gesparte Geld optimal.

„Ach komm‘, hör‘ mir auf mit Altersvorsorge!“, wirst du jetzt vielleicht sagen – „klingt uncool“. Kann gut sein, aber aus deiner Entscheidung heute, folgt, ob du mit 63 Jahren in Rente gehen kannst oder eben erst mit 67, weil die gesetzliche Rente nicht reicht – und sie wird nicht reichen. „Es ist ein Mythos, dass sich der Lebensstandard durch die gesetzliche Rente halten lässt“, warnt Rentenexperte Bernt Rürup. Wer sich im Alter nicht deutlich einschränken wolle, müsse also zusätzlich vorsorgen, so sein Credo, wie er es in „compass“, dem Kundenmagazin von Comdirect formuliert. Die Rentenexpertin und Buchautorin Helma Sick („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) bläst bei „jetzt“ ins gleiche Horn:

Natürlich seien junge Leute keine Großverdiener. Aber es stimme einfach nicht, dass sie kein Geld hätten. Coffee to go, Fast Food, Fitnessstudiobeiträge, Maniküre, Waxing, Krimskramsläden, Drogerieeinkäufe – oft gebe man viel mehr Geld aus als nötig. Man solle sich bei allem, was man überlegt zu kaufen, fragen: Ist das jetzt ein Must have oder nur Nice to have? Dinge der zweiten Kategorie könne man sich sparen. Man dürfe sie sich schon mal gönnen, aber eben nicht ständig. Jeder könne eine Summe zwischen 50 oder 100 Euro im Monat zurücklegen, davon ist Sick überzeugt.

Klar, 50 Euro pro Monat ist nicht die Welt – es könnte aber ja auch mehr sein. Übrigens sind 50 Euro pro Monat aufs Jahr gerechnet immerhin 600 Euro. Was lässt sich damit anfangen? Angenommen, du legst noch was drauf, dann lassen sich aus den 600 Euro locker tausend draus machen.

Wie seinen Eisbecher-Standard halten?

Tausend Euro pro Jahr, das sind in zehn Jahren 10 000 Euro, in 20 Jahren 20 000 Euro – nominal wohlgemerkt, denn real sind diese 20 000 Euro in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur noch 14 850 Euro wert. Anders ausgedrückt, dein Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne mit Espresso kostet dann keine 5,85 Euro mehr sondern 7,88 Euro. Dann denkst du vielleicht wehmütig an 2017 zurück. Für deine 20 000 Euro bekämst du dann nur noch 2538 Eisbecher, heute sind es noch 3418.

Eigentlich hast du nur eine Chance, deinen Eisbecher-Standard zu halten: Du investierst richtig – mit sparen kommst du leider nicht weit. Übrigens, was das Wort „eigentlich“ betrifft – du kannst natürlich auch uneigentlich reich heiraten, etwas erben oder sonst wie zu Geld kommen. Dann sind die kommenden Zeilen hinfällig

Eisbecher aus mit Kokos-Curaçao-Eis plus Sahne – was hat das mit Altersvorsorge zu tun? https://goo.gl/iwXPAk vorunruhestand.de #retirement #icecream #glace #curacao #retraite #retirementprovision #blue #white #bluewhite #bleu #blanc

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Besser reich heiraten als sparen?

Wenn jedoch nicht, dann musst du dich wohl mit dem Thema Investieren befassen, willst du dir auch im Alter den einen oder anderen weiß-blauen Eisbecher oder Cocktail können. Rentenexperte Rürup deutet schon mal an, was du anstellen musst, um dir im Alter etwas zu gönnen: „Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut!“.

Tja, „breit gestreut“, klingt gut – und heißt nicht, möglichst viele Einzelaktien zu kaufen. A propos Aktien, sind die nicht casino-mäßig gefährlich? Die Börse ist kein Casino, denn langfristig – und die Betonung liegt auf „langfristig“ – bringen Aktien je nach Land und Börse zwischen fünf und neun Prozent Rendite pro Jahr. Aber zurück zu den Aktien und dem Breit-Streuen. Das geht natürlich am besten, in dem du gleich einen ganzen vorkonfektionierten Korb kaufst, so etwas wie den Dax oder den S&P 500, einen Index also. Und diesen Index kannst du kaufen – nennt sich dann Indexfonds oder ETF (Exchange-Traded Fund).

In 20 Jahren 43 400 Euro

Also zurück zu deinem Eisbecher plus Espresso, auf den du verzichtest und den 1000 Euro Einsparung im Jahr – das macht auf den Monat umgerechnet 83,33 Euro. Runden wir auf 85 Euro auf und denken wir 20 Jahre in die Zukunft. Nehmen wir weiter an, du erzielst mit einem ETF-Sparplan durchschnittlich sieben Prozent Rendite pro Jahr – und das 20 Jahre lang. In einigen Jahren wird es weniger sein, in anderen Jahren mehr, deswegen der Durchschnitt. In 20 Jahren hast du bei 85 Euro im Monat insgesamt 20 400 Euro selbst gespart, dazu kommt ein Plus von 23 000 Euro – macht zusammen 43 400 Euro. Übrigens, die sieben Prozent sind eher pessimistisch angesetzt: Der Dax schaffte in den vergangenen 20 Jahren acht Prozent, der amerikanische Akienindex S&P 500 annähernd siebeneinhalb Prozent, der MDax sogar zehn Prozent. Wie wäre es denn, zwei ETFs zu kombinieren – auch das ist keine Hexerei.

Je jünger, desto mehr Aktien

Im Alter könntest du dir über zehn Jahre pro Monat 360 Euro selbst auszahlen, bis dein Eisbecher-Einspar-Vermögen aufgezehrt ist. Mit dem Geld lässt sich natürlich auch etwas Anderes anstellen, beispielsweise eine Weltreise finanzieren.

Wie gesagt, je jünger du bist, desto mehr Aktien dürfen es sein: Beim S&P 500 sind die Aktien der 500 größten US-Unternehmen gebündelt, beim MDax sind es 50 Firmen aus der zweiten Reihe – beide zusammen genommen repräsentieren somit 550 Unternehmen. Das Risiko ist also breit gestreut – nicht nur regional, sondern auch in punkt Währung und Branchen.

Also, worauf noch warten? Wenn nicht jetzt, wann dann.


Ironblogger München Logo

Ironblogger München Logo

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur diesjährigen Blogparade der Münchner Ironblogger – übrigens nicht die erste ihrer Art. Dieses Mal geht es um das Thema weiß-blau oder blau-weiß. Vor mir schrieb Matthias J. Lange über „Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste“. Am Donnerstag, den 20. April ist Lutz Prauser mit seinem Blog „wasserfrosch“ dran. 




Wie viel der Staat seinen Bürgern wirklich abknöpft

Der deutsche Staat ist besonders effizient beim Eintreiben von Steuern und Abgaben. Wie viel knöpft er den Bürgern wirklich ab? Direkte und indirekte Steuern sowie Sozialabgaben zusammen genommen liegt die Last bei weit über 50 Prozent. Das ist absolute Spitze – nur der belgische Staat ist noch gieriger.

Der Nimmersatt Staat lässt vielen seiner Bürger nicht einmal mehr die Hälfte ihres Brutto-Einkommens – und damit ist Deutschland im internationalen Vergleich gleich hinter Belgien an der Spitze. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, hat Deutschland mit den wichtigsten Industrieländern verglichen – die Zahlen im „Tax Wages 2017“-Report sind erschreckend, erschreckend für deutsche Steuer- und Abgabenzahler. Steuern und Sozialabgaben, beides zusammengenommen, schlagen hierzulande richtig zu Buche. Die OECD hat die Steuer- und Abgabenlast eines durchschnittlich verdienenden in Vollzeit arbeitenden Arbeitnehmers untersucht und miteinander verglichen. Hierzulande sind das pro Jahr 47 809 Euro – oder monatlich 3984 Euro.

In Deutschland langen Staat und Sozialversicherung richtig zu

https://www.youtube.com/watch?v=26X36n66_IM

 

Hälfte kassieren Staat und Sozialversicherung

Davon bleiben ihm oder ihr nach Abzug Steuern und Sozialabgaben 50,6 Prozent übrig. In Belgien sind es mit 46 Prozent sogar noch weniger. Wobei die Betonung auf „alleinstehend“ liegt. Schuld an dieser hohen Belastung ist nicht einmal so sehr die Einkommensteuer, sondern vor allem die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Da ist Deutschland bezogen auf den Arbeitnehmeranteil mit 17,3 Prozent gleich hinter Slowenien auf Platz zwei, bei der Einkommensteuer mit 15,9 Prozent „nur“ auf Platz elf. In punkto Arbeitgeberanteil bei den Sozialabgaben liegt Deutschland mit 16,2 Prozent sogar nur auf Platz 15.

Belgien und Deutschland sind Spitze bei Steuern und Abgaben Quelle: OECD

Belgien und Deutschland sind Spitze bei Steuern und Abgaben Quelle: OECD

Deutschland ist ein Hoch-Steuer-und-Abgaben-Land wie der aktuelle OECD-Bericht „Taxing Wages 2017“ eindrucksvoll belegt. Das Ärgerliche daran, es wird nicht besser, sondern ist sogar noch belastender geworden in den vergangenen Jahren.

Eigentlich müssten Deutschland ein ziemlich sozialer Staat sein angesichts der hohen Sozialabgaben. Die Skandinavier mit niedrigeren Sozialabgaben haben jedoch höhere Sozialstandards – kleinere Kindergartengruppen, besser ausgestattete Schulen und besser bezahltes Personal, sprich das Sozialsysteme in Dänemark, Schweden und Norwegen gilt als vorbildlich.

Okay, Singles sollen ruhig blechen, sagen vielleicht einige. Der Staat kassiert aber auch Alleinerziehende ab. Bei der Steuer- und Abgabenlast von Alleinerziehenden mit zwei Kindern und zwei Drittel des Durchschnittseinkommens, sprich 2670 Euro verdienen, liegt Deutschland auf Platz fünf, hinter der Türkei, Belgien, Schweden und Griechenland. Die Steuer- und Abgabenlast dieser Gruppe liegt bei 31 Prozent. Wer mehr verdient, hat sofort auch eine höhere Quote und kommt locker an Alleinstehende heran.

Lediglich bei Ehepaaren mit zwei Kindern, wobei nur einer arbeitet, ist Deutschland auf Platz neun, aber nur weil die Steuern vergleichsweise niedrig sind. In punkto Sozialabgaben rangiert Deutschland auch in dieser Gruppe mit 17,1 Prozent auf Platz zwei.

Die OECD-Statistik ist freilich nur die halbe Wahrheit, denn zu den direkten Steuern und Sozialabgaben gesellen sich noch die indirekten Steuern wie Mineröl-, Versicherungs-, Strom- und vor allem Mehrwertsteuer. Was es alles an Steuern gibt, ist den meisten gar nicht klar. Alle zusammengenommen kommt ein Alleinerziehender mit einem in etwa durchschnittlichen Brutto und zwei Kindern auf eine Steuer- und Abgabenlast von annähernd 55 Prozent. Anders ausgedrückt, der Staat lässt Alleinerziehenden nicht einmal die Hälfte des Gehalts. Eine konkrete Rechnung verdeutlicht, wie schamlos der Staat seine Bürger abkassiert.

Alleinerziehende sind die Dummen

Konkret nachgerechnet, wie viel Staat und Sozialversicherung einem durchschnittlich verdienenden Alleinerziehenden abknöpft (bitte bis Ende weiter klicken)

Bezüge    
Brutto2944
Kontoführungsgebühr1.282945.28
Altersvorsorge AG147.2
Brutto-Entgelt3092.48
Gesetzliche Abzüge
Lohnsteuer403.5
Rentenversicherung286.96
Arbeitslosenversicherung46.04
Netto2355.98
Be- und Abzüge
Arbeitgeberanteil
Krankenversicherung317.55
Pflegeversicherung55.46
Altersvorsorge AG50
423.01
Arbeitnehmeranteil
Altersvorsorge AN220.8
Kantine45.45
Krankenversicherung678.6
Pflegeversicherung110.93
Altersvorsorge AN23.41
1079.19
Netto1699.8
tatsächliches Netto-45.451654.35
Abgabenlast in Prozent48,19
Indirekte Steuern
Lebensmittel 7 % MwSt60042
Sonstiges 19 % MwSt40076
Benzin 64,3 %10064.3
Sonstiges Misch-Steuersatz (Versicherg. usw) 16 %203.2
Stromsteuer bei 4000 kWh6,83
Abgeltungssteuer 26,375 %0
Gesamt pro Monat192,331419.25
Gesamtabgabenlast
direkte Steuer und Sozialabgaben1419.25
indirekte Steuern192.33
Gesamt1611.58
Abgabenlast in %54,72


Offensichtlich spricht sich langsam herum, wie Finanzminister Wolfgang Schäuble, Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles und ihre Parteigenossen die deutschen Bürger knebeln. Die OECD-Studie heizt die Diskussion um Steuersenkungen an. „Die Belastungen der Steuern und Abgaben sind unter der amtierenden Großen Koalition zwischen 2013 und 2015 sogar noch um 0,2 Prozentpunkte gestiegen“, schreibt das „Handelsblatt. Ja, kaum zu glauben, die Lohnnebenkosten steigen sogar noch. Eine Steuerreform ist längst überfällig, so viel wird nach dem Studium der OECD-Zahlen deutlich. Die Bürger haben das Gefühl, dass ihre Steuern und Sozialabgaben in einer Art Bermuda-Dreieck verschwinden. Aber mittlerweile wehren sich die Ersten gegen diese Abzocke. Der Staat verdient ja mittlerweile sogar am Ausleihen von Geld, denn die Gläubiger bezahlen ihn dafür, dass er sich verschuldet – eine perverse Situation, denn gleichzeitig bekommen die Bürger für ihr Geld null Zinsen.

Fürs Schuldenmachen noch belohnt

Seit 2014 muss Schäuble keine neuen Schulden mehr aufnehmen und baut stattdessen die Reserven aus – 18 Milliarden Euro sind es mittlerweile. Es wird also höchste Zeit, dass der Finanzminister den Bürger wieder etwas zurückgibt oder ihnen einfach mehr netto vom brutto lässt. Er ist sogar gesetzlich verpflichtet, die „kalte Progression“ auszugleichen, aber er lässt sich ständig bitten. Aus dem Zusammenwirken von steigenden Realeinkommen und kalter Progression nahm der Staat nach Berechnungen des ifo-Instituts zwischen 2011 und 2016 rund 70 Milliarden Euro mehr ein.

Deutschland ist Spitze bei Steuern und Sozialabgaben

https://www.youtube.com/watch?v=ONWWaJoZoWg

Lediglich die FDP kritisiert die Steuer- und Abgabenlast. Das „Handelsblatt“ zitiert den FDP-Politiker Hermann Otto Solms, der sagt, „die Belastungen sind an einer Obergrenze angekommen“. Das Thema Steuer- und Abgabenlast ist in den vergangenen Jahren offensichtlich aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Der Politik scheine jegliches Bewusstsein für die Ausgabendrosselung abhanden gekommen zu sein, schreibt die „Wirtschaftswoche“. „Die Belastung der Bürger ist um einen guten Teil höher, als wir vorher gedacht haben“, so Christoph Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung.

Diese Abkassiererei ist „an Dreistigkeit nicht zu überbieten, wenn nach noch mehr Umverteilung geschrien wird“, schreibt die „Welt“. Der deutsche Steuerzahler müsse sich schon jetzt geprellt fühlen.

Ein Alleinstehender mit einem Einkommen von etwas mehr als 50.000 Euro muss dem Finanzamt schon von jedem zusätzlich verdienten Euro 42 Prozent überlassen. Der eineinhalbfache Durchschnittslohn bedeutet heute in Deutschland was? Höchststeuersatz! Vor einem Jahrzehnt musste dafür wenigstens das Doppelte des Durchschnittsverdieners auf dem Gehaltszettel stehen. Nimmt man die steigenden Sozialabgaben hinzu, dann greift der Staat eine Hälfte des erarbeiteten Lohns komplett ab.

 

 




Fiskus will Bürger beim Bargeld gängeln

Die Empörung ist groß über die jüngste Initiative von Finanzminister Wolfgang Schäuble, eine Grenze von 5000 Euro bei Barzahlungen einzuführen. Das war im Februar 2016 – jetzt liegt der Vorschlag schon wieder auf dem Tisch. Damals hat sich die „Bild“ dieses Themas angenommen und forderte „Finger weg von unserem Bargeld“ – und zählt fünf Gründe auf, warum die Begrenzung nicht kommen darf.

1. „Bargeld bedeutet Freiheit!“

Die Deutschen zahlen immer noch bevorzugt mit Barem – und das soll jetzt peu à peu eingeschränkt werden? Das ist gelebter Schutz der Privatsphäre. Der Staat mischt sich eh schon überall ein und versucht alles und jedes zu reglementieren. „In der digitalen Welt bietet Bargeld die einzige Möglichkeit, sich der Datenerfassung und Überwachung durch Banken und Staat bei Geldgeschäften zu entziehen“, so die „Bild“.

2. „Bargeld schützt vor Gängelung“

Wenn es schon mal so eine Regelung gibt, wo hört sie auf? Ist die 5000-Euro-Grenze erst eingeführt, wird sie schnell nach unten gedrückt. „In Frankreich beispielsweise wurde die Bargeld-Grenze im vergangenen Sommer herabgesetzt: von 3000 Euro auf 1000 Euro.“ Der „Münchner Merkur“ fürchet, „wenn Geld nur noch virtuell auf dem Bankkonto existiert, hätte der Staat endlich die totale Kontrolle über seine Bürger: Er könnte ihre Konsumgewohnheiten ausspionieren, ihr Verhalten lenken – und sie mit Negativzinsen enteignen“. Tolle Aussichten.

3. „Bürger unter Generalverdacht!“

Der Staat traut seinen Bürgern nicht über den Weg. Er glaubt doch tatsächlich, uns überwachen zu müssen, ob wir mit dem Geld auch das in seinem Sinn Richtige anstellen. „Weil sich eine sehr kleine Minderheit der Bürger nicht an die Gesetze hält (z. B. Schwarzarbeit, Geldwäsche), sollen alle darunter leiden“, urteilt „Bild“.

4. „Bargeld funktioniert immer!“

Banknoten sind etwas Haptisches – jeder kann sie anfassen und weitergeben. Mit Technik sieht das anders aus, was, wenn sie versagt? Bargeld ist dann die einzige Lösung. Auf den Weg vom Verbraucher zur Bank und weiter zum Handel hat der Kunde keinen Einfluss.

5. „ Gründe für  Bargeld-Grenze ziehen nicht!“

Die Regierung glaubt allen Ernstes „Schwarzarbeit und Geldwäsche wirksam eindämmen“ zu können. Doch Experten seien sicher: Das klappe nicht! „Prof. Friedrich Schneider (Uni Linz) beispielsweise schätzt, dass die Schwarzarbeit gerade mal um zwei Prozent zurückgehen würde (FAZ).“

Schäubles Vorstoß hat vor allem eines bewirkt, das die Bürger das Vertrauen in eine Währung verlieren – und der Euro ist auf dem besten Weg dorthin. Der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich mit der Frage befasst und lehnt eine Beschränkung ab. „Das Gremium, dem unter anderen der frühere Chefökonom der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, und der Bonner Professor für öffentliche Güter, Martin Hellwig, angehören, kommt darin zu einem eindeutigen Urteil: Die Wirtschaftsexperten lehnen Beschränkungen für Bargeldgeschäfte ab“, so die „Welt“ in einem aktuellen Artikel. Die Bedeutung der informationellen Selbstbestimmung sei dabei nicht zu unterschätzen. Schließlich gehöre es zum Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, „dass man sich für die Dinge, die man tut oder nicht tut, nicht gegenüber Dritten rechtfertigen muss.“

Weiterführende Links:

https://twitter.com/faznet/status/699920755048361984

https://twitter.com/ihre_vorsorge/status/699942505664684032




Sollen Kinderlose mehr zur Rente beitragen?

Sollen Kinderlose mehr zur Rente beitragen? Die Diskussion kocht wieder hoch: Sollen Kinderlose mehr beitragen? Wie steht es um den Beitrag der Kinderlosen für die Renten- und Familienpolitik beitragen. Die Junge Union (JU) will einen Kurswechsel angesichts vernichtend niedriger Geburtenzahlen. Die jungen Wilden denken über eine Sonderabgabe für Kinderlose, ein Willkommenspaket für Neugeborene in Höhe von 1000 Euro und eine automatische Erhöhung des Renteneintrittsalters. Und sie fordern sogar noch mehr: Kinderlose sollen ein Prozent ihres Einkommens als Sonderabgabe zahlen, zudem soll das Ehegatten- in ein Familiensplitting umgewandelt werden, wie der „Spiegel“ schreibt. Vor kurzem lobte Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, den „mutigen Vorschlag“ der Jungen Union.

Kinderlose empören sich

Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!, Buch von Kersitin Herrnkind Foto: Westend

Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!, Buch von Kersitin Herrnkind Foto: Westend

Die Kinderlosen sind empört und wehren sich – noch leise, was sich aber ändern könnte. Die Autorin des Buchs „Vögeln fürs Vaterland? Nein Danke!“ sieht in dieser Forderung eine „Hatz auf Kinderlose“. Sie sieht es als „Bullshit“ an, „die Kinderlosen für den Zusammenbruch des Rentensystems verantwortlich zu machen“. Dabei übersieht sie, wie andere Kinderlose, dass Eltern über die Maßen belastet werden. Ich habe mal vor rund zehn Jahren für FOCUS Online ausgerechnet, was ein Kind Eltern kostet– von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Es sind im Minimum 120 000 Euro. Wie gesagt, das war 2006, heute dürften es bereits 130 000 oder gar 140 000 Euro sein. Sollte das Kind studieren, was ja gar nicht so selten vorkommt, dann werden es schnell 150 000 Euro, weil die Eltern ihre studierenden Kinder auch weiter unterstützen, damit die finanzielle über die Runden kommen. Die Frage wird also drängender: Sollen Kinderlose mehr beitragen? Die Frage lässt sich auf Dauer nicht ad acta legen, denn das Rentensystem funktioniert nach dem Umlageverfahren und schließt zwei Pflichten ein: Die aktive Generation sorgt für die vorausgegangene und zieht parallel dazu die nachfolgende groß, die sie künftig versorgen soll. Kinderlose klinken sich einfach aus der zweiten Pflicht aus und glauben, das wäre okay.

Sollen Kinderlose mehr beitragen?

Ein Lastenausgleich zwischen Familien und Kinderlosen ist längst überfällig. Da Kanzlerin Angela Merkel aber keine Kinder hat, steht das Thema ganz unten auf ihrer Agenda, sprich es interessiert sich herzlich wenig. Ganz anders in Frankreich: „Eine lückenlose, ganztägige Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und ein Steuersystem, das Familien mit Kindern erheblich entlastet, waren fortan die Säulen der französischen Familienpolitik … „, schreibt die „Huffington Post“. „In Frankreich gibt es kein Ehegattensplitting, wohl aber ein Familiensplitting. Jedes Kind erhöht den Faktor um 0,5 Punkte, das heißt: Bei einem berufstätigen Ehepaar mit zwei Kindern teilt der Fiskus das Familieneinkommen durch den Faktor drei, um den Steuersatz in der Progression festzulegen. Dank großzügiger Grund-Freibeträge zahlen Paare mit drei Kindern dann oft überhaupt keine Einkommenssteuer mehr. So gesehen sind Kinder in Frankreich das schönste Steuersparmodell, das es gibt, schreibt das Handelsblatt (7.9.2010).“ Wer selbst ausrechnen will, was eine Familie in Frankreich zahlen würde, kann das mit dem Rechner des CGCV einmal für sich durchspielen. Eine Familie mit zwei Kinder hat den Faktor 3. Bei „Revenu fiscal de référence“ das zu versteuernde Einkommen eintragen, bei „Nombre de parts fiscales“ Personenfaktor eingeben (2 Erwachsene, 4 Kinder = 2 + 0,5 + 0,5 + 0,5 +0,5 = 4) und auf „Lancer le cacul“ klicken – und einfach mal mit der eigenen Steuer vergleichen.

Irgendetwas scheint schief zu laufen in Deutschland. „Einer Studie zufolge ist Deutschland in punkto Geburtenrate auf den letzten Platz in der Welt gerutscht“, schrieb das Handelsblatt am 29. Mai 2015. In den „vergangenen fünf Jahren wurden (in Deutschland) im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1000 Einwohner geboren; das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1000 Einwohner. Unter den EU-Ländern schneiden nur Portugal (9,0) und Italien (9,3) ähnlich schlecht ab. Die anderen großen EU-Länder haben dagegen deutlich höhere Geburtenraten; Frankreich und Großbritannien kommen im gleichen Zeitraum auf durchschnittlich 12,7 Geburten je 1000 Einwohner“ (Handelsblatt).

Alleinerziehende oft finanziell am Ende

Um welche Dimension es dabei geht, verdeutlicht das Statistische Bundesamt: 2014 zählte die Behörde rund 2,3 Millionen Alleinerziehende (Frauen stellen mit 90 Prozent die Mehrheit). Mittlerweile dürfte es vermutlich zweieinhalb Millionen sein. Das übliche Schema Vater-Mutter-Kind ist schon längst nicht mehr die Regel, was von der Politik gern übersehen wird. „Der Staat ist immer noch auf das Modell des männlichen Ernährers fixiert“, zitiert das Magazin „Lisa“ (Ausgabe 36/16) den Politologen Christoph Butterwegge. Das fange beim fehlenden Ausbau der Ganztagsbetreuung an – und höre bei schlechteren Job-Chancen für alleinerziehende Mütter auf.

Geringere Arbeitszeit, schlechter bezahlte Jobs – klar, dass am Monatsende unterm Strich wenig übrigbleibt. Viele Alleinerziehende schrammen an der Armutsgrenze vorbei. Wenn dann noch die Unterhaltszahlung des Vater – oder der Mutter – ausbleibt, sieht es düster aus. Das Leben wird so zum täglichen Kampf.

Leben ein ständiger Kraftakt

„Lisa“ hat mit drei Alleinerziehenden gesprochen, für die das Leben ein ständiger Kraftakt ist. Christine Finke gehört dazu, die seit der Trennung von ihrem Mann 2009 ihre drei Kinder (heute 7, 10 und 15) allein großzieht. „Die Bedingungen waren denkbar schlecht; mein Ex-Mann und die Großeltern wohnten mehrere Autostunden entfernt, ich verlor meinen Job“, so die Redakteurin. Christine bekomme Unterhalt, aber die vierköpfige Familie bewege sich dennoch gerade so über dem Existenzminimum. Nur mit Wohngeld und Unterstützung für die Kita-Plätze kommt sie über die Runden.

Wie prekär die Lage für berufstätige Alleinerziehende sei, zeige eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Dem Institut zufolge beziehen sogar gut ausgebildete Alleinerziehende deutlich länger Arbeitslosengeld II (Hartz 4) als Kinderlose. Christine schreibt ihre Erfahrungen im Blog „mama-arbeitet.de“ nieder und hat das Buch „Allein, alleiner, alleinziehend“ geschrieben.

Svenja Zirchow (34) – „Lisa“ hat den Namen geändert – geht es offensichtlich ähnlich. Sie hat einen Sohn: Ben. Das Geld sei trotz Jobs oft knapp. Und wehe, das Kind ist mal krank, dann müssen Alleinerziehende für ihr Recht und das Kankengeld kämpfen, dass ihnen nach §25 Sozialgesetzbuch zusteht. Längst nicht alle Arbeitgeber gleichen den Unterschied zwischen Krankengeld und normalem Gehalt aus. Manche Unternehmen setzen die Alleinerziehenden sogar unter Druck, so dass sie Angst haben, bei Krankheit des Kindes daheim zu bleiben.

Schließlich ist da noch Bärbel Gruner – auch ihr Namen wurde von „Lisa“ verändert. Die gelernte Krankenschwester lebe getrennt von den Vätern ihrer Kinder Dennis (17) und Sophie (14). Wie viele andere alleinerziehende Mütter kämpft sie um den Unterhalt. Dann muss der Staat mit Unterhaltsvorschuss einspringen sowie Sozialhilfe und Hartz 4. Ob sie wollen oder nicht, Alleinerziehenden bleibt gar nichts anderes übrig, als arbeiten zu gehen – und dann fangen die Schwierigkeiten an. Die Doppelbelastung führt irgendwann in den Burn-out, so auch bei Bärbel.

Weiterführende Links:




Wie der Staat Familien schröpft – und warum sich das ändern muss

Ein Kind kostet im Minimum 120 000 Euro von seiner Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Die Gesellschaft einschließlich Staat wissen das nur ungenügend zu würdigen. Denn immer noch zahlen mehr als elf Millionen Eltern mit minderjährigen Kindern doppelt und verfassungswidrig in die Sozialversicherungen ein.

Kinderlose halten dagegen und verweisen darauf, dass sie ja für Kindergärten und Schulen mitzahlen. Dabei übersehen sie, dass Eltern über die Maße belastet werden. Ich habe vor mehr als zehn Jahren für FOCUS Online ausgerechnet, was ein Kind Eltern kostet – von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Es waren damals 120 000 Euro; heute dürften es bereits 130 000 oder gar 140 000 Euro sein. Sollte das Kind studieren, dann werden es schnell 150 000 Euro. Die Frage wird drängender.

Sollen Kinderlose mehr beitragen?

Bislang haben Eltern immer brav alles geschluckt, sich zwar beschwert, aber nichts gegen die systemische Ungerechtigkeit unternommen. Das hat sich geändert. Unterstützung bekommen sie dabei vom Bundesverfassungsgericht, das bereits 2001 im Pflegeversicherungsurteil entschieden hat, „dass Eltern verfassungswidrig belastet werden, weil neben den Geldbeiträgen der gleichwertige Erziehungsbeitrag nicht berücksichtigt wird“, so der Deutsche Familienverband. Zwar gebe es einen minimalen Zusatzbeitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung, doch der nimmt sich mit 0,25 Prozent lachhaft aus. Doch weder würden Eltern auf diese Weise entlastet, noch seien die anderen Zweige der Sozialversicherung ernsthaft auf den Prüfstand gestellt worden.

Viele Familien verarmen

„Seit 16 Jahren warten Familien auf die Umsetzung der Beitragsgerechtigkeit durch die Politik“, kritisiert der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes Sebastian Heimann. „Dass der Gesetzgeber diese Entscheidung missachtet und eine verfassungsgemäße Neuregelung verweigert, hat für Familien schlimme Folgen“, betont Heimann. „Die familienblinde Steuer- und Abgabenpolitik hat zur Folge, dass breite Schichten von Familien in die Armut getrieben werden.“  Jetzt wehren sich Familien mit einer gemeinsamen Kampagne des Deutschen Familienverbandes und des Familienbundes der Katholiken gegen die „familienblinde“ Beitragsgestaltung in Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Warum Eltern von der Sozialversicherung über den Tisch gezogen werden

https://www.youtube.com/watch?v=JCdTUIl9cfE

Wie sich Familien wehren

Unter dem Motto „Wir jammern nicht – wir klagen“ haben sich der Kampagne bereits tausende Familien angeschlossen und den Weg durch die Instanzen angetreten. Dem Verband zufolge wurden inzwischen mehrere hundert Klagen bei Sozialgerichten eingereicht. Annähernd 380 Familien legten außerdem Verfassungsbeschwerde gegen den Pflegevorsorgefonds in Karlsruhe ein, der aus der gesetzlichen Pflegeversicherung finanziert wird und die Beiträge ab 2035 stabilisieren soll. Es ist geradezu grotesk, dass Familien, die ja den Generationenvertrag erfüllen – und entgegen der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts – das demografisch Problem ebenfalls mit abfedern sollen. Zwei weitere Verfassungsbeschwerden sind wegen Verletzung der Grundrechte aus Artikel 3 Abs. 1 in Verbindung mit Artikel 6 Abs. 1 GG anhängig.

„Familien sind Leistungsträger unserer Gemeinschaft! Sie sorgen durch ihren Nachwuchs für den Erhalt der Sozialversicherungssysteme und übernehmen lebenslang Verantwortung für andere Menschen“, betont der DFV-Bundesgeschäftsführer. „Das muss endlich respektiert und in der Gesetzgebung angemessen berücksichtigt werden! Stattdessen ist die Sozialgesetzgebung bisher blind gegenüber den Bedürfnissen von Familien. Sie werden zu Bittstellern degradiert.“

Was tut die SPD in punkto Familiengerechtigkeit?

Die Parteien seien gefragt, endlich Farbe für Familien bekennen, so der Familienverband. „Mehrere Millionen Eltern mit minderjährigen Kindern zahlen Monat für Monat Strafabgaben in die Sozialversicherungen, weil ihre Erziehungsleistung nicht berücksichtigt wird, obwohl sie damit die Zukunft des Sozialsystems sichern“, so DFV-Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann.

Übrigens, über einen Leitantrag ist die SPD nie hinausgekommen.




Wem was schenken? Ein Plädoyer für originell-praktische Geschenke

Ein runder Geburtstag steht an, eine Abschiedsfeier, ein Grünkohl-mit-Pinkel-Essen oder ein Grillabend – was mitbringen? Mal ehrlich, wer kennt schon den Geschmack des Gastgebers oder der Gastgeberin so ganz genau? Warum nicht etwas Praktisches mitbringen? Klingt vielleicht einfallslos, muss es aber nicht sein. Originell-praktische Geschenke haben völlig zu unrecht nicht den besten Ruf. Ein Körbchen mit verschiedenen Senf-Sorten, ein Marmeladen-Bukettt ist originell und nützlich. Umso besser, wenn es dazu noch kreativ eingepackt. Also, warum nicht mal alltagstaugliche Geschenke?

Geschenke für den Haushalt

Edelstahlseiher, Kochlöffel, Küchenscheren, Teigschaber – also, wer da als Hobbykoch nicht ins Schwärmen kommt! Dekorativ verpackt und mit einem sinnigen Spruch garniert kommt bei vielen Freude auf. Wer nicht genau weiß, was er dem Anderen unbedingt schenken kann, ist mit einem Utensilien-Körbchen gut beraten. Dafür taugen im Grunde genommen sämtliche Küchen-Utensilien. Originelle Geschenkideen & Geschenkkörbe für die Küche schließen auch Zutaten wie Essig und Öl, Estragon und Muskat, Tee und Kaffee, Käse und Wein ein. Wie gesagt, nett präsentiert, macht das immer etwas her. Klar, dass bei der Auswahl der Geschmack des Beschenkten im Vordergrund stehen sollte. Passend zu den Zutaten kann ja jeder das Geschenk durch passendes Zubehör ergänzen. Das kann eine Käsereibe sein, Flaschenöffner oder Teekanne – in Kombination mit edlen Delikatessen sind diese Utensilien perfekte Geschenke für begeisterte Hobbyköche. Und nebenbei dekorative Elemente auf dem Esstisch. Wer gerne den Kochlöffel schwingt, freut sich bestimmt über eine originelle Schürze, die viel Platz für eine kreative Gestaltung bietet. Wer es besonders persönlich gestalten will, näht sie selbst oder lässt sie mit dem Namen des Beschenkten besticken. Mal ehrlich, wer jetzt noch nicht weiß, was er schenken soll, ist selber schuld.

Für passionierte Bastler – wie wär’s mit selbst gefertigten Topfuntersetzer, Tischsets und Frühstücksbrettchen, oder mit einer selbst gebauten Käseplatte im Loch-Design? Auf dieser Seite gibt es die Bauanleitung für dieses originelle Küchenutensil.

Was nur Männern schenken?

Bei Männern wird’s vielleicht etwas schwieriger. Was wünschen sie sich? Praktisches Zubehör fürs Auto macht sich als Geschenk ganz gut. Wie lässt sich ein Auto aufhübschen? Das können Radkappen sein, allerdings muss der Schenkende schon wissen, welches Auto der Beschenke fährt. Im Zweifel eignen sich:

  • Autoreiniger und Scheibenschwamm
  • Navigationssystem
  • Eiskratzer mit integriertem Handschuh
  • eine Plane zum Schutz oder bei Frost
  • Überzüge oder Kissen für die Sitze
  • Einparkhilfe mit Farb-Display

Auto-Liebhaber freuen sich sicher auch über ein aufregendes „Erlebnis-Geschenk“. Das kann eine Spritztour mit einem Cabrio sein oder ein rasanter Besuch auf einer Rennstrecke – alles bequem online zu buchen. Ach ja, an der Stelle darf der ADAC nicht vergessen werden: Warum nicht mal einen Gutschein für ein ADAC-Fahrtraining verschenken? Der ADAC bietet diverse Kurse zur Fahrsicherheit an.

Bild: © istock.com/caracterdesign




Staat erleichtert Rentner um 625 Millionen Euro

Mit der einen Hand gibt der Staat, mit der anderen nimmt er. Das ist der Fall bei Rentenerhöhungen. Da die Renten 2016 im Westen um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent stiegen, werden viele Rentner erstmals Steuern zahlen müssen, andere Rentner höhere Steuern.

Ohne groß nachzudenken, haben viele Online-Portale den Wortlaut der Nachrichtenagentur dpa einfach übernommen, die von „spülen“ schreibt – „Rentenerhöhung spült 625 Millionen Euro in Staatskasse“, wie „Spiegel Online“ schreibt. Das klingt so, als ob sich alle über den Zugriff des Staats freuen sollten, ziemlich euphemistisch. Das Online-Portal „Steuerratschlag“ spricht von Abzocke. Es gebe wohl weltweit nur einen Staat, in dem Journalisten so blöd seien, Steuererhöhungen für die eigenen Bürger auch noch zu bejubeln. Dieser Eindruck drängt sich bei dem Wort „spülen“ automatisch auf. Schlimmer allerdings ist, dass viele Medien das einfach unkritisch übernommen haben, darunter neben „Spiegel Online“, „ZEIT Online“, die „Badische Zeitung“ und das „Handelsblatt“, wie jeder selbst schnell bei Google nachchecken kann.

Steuern und Krankenversicherung

Dabei ist das nur die halbe Wahrheit, denn von der Brutto-Rente gehen ja nicht nur Steuern weg, sondern auch Sozialabgaben, sprich Kranken- und Pflegeversicherung, die sich auf die Höhe der Rente beziehen. Das heißt, den Rentnern wird noch weit mehr als die 625 Millionen Euro abgezogen.

Zur Erinnerung, eingeführt wurde die Rentenbesteuerung 2005 von einer Rot-Grünen-Regierung unter Gerhard Schröder. „Ausgehend von einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2002 wurde die Besteuerung der Altersbezüge durch das Alterseinkünftegesetz seit 2005 neu geregelt“, heißt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums. Seit 2005 werden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteuert: Das Perfide daran, das Gesetz wurde rückwirkend auch für bereits bestehende Renten angewandt. Denn, auch wer schon früher als 2005 eine Rente bezog und weiter bezieht, zahlt Steuern – und zwar muss er sie zu 50 Prozent versteuern. Seit dem steigt der zu versteuernde Anteil jedes Jahr um zwei Prozent, so dass, wer 2017 in Rente geht, dessen steuerpflichtiger Rentenanteil liegt bei 74 Prozent, 2018 sind es dann 76 Prozent und 2040 dann hundert Prozent.

Existenzminimum bleibt steuerfrei

Steuerfrei bleibt das Existenzminimum, der Grundfreibetrag in Höhe von 8652 Euro. Das entspricht monatlich 721 Euro. Für 2017 liegt der steuerliche Freibetrag bei 8820 Euro für Alleinstehende und bei 17 640 Euro für Ehepaare. Die Steuer richtet sich allerdings nicht nur nach der gesetzlichen Renten, sondern nach den Gesamteinkünften – und dazu können auch Mieteinnahmen, Einnahme aus selbstständiger Tätigkeit gehören. Es lohnt sich auf alle Fälle, Belege zu sammeln und alles gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen.

Bis wann ist Steuererklärung abzugeben?

Rentner, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, müssen diese bis zum 31. Mai des Folgejahrs beim Finanzamt abgeben. Wer länger braucht, sollte dem Finanzamt eine plausible Erklärung liefern. Eine Verlängerung der Frist bis zum 30. September des Folgejahres ist damit in der Regel kein Problem. Bundestag und Bundesrat haben allerdings im Juli 2016 ein Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens verabschiedet. Künftig müssen Steuerzahler ihre Steuererklärung ab dem Steuerjahr 2018 erst bis spätestens 31. Juli des Folgejahres abgeben.

Die „Berliner Morgenpost“ hat am 20. März Ruheständlern einige Frage zur Renten beantwortet. Die Antworten dürften auch andere Rentner interessieren. Untere anderem ging es dabei um das Thema Steuererklärung, Tod des Partners und Wahl der Steuerklasse. Hier ein Beispiel:

Ich bin alleinstehend und zum 1. Januar 2016 in Rente gegangen. Ich erhalte monatlich eine Rente von rund 1900 Euro. Muss ich eine Steuererklärung machen?

Da Sie im vergangenen Jahr dem Arbeitsleben den Rücken gekehrt haben, müssen Sie 72 Prozent Ihrer gesetzlichen Rente steuerlich veranschlagen. In Ihrem Fall wären das ca. 16.400 Euro im Jahr. Davon können Sie die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abziehen. Da Ihr Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von rund 16.300 Euro den Grundfreibetrag von 8652 Euro übersteigt, müssen Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung einreichen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Sie auch verpflichtet sind, Steuern zu zahlen. Schließlich können Sie das Finanzamt an einer Reihe von Ausgaben etwa für Medikamente, Kuren oder Pflege beteiligen. Nur wenn nach Abzug der Ausgaben Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag von 8652 Euro übersteigt, müssen Sie Steuern zahlen.




Welche Communities für Best Ager gibt es?

Best Ager, Silver Surfer – ältere Menschen, sprich 50+ und 60+, entdecken das Internet und damit die Chancen, die es bietet. Sie finden sich in Gemeinschaften zusammen, Communities wie das so schon neudeutsch heißt. Die größeren dieser virtuellen Zusammenkünfte zählen einige Hunderttausend Mitglieder.

Natürlich fällt mir bei Community zuerst Facebook ein. Aber mal ehrlich, Fazebuk wie es oft verballhornend genannt wird, ist schon ziemlich beliebig – irgendwie nett, aber ab einem bestimmten Alter vielleicht nicht das Nonplusultra in punkto Kommunikationsplattform.

Feierabend & Seniorbook als Platzhirsche

Bei meiner Suche im Netz nach anderen Plattformen bin ich auf Feierabend.de und wize.life (vormals seniorbook) gestoßen. Angemeldet bin ich bei beiden. Was Feierabend.de betrifft, so bin ich auch bereits zum Stammtisch nach Fürstenfeldbruck gefahren.

Wir haben übrigens angeregt geplaudert im kleinen Kreis, sprich wir Sechs passten locker an einen Tisch. Vielfalt sieht anders aus. Nun gut, immerhin gibt es eine Regionalgruppe. Die Altersstruktur dürfte mindestens 60+ sein – nach oben offen. Natürlich interessiert diese Gruppe andere Themen als Angehörige der Generation 50+.

250 000 Mitglieder

Jetzt zur zweiten großen Community: wize.life (vormals seniorbook). Ich bin Mitglied Nummer 235 165. Mittlerweile liegt ihre Zahl schon weit über 250 000. Aktueller Stand am heutigen 16. Juni um 16 Uhr: 250 408. Mein Ex-Kollege bei der Tomorrow-Focus AG, Alexander Schiechel, war von Anfang an dabei und ist heute bei Seniorbook Leiter Portalentwicklung und Product Owner. Die Community wächst rasant, wie jeder schnell feststellt, der sich hier anmeldet.

Mitte Juni haben die Seniorbook-Macher Gruppen eingeführt. Jeder SBler kann seine eigene Gruppe gründen (ich bin mit den beiden Gruppen „Anlegen“ und „Fürstenfeld“ präsent) und/oder anderen Gruppe beitreten.

Wize.life wirkt lebendig und könnte den anderen den Rang ablaufen. Mal schau’n.

Konkurrenten von Wize.life und Feierabend:

  • Senioren-Ratgeber: Gehört zur Apotheken-Umschau 
  • Platinnetz.de – wobei das Portal 2013 von Feierabend übernommen wurde. Eigenen Angaben zufolge hat Platinnetz mehr als 130 000 Mitglieder.
  • Fiftiesnet.de – gehörte, denn die Betreiber mussten Konkurs anmelden. Jetzt landen Nutzer bei Elternchecker, wenn sie die URL eingeben
  • Seniorentreff.de – das nach eigenen Angaben älteste soziale Netz „in Deutschland und Europa“ für Senioren. Die Macher setzen auf user-generated content, sprich, die Mitglieder gestalten die Inhalte weitgehend. „Redaktionell addieren wir Text, die einen Mehrwert für unsere Besucher haben“, ergäntz Seniorentreff
  • Lebensfreude50.de – versteht sich als Partnerbörse „für Männer und Frauen über 50“ (O-Ton Betreiber). Nach eigenen Angaben hat das Portal mehr als 80 000 Mitglieder
  • Bestager.org – eine Plattform mit Community und Service, die auch schon mal thematisch in die Tiefe gehen und über den demographischen Wandel schreibt
  • Romantik-50plus.de – eine Partnerbörse für die Generation 50+
  • Vivemus.de – „alt werden wir später“, so das Motto der Plattform. Die Macher beackern Themen wie Gesundheit, Finanzen, Kultur, Reisen, Shopping und Technik. Zurzeit befinde sich Vivemus noch im Aufbau, räumen sie selbst ein
  • Herbst50plus.de – irgendwie scheint dieses Onlineportal eher eine Ruine zu sein, ein Klick auf das Impressum ergibt eine Fehlermeldung, das gleiche Spiel bei anderen Seiten
  • Silbernetzwerk.de – hat seinen Betrieb eingestellt
  • 50plus-Treff – eine Community mit mehr als 280 000 Mitgliedern, die sich vor allem als Partnerbörse versteht

Das Angebot von Plattformen hat sich schon deutlich ausgedünnt – und wird sich vermutlich noch weiter ausdünnen. Die Erwartungen der Best Ager sind hoch, sind doch die meisten bereits mit Computer und Internet aufgewachsen.

Es  bleibt spannend