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Wie naiv sind die Jungen in punkto Rente? Rente? Ganz weit weg! Altersarmut? Ja, schon mal gehört. Viele, aber nicht alle Jungen interessiert noch wenig, wie es ihnen im Alter mal geht. Sie stecken den Kopf in den Sand und hoffen wohl im Stillen, dass es der Staat schon richten wird. Ob sie sich damit nicht verschätzen. Eigentlich müssten sie auf die Straße gehen und protestieren, aber davon ist nichts zu sehen.

Es herrsche statt Empörung eher Sorglosigkeit, schreibt die „Welt“. Das bestätigte auch die Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ des Versorgungswerks MetallRente und TNS Infratest Sozialforschung. Die „Zeit“ zitiert Paul Ziemiak, den Vorsitzende der Jungen Union, der forderte schon vor einem Jahr einen Aufstand der Jungen gegen die Rentenpolitik der Bundesregierung. Und? Ist was passiert? Nichts ist passiert. Die „Zeit“ bemüht einen netten Vergleich: „Das ist, als würde man seinen Mitbewohner aus der WG schmeißen, das freie Zimmer in ein Wohnzimmer umbauen und allen versprechen, die Miete bleibe für alle gleich hoch.“

Ok, einige Junge denken über das Thema nach – Felix von Laden beispielsweise. Im September 2017 war er bei Markus Lanz eingeladen, um über sich und seinen Besuch bei der Rentner Gang zu erzählen.

Die Rentner Gang von Felix von Laden

Die Jungen fühlen sich Jugendforscher Klaus Hurrelmann schlichtweg überfordert. Sie kümmern sich nur um ihr Studium, ihr Aussehen, ihre Selbstoptimierung anstatt für eine Lebensphase, die „noch ein halbes Jahrhundert“ entfernt liege. Die „Welt“ beschreibt es mit „naiver Planlosigkeit“. Die Jungen sind in der „Mehrzahl optimistisch, wenn sie an ihre eigene Zukunft denkt“, so Hurrelmann. Die Generation Y zweifele zwar an der privaten Vorsorge, gleichzeitig sparen nur 35 Prozent aller Jugendlichen regelmäßig für ihre Altersversorgung.

Rente kommt an ihre Belastungsgrenze

„Auch 15 Jahre nach der Rentenreform hat sich noch keine Kultur zusätzlicher Vorsorge in Deutschland entwickelt; die Tendenz geht bei der jungen Generation sogar in die entgegengesetzte Richtung“, so das Resümee von Christian Traxler, dem Mitherausgeber der Studie.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

8 Comments

  1. Hallo,
    wir haben uns dazu auch Gedanken gemacht und einen Artikel geschrieben, wenn du magst, kannst du den mal nachlesen: http://zeigwert.com/werden-wir-noch-das-wort-rente-kennen/
    Liebe Grüße und weiter so,
    Hedy & Olaf

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  2. Güsten Klaudia 3. Mai 2016 at 19:05

    Ich habe mich als „junger“ Mensch auch nicht sehr um das Thema Rente geschert. Das war soooo weit weg…ich glaube, da geht es der heutigen Jugend nicht anders. Allerdings gab es damals auch nicht – ich erinnere mich jedenfalls nicht – diese Unsicherheiten bzw. Debatten. Erst als der damalige Arbeitsminister Nobert Blüm mit seinem berühmten Sprech „Die Rente ist sicher“ für Gesprächsbedarf sorgte, wurden viele wach?

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    1. danke für den Kommentar. Bei meinen Gesprächen mit Jungen ist mir das durchaus bewusst geworden. So weit in die Zukunft zu denken, fällt wahnsinnig schwer

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    2. Blüm hat diesen Satz erstmals im Wahlkampf 1986 losgelassen und ihn noch mal im Bundestag am 10. Oktober 1997 in einer Debatte wiederholt. Das ist also fast schon 30 Jahre her. Die Rente ist zwar sicher, aber eben nicht in der Höhe. Als ich jung war, habe ich mir auch keine Gedanken gemacht, musste ich nicht. Heute sieht das eben anders aus. Hier der Link: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/40879998_kw41_rente_kalenderblatt/209618

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  3. ich habe bei allem Interesse an allen Beiträgen hier in diesem Blog eine riesige Bitte an alle Emittenten. Lasst die herrliche Frühlingssonne in Eure Herzen. Verzweifelt nicht. Alles wird sich richten! Was soll das Geschreibsel??? Die grundsätzliche Stimmungslage in den Beiträgen ist „Moll“. Wie oben angeführt: wer von uns hat als Jugendlicher, oder gar junger Erwachsener Gedanken an die Rente, das Alter, verschwendet. Es wäre geradezu widersinnig. Siehe Frühling: stellen Sie sich vor, jetzt, wo aller Saft in die Knospen geht, würden diese auch schon wieder abfallen. Nein, jede Generation hat ihre Herausforderung. Wir, die wir Kriegs- oder Nachkriegskinder sind, haben doch ganz andere Zwänge mit Bravour bestanden. Der Herr hat uns doch „brain“ eingepflanzt. Auch unsere Jugend wird ihren Weg erfolgreich gehen. Es wird sich auch bis nach Hintertupfingen herumsprechen, dass das Rentenmodell á la Fürst von Bismarck aus dem Jahren 1890 sich überlebt hat. Auch wir werden das noch erleben. Dh. Use your brain! und vor allem: genießt das Leben und vertreibt diese -moll-getriebenen Gedanken auf dem Bildschirm.
    Georg-W.Moeller

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    1. Helmut Achatz 22. April 2016 at 9:12

      Also, ihr habt es gehört: use your brain – benütze deinen Verstand!

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  4. Danke für den Kommentar. Ja, ich kann es ihnen auch nicht verübeln, ich kann es sogar verstehen. Als ich jung war, habe ich auch nicht an die Rente gedacht. Damals war das kein Thema. Das ist heute allerdings anders. Unfair, aber das Leben kann eben unfair sein. Ich versuche auf meine Weise Bewusstsein dafür zu wecken. Ich bin freilich nur ein Einzelner. Insofern hoffe ich, dass meine Ideen weiter gereicht werden „geteilt“.

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  5. Für die Jungen ist die Rente ein weit entferntes Ziel. Wer sollte es den Jungen dann verübeln dass sie nicht über eine Zukunft in 40 oder 45 Jahren nachdenken. Durch die Politik und die Versicherungen wird den Jungen vorgegaukelt dass mit der Riester Rente und der gesetzlichen Rente im Alter ausgesorgt sei. Dass die Riester Rente ein Betrug an den Arbeitnehmern ist wird kein Versicherungsvertreter sagen. Er möchte schliesslich seine Provision bekommen. Auch die Gewerkschaften haben jahrelang auf das falsche Pferd, nämlich die SPD gesetzt. Eine ausführliche Rentenberatung gibt es bei den Gewerkschaften in den seltensten Fällen. Es muss also noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden bevor auch die Jungen erkennen dass die gesetzliche Rente nach dem jetzigem Stand der Dinge nicht zum Leben im Alter reicht. Zu mindestens die Sparkassen und Banken werben schon seit Jahren damit dass Eigentum die beste Altersversicherung ist. Gerade in der Phase der niedrigen Verzinsung ist es attraktiv so früh wie möglich Eigentum zu erwerben damit man im Alter mietfrei wohnen kann. Für alle anderen Bedingungen ist die Politik und die Gewerkschaften zuständig. Diese haben jedoch auf der ganzen Linie versagt.

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