image_pdfimage_print

Der Rhythmus der Zeit scheint in der modernen Welt an Fahrt aufzunehmen. Dennoch, viele Moden, Musikstile und auch manche technischen Geräte erleben heutzutage ihr Revival – so auch Taschenuhren. Vintage ist en vogue. Dabei erinnern die filigrane Fertigung und die alte Optik an eine Zeit, in der Gegenstände von Hand und für die Ewigkeit hergestellt wurden. So sind Qualitätsprodukte entstanden, die heute viel wert sein können. Das erklärt auch, warum Taschenuhren für Männer mehr sind als nur Accessoire.

Durch das Comeback wird die Taschenuhr neben ihrem Dasein als modisches Accessoire nunmehr auch für Liebhaber attraktiver, die sich nicht dem Sammeln besonders teurer Stücke verschrieben haben. Denn einige Zeitmesser stellen auch eine echte Wertanlage dar. Besonders Spezialfunktionen wie ein ewiger Kalender, die Angabe von Schaltjahren oder die Anzeige von Mondphasen – im Fachjargon Komplikationen genannt – tragen zur Wertsteigerung bei. Oft stehen hinter solchen Uhren überaus renommierte Firmen, die eine lange Tradition vorweisen können. Patek Philippe beispielsweise, eines der letzten unabhängigen Familienunternehmen und als Hersteller der kompliziertesten Luxus-Uhr der Welt bekannt, feierte 2014 bereits sein 175. Jubiläum. „Herkunft ist wie eine Lehre, die jede Generation aufs Neue absolvieren muss.“, resümiert Thierry Stern, Leiter des Unternehmens.

Vom Kirchturm in die Tasche

Zum Ursprung der Taschenuhr gibt es verschiedene Überlieferungen. Eines steht jedoch fest: Peter Henlein baute Anfang des 16. Jahrhunderts als erster deutschsprachiger Hersteller eine Uhr mit einem speziellen mechanischen Antrieb, der so kompakt war, dass die Uhr am Körper getragen werden konnte. Die Taschenuhr war geboren und die Zeit nicht mehr einzig am Kirchturm abzulesen. Die ersten Taschenuhren waren mit nur einem Zeiger ausgestattet und den Wohlhabenderen vorbehalten. Diese steckten sie, an einer Kette befestigt, in ihre Westentaschen. So wurde die Taschenuhr bald zum sozialen Statussymbol. Während des Ersten Weltkrieges musste sie aber einer Weiterentwicklung ihrer selbst weichen, der Armbanduhr. Denn diese erwies sich im Gefecht als deutlich praktischer. Seither wurde die Armbanduhr in zahllosen Varianten zum Standard für jedermann.

Accessoire für den modernen Mann

Heutzutage steht die Taschenuhr für Exklusivität und Eleganz. Zückt man sie aus einer dazu passenden Anzugweste, sorgt das vielerorts für faszinierte Blicke – ob auf einer Hochzeit, bei einer Geschäftsfeier oder in der Bahn. Auch in Kombination mit legerer Kleidung sorgt die Taschenuhr für ein elegantes Erscheinungsbild. Der moderne Mann weiß um die Qualität und die Finesse der kompakten Zeitmesser. Auf diese Weise Luxus und Eleganz auszustrahlen, muss dabei nicht unerschwinglich sein: Marktplätze wie Chrono24 bieten Taschenuhren renommierter Hersteller bereits ab hundert Euro an. Uhrenliebhaber bekommen dafür nicht nur einen zuverlässigen und dabei äußerst eleganten Chronometer, sondern auch eine lohnenswerte Geldanlage – denn Uhren wie diese sind auf ihre eigene Weise zeitlos.
Bildrechte: Flickr Taschenuhr SKranzPhotos

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Helmut Achatz 15. Mai 2017 at 14:29

    Lieber Herr Moeller,
    vielen Dank für den Kommentar. Ich denke, es kommt auf das einzelne Stück und seinen Zustand an – und darauf, wie viele Stücke davon produziert wurden. Manche Taschenuhren steigen sogar noch im Wert, bei anderen sieht es weniger erfreulich aus.

    Antworten

  2. na ja, lieber Herr Achatz,
    mit der „Hardware“-Anlage ist das so eine Sache. Man bedenke, auch diese Investitionen sind der Mode unterworfen. Nehmen Sie alte Möbel, ich meine antike, sprich Biedermeier oder Barock….nach dem Kriege…bis vor ca. 10 Jahren war es gut für den Status, sich mit solchen Teilen zu Hause ausgerüstet zu haben. Am besten geerbt. Das stellte dann noch die Langlebigkeit der Familie sicher, sonst auf Auktionen gekauft. Sie konnten nichts falsch machen. Der Wert stieg. so auch in „Ihrem“ Falle mit alten Uhren, hier Taschenuhren. Nun aber, siebzig Jahre nach dem großen europäischen Desaster sind wir mehr als glücklich, im Frieden baden zu können. Keine Bomben haben gute alte Stücke zerstört, keine Siegermächte haben unsere Haushalte geplündert und ausgeraubt. Das ist wunderbar. Dennoch: der Markt ist überschwemmt mit Antiquitäten aller Art. Junge Leute und auch das Mittelalter stehen auf moderne „Features“ oder gar auf Gammellook, oder Shabby stuff. Alte Teppiche, Kommoden, Schränke, Uhren etc. bleiben in den Auktionshäusern und fristen ein Schattendasein. Einrichtungen werden am liebsten alle vier- fünf Jahre komplett gegen den letzten Schrei ausgetauscht. Die Wertstoffhöfe sind voll mit dem Ramsch. Die gute alte Taschenuhr verschwindet im Tresor. Es ist gottlob ein Erbstück. Es erinnert mehr an den Vater, Großvater, als dass am Goldkettchen hängend sie meinen Unterbauch ziert. Der Anzug mit Weste ist giga out. In der relativ engen Jeans ist eine Taschenuhr eher ein „Fremdkörper“. Ihre Reminiszenz auf die gute alte Taschenuhr ist gut, aber taugt die Uhr am Bande heute tatsächlich noch als Zeiteisen von damals??

    Antworten

Kommentar verfassen