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Wie? Fuß? In jungen Jahren wird ihr Funktionieren als selbstverständlich angesehen. Erst im Alter, wenn sie häufiger schmerzen, erinnern wir uns wieder daran, wie wichtig unsere Füße sind. Füße sind ein Wunderwerk der Evolution, die vieles mitmachen, aber eben auch mit uns altern. Die Tausende von Kilometern, die wir auf ihnen zurücklegen, gehen nicht spurlos an den Füßen vorbei. Wer jedoch früh genug auf seine Füße achtet, bremst den Verschleiß und vermeidet kleine oder größere Wehwehchen im Alter.

Füße entwickeln sich zeitlebens

Während des Lebens verändern sich unsere Füße kontinuierlich. Säuglinge kommen mit kaum entwickelten Füßen zur Welt, das Fußskelett ist noch weich und formbar, da es hauptsächlich aus Knorpel besteht. Erst mit den ersten Gehversuchen bilden sich Längs- und Quergewölbe der Füße aus, die sich über die Sehnen und Muskeln spannen. Die Verknöcherung des Skeletts endet mitunter erst im Jugendalter. Die Füße haben nun über Jahrzehnte ein konstantes Maß in Bezug auf Länge und Breite, bevor sie sich dann wieder im Alter verändern. Durch die jahrelange Belastung wird der Fuß automatisch weiter, denn das Fußgewölbe senkt sich in der zweiten Lebenshälfte etwas ab. Doch falsches Schuhwerk und eine ungesunde Lebensweise können den Fuß noch weiter verändern.

Fußleiden häufig bei ältere Frauen

Schuld an den meisten Fußkrankheiten haben die zwei größten Zivilisationskrankheiten unserer Zeit: Übergewicht und zu wenig Bewegung. Aber Fußprobleme im Alter können auch modische Ursachen haben, denn die Schuhmode orientiert sich oft stärker an Trends als an anatomischen Faktoren. Durch falsches Schuhwerk wird die Stabilität des komplexen Fußapparats eingeschränkt und die Muskulatur am Fuß abgebaut. Da vor allem zu enge, spitze Schuhe sowie High Heels zu Veränderungen an den Füßen führen, sind größtenteils Frauen von Fußleiden betroffen.

Neben dem Fersensporn, einem knöchernen dornartigen Auswuchses unter dem Fersenbein, sind Frauen vor allem vom Hallux valgus betroffen. Fast sechs Millionen Deutsche leiden unter der Ballenzehe, der häufigsten und bekanntesten Vorfuß-Deformität, bei der die große Zehe schief in Richtung Fußaußenseite steht. Auch die anderen Zehen sind nach außen verschoben. Ist ein Hallux valgus entstanden, können Frauen den Schmerzen und einer Verschlechterung zumindest durch Einlagen und Gymnastik entgegenwirken. Auch weiches Schuhwerk ohne hohen Absatz und störende Nähte im Vorderfußbereich ist empfehlenswert.

Den Füßen Gutes tun

Auch wenn Sehnen und Muskeln bei Frauen hormonell bedingt zarter ausgeprägt sind, setzen Übergewicht und fehlende Bewegung auch Männerfüßen zu. Mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung können Männer diesen Phänomenen aber schon im Alltag entgegenwirken. Außerdem sollten die Schuhe an die Bedürfnisse der Füße angepasst sein und diesen genügend Bewegungsfreiheit lassen. Eigentlich sind unsere Füße nämlich darauf ausgelegt, bei jedem Schritt unser Körpergewicht abzufedern. Doch Schuhe verhindern oft dieses natürliche Einknicken des Fußes, sodass die Muskulatur durch die fehlende Beanspruchung abgebaut wird.

Aus diesem Grund sollte man so oft wie möglich barfuß gehen und die Fußmuskulatur konstant trainieren. Dies wirkt sich auch positiv auf die Körperhaltung aus und kann mitunter Fehlstellungen der Hüfte oder Rückenbeschwerden kompensieren. Zur Sicherheit sollte man sich jedoch mit seinem Arzt absprechen.

Bildrechte: Flickr Schritte Uwe Niederberger CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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